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Full text of "Thüringische Geschichtsquellen"

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Thüringische 

Geschichtsquellen 

Neue Folge / Siebenter Band 

Der ganzen Folge Zehnter Band 



Urkundenbuch 
der Deutschordensballei Thüringen 

Namens des 
Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde 

herausgegeben von 

Karl H. Lampe 
Erster Band 




Jena 

Verlag von Gustav Fischer 
1936 



Urkundenbuch 

der 

Deutschordensballei Thüringen 

Namens des 

Vereins für Thüring^ische Geschichte und Altertumskunde 

herausgegeben von 

Karl H. Lampe 

Erster Band 




Jena 

Verlag von Gustav Fischer 

1936 



Alle Rechte vorbehalten 
Printed in Germanv 



Vorwort. 

Im August 1912 wurde mir vom Verein für Tliüringische Geschichte 
und Altertumskunde die Bearbeitung dieses Urkundenbuches, das auf 
Veranlassung von Herrn Hofrat Prof. Dr. 0. Dobenecker ins Arbeits- 
programm des Vereins aufgenommen war, übertragen. Wenn sich der 
Abschluß der Arbeit ziemlich lange hinausgezögert hat, so lag dies einmal 
an den Verhältnissen der Iviiegs- und Nachkiiegszeit, sowie daran, daß 
ich infolge des Berufes nur die Ferien für die Archivarbeiten verwenden 
konnte. 

Der I. Band sollte ursprünglich das ganze 14. Jahrhundert mit- 
umfassen. Da sich aber das Material zu sehr häufte, wurde der Band 
mit dem Jahre 1311 abgeschlossen, als der Landkomtur Gottfried von 
Körner ausscheidet. 

Die DOBallei Thüringen ist die älteste deutsche Bailei des Ordens 
und erstreckte sich ursprünglich auch über das sächsische Gebiet. Die 
DOBallei Sachsen ist in der ersten Zeit ständig mit Thüringen vereinigt 
gewesen, so daß ich der Ansicht bin, daß beide eine Bailei gebildet haben. 
Außerhalb des eigentlich thüringischen Gebietes gehörten zu ihr die in 
Böhmen liegenden Häuser Asch und Eger, im Vogtland die Häuser 
Adorf, Plauen, Reichenbach, Schleiz und Tanna, im Erzstift Magdeburg 
Haus S. Kunigund vor Halle und schließlich in Sachsen das frühere 
Augustinerkloster Zschillen. Ferner hat Griefstedt mit Erfurt ursprüng- 
lich zur BaUei Thüringen gehört. Wyß in der Eiideitung zu seinem 
Urkundenbuch der DOBallei Hessen gibt an, daß es spätestens 1290 
zur DOBallei Hessen gekommen sei. Er stützt sich dabei auf die un- 
datierten Urkunden des Hochmeisters Burchard von Schwanden (s. Urkk. 
Nr. 395 f.). In den Bemerkungen zu diesen Urkunden habe ich festzu- 
stellen versucht, wann der Uebergang tatsächlich stattgefunden hat. 

Wenn auch die BaUei nie zu den wohlhabendsten des DO. gehört 
hat, so ist sie doch von den Herren, Rittern und Bürgern des in Betracht 
kommenden Gebietes selbst dann noch reichhch bedacht worden, als 
der Orden seine Tätigkeit schon vöUig nach Preußen verlegt hatte. 
Wir sehen auch in dieser BaUei, daß die DOBrüder mit klugem diplo- 
matischen Geschick versucht haben, den Besitz um ihre Häuser abzu- 
runden und ferner liegendes Eigentum abzustoßen. Auch auf weniger 
erfreuliche Weise werden die Liegenschaften vermehrt, wie die Erwerbung 
des Klosters Zschillen und die Fälschungen des Landkomturs Eberhard 
Hoitz (vgl. Grumblat und Flach) vor allem zeigen. 



VI Vorwort. 

Einen Ueberblick über die Geschichte der Ballei zu geben, kann 
ich mir ersparen, da Bernhard Sommerlad in den Forschungen zur 
Thüringisch-Sächsischen Geschichte, Bd. 10, die Geschichte der Bailei 
nach dem vorhandenen gedruckten Material bearbeitet hat. 

Von den rund 900 Stücken dieses Bandes sind schon rund 500 Ur- 
kunden völlig, eine ganze Anzahl davon allerdings nicht einwandfrei 
gedruckt; rund 200 Urkunden lagen nur teilweise gedruckt oder als 
Regest vor, während 156 Urkunden zum erstenmal veröffentlicht werden. 
Der Rest verteilt sich auf Urkunden, deren handschriftliche Ueber- 
lieferung fehlt. Von dem ältesten Ordenshaus S. Kunigunde bei Halle, 
sowie von den beiden Ordenshäusern in Mühlhausen sind schon fast alle 
Urkunden in den Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, N. R., Bd. 10 
und Bd. 3 veröffentlicht: ebenso ein großer Teil von den Häusern Adorf. 
Asch, Plauen, Schleiz und Reichenbach in den Thüringischen Geschichts- 
quellen, Bd. 5, und vom Hause Eger in Gradl, Monumenta Egrana und 
Emlcr, Monumenta . . . Bohemiae et Moraviae. 

Bei der Bearbeitung, die nach den Vorschriften des Vereins vor- 
genommen ist, wurde versucht, alle handschriftlichen Ueberliefenmgen 
heranzuziehen und die älteren Abschriften mit dem Original zu ver- 
gleichen. Weniger wichtige Regesten wurden gelegentlich aus Drucken 
entnommen. Bei jeder Urkunde habe ich die handschriftUche Ueber- 
lieferung vermerkt, die Drucke und Regesten angegeben und versucht, 
die wichtigste Literatur zu erwähnen. Dabei konnte ich bis zum 
Jahre 1267 auf Dobeneckers Regesten verwaisen, zu denen nur wenige 
Nachträge sich ergaben. Ferner konnte ich noch das kurz nach Ab- 
schluß der Arbeit erschienene ÜB. der Stadt Halle von A. Bierbach 
benutzen und habe deswegen auch hier vielfach die Druck- und Literatur- 
nachweise gespart. Herr Bierbach war auch so liebenswürdig, die ersten 
ausgedruckten Bogen des 2. Bandes mir zur Verfügung zu stellen. Für 
den Nachtrag machten mich die Herren Archivrat Dr. Engel (jetzt 
in Berlin) und Archivdirektor Dr. Flach in Weimar auf einige Ur- 
kunden in den Thüringischen Staatsarchiven aufmerksam, die mir ent- 
gangen waren. Folgende Archive konnte ich besuchen und luil)e dort 
außer den Originalurkunden an Kopiaren^) benutzt: 

1. Altenburg, Staatsarchiv, Urkundenkopiarbuch I und II. 

2. Altenburg, Landesbibhothek: Wagner Collectaneen, besonders 
Bd. V und VII. 

3. Dresden, Staatsarchiv; Kopialbuch des Landkomturs Albrecht 
von Witzleben von 1392 (Abt. XTV, A. 64). — Eine Sammlung 
von Abschriften aus dem Nachlaß des Finanzsekretärs Miller 
in 15 Heften aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (Abt. XIV, 
B. 160). — Abschriften und Regesten des Archivseki'etärs 

1) Die ausführliche Beschreibung der wichtigsten Kopiare erfolgt auf Wunsch 
des Vereinsaus.schussps an anderer fjtelle, damit die Einleitung nicht zu lang wird. 



Vorwort. VII 

Witschel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Abt. XIV. B. 43), 
sowie verschiedene andere Sammlungen, aus denen nur wenig 
entnommen wurde. 

4. Gotha, Staatsarchiv. 

5. Halle, Stadtarchiv. 

6. Magdeburg, Staatsarchiv: Kop. 1945, 398, 393, 3936 und 
Rep. U. 4a. 

7. Mühlliausen i. Thür., Stadtarchiv: Kop. I, Nr. 1 und Kop. I, 
6, Cd. 25. 

8. München, Staatsarchiv: Die Kopiare des Klosters Waldsassen. 

9. Naumburg, Domarchiv. 

10. Schulpforta, Gymnasialbibliothek: Ms. B. 1 u. 2. 

11. Weimar, Staatsarchiv: Kop. F. 570a, F. 125 und 126, F. 552, 
N. 51. 

12. Wien, DOZentralarchiv: Kop. I, 6, 1 und Kop. für das DO- 
Haus Eger von G. v. Mülverstedt von 1859, Wappenbuch 
Nr. 11 und 12. 

Die Mehrzahl dieser Archive sandte mir in liebenswürdiger Weise 
Urkunden und Akten zur Benutzung an das hiesige Stadtarchiv. Ebenso 
sandten mir Material die Verwaltungen des Geh. Staatsarchives Berlin- 
Dahlem, der Staatsarchive Königsberg, Marburg, Rudolstadt, Sonders- 
hausen, Stuttgart, Zerbst, des Landesarchives Wolfenbüttel und der 
Stadtarchive Erfurt, Langensalza und Plauen. Kein Material lag in 
Adorf, Asch, Greiz, Ludwigsburg, Regensburg, Reichenbach, Schleiz 
und Tanna. Das Staatsarchiv in Prag konnte nicht berücksichtigt 
werden. 

Aus der großen Zahl der angeführten Archive ist zu ersehen, daß 
das Material sehr weit zerstreut lag und oft nur durch Zufall entdeckt 
werden konnte. Ich hoffe aber, daß mir keine wesentliche Urkunde 
entgangen ist. Da der erste Band ursprünglich einen bedeutend weiteren 
Zeitraum umfassen soUte, ist auch für den zweiten Band schon ziemlich 
viel Material vorhanden. Hoffentlich kann er nun dem vorliegenden 
in Kürze folgen. 

Die Herstellung des Registers hat sich infolge längerer Krankheit 
sehr hinausgezogen und dadurch die Herausgabe des Bandes wieder 
unliebsam verzögert. Zur bequemen Benutzung des Registers wurden 
die Buchstaben B und P, C und K, D und T, F und V, I, J und Y zu- 
sammengefaßt. Als einfache Laute wurden auch ä, ö und ü behandelt. 
Die hier gebrauchton Abkürzungen sind zu Beginn des Registers be- 
zeichnet. Die anderen im Bande ver\\Tndeten folgen auf die Einleitung. 
Ihnen schließt sich ein Verzeichnis der häufiger gebrauchten QueUen- 
bücher und der Literatur an, um ein Anschwellen des Apparates bei den 
einzelnen Urkunden zu vermeiden. Ein Verzeichnis der vorkommenden 
Siegel, sowie eine Tafel der Bailei- und Kommendesiegel wird der folgende 
Band bringen, durch den erst ein gewisser Abschluß erreicht wird. 



YIII Vorwort. 

Zum Schluß ist es mir eine angenehme Pflicht, den Herren zu danken, 
die mich bei meiner Arbeit mit Rat und Tat unterstützt haben. Ich 
danke den Herren Archivdirektoren und Leitern der staatlichen und 
städtischen Archive. Vor allem den Herren Geheimrat Dr. W. Lippert 
und Dr. H. Beschorner in Dresden, sowie Professor Dr. A. Tille 
in Weimar (jetzt in Bonn). Aber auch allen Herren Archivräten und 
Archivaren, die meinen vielen Wünschen stets in liebenswürdigster Weise 
entgegengekommen sind, bin ich zu großem Danke verpflichtet. Haupt- 
sächlich aber geht mein Dank zu den beiden Herren, die meine Arbeit 
von Anfang an stets mit wärmster Anteilnahme begleitet haben und 
mir manch wertvollen Rat gaben, den Herren Hofrat Prof. Dr. 0. Do- 
benecker und Geheimen Hofrat Prof. Dr. A. Cartellieriin Jena. 

Herr Prof. Dr. G. Mentz in Jena, der jetzige Vorsitzende des Vereins 
für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, mein Bruder Dr. 
M. Lampe in Berlin-Pankow, sowie vor allem Herr Prof. D. h. c. 
Dr. 0. D ob e necker haben sich der Mühe unterzogen, die Revisionen 
der Arbeit mitzulesen. Dafür gebührt ihnen besonderer Dank. 

Neuruppin, den 10. September 1935. 

Karl H. Lampe. 



Abkürzungen. 



A. = Archiv. 

A. = Kop. A. 64 im HSA. Dresden (Kop. Albrechts v. Witzleben). 

AV. = Altertumsverein. 

Bd. = Band. 

DO. = Deutscher (Ritter-)Orden. 

DOZA. = Deutschordenszentralarchiv (Wien). 

DRO. = Deutscher Ritterorden. 

Gbll. = Geschichtsblätter. 

GQu. = Geschichtsquellen. 

GuA. = Geschichte und Altertumskunde. 

HSA. = Hauptstaatsarchiv. 

Jb. = Jahrbuch. 

Jbb. = Jahrbücher. 

K. = Kopiare im SA. Magdeburg. 

LHA. = Landeshauptarchiv. 

M. = Kop. B. 160 im HSA. Dresden (Millersche Abschriften). 

MA. = Kop. I. 6, 1 im DOZA. Wien (Marburger Kop.). 

Mittl. = Mitteilungen. 

MIÖG. = Mitteilungen des österreichischen Instituts für Geschichtsforschung. 

N. F. = Neue Folge. 

N. R. = Neue Reihe. 

0. = Original. 

OT. = Original-Transsumpt. 

SA. = Staatsarchiv. 

StA. = Stadtarchiv. 

ÜB. = Urkundenbuch. 

W. = Originale im DOZA. Wien. 

Z. = Zeitschrift. 

Siehe femer im Literaturverzeichnis. 



Druckwerke. 

Adler, Friedrich, Das Tannaer Diakonat und die Gemeinden Schilbach und Zollgrün. 

Schleiz 1930. 
Alberti, DO Schleiz = Alberti, Julius, Geschichte des Deutschen Hauses zu Schleiz 

nebst Beiträgen zur älteren Geschichte des Schleizer Gebietes und der Stadt 

Schleiz. Schleiz 1877. 
Alberti, DRO. = Alberti, Julius, Der DRO. in Thüringen und im Vogtland. In: 

Äüttl. Hohenleuben, 47./49. Jbr. (1878), S. 1—13. 
Alberti, Urkunden = Alberti, Julius, Urkunden-Sammlung zur Geschichte der 

Herrschaft Gera im Mittelalter mit Erläuterungen. Gera 1881. 
Anderson, J. G. L., Geschichte der Deutschen Ordens-Commende Griefstedt. 

Erfurt 1867. 
Armbrust, L., Die von Ballenhusen. ZThürGuA. 21, S. 220—328; 29, S. 241 f. 
Arnstadt, Albert, Vargula. Ein Beitrag zur Thüringer Kulturgeschichte. Selbstverl. 

[1919]. 
Aue, Karl, Zur Geschichte der Herren von Schlotheim und von Almenhausen. 

ZThürGuA. 3, S. 201—210. 
Ausfeld, Karl, lieber die Beziehungen des Deutschen Herren- oder Ritterordens 

zur kaiserlichen Reichsstadt Mühlhausen. In: ,,Aus alter Zeit". Zwanglose Bei- 
blätter zum Mühlhäuser Anzeiger, Nr. 64 v. 21. 3. 1905. 
Beyer, Carl, Urkundenbuch der Stadt Erfurt. In: GQuProvSachsen, Bd. 23, 24. 

HaUe 1889, 1893. 
Beyer, Eduard, Das Cistercienser-Stift und lOoster Alt-Zelle in dem Bistum Meißen. 

Geschichthche Darstellung. Dresden 1855. 
Bierbach, Arthur, Urkundenbuch der Stadt HaUe, ihrer Stifter und Klöster. Teil I 

(806—1300). In: GQuProvSachsen, N. R. 10. Magdeburg 1930. 
Boehme, Paul, Urloxndenbuch des Klosters Pforte, 1. Bd. (1132—1350). In: GQuProv- 
Sachsen, 33. Bd. Halle 1893, 1909. 
Böhmer, J. F., Acta imperii selecta. Innsbruck 1870. 
Böhmer, Regesta Imperü 1246—1313. Stuttgart 1844. 
Böhmer-Redlich, Regesta imperii, 1273 — 1291, bearb. v. 0. Redlich. 
Bönhoff, Leo, Die Parochien der alten Herrschaft Mühltroff und Pausa. In: Mittl. 

AVPlauen 20 (1909), S. 95/112. 
Bönhoff, Leo, Die Parochie Reichenbach in ihrer Entwicklung bis zum Jahre 1529. 

In: Mittl. AVPlauen 19 (1908), S. 120—132. 
Bönhoff, Leo, Die Parochie Plauen und ihre Entwicklung im Zeitraum von 1122 

bis 1905. In: Mttl.AVPlauen 19 (1908), S. 53—119. 
Braun, F. v., Geschichte der Burggrafen von Altenburg. Altenburg 1868. 
Caemmerer, F., Konrad, Landgraf v. Thüringen, Hochmeister des Deutschen Ordens 

(t 1240). In: ZThürGuA. 27 (1909), S. 349—394; Bd. 28 (1910), S. 43—80. 
Codex diplomaticus ordinis Sanctae Mariae Teutonicorum. Urkundenbuch des 

Deutschen Ordens. Hrsg. v. Johann Heinrich Hennes. 2 Bde. Mainz 1845, 1861. 
Codex diplom. Saxoniae regiae. 
Cohn, Adolf, Die Vorfahren des fürstlichen Hauses Reuß in der staufischen Zeit. In: 

FDG. IX (1869), S. 527—604. 
Cohn, WiUy, Hermann v. Salza. In: Abhandlungen d. schles. GeseUsch. f. vaterl. 

Cultur. Geisteswissenschaft!. Reihe, H. 4. Breslau 1930. 
Deelemann, Marinus, Der Deutsche Ritterorden einst und jetzt. Wien 1903. 
Devrient, Ernst, GleLßberg. Geschichte der Burg und der Herren von Gleißberg 

bei Jena. In: ZThürGuA., N. F. 12, S. 1—136. 



XII Druckwerke. 

Dobenecker, 0., Chorheimstift und Kommende Porstendorf. In: ZThürGuA. 21, 

S. 362—372. 
Dobenecker = Dobenecker, Otto, Regesta diplomatica necnon epistolaria Historiae 

Thuringiae, 2. Bd. (1152—1227), 3. Bd. (122&-1266). Jena 1900, 1925. 
Dobenecker, Otto, Margaretha v. Hohenstaufen, die Stammutter der Wettiner I 

(1236 — 1265). In: Beüage zum Jahresberichte des Großh. Gymnasiums in Jena. 

Jena 1915. 
Dreyhaupt, v., Beschreibung des Saalkreises, Bd. I (1749), S. 826 — 845. 
Emier, Joseph, Regesta diplomatica nee non epistolaria Bohemiae et Moraviae ed. 

Prag, Bd. III (1890), IV (1892). 
Flach, Willy, Die Urkimden der Vögte von Weida, Gera und Plauen bis zur Mitte 

des 14. Jahrhunderts. Eine diplomatisch-historische Untersuchung. Greiz 1930. 
Flach, Willy, Urkundenfälschungen der Deutschordensballei Thüringen im 15. Jahr- 
hundert. In: Festschrift Valentin Hopf zum achtzigsten Geburtstag 27. Januar 

1933. Jena 1933. S. 86—136. 
Flach, WiUy, Eine Urkundenfälschung des Deutschordenshauses Halle. In: 

Magdeb. GbU., 68./69. Jg., S. 52—66. 
FDG. = Forschungen zur Deutschen Geschichte: Bd. 9, s. Cohn, Ad. 
Förstemann, E. G., Urkunden des Benediktinerklosters Homburg bei Langensalza 

1136—1536. In: Mittl. d. Thür.-Sächs. GV. VIII, 1—37, 43—95. 
Forschungen, Altpr. s. Keyser, E. 

Funkhänel, Ueber die Herren von Schlotheim als ehemalige Erbtnichsesse der Land- 
grafen von Thüringen. In: ZThürGuA. 3, S. 1—20. 
Funkhänel, Zur Geschichte alter Adelsgeschlechter in Thüringen. In: ZThürGuA. 3, 

S. 185—200; 4, S. 169—184, 469-483. 
Gabelentz, von der, Regesten, die Burggrafen von Leisnig betreffend. In: Mittl. 

AVLeisnig IV. S. 1—14. 
Gbll., Oberland. = Oberländische Geschichtsblätter, Bd. 15, s. Schreiber, Ottom. 
Geschichtsbibliothek, Thür.-Sächs., Bd. 3, s. Mitzschke, Paul, Bürgel. 
GQuProvSachsen = Geschichtsquellen der Provinz Sachsen (seit der neuen Reihe: 

und des Freistaates Anhalt)^ 

Mühlhausen, 



Bd. 3 


s. 


Herquet, ÜB. 


Bd. 23 f. 


, s. 


Beyer, Carl, 


Bd. 33 


s. 


Boehme, 


Bd. 36 


s. 


Kehr, 


N.R.l 


s. 


Rosenfeld, 


5 


s. 


üvermann, 


10 


s. 


Bierbach. 



Gradl = Gradl, Heinrich, Monumenta Egrana. Denkmäler des Egerlandes als Quellen 
für dessen Geschichte I (805—1322). Eger 1886. 

Gradl, Egerland = Gradl, Heinrich, Geschichte des Egerlandes (bis 1437). Pra« 
1893. 

Großkopf, Hans, Die Herren von Lobdeburg. Neustadt (Orla) 1929. 

Grumblat, Hans, Ueber einige Urkunden Friedrichs II. für den DO. Diss. Gießen 
1908 und in MlÖG., XXIX. Bd., S. 3.^5—422. 

Grumblat, Hans, Die Urkundenfälschungen des Landkomturs Eberhard Hoitz. In: 
ZThürGuA., 26. Bd. (N. F. 18), S. 307—328. 

Gudenus, . . . ., Codex diploraaticus Moguntimus, Bd. 4. 

Hagke, von. Urkundliche Nachrichten des Kreises Weißensee. 1867. 

Heldmann, Carl, Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur 
Geschiclite der ländlichen Rechtsverhältnisse in den DOKommenden Marburg 
und Scliiffenborg. ZHcssGuLdk., N. F. 20. (G. F. XXX.) Bd. (1895), S. 1—192. 

Hennes, s. Codex dipl. ordin. Theut. 

Hermann, H., Verzeichnis der im Sächsischen Thüringen, d. h. den Sachsen-Ernestini- 
schen, Schwarzburgisc hen und Reußischen Landen, sowie den K. Preuß. Kreisen 
Schleusingcii und Schmalkaldcn bis zur Reformation vorhanden gewesenen Stifter, 
Klö.stcr und (Jrdenshäuscr. ZThürGuA. 8 (lt.71). S. 1—176. 

Herquet, Urkundenbuch der Stadt Mühlhausen. Halle 1874 = GQuProvSachsen 3. 



Druckw.rkc. XIII 

Herquet, Karl, Kristan von Mühllmusen, Bischof von Samland (1276 — 1295). 

Halle 1874. 
Herquet, Karl, Nachträge zur Geschichte des Bischofs Kristan von Samland. In: 

Altpr. Monatshefte, Bd. XII, S. 5G5— 576. 
Herquet, Karl, Zur Preußischen Bisthumsgeschichte des 13. Jahrhunderts. In: 

Altpr. Monatshefte, Bd. XIII, H. 7u.8; Bd. XV, S.312ff.; ßd.XVI, 8.553—557. 
Jb. Adler = Jahrbuch der k. k. heraldischen Gesellschaft Adler. 16/17, N. F. 2, 

N. F. 4, s. Mirbach-Harff. 
Jb., Bremer = Bremisches Jahrbuch. Hrsg. v. d. Abteilung des Künstlervereins 

für Brem. Gesch. u. Altertliümer. 2. Bd. Bremen 1866. s. Schumacher, H. A. 
Jbb. Erfurt = Jahrbücher der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Erfurt, 

N. F. 14 s. Tettau. 
Jber. Hohenleuben = Jahresberichte des geschichts- und altertumsforschenden 

Vereins zu Hohenleuben: 38/39 s. Reitzenstein ; 47/49 s. Alberti, DRO. 
Kehr, Paul, Urkundenbuch des Hochstifts Merseburg. In: GQuProvSachsen 36, 

1. Bd. Halle a./S. 1899. 
Keyser, F., Die kirchenrechtliche Stellung der Deutschordensgemeinden. In: Altpr. 

Forschungen, 1925, Heft 1, S. 15—38. 
Koch, Adolf, Hermann v. Salza, Meister des Deutschen Ordens (f 1239). Ein biogr. 

Versuch. Leipzig 1885. 
Kreyssig, G. Christoph, Beiträge zur Historie derer Sachs. Lande, Bd. I, S. 426 

—457; Bd. IV, S. 144 ff. 
Leitzmann, J., Die BaUey Thüringen. In: N. Mittl. d. Thür .-Sachs. GV., IV, 1840, 

H. 4, S. 113/36. 
Ludewig, J. P. v., Reliquiae manuscriptorum omnis aevi diplomatum ac monumen- 

torum ineditorum adhuc, Tom. I u. V, Francof. 1720 u. 1723. 
Martin, J. E. A., Urkundenbuch der Stadt Jena und ihrer geistlichen Anstalten. 

1. Bd. (1182—1405). Jena 1888. In: ThürGQu. 6, 1. 
Millauer, Maximilian, Der DRO. in Böhmen. Ein Beitrag zur Reichs- und Kirchen- 
geschichte Böhmens. Prag 1832. 
Mirbach-Harff, Ernst Graf von, Beiträge zur Personalgeschichte des DO. In: 

Jb. Adler XVI/XVII (1889/90), S. 1—40. 
Mirbach-Harff, Ernst Graf von, Zur Personalgeschichte des DO. In: Jb. Adler, 

N. F. II (Wien 1892), S. 174 ff. 
Mirbach-Harff, Ernst Graf von, Beiträge zur Geschichte des DO. In: Jb. Adler, 

..N.F. IV (Wien 1897), S. 207—227. 
MIÖG. = Mitteilungen des österreichischen Instituts für Geschichtsforschung 29, 

s. Grumblat. 
Mittl. AVLeisnig = Mitteilungen des Geschichts- und Altertums- Vereins zu Leisnig 

im Königreich Sachsen. IV. s. Gabelentz. 
Mittl. d. Osterlandes = Mitteilungen der Geschichts- und Altertumsforschenden 

Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg. 3. s. Wagner, Fr. 
Mittl.AVPlauen = Mitteiliuigen des Altertumsvereins zu Plauen i. V. 
1 — 5 s. Müller, Joh., 

7 s. Vogel, Jul., 
19, 20 s. Bönhoff. 
Mitzschke, Paul, Urkundenbuch von Stadt und Kloster Bürgel. I. Teil (1133 — 1454). 

In: Thür.-sächs. GeschichtsbibUothek, 3. Bd. Gotha 1895. 
Mitzschke, Paul, Nachweisungen über die vormaUgen geistlichen Körperschaften 

und Wallfahrtsorte in Stadt und Flur Weimar. A. Deutschordenshaus. In: 

Weimarer Landeszeitung Deutschland, 1910, Nr. 218 (10. Aug.), Nr. 219 (11. Aug.). 
Monatshefte, Altpr. = Altpreußische Monatshefte. 12, 13, 15 u. 16 s. Herquet, 

Karl. 
Monumenta Egrana, s. Gradl, Heinrich. 
Mueller, A., Die Wüstungen im I. und II. Verwaltungsbezirke des Großherzogtums 

Sachsen- Weimar. In: ZThürGuA., 27. Bd. (1908), S. 200—274. 
Müller, Joh., Urkunden und Urkundenauszüge zur Geschichte Plauens und des 

Vogtlandes. In: Mittl.AVPlauen, Bd. 1—5 (1875—1885). 



XIV Druckwerke. 

Mülverstedt, G. A. v., Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis. Sammlung von 
Auszügen aus Urkunden und Annalisten zur Geschichte des Erzstifts imd Herzog- 
thums Magdeburg. 3 Teüe (—1305). Magdeburg 1876, 81, 86. 

Mülverstedt, G. A. v., Regesta Stolbergica. Quellensammlung zur Geschichte der 
Grafen zu Ötolberg im MA . . . Neu hrsg. Magdeburg 1885. 

Mülverstedt, G. A. v., Des Hochmeisters Dt. Ordens Burchard von Schwanden 
Herkunft und erste Laufbahn, sowie über einige seiner Zeitgenossen im Orden 
in Preußen und in Deutschland. In: ZHV. Reg.-Bez. Marienwerder, 44. Heft 
(1905), S. 1/20. 

Nathusius-Neinstedt, Heinrich v.. Die Deutschmeister vor 1232. Diss. phil. 
Marburg 1888. 

Oelsnitz, A. B. F. von der, Herkunft und Wappen der Hochmeister des Deutschen 
Ordens 1198 — 1525. = Einzelschriften der Historischen Kommission für ost- und 
westpreußische Landesforschung. I. Königsberg i. Pr. 1926. 

Overmann, Alfred, Urkundenbuch der Erfurter Stifter und Klöster. Teil I (706 
—1330). In: GQuProvSachsen, N. R. 5. Magdeburg 1926. 

Perlbach, Preuß. Reg. = Perlbach, Max, Preußische Regesten bis zum Ausgange 
des 13. Jahrhunderts. Königsberg i. Pr. 1876. 

Perlbach, Statuten, s. Statuten. 

Perlbach, Max, Preußisch-polnische Studien, 2 Bde., 1886. 

Pertuch, Chronicon = Pertuch, Justinus, Chronicon Portense, duobus libris 
distinctum, quorum prior continet veteris Portae fundationem, translationem, 
abbates, indulgentias, fratemitate s. . . , posterior novae Portae post repurgatam 
doctrinam. . . Leipzig 1612. 

Pettenegg = Pettenegg, Ed. Gaston Graf von, Die Urkunden des Deutsch-Orden- 
Zentralarchivs zu Wien in Regestenform hrsg., I. Bd. 1170 — 1809. Prag und 
Leipzig 1887. 

Pfau = Pfau, Clemens, Gmndriß der Chronik über das Kloster Zschillen. Mit Unter- 
suchungen über die vor- und frühgeschichtüche Zeit der Wechselbmger Gegend, 
sowie über das Gebiet des RochUtzer Gaues oder Zschillner Archidiakonats. Roch- 
htz i. Sa. 1909 = 5. Heft des Vereins für Rochlitzer Geschichte. 

Posse, PU. = Posse, Otto, Die Lehre von den Privatur Kunden. Leipzig 1887. 

Posse, SW. = Posse, Otto, Die Siegel der Wettiner und der Landgrafen von 
Thüringen .... hrsg. Leipzig 1888, 93. 

Posse, SWA. = Posse, Otto, Die Siegel des Adels der Wettiner Lande bis zum Jahre 
1500, hrsg. 5 Bde. Dresden 1906 ff. 

Posse, SKuK. = Posse, Otto, Die Siegel der deutschen Kaiser und Könige von 751 
—1806. Dresden 1909 ff., (I: 751—1347). 

Pr. ÜB. Pol. Abt. = s. Urkundenbuch, Preußisches. 

Prutz, Hans, Die geistlichen Ritterorden, ihre Stellung ziu kirchlichen, politi- 
schen, gesellschafthchen Entwicklung des MA. Berlin 1908. 

PublPreußSAen = Publikationen aus den Königlich preußischen Staatsarchiven, 
Bd. 3 u. 19 s. Wyß. 

Regesta Bohcmiae et Moraviae, s. Emier. 

Regesta Boica ed. Lang. 1822 ff. 

Regesta Stolbergica, s. Mülverstedt. 

Reg. EB. V. Mainz = Regesten der Erzbischöfe von Mainz von 1289 — 1396. Leipzig, 
Abt. I, bearb. v. Ernst Vogt, 1 Bd. 1289—1328. Leipzig 1913. 

Reg. Salza = Regesten des aus dem alten deutschen Herrenstande hervorgegangenen 
Geschlechts Salza. Leipzig 1853. 

Rein, Wilhelm, Thuringia sacra. Urkundenbuch, Geschichte und Beschreibung 
der thüringischen Klöster. 2 Bde. Weimar 1863, 65. 

Reitzenstein, Frhr. K. Ch. v., Vortrag über Unechtheit und Fälschung einiger 
wichtiger voigtländischen Urkunden. In: 38./39. Jbr. Holioiilcubcn (l.S(i8), S. 3/32. 

Reitzenstein, Frhr. K. Ch. v., Regesten der Grafen von Orlamündc. Bayreuth 1871. 

Rosenfeld, FeUx, Urkundenbuch des Ilochstifts Naumburg. Teil I (967—1207). 
In: GQuProvSachsen, N. R. 1. Magdeburg 1925. 



Druckwerke. XV 

Sagittarius, Kaspar, Saalfeldische Historien, I. A. d. Stadt Saalfeld a. S. zum ersten 

Male herausgegeben v. Ernst Devrient. Saalfeld a. S. 1904. 
Schmidt, Reußen = Schmidt, Berthold, Die Reussen. Genealogie des Gesamt- 
hauses Reuß älterer luul jüngerer Linie, sowie der ausgestorbenen Vogtslinien zu 

Weida, Gera und Plauen und der Burggrafen zu Meißen aus dem Hause Plauen. 

Schleiz 1903. 
Schmidt, Geschichte = Schmidt, Berthold, Geschichte des Reußenlandes, 2 Bde. 

Gera-Reuß 1923, 1927. 
Schmidt, Berthold, Urkimdenbuch der Vögte von Weida, Gera und Plauen I. Jena 

1885 = ThiirGQu. 5, 1. 
Schmidt, Berthold, Geschichte des Klosters Cronschwitz. ZThürGuA. 16, S. Hl 

—172. 
Schneider, Friedrich, und Tille, Armin, Einführung in die Thüringische Ge- 
schichte. Jena 1931. 
Schreiber, Ottomar, Die Personal- und Amtsdaten der Hochmeister des Deutschen 

Ritterordens von seiner Gründung bis zum Jahre 1526. In: Oberland. Gbll. 15 

(1913), S. 616/762. 
Schultes, Ludwig Aug., Directorium diplomaticum oder chronologisch geordnete 

Auszüge von sämtlichen über die Geschichte Obersachsens vorhandenen Urkunden, 

2 Bde. Altenburg 1820. Rudolstadt 1825. 
(Schumacher, C. W.), Vermischte Nachrichten und Anmerkungen zur Erläuterung 

und Ergänzung der Sächsischen, besonders aber der Eisenachischen Geschichte, 

1.— 6. Samml. Eisenach 1766—72. 
Schumacher, H. A., Die Deutschherren-Kommende in Bremen. In: Bremer Jb. II, 

184/244. 
Scriptores rerum Prussicarum, (oder) Die Geschichtsschreiber der Preußischen 

Vorzeit bis zum Untergange der Ordensherrschaft, hrsg. v. Theodor Hiisch. Max 

Toppen, Ernst Strehlke, 5 Bde. Leipzig 1861—74. 
Sommerlad, Bernhard, Die Bibliotheken des DO. in seinen deutschen Balleien. In: 

Zentralbl. f. BibUothekswesen, Jg. 47 (1930), S. 6/12. 
Sommerlad, Bernhard, Der Deutsche Orden in Thüringen. In: Forschungen zur 

Thür.-sächs. Gesch., H. 10 Halle a. S. 1931. Davon der 1. Teil als Dissertation 

u. d. T.: 
Sommerlad, Bernhard, Die DeutschordensbaUei Thüringen von ihrer Gründung 

bis zum Ausgang des 15. Jahrhunderts. Diss. phil. Halle a. S. 1930; auch in: 

ZThürSächsGuK., Bd. XIX, S. 1—79. 
Statuten des deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften. Hrsg. v. M. Perl- 
bach. HaUe 1890. 
Strehlke, Tabulae = Tabulae ordinis Theutonici. Ex tabularii regii Berolinensis 

codice potissimum ed. Ernestus Strehlke. Berolini 1869. 
Tettau, W. J. A. Frhr. von. Geschichtliche Darstellung des Gebietes der Stadt Erfurt 

und der Besitzungen der dortigen Stiftungen = Jbb. Erfurt, N. F. XIV. 

Erfurt 1886. 
ThiirGQu = Thüringische Geschichtsquellen: 

5,1 = Schmidt, Berthold, ÜB. d. Vögte, 
6,1 = Martin, J. E. A. 
Truöl, Kurt, Die Herren von Colditz und ihre Herrschaft. Diss. phil. Leipzig 1914. 
Tümmler, Hans, Die Geschichte der Grafen von Gleichen von ihrem Ursprung bis 

zum Verkauf des Eichsfeldes ca. 1100—1294. Neustadt-Orla 1929. 
Urkunden, mitgeteilt und beglaubigt von dem Freiherm von Reitzenstein in München. 

Variscia 5, S. 153 ff. 
Urkundenbuch, Preußisches, Polit. Abt. 1, 1 (—1257) von Philippi und Wölk I, 2 

(1257—1309) , August Seraphim. Königsberg i. Pr. 1882, 1909. 
V. L., Ritterbrüder des Deutschen Ordens aus dem Hause der Grafen von Weimar- 

Orlamünde und der Burggrafen von Kirchberg und Kommende Zwätzen. In: 

Blätter f. Unterhaltung und Belehrung, mit Beiträgen zur Heimatkunde. Beilage 

zur Jenaischen Zeitung, Nr. 102, Sonntag, den 15. Sept. 1912. 



XVI Druckwerke. 

Variscia, Mitteilungen aus dem Arclüve des Voigtländischen Alterthumsforschenden 
Vereins, hrsg. von Friedrich Alberti, Greiz, Bd. 6 s. Urkunden. 

Vogel, Julius, Gescliichte des Deutschen Ordenshauses zu Plauen i. V. In: Mittl. 
AV.Plauen 7 (lb89), S. 35—67. 

Vogel = Vogel, Julius, Das DOHaus in Plauen. Festschrift zum 30jährigen Be- 
stehen d. AV.Plauen 1903. 

Voigt, Gesch. Preußens = Voigt, Johannes, Geschichte Preußens von den ältesten 
Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens. Bd. 1 — 9. 
Königsberg 1827 — 1839. 

Voigt, Namen-Cod. = Voigt, Johannes, Namen-Codex der Deutsehen Ordens- 
Beamten, Hochmeister, Landmeister .... in Preußen. Königsberg i. Pr. 1843. 

Voigt, Johannes, Die Deutsche Ordensbailei Thüringen. In: ZThürGuA. 1, S. 91 — 129. 

Voigt, Johannes, Urkunden zur Geschichte der Deutschen Ordensbailei Thüringen. 
In: ZThürGuA. 3, S. 313—334. 

Voigt, DRO. = Voigt, Johannes, Geschichte des Deutschen Ritterordens in seinen 
12 BaUeien. 2 Bde. Berün 1857, 59. 

Voigt, Johannes, Gesclüchte der Bailei des DO. in Böhmen. In: Denkschriften der 
pliil.-hist. Kl. d. k. k. Akademie der Wiss., 12. Bd., S. 87—146. Wien 1862. 

Völkel = Völkel, A. F., Geschichte des DRO. im Vogtlande. Plauen 1888. 

Wagner, Friedrich, Die wüsten Fluren in dem Herzogtum Altenburg. In: Mittl. 
d. Osterlandes III, S. 209—290. 

Wagner, Christian, Chronik der Stadt Saalfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen. 
Saalfeld 1864, fortges. v. Ludwig Grobe. Saalfeld 18G7. 

de Wal, Histoire = [deWal], Histoire de l'ordre Teutonique. Par un chevaüer de 
l'ordre. Paris et Reims 1784/90, Tom. 1—8. 

de Wal, Recherches = [de Wal], Recherches sur l'anciemie Constitution de l'ordre 
teutonique. Par l'auteur de riüstoire de l'ordre teutonique. 2 Bde. Mergentheim 1807. 

Wegele, Franz X., Friedrich der Freidige, Markgraf von Meißen, Landgraf von 
Thüringen und die Wettiner seiner Zeit (1247 — 1325). Ein Beitrag zur Geschichte 
des Deutschen Reiches und der wettinischen Länder. Nördüngen 1870. 

Winkelmann, Ed., Acta imperii incdita. 2. Bd. Innsbruck 1885. 

Wolf = Wolf, Rudolf, Das DOHaus St. Kunigunde bei Halle a. S. von seiner Ent- 
stehung bis zu seiner Aufhebung (1200 — 1511), unter besonderer Berücksichtigung 
seiner rechtUchen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Diss. Halle 1915 = Forsch, 
zur Thür.-sächs.G., 7. Heft. Haue 1915. 

Wolff , G. A. B., Chronik des Klosters Pforta nach urkundhchen Nachrichten. 2 Bde. 
Leipzig 1843 und 1846. 

Wyß, Arthur, Hessisches Urkundenbuch. 1. Abt. Urkundenbuch der Deutschordens- 
ballei Hessen. 1. Bd. (—1299), 2. Bd. (1300—1359). In: PublPreußSAen, Bd. 3 
und 19. Leipzig 1879, 84. 

Zentralbl. f. Bibliothekswesen 47, s. Sommerlad, B. 

ZHVReg.Bez. Marienwerder = Zeitschrift des Historischen Vereins für den Re- 
gierungsbezirk Marienwerder. Heft 44, s. Mülverstedt. 

ZHessGuLdke. = Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde, N. F. 20 
(GF. XXX), s. lleldmann, Karl. 

ZThürGuA. = Zeitschrift für Thüringische Gescliichte und Altertumskunde: 
1 s. Voigt, Jobs., DO.Ballei Thür., 

3 s. Aue, Funkhänel, Urkunden, 

4 s. Funkhänel, Leitzmann, 
8 s. Herrmann, 

16 s. Schmidt, Berth., Cronschwitz, 
N. F. 12 (=20) s. Devrient, Gleißberg, 
21 s. Armbrust, Dobenecker, 

26 (N. F. 18) s. Gnimblat, 

27 (N. F. 19) 8. Devrient, Gotha, — Müller, A., 
27 u. 29 8. Cäramerer. 



ülricus magister Teutonici hospitalis^} ist Zeuge in der Urkunde, durch 
die Landgraf Hermann von Thüringen den Vertrag zwischen Kaiser 
Heinrich VI. und dem Kloster Pforte über Wenzendorf bestätigt. {Vor 
ihm sind Zeugen: Widekindus abbas in Valle sancti Georgii, Leo 
cantor ibidem, Eckehardus scriptor, nach ihm: Bruno sacerdos, 
comes Guntherus et duo filii eins Guntherus et Heinricus, Heinricus 
de Heiderungin, Udelscalcus de Vizenbure, Heinricus marscalcus 
et tres fratres eius, Herdeginus, Hermannus de Tundorph.) Acta 
sunt hec anno ab incarnacione domini m'^c^xc^v", indictione xiiii^. 
Data Eckehardesberch. Eckartsberga, 1195 [nach Okt. 27]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. WS; Perg. Urk. m. verletztem Siegel an 

roten Seidenfäden. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 982 m. weiteren Hinweisen. 
Lit.: Rud. Wolf, Das Deutsch- Ordenshaus S. Kunigunde b. Halle a. S, (= Wolf) 

S. 6, Anm. 5. 
Bemerk.: Datum: s. Dobenecker a. a. 0. — Schrift: s. Posse, PU. S. 19 (Por- 

tenser Hand). 



1) Dieser Ulrich ist nicht genau festzulegen. Ein Irrtum im Datum ist nicht nachzu^ 
weisen. Es ist fraglich, ob wir in dem Ulrich den ersten Verwalter des deutschen Hosjntals 
in Halle sehen können. Nach meiner Ansicht ist das ausgeschlossen, da das Hospital 
in Halle 1200 erst im Bau begriffen ist, also sicher 1195 noch keine Ansiedlung in 
Halle war. Wir müssen nach der Bezeichnung magister Teutonici hospitalis atmehmen, 
daß es sich hier um den Vorsteher des deutschen Hospitals in Akkon handelt, der 
vielleicht zur Werbung des neuen Kreuzzugsheeres in Deutschland weilte (vgl. Voigt, 
Geschichte Preußens, Bd. II, S. 52 f.). Denn in diesen Jahren ist in Akkon kein 
DOMeister nachzuweisen. Während noch 1192 magister Gerardus genannt wird 
(Strehlke 26), werden 1193 f. die Schenkungen Henrico hospitalis Alemamiorum in 
Accon priori et omnibus fratribus ibidem (Strehlke 29 f.) und 1196 fratri Herrico 
domus hospitalis Alemanorum in Accon preceptori et eiusdem domus fratribus et 
infirmis (Strehlke 32) gemacht. 

2. Ludolf, Erzbischof von Magdeburg, schenkt mit Einwilligung seiner 
Geistlichen, des Burggrafen Gebhard [IV. von Querfurt] von Magdeburg 
und der Bürger von Halle dem DO. einen Platz, im Westen von Halle 
an der steinernen Brücke gelegen, zum Aufbau eines schon begonnenen 
Armenhospitals. 1200. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV. A. 64, Bl. 149^-b (A.). 

Auf sehr. : Littera donacionis unius aree aut curie iuxta pontem lapideum 
in Hallis. 
Abschr.: SA. Magdeburg. Kap. 398, Bl. 32^ (K.). 

Ueberschr.: Copia donacionis aree iuxta pontem lapideum. 
Reg.: Ebendas., Rep. U. 4a. Neuwerk, No. 37, S. 77. 
Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 1 



2 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 114. — Reg.: Dobenecker II, 1179 mit weiteren 
Hinweisen, außerdem Hennes I, S. 5; — Johnsen, Domus hosp. S. Marie Theuton. 
lerus., S. 1; — 8. ferner Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), S. 3. — Reg.: 
Dreyhaupt I, S. 828, No. 1. 

Lit.: Hertzberg, Gesch. d. Stadt Halle I, S. 94; — von Schultze-GalUra, Gesch. d. Stadt 
Halle. Das mittelaüerliche Halle, 1. Bd., S. 317; — Wolf, S. 619; — ZThürGuA 1, 
S. 94; — Schuttes, Dir. dipl. II, 21. A; — ZHV. Würtb. Franken II (1852), 
S. 17; — Alberti, DOSchleiz, S. 6 f. und Schleiz, S. 8; — Anderson, Griefstedt, 
S, 18; — ZThürGuA. 20 (N.F. 12), S. 167; — Deelemann, S. 51; — Drey- 
haupt I, S. 831; — Niemeyer, Kirchen- u. Reform.-Gesch., S. 4; — Pfau, S. 90; 
— Völkel, S. 10; — Vogel, DOPlauen, S. 36. 

Bemerk.: Gf. Mirbach bemerkt in d. hs. Reg. d. DOZA. Wien: „Die Abdrücke der 
Urkunden bei Ludewig machen auf mich keinen besonders zuverlässigen Ein- 
druck." — Das ist nicht richtig, L. druckt ziemlich genau nach K. ab. — Literatur 
über die Geschichte des DOHauses S. Kunigunde bei Halle s. GQuPrSachsen 
N. R. 10, 114. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Ludolfus^) dei gracia sancte 
Magdeburgensis ecelesie archiepiscopus. Ea, que speciem continent pie- 
tatis et ad consolacionem pauperum Christi pertinere noscuntur, solidum 
habere ^) convenit fundamentum et pro f irmitate debita optinenda muniri 
autenticis instmmentis, Deinde^) notum facimus omnibus presentibus 
et futuris, quod fratres de hospitali Theutunico in partibus transmarinis <=) 
area quadam ab occidentali parte civitatis Hallensis iuxta pontem lapi- 
deuni sita, ad hospitale pauperum, quod ibi iniciatum est^), opus habentes, 
hanc sibi dari ^) humihter petiverunt. Quomm desiderium pro deo favora- 
bihter intuentes et racionabile reputantes eandem eis aream de consensu 
cleri nostri perpetuo iure donavimus Gevehardi ^) ^) burchravii et burgen- 
sium de Hallo*) consensu et beneplacito concorditer accedente. Que 
donacio, ne possit^) ab aliquo futuris temporibus irritari vel in ques- 
tionem venire, presenti hanc pagine sub bulla nostra iussimus inscribi, 
auctoritate dei omnipotentis et nostra decernentes, ratam et firmam 
haberi adhibitis testibus, quorum nomina sunt hec: Heinricus maior 
decanus, Komarus prepositus Seburgensis ^), Gevehardus ^), castellanus; 
Burchardus comes de Mansvelt"), Fridericus de Hackenborne, Erin- 
i'ridus dapifer, Wernerus marscalcus, Bertrammus, Cunradus Grecus, 
lohannes scultetus, Hertwicus, Erewinus, Fredericus, Albertus, AVas- 
modus, lordanis, Theodericus, burgenses^) de Hallo; Hermannus, 
loannes filius Brunonis, Ulricus advocatus, Heinricus Thume, Heinricus 
Sommer^vunne, Cunradus de Kirchstede, Heydenricus filius Dhagmari, 

Hermannus Guzeke. Actum anno dominice incarnacionis millesimo cc. 

Anm£.rk.: Es sind hier nur die hauptsächlichsten Abweichungen angegeben; sonst 
s. GQuPrSachsen N. R. 10, 114. 

a) K.: convenit habere. b) K.: proinde. c) A.: transmarinas. d) K.: 

dare. e) A.: Gever-, f) A.: Halle. g) A.: posset. h) A.: Merseburgensis ; 

es ist wohl mit K. Seburgensis zu lesen, obwohl weder hier noch dort um diese Zeit ein 
Propst Romarus nachzuweisen ist. i) K.: Manßvelt; L.: Manszvelt. k) K.: 

vurgenses und danach L. 

1) Ludolf, EB. V. Magdeburg 1192—1205. — 2) Mit dem Bau des Hospitales war 
also schon begonnen worden. — 3) Gebhard IV. v. Querfurt, Burggraf von Magdeburg. 



Urkundenbuch der DeutschordensbaUei Thüringen. 3 

a) Volrad, Bischof von Halberstadt, verleiht dem Landkornitir von Thüringen und dem 
DOH. S. Kuniguiide bei Halle das Patronatsrecht über die Pfarrkirche zu Zscherben. 

Halberstadt, 1202 Sept. 20. 

Bemerk.: Die Vrk: gehört nach 12[9J2 Sept. 17, s. Urk. Nn. 528. 

3. Hermann fl.J, Landgraf von Thüringen, bestätigt, daß die Brüder 
des Marienhospitals zu Jerusalem [DOH aus bei Halle] 3^ Hufen 
zu Gräfendorf bei Schafstedt für 50 Marie gekauft haben. 

1203 [Jan./Febr.]. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 38 a- (K.). 

Ueberschr.: Copia super tres mansos et dimidio in Grevindorff. 
Reg.: Ebendas. Rep. U. 4^. Neuwerk, No. 37, S. 80, No. 7. 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 120. — s. ferner Reg.: Dobenecker II, 1245 mit 
weiteren Hinweisen; — außerdem Druck u. Lit.: Alberti, DOSchleiz, S. 7; — Wall, 
S. 11; — Falkenstein, Thür. Chron. 2, 2, S. 1345 (z. J. 1208); — Mittl. Hohen- 
leuben, 47.149. Jg. (1878), S. 3. 

Bemerk.: Zum Datum: s. GQuPrSachsen N. R. 10, 120. Daß die Ausstellung 
d. Vrk. schon in den Jan./Febr. fällt und somit die Konkurrente stimmt, gewinnt 
an Wahrscheinlichkeit, weil B. Ludolf v. Worms, der staufische Kandidat für den 
Mainzer Erzstuhl, schon im März im Auftrage König Philipps gegen Erfurt 
zieht, dessen Einwohner Hermann kurz vorher zum Gehorsam gegen Siegfried, den 
von den Weifen unterstützten EB. v. Mainz, gezwungen hatte. Wenn dann Papst 
Innozens III. am 11. April d. J. den Landgrafen auf dessen Bitte in Schutz nimmt 
(Dobenecker II, 1240), so zeigt dies deutlich, daß Hermann schon auf Seiten des 
Weifen steht, dem er allerdings erst auf dem Hoftage in Merseburg am 24. Aug. 
1203 erneut huldigt (Dobenecker II, 1245^), nachdem er schon im JunijJuli im 
Kampfe gegen Philipp gestanden hatte. So möchte ich die Richtigkeit der Kon- 
kurrente nicht bezweifeln und die Abfassung der Urkunde in den J an. j Febr. ver- 
legen. Vgl. ZThürGuA. N. F. 20, S. 10 ff. 

Hermannus dei gracia Thuringie lantgravius et Saxonie comes 
palatinus imperpetuum. Universitatem fidelium Christi nosse cupimus, 
quod fratres hospitalis beate dei genitricis et virginis Marie in Iherusalem 
tres mansos et dimidium in Grevindorf apud Scliaffstede a ministerialibus 
nostris Hartmundo et Hermanno fratribus de oppido Grevindorf apud 
aquani, que Geizle dicitur, sito consensu nostro, mei videlicet et uxoris 
mee, heredum quoque nostrorum quinquaginta marcis^) suo cenobio 
coemerunt, consensu eciam Hebnburgis, uxoris prefati nostri ministerialis 
Hermanni, heredumque suorum Hartmundi et Hermanni eoneorditer 
accedente. Quia vero huiusmodi facta, si testimonio careant, ex tempo- 
rum antiquitate plerunique in irritum ducuntur, nos sinistris occurrentes 
emersionibus hoc factum, ut ratum inconvulsumque permaneat orisque 
inposterum adimatur retractacio, sigilli nostri auctoritate communivimus 
testesque idoneos, qui subscripti sunt, adhibere decrevimus: Theoderi- 
cum marchionem in Misne, Ekardum Goslarie prepositum, Henricum 
[et]^) Guntherum fratres, comites in Swarczburgk, Meinherum in Msne 
burcgravium, Albertum in Droize, Henricum Novi castri burgravium, 
Heinricum de Heiderungin et filios eins, Vredischalcum in Wirczin- 
burgk'^), Hugoldum comitem in Buch, Manegoldum de Rode et filios 
eins, Albertum de Wiphere, Ulricum burcgravium in Witin, Goswinum 



4 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

in Wa[n]gin<^), Guntherum^) dapiferum nostrum, Henricum^) mar- 
schalcum, Kunemundum in Ekardisliven «), Ottonem in Crebezinvelt, 
Goswinum [in] Sa[ngershusen] *), Albertum, Annonem, Fridericum in 
Muchele, Erinfridum ^) advocatum et Burckardum fratrem eins et 
alios quam plures. Anno ab incarnacione domini m"cc"iii°, concurrente i°, 
indietione vi^, regnante Philippe Romanorum rege, Ludolfo Magde- 
burgensi archiepiscopo, Conrado Halberstadensi episeopo. 

a) K.: marcas. b) ergänzt. c) riach Dobenecher: UbenfcalE §U S^i^enburg 

(vgl. Dobenecker, II, Reg.). d) Wa[n]gen nach Dobenecher. e) nach Schuttes, 

Dipl. II, 421 soll eine Kop. (welche.^): Eckardisberg haben; so ist die Abkürzung 
nicht aufzulösen. Gemeint ist aber fraglos Kunemund von Eckartsberga. f ) K. : Gos- 

winum Samersleben. Auch hier liegt eine flüchtige Abkürzung des Abschreibers vor, da 
es sich nur um den landgräflichen Ministerialen Ooswin v. Sangerhausen handeln kann. 

1) V. Schlotheim. 2) Es steht nicht fest, zu welchem Geschlecht Heinrich ge- 

hört: Eckartsberga, Ebersburg oder Sondershausen. 3) v. Neuenburg. 

4. Albrecht [II.], Erzbischof von Magdeburg, schenkt dem DOEaus 
S. Kunigunde bei Halle eine Insel. [1206 — 1232]. 

Aus: ürk. No. 89 v. 1244 [vor Dez. 24]. 

Reg.: GQuPrSachsen, N.R. 10, 215. 

Lit.: Wolf, S. 22 f. 

Bemerk.: Das Datum ist nach den Regierungsjahren EB. Albrechts angesetzt. — 

Eine Verwechslung mit EB. Ludolf liegt nicht vor. Wilbrand bezeichnet Albrecht 

als seinen Bruder. Daß beide Halbbrüder waren, ist nachgewiesen Magdeb. 

Gbll. 5, S. 21 — 67; s. a. 45, S. 110 — 232. Es handelt sich also tatsächlich um eine 

Schenkung EB. Albrechts. Die Urk. ist nicht erhalten. 

5. Friedrich [II.], Römischer König und König von Sizilien, schenkt dem 
Deutschen Orden das Hospital im, Altenburg zu ewigem Besitz. 

Eger 121[4] Juni 2. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 182; Perg. Urk. m. an braungelben 
Schnüren hängendem,, etwas beschädigtem Siegel Friedrichs II. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 129^—130 (A.). 

üeberschr.: Littera donacionis lignorum, qua fratres deducere possunt 
singulis ebdomadibus tres currus bene oneratos tum sub condicione 
sicud potebit. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. V (a. Rd. 9) (31.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 13^—14^ (K.^). 

Üeberschr.: Wie A. (nur possint). 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. V, S. 203, No. 93 (z. J. 1213). 

Druck: Hennes II, 3. — Reg.: Dobenecker II, 1586 mit weiteren Hinweisen; femer 

Böhmer-Ficker V, 732; — Philippi, Zur Geschichte der Reichskanzlei unter den 

letzten Stau fern (1885), S. 70, No. 732; — ZHVWürtb. Franken II (1857), S. 24; 

— ZThürOuA. I, S. 96, XXVI (N.F. 18), S. 326(28; — Mittl. Hohenleuben, 
47.149. Jg. (1878), S. 3 f.; — Völkel, S. 11; — Alberti, DOSchleiz, S. 7; — Vogel, 
DOPlauen, S. 36; — Pfau, S. 90; — Deehmann, S. 51; — Arnstadt, Vargula, 
S. 45 (nennt den Landgrafen Ludwig v. Thüringen als Schenker). 

Bemerk.: Ueber nachträgliche Einfügungen vgl. Philippi, a. a.O., S. 70, No. 732. 

— Datum: Die Regierungszeiten und die Indiktion ergeben das Jahr 1214, ebenso 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 5 

stimmen auch die Zeugen mit den in anderen auf dem Hoftag zu Eger ausgefertigten 
Urkunden überein. — lieber den Schreiber: ebenda, S. 20, Anm. 4. — Besiegelt 
ist die Urkunde jedenfalls erst mit Urk. No. 8 v. 1216 Sept. 23 zusammen, da das 
zweite Königssiegel (also nach 1215 Juli) angehängt ist. Das Siegel selber s. Posse, 
Siegel der deutschen Kaiser und Könige I, S. 19, Tfl. 28, 1. 
Anmerk.: Urkunden, die damit in den Rechtsbesitz des DOHauses Altenburg über- 
gegangen sind: 

a) Udo 1), Bischof von Naumburg, weiht die Kirche von Altkirchen (Aldenkirkin) wieder ein. 

Zeugen: Bertoldus Nuenbiirgensis prepositus, Tidericus deeanus, Heinricus 

magister et in Plisna archidiaconus, in quarta scilicet dedicacione Timo Cicensis 

prepositus, Bermarus magister, Tidericus custos; laiei: Thimo villicus, Germarus; 

ministeriales: Hisinhardus, Witilo, Martinus, Wolcwinus, Bernhardus. 

Actum in Cice a venerabili Utone sancte Nuenburgensis ecclesie episcopo anno 
ab incarnacione domini millesimo co.x.l, indictione iiia, anno ordinacionis do- 
mini episcopi xv«. Zeitz 1140. 

Hdschr.: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 52; Perg. Urk., sehr schlecht erhalten, 
mit dem auf der Rückseite aufgedrückten gut erhaltenen Siegel des Ausstellers, 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 20^—21^ (m. Dat. 12..). 

Ueberschr.: Eyne bestetigunge der pharre zcu Aldenkirchin von dem 
byschoffe van Nwmburg. 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 1, 152; — Vgl. dazu Dobenecker I, 1409. 



1) Udo, B. V. Naumburg 1125—1148. 

h) Friedrich (I.), Römischer Kaiser, bekennt: quod nos . . . curtem nostram in 
Aldemburg, que Vorewerc dicitur, cum agris et pascuis et omnibus attinenciis 
suis ad instituendum hospitale tradidimus et eandem curtem simul et aream cum 
edificiis suis, quam Obricus scriptor noster ad lumrnaria dedit, . . . eidem hospitali 
confirmamus et . , . proliibemus, nequis advocatus sive alia iudicii secularis 
persona iusticias . . . faciat, sed fratres, quibus cura hospitalis commissa fuerit, 
libere disponant omnia et ordinent .... 

Zeugen: Martinus Misnensis episcopus, consecrator capelle eiusdem hospitalis, 
Otto marchio Misnensis, Theodricus marchio de Lusiz, Dedo comes, Fredericus 
de Groiz, Hugo de Warta, Thymmo de Coldiz, Albertus de Turz. 

Datum Erpisfurdie dominice incamacionis mo c° lxxxio, indictione xv, idus 
Decembris. Erfurt 1181 Dez. 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 82; Perg. Urk., schadhaft in den Brüchen, 
Siegel von rotbrauner Seidenschnur abgefallen (0.). 
Aufschr.: Altenburg. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 129 (A.). 

Ueberschr.: Littera institucionis eiusdem hospitalis et confirmacionis 
cum aliquibus bonis. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3. No. 1 (31.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 13^. 

Ueberschr.: Wie A. 
Uebers.: Ebendas., Kop. 1945, Bl. 9^, 13^— b. 
Druck u. Lit.: s. Dobenecker II, 609. 

Bemerk.: Die Urk., da bei M. vorhanden, lag im DOArch. zu Zwätzen. — M. ver- 
zeichnet cum sigillo Friderici dei gracia Romanorum imperatoris; bei Anfertigung 
der Regesten fehlte es schon. 

c) Friedrich (L), Römischer Kaiser, bekennt: . . . quod nos hospitale situm in Altim- 
burc cum omnibus bonis suis . . . auctore deo iusto possessionis tytulo habendis 

nominatim vero cum im mansis in AltjTubxirc et quatuor aliis mansis in villa 



ß ürkundenbucli der Deutschordensballei Thüringen. 

Nenewiz cum attinenciis, quos nos eidem loco libere contulimus, et cum area 
quadam, quam sitam in Altjonburc Ulricus clericus noster ei contulit, in nostre 
protectionis defensionem suscipimus und hängen unser Siegel an. Wer sich gegen 
diesen Brief vergeht, hat als maiestatis reus x libras auri pro pena 2M zahlen. 

Zeugest: Wicmannus Magdeburgensis archiepiscopus, Udo Cycensis episcopus, 
Martinus Misnensis episcopus, Otto marchio Misnensis, Theodericus marchio de 
Lusiz, comes Dedo, Heinricus burcravius de Altimburc, Hugo de Wartha, Tiemo 
de Coldiz, Fridericus de Groyx. ^ „ „ 

Acta sunt hec apud Altimburc anno domini m. c. lxxx. in, indictione i, viii 
kalendas Februarii. Altenburg, 1183 Jan. 25. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 86; Perg. Urk., in den Brüchen etwas 
beschädigt, mit Siegel an braunen Seidenschnüren. 
Auf sehr.: Das das hospital zcu Aldenburch alleyne dem reych unstehet 
zcu beschützen. 
Abschr.: USA. Dresden, Abt. XIV, A. 64. Bl. 129 (A.). 

Ueberschr.: Littera de VIII mansis cum una curia apropriat(is) hospitaU 
in Aldenburg. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 14^—15^ (K^). 
Ueberschr.: Wie A. 
Druck: s. Dobenecker II, 646 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Fridericus dei gracia Romanorum imperator augustus ist nachgetragen. 
D. Urk. macht durch die gewollte Altertümelei (Altymburc, Altimburc, Cynnen- 
berc u. a.) den Eindruck einer Fälschung. Dies wird durch das Siegel bestätigt. 
An und für sich ist es echt. Doch wurde es von einer echten Urk. abgelöst, indem 
der Rücken, wie noch ganz deutlich zu sehen ist, abgelöst worden ist und später 
dann wieder aufgeklebt wurde. Es kommt ferner hinzu, daß A. kein Datum hai. — 
Siegel: s. Posse, SKuK. S. 17, Tfl. 22, 1. 

d) Albert, AU von Bosau, übergibt auf Bitten König Heinrichs [VI.] dem Hospital in 
AUcnburg die Güter in Bossen, über die er sich mit Gerhard von Kobiiz und dessen 
Mutter Mechtild verglichen hat. 1191 [vor Apr. 14]. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 36^, b (K^). 
Ueberschr.: Confirmacio super bonis in Lossen. 

Bemerk.: Zum Datum: Die Urk. ist vor der Kaiserkrönung Heinrichs VI. am 
14. April 1191 ausgestellt, da es in ihr noch heißt: peticione domini nostri Heinrici 
Serenissimi Romanorum regis augusti; vgl. die Bestätigung des Bischofs Bertold II. 
V. Naumburg (1186 — 1206) in der folgenden Urkunde e). 

In noraine sancte trinitatis. Albertus dei gracia Burgelis ^) abbas omnibus Christi 
fidelibus etpresentibus et futuris inperpetuum. Presenti manu scripto nostri imprcssione 
sigiUi firmato significamus, qualiter nos predium quoddam in Vlossone sitimi a Ger- 
harde de Nwbodicz b) et matre eins Mechthilde consentientibus eorura heredibus pecunia 
data comparavimus, quod tum predium cum omni utilitate cxccpta provinciali decima 
peticione domini nostri Heinrici scrcnissimi l{omanorum regis augusti hospitali 
in Aldenborg recepta dumtaxat ab eis pecunia contulimus fratribus et dominis 
nostris et prefato Gerhardo et matri eins et eorum heredibus Fckardo vidolicet, Theo- 
derico de Stümicz et Lubrando de Nwbodicz assensum prebentibus. Ut igitur factum 
nostrum in futuro illesum permaneat, domini nostri Bartoldi reverendi sancte Nwn- 
burgensis ecclesie episcopi peticione nostra privilegio dato id ipsum roboravit auctoritas, 
scripto ((uoque nostro factum nostrorum subscripsit numerositas. Testium nomina: 
Ci)nnradus et Rudolf fus prodecessores, Heinricus ])rior, Lanfridus, Bertaldus, Gisel- 
h[erjus, Wychardus, Ffredericus, Baldynus, Ffredericus, Ericus, Gunderus, Helbertus, 
Albertus, lohannes, Bcmhardus, Hermannus dyaconus, Hinsenricus, S>Tneon, Rcj-n- 
hardus, subdyaconi, liartleybus, Hermannus, Bartoldus. Actum anno domini mclxxxxi, 
anno domini Alberti abbatis ii. 

a) A'i; verschrieben für Buzaugensis. b) A'^- Nobitz. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 7 

e) Berthold [II. J, Bischof von Naumburg, bestätigt einen Verkauf des Abtes Albert von 
Bosau über Güter in Lossen (possessiones, quas emerant in Wloz[n]e a Mechtilde 
de Steinne et filio eius Gerharde) an das St. Johannishospital in Altenburg. 

[1191 vor Apr. 14]. 

Hdschr.: Orig.: USA. Dresden, Orig. No. 94; Perg. Urk., bes. im reckten Längs- 
bruch durch Hader stark beschädigt u. auf Leinen aufgezogen; Siegelreste u. Presset 
noch vorhanden. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 199, No. 99. 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 1, 368 (Rosenfeld), vgl. Dobenecker II, 880 (m. Dat. 
[v. 1191 Apr. 15] ). 

Bemerk.: Zum Datum s. Dobenecker u. Rosenfeld. Aus der vorhergehenden No. d) 
geht hervor, daß auch diese Urkunde 1191 ausgestellt sein muß; dadurch wird 
die zeitliche Ansetzung von Dobenecker und Rosenfeld bestätigt. Vielleicht ist die 
Urk. gleichzeitig mit d. Urk. Dobenecker II, 863 ausgestellt. Dann müßte das 
Datum lauten 1191 [zwischen März 21 und April 14]. 

f) Heinrich VI., Römischer Kaiser, bekennt, daß er hospitale in Altimburc, quod 
Serenissimus pater noster Fridericus . . . instituit, mit allen seinen Gütern und 
denen, die es largicione vel empcione iuste obtinuerit nominatim vero cum quatuor 
mansis in Altimburc et tribus aliis mansis in villa Nenewiz cum pertinenciis suis, 
quos mansos predictus pater noster eidem hospitali libere contuJit, et cum area 
quadam sita in Altimburc, quam fidelis noster Ukicus clericus ei tradidit in 
specialem serenitatis nostre protectionem suscipimus. Ad hec . . . predictum 
hospitale necesse habet . . . adiuvari, imperiali benignitate ecclesiam in Alden- 
kirchen et capeUas in terminis parochie eiusdem ecclesie sitas cum villa Nubodin 
. . . contradimus et . . . confirmamus. Wer irgoid etwas von den Gütern des 
Hospitals sich anzueignen sucht, muß 10 libras auri zur Strafe zahlen. . . . 

Zeugen: Heinricus Pragensis episcopus, RudoKus Verdensis episcopus, Bertoldus 
Nuwenburgensis episcopus, Eberhardus Merseburgensis episcopus, Lonfrancus 
Pergamensis episcopus, Cunradus dux Swevorum, Luipoldus dux Austrie, Albertus 
marchio Misnensis, Cunradus marchio de Landesberc, Sifridus comes de Orla- 
munde, Albertus comes de Bogen, Rupertus de Durne, Cuno de Minzenberc, Tiemo 
de Choldicz et alii quam pliu"es. ... o o o o _ , , 

Acta sunt hec anno dominice incamacionis m. c. xc ii., indictione decima, 
regnante ^) domino Henrico sexto iraperatore gloriosissimo anno regni eius xxiii, 
imperii ii. Ego Cunradus Moguntine sedis archiepiscopus et tocius Germanie 
archicancellarius recognovi. Datum apud Altimburc per manus Sigeloi imperialis 
aule prothonotarii. xii kalendas Decembrisa). Altenburg, 1192 Nov. 20. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 99; Perg. Urk. mit Siegel an rotbraunen 
Seidenfäden (0^). 

Auf sehr.: Aldinburgk confirmacio. 
Abschr.: Ebendas., Orig. No. 100; Perg. Urk., in den Brüchen etwas verfallen, 
ohne jedes Zeichen von Besiegelung (0'^). 

Auf sehr.: Super ecclesiam in Aldenkirchen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 129 (A.). 

Ueberschr.: Littera de qor mansis in Aldenburg et Ulis mansis in Nen- 
wlcz et de dotacione ecclesie in Aldenkirchen ad hospitalem predictam. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. III^ (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 7öa— b (K^). 
Druck u. Lit.: s. Dobenecker II. 914 mit weiteren Angaben; — ferner: Hennes I, S. IV. 
Bemerk.: „ad usus fratrum" nachträglich von anderer Hand u. schwärz. Tinte; 
eine andere Lesart hat M.: ad usus pauperes. — Siegel: s. Posse, Siegel d. 
dt. Kaiser u. Könige I, S. 17, Tfl. 23, 2; vgl. Heffner IV, 38. — Nicht 2 Orig., 
sondern 1 Orig. u. 1 Transsumpt d. XIV. Jhts. 

a) K^ fehlt: regnante d. H. — Decembris. 



8 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

g) Heinrich VI., Römischer Kaiser, hat hospitale in Altimburc in specialem maiestatis 
nostre protectionem aufgenommen cum universis bonis et possessionibus, die sie 
iesitzen oder besitzen werden, besonders conf irmamus eidem hospitali quatuor mansos 
in Aldimburc, tres curtes in Foro Novo, parrochiam in Altinkirchen cum capellis 
suis et terminis et villa Nubodin, que est dos ecclesie, allodium quoque in Lozna, 
quod Gerardi de Nubodicz quondam extitit, cum omnibus pertinenciis suis . . . 
confirmamus . . ., concedimus quoque eidem, ut siquis über vel ministerialis 
de prediis suis vel beneficiis ei conferre voluerit libera nostra concessione id fa- 
ciendi habeat facultatem. Statuimus itaque, ut nullus eiusdem hospitalis advo- 
catus existat nisi nos et successores nostri Romani solii rectores et ut ulli cenobio 
subiaceat, sed liberum penitus et ab omni gravamine securum nostre tuicionis 
patrocinio permaneat et consistat. 

Zeugen: Luitoldus Magdeburgensis archielectus, Sigelous prothonotarius, Cun- 
radus prepositus Goslarie, Cunradus dux Swevorum, Albertus comes de Wer- 
ningerode, Walterus de Arnesteine, Rupertus de Durne, Cuno de Minzenberc, 
Henricus marscalcus de Callendin. Datum apud Alstede, xviiii. kalendarura 
lanuarii. Allstedt, [1192] Dez. 14. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 103; Perg. Urk. mit Siegel an rotbrauner 
Seidenschnur (0.). 

Aufschr.: Confirmacio super Lozne. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 129^ (A.). 

Ueberschr. : Littera conf irmacionis de illior mansis in Aldenburg cum aliquibus 
bonis in Novo Foro cum ecclesia in Aldenkirchen ad eundem hospitale. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. III^ (a. Bd. 10) (31.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 15^—^ (K^). 
Ueberschr.: Wie A. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 917 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Datum: Jahr fehlt Orig., vgl. Toeche, Heinrich VI., S. 238 u. 552 f. — 
Siegel nicht so gut erhalten wie bei f) (1192 Nov. 20); vgl. dort Hinweise. 

C^) In nomine sancte et individue trinitatis. Fridericus divina 
faventc clcmencia Romanorum rex semper augiistus et rex Sicilie. Eterne 
retribucionis premia profecto meretur acciperc, qui militibus Christi 
per temporalia stipendia manu larga curaverit subvenire. Inde est, quod 
nos advertentes honestatem domus sancte Marie domus videlicet hospitalis 
Teuthonicorum in transmarinis partibus considerantes quoque devo- 
cionem et probitatem fratrum in eadem domo sul) domino militancium, 
ut per largitatis nostre beneficia diebus nostris et in rebus et in personis 
memorata domus amplius possit proficere, in Signum futurorum Ijene- 
ficiorum, que domino dante in posterum ipsi donuii deliberavimus nos 
collaturos ad postulacionem et benignum assensum subscriptorum prin- 
cipum de mera liberalitate nostra contulimus et in perpetuam proprie- 
tatem donavimus sepe dicto hospitali sancte Marie donuim hospitalem 
pauperum in civitate nostra apud Aldenburc sitam cum rebus et per- 
sonis et universis eins pertinenciis, ita tamen ut sicut hactenus consuctum 
est, ita quoque de cetero observetur in eadem domo receptacuhim j)au- 
perum et ini'irmorum et siquid inibi residuum i'uerit post expensas pau- 
perum deductas ad usum fratrum hospitalis Teuthonicorum in trans- 
marinis partibus domino famulancium deducatur. Concedimus quoque 
et confirmamus ])r('dicte domui omnes possessiones. quas ei vel ministeriales 
impcrii scu quicunique fideles imperii de proprictatibus suis pro salute 
sua vel ]);ir('iitiini siiorum contulerint. Statuentes et regia auctoritate 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 9 

districtc precipicntcs, ut nulli unqiiam persone alte vel humili, ecclesi- 
astice vel secciilari licituni sit huic confirmacioni seu concessioni nostre 
aliqiio iniprobitatis ausii obviare. Quod qui facere presumpserit in sue 
presunipcionis penam mille libras auri examinati componat, quamm 
niedietas fisco nostro, reliqua vero medietas passis iniuriam persolvatur. 
Ad ciiius rei certani inposterum evidenciam presentem paginam conscribi 
iussimus et maiestatis nostre bulla consignari. Testes huius rei sunt: Al- 
bertus Maideburgensis archiepiscopus, Otto Erbipolensis episcopus, Engel- 
hardus Nuenburgensis episcopus, Odakanis rex Boemie, Hermannus lan- 
gravius Thuringie, Diderieus marehio Missenensis, comes Adolfus de Scho- 
wenburc, comes Albertus de Everstein, comes Fridericus de Bichelingen, 
comes Heinricus de Svarzburc, Albertus de Drozk, Heinricus de Kamburc, 
Heinricus de Widah et frater suus, Albertus burggravius de Aldenburc, 
Heinricus et Eberhardus de Milin, Heinricus de Krimaschowe et alii 

quam plures. Acta sunt autem hec anno domini m. cc. xiir., regnante 
domino Friderico Romanorum rege augusto et rege Sycilie glorioso, 

anno regni eins Romani ii., regni vero Sycilie xvii. Ego Cünradus 
Spirensis et Metensis episcopus, imperialis aule cancellarius vice domini 
Sifridi Maguntine sedis archiepiscopi et tocius Germanie archicancellarii 
recognovi. Signum domini Friderici Romanorum regis semper augusti 

et regis Sicilie. Datum apud Egram im lunii, indictione ii. 

a) fehlt bei Huillard-Brdholles. 

6. Fnedrich IL, Römischer König, iestätigt dem DO. alle Güter des Ärmen- 
liospitals zu Altenburg. Eger, 12[14] Juni 3. 

Hdschr.: Uebers.: SA. Altenburg, Kop. d. XVI. Jhts. L. A. XIII. C. 3 (G.). 
Abschr.: Reg.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 9 (mit Datum: MCCXVI, III 

nonas lunii, indictione II). 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. X, S. 73, No. 39 (z. J. 1216). 

Druck: Mittl. d. Osterland. II (1845148); — vgl. ferner DobenecJcer II, 1587. 

Lit.: ZHV. Würtemb. Franken II, S. 24; — Otto, Gesch. v. Weißenfels, S. 220; — 
ZThürGuA. N. F. 20, 8. 36, 39. 

Bemerk.: Das Datum in G. ist verschrieben. Es fehlt ein X. — Zum Datum vgl. 
Urk. No. 5 V. 121[4] Juni 2. — Ein Original hat sich nicht gefunden. Ebenso 
fehlen die Verleihungsurkunden Kaiser Heinrichs. In den genannten Dörfern ist 
erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts Besitz des DOHauses Altenburg 
nachzuweisen. Es fehlen aber die Rechte in Altkirchen, bes. das Patronat, 
die Hufen in Lossen und die öfter genannten Hufen in Nenewitz (s. vorige Urk. 
m. d. Anmerk.). Arenga und der Schluß des Textes stimmen fast völlig mit der 
vorhergehenden Urkunde überein. Dort werden nur allgemein die Güter u. a., die 
zum Hospital gehören, diesem mit überwiesen. Da kein Original vorhanden ist, 
ist die Echtheitsfrage schwer zu klären. Ich halte diese Urkunde mindestens für 
stark verdächtig. 

In dem namen der heyligen dreifaldikeit. Fridrich der ander, von 
gotlicher gnade romischer konigk, zu allen geczeitten mherer des reichs 
unnd konig zu Sicilien. Der vordienet die belohnung ewiger wederleung, 



JQ Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

der damff vorsorgeth ist mit dem zceitlichen gut, den ritteren Christi 
mildiklich zu hilfe kommen und sie in ehren gerechtikeiten zu beschüczen. 
Hirumb sindt dem male wir das haws der herberge der armen in unser 
Stadt bey Aldenburg, von seliger gedechtnisse hern Henrich, etwan 
romischer keyser, unserm vatter, gestifft den geistlichen brudern des 
spitals sanct Marien von Iherusalem der teuczschen in grosser vor- 
merkunge irer erlikeit unnd gotliches lebens, die do alßo getrawe vor- 
fechter des glawbens, kempffer Christi unsers hern nicht vorschonen 
sich und ire guther kegen seczen den feinden in unuberwintliche beschucz- 
unge durch bethe unnd volkommen willen der hiernach geschrieben 
fursten gegeben haben nach laut unser brieffe doruber gemacht, haben 
mr auch erkanth dieselben bruder mit sonderlichen freyheten zu zciren 
uff das sie unnd ire guther in stillikeit des frides ewiglich pleiben. Hirumb 
nemen wir das genante haws zu Aldenburg unnd seyne bruder mit sampt 
allen ehren gutern webeghch unnd unweghch, die sie kegenwertiglichen 
haben oder die sye, wan got gibt von milder gäbe seliger menschen 
oder kauffs halben mit rechte erlangen unnd nemelich zwey unnd 
funffczigk huffen doselbst bey Aldenburg gelegen, dye w mit unser 
eygen kost haben lassen erbeitten unnd ander funff huffen zu Steynewicz 
mit ohren zugehorungen unnd auch den hie nochgeschrieben dorffern, 
alßo Mokkran, Baticz, Trebancz mit iren ertrichen, gebrucht oder un- 
gebrucht velden, wesen, weyden, bechen, wassern unnd wasserleufften, 
fischereyen, holczern, puschen, bewmen, wegen unnd Stegen, zcinscn, 
renthen unnd gerichten unnd allen andern unnd iczlichen rechten, dem 
genanten hause unnd brudern zugehörig und auch den hoff, den Ulrich 
Clerike gegeben hat, der do gehet von der Stadt mauwTen hinder der 
capellen sanct lohans bis an die gemeyne Straße, in unser sonderliche 
beschermunge. Wir vorleihen auch den genanten brudern zu eren ge- 
brauchunge, das sie in unsern forsten bey Aldenburgk in iczlicher wochen 
drey geladen wagen holczis nemen mögen. Dornoch verleihen wh" unnd 
bestetigen demselbigen hause alle besiczunge, die im dis reichs dinstman 
oder ein iczelicher selber von seynen eygen guthern durch sein ader 
seyner eidern selikeit gegeben haben; ob auch eyniger des reiches dinstman 
ader sunst ein ander, was wesens der were den genannten brüdorn ichtes 
von seynen legenden guthern geben wolde, das hat er in gebrauchung 
unser macht vollkommen gewählt zu thüen. Wir vorbiethen auch von 
khoniglicher gewalt, das kcyn voidt ader ander person wertlichs gerichts 
adder keynerley Schätzung den genanten brudern und ohren guthern 
uff legen unnd seczen von derselbigen gewalt hertiglichen gebietende, 
das keynerley person hoch ader nydrick, geistlich ader wertlich umnier 
zcemelich sey, dieser unser bestetigung unnd vorleyhung mit eynicherley 
unfromclichen torstikeit wederig zu sein, were aber sich des vormesse 
zu thune, der sali zu eyner pena seyner torstikeit iuiiuh-rt pfund lotigs 
goldis uff legen unnd die selbigen sollen halbp unser kluimnier unnd 
die andere helfl'te den, die vor unrecht sein, beczalt werden. Unnd das 
alle vorgenante stukke ewiglich vheste bleyben, haben wir diesen brieff 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 11 

heisscn schreiben unnd mit unser maiestadt sigill bevhesten. Das sindt 
geczuge : Alberieht erczbischoff zu Meidebürgk, Otto bischof f zu Wircz- 
burg, Engelhart bisehoff zu Nuwenburg, Ottagorus khonig zu Behemen, 
Herniannus landtgraffe zu Dhoringen, Dieterich marggi'affe zu Meissen, 
Adolf von Schauenburgk, graffe Alberieht von Ewerstein, grave Friderich 
von Beichling, graffe Heinrich von Schwarczpurgk, Alberieht von 
Drewsig, Heinrich von Kamburg, Heinrich von Wyda unnd sein bruder, 
Alberieht, burckgraffe zue Aldenburgk, Heinrich unnd Eberhart von 
Milen unnd Heinrich von Crimschaw. Geben bey Eger noch gottis geburt 
M. cc[x]iii, III nonas lunii, indicione ii. 

7. Kaiser Friedrich II. schenkt dem Deutschen Orden in Thüringen ein 
Gehölz oder Waldchen hei Tambach, „Girn" genannt. 

Eger 121[4] Juni 5. 

Hdschr.: angebliches Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 183; Perg. Urk. mit stark 
beschädigtem Siegel an Seidenfäden. 

Auf sehr.: Super silvam prope villam Thonbach vulgariter neyl . . . geher. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. 2. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 43, Bl. 111 b. 

Druck: Huillard- Breholles, Eist. Dipl. Friderici IL, Bd. 1, 301. — Eeg.: Doben- 
ecker II, 1588 mit weiteren Einweisen; — ferner: Philippi, Zur Gesch. d. Reichs- 
kanzlei unter den letzten Staufern, S. 71, No. 734; — ZEV. Württemb. 
Franken II, S. 24; — ZThürGuA. 1, S. 96; — Völkel, S. 11; — Arnstadt, 
Vargula, S. 45. 

Bemerk.: Echtheit: Die Urk. ist unecht; Empfängerhand, Nägelstädter Duktus, 
Schrift wohl aus der 2. Hälfte des 13. Jhts., vgl. Posse, PU. S. 3, 41, 43; nach 
Philippi, a. a. 0.: „Fälschung, wohl aus dem 15. Jahrh.'\- Grumblat dagegen 
weist in eingehender Untersuchung in ZThürGuA. XXVI (N.F. 18), S. 307 ff. 
nach, daß die Fälschungen zu denen des Landkomturs Eberhard Eoitz gehören. 
— Siegel: rot, sehr stark beschädigt, an braunen Seidenfäden, liegt lose auf seiner 
Unterlage, s. Posse, Siegel d. dt. Kaiser u. Könige I, iS. 19, Tfl. 28, 1. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Amen. Ffridericus secundus 
divina favente clemencia Romanorum rex semper augustus et Sicilie 
rex. Etsi ad universos quos Romanum ambit Imperium nostre liberali- 
tatis dexteram extendere debeamus. lUos tarnen pociori favore amplec- 
timur et intimiori prosequimur caritatis affectu, qui in defensione Chri- 
stiani nominis personas et res exponere non formidant. Ideo universis 
constare volumus, quod nos ob spem vite eterne quoddam lignetum 
sive silvulam prope villam Thanbach situatam, vulgariter der Geher 
nuncupatam, quam nobihs Rudolf fus pincerna de Fariola^) fidelis noster 
iure feodali possedit a nobis et in manus nostras resignatam dedimus 
provinciali et fratribus hospitalis sancte Marie lerosolimitane Theutoni- 
coruni in Thuringia proprietatis titulo perpetuo possidendam. Et ut 
hec donacio perpetue firmitatis robur obtineat, presentem litteram fieri 
et bulla maiestatis nostre iussimus insigniri. Huius rei testes sunt: 
Albertus Magdeburgensis archiepiscopus, Engelhardus episcopus Nuem- 
burgensis, Ottakarus rex Boheraie, Theodericus marchio Misnensis, 
comes Adolffus de Schauwinburgk, Godefridus comes de Spanheim, 



]^2 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Gunthems comes in Kevernbergk, Ffridericus comes de Bychelingin, 
Rudolffus de Alrestete^), Ludewicus de Wangenheim et alii quam plures. 
Datum apud Egram anno incarnacionis m^cgOxiii, nonas'') lunii, regnorum 
nostrorum Romani secundo, Sicilie vero xvii". 

a) H.-Br. u. Hennes: Altestete. b) H.-Br.: nonis. 



1) Rudolf Schenk von Vargula. 

a) Nach Ldmmer, Entimrf einer urkundlichen Geschichte des gesammten Voigtlandes 

Bd. II, S. 347, der vielleicht auf einem Manuskripte von Gottfried Heutebrück über 

die Geschichte der Stadt Plauen (verloren ?) fußt, sollen zuerst die Grafen von Eherstein 

im Jahre 1214 den DO. in Plauen amässig gemacht haben. 1214. 

Bemerk.: Irgendeine urkundliche oder alte chronikalische Nachricht darüber hat 

sich nicht gefunden. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, da erst 10 Jahre später 

die ersten beglaubigten Nachrichten über das Vorhandensein des Ordens in Plauen 

einsetzen: s. Urk. No. 26. 

8. Kaiser Friedrich IL schenkt dem Deutschen Orden [in Ältenhurg] 
Reichslehngüter in Neneicitz und Cebekur, die Albert, Burggraf von 
Ältenhurg, und Thimo, Edler zu Rasephas, ihm zu diesem Zwecke 
aufgelassen haben. Altenburg, 1216 Sept. 23. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 202; Perg. Urk., in den Brüchen teilweise 
stark beschädigt, mit abgefallenem Siegel an braunen Seidenfäden (0.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 130 (A.). 

Ueberschr.: Aldenburg super bona in Nenewytz et Teebecur. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. VI. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1925, Bl. 14^—^ (K^). 

Ueberschr.: Littera donacionis et confirmacionis de bonis in Nenewicz 
et Cebecur. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, No. 77. 
Druck: s. Dobenecker II, 1690 mit weiteren Hinweisen; — ferner: Böhmer, S. 88, 
No. 183; — Philippi, Zur Geschichte der Reichskanzlei unter den letzten Staufern, 
8. 73. 
Bemerk.: Die Datierung zeigt etwas andere Tinte, vgl. Philippi, a. a. 0. — Die Ur- 
kunde ist echt, so auch Huillard- Breholles I, 482: Praeter singularem redaetionis 
formam, nuUam gravem suspicionis causam deprehendimus. — Schrift der 
kaiserl. Kanzlei s. Posse, PU. S. 39. Die Schriftzüge sind flüchtiger, es fehlt 
die Linierung sowie das Signum Friedrichs II. 

In nomine sancte et individue trinitatis, Fridericus secundus dei 
gracia Romanorum rex et semper augustus et rex Sicilie. Ad nostre 
administracionis spectare recognopcinuis exhibicionem, quod singula 
nostre donacionis statuta ad onineni dubietatis scrup[u]lum^) tollendum 
littenirum nostrarum attestacione et bulle regalis ai)})ensione coninuinire 
tcneniiir et conlirniare. Igitur innotescere volumus et constare presentis 
et liitiiri tcniporis omniuni honiinum nacioiii, quod Albertus biwcgravius 
in Aldcnliurc et Thimo nobilis in Rosewaz universa bona in Nenewiz et 
in Cebecur, que de manu maiestatis imperialis ipsi iure feodali tenuerunt, 
nobis libera et absoluta resignaverunt ea tarnen indusa pactione, ut 
eadem bona cum omnibus suis attinenciis Theutonico hospitali sancte 
Marie in Jerusalem in proprietatis et elemosinarum perpetuitate don[ar]e- 



ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 13 

mus^). Nos autem videntes fratres hospitalis memorati plenam confiden- 
ciam de munificcncia nostre sublimitatis habere, attendentes eciam 
viros generöse eondicionis et religiöse conversacionis ad huius hospitalis 
reg[u]lare^) professionell! de universis christianitatis partibus turmatim 
convolare ad hospitalis pluries repetiti et ad eius fratrum nunc et in 
evuni ibidem domino faniulancium supplendam inopiam bona sepius 
dicta cum omnibus suis proventibus, iusticiis et racionibus eidem ho- 
spitali et predictis fratribus vultu letabundo secundum modum preno- 
tatum contulimus. Cuius rei perhennem memoriam relinquere posteris 
soUiciti presentem paginam conscribi fecimus imprcssione bulle nostre 
signatam statuentes et edicto regio firmiter precipientes, ne umquam 
aliqua persona ecclesiastica vel secularis, plebeia vel prelustris audeat 
hanc nostram collacionem seu confirmacionem infringere vel aliquatenus 
temerare. Quod siquis facere presumat, pena mille librarum auri puri 
puniatur, quarum medietas fisco nostro, reliqua vero passis iniuriam 
persolvatur, Huius rei testes sunt: Albertus Magdeburgensis archi- 
episcopus, Ekehardus Merseburgensis episcopus, Adolfus comes de 
Scowenburc, Thidericus marchio Misnensis et Orientis, Guntherus comes 
in Keverinberc, Fridericus comes de Bichelingin, Ludolfus de Alrestete, 
Ludewicus de Wanginheim. Datum apud Aldenburc, anno dominice 

o o o 

incarnacionis m. cc. xvi, nono kalendas Oktobris, indictione v. 

a) 0: scruplum. b) [ ] Riß in 0. c) 0: reglare. 

9. Fneclrich [IL], Römischer König und König von Sizilien, läßt sein 
Siegel an die Ürk. No. 5 von 121[4J Juni 2 hängen. 

[1216 Sept. 23]. 

Bemerk.: Zum Datum s. Urk. No. 5 v. 121[4] Juni 2. 

10. B[urchardus] [VI.]^) Magdeburgensis burgravius schenkt als Vor- 
mund seiner Vettern [Burchards V. und Gebhards V.] puerorum in 
Quermvorde von den Reichsgütern octo mansos et areas et alia 
attinencia in Rideburch^), que iure beneficii quidam Philippus 
ab ipsis pueris habuit, beate dei genitrici Marie et fratribus ad 
hospitale Theutunice domus lerosolimitanum [S. Kunigunde in 
Halle] zum Seelenheil seines Oheims rogantibus et consilium prebenti- 
bus amicis puerorum episcopo fratri Conrado in Sichem, comiti 
Sifrido in Blanckenberg, comiti Friderico in Bichelingen, comiti 
Burchardo in Mansvelt, domino Theoderico de Trebach. Wenn 
aber die herangewachsenen Knaben diese Schenkung nicht anerkennen 
sollten, verspricht er dafür andere Güter sive de hereditate mea, sive 
de bonis imperii, ubi ipsis pueris utile et commodum fuerit, zu 
geben. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Dominus Theodericus de Trebach, Heinricus Dens de 
Uphusen, Heinricus Rufus de Reveningen, Heinricus de Sman, 



24 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Heinricus de Amulungesdorph, Theodericus de Schovesse. Lam- 
bertus de Vruminestede. 
Acta sunt hec anno dominiee inearnacionis m°. cc°. xvi". 1216. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 149^ (A.). 
Ueberschr.: Copia super octo mansos et areas in Rideburch. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 35a— b (e.). 
Ueberschr.: Wie A. 
Druck: GQuPrSacJisen N. R. 10, 151. — Eeg.: Dobenecker II, 1706 m. weiteren 
Hinweisen, dazu QQuPr Sachsen 20, S. 406; — Magdeb. Gbll. 6, S. 51, 52 ff.; — 
ZHV. Würtemb. Franken II, S. 27. 



1) K. hat versehentlich H. geschrieben, danach ist der Fehler in alle Drucke überge- 
gangen. Der richtige Name ergibt sich schon aus Urk. No. 12 v. 1217 Mai 12. Vgl. auch 
dazu GQuPrSachsen, N. R. 10, 156. — 2) Die Annahme Dobeneckers, daß hier Ritte- 
burg so. V. Artern im Kreise Sangerhausen gemeint sei, läßt sich nicht aufrechterhalten. 
Es ist der Ort Reideburg b. Halle, wo das DOHaus S. Kunigunde auch andere Be- 
sitzungen hatte, s. Wolf, Tab. II u. III. 

11. Eoyer [IL], Graf von Falkenstein, eignet dem Deutschen Hause [zu 
Altenburg] de bonis imperii vi mansos et dimidium, quos habuit 
Lengeveit, quibus erat infeodatus dominus Henrieus Genselin. 
Ex hiis fuit nuneius dominus G[ozwinus] de Sangerhusen et ipsi 
commissi sunt^). 

Zeugen: Comes Otto de Valkensten, dominus Bernhardus Mor, 
dominus C[onradus] de Helpede, dominus H. de Reinstede et cuncti 
burgenses de Valkensten i^). [1216—1227]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1624^; Perg. Urk., stark wasserfleckig, 
mit beschädigtem und ergänztem Siegel am Pressel. 
Auf sehr.: Super Wi mansus in Lengefelt. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 143^ (A.). 
Ueberschr.: Littera de \lf mansus in Lengefelt. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 7^ (K^J. 

Ueberschr.: Littera super Vif mansus in Lengeveit. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 459, No. 263. 
Druck: GQuPrSachsen 3, 71. — Reg.: Dobenecker II, 2479. 
Lit.: V. Ledebur, Grafen v. Valkenstein, S. 12. 
Bemerk.: Ueber Datum u. Urk. s. GQuPrSachsen 3, 71. 

a) Dobenecker: hat auch commissi sunt, wie auf Rasur. — Herquet in 
GQuPrSachsen 3 verb. commissum est (s. dort Anm. 1). b) A.: dominus Bern- 

hardus bis Valkensten fehlt, dafür et alii quam plures etc. 

12. Die Brüder Burchard (V.) und Gebhard (V.) von Querfurt schenken 
mit Zustimmung ihres Vetters und Vormundes, des Burggrafe^i 
Burchard [VI.] von Magdeburg dem DOHause [S. Kunigunde] 
in Halle zwei Wäldchen bei Horenberg und Zella. 1217 Mai 12. 

Hdschr.: Orig.: SA. Magdeburg, Rep. U. 4^, Halle, Hosp. S. Marien, No. 1 (0.). 
Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 149^ (A.). 

Ueberschr.: Littera donacionis lignorum propc Horenberg et iuxta Cellam. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 32^ (K.J. 

Ueberschr.: Copia super duas silvuias iuxta villam Horcnberch. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 15 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 159 (H.). — Reg.: Dobenecker II, 1742; — 

jerner Hennes I, 74; — GQuPrSachsen 20, S. 303, .Vo. 5 (Reg.). 
LH.: Wolf, S. 12; — ZThürGuA. 1, S. 94 f.; — Magdeb. Gbll. 6, 51. 
Bemerk.: Ueber die Abweichungen von A. u. K. von 0. s. H. 

Noverint oranes Christi fideles, ad quos presens pagina pervenerit, 
qiiod nos fratres Burchardus et Geveharclus in Querenforde ex consensu 
cognati nostri Burchardi in Megedeburhc burcrafii, qui nostram in Omni- 
bus propter annos pueriles gerit viceni, duas silvulas de proprietate 
nostra, quarum una est sita iuxta villam Horenberh, cui nomen Bychen- 
berh^), altera iuxta Cellani claustrum sanctimonialium omnibus notum, 
quas Heinricus Rufus ministerialis noster a nobis in feodo tenuit, ad 
hospitale pauperum, quod est in Hallo in ponte, in honore dei genetricis 
semperque virginis Marie constructum pro remedio anime patris nostri 
pie memorie Gevehardi et in remissionem peccatorum nostrorum nuUo 
contradicente unanimi consensu in proprietatem perpetuam donacione 
solempni dedimus. Et ne aliquis in posterum hanc donacionem presumat 
infringere, presentem cedulam sygillo predieti B[urchardi] fecimus 
roborari. Testes vero sunt: Christianus eiusdem loci devotus minister, 
Burchardus sepe dictus castelanus, Wichmannus marscalcus, Heinricus 
camerarius, Heinricus et Fridericus fratres Dens congnomiaati, Lambertus 
de Fromenstide, Heimicus de Scerenbeche, Daniel de Helbere, He- 
verardus de Ludelfestorpt. Acta sunt hec incarnacionis domini anno 
m". cco. xvii" in die sancti Pancracii. 



1) K. am Rand: Nota de duabus silvis. 

13. Dietrich, Markgraf von Meißen und der Lausitz, verleiht dem DO. 
[zu Altenburg] das Dorf Niprodeivitz, jetzt Hohendorf genannt, mit 
9 vlämischen Hufen und dem Walde. 1219 April 25. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 218; Perg. Urk., wasserfleckig, brüchig 

u. auf d. Rücken mit Papier größtenteils beklebt, m. stark beschäd. Siegel an 

brauner Schnur. 

Auf sehr. : (Hd. 2) Super villam Nyprodewycz nunc Hagenendorph dietam 
donatam fratribus domus Theutonice. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 1, No. 12 (gen.) (M.). 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 3, No. 262; — Dobenecker II, 1828. 
Lit.: E. Behr, Des DRO's Bailei Sachsen {= Progr. d. herzogt. Francisc). Zerbst 

1895, S. VII. 
Bemerk.: Siegel: Posse, SW. I, Tfl. 111,2. 

Theodericus dei gracia marchio Misnensis et Lusicensis. Quoniara 
quidem libertatem terre sancte, cui deservire deo propitio sumus insigniti, 
beneficio, quocunque valemus fovere tenemur, ad incrementa domus 
Theuthonicorum beate Marie virginis placet animum diligencius intendere, 
quam cottidie percipimus se pro domino scutum inexpugnabile hostibus 
opponere, Inde est, quod cunctorum noticie tarn presencium quam 
futurorum sciendum declaramus, quod domum iam dietam tanta über- 



^ß Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

tatis ab imperio gracia donatam esse cognovimus, ut quicquid prediorum 
vel beneficiorum a quoeunque principum imperiali gracia mediante 
sibi coUatum fuerit, libera proprietate perpetuo possideat. Est igitur in 
dicione nostra villa olim Niprodewitz, sed nunc Hagenendorpph dicta, sita 
in provincia D[om]uts^), quam ob remiss[ione]m^) nostrorum delictorum 
terreque sancte profectum, quam eciam iure feodali possidemus a regno, 
predicte domui Theuthonicorum cum omni conferimus integritate novem 
videlicet mansos mensure Flamingorum cum nemore adiacente, pascuis 
quoque cultis et incultis, ab antiquo prefate viDe pertinentibus, insuper 
quicquid proventuum, qui vulgo burchkorn dicuntur, nobis annuatim 
exinde cedebat filio nostro super his annuente quieta libertate perpetuo 
contradimus possidendum. Ut autem hec nostra donacio nullatenus 
unquam possit a quoquam infirmari, presentem paginam subscriptis 
testibus, qui huic intererant collacioni sigilli nostri fecimus munimine 
communiri. Testes huius rei sunt : Ekkehardus episcopus Merseburgensis, 
Fridericus comes de Brenen, burchgravius de Donin, Meinherus burch- 
gravius de Misne, Heinricus de Chorun, Bodo de Ilburch, Ekkehardus 
de Tucheren, Volradus de Landesberch, Heinricus de Veste, Okicus 
de Bach, Wernherus de Zpurne, Heinricus de Bocheim, Fridericus de 
Turgowe, Arnoldus de Gribene, qui hec ipsa bona a ^ nobis habuit in 
beneficio, sed fratribus de domo Theuthonicorum xviii marcis redi- 
mentibus ab eo nobis resignavit. Acta sunt hec anno dominice in- 
carnacionis m. cc. xix, vii. kalendas Maii. 

a) 0.: [] = Loch. 

a) Heinrich d. AelL, Sohn Heinrichs des Reichen, Voigt von Weida, Gera und Plauen, 
tritt in den DO. [Haus Altenburg ?J ein. [1219 — 24]. 

Lit.: Völkel, S. 77; — Alberti, DOSchleiz, S. 15 (z. J. 1220);— FDG. IX (1S69), 

S. 530 f. 
Bemerk.: Er starb am 9. Juli 1224 zu Altenbiesen und hinterließ einen unmündigen 

Sohn, der 1246 mit seinem Oheim, dem Landmeister in Preußen, dort kämpfte. — 

S. a. Urk. V. J. 1224 (No. 26). 

14. Erwerbung von Besitz in Zwätzen. Grümlung der Kommende. 

[vor 1221 Okt. 13]. 

Bemerk.: Eine Urkunde hat sich nicht gefunden. In Urk. No. 16 v. [1221 Okt. 13] 
werden zum erstenmal DOBrüder in Zwätzen unter den Zeugen genannt. Ob 
damals schon ein Tausch init Kloster Altenzelle stattgefunden, ob ein Kauf odtr 
eine Begabung, ist gleichfalls unbekannt. Meist wird nach Voigt (ZThürGuA. 1, 
S. 96 f.) der Erwerb der ersten Besitzungen in Zwätzen ins Jahr 1222 gelegt, so: 
Völkel, S. 12; Anderson, a. a. O., S. 11, Anm. 36; Deichmüller, a. a. 0., S. 167; 
Alberti, Schleiz, S. 8; ders., DOSchleiz, S. 7; Vogel, DOPlauen, S. 36; Mittl. 
Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), S. 4. Diese Annahme ist also jetzt zu berichtigen. 
Der DO. hatte sicher schon 1221 Besitz in Zwätzen. 

15. Ein Vergleich zmsehen Siegfried [IL], Erzbischof von Mainz, und 
den deutschen Brüdern über die Stellung der DOGcistUchen in der 
Mainzer Diözese. Erfurt, 1221 Okt. 13. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 17 

Hdschr.: Orig.: SA. Stuttgart, DOUrk. Hessen, No. 40; Perg. Urk., Schnur 
und Siegel fehlen. 

Auf sehr.: Abrenunciacio quarumdam indulgenciarum domini pape cum 
domino Maguntino facta magistro et fratribus. 
Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 38^—39^ (A^). 

Ueberschr.: Composicio inter domum Moguntinum et domum Theutoni- 
corum. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 40^ (A^). 

Ueberschr.: Indulta a sede Maguntine, quod fratres ordinis suis famulis, 
viatoribus vel tempore cessacionis clausis ianuis possunt celebrare, 
item omni anno semel tempore interdicti possunt cum solempnitate 
celebrare. 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 19S2 (m. Dat. Okt. 5, nach v. Nathusius, Die 
Deutschmeister vor 1232, S. 27 f., No. 2), mit weiteren Hinweisen; — ferner: 
GQuPrSachsen, N. R. 5, 175 (mit p. n. a. XI); — Vjschr. f. Wappen-, 
Siegel- u. Familienkunde, XLIX. Jg. (1921), S. 56, No. 38 (fehlerhaß); — 
ZThürGuA. 21, S. 368. 

Bemerk.: v. Nathusius hat nonas für idus gelesen und so das Datum mit Okt. 5 
falsch aufgelöst. Danach ist auch die Gegenurkunde No. 16 zu datieren. — A^ 
hat als Datum 1223 Okt. 5 und ein falsches Pontifikatsjahr (anno primo); beide 
Fehler beruhen offensichtlich auf einer Flüchtigkeit des Abschreibers. 

In nomine domini amen. Sifridus^) dei gracia sancte Maguntine 
sedis archiepiscopus universis Christi fidelibus in perpetuum. In noticiam 
universorum venire volumus, quod fratres domus Theutonice quibus- 
dam a domino papa sibi indultis gaudebant privilegiis adhoc^) autem, 
ut nobis plenius obligat[i]'') viderentur, quibusdam articulis a sede 
apostolica sibi indultis pro parte abrenunciaverunt in eo videlicet 
quod clericos in suis ecclesiis in nostra dioeesi ^) existentes nostre iuris- 
dicioni'^) submiserunt ita tamen^) quod, si suspensio divinorum pro 
neeessitate ecclesie Maguntine generaliter ^) indicta fuerit, ipsi sicut 
et alii raandatum nostrum observabunt, excepto eo solo, quod confratri- 
bus eisdem et eorum familie nee non eciam viatoribus et peregrinis ianuis 
clausis exclusa omni soUempnitate celebrabunt, preterea quicunque se 
conf raternitati s) vel oracionibus ipsorum'') commiserint ius nostrum 
in eosdem, ex eo non ledatur, habent eciam specialem indulgenciam, quod 
si generalis suspensio divinorum per provincias fuerit, indicta ipsi in 
qualibet ecclesia semel in anno pulsare celebrare verbum dei in sub- 
sidium terre sancte pronunciare permittuntur et hoc sibi volunt firmum 
permanere, quod et nos cum ipsis volumus observari. Insuper hoc in 
privilegiis a sede apostolica indultis habent, ne quis archidiaconorum eos 
aliquo mandato ') '') presumat onerare, hoc ipsuni apostolico non audentes 
contraire^) mandato in nostra dioeesi constitutis frrmiter precipimus 
observandum '). Ne vero in posterum quis huic ordinacioni nostre 
ausu temerario valeat contraire presentem paginam sigilli nostri 
appensione curavimus insignii*e. Huic ordinacioni aderant testes sub- 
scripti: Cunradus p[re]positus sancte Marie in Erford™), Guntherus 
decanus, Giselbertus cantor, Bertoldus de Rüdensdorff, Cunradus 
cellerarius, Ludewicus de Goda, Albertus de Meldingen''), Albero, Cun- 
radus archipresbiter, Heinricus de sancta Cruce, canonici eiusdem 

Thür, Gesch. Qu. X, N. F. VII. 2 



•Ig Urkrmdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ecclesie°), Ditmarus decanus, Ditmarus cantor, Lüdewicus et Lüdewicus, 
Helmboldus, canonici sancti SeveriP), Cunradus prepositus sancti Au- 
gustini, Arnoldus prepositus No\i Operis et plebani<3) Otto de sancto 
Yito, Ditericus de omnibus Sanctis^); hü laici: comes Lambertus de 
Glichen, Ditericus vicedominus de Rusteberg et Ditericus vicedominus 
de Appolde'), UWcus de Tullestete, Siboldus filius Güte^), Ditericus 
puer de Appolde, Ditericus de Buseleiben, Hartmannus de Güdingen, 
Ditericus frater suus, Gotscalcus Dives, Ditericus, fihus Bertradis, et 
alii quam plures. Datum Erfordie anno gracie m. cc. xxi, iii. idus 
Oetobris, pontificatus nostri anno xxi*). 

a) ^^: ad huc. b) A^: obligari. c) A^, A^ fehlt: in nostra diocesi. 

d) A^: iurisdictioni. e) A^, A'^ fehlt. f) A^, A^: per nos. g) A^: fra- 

temitati. h) J^ A^: eorum. i) A^: in a. m. k) A^: mandato — con- 

traire fehlt. 1) A^, A^: observari. m) A^: Conradus prepositus. 

n) A^: Meildingen. o) A'^, A^: c. sancte Marie in Erfordia. p) A^: Bene- 

dicti. q) ^^. ^''- parochiani. r) A^, A^: Ditericus et Dithericus vice- 

domini de Rusteberg et de Apolde. s) A^,A^: Siboldus Gute filius. t) A^: 

a. g. M^CCXXIII, idus Oetobris, p. n. a. primo. 

1) Siegfried II. (v. Eppenheim), EB. v. Mainz 1202—1230. — 2) Ueber die 
Erfurter Kanoniker vgl. QQuPrSachsen N. B. 5. Register. 

16. Hermann, Deutschmeister, verzichtet zugunsten des Erzhischofs von 
Mainz auf gewisse, dem DO. vom Papste gewahrte Privilegien und 
verspricht, ohne erzhischöfliche Genehmigung lieine Veränderung be- 
züglich der Kirche in Porstendorf vorzunehmen. [1221 Okt. 13]. 

Druck: Gudenus, Cod. dipl. anecdotorum, res Moguntinas etc., Tom. IV (1758), 
S. 871, No. 4 (danach hier). — Reg.: Dobenecker II, 1983 mit weiteren Hinweisen 
und Bemerkungen über Jahr und Aussteller; — Reg.: GQuPrSachsen N. R. 5, 
175, Anm. 1 u. N. R. 10, 172 (m. Dat. Okt. 5 nach Dobenecker). 

Lit.: ZThürGuA. 21, S. 367; — [de Wal], Recherches sur Vancienne Constitution 
de Vordre Teutonique (1807), 1, 391 ff. 

Bemerk.: Nach f de Wal], a. a. 0. lag die Urkunde im Mergentheimer Archiv. Es 
ist mir aber nicid gelungen festzustellen, wohin sie nach der Auflösung des Archives 
gekommen ist. — Zum Datum vgl. die vorhergehende Urkunde. 

Ego Hermannus^) ex hac parte maris ex mandato superioris magistri 
preceptor constitutus licet indignus universis in perpetuum. In noti- 
ciam universorum Christi fidelium venire desideramus, quod domus 
Teutonicorum in transmarinis partibus et fratres eiusdcm quibusdam 
gaudenius privilegiis nobis a sede apostolica indultis talibus videlicet, 
quod clerici nostri ordinis vel quos extra nostroruni ordinem in ecclesiis 
nostris institueremus, non dcbeant subiacere sentcncie alicuius episcopi 
quoad suspensionem divinorum vel eciam excommunicacionis. Preterea 
quicunque se confraternitati vel oracionibus nostris committere voluerint, 
a nullo cpiscoporum valeant exconimunicari vel aliorum, quorumlibet 
debcant iniqua exactione inquictari, insuper eciam adiccit nobis gra- 
ciam, quod si generalis suspensio ex parte cuiuscunque episcopi indicta 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 19 

fuerit, in qualibet ccclesia nostra nuUa exclusa sollempnitate uno die 
tantum infra spacium iinius anni, in subsidium predicte domus possimus 
divina celebrare officia. Ut autem graciam et benevolenciam domini 
nostri archicpiscopi Magiintini'), in cuius diocesi beneficiorum tarn 
ecclesiasticorum quam temporalium possessores sumus, devote captemus 
confratrum nostrorum usi consilio, ne ipsius videamur derogare auctori- 
tati, in eo iure nobis a sede apostolica tradito renunciamus videlicet, 
quod elericos nostros in sua diocesi constitutos sue iurisdictioni subi- 
cimus in eo videlicet, quod si suspensio divinorum in Maguntina diocesi 
promulgata fuerit, nostri clerici sicut et alii mandatum ipsius observabunt 
hoc tarnen excluso, quod ianuis clausis confratribus nostris simulque 
familie nostre, viatoribus et peregrinis, nulla adhibita sollempnitate 
liceat celebrari. Hanc autem obedienciam soli servabunt archiepiscopo 
et nulli alii prelatorum suorum, quemcunque eciam in confratrem et 
oracionibus nostris se committentem receperimus, volumus, ut auctoritas 
predicti domini nostri in eundem non minoretur. de indulgencia autem, 
quam accepimus in qualibet ecclesia uno die tantum celebrandi infra spa- 
cium unius anni, si generalis fuerit suspensio divinorum nicliil remittimus, 
nullam eciam de ecclesia in Porsendorf mutacionem faciemus, nisi acce- 
dente super hoc consensu suo. Hec omnia tenemur tam auctoritate 
apostohca quam eciam maioris magistri nostri domus Theutonice con- 
fimiata domino Maguntino archiepiscopo representare. Huius ordina- 
cionis aderant testes subscripti: Cunradus prepositus s. Marie in Erphort, 
Guntherus decanus, Giselbertus cantor eiusdem ecclesie et canonici: 
Bertoldus de Kudensdorf, Cunradus cellerarius, Lodewicus de Gota, 
Cunradus de Kaie, Albero, Cunradus archipresbyter, Heinricus de Gota; 
de ecclesia Severi: Ditmarus decanus, [Dijtmarus*) cantor, Cunradus 
prepositus S. Augustini, Arnoldus prepositus Novi Operis^); hi eciam 
confratres nostri: Hugo*) sacerdos in Zvezen, Hermannus sacerdos^), 
Waltherus de Langenberc^), Bernhardus de Tebrezin'), Cunradus^), 
commendur (!) in Porsendorf, Heinricus^) magister in Aldenburch, 
Phihppus^°) commendur (!) de Hallis, Arnoldus") de Langele, Ru- 
dolfus^^) de Negelstete, Heinricus ^^) commendur (!) de Franckenvort, 
Heinricus^*) de Mergentheim, Gerhardus^^) de Ivrufterde; hi laici: comes 
Lampertus de Glichen, Dither[ic]us '') et Dithericus vicedomini de 
Rusteberc et Apolde, Ulricus de Tullestete, Siboldus Gute filius, Di- 
tericus puer de Apolde, Ditericus de Buseleiben et alii quam plures. 
Ut autem in posterum hec ordinacio nostra a nullo confratrum 
nostrorum valeat revocari, sigilli nostri impressione presentem paginam 
consignavimus. 

a) Gudenus hat Ottmarus, s. aber Urk. No. 15. b) Gudenus hat Dithenis, 

*. aber Urk. No. 15. 



1) Jedenfalls schon Hermann Otter; s. a. Dobenecker II, 1983, Anm. 1. — 
2) Siegfried II. — 3) TJeber die Erfurter Kleriker s. GQuPrSachsen N. R. 5. 
Register. — 4) Die erste Erwähnung eines DOPriesters in Zwätzen. — 5) Nicht weiter 

2* 



2Q Urkimdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Tiachzuweisen, — 6) Gehört wohl zum Ministerialengeschlecht Langenberg ; ist nicht 
weiter nachzuweisen. Ein anderer dieses Geschlechtes, Albert v. Langenberg, steht hinter 
Poppo V. Osterna als Zeuge unter dem Privileg Hermanns v. Salza für Culm und Thorn 
V. 1233 Dez. 8 (Preuß. ÜB., Pol. Abt. I, 1, 105). — 7) Gehört wohl zum Mini- 
sterialengeschlecht Trebsen. Ich nehme an, daß sich Gudenus auch hier bei der Ab- 
schrift geirrt und Bernhardus für Eckhardus geschrieben hat, obwohl uns der Name 
Bernhard auch sonst bei dem Geschlecht begegnet. Wir hätten dann in Eckhard von 
Trebsen den späteren Landkomtur von Thüringen zu sehen (siehe Urk. No. 98 v. 1248 
Nov. 11). Sollten die drei letzten DOBrüder auch zum DOHause Zwätzen gehören, so 
würde dies schon auf ziemlich großen Besitz des Hauses schließen lassen. Auch die 
Stellung des Priesters Hugo in Zwätzen vor den Komturen scheint die schon bedeutende 
Stellung des Zwätzener Hauses zu beweisen. — 8) Vielleicht 122[4] (s. Urk. No. 27) 
Komtur in Nägelstedt. — 9) Sicher gleich dem Komtur in Urk. No. 27 v. 122[4]. — 
10) Philipp ist bis 1231 Sept. 7 (s. Urk. No. 52) nachweisbar. Ich halte ihn aus 
Gründen, die hier darzulegen zu weit führen uAirde, für einen Angehörigen des Reichs- 
ministerialengeschlechtes von Bolanden. — 11) Arnold, sonst nicht nachweisbar, ist 
jedenfalls der Vorsteher des DOHauses in Langein. — 12) Ein Geschlecht, das sich 
nach dem Dorfe Nägelstedt nannte, ist nicht bekannt. So müssen wir annehmen, daß 
Rudolf die Verwaltung des dortigen geringen Besitzes hatte, der im nächsten Jahre 
(s. Urk. No. 18) wesentlich vermehrt wurde. Vielleicht ist er gleich dem in der folgenden 
Urkunde genannten DOBrüder Rudolf, den wir auch wohl dem im Jahre 1226 (s. Urkk. 
No. 37 u. 38 f.) bezeugten Komtur von Porstendorf und Altenburg gleichsetzen können. 
— 13) Heinrich ist der erste Komtur des neuen DOHauses Frankfurt a. M. -Sachsen- 
hausen (Schenkung durch Kaiser Friedrich II., Tarent 1221 April 10). Er ist bis 1237 
nachweisbar (s. Frankfurter ÜB. I, 57, Anm.). — 14) Heinrich v. Hohenlohe, Komtur 
V. Mergentheim, nur bis 1221, war zuerst Domherr in Würzburg; trat 1219 mit seinen 
Brüdern Andreas und Friedrich in den DO., 1222 erscheint er schon ohne Amt (Hohenl. 
ÜB. I, 50 ff.), war 1232—1242 Deutschmeister und von 1244—1249 Hochmeister. Die 
ürkk. über ihn sind zusammengestellt in Hohenloh. ÜB. I, von No. 236 an; s. a. Oberl. 
Gbü. 15, S. 658 — 662. — 15) Nicht weiter nachweisbar. 

17. Siegfried [II.], Erzbiscliof von Mainz, bezeugt, daß Bruder Rudolf 
vom Deutschen Hause 2 Hufen in [ Alten] göttern dem, genannteji 
Hause geschenkt hat. Erfurt, 1221 [Okt. 13/21.] 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 40^. 

Ueberschr.: Littera super duos mansos sitos in Aldenguttern. 

Bemerk.: Datum: EB. Siegfried II. (1202—1230) ist auch noch Okt. 21 in Erfurt 
nachweisbar, s. Böhmer-Will, Reg. d. EB. v. Mainz II, 407; Dobenecker II, 
1984. — Die geistlichen Zeugen kommen auch in Urk. No. 15, die weltlichen 
in ürkk. No. 15 u. 16 vor. 

S[ifridus] dei gracia sancte Mogimtine scdis archiepiscopus tenore 
presenciiim universis volumus esse declaratuni, quod frater Rudolfus^) 
donms Theutonice duos mansos in (iuttcrn villa sita aput aquam, que 
vocatur ünstrut, tarn de niorte consangwincorum suoruni, quam eciam 
per excessus quorundam ipso iure ad eundem devolutos a nobis postu- 
lavit, ut eosdem mansos iam dictc domui contcrre vellemus. Cum igitur 
idem K[udolfus] se ad serviendum deo sub rcligionis habitu cidem domui 
obligaverit, volumus, ut predicta bona, sicud a nobis postulavit, pre- 
fato donuii pcrpetuo sit obligata. Isc quis ergo hoc int'ringere presu- 
mat, presentem paginam sigiili nostri inpressione fccinms consignari. 
Aderant hü tcstes: Cunradus prepositus sancte Marie in Erfordia, Gun- 
therus decanus, Gyselbertus cantor eiusdem ecclesie, Ditmarus decanus 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 21 

sancti Sevcri. comes Lambertus de Glichen, Ulricus de Tullestete, Ditheri- 
cus vicedominus de Rusteberg, Dythericus puer de Appolde. Datum 
Erfordie anno gracie m** cc" xxi, pontificatus nostri anno xxi°. 

1) Bruder Rudolf ist vielleicht der in Urk. No. 16 als Zeuge genannte Rudolf von 
Nägelsledt. 

18. Dietrich, Propst, und der ganze Konvent des St. Marienstiftes ad 
gradus zu Mainz verkaufen dem Deutschen Orden für 100 Mark 
kölnischer Denare ihre Liegenschaften in Nägelstedt. 

1222 Jan. 26. 

Hdschr.: Orig.: DOZA. Wien, K. 23; Perg. Urk. mit 1 (fehlendem) Siegel an 
(fehlenden) Schnüren (0^). 

Orig.: USA. Dresden, Orig. No. 241; Perg. Urk. mit gut erhaltenem Siegel 
des Kapitels der Marienkirche zu Mainz an schwarz-gelben Seidenfäden (0^). 

Abschr.: Ebendas., Orig. No. 242 (B.). 

Abschr.: Ebendas., Orig. No. 3564 (OT.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 3. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 43, Bl. 113. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 1993 mit weiteren Hinweisen; — ferner: ZThürGuA. 

1, S. 96; — Völkel, S, 11; — Deelemann, a. a. 0., 8. 51; — Anderson, 

a. a. 0., S. 11, Anm. 36; — Alberti, Schleiz, S. 8; — ders., DOSchleiz, 

S. 7; — Mittl. Hohenleuben, 47-149. Jg. (1878), S. 4; — Arnstadt, Vargula, 

S. 45. 

In nomine domini amen. Theodericus dei gracia prepositus, Ar- 
noldus decanus, Berwelfus^) cantor, Herthericus, Embicho, Wernherus, 
Gümboldus^), Wigandus, Cünradus'^). Godesmannus, Embricho, Ger- 
hardus, Burchardiis, Heinricus, Heinricus, Ortho, Liepfün'^), fratres 
capituli ecclesie sancte Marie ad gradus Maguncie. Cum in commutaci- 
onibus seu vendicionibus prediorum ecclesiasticorum ab universitate 
capituli singulorum consensu accedente pro commodo et maiori utili- 
tate ecclesie aliquid fuerit bona deliberacione habita racionabiliter ordi- 
natum cautum est et valde necessarium ad tollendum futurum murmur 
et removendam^) suspicionem, ut id tarn successuris quam presentibus 
ecclesie fratribus cunctisque Christi fidelibus litterarum testimonio et 
iudiciis innotescat. Notum igitur esse volumus attestacione presencium^) 
universis fratribus ecclesie nostre^) tam futuris quam presentibus, nee 
non quibuslibet Christi fidelibus, quod cum predium ecclesie nostre'^) 
in Negelstede') situm adeo nobis^) esset incommodum') et inutile, quod 
de quinque talentis et quinque solidis illius monete, que'™) nobis inde°) 
consueverunt et debebant in pensione annuatim°) persolvi aut penitus 
nichil nobis p) transmitteretur aut parum et cum periculo nunciorum 
nostrorum^) reportaretur, cogitavimus '") summo studio, quomodo idem 
predium aut commutando aut vendendos) ad commodum et maiorem 
utilitatem ecclesie nostre^) convertere deberemus eciam et confratrum. 
Facta itaque oportunitate predictum") predium in Negelstede cum 
patronatu ecclesie, agris cultis et incultis, pascuis^), pratis, aquarum 
decursibus, loco molendinali, hominibus et cum omnibus pertinenciis 



22 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

de") sciencia et permissione domini nostri Sifridi archiepiscopi^) pro 
centuni marcis Coloniensium denariorumy) fratribus domus Teuto- 
niee'^) vendidimus ''*) et id per manum eiusdem domini archiepiscopi 
eisdem resigna^ämus cum omni diligencia laborantes et ^^) fide data pro- 
mittentes, quod per^'^) eandem summam^^) pecunie maius^'') commodum 
et meliorem utilitatem^*) in predio, areis vel domibus intra civitatem 
vel extra ^s) debeamus ecclesie et fratribus providere. Ut igitur sepe- 
dicti fratres domus Teutonice in predio racionabiliter a nobis empto 
inconcussa, quiete et pace gaudere possint perpetua, presenti scripto 
et sigillo capituli nostri eosdem duximus muniendos. Huius rei testes 
sunt: Bopelinus ^'^j prepositus, Gerbodo ''') decanus, Godefridus custos, 
Cristianus^^) cantor totumque capitulum maioris ecclesie Maguntine^); 
Gerhardus comes de Diets, Lampertus comes de Glichen, Gerhardus 
et Godefridus, frater eius, de Eppenstein^™), Sifridus de Runegel ^''), 
Fridericus de Kelberowa^°), Heinricus de Rudincheim^p) et alii^i) 
quam plures. Acta sunt hec anno dominice incarnacionis m. [c] c.xxii^) 
septimo kalendas Februarii^). 

a) 0": Bern weif US. h) 0^: Bümpoldus. c) 0-: Conradus. d) 0^: 

Lipsim. e) 0^: fehlt. f) B.OT.: attestacione igitur presencium notum esse 

volumus. g) B.OT. fehlt, dafür sancte Marie ad gradus Maguntine. h) B.OT. 

fehlt, dafür sancte Marie. i) OT.: Negelstete. k) B.OT.: fratribus. 1) 0^: 

incomodum. m) OT.: qui. n) B.OT.: nobis inde fehlt. o) B.OT.: 

annuatim in pensione. p) B.OT.: nobis eis. q) B.OT.: suorum nunciorum. 

r) B.OT.: iidem fratres tractatum sepe habuerunt cogitantes. s) B.OT.: com- 

mutatum aut venditum. t) B.OT.: fratrum posseut et ecclesie. u) B.OT.: 

für deberemus bis predictum steht: et hoc nobis aliquociens intimarunt. Tandem 
nacta oportunitate dicti fratres idem. v) B.OT.: pascuis citra et ultra Unstrat 

et ripam Illeyb, dazu 0^: usque ad ripam Thunna deinde ad prata pascualia ville 
Illeybin et opidi Saltza protendentibus. w) B.OT.: de nostra. x) B.OT. 

fehlt domini bis archiepiscopi. y) B.OT.: Col. den. fehlt. z) B.OT.: de 

domo Teutonica. aa) B.OT.: vendiderunt. ab) B.OT.: manus bis et fehü, 

dafür nostrara manum eisdem fratribus resignavit. ac) B.OT.: qiiod per fehlt. 

ad) OT.: übergeschrieben. ae) B.OT.: ad. af) B.OT.: utilitatem ecclesie et 

fratrum. ag) B.OT.: s. folgende Urkunde bis muniendos. ah) B.: Dopelinus, 

ai) B.: Gerbodo. — OT.: Gerbedo. ak) O^: Cristanus. — B.: Cirstianus. 

al) B.OT.: fehlt totumque bis Mag., dafür Simon (OT.: Symon), Henricus cellerarius, 
Adelgungus subcustos, Albertus, Heroldus, Reinaldus, canonici maioris ecclesie. 
am) 0^: Eppensteyn. an) O^: Rungcl. — B.OT.: Kuneggel. ao) 0^: Kel- 

beronna. — B.: Kelberow. — OT.: Kelberona. ap) OT.: Rudericheym. 

aq) B.OT.: fehlt. ar) 0^: Von der Jahreszahl ist nur die Hälfte des M und ein C zu 

lesen. Daß ein zweites C dagestanden hat, ergibt die Stellung des ". as) B.OT. : 

8. folg. Urk. 

19. Siegfried [IL], Erzbischof von Mainz, bestätigt in einer fast gleich- 
lautenden Urkunde den Verkauf von Nägelstedt an den DO. 

Mainz, 1222 Jan. 27. 

Ildschr,: Oriij.: USA. Dresden, Orig. No. 242; Pcrg. Urk. m. gut crJialtcnem 
Siegel d. EB. Siegfr. v. Mainz an grünen Seidenfäden (B.). 

Auf sehr. : Super vendicionen predij in NeyJstet per episcopum Sifridum 
Maguntinum. 



Urkundcnbuch der Deutschordensballei Thüringen. 23 

Abschr.: Ebendas., Orig. 3564 (OT.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, H. 7, No. 4 (31.). 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 1994 (m. Dat. Jan. 26 ohne Ort) mit weiteren Hin- 
weisen; — ferner Alberti, DOSchleiz, S. 7; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. 
(1878), S. 4; — Beck, Gesch. d. Goth. Landes III, Abt. I, 411; — Reg. d. Geschl. 
V. Salza, S. 41, No. 22; — Böhmer-WiU, Reg. d. EB. v. Mainz II, 8. 182, 
No. 416; — Mittl. a. d. Geb. d. Liv.-, Ehst.- u. Kurland. Gesch. 11 (1868), 
S. 92 f.; — Arnstadt, Vargula, S. 45 (ohne Jahr). 

Bemerk.: M. hat den größten Teil der Urk., soweit Abweichungen von Orig. 241 
vorhanden, bei dieser [Urk. No. 18] am Rand, 

In nomine sancte et individue trinitatis. Sifridus dei gracia sancte 
Maguntine sedis arehiepiscopus. Cum in commutacionibus seu vendicionibus 
predioriim ecclesiasticorum ab universitate capituli singulorum consensu 
accedente pro commodo et maiori utilitate ecclesie bona^) deliberacione 
habita aliquid fuerit racionabiliter ordinatum [und weiter Urk. No. 18 
bis intra civitatem vel extra] fideliter convertendam. Nos quoque idem 
predium et advocaciam sive temporale iudicium, que ad nostram con- 
cessionem pertinebat, sepedictis fratribus de domo Teutonica cum Om- 
nibus suis pertinenciis donavimus. Ad declarandum igitur, quod dicti 
fratres in predio et advocacia nominata inconcussa quiete'^) pace per- 
petua gaudere debeant et libertate, presens scriptum eisdem dedimus in- 
pressione sigilli nostri et munimine roboratum. [Zeugen: s. Urk. No. 18.] 

. . . Datum Maguncie vi kalendas Februarii, pontificatus nostri 
anno xxi. 



a) OT.: bono. b) OT.: quieta. 

20. Kaiser Friedrich II. bestätigt dem DO. den Besitz von Nägelstedt, 
den er vom Stift St. Marien ad gradus in Mainz gekauft hat, mit 
Vogtei und Patronat. Bei Jato, 1222 Juli. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Stuttgart, Kopie d. XIII (XIV.) Jhts. 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 2008 mit weiteren Hinweisen; — dazu: Alberti, 

Schleiz, S. 8; — Älittl. a. d. Geb. d. Liv.-, Esth.- u. Kurland. Gesch. 11 (1868), 

S. 93; — Arnstadt, Vargula, S. 45 (ohne Jahr). 
Bemerk.: Ein Original ist nicht mehr vorhanden. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Fridericus secundus, 
divina favente clemencia Romanorum imperator semper augustus et 
rex Sicilie. Imperialis exceUencia exigit, ut sicut ceteris potestatis 
cubnine preeminemus, ita pietatis studio preeuntes omnibus prebeamus 
virtutis exemplum, maxime liberalitatis officium exercendo circa reli- 
gionis augmentum et cultum divini nominis ampliandum. Eapropter 
notum facimus universis nostris fidelibus tam presentibus quam futuris, 
quod quidam de fratribus domus hospitalis sancte Marie in Iherusalem 
Teutonicorum, dilecti nobis in domino, ad nostre maiestatis presenciam 
venientes, pro parte universorum fratrum eiusdem domus celsitudini 
nostre tam devote quam humiliter supplicarunt, ut predium sancte 



24 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Marie in Negelstede^) situm, quod a fratribus ecclesie sancte Marie ad 
gradus Maguntine pro centum marcis argenti emerunt, et advoeaciam 
a dilecto principe nostro Syvrido Maguntine sedis archiepiscopo eis pia 
liberalitate concessam ibidem, ad quem ipsa donacio specialiter per- 
tinebat, sibi et successoribus suis ac eomm domui confirmare nostra 
serenitas dignaretur. Nos igitur profectui et augmento predicte domus 
eo amplius intendere cupientes, quo per ipsam sub cultu religionis et 
habitu forcius ad liberacionem terre sancte, in qua salvator noster cor- 
poraliter mj^steria nostre redempcionis exhibuit . . . .,^) preter humani- 
tatis officia, que multipliciter impenduntur pauperibus et infirmis, 
attendentes quidem honestam vitam et religionem laudabilem eorundem 
fratrum ibidem domino laudabiliter famulancium, predictum predium 
et advoeaciam cum patronatu ecclesie, agris cultis et incultis, pascuis, 
pratis, aquarum decursibus, loco molendinari, hominibus et cum Omni- 
bus aliis iustis pertinenciis et racionibus suis, sibi et successoribus suis 
ac domui nominate de nostre liberalitatis gracia in perpetuum con- 
firmamus, sicut ea omnia tam a fratribus quam et archiepiscopo me- 
mo ratis sunt racionabiliter assecuta, et in eorum privilegio continetur; 
statuentes et sub obtentu gracie nostre strictius iniungentes, ne quis 
ipsam domum super hanc nostram confirmacionem molestare vel modo 
quolibet perturbare presumat. Quod qui fecerit in sue temeritatis 
vindictam centum libras auri componat, dimidium camere nostre et 
dimidium prelibate domui passe iniuriam et offensam. Ad huius rei 
certam cvidenciam hoc Privilegium conscribi et buUa aurea typario 
maiestatis nostre impressa iussimus communiri. Huius rei testes sunt: 
N[icolaus] archiepiscopus Tarentinus, l[ohannes] abbas Casemarii, 
C[onradus] burgravius de Nurinberg, A[nselnnis] de lustingcn im- 
perialis aulc mareschalcus, R[ainaldus] dux Spoleti, comes HfenricusJ 
de Eberstein, C[ono] de Tuffen, C[onradus] de Werda et alii quam plures. 

Signum domini Friderici secundi dei gracia invictissimi Romanorum 
imperatoris semper augusti et regis Sicilie. 

Acta sunt hec anno dominice incarnacionis m.cc.xxii, mense lulii, 
decime indictionis; imperante domino nostro Friderico secundo dei 
gracia invictissimo Romanorum imperatore semper augusto et rege 
Sicilie; anno Romani imperii eius secundo, regni vero Sicilie xxiiii; 
feliciter, amen. Datum in castris apud latum anno mense et indictione 
prescriptis. 

a) H.-Br. hat: Kegelstede nach Kop. ? Danach auch Htnnes mit Richtigstellung 
in der Anmerk. b) H.-Br. u. Hennes wollen militatur ergänzen. 

21. Kaiser Friedrich II. schenkt dem Deutschen Orden Liegenschaften 
eu Caulsdorf und zwischen dem Lomen. Bei Jato, 1222 Juli. 

Ildschr.: angebl. Orig.: USA. JDreden, Orig. No. 246^; Perg. Urk. mit (ab- 
gefallenem) Siegel an braun-weißer Schnur (0^). 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 246^; Perg. Urk. mit ziemlich gut erhaltenem Sieget 
an rot-gelben Fäden (O'J. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 25 

Druck: Huillard-Brtkolles, Hist. Dipl. Friderici IL, Bd. 2, 264. — Reg. u. 
weiteres bei Dobenecker II, 2009; — dazu Reg.: Böhmer-Will, Reg. d. EB. 
V. Mainz II, S. 183, No. 430; — vgl. ferner: Völkel, a. a. 0., S. 13; — Alberti, 
Schleiz, S. 8. 

Bemerk.: 0^ Fälschung nach 1392, da sie noch nicht in A. 64. Text stimmt mit 
0* überein, doch weichen die Zeugen erheblich ab. 0^ braucht weniger Abkürzungen, 
vgl. Posse, PU. S. 3, 41. — 0^ nicht abgeschabt, weder Schabspuren noch sonstige 
Anzeichen einer früheren Benutzung zu entdecken. 0^ ist später nachgezogen, 
doch scheint niir nichts verändert zu sein, vgl. Philippi, Reichskanzlei, S. 79 und 
ZThürGuA. XXVI (N. F. 18), S. 307 ff. Größe: OK- 240 mm breit und 120 mm, 
lang, dazu 18 mm Rand umgebogen; 0-: 238 mm breit und 105 mm lang, dazu 
15 mm Rand umgebogen. — Siegel: 0^: Friedrich II. sitzend, rechte Hand Szepter, 
linke Apfel, ziemlich gut erlialten; vgl. M. Kemmerich, Die deutschen Kaiser 
und Könige im Bilde S. 32 nach Utk. No. 664 im HSA. München (1224 
Febr.). 

Fr[idericus] dei gracia Romanorum imperator semper augustus et 
rex Sicilie universis hanc literam inspecturis graciam siiam et omne 
bonum. Eterne retribucioni premia profecto meretur aceipcre qui militibus 
Christi per temporalia stipendia manu larga curaverit subvenire. Inde 
est quod nos bona subscripta videlicet duas curias habitacionum cum 
suis pertinenciis in Kulstorff et dimidium mansum ibidem terre arabilis 
ac pratum inter montem Lomen et fluvium Sahel cum piscaria dicta 
Lachsgrube a villa Kulstorff in ascensu Sahel usque ad pratum predictum 
protendente ^) ac locum molendini^) ibidem situatum, que bona longus 
Elherus de Tanheim'^) miles*^) noster dilectus iure feodali possedit a 
nobis, religiosis fratribus ordinis sancte Marie lerosolimitane Theutoni- 
coruni liberaliter dedimus et apparamus per presentes perpetuo possi- 
denda. Ad cuius rei memoriam presentem paginam inde conscribi iussi- 
mus et maiestatis nostre sigillo communiri. Huius rei testes sunt: 
N[icolaus]®) archiepiscopus Tharentinensis, Joh[annes] abbas Casse- 
mari^), C[onradus] burggravius de Nurenbergs), A[lbertus] de lustingin 
imperialis aule marscalcus, R[udolffus] dux Spoleti, comes H[enricus 
de Ebirsteyn, e[onies Henricus] de Swartzburgk ''), [comes] C[onradus 
de Werda et alii quamplures. Datum in castris apud latum anno do- 
minice incarnacionis millesimo ducentesimo vicesimo secundo mense 
lulii, decime indictionis'), Romani imperii nostri anno secundo, regni 
vero Sicilie vicesimo quarto. 

a) H.-Br.: pretendente. b) H.-Br.: molendim. c) 0^: Tanheym; H.-Br.: 
Thanheim. d) 0^: myles. e) Die [ ] in. der Zeugenreihe fallen bei 0^ fort, 

da 0^ sie ausschreibt. f) 0^: Cassomari. g) H.-Br.: Nuremberg. h) H.-Br.: 
Swartzburgh. i) 0^: indictienis. 

22. Konrad, AU, und das Ka,pitel in Oldisleien, übertragen dem DO.- 
Hause in Nägelstedt eine Hufe daselbst. 

[1222 Jan. 26—1228 Juli 29.] 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 52^. 
Bemerk.: Zum Datum: Nägelstedt wird 1222 Jan. 26 erworben (s. Urk. No. 18); 
Abt Konrad f 1228 Juli 29 (Dobenecker III, 22^). 



26 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Conradus dei gracia in Oldesleiben abbas totumque capitulum 
universis, quos presens scriptum videre contigerit, eternam in Christo 
salutem. Noverit universitas nostra, quod cum consensu fratrum no- 
strorum de proprietate nostra in Neilstete fratribus ibidem manentibus 
pro bonis cuiusdam Bertoldi, quibus de manu nostra iure feodali ute- 
batur, mansum unum nullo reclamante fratribus iam dictis in perpetuum 
contuKmus et, ne inposterum habeatur ambiguum, hanc cartulam 
sigilli nostri impressione communimus. 

23. Ludivi'g, Lmidgraf von Thüringen, Pfakgraf von Sachsen, nimmt 
alle Güter des DO. in seinen Landen in seinen Schutz, besonders 
3 Eufen in Buttstädt und 1 in Niedertrehra. 

Neuenburg, 1222 [vor Sept. 24]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 249; Perg. Urk. mit stark beschädigtem 
Siegel an grün-roten Seidenfäden (0.). 

Auf sehr. : Littera collacionis bonorum per Thuringiam factam per domi- 
num Ludewicum lantgravium Thuringie. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 6'a (A.). 

Ueberschr.: wie 0. (von gleicher Hand). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 5, No 1 (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 15^—16^ u. üebers., Bl. 16^— b. 

Druck: Cod. dipl. Sax. r. 1,3, S. 220, No. 307. — Reg.: Dobenecker II, 2019 
m. weiteren Hinweisen. 

Lit.: ZThürGuA. 1, S. 96 u. 20 (N.F. 12), S. 167; — Alberti, Schleiz, S. 8; — 
ders., DOSchleiz, S. 7; — Völkel, S. 12; — Arnstadt, Vargula, S. 45 (ohne Jahr). 

Bemerk.: Die Indiktion ist um eine Einheit zu klein. — Schrift: s. Posse, PU. 
S. 37 (Kanzlei des Deutschmeisters) . — Wenn Deichmüller in ZThürGuA. 20, 
S. 167 annimmt, daß es sich hier um die ersten Erwerbungen des DOHauses in 
Liebstedt handelt, so befindet er sich im Irrtum. Die Kommende Liebstedt ent- 
steht erst bedeutend später. Es ist uns auch nicht bekannt, daß der DO. früher 
in Liebstedt Besitzungen hatte, s. Bd. 2. 

Lude\dcus dei gracia Thuringie lantgravius, Saxonie comes pala- 
tinus. Notum esse cupimus tam presentibus quam futuris scriptum 
istud inspecturis, quod nos donnim hospitalis sancte Marie Teutoni- 
corum specialis dilectionis quodam privilegio amplectentes generaliter 
omnia bona ipsius in principatibus nostris constituta, specialiter eciam 
tres mansos in Buthstede et unum mansum in Drebre ita in nostram 
accepimus defensionem et tuicionem, quod a nullo eandem domum in 
bonis predictis volumus inquietari. Mandamus itaque ac firmiter preci- 
pimus, ne quis liberorum seu ministerialium, villicorum sive advocatorum 
nostrorum bonis eisdem manuni iniciat lesionis, scituri pro ccrto, quod 
dampna et incommoda, si qua, quod absit, fratres ipsius donuis a nostris 
sustinerent nobis irrogata reputaremus et non minus nobis illatis gravi 
animo ferremus. Ut autem hec, que prelibata sunt, in omnes posteri- 
tates rata et inconvulsa permaneant, presentem cartulam conscribitecimus 
et sigilli nostri inpressione communiri. Testes, qui huic facto intererant, 
sunt: Comes Heinricus de Svarzburc ^), comes Heinricus de Stahelberc''), 
Hartmannus de Heiderungen '^j, Lutolphus de Alrestedc, Kudolphus 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 27 

pincerna, Hermannus dapifer, Hermannus de Merkesleiben '^j, Theodericus 

Niger. Acta sunt in Novo Castro anno ab incarnacione®) domini m.cc.xxil, 
indictione nona. 



a) A.: Swarczburg. b) A.: Stalheborg. c) A.: Heligroing. d) A.: 

Merkirleyben. e) A.: incarnacionis. 

24. Papst Hononiis flll.J befiehlt dem Erzbischof Siegfried [IL] von 
Mainz und den Prälaten seiner Diözese, alle diejenigen zu exkom- 
munizieren, die die DO Brüder in irgendeiner Weise unangemessen 
belästigen. Lateran, 1223 April 7. 

Hdschr.: Abschr.: GSA. Berlin. Rep. 94 V E b 1 Bl. 74^ (B^). 

Abschr.: Ebendas. Bl. 106^—107^ (B^). 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 2052 mit weiteren Hinweisen. 

Honorius episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus 
arehiepiscopo Magiintino et suffraganeis eins et dilectis filiis abbatibus, 
prioribus, archidiaconis, diaconis et aliis ecclesiarum prelatis per Ma- 
guntinam provinciam constitutis salutem et apostolicam benedictioneni ^). 
Paci et quieti religiosorum virorum fratrum hospitalis sancte Marie 
Theotonicorum lerosolimitani ^) apostolica nos convenit sollicitudine 
providere et tarn ipsos quam eorum bona tanto soUicicius a malignorum 
incursibus et rapinis tenemur protegere, quanto pro fide'^) ehristiani no- 
minis se diutiu"nioribus exponunt periculis et adversus ^) pravas et exteras 
naciones labores subeunt graviores. Inde est, quod tarn fortes athletas 
Christi in suo sancto proposito volentes attencius confovere, ad defen- 
sionem sui sollicitudinem vestram duximus commonendara, ut magis 
ac magis possint ad promovendum propositum, quod sumpserunt, in- 
tendere, cum fuerint sollicitudine prelatorum ecclesie a malignorum 
inquietacione securi. Monemus itaque Universitäten! vestram atque 
precipimus, quatinus, si quando clerici vel laici parrochiani vestri in 
aliquem predictorum fratrum capiendo vel de suis equitaturis deiciendo *^) 
aut alias inhoneste tractando violentas manus iniciunt, huiusmodi^) pre- 
sumptores sublato appellacionis obstaculo accensis candelis dilacione 
et occasione postposita excommunicatos publice nuncietis et tarn diu 
faciatis sicut^ excommunicatos arcius evitari, donec passo iniuriam con- 
grue satisfaciant et pro absolucionis beneficio impetrando apostolico 
se conspectui representent. Eos vero, qui in predictos fratres manus 
non inieciunt violentas, sed eos contumeliosis verbis afficiunt et equi- 
taturas aut alia bona eorum ^) violenter diripiunt, si a vobis commoniti 
ablata eis restituere noluerint et de iUatis iniuriis satisfactionem con- 
gruam') exibere^), vinculo anathematis astringatis, quo ipsos usque ad 
condignam') satisfactionem teneatis astrictos. Datum Laterani vii idus 
Aprilis, pontificatus nostri anno vii°^). 

a) nach Strehlke 391; B^ u. B^: nur Honorius etc. archiepiscopis et episcopis etc. 
e 
b) B^ abgekürzt: ho. s. m. th*. ierFi. c) B^: fehlt pro fide. d) B^: adversis. 



28 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

e) £2; eiciendo. f) B"^: h'i. g) B^: fehlt. h) B"^: eorum bona. i) B^: 

congrua. k) B^: exhibere. 1) B^: dignam. m) nach Strehlke 391; 

£1 u. B^: Datum etc. 

25. ÄlbrecM [I.J, Burggraf von Ältenburg, bestätigt, daß das Deutsche 
Haus in Ältenburg mit Gerliard von Berge 7 Rufen i/ii Buschowe 
gegen 3 Hufen in Altendorf getauscht hat. 1223 Mai 14. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. 77 (XIIX) (M.). 

Bemerk.: Orig., das noch Miller vorlag, ist nicht mehr im ESA Dresden; auch 
in A. befindet sich keine Abschrift der Urkunde. — Über die Burggrafen von 
Altenburg vgl. E. v. Braun, Gesch. d. Burggrafen v. A. (Altenburg 1868). 

Nos Albertus burgravius de Aldenbiirch, iudex terre Plisnensis 
tenorc presencium protestamur, quod, cum frater Heidenricus com- 
mendator doiuus Theut. in iVldinburch contractum de conimutacione 
quorundani bonorum fecisset cum Gerhardo dicto de Monte ita vide- 
licet, quod villam Buchowe dcdit eidcm pro tribus mansis in villa et 
pago Aldendorf sitis, supradictus Gerliardus et heredes sui una cum 
Henrico generi suo racione commutacionis prefate tres predictos mansos 
in villa et pago Aldendorf resignavit in manum Sifridi de Indagine, a 
quo eosdem in feodo habucre, quod idem Sifridus mansos eosdem cum 
Omnibus attinenciis suis nobis ad tytulum imperii agnoscendo in feodo 
habuit, resignavit promittens ante dicto commendatori, quod de eisdem 
sepedictis tribus mansis et attinenciis suis ei et domui sue legitimam 
debcre in warandiam exhibere et sie directo processu tres mansos preno- 
tatos cum omnibus attinenciis et iuribus suis fratri Heidenrico premisso 
commendatori et domui sue secundum .... aria .... hunc de reci- 
piendis bonis [contra] dedimus nomine proprietatis legitime perpetue possi- 
dendos. Acta sunt [vero] hec in provinciali placito nostro anno incarna- 
cionis domini millesimo ducentesimo vicesimo-"^) tercio[, indictione un- 
decima,] pridie idus Maii presentibus et in testimonium [specialiter vo- 
catis]''). H[enrico]'') burcgravio de [Aljtinberc^), Henr[ico] de Zedelicz, 
Siffrido de Ericberc, Alberto de Vlugelisberc, . . . . mo de Husbattistorf, 
.... chowe, Timone fratre suo^) Gerhardo deLapide, Heinrico de Zchel- 
linberc, Hinr[ico] de Wilden[fels]^) . . ad . . . de Gosnicz, Gunthero de 
Hugewiz, Wernhero de [Ertnuirjstorf et aliis quam plurimis, qui in pre- 
dicto placito adfuerunt. 

a) M.: vigesimo. b) [ ] fehlt bei JH., ergänzt vom Bearbeiter. 



1) Vielleicht: [Ulrico de Crimats]chowe et Timone fratre suo zu ergänzen. 

20. HevnrUh {IV.J der Mittlere, Vogt von Weida, sclmikt dem DO. die 
Pfarrkirclie in Plauen. 1224 [zwischen Juli 10 und Nov. 21]. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 264; Perg. Urk. mit gut erh. Siegel 
an gelb-roten Seidenfäden. 

Auf sehr.: Anno domini 1224 dominus Hcnricus advocatus in Wyda 
donavit ordini ecclesiam in Plawen. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 29 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 85^. 
Ueberschr.: Littera donacionis in Piauwe. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, Bd. 43, Bl. 3 f. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 71^. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 50. (Mit verdrucktem Datum MCCllil. — Es handelt 
sich aber um die Schenkung und nicht um die Bestätigung.). — Vgl. Dobenecker 
II, 2191 mit weiteren Hinweisen; — ferner: Mittl. AV Plauen 20 (1909), 
Beil., S. 1. 

Lit.: Vogel a. a. 0., S. 36; — Alberti, Schleiz, S. 8; — Völkel, S. 130J32; — 
FDG.IX (1869), S. 547 u. S. 547, Anm. 8; — B. Schmidt, Reußenland I, S. 55; — 
Mittl. AV Plauen 19 (1908109), S. 56 ff. u. 28 (1930), S. 124; — Jenaer 
Hist. Arbeiten, H. 2, S. 27; — Collmann, Reuß. Gesch., S. 23 f. (u. Allgem. 
über d. Gründung d. anderen Vogtland. Häuser); — Limmer, Voigtland II, 
S. 347. 

Bemerk.: Zum Datum: DOBr. Heinrich d. Ae., Vogt von Weida, stirbt am 
9. Juli 1224 zu Altenburg; das vierte Kaiserjahr Friedrichs II. endet am 21. No- 
vember 1224. — Die Urkunde soll nach Posse, PU. S. 37 vielleicht in der 
Kanzlei des Deutschmeisters ausgefertigt sein. Da auch mir nur sehr wenige 
Urkunden des Deutschmeisters aus dieser Zeit vorgelegen haben, muß ich vorläufig 
diese Frage offen lassen. Die Formeln, besonders die der Arenga, stimmen 
mit den in den DOUrkunden sonst gebräuchlichen fast völlig überein. Flach, 
S. 21, weist auf die Aehnlichkeit der Formeln mit denen im allerdings erst 
später abgefaßten Formelbuche Ludolfs von Hildesheim hin. — Ueber die Schrift 
s. Flach, S. 20 f. — Siegel: s. Posse, SWA. I, S. 29, No. 156, Tfl. 22, 1. — 
B. Schmidt, Reußenland I, S. 64 gibt an, daß die Vögte von Plauen und Gera 
1250 dem DO. die Pfarrkirchen zu Plauen u. Tanna verleihen. Das ist ein Irr- 
tum. Ueber die Verleihung der Pfarrkirche in Plauen s. diese Urk. Das 
Patronat der Pfarrkirche in Tanna erhalten sie erst 1279 (s. Urk. No. 321). 
Diese Urkunde ist die erste für den DO. in Plauen. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Heinricus dei gracia medius 
advocatus in Wida universis paginam presentem inspecturis. Que geriintur 
in tempore, ne cum lapsu temporis labantur a memoria ac ne eis in 
posterum scrupulus opponi possit calumpnie litterarum apicibus ac 
testimonio solent perhennari. Inda est, quod in noticiam tam posterorum 
quam presencium devenire cupio, quod ego Heinricus dei gracia medius 
advocatus in Wida vii'orum illustrium ac providorum sano fretus consilio 
in subsidium terre sancte hospitali sancte Marie lerosolimitane domui 
Teutonicorum in remissionem peccatorum meorum, patris mei ac fratris 
mei Heinrici senioris, qui se confratrem domui eidem obtulerat, ecclesiam 
in Plawe cum omnibus bonis attinentibus, in quocumque locorum sita 
sunt, benevole donavi, quibusdam areis exclusis videlicet illa, in qua 
edificatum est castrum ac alia modica adiacente, pomerio eciam exluso 
ac planicie, que ipsum interiacet ac molendini fossatum, pro quibus 
accedcnte favorabili consensu parrochiani ecclesia predicta condignam 
ac decentem a me pcrcepit recompensacionem. Ut vero talis donacio 
a me facta inviolabilis permaneat ac sincera nullique meorum posterorum 
ausu temerario corrumpenda, paginam presentem impressione sigilli 
mei communio testibus admissis comite Popone de Hennenberc^), 
Heinrico advocato iuniore de Wida; urbanis de Gera: Gerungo, Hein- 
rico, Evehardo, Godefrido, Gevehardo sacerdote; de Plawe :^) Teoderico 
vicario, Cunrado urbano, Cunrado de Cornowe, Heinrico de Richinbach, 



3Q Urkundenbucli der Deutschordensballei Thüringen. 

Gunzelino, Cunrado de Kode ac omnibus ecclesie eiusdem parrochitanis. 
Acta sunt anno dominice incarnacionis m0.cc".xxiiii, regnante glorio- 
sissimo Romanorum imperatore Friderico imperii ipsius anno quarto. 

a) Dobenecker in ZThürGuA. XII, S. 567 will folgende Zeichensetzung: Gode- 
frido: Gevehardo, sacerdote de Plawe. 

1) Poppo VII. (XIII.) V. Strauf, Graf v. Henneberg seit 1212, f 1245 s. Posse, 
8WA. III nach S. 118, Geneal. Uebersicht. 

27. Frater Hermannus^) domus hospitalis Teutonicorum sancte Marie 
in Iherusalem humilis minister tauscM mit dem AU von Hersfeld^) 
gegen den Besitz des Stiftes in villa, que appellatur Antiquum Güteren 
folgende DOGüter ein: in villa Louchstete quatuor mansos, in 
Dreveren unum, in Wigliendorf tres, in Risen quatuordeeim, in 
Khindelbrucche sex, in Esgheleibe Septem et dimidium, in Tote- 
leiben et in Heilinghen duos et dimidium; horum summa est tri- 
ginta et octo mansi. Zu diesen fügt noch dominus Rüdolfus pin- 
cerna de Vargela, cuius consilio et promocione sepedicta prediorum 
commutacio facta est, vo7i seinem Eigen quatuor mansos ... in 
villa Herversleive. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Hermannus dictus Otter 3) preceptor domus nostre per 
universam Alemanniam, Bertoldus de Tannenrode^), Heimicus^) 
preceptor de Aldenburch, Cünradus^) preceptor de Borsendorf, 
Philippus^) preceptor domus nostre in Hallis, Glieldolfus ') pre- 
ceptor in Magdebürch, Cünradus') preceptor in Neghelstete, Hein- 
ricus preceptor in Riehenbach ^), item Heinricus*') preceptor in 
Frankenvurt, Absalon') sacerdos et provisor domus nostre in 
Langhcl, Theodericus de Sulinghcn') preceptor in Elmesbureh, 
Heinricus') preceptor inMerghentheim, Ulricus de Durne^), Andreas 
de Hohenloch^"), Heinricus de Moguncia'). „ „ „ 

Facta sunt hec anno incarnacionis domini m.cc.xx. quinto. 

122[4 Juli]. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, ürk. Stift Hersfeld; Perg.Urk. mit ziemlich gut 
erhaltenem Hochmeister sieget an rot-gelben Seidenfäden. 

Auf sehr.: Littera super XXXVI 11" mansos sitos in villis Louchstete, Tre- 
vere, Wickendorff, Rysen, Kydelbruoke, Elxslebin, Teteleybin, Heylingen. 

Druck: Publ. PreußSAen 3, 14 (W.). — Reg.: Dobenecker II, 2254 mit weiteren 
Angaben; — ferner GQuPrSachsen N. R. 10, 190 (z. J. 1225) als Reg.; — 
[de Wal], Recherches 2, S. 11; — ZThürGuA. 21, S. 367; — Arnstadt, Var- 
gula, S. 45 f.; — W. Cohn, H. v. Salza, S. 63, Anm. 1. 

Bemerk.: Zustand: In der Mitte unter der letzten Zeile ein kleines Loch, sonst gut 
erhalten. — Datum: 1225 ist ein Aufenthalt Hermanns v. Salza in Deutschland 
nicht nachzuweisen (vgl. W. Cohn, a. a. 0. S. 63). Die Indiktion weist auf 1224, 
ebenso wie in der vorhergehenden die Abtsjahre. Dobenecker nimmt nun an, 
daß der Tausch 1224 [Juni-Juli] während des Aufenthaltes des Hochmeisters 
in Deutschland verabredet worden ist, die Ausfertigung der Urkunde aber erst 
im nächsten Jahre erfolgte. Dazu würde auch das Datum der Gegenurkunde 
des Abtes Ludwig stimmen. Nun aber bestätigt schon 1224 Sept. 30 (ürk. No. 29) 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 31 

Herzog Heinrich v. Sachsen den DO Brüdern Güter in Altengöttern. Wenn 
dort steht universa alia, so können nicht nur die 2 Hufen von 1221 (s. Urk. No. 17) 
gemeint sein. Da wir aber andere Begabungen aus früherer Zeit nicht kennen, 
nach dem Wortlaut der Bestätigungsurkunde aber angenommen werden muß, 
daß der DO. in Altengöttern damals schon größeren Besitz hatte, so kommt dafür 
nur dieser Tausch in Frage. Deswegen meine ich, daß auch die Ausstellung 
der beiden Urkunden schon 1224 erfolgt ist, wie Abtsjahr und Indiktion angeben. 
Wann die Besitzungen, die das Hersfelder Stift erhält, an den DO. gekommen 
sind, habe ich nicht feststellen können. — Siegel: aus rotem Wachs, etwas be- 
schädigt; a. Publ. a. a. 0., Tfl. Siegel No. 7. 



1 ) Hermann v. Salza, Hochmeister 1210 — 1239. Ueber ihn s. jetzt W. Cohn, H. v. S. 
— 2) Ludwig I. — 3) Deutschmeister. Ueber ihn s. v. Nathusius-Neinstedt. — 
4) ist 1243 — 45 Deutschmeister, vorher gehörte er jedenfalls zu der näheren Umgebung 
Hermanns v. Salza. — 5) schon 1221 Okt. 13 (Urk. No. 16). — 6) 5. Urk. No. 16 
V. [1221 Okt. 13]. — 7) Nur hier. — 8) Er ist der in W, 15 genannte Heinrich 
Sygewin aus Reiclienbach in Hessen. — 9) Ueber ihn s. Mittl. a. d. Geb. d. Liv-, 
Esth- u. Kurland. Gesch. 11 (1868), S, 97, Anm. 17 f. — 10) Andreas v. H. ist 1220—22 
in den DO. eingetreten und hat nie ein bestimmtes Amt bekleidet. Er starb 1269 April 21. 

28. AU Ludwig fl.J von Eersfeld tauscht mit dem DO. die Klostergüter 
in Altengöttern gegen Liegenschaften des DO. an anderen Orten. 

12[24 Juli]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1486; Perg. Urk., stark brüchig, mit 
Leinen auf d. Bücken geklebt, mit (fehlendem) Siegel an rotbraunen Seiden- 
fäden. 

Auf sehr.: Confirmacio domini abbatis Hersveldensis de bonia in Guthrurn. 

Druck: kurzes Reg.: v Hagke, Weißensee, S. 291 (m. Dat. 1295); — Doben- 
ecker II, 2253. 

Bemerk.: Datum: Ludwig ist erst 1216 Abt geworden, also muß ein X ausgefallen 
sein; die Abtjahre entsprechen 1224; s. a. Urk. No. 27 v. 122[4 Juli]. — Ein 
Teil der Hufen wird jedenfalls 1300 Okt. 25 (Urk. No. 643) an das DOH. Mühl- 
hausen-Altstadt verkauft. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Ludewicus dei gracia 
Hersveldensis ecclesie abbas omnibus in perpetuum. Labilis est hominum 
memoria, necessario scripturarum deposcens animinicula, ut quotiens 
aliqua fiunt, que sunt digna memoria, scripto commendentur, ne protractu 
temporis oblivionis aut ignoraneie vicio retractentur. Proinde notum 
esse cupimus universitati fidelium, ad quorum noticiam presens pagina 
pervenerit, quod dilectus nobis in Christo venerabilis frater Hermannus 
domus hospitalis Theut[onice] sancte Marie in Iherusalem magister cum 
ecclesia nostra quandam commutacionem fecit quorundam prediorum, 
que quia prudentum ac religiosorum virorum consilio pro commodo 
utriusque partis, domus videlicet iam dicte nee non ecclesie nostre, 
facta esse dinoscitur, necessarium esse credimus eandem commutacionem 
seriptis ita firmari, quod a nuUo hominum casu aliquo valeat infirmari. 
Sciant itaque universi, quod predictus frater Hermannus confratrum 
suorum habito consilio et consensu adhibito bona, que domus predicta 
habuit in villa videlicet Louchstede quatuor mansos, in Trebere unum, 
in Wigendorf tres, in Eisen quatuordecim, in Kindebruccen sex, in 
Escheleiben septem et dimidium, in Toteleiben et in Heilingen duos 



g2 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

et dimidiiim ecclesie nostre contulit cum hominibus eiusdem, bonis 
attinecnibus et omnibus aliis attineneiis eorundem pleno iure proprietatis 
possidenda, pro quorura commutacione nos cum consensu nostri collegii 
hanc nostram proprietatem omne scilicet predium et bona, que ecclesia 
nostra habuit in villa, que vocatur Aldenguteren, que viri nobiles Gunterus 
et Heinricus, comites de Swarcburc, a nobis inmediate in feodo et ab 
ipsis Rudolfus pincerna de Vargela similiter feodali iure tenebat, scilicet 
viginti quatuor mansos et si quid aliud est amp[liu]s *) forte latens et 
subtractum et generaliter omnem proprietatem, quam ecclesia nostra 
in villa iam dicta habuit cum hominibus eisdem, bonis attinencibus 
et cum ecclesia sancti Wiperti cum dote et omni iure suo et libertate, 
qua eam habuimus nee non cum molendino, pratis, salictis, piscariis, 
aquarum decursibus, omnibusque locis, cultis et incultis, viis et inviis 
servitutibusque et omnibus pertinenciis suis privatis et communibus et 
cum omni ac pleno iure et libertate, qua ecclesia nostra eadem bona 
habuit, perpetuo proprietatis iure tam dicte domui Theutonice et eius 
nomine fratri Hermanno Ottir preceptori Alemannie tradidimus tocius 
nostri capituli expresso accedente consensu incorporalem possessionem 
omnium predictorum, que libere et quiete ac sine omni contradictione 
hactenus ecclesia nostra possedit, eosdem fratres induci facientes. Summa 
autem predicte proprietatis a iam dicto magistro domus Theutonice 
nobis coUate est triginta et octo mansi. Quibus licet proprietas sepe- 
dicta eisdem fratribus tradita pleno et sufi'icienter videatur restaurata, 
dictus tamen pincerna de Vargel[a]ä), cuius consilio et promocione sepe- 
dicta bonorum commutacio facta est cupiens ecclesiam nostram cui 
fidelitatem hom[inii]^) in eadem commutacione proficimus pocius quam 
dampnum, ecclesie nostre addidit [quatujor^) mansos sue proprietatis 
in villa Herversleiben eodem iure, quo predictos possidendos. Igitur 
ut hec permut[a]cio^) [firma]^) pcr[ma]neat '') in perpetuum hanc paginam 
memorato fratri ac eius domui dedimus sigilli nostri appensione robo- 
ratam, scripta ipsius cum sigilli sui appensione recipiemus ab ipso. 
Huius itaque facti testes sunt: Johannes prep[os]i[tu]s^) maioris ecclesie 
in Hersvelde, Wigandus prepositus Montis sancti lohannis, Ekkehardus 
prepositus Montis sancti Petri, Gunterus prepositus de Mimeleiben, 
Roho [prepo]si[tu]s ^) de Gelingen, Elbewinus prepositus de Lacu, noster 
camerarius, Heinricus prepositus de [Cruce]berc*), Hugo prepositus de 
Monte sancte Walburge in Arnestede, Johannes prepositus de Breuingen, 
[Arnoldus prepositus]^) de Owc, Gunterus decanus de Ordorf, Heinricus 
dapifer noster, [Conrjadus^) dispensator nostre domui in Sereienberc "^j, et 

alii quam plures. Acta sunt hec anno inca[rnacio]nis^) domini m.cc.[x]x 



quinto, anno institucionis nostre viii. 

a) 0.; [] = Loch. b) 0: prepts. c) 0.: vielleicht auch Freienberg. 

29. Heinrich, Herzog von Sachsen, hestätigt den Brüdern des Deutschen 
Hauses Güter zu Altengöttem. Braunschweig, 1224 Sept. 30. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 33 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 259; Perg. Urk. mit schlecht erhaltenem 
Siegel an brauner Schmir (O.). 

Aufschr.: Littera coUacionis ducis Saxonie de bonis in Aldenguttem. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 8 (A.). 

Ueberschr.: Littera collacionis ducis Saxonie de bonis in Aldenguttem. 
Abschr.: Ebendas., Orig. 260^, ältere Uebersetzung ( B.) (zu Sept. 1). 
Abschr.: Ebendas., Kapsel 122, No. 103; ältere Uebersetzung in Abschr. (N.J. 
Abschr.: Ebendas., Kapsel 122, No. 103^, moderne Abschrift um 1800 m. Dat. 
Aug. 31. 

Druck: Heinemann, Heinrich v. Braunschweig, S. 335, No. 17. — Reg.: Dobenecker 
II, N. 44 (zu 1223); — Mittl. Hohenleuben, 47.(49. Jg. (1878), S. 4. 

Bemerk.: B., eine alte Uebersetzung des 14. Jhts. auf Papier, steht mit 3 anderen 
Urkk. zusammen auf gleichem Blatt. 1 u. 3 auf der Vorder-, 5 u. 4 auf der Rück- 
seite des Blattes. Eigentlich zwei gleich große Blätter, die zusammengeklebt waren. 
Jahreszahl: czwolff hundirt iare in dem vyer undczwenczigisten iare an der 
eylften indicczien in dere andirn kalendin des herbist mandin. — Jahr: 
0. u. A. geben 1224 an, die Ind. ist allerdings zu 1223. — Schrift: mehrfach 
verwischt und unleserlich. — Siegel: Reitersiegel, in d. r. Hand ein Schwert; 
nur bruclistückartig erhalten, infolge untergeklebter roter Masse zusammengehalten. 

Henricus dei gracia dux Saxonie, comes palatinus Rhenanus omnibus 
hoc scriptum videntibus salutem. Notum esse volumus tarn presen- 
tibus quam futuris Cliristi fidelibus, quod fratres domus Teutonice^) 
quedam bona Guttirn^) in Tiiuringia sita, que [i]ure'=) hereditario nobis 
pertinebant, ex nostro consensu conparaverunt unde eadem bona et uni- 
versa alia ab eisdem fratribus sub eodem titulo prius conparata aut 
eciam gratis collata pro salutari omnium parentum nostrorum memoria 
duximus confirmanda et presenti scripto atque sigillo nostro corrobo- 
randa, ne contra prefatam domum aut fratres ulla inposterum oriri 
possit contradictio aut nota impedimenti. Testes eciam, qui huic facto 
interfuerunt, decrevimus annotare: Bernardus de Dorstaf^), lordanus 
dapifer noster, Wilhehnus^) marscalcus^) noster, Gevehardus dapifer de 
Luneburch, Thidricus de Monte et alii quam plures. Datum Bruns- 

^Wchs) anno dominice millesimo cc.xxiiii.^), indictione undecima, 
secundo kalendis Octobris. 



a) A.: Theutonice. b) A: Guttern. c) i steht bei O. im Riß. d) A.: 

Bernhardus de Dorstat. e) N.: Willeke. f) A.: marsohalcus. g) A.: 

o 

Brunswig. h) A.: M.CCXXilll. 

30. Burchardus [V.] et Gevehardus [V.] frater eins de Querenvorde 
übertragen de bonis imperii octo mansos et areas et alia attinencia 
in Rideburch, que iure beneficii quidam Philippus a nobis habuit, 
beate dei genitricis Marie et fratribus ad hospitale Theutonice 
domus lerosolimitanum zum Seelenheüe ihres Vaters. 

Es siegeln die Aussteller mit einem Siegel (sigilli nostri fecimus 
munimine communiri). 

Zeugen: Conradus episcopus de Sichem, Burchardus [VI.] burgra- 
vius de Magdeburg, Sifridus comes de Blankenburch, Burchardus 
comes in Mansvelt, Theodericus de Trebecz, Heinricus Dens de 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 3 



34 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Uphiisen, Heinricus de Sman, Theodericus de Scofse, Lambertus 
de VrümiiLkestede. 

Acta sunt hec anno dominice incarnacionis m^.cc". vigesimo 
quinto. 1225 [vor Juni 21]. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 149^—^. 

üeberschr. : Littera de VIII mansis domui donatis de bonis in Ridenburk. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 38^. 

Üeberschr.: Copia super octo mansos et areas de bonis in Rideburch. 
Reg.: Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 80, No. 3. 

Druck: GQuPr Sachsen N. R. 10, 188. — Reg.: Dobenecker II, 2212 mit 
weiteren Hinweisen. 

Beinerk.: Datum: Am 21. Juni 1225 starb Conrad episcopus de Sichern, Mönch im 
Kloster Sittichenbach, früher Bischof von Halberstadt, s. ÜB. Hochstift Halber- 
stadt I, 571. — Die Urk. ist die Bestätigung der Schenkung in Urk. No. 10; der 
damalige Schenker ist der jetzt unter den Zeugen an zweiter Stelle genannte 
Burggraf Burchard [VI.] v. Magdeburg. Ueber die edlen Herren v. Querfurt 
s. Magdeb. Gbll. 6, S. 51. 

31. Bruno [U.], Bischof von Meißen, beschwert sich heim Papst Eo- 
norius [III.] darüber, daß die reg. Chorherrn aus dem von ihm ge- 
gründeten Stift in Porstendorf vertrieben worden seien und die DO- 
Brüder dieses Stift erhalten hätten. [1225 vor Juni 21]. 

Aus: Urk. No. 34 v. 1225 [Sept. vor 24]. 

Bemerk.: Zum Datum (Todestag von Konrad, geives. Bischof von Halberstadt, 
V. 21. Juni 1225) s. v. Krosigk, ÜB. Farn. v. Krosigk III, 299. 

32. Papst Eonorius III. bestellt eu Schiedsrichtern in dem Streite zwischen 
dem Bischof Bruno [IL] von Meißen und dem Eochmeister Eermann 
von Salza Deutschen Ordens wegen des Stiftes in Porstendorf die 
Bischöfe Konrad von Ealberstadt und Ekkehard von Merseburg und 
de^i Propst Poppo von Kloster Neuwerk bei Ealle. 

[1225 vor Juni 21]. 
Aus: Urk. No. 34 v. 1225 [Sept. vor 24]. 

33. Auf dem Vergleichstag in der Thomaskirche eu Leipzig, den die gen. 
Schiedsrichter mit Bischof Bruno [IL] von Meißen und den Be- 
auftragten des DO. bezüglich ihres Streites über das Stift in Porsten- 
dorf abgehalten haben, kiynnen sie keine Einigung herbeiführen. 

[1225 vor Juni 21]. 
Aus: Urk. No. 34 v. 1225 [Sept. vor 24]. 

34. Ekkehard, Bischof von Merseburg, und Poppo, Propst des Klosters 
Neuwerk in Ealle, entscheiden den Streit zivischen dem Bischof 
Bruno [IL] von Meißeii und dem DO. über den Besitz des Augustitier- 
stifts in Porstendorf. 

Halle, Marienkirche 1225 [Sept. vor 24]. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 35 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Transsumptbtich Ms. B, 2, Bl.200^ — 201^ 
(T.). 

Ueberschr.: Ordinacio et confirmacio episcopi Mersburgensis super curie 
Borsindorff. 
Abschr.: Domkap. A., Naumburg (Akten, die beiden Kapitulshölzer betr.) LVa, 

No. 2 (15. Jht.), Bl. 7 (N.). 
Abschr.: Stadtbibl. Naumburg Ms. 30, BL Ja u. Bl. 53^—^, Uebersetzung 
(IG. Jht.). 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, ISO. — Reg.: Dobenecker 11, 2230 mit weiteren 
Angaben; — ferner GQuPrSachsen 36, 193; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. 
(1S78), S. 4 (Reg.). 

Lit.: ZThürGuA. 21, S. 369 f.; — W. Cohn, H. v. Salza, S. 82 Anm. 3. 

Bemerk.: Zum Datum vgl. die Ausführungen Bierbachs in GQuPrSachsen N. R. 
10, 189. — Cod. dipl. Sax. reg. 11, 1, 99 gibt fälschlich ind. VIII an. — üeber 
die Abweichungen der einzelnen Handschriften vgl. Bierbach ebdas. Da T. einmal 
de domo Teutonicorum ausschreibt, müssen die Abkürzungen wohl alle so auf- 
gelöst werden. — Ueber H. magistrum vgl. die Ausführungen bei v. Nathusius- 
Neinstedt, S. 11; Koch, Hermann v. Salza, S. 136 f. u. Lorch, Hermann v. Salza, 
S. 32 ff. Es kann hier nur der Hochmeister gemeint sein. — N. hat viele 
Abweichungen. 

E[klieharclus]i)^) dei gracia Mersburgensis episcopiis et P[oppo]2)^) 
Novi Operis in Halle prepositus iudices a sede apostoliea delegati Omni- 
bus hoc scriptum inspecturis salutem in perpetuum. Noverint universi, 
quod cum nos una cum coUega nostro pie memorie C[onrado] ^) de Sichem 
quondam Halberstatensi episcopo causam, que vertebatur inter venera- 
bilem B[runonem]*) Misnensem episcopum ex parte una et H[erman- 
num]^) magistrum et fratres de domo Teutunica ex altera super 
reformacione monasterii in Borsendorff, a sede apostoliea suscepisse- 
mus iure canonico terminandam, nos partes, ut debuimus legittime 
citavimus, locum eis in ecclesia beati Thome in Leiptz primitus assig- 
nantes, ubi, cum Misnensis episcopus personaliter compararet°) et qui- 
dam fratrum de domo Teutunicorum cum litteris prociu'acionis ex parte 
altera, idem episcopus monasterium in Borsendorff, quod de consensu 
heredum suorum et auctoritate Moguntinensis archiepiscopi loci dioce- 
sani in predio suo ita fundaverat, ut ibidem essent canonici reguläres 
deo servientes, quos prefati fratres de domo Teutonicorum sine sua 
connivencia eiecerant et, ut videbatur, monasterium in grangiam con- 
verterant, cum loci esset patronus, petebat in statum pristinum refor- 
mari. Super quo cum aliquamdiu fuisset litigatum, tandem diem alium 
et locum eis in Halle in ecclesia beate Marie prefiximus. Ubi cum partes 
plenius instructe coram nobis apparerent, nos, ut debuimus, vias pacis 
attemptavimus, et sie tandem de voluntate et consensu parcium statui- 
mus, ut, quamvis sine consensu Misnensis episcopi locus in Borsendorff 
ad fratres de domo Teutonicorum translatus fuisset, quia tamen de 
voluntate et mandato dioecesani episcopi factum erat, B[runo] episcopus 
Misnensis pro iure patronatus, quod solum in Borsendorff habebat ius 
patronatus ecclesie in Pulsnitz, que in sua diocesi sita est, reciperet a 
fratribus memoratis et sie commutato iure patronatus in Borsendorff 
fratres de domo Theutonicorum plenum ius nuUo reclamente ibidem 



36 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

nostra et sedis apostolice auctoritate retinerent. Itaque dictus episcopus 
ordinacionem domini Moguntini circa sepe dictum cenobium coram 
nobis confessus est se ratam habere, et omne ius, quod in Bursendorff 
habebat, cessit fratribus memoratis, illis quoque ius, quod in ecclesia 
in Pulsnitz habebant, episcopo assignantibus. Nos igitur hanc ordinacio- 
nem auctoritate nostra confirmavimus et in perpetuum valituram si- 
gillorum nostromm munimine roboravimus. Nulli ergo hominum fas 
sit hanc nostre ordinacionis paginam immo verius sedis apostolice, cuius 
auctoritate fungimur, infringere aut ei ausu temerario contraire. Quod 
si quis presumpserit, indignacionem dei omnipotentis et nostram ex- 
communicacionem se senciat incurrisse et in futuro cum Daton et Abiron, 
quos terra vivos absorbuit, accipiat porcionem. Acta sunt hec in Halle 
in ecclesia beate Marie perpetue virginis anno ab incarnacione domini 
M°cc*'xxv°, indictione xiii. 

a) N.: Ecehardus. b) N.: Paulus. c) T.: compareret. 



1) Ekkehard, B. v. Merseburg 1216 — 1240. — 2) Poppo, Propst des Klosters 
Neuwerk 1211, f spätestens 1246 Juli 16. — 3) Konrad v. Krosigk, B. v. Halber- 
Stadt 1201- — 1208, f als Mönch im Kloster Sittichenbach 1225 Juni 21. — 4) Bruno II. 
V. Porstendorf ( ?), B. v. Meißen 1209 — 1228. — 5) Hermann v. Salza, Hochmeister, 
vgl. V. Nathusius-N einstedt. Die Annahme von Bierbach in GQuPrSachsen a. a. 0., 
daß es der Deutschmeister Hermann Otter ist, läßt sich nicht halten. Gerade sein Hinweis 
auf Urk. No. 37 v. [1226 um Jan. 28] spricht gegen ihn. Der Titel des Deutsch- 
meisters ist preceptor per Alemanniam (oder in Alemannia^. 

35. Ludvüig, Landgraf von Thürmgen und Pfakgraf von Sachsen, be- 
kewnt, quod dilectos nobis in domino fratres domus hospitalis 
Theutonicorum sancte Marie in Iherusalem, quos divina gracia 
ad salutem nostram et nostrorum in terris, in quibus ius et po- 
testatem habemus, habitare concessit, pietatis ac dilectionis non 
parve oculis respeximus, deum et immaculatam eins genitricem 
in ipsis honorare cupientes, ut servicii, quod die noctuque ipsis 
exhibetur ab eisdem, participes fieri mereamur. In Uebereinstm- 
mung mit seinen Brüdern Heinrich und Konrad verzichtet er auf 
omne ius, quod in omnibus possessionibus eorum, quas habent 
et habituri sunt, in terris nostris, habere dinoscimur, für ewige 
Zeiten und befreit sie ab omni teloneo et exactione per onmes terras 
et fora dicioni nostre subdita. 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: dominus AVrezlaus filius regis Boemie, comes Fridericus 
de Bichelingen, comes Albertus de Kevernberc, comes Burchardus 
de Luterberch, comes Heinricus de Stalberch, Ludevicus comes 
de Warperch, Meinardus comes de Muleburch, Thcodericus comes 
de Berka, (ihevehardus de Arnstein, Ludolt'us de Berlstete, Hart- 
mannus de Ilclderungen et Heinricus filius eiusdoni, Hüdolfus 
pinccrna, liermannus dapifer et CunemuiuUis et Berthogus fratres 
eins''), Heinricus de Ebersperch marscalcus, Heinricus de Vanre 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 37 

camerarius, Fridcricus de Ratolverot, Waltherus de Tennenstete, 
Waltherus de Vargcla, Hcrtwicus de Hursegowe, Heinricus de 
Chornre, Hernian[iius] de Kodolvestat, Teodericus et Albero de 
Vichbeche, Ulricus de Tullestete, Ecchehardus et Hugo de Sume- 
ringen, The[o]dericus et Teodericus de Roeldehusen, Everher de 
Salza et Rüdolfus de Bulcigesleibe, Dietherus de Loucha notarius. 
Acta sunt hec in AVicense, anno gracie m'^.cc". vicesimo v". 

Weißensee, 1225. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 268; Perg. Urk. m. ziemlich gut er- 
haltenem Reitersiegel an braunen Seidenfäden (0.). [Danach: Cod. dipl. Sax. 
reg. I, 3, S. 349. J 

Orig.: SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg. Urk. m. gut erhaltenem Reiter- 
siegel an braunem Seidenfaden. [Danach: Publ. PreußSAen. 3, 13.] 
Orig.: Ebendas.; Perg. Urk. m. beschädigtem Reitersiegel. 
Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 66^.b. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 1, Oen. No. 15. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 9, Bl. 88 (Uebersetzung). 
Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6, 1, No. 685. 

Ueberschr.: Emancipacio fratrum a theloneo et exactione facta per do- 
minum Lüdewicum Thuringie lantgravium. 

Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 3, 349. — Reg.: Dobenecker II, 2261, mit 
weiteren Hinweisen; — ferner: Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Familienkunde 
XLIX, S. 58, No. 44 (fehlerhaft); — v. Hagke, Kreis Weißensee, S. 50, 329, 708. 

LH.: ZThürChiA. 1, S. 957 u. 24, S. 107; — ZHessGuLkde 30 (1895), S. 82; — 
Völkel, S. 11; — Alberti, DOSchleiz, 8. 7 f.; — Deichmüller, S. 167; — Falken- 
stein, Thür. Chron. 2, 2, S. 1345 (z. J. 1223) u. S. 1356 (z. J. 1235); — 
Arnstadt, Vargula, S. 46. 

Bemerk.: Ueber die Abweichungen der Originale voneinander vgl. Cod. dipl. Sax. 
reg. I, 3, No. 349. 



a) 0. : Hermannus dapifer, Rodolf us pincerna, Kunemundus et Berthous fratrea 
sui ; Kunemund und Berthous sind, wie die Marburger Orginale richtig angeben, Brüder 
von Hermann, Truchseß von Schlotheim, und nicht von Rudolf, Schenken von Vargula. 

36. Diplomatische Notiz, daß der Deutschmeister Hermann [gen. Otter J 
sich entschlossen hat, zur Beilegung des Streites zwischen Kloster 
Pforte und seinem Orden über die leiden Güter in Porstendorf das 
dem Orden gehörige Gut für 505 Silbermark an das Kloster zu ver- 
kaufen ea condicione, ut novem marcas singulis annis ante festum 
Pentecostes nobili matronae luttae de Wildenfels et unam carra- 
tam vini magistro lohanni canonico Mersburgensi de possessionibus 
iUis solveret et prospiceret de sustentacione duobus sacerdotibus 
uni diacono et uni subdiacono, dicto vero Johanne et matrona 
niortuis pensio illa novem marcarum et carratae vini rediret ad 
Portenses. 
Acta sunt haec apud Nuwenburg, 5, kal. Febr. 

Naumburg, [1226] Jan. 28. 

Druck: Reg.: Bertuch-Schamelius, Chronicon Portense I, 66; — s. a. Dobenecker 
II, 2269 mit weiteren Hinweisen; — ZThürGuA. 21, S. 370. 



38 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Bemerk.: Vgl. dazu ürk. No. 40 v. 1226 Juni 2, wo der Kaufpreis auf 520 Mark 
festgesetzt ist. — Eine handschriftliche U eberlief erung ist nicht vorhanden. 
Dobenecker nimmt eine Vorverhandlung als wahrscheinlich an, die bei der Schwierig- 
keit der Porstendorfer Angelegenheit sicher stattgefunden hat. 

37. Frater H[ermannus] dictus Otter domus hospitalis Theutonicomm 
sancte Marie virginis in Iherusalem humilis preceptor in Alemania 
überträgt es, consilio fratrum nostrorum adliibito, da er selbst nicht 
eugegm sem kann, fratribus nostris Philippo^) et Rudolpho^), die 
Streitigkeiten zu schlichten, die inter doraum nostram et Portenses 
fratres in Borsendorff bestehen. [1226 um Jan. 28]. 

Hdschr.: Abseht.: Bücherei Schulpforte Transsumptbuch, Ms. B, 2, Bl. 205^ (T.). 
Ueberschr.: Decisio controversie. 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 2289 m. weiteren Hinweisen; — ferner: Wolff, 
Chronik d. Kl. Pforta II, 3 (1846); — ZThürGuA. 21, 370; — GQuPrSachsen 
N. R. 10, 191 (Reg.). 

Bemerk. : Zum Datum s. Urk. 36, vgl. aber Dobenecker II, 2289 (m. Datum [v. 1226 
April 2]). Doch ist es besser, die Zeit [1226 um Jan. 28] anzunehmen. Vielleicht 
beruht sogar diese Bemerkung auf der Ernennung der KorMure Philipp u. 
Rudolf zu Provisoren in dieser Angelegenheit, so daß als Datum [1226 Jan. 28] 
in Betracht käme. GQuPrSachsen N. R. 10, 191 nehmen ah Datum [1226 Jan.- 
März] an. — D. Urk. ist unterschrieben: Concordat cum suo originali, cuius ego 
Johannes Neuhoeffer notarius testis sum. Ein ähnlicher Beglaubigungs- 
vermerk fand sich schon unter Urk. No. 34. 



1) Komtur v. Halle. 2) Komtur v. Porstendorf u. Altenburg. 

38. Vergleich zwischen dem Kloster Pforte und dem DO. über Porsten- 
dorf. Merseburg, 1226 April 2. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 271; Perg. Urk., durch Wurmfraß 
stark beschädigt, mit 2 stark beschädigten Siegeln an Hanfschnüren (0.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 70b (A.). 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 2290 m. weiteren Hinweisen; — ferner: ZThürGuA. 
21, S. 370 f.; — GQuPrSachsen 36,195 (Reg.) u. N. R. 10, 192^ (Reg.). 

Bemerk.: Siegel: 1. Abt v. Kl. Pforte: Abt m. Hirtenstab; d. untere Drittel fehlt. — 
2. Bischof V. Merseburg: Schwan; zwei abgefallene Teile wieder befestigt. 

W.[inemarus]i) dei gracia abbas Portensis omnibus presentem 
paginam inspecturis salutem in domino. Cum viri religiosi rogare, que 
ad pacem sunt, specialiter ammoneantur, nosse volumus universos pro 
bono pacis^') et coneordie super predio in Borsindorf fratrum*') hospitalis 
sancte Marie Teutonicorum, occasione cuius controversia et grave scan- 
dalum inter ecclesiam nostram et ipsos fuit subortum, ut omnis dissensionis 
in posterum amputaretur materia et hinc inde quieti contemplacionis 
sine impedimento et salutis nostre dispendio sincerius vacare possemus, 
mediantibus viris discretis H[einrico]-) venerabili preposito, Johanne^) 
canonico et lohanne milite, Merseburgensibus, cum fratribus predicte 
domus l'hylippu in Hallis et Kudolfo in Aldinburc et Borsindorf provi- 
soribus expressum mandatum voluntatem et auctoritatem fratris H[er- 



ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 39 

manni] Ottir<^) preceptoris in Alemannia super hoc specialiter nobis 
exhibentibus, nos cum consilio et voluntate totius conventus nostri 
taliter convenisse, quod totura predium in Borsindorf ad predictam 
domum spectans cum areis, edificiis, agris, vineis, silvis, salictis, pascuis, 
piscariis, aquarum decursibus, montibus, collibus et vallibus, viis et 
inviis, omnibusque suis pertinenciis tantum ibidem sitis, exceptis omnibus 
mansis et redditibus extra terminos predicti predii alibi sitis, quos usibus 
suis expresse retinuerunt cum omni iure et libertate, qua predictum 
predium domus ipsorum possidebat, monasterio nostro de manibus 
predictorum fratrum precio quingentarum et xx*' marcarum compara- 
vimus sub ea forma, quod cuidam nobili matrone I[utte de]*^) \¥ildenvels 
singulis annis ante pentecosten, ix. marcas argenti in domo sua ubi- 
eunque^) fuerit ad dies vite sue persolvamus, ita quod post mortem 
eiusdem onus predicte solucionis extinguatur et preterea lolianni'*} 
canonico Merseburgensi boni vini carratam preter aliam, quam ante 
de manu nostra habebat, diebus vite sue in quocunque^) statu fuerit 
persolvamus. Insuper onus predictorum fratrum de ordinandis in eadem 
ecclesia divinis videlicet in provisione duorum sacerdotum unius diaconi 
et unius subdiaconi super quibus ibidem tenendis domino archiepiscopo 
Maguntino*) et Erfordensi capitulo frater H[ermannus] Ottir se astrinxerat, 
in nos suscepimus. Super eo autem quod idem frater H[ermannus] 
archiepiscopo et capitulo predicto de non alienandis eisdem bonis, sed 
in sua forma domui sue retinendis se obligavit, taliter in[ter]^) nos con- 
venit, quatinus nos cum eis apud dominum legatum communiter in- 
stemus«), ut precum suamm instancia fratribus ab archiepiscopo et 
capitulo predicta relaxetur obligacio vel, si hoc legatus obtinere non 
valuerit, ipse magno bono pacis et concordie et utilitate utriusque domus 
pensata, presertim cum ipso disponente res ad hunc statum devenerit 
predictam obligacionem sua solvat et casset auctoritate, quo facto ipsi 
fratres proprietatem dicti predii in manus legati contradent nostro 
tradendam monasterio. Tradicione vero taliter celebrata et super omni- 
bus predictis confirmacione domini legati habita fratres a nobis erunt 
absoluti, tantum amicicie, caritatis, mutui consihi et auxilii secundum 
deum debitores. Si vero quod est inopinabile per dominum l[eg]atum^) 
de supradicta obligacione non fuerit determinatum, ne pere[at]') tante 
utihtatis contractus apud archiepiscopum cum fratribus dicte obli- 
gacioni relaxande bona fide operam dabimus dihgentem, ita quod, si 
gratis id promoveri non poterit, nos duas partes oneris et inpensarum, 
quas negocii requirit consummacio, agnoscemus, fratres vero tantum 
terciam partem sustinebunt. Quod si nullo predictorum modorum res 
posset tenninari, nos possessionem eiusdem predii, quam nobis cesserunt, 
fratribus cum edificorum, fructuum et aliorum omnium plena integritate 
restituemus, de laboribus et expensi[s]'^), quas medio tempore quolibet 
modo inpendemus nichil recepturi, pena contractu! apposita, si per neu- 
tram parcium eins steterit consummacio hinc inde cessante. Preterea 
ad solvendam in HaUis mediam partem pecunie supradicte in vigilia apo- 



40 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

stolorum Symonis et lüde 5) vel prius et alteram medietatem in vigilia 
apostolorum Philipp! et lacobi«) vel ante de argento Vriburgensi, 
Aldinburgensi, Pigaviensi vel equivalenti et de ydoneis fideiussoribus 
super eadem pecunia ante fe[s]timi') sanete Walpurge') nunc proximo 
ventunim, quos ipsi voluerint dandis nos obligavimus. Contractum 
autem huius modi fide vicissim inter nos et insuper in manus prepositi 
Merseburgensis ab utraque parte prestita et pena centum marcarum 
pari consensu vellavimus, ita ut pars, per quam steterit quominus pre- 
dieta observentur, ad Statute pene solucionem teneatur'^). Testes huius 
rei sunt: H[einricus]2) prepositus, Johannes 3) canonicus, Johannes 
mües, Merseburgenses ; Conradus cellerarius, lohannes monachus, Hele- 
wicus, Rudolfus conversi, Portenses. Acta sunt hec in Merseburc in 
curia maioris prepositi anno domini m.cc.xxvi, iiii. nonas Aprilis, in- 

a 

dictione xiin^ ^). 

a) 0.: i mit schwarzer Tinte, dahinter Rasur, darauf s geschrieben. h) 0.: 

Das erste r Majusk. c) 0. : r Majusk. d) 0. : bis auf den ersten und letzten 

Buchstaben unleserlich. e) Böhme: cumque. f) 0.: [] fehlt durch Bruch. 

g) 0.: -Stern zum Teil durch Bruch zerstört. h) 0.: [ ] fehlt durch Loch. i) 0.: 

[ ] fehlt. k) 0.: [ ] abgefressen. 1) 0. : stark beschädigt, so daß die Indiktion 

nicht sicher lesbar. 



1) Winnemar, Abt von Kloster Pforta 1190 — 1234. — 2) Heinrich, Propst von 
Merseburg 1116—1126. — 3) Johannes 1125 f., vll. J. v. Dorla. — 4) Siegfried II. 
V. Eppenstein, EB. v. Mainz 1202—1230. — 5) Okt. 27. — 6) April 30. — 
7) Mai 1. 

39. Philippus in Hallis, Rudolfus in Aldinborg et Borsindorff provi- 
sores, fratres hospitalis sanete Marie Teutonicorum bekunden, daß 
sie den Streit mit dem Kloster Pforte, pretextu nimie vicinitatis 
grangiarum in Borsindorf exorte^) voluntate, auctoritate et expresso 
super hoc speciali magistri nostri, fratris Hermanni Otter in Ale- 
mannia preceptoris und mit den vn der vorigen Urkunde genannten 
Personen H[einrico] venerabili preposito, Io[hanne] canonico, lo- 
[hanne] milite, Merseburgensibus, beigelegt haben. Es folgen dann 
wörtlich die Bestimmungen der vorhergehenden Urkunde, sofern nicht 
die Person der Aussteller eine Aenderung erforderte. 

Zeugen: H[einricus] prepositus, Io[hannes] canonicus, Io[hannes] 
milcs, Merseburgenses; C[unradus] cancellarius'^), Io[hannes] mo- 
nachus, Rudolfus et Helwicus conversi, Portenses. 

Acta sunt hec in Merseburg in curia maioris prepositi anno 
domini m^cc^xxvi", indictione xiiii, im nonas Ai)rilis. 

Merseburg, 1226 April 2. 

Hdschr.: Abschr.: StBibl. Naumburg a. S., Ms. 30, Papicrha. (früher A. 85), 
Bl. 3a. 
Ahsrhr.: ebendas., Bl. 55^—^. 
Abschr.: ebendas., Bl. 56^. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 41 

Druck: Reg.: Dobenecker II, 2291 m. weiteren Hinweisen; — ferner: ZThürGuA. 
21, S. 371; — GQuPrSacUen 36, 195 (erwähnt) u. N. R. 10, 192^ (Teildruck). 



a) exorta. b) muß cellerarius heißen. 

40. Frater Hermannus de Salza magister domus hospitalis sancte 
Marie Teutoniconim in leriisalcm verl-auft wegen des Streites, der 
mfolge der Nachbarschaft in Porstendorf zwischen dem Kloster Pforte 
und den deutschen Brüdern ausgebrochen ist, dem Abte und Konvente 
des Klosters die dortigen Besüzungeyi des Ordens precio quingentarum 
et viginti marearum unter der Bedingung, ut novem marcas singulis 
annis ante festum Pentecostes nobili matrone lutte de Wildenvels 
et unam carratam vini magistro lohanni canonico Merseburgensi 
de possessionibus ipsis solvant et provideant ibidem duobus saeer- 
dotibus, uni dyaeono et alteri subdyacono, predicto vero magistro 
lohanne mortuo et matrona prefata mortua pensio tarn novem 
marearum quam carrate vini ad Portense monasterium libere rever- 
tatur. So überträgt er den Besitz den Konversen des Klosters, Hel- 
wico et Rudolfo, die von Abt und Konvent zu Prokuratoren bestellt 
worden sind. o o o o 

Actum apud Mantuam anno domini m cc xx vi, quarto nonas 
lunii, presentibus venerabilibus patribus Cunrado Portuensi et 
sancte Rufine episcopo, apostolice sedis legato, Geroldo patriarcha 
lerosolomitano, Heinrico Mediolanensi archiepiscopo ^), Cunrado 
Hyldensemensi, lacobo Veronensi, Gratia Parmenensi (!), vice- 
domno Placentino, Alberto Brissiensi, Heinrico Ma[n]tuanensi^), 
episcopis, Heinrico abbate Augensi, magistro Degenhardo preposito 
in Hoge Herbipolensi, Ulrico scolastico Argentinensi ; Heinrico de 
Honloch, lohanne de Beias, Leonardo de Bretenorio, Rudolfo de 
Gevekensten, fratribus predicte domus nostre. 

Mantua, 1226 Juni 2. 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Diplomatarium Portense, Ms. B, 1, 
Bl. 19 (D.). 

Ueberschr.: Protectio fratris Hermanni magistri domus Theutonice super 
vendicione Borsendorf. 
Abschr.: Ebendas., Transsumptbuch Als. B, 2, Bl. 201^ (T.). 
Abschr.: StBibl. Naumburg, Ms. 30, Bl. 5^ und in Uebersetzung Bl. 50^ u. 50^. 
Druck: GQuPr Sachsen 33, 94. — Reg. : Dobenecker 1 1 , 2313 mit weiteren Hinweisen; — 
»•ferner Reg.: Weller, Hohenl. ÜB. I, 236, 13; — GQuPrSachsen 36, 195 u. 
N. R. 10, 193; — Riezler I, 331 (m. Dat. Juni 4); — vgl. FDG. XI, S. 632; — 
ZThürGuA. 21, S. 371; — W. Cohn, H. v. Salza S. 98 (Reg. nach Dobenecker). 
Bemerk.: Vgl. No. 36 v. [1226] Jan. 28. 

a) D.: „epo" archi. b) D.: matuaen. 

41. Cunradus miseracione divina Portuensis et sancte Rufine episcopus, 
apostolice sedis legatus bestätigt auf Bitten beider Parteien, daß 
frater Hermannus de Salza maior magister hospitalis prefati [sancte 
Marie Theutonicorum] predium, quod habebat in Borsendorp, 



42 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

7nit allein Zubehör und auf Rat seiner Brüder dem Kloster Pforte 
für 520 Mark verkauft hat^). o o o o 

Datum Mantue anno domini mccxxvi, tercio nonas Junii. 

Mantua, 1226 Juni 3. 

Eandschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Diplomatarium Portense, Ms. B, 1, 

Bl. 19b. 

lieber sehr.: Confirmacio legati super empcionem Borsendorf. 

Abschr.: Ebendas., Transsum'ptbuch, Ms. B, 2, Bl. 201^. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 2314 m. weiteren Hinweisen; — ferner: FDG. XI, 

032; — ZThürGuA. 21, S. 371; — GQuPrSacJisen 36, 195. 



1) Die dann weiter angeführten Bedingungen stimmen mit denen der vorher- 
gehenden Urkunde überein. 

42. Cunradus miseracione divina Portuensis et sancte Ruf ine episcopus, 
apostolice sedis legatus befreit das Kloster Pforte teilweise von der 
Verpflichtung, ewei Geistliche in Porstendorf zu halten, zu der sie 
als Nachfolger des Deutschen Ordens gehalten sind, wenn es innerhalb 
des Klosters einen Totenaltar erbaue (Licet fratres domus hospitalis 
sancte Marie Theutonicorum tenerentur in capeUa de Borsendorf 
duobus sacerdotibus, uni dyacono et alteri subdyacono, providere 
et vos, qui in eiusdem loci prediis et capella eisdem fratribus 
suecessistis, ad idem onus teneamini). 

O O o 

Datum Mantue anno domini m cc xx vi, nonas Junii. 

Mantua, 1226 Juni 5. 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Diplomatarium Portense, Ms. B, 1, 
Bl. 19^. 

Ueberschr.: De provisione capelle Borsendorff. 
Abschr.: Ebendas., Transsumptbuch, Ms. B, 2, Bl. 204^. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 2315 m. weiteren Hinweisen; — ferner: FDG. XI, 
S. 632; — ZThürGuA. 21, S. 371. 

43. S[ifridus] [IL] dei graeia sancte Maguntinensis sedis archiepiscopus 
berichtet, daß im Porstendorf ehemals ein Augustiner-Chorherrnstift 
bestanden habe. Postea (fiach dem Tode des zweiten Propstes aber) 
de consensu nostro facta est eiusdem conventus translacio ad con- 
fratres de domo Teutonica^), qui districte promiserunt, qiDd di- 
vinum ibidem obsequium nullo modo minuerent, sed augerent. 
Danach ist es dem Kloster Pforte übertragen worden. Mit diesem 
hütte^i die Bürger von Apolda Streit erhoben und wären ad iudiciiim 
secularem lantgravium, in contemptu iudicii spiritalis gegangen. 

Datum apud Erpliordiam in idus februarii, pontificatus nostri 
anno vicesimo sexto. Erfurt, [1227] Febr. 11. 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Transsumptbuch, Ms. B, 2, Bl. 203^. 
Druck: Reg.: Dobenecker II, 2376 m. iveileren Angaben; — ferner ZThürGuA. 
21, 368 f. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 43 

Bemerk.: Datum: Vgl. GQuPrSachsen 33, 9S; Siegfried II. war v. 27. 10. 1202 
bis 9. 9. 1230 EB. v. Mainz. 



1) Vgl. Cod. dipl. Sax. reg. II, 1, 92. 

44. Papst Gregor IX. gestattet den Brüdern des DO., in Sachen des Ordens 
als Zeugen aufzutreten. Anagni, 1227 Aug. 21. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 276; Perg. Urk. m. d. Bleibulle Gregors IX. 
an rot-gelben Seidenfäden. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 1, No. 2 (Gen.). 
Druck: Strehlke, Tabulae 437 (a. Cod. tab. regii Berol. h. I.C. 12 foL). — Beg.: 

Pettenegg 117 (nach e. Tspt.j. — erw.: W. Cohn, H. v. Salza S. 115 Amn. 2. 

Gregorius episcopus servus servorum dei dilectis filiis magistro 
et fratribiis hospitalis sancte Marie Theutonicorum lerosolimitanomm 
salutem et apostolicam benedictionem. lustis petencium desideriis 
digniim est nobis facilem prebere consensum et vota, que a racionis 
tramite non discordant effectu prosequente complere. Qua propter 
dilecti in domino filii vestris iustis postulacionibus grato concurrentes 
assensu auctoritate vobis apostolica duximus indulgendum, ut in causis 
vestris fratres vestros possitis ad testimonium ferendura producere, 
nee pro eo, quod fratres vestri sunt, si alia causa racionabilis et manifesta 
non obstat a ferendo testinionio repellantur. Dummodo sicut censura 
canonum et legum saneit auctoritas, velint testimonium perhibere. Nulli 
ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre constitucionis in- 
fringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem liec attemptare 
presumpserit indignacionem omnipotentis dei et beatorum Petri et 
Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum Anagnie xii. ka- 
lendas Septembris, pontifieatus nostri anno primo. 

45. Ludwig flV.J, Landgraf von Thüringen, schenkt dem DO. zu seinem 
Seelenheile 960 Mark [Otranto, 1227 Sept. 11]. 

Aus: Urk. No. 50 v. 1230 Sept. 17. 

Bemerk.: lieber die Erschließung des Datums s. Urk. No. 50. 

46. König Eei/nrich [(VIL)] eignet dem Deutschen Orden die St. Blasien- 
hirche in Mühlhausen- Altstadt. Wimpfen, 1227 Sept. 22. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 277; Perg. Urk., einige Risse in den 

Knicken, mit 2 stark beschädigten Siegeln an Hanffäden (0.). 
Orig. Tspt. v. 1252 Juni 9: Ebendas., Orig. No. 342; Perg. Urk., stark rissig 

in den Knicken, mit 3 (fehlenden) Siegeln an Pressein. Presselreste noch 

vorhanden (OT.); s. Urk. No. 124. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 1^ (A^). 

Ueberschr.: Confirmacio regis Henrici et Privilegium super ecclesiam 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. Ib u. 2a. 

Ueberschr.: Confirmacio regis Henrici et Privilegium super ecclesiam beate 
Marie et super ecclesiam sancti Blasii. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 103<^. 



44 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: GQuPr Sachsen 3, 70. — Beg. : Dobenecker II, 2449 m. weiteren Hinweisen; — 
ferner Böhmer, Reg. Imp. I, 230. 

Lit.: ZThürGuA. 1, S. 98; — Alberti, DOSchleiz, S. 8, 11; — Alberti, Schleiz, 8. 8; 
— Völkel, 8. 12; — Deelemann, DO., 8. 51; — Vogel, DOPlauen, 8. 36; — Bader, 
Gesch. d. Eph. Mühlhausen, 8. 3; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), 
8. 5; — Philippi, Zur Geschichte der Reichskanzlei unter den letzten 8taufern, 
8. 94. 

Bemerk.: Siegel: s. Posse, Siegel der dt. Kaiser u. Könige I, 8. 20, Tfl. 31, 2 nach 
e. Orig. im DOZAWien. — In Chr. Thomas, Chronik der Stadt Mühlh., hrsg. 
V. Jordan I, 8. 48, steht, daß der DO. sich 1202 in Mühlhausen „einge- 
schlichen" habe. Das ist ein Irrtum. Aus der vorliegenden Urk. geht deutlich 
hervor, daß erst 1227 der DO. in Mühlh. festen Fuß faßt. Sonst wäre der 
provisor domus in Mulh. sicher in d. Urk. No. 27 erwähnt worden, wo sonst 
alle Komture aufgeführt sind. 

Henricus septimus divina favente clemencia Romanorum rex et 
semper augustus. Ad utriusque vite felicitatem prodesse nobis non 
ambigimus, si loca divino cultui mancipata curaverimus ampliare et 
eorum commodo pio intenderimus cum affectu. Qua de re noverint 
tarn presens etas quam successura posteritas, quod nos attendentes ^) 
et vultu placido respicientes devota obsequia et obsequiosam devocionem 
dilectorum fidelium nostrorum fratrum domus hospitalis Teuthoni- 
corum sancte Marie in Jerusalem, que laborioso nobis ac progenitoribus 
nostris et fideli exhibent et exhibuerunt famulatu, eeclesiam sancti 
Blasii in Mulehusen, quam nunc de manu nostra possidet Albertus ca- 
peUanus noster, et cuius donacio ac ins patronatus ad nos et imperiura 
spectare de racione dinoscitur, cum iure patronatus et omnibus atti- 
nenciis suis dicte domui ac fratribus eiusdem contulimus et contradidimus 
libere tenendam et perpetuo possidendam statuentes et sub intermi- 
nacione gracie nostre districte precipientes, ut nuUa unquam persona 
humilis vel alta, ecclesiastica vel secularis hanc donacionem nostram 
infringere audeat vel ei alicuius ingenii scrupulo contraire. Quod qui 
ausu ductus temerario facere presumpserit, indignacionem tremendi 
iudicis nostreque celsitudinis^) gravem offensam se noverit incursurum. 
Ad huius itaque donacionis nostre robur perpetuo valiturum presens 
exindc Privilegium conscribi et sigillo nostro iussimus insigniri'^). Testes 
hü sunt: Hermannus Herbipolensis, Heinricus Eistedensis, episcopi; 
Ludewicus dux Bauwarie, palatinus comes Keni, burcgravius Magde- 
burgensis, Hermannus marchio de Baden, Cünradus burcgravius'^) de 
Nürenberc, Hartmannus comes de Wirtinberc, Cünradus comes de 
Gruningen, Hartmannus comes de Dilingen, Heinricus de Niffen, Fride- 
ricus de Truhendingen, Conradus prepositus de Tanne, Ebcrhardus 
dapifer de AValburc, Dieto de Ravensburc, Gothefridus de Solzburc, 
Limboldus senior de Grindelach, Cünradus de Smidevelt, Cünradus 
de Erringen et alii quam plures. Actum apud AVimpiiuim, anno do- 

minice incamacionis m.cc.xxvii., decimo kalendas Octobris, indictione 
prima. 

a) A^: attendente. b) ^4^ hat danach: temerorio facere presumpserint. 

c) A^: insignari. d) c ergänzt. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 45 

47. Konrad, Herzog von Masovien und Kujavien, verleiht dem DO. das 
Land Kulm und das Dorf Orlow in Kujavien. 

Mit genannten Zeugest und den Siegeln des Ausstellers, Michaels, 
Bischofs V. Kujavien, und Arnolds, Pfalzgrafen v. Kujawien. 

Datum in Beze anno incarnacionis dominicc niillesimo ccxxviii, 
nono kalendas Mai. Biecz, 1228 April 23. 

Edschr.: Orig.: HA. Warschau, Orig. No. 735. 

Druck: Preuß. ÜB. Pol. Abt. Bd. I, 1, 64 m. weiteren Hinweisen. 

Lit.: Perlbach, Preuß. -poln. Studien I, S. 56 — 59; — Sieg, Das Kulmerland bis 
zum Ende der Landmeister zeit. Diss. phil. Königsberg 1925, 8. 29; — 
W. Cohn, H. V. Salza S. 174. 

Bemerk.: Die Gesandtschaft, die die Urkunde für den DO. entgegennahm, bestand 
aus dem Komtur Philipp von Halle und Heinrich dem Böhmen. — Die Be- 
schreibung der Urk. s. Perlbach, a. a. 0., S. 57. 

48. Christian, erster Bischof der Preußen, überträgt den DO Rittern 
zur Verteidigung der Christenheit den Zehnten im Kulmer Land von 
den Gütern, die Herzog Konrad von Masowien und Kujavien ihnen 
gegeben hat. 

Acta sunt autem hec anno ab incarnacione domini millesimo 
cc.xx.viii., V, nonas Maii, in domo ordinis Cisterciensis, que vocatur 
Clara Tumba, presentibus P[etro]^) abbate primo eiusdem loci, 
priore et conventu et fratribus de domo Teutonica: Philippo de 
Halle et Henrico Boemo^), Conrado monacho^) legati^) Prussie. 

Mogila, 1228 Mai 3. 

Druck: Preuß. ÜB. Pol. Abt. I, 1, 65 (nach Orig. i. d. Czartoryskischen Bibl. 
in Krakau, m. 2 Siegeln, die beschrieben werden) ; — Dreger, Cod. Pomeran. 1, 129 
= Hennes 1, 74. — Reg.: ÜB. Bist. Culm (hrsg. v. Woelky) 1, 1 (m. Hs.- 
u. Druckangaben) ; — GQuPr Sachsen N. R. 10, 196 (desgl.); — Mülverstedt 
III, 433; — Perlbach, Preuß-poln. Studien I, S. 115, No. 29. 

Lit.: Peter v. Dusburg, Chronicon Prussiae (ed. Hartknoch) S. 34; — W. Cohn, 
H. V. Salza S. 174. 

Bemerk.: legatis in verschiedenen Drucken ist Konjunktur. Vgl. dazu Perlbach, 
Preuß.-poln. Studien I, S. 60 f., der Konrad gleich dem von Dusberg genannten 
Konrad von Landsberg setzt und ihn als dritten Gesandten annimmt. Nach dem 
Wortlaut des Orig. steht zwischen Philipp und Heinrich ein et, nicht aber 
zwischen Heinrich und Konrad, so daß nur die Möglichkeit bleibt, Konrad 
als „den Mönch des Legaten in Preußen" anzusehen. Als es sich 1235/36 um 
die Vereinigung des Schwertritterordens in Livland mit dem DRO. handelt, 
schickt Hermann v. Salza auch nur 2 Boten (s. Urk. No. 59), ebenso wie 
Dusberg an der von Perlbach angezogenen Stelle auch nur zwei Gesandte erwähnt 
(misit . . . fratrem Conradum de Landisberg et quendam alium fratrem sui 
ordinis). Ich sehe also keinen Grund zu einer Konjunktur ein. Konrad v. Lands- 
berg war ein Ritterbruder. 



1) Petrus, Abt von Klaratumba, 1225 — 1230 erwähnt. — 2) Nur hier erwähnt. 
Es läßt sich nicht urkundlich belegen, daß er ein Mitglied des DOHauses in Prag 
war. Auch Millauer, D. DRO. in Böhinen (1832), S. 19, sagt nur, daß er ein 
Böhme war, ebenso habe ich in Voigts Schriften nichts darüber finden können. — 
3) s. Bemerk. 



46 Urknndenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

a) Heideniicus sacerdos in Hallis als Zeuge erwähnt. 

Merseburg, 1230 Febr. 3. 

Druck: Arndt, Archiv der Sachs. Gesch. II (1864) S. 276—281 No. 2. — 

Reg.: GQuPrSachsen N. R. 10, 203 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Heidenreich ist kein DOBrvder. Vgl. dazu TJrk. No. 136 v. 1256. 

49. Sifridus [IL] dei gracia sancte Moguntinensis sedis archiepiscopus 
gesteht dem Kloster Pforte zu, daß es, cum villa, que dicebatur Borsen- 
dorf dyocesis nostre ciim omnibus attinenciis suis domui Theutonice, 
sicut accepimus, collata fuerit aliquando, ita eciam, quod ecclesia 
ville eiusdem cum suis pertinenciis donacionem sequeretur eandem, 
et postmodum hec omnia a cenobio monasterii de Porta Nuen- 
burgensis dyocesis . . . fuerint comparata, die Kirche auf den dortigen 
Wirtschaftshof verlegt und die Gebeine der Gestorbenen nach dem Gottes- 
acker in Pforte überführt werden. 

Datum Erphordie xiii kalendas Augusti anno incarnacionis 

domini m cc xxx, glorioso domino Heim-ico Komanorum rege 
imperium gubernante. Erfurt, 1230 Juli 20. 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Diplomatarium Portense, Ms. B, 1, 
Bl. 20^. 

üeberschr.: Privilegium archiepiscopi Moguntinensis de ecclesia in 
Borsendorff. 
Abschr.: Ebendas., Transsumptbuch Ms. B, 2, Bl. 202^—^. 
Abschr.: Rentamt SchulpfoHe, Kop. v. 1771, S. 1127 ff. No. 331. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 112 mit weiteren Hinweisen. 

50. Papst Gregor [IX. J mahnt [Heinrich Raspe,] Landgrafen von 
Thüringen, dem DO. 960 Mark zu zahlen. 

Anagni, 1230 Sept. 17. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 32K 

Üeberschr.: Monicio ad dominum lantgravium Thuringie, ut solvat 
fratribus ordinis nongentas sexaginta marcas cum rogatu. 
Bemerk.: Zum Verhalten Heinrich Raspes vgl. R. Maisch, Heinrich Raspe, S. 19 ff. — 
Am gleichen Tage stellt Papst Gregor IX. noch eine Urkunde für den DO. aus; 
s. Dobenecker III, 127, s. a. Cohn, H. v. Salza S. 171 f. — Diese Schenkung 
Ludwigs I V. entspricht seiner ganzen Stellung zum DO. Sie wird in seiner Todes- 
stunde in Otranto dem Hochmeister Hermann gegeben sein. Vgl. TJrk. No. 45. 

Gregorius^) episcopus, servus servorum dei dilecto filio nobili viro 
lantgravio de Thuringia salutem et apostolicam ben[edictionem]. Cum 
preces perspicuam iusticiam continentes tibi duxerinuis dirigendas 
effectuose rogando, ut dilectis filiis magistro et fratribus domus hospi- 
talis sancte Marie Theut[onice] nongentas sexaginta marcas ex[s]olveres^), 
quarum sexcentas sexaginta dare memorie L[udüwicus] frater tuus, 
in CUJUS bonis succedis, ex causa mutui sibi debebat et reliquas eis in 
ultima voluntato legavit, non sine causa miramur, quod id efficere non 
ciu-asti, sicud illorum nobis iterata conquestio patefecit difficultatem 
in iusticia exhibendo, qui promptus est pronus ad graciam sperabaris. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 47 

Quia vero iteracio precum precautis affectum insinuat, pleniorem nobili- 
tatem tuam rogamus et monemus sicut iterum sie attencius per apostolica 
scripta mandantes, quatenus pretaxatam pecuniam eis sine difficultate 
persolvas, quod de iusticia gi'aciani sibi faciens ex debito tibi videaris 
nieritum comparare nosque sinceritatem possimus merite commendare. 
Alio quin ne videamur contra iusticiam defcrre persone venerabili fratri 
nostro Ildesemensi episcopo^) nostris danius litteris mandatis, ut te 
ad id per censuram ecclesiasticam appellacione remota cognita veritate 
compellat. Datum Anagnie xv. kalendas Octobris, pontiiicatus nostri 
anno quarto. 

a) A.: exolveres. 



1) Papst Gregor IX. 1227 März 19 bis 1241 Aug. 13. — 2) Konrad IL, B. v. 
Hildesheim 1221—1246. 

51. Sifridus [III.], dei gracia sancte Maguntine sedis electus, bestätigt 
die Urkunde von 1230 Juli 20 (s. ürk. No. 49), quod nos ordina- 
cionem seu concessionem, qua ecclesia ville, que Bursendorf dice- 
batur, nostre diocesis cum omnibus pertinenciis suis Teuthonice 
quondam domui attinentis, postmodum vero ad ius et proprietatem 
monasterii de Porta Niwenburgensis diocesis , . . pleno iure emp- 
cionis titulo devolute, in curtim quandam Bursendorf adiacentem 
cum reliquiis suis et edificiis est translata ... in posterum servari 
volumus inconvulsam. 

Datum Erfordie anno domini m°cc''xxxi",vi*' idus Marcii. 

Erfurt, 1231 März 10. 

Hdschr.: Orig.: Bücherei Schulpforte, B. 9; Perg. ürk., Siegel abgefallen. 

Abschr.: Ebendas., Transsumptbuch Ms. B, 2, Bl. 203. 

Abschr.: Rentamt Schulpforte, Kop. v. 1771. S. 1130, No. 332. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 187 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: lieber die Schrift (Ausstellerhand) vgl. Posse, PU. S. 20. 

52. Unter den geistlichen und weltlichen Würdenträgern, die für den 
Erzbischof Albrecht [II. J von Magdeburg'^) bürgen, als dieser dem 
Bischof Engelhard von Naumburg^) den Burgwart Nerchau für 
800 Mark Silber verkauft, ist auch Philipp von Ralle^). Ego archie- 
piscopus et Philippus de HaUis in centum, utrique in solidum, 
ita tarnen, quod Philippus solus intret Hall ad Novum Opus. 

Mit genannten Zeugen. 

Actum anno incarnacionis domini mccxxxi, vii idus Septembris. 

1231 Sept. 7. 

Hdschr.: Abschr.: Stiftsbibl. Zeitz, Kop. d. Stifts v. 15. Jht., Bl. 33. 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1372, Bl. 23^—24^. 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, III, 442. — Reg.: Dobenecker III, 214 m. weiteren 

Hinweisen; — GQuPrSachsen, N. R. 10, 210. 

1) Albrecht [II. J v. Kefernburg, EB. v. Magdeburg 1206—1232. — 2) 1207—1242. 
— 3) Obwohl hier Philipp v. Halle weder als DOBruder noch als Komtur bezeichnet 



48 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ist, so ist es doch sehr wahrscheinlich, daß wir hier noch einmal dem ersten namentlich 
bekannten Komtur von St. Kunigunde begegnen (s. Urk. No. 16 v. 1221 Okt. 13). Kein 
anderer konnte wohl in dieser Zeit so bei den hohen Geistlichen und Weltlichen aufgeführt 
werden. Stimmt diese Vermutung, so können wir daraus entnehmen, daß Philipp selber 
einer begüterten Familie entstammte und noch persönliches Eigentum hatte, das ja DO- 
Brüder haben durften. Das mag auch meine Vermutung stützen, in jenem Philipp von 
Halle einen Angehörigen des Reichsministerialengeschlechts von Bolanden zu sehen. 
Allerdings nehme ich gegen Wolf S. 57 an, daß Philipp zu dieser Zeit nicht mehr Komtur 
war, sondern als einfacher DOBruder im Hause St. Kunigunde bei Halle lebte, sonst 
wäre seine Amtsbezeichnung sicher wie bei allen anderen beigefügt worden. 

53. Heinrich (VII.), Römischer König, eignet scolas in Mülhusen, sicut 
ipsi cives iiostri in eiusdem assignacione nobis ins recognoverunt, 
ecclesie sancti Blasii und gibt sie Alberto tunc temporis ibi plebano 
et nostro cappellano et aliis suis successoribus mit der Maßgabe, 
daß sie auch über das Königsalmosen (elemosina, que in eadem 
civitate nostra MuUmsen dicitur „elemosina regis") verfügen 
Jcönnen. 

Datum apud Spiram V. idus Decembris, indictione sexta. 

Speier (1232) Dez. 9. 

Edschr. und Druck: s. 2. Bd. Urk. 1348 Jan. 5; — dazu Dobenecker III, 298 m. 
weiteren Hinweisen; — Böhmer, Reg. imp. I, 243; — ZThürChiA. 1, S. 98; 
— Alberti, DOSchleiz, S. 8; — Völkel, S. 12. 

54. Papst Gregor (IX.) beauftragt auf Bitten des Beutsehmeisters^Y) 
und der Brüder des DO. den Bischof [EklcehardJ von Merseburg, 
cum quidam de fratribus ipsis in tua dyocesi commorantes pro 
iniectione manuum violenta, incendiis et rapinis, antequam habitum 
religionis assumerent, vinculum excommunicacionis incurrerint, . . . 
ut eisdem excommunicatis iuxta formam ecclesie beneficium ab- 
solucionis impendas et iniunges ipsis, quod de iure fuerit iniungen- 
dum; eos, quorum fuerit gravis et enormis excessus, mittes ad 
sedem apostolicam absolvendos. 

Datum Reati xiii. kalendas lulii, pontificatus nostri anno octavo. 

Rieti, 1234 Juni 19. 

Edschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 32. 

Ueberschr.: Commissio episcopo Merseburgensi, quod potest absolvere 
fratres Theutonicos, qui ante ingressores religionis vinculum ex- 
communicacionis incurrerint pro incendiis, rapinis, et iniectione 
manuum violenta exceptis casibus enormis. 

Druck: GQuPrSachsen 36, 218. — Reg.: Dobenecker III, 411. 

1) Dilecti filii preceptor. — 2) Eeinrich v. Eohenlohe (1232 — 1242) s. Urk. 
No. 16 V. [1221 Okt. 13J. 



OiJ. 



Heinrich f Raspe J , Konrad und Hermann, Landgrafen von Thüringen, 
schenken hospitali sancte Marie donuis Teutonicorum Hieroso- 
limitane in manus fratris Heinrici de llonlo preceptoris eiusdem 
domus per Alemaniam orania bona nostra in villis que dicuntur 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 49 

Kieth, videlicet viginti tres mansos et dimidium allodium in Grifstete 
cum molendino ibidem; in Willestete Septem mansos; in Vischstete 
triginta mansos; officium in Gunnestete cum decem mansis et 
dimidio et omnibus bonis ibi sitis, item omnia bona nostra in 
Mardorf et Werflo, et molendinum iuxta hospitale in Marbure 
frei und ohne Lasten mit allen Zuhehörmigen bis zu einem jähr- 
lichen Einkommen von 300 Pfund Silber. 

Es siegeln die Landgrafen Heinrich und Konrad. 

Zeugen: Comes Heimicus de Staleberc, Rudolfus pincerna de 
Vargila, Berthous dapifer de Slatheim, Fridericus de Drifurte, 
Tuto de Lapide, Eckehardus de Sebeche, Albertus de Sebeche, 
Kunemundus de Slatheim, Johannes de Herversleiben, Hermannus 
de Rumrode, Albertus de Ebeleiben, magister Johannes de Dorlo, 
Heinricus scriptor de Wisense et alii quam plures de nostra familia; 
religiosi vero: frater Heinricus de Honlo^), preceptor domus Teu- 
tonice per Alemaniam, frater Ulricus de Durne^), frater Guntherus 
de Wilrichsleiben^), frater Henricus de Nurenberg^). 

O o o 

Actum in oppido nostro Honburg, anno gracie m.cc.xxx im, 

VIII. idus Novembris, indictione octava. 

Homberg, 1234 Nov. 6. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, Urkunden, DO Archiv Mergentheim; Perg. Urk. 
mit 2 Siegeln an grün-roten Seidenfäden. 

Auf sehr.: Confirmacio de bonis in Grifstete et de Gunnestete et de aliia 
bonis attinenciisa). 
Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6,1, No. 686. 

Ueberschr.: Donacio prima bonorum Grifstede, Wilestete, Vischstete, Gunne- 
stete, in Mardorf, Werflo et in Marthpurg facta per dominos Henricum, 
Conradum et Hermannum Turingie lantgravios. 

Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 3, 515. — Reg.: Dobenecker III, 464 mit weiteren 
Nachweisungen und Bemerkungen; — ferner Eiben, Einleitung, S. 227. 

Lit.: V. Hagke, Weißensee, S. 282 (z. J. 1235 nach SA. Magdeburg Kop. 1532^, 
wo aber richtig 1234 steht). 

Bemerk.: Siegel: 1 ein kleiner Rest vorhanden, 2 fehlt mit den Seidenfäden, 
2 Einschnitte im Bug vorhanden. — Die Urk. lag früher im SA. Stuttgart. 



a) Die Aufschr. ist später durchstrichen. 



1) s. Urk. No. 16 V. [1221 Okt. 13 J. — 2) s. Urk. No. 27 v. 122 [4] Juli. — 
3) wurde der Nachfolger Heinrichs v. Hohenlohe im Hochmeisteramt. lieber ihn s. 
Oberl. Gbll. 15, 662 ff. Schreiber ist diese Urkunde entgangen, da er ihn als Ordens- 
marschall in Akkon von vor 1228 — 1242 annimmt. — 4) Kann ich nicht weiter nach- 
weisen. 

56. Heinrich f Raspep) und Hermann [IL] ^), Landgrafen von Thüringen 
und Pfalzgrafen von Sachsen, übertragen und schenken mit Willen und 
Wissen ihrer Getreuen und dem Rate ihrer Ministerialen hospitali 
sancte Marie Teutonicorum lerosolimitano in manus fratris Heinrici 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 4 



50 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

de Honlo^) preceptoris eiusdem domus per Alemanniam omnia bona 
nostra in \äUis, que dicuntur Rieth, videlicet viginti tres mansos 
et dimidium, allodium in Grifstete cum molendino ibidem, in Wille- 

a 

stete VII mansos, in Vischstete xxx mansos, officium in Gunnestete 
cum X mansis et dimidio et omnibus bonis ibi sitis, item omnia 
bona nostra in Marcdorf et Werflo et molendinum iuxta hospi- 
talem in Marburc frei mit allem, was dazu gehört, und mit allen 
ihnen zustehenden Rechten usque ad summam trecentarum mar- 
carum legalis argenti iusti census et legitinii emolumenti. Ihrem 
Bruder bzw. Oheim Konrad versprechen sie in manus, diese Schenkung 
unverirüchlich zu halten. 

Es siegelt Heinrich und Hermann, der noch kein eigenes Siegel 
hat, mit dem seines Vaters. 

Zeugen: Comes Heimicus de Stalberc, Rudolfus pincerna de 
VargUa, Berthous dapifer de Slatheim, Fridericus de Drifurte, 
Tuto de Lapide, Eckehardus de Sebeche, Albertus de Sebeche, 
Kunemundus de Slatheim, Johannes de Herbersleiben, Hermannus 
de Rumrode, Albertus de Ebeleiben, magister Johannes de Durlo, 
Heinricus scriptor de Wizensee et alii quam plures de nostra familia ; 
religiosi vero: frater^) Heinricus de Honlo^), preceptor domus Teu- 
tonicorum per Alemanniam, frater Ulricus de Diu'nen*), frater 
Guntherus de Wilrichesleiben ^), frater Heimicus de Nurenberc^). 

O OO O 

Actum in opido nostro Honburc, anno gracie m.cc.xxxiiii, viii 

a 

idus Novembris, indictione viii. Homberg, 1234 Nov. 6. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg. ürk,, wasser fleckig, mit 
2 Siegeln an rot-gelben Seidenschnüren (0.). 

Auf sehr.: Littere pro bonis in Grifstete et omnibus attinentibtis. 1234. 
Orig. Tspt.: ebendas. s. Urk, Xo. 58 v. 1235 Juni 4. 
Abschr.: DOZA. Wien, Cod. I, 6, 1, No. 687. 

üeberschr.: Obligacio seu fidei promissio domini Henrici lantgravii Tu- 
ringie pro bonis ccc marcas puri argenti valere debentibus. 

Druck: Cod. dipl. Saz. reg. I, 3, 517. — Reg.: Dobenecker III, 465 mit weiteren 
Hinweisen. 

Bemerk.: Siegel: 1 stark beschädigt, 2 loses Bruchstück beiliegend. — Diese 
Schenkung ist die Erfüllung des Versprechens vom Landgrafen Heinrich, 
beim Eintritt seines Bruders Konrad in den DO., diesem Orden eirie 
Rente von 300 Silbennark zu geben. Druck: Publ. Preuß.SAen 3, 44 (Nord- 
hausen, 1234 Okt. 13 s. Dobenecker III, 459). Die Urkunde steht im Mar- 
burger Kap. (DOZA. Wien, Cod. I, 6, No. 1, Bl. 242, No. 687) unterm 
Hause Griefstedt. 



a) 0.: übergeschrieben. 



1) Ueber ihn s. R. Maisch, Heinrich Raspe (= Forschungen zur thür.-sächs. Oesch., 
1. Heft (1911). — 2) • 1222 März 28, Sohn Liidwigs IV. u. Neffe Heinrichs und 
Konrads, wurde 1234 mündig. — 3) s. ürk. No. 16 v. [1221 Okt. 13]. — 4) s. Urk. 
No. 27 V. 122[4 Juli], — 5) s. Urk. No. 55. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 51 

57. Heinrich [Raspe] und Hermann [IL], Landgrafen von Thüringen, 
Pfahgrafen von Sachsen, beliennen, quod nos pro ccc marcis argenti 
legalis, quas recepimiis mutuo a fratre Hcnrico de Hoenlo preceptore 
fratruni domiis Teuthonicorum per Alemanniam et eiusdem domus 
fratribus, obligavimus titulo pignoris superiorem et inferiorem lacus 
nostros in Wizense in der Weise, quod iidem fratres de captura 
et vendicione piscium iamdietam summam ccc niarcarum recipiant 
nee iiUi omnino nostro vel ciiiuslibet alterius nomine preter ipsorum 
consensuni et expressam volimtatem medio tempore liceat exercere 
piscacionem. Sollten sie dies nicht halten, so würden nach vorheriger 
Aufforderung ihre Getreuen comes Henricus de Staleberc, Rudolfus 
pincema de Varila, Bertous dapifer de Slathem, Fridericus de 
Drivorden innerhalb von 8 Tagen in Eisenach einreiten. 

Es siegeln Heinrich und Hermann, da er noch kein eigenes Siegel 
hat, mit dem seines Vaters. ^ ^ 
Acta sunt hec anno gracie m.cc.xxxiiii°; viii° idus Novembris, 

a 

indictione viii. [Homberg], 1234 Nov. 6. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg. Urk. mit 2 Siegeln an 
rot-gelben Seidenfäden. 

Aufschr.: Quod fratres habeant lacum in Vizense. 
Druck: Publ.Preuß.SAen. 3, 46. — Reg.: Dobenecker III, 466; — ferner Arn- 
stadt, Vargula, S. 46; — ZhessGuLkde 30 (1895), S. 82 f. 
Bemerk.: Siegel: 1 Rest vorhanden; Reittrsiegel. — Ueber das Verhältnis Heinrich 
Raspes zu seinem Neffen Hermann II. vgl. R. Maisch, a. a. 0. 8. 69 ff. — 
Zeugen nicht genannt. 

58. Papst Gregor [IX.] bestätigt dem DO. die Schenkung der Güter in 
Rieth, Griefstedt, Willstedt, Fischstedt, Günstedt, Mardorf, Werflo 
und Marburg durch die Landgrafen Heinrich [Raspe] und Her- 
mann [IL] von Thüringen und führt die Urk. No. 56 v. 1234 Nov. 6 
wörtlich an. 

Es siegelt der Aussteller. 

Datum Perusii ii nonas lunii, pontificatus nostri anno nono. 

Perugia, 1235 Juni 4. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg.-Urk. mit Bleibulle 
' an rot-gelben Seidenfäden. 

Aufschr.: Sancta Maria. — Confirmacio donorum lancravii. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, 55. — Reg.: Dobenecker III, 534 mit weiteren Hin- 
weisen. 
Bemerk.: Vgl. Urk. No. 56. Die gleichlautende Urk. (No. 55), die auch Land- 
graf Konrad mit ausgestellt hat, wird nicht erwähnt. — Zustand: Im früheren 
Mittelknick und im achten Längsknick brüchig. — An der rechten Seite des 
Bruchs Kanzleivermerk: R. 

59. Als der Schwerthrüderorden in Livland die Vereinigung mit dem DO. 
wünscht, schickt der Hochmeister Hermann von Saka zwei Boten 
dorthin, um zcu erfaren, wy es umb yr dingk stunde und wy sy 



52 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

sich hylden. Der boten eyner was compter zcu Aldenborgk und 
hyesz bruder Ernfridt von Nawenborgk^)!), und wart vor gar einen 
weysen man gehalden und was des meysters mogk; der ander was 
compter zcu Nagelstete und hysz bruder Amolt von Nawendorff''), 
ein Sachsse. Sie kommen gegen den Befehl des Hochmeisters erst 
im Frühling 1236 zurück und berichten zuerst dem Stellvertreter in 
deutschen Landen und dann dem Hochmeister selber über ihre Reise^). 

1235 [Aug.?]— 1237. 

Aus: Hartmann von Heldrungens Bericht über die Vereinigung des Schwertbrüder - 
Ordens mit dem DO. — Danach: Jüngere Hochmeisterchronik (H.). 

Druck: Scriptores rerum Prussicarum V, 169 f. und S. 75 f. 

Lit.: Voigt, DRO. II, 8. 648 (E. v. Neuburg u. A. v. Dorf); — ZThürGuA. 28 
(N.F. 20), S. 50 f. 

Bemerk.: Im Aug. 1235 ist Hermann v. Salza in Mainz nachzuweisen, s. a. zum 
Datum ZThürGuA. 28, S. 50 f. und Cohn, H. v. Salza S. 223 f., 226 u. 243 f. 



a) H.: Erenfryt van Menborch. b) H.: Arnoelt van Doeff. 



1) 5. Urk. No. 88. — 2) Die Aufnahme in den DO. erfolgte nach Dusburg, 
Chronik IV, 28 am 12. Mai 1237 durch den Papst. 

60. B[ertholdus], prior fratrum de ordine predicatorum de sancta 
Katherina in Brema, et Th., f rater hospitalis domus Theutonicorum 
de partibus transmarinis, bezeugen, daß Albero gen. Rex, Bremer 
Bürger, und seine Gemahlin Ermentrudis einen Hof in Stackamp 
(Stoccampe) mit 13 Hufen hospitali domus Theutonicorum in parti- 
bus transmarinis et fratribus eiusdem domus in Brema manentibus 
unter gewissen Bedingungen geschenkt hat. 
Mit den Siegeln der Stadt Bremen und der Aussteller. 

Acta sunt hec anno ab incarnacione doniini m.cc.xxxv his 
presentibus: lordane fratre memoratorum Alberonis et Ermen- 
trudis, uxoris sue, Godefrido fratre eiusdem Ermentrudis, Volc- 
wardo et Rolando fratribus, Alliardo et Erpone fratribus, lohanne 
fiho Ide, Ratwardo de Wonstorp, Willoklo, fratre Gyvehardo domus 
Theutonice, Bodwino domine Amehadis et aliis quamphiribus. 

(Bremen,) 1235. 

Hdschr.: Orig.: StA. Bremen, Trese 44; Perg. Urk. mit 3 'fehlenden) Siegeln an 
Pressein. 

Druck: Bremisches ÜB. I, 190 (danach hier); — vgl. Dobenecker III, 576. 

Bemerk. : Aus dieser Urk. und No. 62 geht hervor, daß die beiden Ballcien Thüringen 
und Sachsen noch nicht getrennt waren und sich das Machtbereich des hier auch 
zum ersten Male namentlich genannten Landkomturs mit über Niedersachsen 
erstreckte. Leider gab es keine Möglichkeit, den Namen und die Geschlechtszuge- 
hörigkeit dieses ersten thüringischen Landkomturs festzustellen. Um diese Zeit 
hören wir überhaupt erst von Landkomturen, so daß wohl nun erst einzelne Ge- 
biete, in denen sich größere Besitzungen des DO. befinden, einein besonderen 
Komtur unterstellt werden. Gegen Voigt, DUO. I, 120, nehme ich an, daß 
Thüringen und Sachsen in dieser Zeit noch eine Bailei gebildet haben (vgl. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 53 

Balhi Elsaß- Burgund). Doch sind die Abgrenzungen der einzelnen Balleien 
noch fließend. So kommt das DOHaus in Bremen später an die Bailei West- 
falen (s. Bremer Jb. II, S. 184 ff.), die Häuser Griefstedt und Erfurt an die 
Bailei Hessen (s. Urkk. No. 452 u. 667). 

61. Heinrich d. Äelt., Vogt von Weida, verzichtet auf den Zehnten der 
im Bezirke der Plaiienschen Pfarrkirche gelegenen 140 Acker Landes, 
den Conrad von Rode bis jetzt von ihm zu Lehen hatte, und überträgt 
ihn der Pfarrkirche (quod Ciinradus de Rode decimam centum et 
quadraginta agrorum in terminis Plawensis parrochie locatorum, 
quam a me iure pheodali tenuit, michi resignavit, et ut eidem parro- 
chie conferrem, feliciter impetravit^) unter der Bedingung, ut in 
stuba balneari, que iuxta parrochialem iam dictam ecclesiam in 
Alestra ad meridiem est locata, perpetuo singulis diebus sabbatis 
a procuratoribus parrochie bahieum parari procuretur et nullis 
in eadem balneari volentibus eo die karitatis gracia denegetur. 
Falls die Badestube infolge Alters aber verfällt, soll von dem Zehnten 
eine neue gebaut werden. 

Er hängt nach dem Ordenssiegel (sigillo domus fratrum Teutoni- 
corum per manum magistri eiusdem ordinis Hermanni de Salza 
appenso) sein eigenes an die Urkunde. 

Mit den Zeugen: Viris honorabilibus Eeimbotene et Erkenberto 
fratribus de Strazberc, Heinrico filio meo seniore, Heinrico de 
Wida, filio fratris mei, Cunrado de Machwiz, Marcwardo de Milin, 
Wezelino, Cunrado de Cornowe, Diethero, Heinrico de Sconinvelt, 
Heinrico et Cunrado filiis predicti Cunradi de Rode. 

Acta sunt hec in Plawe anno gracie m cc xxxvi, kalendis Magi, 
indictione viiii. Plauen, 1236 Mai 1. 

Hdschr.: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 334; Perg. ürk. mit 2 an schwarz- 
gelb-roten Baumwollfäden hängenden Siegeln. 

Auf sehr. : Conf irmacio ab advocato de Wida seniore facta temporibus ma- 
gistri Hermanni de Salza super centum quadraginta agrorum deci- 
macionem et de stupa balneari. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 43, Bl. 4 f. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 64 (S.); — vgl. Dobenecker III, 609 m. weiteren Hin- 
weisen. 

Lit.: Mittl. d. Osterlandes 6 (1887), 8. 4 f. (erste Erwähnung der v. Machwitz). 

Bemerk.: Siegel: 1 nur Wachsteller noch vorhanden, 2 gut erhalten, für 2: 
s. Posse, SWA. I, S. 29, No. 156, Tfl. 22, 1. — Ueber die Besiegelung durch 
den Hochmeister vgl. Dobenecker, a. a. 0., Anm. 2. Actum und datum ist zu 
trennen. Am 1. Mai befand sich der Hochmeister jedenfalls zur Translation 
der h. Elisabeth in Marburg. Er begleitet dann Kaiser Friedrich II. nach 
Wetzlar, Koblenz und Wiesbaden und von dort über Würzburg nach Augs- 
burg (s. Cohn, Herm. v. Salza, S. 236 ff.). Dobenecker meint, daß die Besiegelung 
Ende Mai vor sich gegangen ist, da Hermann Ende Mai von Würzburg wahr- 
scheinlich nach Plauen gekommen sei. Ich stimme mit Dobenecker darin überein, 
daß actum und datum zu trennen ist, sehe aber keinen Grund, weshalb der Hoch- 
meister nach Plauen gekommen sein sollte. Da der Kaiser mit Vorbereitungen 
für den oberitalischen Feldzug voll beschäftigt war, mochte er wohl kaum seines 
besten Patgebers entbehren. Die Annahme, daß der Vogt von Weida den kaiser- 



54 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

liehen Hof aufgesucht hat, hat wohl ebensoviel Wahrscheinlichkeit für sich. Wir 
wissen also nur, daß die Handlung am 1. Mai in Plauen stattgefunden hat; 
wann die Besiegelung erfolgte, entzieht sich unserer Kenntnis, s. a. Cohn 
a. a. 0. S. 238 Anm. 4. — Ueber die Schrift: Posse, PU. S. 37 vermutet 
auch hier wie in Urk. No. 26 v. 12[2]4 [zwischen Juli 10 und Nov. 21] die 
Ausfertigung in der Kanzlei des Deutschmeisters; doch läßt sich Bestimmtes 
über den Schreiber nicht sagen, bevor nicht die Gesamtheit der ersten Hochmeister- 
und Deutschmeisterurkunden diplomatisch bearbeitet ist. Flach S. 20 f. beschreibt 
die Schriftzüge und hebt die Eigentümlichkeiten des Diktats hervor, — Zu be- 
achten ist, daß sich die Urkunde nicht in A. findet. Es liegt aber keine Ver- 
anlassung vor, an der Echtheit zu zweifeln. 



a) S.: imperaret. Dobenecker in ZThürGuA. XII (S. A. S. 3) vermutete schon, 
daß impetravit zu lesen sei. 

62. Frater Arnoldus de domo Theutonica dictus commendator sive 
rector domorum eiusdem ordinis per Bremensem provinciam con- 
stitutarum beurkundet einen Vertrag zwischen dem DOHause in 
Bremen und dem Domkapitel daselbst. 

Et ut predicta perpetuum robur firmitatis optineant, ego frater 
Th.i) de domo Theoutonica dictus commendator sive rector do- 
morum nostri ordinis per Thuringiam et Saxoniam constitutamm 
presenti cedule de consilio et consensu fratrum nostrorum Bre- 
mensium sigillum nostrum apposuimus. Datum Breme anno do- 
minice incarnacionis m".cc''.xxxvi. Bremen, 1236. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Hannover, Kop. d. Bremer Kirche, Bl. 14^, No. 37. 

Druck: Bremisches ÜB. I, 199. — Beg.: Dobenecker III, 635; — Bremisches 
Jb. 11,1, S. 217 f. 

1) s. Urk. No. 60 v. 1235. 

63. Wenzel fl.J, König von Böhmen, eignet dem Deutschen Hause in 
Altenburg 8 Rufen Land in Sindermannsdorf. 1237. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No, 345; Perg. Urk., Siegel u. Schnüre 
fehlen (O.). 

Auf sehr.: Super viii mansus in Sindemansdorff pertinens ad Aldenburgh. 
[Später] : Wilhelm, Romischer König, gibtt dem hauß Aldenburg VIIJ 
hufen landeß in Sindermannsdorff. 
Abschr,: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 130h (A.). 

Ueberschr.: Littera douacionis de VIII mansis in villa Sindemannsdorff. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. IX. 
Abschr.: SA, Magdeburg, Kop, 1945, Bl. 75^ (K^)- 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 168, No. 79. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 702 (nach Posse, PU, S, 39) und III, N. 43; — 

Emier IV, 1770. 
Bemerk.: Zustand: Die Urkunde ist in den Brüchen ziemlich stark zerrissen. — 
Datum: Die Indiktion gehört zu 1236. — Schrift: Hand des Ausstellers s. 
Posse, PU. S, 39, doch läßt Posse auch die Möglichkeit offen, daß es Alten- 
burger Hand ist. 

W[enceslaus] dei gracia Boemorum rex^) univcrsis presentem pa- 
ginam inspecturis salutem in eo, qui operatur in medio terre salutem. 



ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 55 

Quanto malus est gaudium Christi pauperibus, quod eis gracia hospi- 
talitatis impenditur et misericorditatis subvenitur, tanto id facienti 
salubrius et omnium bonorum retributorum^) acceptius pro certo esse 
credimus et speramus. Hinc est, quod tenore presencium universis 
duximus intimandum, quod nos ob spem vite eterne octo mansos, quod 
dilectus milcs noster A[n]dr[ea]s^) de Thetow*^) longa per tempora in 
villa Syndemansdorff iure feodali possedit a nobis una cum ipso propter 
partem iuris, quod habebat in eisdem mansibus, hospitali domus Teuptoni- 
corum [/] apud Aldenburh«) dedimus liberaliter ac perpetualiter possi- 
dendos. In Signum huius donacionis, ne processu temporis posset hec 
donacio immutari, presens scriptum sigiUi nostri munimine fecimus 
roborari. Acta autem^) sunt hec anno dominice incorporacionis 

M.cc.xxxvii. indictione ix. 



a) A.: rex Bohemie. b) A.: retributori. c) 0.: Brüche im Pergament. 

d) A.: Thetew. e) A.: Aldenburg. f) A. K^: autem fehlt. 

64. Engelhard^), Bischof von Naumburg, ordiniert das von Jutta, Ge- 
mahlin von Reinrieh, ehemals Vogt von Gera, gestiftete Kloster Cronsch- 
witz (nobilis prudens et reverenda matrona lutha coniunx H[emici] 
quondam advocati de Gera, eodem marito suo, de ipsius licencia 
et assensu habitum ordinis hospitalis sancte Marie Iherosolimitane 
domus Theutonicorum sollempniter assumente). Die geistliche 
Leitung des Klosters soll den Predigerbrüdern zustehen, in exteriori- 
bus vero circa temporalium gubernacionem, yconomiam, procura- 
cionem, disposicionem sive administracionem temporalium fratres 
predicte domus Theutonicorum gereut et exercebunt, quoscunque 
frater gerens vicem suppremi magistri in Alemannia pro tempore 
ad hoc decreverit deputare, [1238 vor Aug. 15]. 

Hdschr. u. Druck: s. Urk. No. 72; — vgl. Dobenecker III, 780. 

Lit.: B. Schmidt, Reußenland I, S. 36 mit der Bemerkung: „Solche Unterstellung 
[in wirtschaftlichen Dingen] ist dann aber bald von den Predigermönchen wieder 
beseitigt worden." Leider sagt S. nicht, woher er diese neue Kenntnis hat. In 
ZThürGuA. XVI (N. F. 8), S. 148 steht nur: „Dann scheinen es [das Hof- 
meisteramt] zeitweise die Predigermönche in ihre Hände gebracht zu haben." 

Bemerk.: Zeugen u. Datum der inser. Urk. fehlen (Testes huius rei sunt etc. Da- 
tum etc.). — Das Datum ergibt sich aus ThüröQu. V, 1, 67 u. 68, 

1) Engelhard, B. v. Naumburg 1207—1242. 

65. Heinrich, ehemals Vogt von Gera [Deutschordensbruder] , und Jutta, 
Gräfin (!) von Gera, eignen der Johanniskirche in Gera einen Garten 
und Zehnten daselbst. 

Nach godis gbort zwenhundert iare darnag yn deme acht unnd 
drysigten iare ann unsr lybn frowen dag zu Gera. 

Gera, 1238 Aug. 15. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 67 (m. falschem Datum: Sept. 8) nach Limmer, Entwurf 
e. urkundl. Gesch. d. ges. Vogtlandes (Gera 1825 ff.) II, S. 354 ff. 



56 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Lit.: ZThürGuA. XVI (N.F. 8), S. 127 f.; — Alberti, DOSchleiz, S. 15. 

Bemerk.: Zum Datum: Da das Datum unsr lybe fro\vn dag ohne jeden Zusatz lautet, 
so ist e3 als Aug. 15 und nicht als Sept. 8 aufzulösen. — Limmer druckte d. Urk. 
nach e. jetzt verlorenen Abschrift aus den Papieren Heinrichs XXVI. Eeuß- 
Ebersdorf. — Heinrich, Vogt v. Gera, ist der Mittlere und später der AeUere. 

66. Propst SfibotoJ und der gesamte Konvent des Klosters Müdenfurt 
tauschen ihr Eigentum in Cronschwitz gegen anderen Besitz der 
Schwester Jutta, ehemaligen Vögtin in Gera, in Röppisch. 

Zeugen: Frater Heinricus^) quondam advocatus in Gera, frater 
Ditmarus ^), frater Hartmaiinus de Heiderungen ^), frater Conradus 
Bumerus*), frater Thomas^) advocatus de Grouz. 

[1238 zw. Aug. 15 u. Okt. 27.] 

Hdschr.: Orig.: SA. Altenburg, Abt. Reg. A. II, 4; Perg. Urk., gut erhalten, mit 
gut erhaltenem Konventssiegel am Presset. 
Auf sehr.: Villa Cronswicz. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 70 'S.). — Reg.: Dobenecker III, 765. 
Bemerk.: Vgl. Urkk. No. 64, 70 u. 72. 

1) Der Gemahl der Jutta. — 2) nur hier; frater Ditmarus in Altenburg (s. Urk. 
No. 98 V. 1248 Nov. 11) ist sicher nicht mit ihm identisch. — 3) Gehört zu denen, 
die mit Landgraf Konrad v. Thüringen zusammen in den DO. eingetreten sind. Er 
hält sich viel in der Bailei Thüringen auf. 1240 Mai 7 weilt er in 2Iergentheim, 1255 
Sept. 20 finden wir ihn als ersten Zeugen einer für das DOHaus Memel ausgestellten Ur- 
kunde des Hochmeisters Poppo v. Osterna (Preuß. ÜB., Pol. Abt. I, 1, 323). Er 
ist aber nicht, wie dort angegeben wird, Angehöriger dieses Hauses. 1262 wird er in 
Akkon als Großkomtur und Statthalter des Hochmeisters genannt (de Wal, Recherches 
I, S. 315 nach Cod. dipl. di Malt. I, S. 177). Jedenfalls wird er im März 1274 in Mar- 
burg zum Hochmeister gewählt und stirbt am 19. Aug. 1283 zu Akkon (s. Voigt, Gesch. 
Preußens 3, S. 391 u. Anm. 2). — 4) noch Urk. No. 83 v. 1243. — 5) Wie schon 8. 
angenommen hat, ist hier sicher Heinrich zu lesen. Er kommt nur hier vor. 

67. Friedrich [IL], Römischer Kaiser, König von Sizilien und Jerusalem, 

gestattet dem Beutschen Orden in Anbetracht seiner Dienste sowie der 
Frömmigkeit und Mildtätigkeit sowohl des Meisters als auch der 
Brüder aus Gnade pro domo, quam habent in Aldenburc, nostris 
beneficiis amplianda . . emere pro trecentis marcis argenti posses- 
siones et bona, die frei von Steuern und jeglicher Last sein sollen, 
zum Nutzen der Brüder und der Armen. 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: S[ifridus] Maguntinus, W[ilbrandu]s Magdeburgensis, 
venerabiles archiepiscopi, K[udeger] Pataviensis, H[ermannus] 
Herbipolensis, L[anduli'us] Wormacensis, [Henricus] Misnensis, 
episcopi; [Henricus] comes de Hennenberg, [Conradus] burgravius 
de Nurenberc, F[ridericus] de Truendingen, G[otfridus] et C[on- 
radus] fratres de Hoenloch, C[onradus] de Smidclfelt. 

Acta sunt anno dominice incarnacionis m.cc.xxxviii. Datum 
in castris in obsidione Brixie. Anno, mense, indictione prescriptis 
VI. Septembris, xii. indictionis. 

Im Lager vor Brescia, 1238 Sept. 6. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 57 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 349^; Pcrg. Urk. mit nebenliegendem, 

z. T. u-iederhergestelltem Siegel. 

Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. Xo. 349^; s. Urk. No. 493 von [nach 1290]. 

Abschr.: Ebenda^., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. X (30) (aus Orig.). 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 169, No. 80 (aus Orig.). 
Druck: Huillard- Breholles V, 224 (aus Orig. Tspt.). — Reg.: Dobenecker III, 

747 m. weit. Hinweisen; — dazu ZThürGuA. 1, S. 96 (mit falschem Jahr 1214); 

— Cohn, Herrn, v. Salza S. 259. 
Bemerk. : Zustand d. Urk. ist sehr schlecht, an vielen Stellen unleserlich. Ein großes 

Moderloch nimmt von den letzten vier Zeilen gut je ein Drittel fort. Auch sonst 

ist die Schrift stellenweise sehr verblaßt. Auf Pergamentpapier neu aufgeklebt; 

s. a. Philippi, Zur Geschichte der Reichskanzlei unter den letzten Staufern, S. 87. — 

Siegel: liegt daneben, die wenigen losgelösten Stücke sind wieder daran befestigt, 

sowie das ganze Siegel auf der Rückseite mit frischem Wachs bezogen; s. Posse, 

Siegel der dt. Kaiser u. Könige I, S. 19, Tfl. 29, 3. 

68. Poppo, Propst des Klosters Neuiverk hei Halle, und sein Kapitel 
verständigen sich mit DOBr. Earimann von Heldenau, Landkomtur 
von Sachsen, über die Benutzung der MüMe in Gimritz. 

Halle bei dem Neuwerk, 1238 Okt. 27. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 398, Bl. 15^—16^ (K.). 

Ueberschr.: Concordia Teutunicorum cum monasterio de aqua transitu 
in Gunnicz. 
Abschr.: Ebendas., Bl. 31^ (K^). 

Ueberschr.: Copia originalis littere super concordia et ius molendini in 
Gumnist dominorum prepositi Novi Operis et commendatoris domus 
Teutonicorum ecclesie sancte Cunegundis. 
Reg.: Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 22, No. 2 (a. d. Privilegien- 
inventar von Neuwerk) und S. 82, No. 1 (a. d. Privilegieninventar von 
St. Kunigunde). 
Druck: QQuPrSachsen N. R. 10, 229; — s. Dobenecker III, 752 m. weit. Angaben; — 

ferner Mülverstedt II, 1095. 
Lit. : Wolf, S. 16; — Hertzberg, Geschichte der Stadt Halle (Halle 1889) I, S. 98, 
Anm. 2. 

Permissione divina P[oppo]i) prepositus, C[onradus] prior totiimque 
capitulum Novi Operis, frater H[artmannus] ^) de Heldenowe^) commen- 
dator Saxonie^) ac universi fratres s[ancte] Conegundis Teutunicorum 
Hallensium^) universis Christi fidelibus, ad quos presens scriptum per- 
venerit, in vero salutari salutem. Cum super dampnis dicte domus sancte 
Conegundis, que ex restagnacione Säle occasione retinaculi molendini 
in Gumnist, que domus eadem sustinet et in posterum cogitur sustinere, 
inter nos ad imäcem questio verteretur, concordavimus in hunc modum: 
in molendino predicto ipso et retinaculo eius permanentibus fratres 
domus Teutonice et familia ipsorum, qui pro tempore fuerint in sepedicta 
domo sancte Conegundis et curiis ludendorph ac Kideburch omnia 
victualia ipsorum ac pastum porcorum ipsorum molent gratis et sine 
quolibet inpedimento ita, quod nullum super hoc ab eis precium requi- 
retur, Idem quoque fratres renunciaverunt omni restauro dampnorum, 
quod'=) occasione pretaxatorum molendini et retinac[u]li sustinuerunt 
vel sustinere potuerint in futurum prenotato retinac[u]lo, permansuro 



58 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

in eadem altitudine, in qua nunc est. Ut autem inter nos ad invicem 
firmior concordia'^) in perpetuum perseveret, mutua fraternitate recepi- 
mus nos vicissim sie, ut defunctorum nostrorum memoria in domibus 
nostris ad invicem perhenniter observetur, ut vicissitudinaria obsecun- 
dacione alterutrim obligemur in evum. Ne autem super hiis in posterum 
dubium oriatur super eisdem, presentem paginam conscriptam nostrorum 
prepositi et capituli ac fratris H[artmanni] sigillorum appensionibus 
fecimus consignari. Data Hallis apud Novum Opus anno gracie 

M.cc.xxxviii, VI. kalendas Novenibris in presencia eorum, quorum 
nomina sunt subscripta^): Poppo prepositus, Conradus prior, Alexander, 
Godescalcus, Bavo, Hezelo, Henricus, Fridericus, Bertrammus, Con- 
radus, Conradus, Steffanus, Novi Operis Hallensis; frater Hartmannus 
comendator Saxonie^), Otto 3) subdiaconus, Theodericus 3), Siffridus^), 
Henricus 3), fratres domus Teutunicorum ; magister Johannes Dorla et*) 
magister Conradus, canonici Mersburgensis §) et alii quam plures. 

a) K.: Henricus, doch siehe die Zeugenreihe. b) K^: Cunegundis domus Teu- 

tonicorum Hallensis. c) K'^: que. d) K^: firmior concordia ad invicem. 

e) K^: subscripta sunt. f) K.: fehlt. g) K^: Mersburgenses. 

1) Poppo, Propst 1211, f spätestens 1246 Juli 16. — 2) A'. schreibt Henricus 
aus, die Zeugenreihen haben übereinstimmend Hartmannus. Der Komtur läßt sich sonst 
nicht nachweisen. Sollte vielleicht Hartmann v. Heldrungen gemeint sein ? Merkwürdig 
ist auch, daß er mit den Brüdern dieses Hauses zusammen als Komtur von Sachsen 
bezeichnet wird, obwohl es um diese Zeit noch keine selbständige Bailei Sachsen gibt. 
Dreyhaupt I, S. 830 nimmt ihn als Komtur von St. Kunigunde und nach ihm Wolf, 
S. 57 f. Ein Original ist leider nicht vorhanden. Es wäre aber sehr leicht möglich, daß 
die Urkunde oder jedenfalls beide Urkunden von dem Schreiber des Klosters Neuwerk aus- 
gefertigt sind, dem dann ein Irrtum in der Bezeichnung unterlaufen wäre. Ich möchte 
annehmen, daß zu lesen ist Hartmannus de Helde[rungen] commendator Saxonie ac 
[Thuringie ac] universi fratres . . . und ebenso in der Zeugenreihe Hartmannus comen- 
dator Saxonie [ac Thuringie]. — 3) Diese vier DOBrüder sind sonst nicht nach- 
weisbar. 

69. Papst Gregor [IX.] nimmt die Kinder des ehemaligen Vogts von Gera 
Heinrich f jeteigen DOBrudersJ und seiner GemaJilin Jutta, die den 
Schleier genommen hat, bis zum 25. Lebensjahre in Schutz. 

[Lateran, 1238 Dez. 16]. 

Nach: Dobenecker III, 762. 

Bemerk.: Erschlossen aus Urk. No. 70. Vgl. auch Dobenecker III, 761. 

70. Papst Gregor [IX.] überträgt dem Bischof [Engelhard] von Naum- 
burg u. a. die Vormundschaft über die Kinder des [in den Deutschen 
Orden getretenen] Hei/tirich, ehemals Vogt von Gera, und seiner ehe- 
maligen Gattin Jutta. 

Datum Laterani xvii kalendas lanuarii, pontificatus nostri anno 
duodecimo. Lateran, 1238 Dez. 16. 

Hdschr. und Druck: s. Dobenecker III, 763. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 59 

71. Eemrkh /., Vogt von Plauen, tauscht mit dem DOHause in Plauen 
pro decima xviii agros sitos in campana. 

[1238—1263 März 20]. 

Aus: Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Ein Original ist nicht mehr vorhanden. Das Datum ist nach dem Vor- 
kommen von Vogt Heinrich angesetzt. 

72. Wilbrand^), Erzbischof von Magdeburg, bestätigt die inser. Urk. 
Engelhards, Bischofs von Naumburg, (s. No. 64), das Kloster 
Cronschwitz betreffend. 

Datum Magdeburg! anno gracie m cc xxxix, xv. kalendas De- 
cembris, pontificatus nostri anno quarto. 

Magdeburg, 1239 Nov. 17. 

Hdschr.: Orig.: SA, Weimar; Perg. Urk. mit Siegel an gelbroten Schnüren. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 71. — Reg.: Dobenecker III, 827 init weiteren Hin- 
weisen. 

Lit.: ZThürGuA. XVI (N.F. 8), S. 128 f.; — Flach, S. 47. 

Bemerk.: Siegel: sehr beschädigt; Bild: sitzender Erzbischof mit Krummstab in 
der rechten Hand. 



1) Wilbrand, EB. v. Magdeburg 1235—1254. 

73. Albrecht [IL], Burggraf von Altenburg, schenkt dem DOHause in 
Altenburg drei Hufen im AUenburger Stadtgebiet, mit denen bis jetzt 
Rudolf von Brand belehnt war. Frohburg, 1240 März 4. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 357; Perg. Urk. m. guterh. Siegel an 
braunen Schnüren. 
Abschr: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 133^ (A.). 

Ueberschr.: Littera donacionis trium mansorum in territorio civitatis 
Aldenborg. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. XII (a. Orig. m. Siegelzeich- 
nung.) 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 21^—22^ (K^). 

Ueberschr.: Wie A. (donacionis fehlt). 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 171, No. 81. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 858 u. N. 53. 

Bemerk.: Siegel: Posse, SWA. I, S. 49, Tfl. 38, 1. — Schrift: AUenburger Hand 
s. Posse, PU. S. 37. — Actum befand sich im Konzept, vgl. Posse, PU. S. 117 
u. Anm. 2. Zwischen quamplures und Datum ist ein Zwischenraum von über 
2 Zeilen. 

Albertus 1) dei gracia prefeetus de Aldenburc omnibus presentem 
paginam inspectiu-is in perpetuum. Notum facimus tarn presentibus 
quam futuris, quod ob reverenciam dei omnipotentis eiusque^) pie 
genetricis et virginis Marie et in remissionem peccatorum nostrorum 
fratribus domus Theutonice libera et integra dedimus donaeione tres 
mansos in teritorio civitatis Aldenburc, quibus a nobis infeodatus fuerat 
dominus Rudolfus de Brande, cum omnibus attinentibus et quicquid 



60 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

nostri iuris fiiit in eis supra terram et infra nihil in eis iuris nobis et 
nostris successoribus reservantes^). N et ut hec nostra donacio inviolabiliter 
perseveret et perhennis, fratribus iam dictis presentem dedimus"^) paginam 
pro facta eonfirmacione tarn subscripcione debita quam et sigiUi nostri 
munimine roboratam. Acta sunt hec anno incarnacionis dominice**) 

Q a 

millesimo cc. quadragesimo ^), indictione xiii, presentibus 6) et admotis 
testibus supter^) notatis. Sunt autem hü testest): Prefectus de Dewin, 
dominus'') Radboto de Wolftiz, dominus Heinricus de Crimaschove, 
dominus Siffridus de Indagine, dominus Timo de Schellenberc, dominus 
Timo de Choldiz, dominus Heinricus de Trachenfels, dominus Rudolfus 
de Brande, dominus Heinricus de Cluchowe'') et alii quam plures, Datum 
tum in Vroburc quarto nonas Marcii^). 

a) K^: eiusdem. b) A.: resignantes et reservantes. c) A.: fehlt. d) A.: 



ine. dorn, fehlt, dafür domini. e) A.: M.CC.XLO. f) A.: super. g) A.: pre- 

sentibus bis testes fehlt, dafür testes huius sunt. h) A.: dominus Radboto bis 

Cluchowe fehlt. i) A.: Datum Vrobiirc etc. 

1) Albrecht II., Burggraf v. Altenburg 1228—1270 (73). 

74. Allrecht [IL], Burggraj von Ältenhurg, schenkt den Brüdern des 
Deutschen Hauses in Altenlurg das sogenannte Burgl'orn m Alten- 
dorf, Lindech und Pridob. Frohburg, 1240 März 4. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 358; schlecht erhaltene Perg. Urk. mit 
gut erhaltenem Siegel an braunen Schnüren (0.). — Dabei liegend eine moderne 
Abschrift (B.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 133^ (A.). 

Uebersc.hr.: Littera de bonis in villis Aldendorff, Lindech et Prydob. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. XIII (aus Orig.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 37^ (K^). 

Ueberschr.: Wie A. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 172, No. 82. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, S59 und ausführlicher 932, N. 54. 

Bemerk.: Zustand d. Urk.: Orig. ist sehr schlecht erhalten und hat vom Moder 
und Bruch bes. in der Mitte des Blattes sehr stark gelitten. Es ist auf Papier 
aufgezogen, doch sind die losen Teilchen nicht sorgfältig an die bestimmten 
Stellen geklebt, so daß das Lesen wesentlich erschwert wird. — Die moderne 
Abschrift gibt nicht alles wieder, was in der betr. Urk. noch zu lesen ist, hat 
dagegen einige Wörter, die an diesen Stellen nicht stehen können, aber auch 
sonst verschiedene Buchstaben, die jetzt nicht mehr zu lesen sind. — Siegel des 
Burggrafen ist gut erhalten, s. Urk. No. 73. — Die eckigen Klammern der Ur- 
kunde beziehen sich auf Ergänzungen nach A. — Aus No. 73 sind die fehlen- 
den Zeugen ergänzt, die wie meist bei A. fehlen. 

Albertus dei gracia prefectus de Aldenburc [omnjibus presentem 
paginam in[spe]ctu[ris] in perpctu[um]. Notum facimus tarn presen[ti]bus 
quam futms, quod ob revere[n]cia[m] dci omnip[o]ten[t]is eiu8[que]^) 
p[ie] g[en]ctricis et in re[mis]s[i]on[e]m pcccatorum nostrorum libera 
et in[te]g[ra] dedimus [donacione] de feodo nostro, fquod] dic[itur] 
burchcor[n], fratrib[us] domus Thcut[onice]^) in [v]illa Aldendorf 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 61 

quat[uor inodios siliginis, in] villa Lindech octo inodios siliginis [et] 
totidem avene, in villa P[ridob sex niodios] tres siligin[i]s et id[em]<=j 
[tres avene et imperfectam eius]dein<^) [d()naci]on[is confirni]aci[onem 
presens eis dedini]iis nian[uscri]pt[uni sigilli nostri munimine] rob[oratam 
anno doniini .ai^.cc^.xl*', indictione xiii]^). Testes hiiius rei sunt: Pre- 
fectus [de Dewin,]^) [? dominus Radboto de Wolftiz]^) dominus'') 
Heinr[icus] de Crimas[chowe, dominus Siffridus] de Indagine, do- 
m[inus] [? Rudolfus de Brande, dominus Heinricus de Clucliowe]^), 
[dominus] Timo de Schellenberc, dominus Tinio de Choldiz et alii 
quam plures*). 

Datum in Vrobure quarto nonas Martii. 

a) A.: eius[dem]. b) Ä'^; teuton. c) A.: fehlt. d) Die nun folgenden 

in 0. vorhandenen Buchstaben bis auf die Zeugen und Datumzeile fehlen K^. &) A.: 

zwischen Zeugen und Datum. f) A.: Prefectus Dewin et ceteri pliires. g) ergänzt 
nach No. 73. h) 0.: immer dorn. 

75. Bruder Konrad, Rochmeister des DO., gibt unter gewissen Bedingungen 
dem Hause Griefstedt 200 Mark und dem Hause Marburg 100 Mark. 

Mergentheim, 1240 Mai 7. 

Udschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 45^. 
Auf sehr.: [später] Super Griff stete. 

Bemerk.: Die Schenkung ist jedenfalls bei der Anwesenheit Konrads in Marburg 
im April erfolgt (s. ZThürGuA. XXVIII (N. F. 20), S. 72), als er von Köln 
kam (Dobenecker III, 868). Am 8. Mai ist Konrad in Würzburg nachweisbar 
(Dobenecker III, 879, 880), so daß er nicht sofort dauernd in Würzburg geblieben 
ist, sondern sich wenigstens einen Tag in Mergentheim aufgehalten hat. 

Frater Conradus^) hospitalis sancte Marie lerosolimitani domus 
Theutonicorum minister humilis universis Christi fidelibus, ad quos 
presens scriptum pervenerit, in perpetuum. Cum nos ad religionem 
unitatis ordine et habitu transiremus domui nostre, in qua metu domini 
ministramus, ducentarum marcarum in confinio Grifstede et centum 
marcarum in confinio Marburcli annuos redditus contulimus adiectis 
modis et pactionibus infrascriptis : centum marce reditum confinii Grif- 
stede in solucionem debitorum nostrorum et emendam iniuriarum ac 
refusionem dampnorum, si qua de nobis illata fuerant, quibuscunque 
debebant inpendi annis singulis, ita diu quousque esset de premissis 
Omnibus satisfactum, verum cum pretaxata alique annis neglecta fuis- 
sent nee, ut ordinatum fuerat, ad impleta de consilio fratrum nostrorum, 
ut prius debita solverentur quodque redditus omnes antedicti domui 
cicius integre cederent indivisi, sie decreviraus statuendum, quod omnes 
proventus confinii Grifstede totaliter tanto tempore colligantur, quousque 
ducente marce et quinqueginta, que contra ordinacionem prenotatam 
retente fuerant, persolvantur, inantea omnes proventus confinii Grif- 
stede in satisfactionem dampnorum et iniuriarum predictamm tanto 
tempore convertantur, quousque de ipsis in integro vel amicabiliter 
satisfiat. Si vero domus mille marcas simul pro nobis solvere decreverit, 



62 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

omnes prelibati reditos in suos usus, prout fratribus visum fuerit, con- 
vertentur. Ceterum ut antedicta omnia diligencius observentur et 
super eis nulluni dubiuni oriatur, super eisdem presentem paginam con- 
scriptara appensione nostri sigilli fecimus roborari. Datum Mergentheim 
anno gracie niillesimo ducentesimo quadragesimo in nonas Mail, xiii in- 
dictione, in presencia horum, quorum nomina sunt subscripta: Ulricus 
de Dürne^) prior, Heinricus de Hoenlo ^) Albertus de Arnsteyn *), Andreas 
de Hoenlo 2), Hartmannus de Heldrungen ^), Conradus de Ostema*), 
Bertoldus de Tammenrade ®), Heiu*icus de Wydha '), Heinricus de Heim- 
burch^), Theodricus de Grüningen'), Ludewicus de Citingen^), fratres 
hospitalis sancte Marie lerosolimitani domus Tlieutonicorum. 

1) Konrad, Landgraf v. Thüringen, Hochmeister des DO. 1239 — 1241. — 2) s. Urk. 
No. 27 V. 122[4 Juli]. — 3) s. Urk. No. 16 v. [1221 Okt. 13]. — 4) von mir sonst 
nicht nachweisbar. — 5) s. Urk. No. 66 v. [123S zw. Aug. 15 u. Okt. 27] Anm. 3. — 
6) s. Urk. No. 27 v. 1224 [Juli]. — 7) Heinrich IV d. Ae., Vogt von Weida. Ueber 
ihn s. die Urk. in ThürGQu. V, 1, Reg. S. 617, 1. Spalte unten, und Preuß.UB. 
Pol. Abt. I, 1, 140. — 7) Deutschmeister 1254—1256. 

76. Papist Gregor IX. und Engelhard, Bischof von Naumburg, bestätigen 
der Johannishirche in Gera die ürhmde des (Deutschordensbruders) 
Heinrich, ehemaligen Vogts von Gera, und seiner gewesenen Gemahlin 
Jutta d. d. Gera 1238 Aug. 15 (s. No. 65). 

Naumburg, am St. Peterstage 1240. 

Naumburg, 1240 Aug. 1. 

Druck: Heg.: in ThürGQu. V, 1, 73 nach den Reg. bei Limmer a. a. 0. II, 
S. 356, der nach Schmidt das verloren gegangene Orig. noch gekannt zu haben 
scheint; s. Dobenecker III, 907. 

77. Hem-icus dictus advocatus de Groyz verkauft seinem Bruder (dem 
Deutschordensritter) Heinrich, ehemals Vogt in Gera, und seiner 
früheren Gemahlin, der Schwester Jutta, das Dorf Reinhardsdorf 
(Reynhartsdorf), das er vom Reiche zu Lehen hat, für 410 Mark 
Silbers mit allen Rechten, damit sie es dem Kloster Cronschwüz zu 
ewigem Besitz übertragen können. 

Zeugen: Hermannus de Groiz, Albertus de Lychtenstein, Hen- 
ricus de Langinberg, Bucel, Gotfridus de Wolfinsdorf, Planeo. 

Acta sunt hec anno dominice incarnacionis m°.cc".xl, indic- 
tione XIII. 1240. 

Hdschr. : Orig. Tspt. : SA Weimar, ins. in Urk. Johanns, Bischofs von Meißen von 

1356 Juni 23 (s. Bd. II). 
Druck: ThürGQu. V, 1, 74. — Reg.: Dobenecker III, 929 mit weiteren Nachweisen, 

78. Albrecht [IL], Burggraf in Altenburg, eignet dem DOHause in Alten- 
burg Güter im Lindbach. [um 1240]. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 3Sb. 

Ueberschr,: Littera super bonis in Lintbach. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 63 

Notum facimus tarn presentibus quam futuris, quod bona illa in 
Lintbach ad domum Theutonicam cgo Albertus prefectus in Alden- 
burg iure contuli hereditario et proprietatis. Et ne per mortalium obli- 
vionem posteris inipcdimentum atestet, presentem paginam sigilli nostri 
[volui]^) niuniri firmius impressione. Huius rei testes sunt: Heynricus 
senior de Ledelaw, Heydenricus de Corbis, Guntherus de Drenawe, 
Heynricus de Gluchaw, Gebhardus de Ledelaw et ipse Lunarus**), qui 
bona iam dicta vendidit, et alii quam plures homines de eastro in Fro- 
borg, qui amicales in facto isto fuerunt. 

a) ergänzt. b) undeutlich, kann auch Limarus heißen. 

79. Wilbrand, Erzbischof von Magdeburg, übereignet den Brüdern des 
Deutschen Hauses [bei Halle] einen Hof, den der Edle Ulrich von 
Friedeburg gehabt hat. 1242 Dez. 29. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 149^ (A.). 
Ueberschr.: Littera donacionis unius curie. 

Druck: GQuPrSachsen N.R. 10, 241 [z. J. 1242]. 

Lit.: erw. Wolf, S. 22, Anm. 2. 

Bemerk.: Zur Datierung: Ueber das Pontifikatsjahr vgl. Magdeb. GBll. 6, S. 355 ff.; 
danach ist Wilbrand vor 1235 Dez. 14 konsekriert, nach Eubel ungenau Mitte 
Juli 1235. Vgl. Bierbach in GQuPrSachsen a. a. 0. — Die Lage des Hofes 
ist nicht zu bestimmen. 

Wilbrandus^) dei gracia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepiscopus 
Omnibus in perpetuum. Ne facta nostra vetustatis nubibus obfuscentur, 
ea scriptis autenticis commendamus, enini vero ad presencium ac futu- 
rorum noticiam cupimus pervenire, quod nos ob sincere dilectionis 
affectum, quem ad domum Theutunicam 2) nee non fratres ordinis ipsius 
habemus^), quam nobilis homo Ukicus de Fredebercii in feodo tenet 
a nobis, capituli nostri accedente consensu eidem doniui iusto donacionis 
tytiüo duximus conferendam. Habebunt autem fratres iidem sub annua 
prestacione census curiam prenotatam secundum quod ipsam Ulricus 
dinoscitiu- liabiüsse. In huius rei testimonium nos et capitidum nostris 
sigülis presentem paginam consignamus. Gracie anno datum m*'cc°xliii, 
1111° kalendas lanuarii, pontificatus nostri anno viiii" etc. 

a) Dahinter fehlt jedenfalls curiam. 



1) s. ürk. No. 72. — 2) Aus A. geht hervor, daß das DOHaus St. Kunigunde 
bei Halle gemeint ist. 

80. Konrad [IV.], erwählter Römischer König, Sohn Kaiser Friedrichs [II.], 
eignet auf Bitten des Hochmeisters G[erhard] dem Deutschen Orden 
das Patronat der Kirche in Mühlhausen-Neustadt. 

Rothenburg, 1243 April. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 348; Perg. Urk., wasserfleckig, mit 
Siegel an rotbraun-grünen Seidenfäden. 
Äujschr.: Ccnradus. 



64 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 342 (3. Urk.); Perg. Urk., wasser fleckig, 

viele Risse in den Knicken; die 3 Siegel fehlen; Presselreste vorhanden. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 2a. 
Druck; GQuPr Sachsen 3, 98 (ungenau), besser Hennes II, 483. — Beg.; Doben- 
ecker III, 1083 mit weiteren Hinweisen; — ferner: Philippi, Zur Geschichte 
der Reichskanzlei unter den letzten Staufern, S. 99. 
Lü.; ZThürGuA. 1, S. 98. 

Bemerk.: Datum: Böhmer, Reg. imp. I, 236, z. J. 1242. — Siegel: Posse, Siegel 
d. dt. Ks. u. Kge. I, S. 21, Tfl. 32, 4. 

Conradus divi augusti imperatoris Fr[ederici] filius, dei gracia Ro- 
manorum in regem electus semper augustus et heres regni Jerusalem. 
Licet maiestas regia cunctarum ecclesiarum coramoditatibus teneatur 
intendere, tarnen devotis eorum meritis exigentibus in favorem fratrum 
hospitalis sancte Marie domus Theutonicorum in Jerusalem tenemur 
specialiter ad incrementum sue domui utpote, que divorum progenitorum 
nostrorum memorialis est plantula et que eisdem et nobis adhesit semper 
fideliter et constanter. Haec siquidem racione per presens scriptum 
notum esse volumus tam presentibus quam futuris, quod nos ad preces 
fratris G[erhardi]^) venerabilis magistri predicte domus auctoritate 
domini et patris nostri et nostra ius patronatus ecclesie nove civitatis 
apud Molliusen ad honorem dei et sue matris gloriose dicto hospitali 
contulimus pleno iure, ita videlicet, ut cum primo vacaverit fratris eius- 
dem hospitalis eandem ecclesiam officiare valeant in spiritualibus iuxta 
modum, quem in ecclesia antique civitatis hactenus servaverunt, decimas 
autem et proventus cum aliis obvencionibus eiusdem ecclesie ad usus 
suos respiciant et convertant. Ut igitur hec nostra coUacio rata permaneat 
et inconvulsa presentes litteras fieri fecimus et sigiUo nostre celsitudiuis 
roborari. Actum apud Rotenberc, anno dominice incarnacionibus mil- 
lesimo ducentesimo quadragesimo tercio, mense Aprilis, prinie in- 
dictionis. 



1) Gerhard v. Malberg, Hochmeister, gew. jdfls. Jan. 1241, abgesetzt Ende 1244. 
Vgl. L. V. Baczko, Gerhard von Malbergh, Hochmeister des deutschen Ordens. Ein historisch- 
dipl. Nacldrag zum ersten Bande der Geschichte Preußens. Königsberg 1806. und Johs. 
Voigt, Gesch. Preußens 2, S. 425 ff. 

81. Eemrich, Propst von Remse, tauscht mit den Brüdern vom Deutschen 
Hause in Altenburg das Dorf Reichenbach gegen das Dorf Limbach 
und die Mühle zu Münza. Altenburg, 1243 Nov. 7. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 395; Perg. Urk., Siegel fehlt. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 139 (A.). 

Ueberschr.: Littera concambii inter villam Richinbach et villam Lintbach 
et molendinum in Minnesowe. 
Abschr.: Ebendas., Kapsel 122, No. 50. 
Abschr.: Ebendas., Kapsel 122^, No. 14^. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 37^—38^ (K^). 

Tjsopt'scJlt * \Vz& ./x 
Abschr.: Landesbibl. ' Altenburg, Wagner, Coli. V, S. 230, No. 109 (nach A.) 

u. VII, S. 173, No. 83 (nach 0.). 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 65 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 1113 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Datum: Ueber getrennte Datierung s. Posse, PU. S. 116, Anm. 2. — 
Schrift: Altenburger Hand ebendas., S. 37. 

Universis Christi fidelibus tarn presentibus quam futuris Heinricus 
dei nutu prepositus cum suo humili conventu in Remse in perpetuum. 
Quoniam^) ad modum aque defluentis figura preterit mundi huius 
renim gestarum memoriam secum trahens in oblivionem, cautum est, 
ut, que memoria indigent, quibus subsistant indiciis, muniantur, unde 
per presentem paginam perhenni constare volumus nocioni, quod ob- 
tentu commoditatis et utilitatis nostre cum venerandis in Christo fratri- 
bus hospitalis sancte Marie Iherusalimitane'') domus Theutunicorum 
in Aldinburc ex unanimi deliberacione et communi assensu quarundam 
proprietatum nostrarum fecimus concambium ita, quod villam, que 
dicitur Richenbach*'), cum universis attinenciis, proventibus et iuribus 
suis nobis et ecclesie nostre in perhennem et iustam proprietatem integra- 
liter contulerunt. In cuius restaurum villam, que dicitur Lintbach, 
et molendinum in Minnesowe cum universis attinenciis, proventibus 
et iuribus suis eis et domui sue in proprietatem contulimus sempiternam. 
Et ideo possessioni et omni iuri, quod in eiusde[m]^) bonis [ha]bui[mus '^j) 
aliquomodo, pure renunciamus et perfecte nihil deinceps®) in eis iuris, 
exempcionis aut respectus nobis aut nostris successoribus reservantes. 
Ne igitur in cassacionem, mutacionem seu retractacionem huius nostri 
concambii calumpniosa vel aliquatenus obnoxia deinceps oriatur questio, 
in testimonium et facti confirmacionem fratribus memoratis presens 
dedimus instrumentum sigilli nostri munimine roboratum. Acta sunt 

autem hec anno gracie millesimo cc.xliii, indictione ii. Testes sunt: 
Dominus Goteboldus custos, Wunnemüt^ priorissa, luta, Kunegunt, 
Adilheit, Mechthilt; laici: dominus Guntherus de Crimaschowe iudex 
terre Plisnensis, dominus Siffridus de Indagine, dominus Heinricus de 
Polecken, Heinricus de Gluchowe et alii quam*) plures. Datum Aldin- 
burc ^j anno gracie et indictione prenotatis, die vero vii idus No- 
vembris^). 

a) A.: quem. b) A.: lerusalimitane. c) A.: Rychenbach. d) 0.: [] 

Moderloch. e) A.: fehlt. f) A.: Wunnemüt bis quam fehlt, dafür et ceteri. 

g) A.: Aldenburc. h) A.; folgt: etc. 

S2. Witego, Abt von Kloster Bürgel, bestätigt den Güteraustausch zwischen 
Abt Heinrich u. Konvent des Klosters Remse und den Brüdern des 
Deutschen Hauses zu Altenburg. Bürgel, 1243 Nov. 27. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 396: Perg. Urk., wasser fleckig, Ver- 
wesungsstellen, bes. im Längsbruch, m. d. Siegel des Abtes am Presset. 

Aufschr.: Super villa Lintbach et molendino in Mynsowe. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 14. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 38^ (K^). 

Ueber sehr.: Littera super villam Lintbach et molendino (!) in Minnesowe. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 175, No. 84. 
Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 5 



66 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: Mitzschke, ÜB. d. Klosters Bürgel, 81. — Reg.: Dobenecker III, 1114 mit 
weiteren Hinweisen. 

Bemerk,: Beschreibung des Siegels s. Mitzschke a. a. 0. — Ausfertigung d. ürk. 
s. Posse, PU. S. 97 u. 113, Anm. Posse gibt an, daß Witego und in der 
Datumzeile quinto nachgetragen sein sollen. Für Witego mag es stimmen, 
doch bei quinto auf keinen Fall. Nur „qu" sind dunkler. Diese dunkleren 
Anfangsbuchstaben begegnen uns in der ürk. noch öfter, quarundam, hoc, 
obnoxia, prens, por und Gotebaldus. Ich kann hier also Posse nicht bei- 
stimmen, daß der Tag nachgetragen ist. 

Universis Christi fidelibus tarn presentibus quam futuris "Witego 
abbas cum suo humili conventu in Burgelino in perpetuum. Quoniam 
ad modum aque defluentis figura preterit mundi huius rerum gestarum 
memoriam secum trahens in oblivionem, cautum est, ut, que memoria 
indigent, quibus subsistant indiciiS; muniantur. Unde per presentem 
paginam perhenni constare volumus nocioni, quod dilectus frater Hein- 
ricus prepositus et conventus \[vlY) Remse cum venerandis in Christo 
fratribus hospitalis sancte Marie Iherusalimitane domus Theutonice in 
Aldinburc ex unanimi deliberacione et communi assensu quarundam pro- 
prietatum nostrar[um] ^j fecerunt concambium ita, quod villam, que 
dicitur Lintbach, et molendinum in Minnesow[e] ^) cum attinenciis, 
proventibus et iuribus suis eis et domui sue in proprietatem perpetuam 
contulerunt, in cuius restaurum fratres memorati villam, que dicitur 
Richenbach, cum universis attinenciis, proventibus et iuribus suis nobis 
et ecclesie nostre in perhennem et iustam proprietatem integraliter 
donaverunt. Hoc igitiu* concambium prenotatum, quia secundum purum 
et benivolum conventuum nostrorum assensum et ecclesie nostre pro- 
fectum patratum est, approbamus, ratum habemus et auctoritate nostra 
confirmamus. Et ideo ne in cassacionem, mutacionem seu retractacionem'^) 
eins calumpniosa vel aliquatenus obnoxia deinceps oriatur questio, 
in testimonium et facti confirmacionem fratribus prefatis presens de- 
dimus instrumentum sigiUi nostri munimine roboratum. Acta sunt 
autem anno gracie miUesimo cc. xliii., secunde indictionis. Testes 
sunt: Hugo prior, Cunradus ceUerarius, Hermannus custos in Burgelino, 
dominus Heinricus supradictus prepositus, Goteboldus custos, Wunne- 
müt priorissa in Remse et alii quam plures. Datum in Burgelino anno 
gracie et indict[ione] ^) prenotatis, die vero quinto kalendas Decembris. 

a) 0.; [] Loch. b) 0,: -ta- nachträglich ilbergeschr. 

83. EfeinrichJ, Vogt von Weida, und EfeinrwhJ, Vogt von Gera, schenken 
ex rogatu dilecti fratris Conradi Burneri^) et aliorum amicorum 
suorum der Peterskirche und den Kanonikern in Zeitz Conradum 
filium domini Hermanni et Adilheidis de Ozde. 

Mit den Siegeln der Aussteller. 

Zeugen: Conradus decanus in Cice, Conradus custos, Gerhardus, 
Aylbertus, canonici, Ioh[annes], Th[eodericus], sacerdotes, lohanues, 
Everhardus, clerici; Henricus de Priwele, Henricus de Kokeriz, 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 67 

Gerhardus [de] Lubswiz, Gotfridiis de Gera, Gerungus de Gera, 
Eudolfus de Plawnicz. 
Datum Cice anno domini mccxliii, indictione i. Zeitz, 1243. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Zeitzer Kop., Bl. 59. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 80. — Beg.: Dobenecker III, 1127 mit weiteren Hin- 
weisen. 



1) s. Urk. No. 66 [1238 Aug. 18— Okt. 27]. 

84. Konrad und Dietrich., Gebrüder, Schenken von Vargula, lassen 
Burchard fV.J, Burggrafen von Querfurt, eine Hufe in Judendorf 
auf, die sie von ihm zu Lehn hatten. [um 1243]. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 33^. 
üeberschr.: Copia mansus unius in ludendorbp. 

Druck: Ludewig V, S. 95 (o. J.); — GQuPrSachsen N.B. 10, 470 (m. Dat. 
[um 1300]). 

Bemerk.: Zum Datum: s. Urk. No. 89 v. 1244 [vor Dez. 14]; wir kennen sonst 
keine früheren Verleihungen in Judendorf. Konrad und Dietrich, Schenken 
von Vargula, sind nachweisbar von 1242 Mai 6 (Dobenecker III, 1034) bis 
1265 (ebendas. 3333, 3383), Burchard V. ist Burggraf von Querfurt 1230—55 
(Magdeb. GBll. 6, 75 f.). So kann ich mich der Ansicht von Bierbach in GQuPr- 
Sachsen a. a. 0. nicht anschließen, der die Urk. [um 1300] setzt, da um diese 
Zeit Gottfried v. Vargula Komtur von St. Kunigunde war. Gerade die Urk. 
No. 89 zeigt, daß schon 1244 der DO. Besitz in Judendorf hatte. Ferner ist 
weder [um 1300] ein Burggraf Burchard v. Querfurt nachweisbar (die um diese 
Zeit lebenden Burcharde nennen sich: Burggraf von Magdeburg, v. Mansfeld 
und V. Schraplau), noch ein Bruderpaar Konrad und Dietrich der Schenken 
von Vargula. 

Dilecto domino ipsorum B[urchardo] burcgravio de Querforde 
C[onradus] et Th[eodericus], fratres, pincerne de Varila paratum in 
Omnibus obsequium, Presentibus litteris recognoseimus et protestamur, 
quod nos unum mansum situm in Judendorb, quem a vobis in feodo 
habiümus, vobis remittimus et resignamus. Et ne dubium sit super 
eo, hanc cartulam nostri sigilli munimine duximus roborandam. 

85. Konrad [IV.], Sohn Kaiser Friedrichs (IL), erwählter Römischer 
König, befiehlt dem [Schultheiß] und den Bürgern der Stadt Mühl- 
hausen, die von seinem Vater und ihm für das DOEaus in der Neu- 
stadt-Mühlhausen ausgestellten Privilegien zu beachten. 

Augsburg, [1244] März. 

Hdschr.: Orig.: GSA. Berlin, Museums-Urk. No. 3; Perg. Urk., sehr schad- 
haft, mit rückwärts aufgedrücktem Siegel (Reste vorhanden). 

Druck: Neues Archiv f. ältere dt. Gesch. XV (1890), S. 409 (NA.). — Reg.: 
Dobenecker III, 1148 m. weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Datum: Die Indiktion ergibt das Jahr 1244. — Nach dieser Urkunde 
scheint der Orden Schwierigkeiten gehabt zu Imben, als er das Patronatsrecht 
in St. Marien zu Neustadt- Mühlhausen ausüben wollte. Vgl. Urk. No. 80 
v. 1243 Apr. 

5* 



68 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Conradus divi augusti imperatoris Fr[iderici] filius, dei gracia 
Romanorura in regem electus semper augustus et heres regni lerusalem 
[sculteto]^) et universis civibus de Mulhusen^), fidelibus suis graciam 
suam et omne bonum. Ratam et inconvulsam ab omnibus imperii fideli- 
bus servari volentes graciam, quam dominus et pater noster Romano- 
rum imperator simul et nos f ecimus [de] ^) ecclesia nove civitatis [apud] ^) 
Mulhusen [erga]^) fratres domus Theutonicorum dilectos, fideles nostros, 
prout in paterno ac nostro privilegio [desuper tradito]^) plenius conti- 
netur^), mandamus et districte devocioni vestre precipimus per graciam 
domini et patris nostri [et nostram]'') quatinus prefatis fratribus, circa 
quos tam ipse dominus et pater noster quam nos specialem benivolenciam 
gerimus et affectum, quod in ea parte factum esse dinoscitur, studeatis 
firmiter observare. Alias habentes eosdem fratres prout apud vos re- 
quisierunt ex parte nostra ob honorem paterni nominis atque nostri 
in suis negociis propensius commendatos. Datum apud Augustam, 
mense Marcii, ii^ indictione. 

a) Konjunkturen von E. Friedländer in NA. XIV a. a. 0. 



1) Vgl. Mühlhäuser Gbll. Jg. 16J17, S. 11. — 2) s. Urk. No. 80 v. 1243 Apr. 

86. Hemrich, Vogt von Plauen, teilt mit Zustimmimg seines Bruders 
Eevnrich, Vogts von Gera, die FischereigerecJitigkeiten und Wald- 
bestände im Gau Dohna, die ihm und dem Deutschordenshause Plauen 
bisher gemeinsam gehört haben, mit dem Deutschen Orden auf folgende 
Weise: Pro eo, quod predicti fratres racione premissa commune 
ius mecum habebant in piscariis Alestre fluvii per terminos me- 
moratos, ipsos a totali hac communione sorte separavi special! 
ita, quod a ponte lapideo, qui adiacet antedicte civitati, per descen- 
sum Alestre usque ad convalle citra coUiculum^) patibuli descendens 
in Alestram et ex transverso usque ad locum, ubi agri dotis finiuntur 
inter utrumque litus, piscarias eis et parrochie plena dedi integri- 
tate et in firmitatem perpetuam stabilivi adeo, ut deinceps neque 
mihi neque cuiquam meorum intra spacium huius distinctionis, 
sed neque ipsis fratribus extra nietas easdem ius aut aliquam 
piscandi liceat presumere potestatem. Similiter quia iideni fratres 
ex iure superius nominato in sectione lignorum mihi actenus comniuni- 
cabant in silvis, nemoribus et arbustis in pago prefato mihi attinenti- 
bus, ab universali hac participacione ipsos separavi quadam parte 
silve prope villam, que dicitur Rothis, cum onmi fundo et utilitate 
sua presenti et futura, eis et parrochie ad usus suos in proprietatem 
perpetuam specialiter assignata, cuius termini taliter describuntur. 
Incipit enim a via, que est sub monte Rotthis et in descensu veteris 
semite porrigitur usque ad fluvium, qui dicitur lezniz, et in descensu 
eiusdem usque ad fluvium Alestram, deinde sursum extenditur 
usque ad medium novalis Ditheri et ab eodem ad principium re- 
vertitur supradictum. Insupcr quia quedam aree dotis pretaxate 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 69 

mihi ad ampliacionem civitatis mee scilicet et e converso quedam 
ex areis et aliis fundis meis ipsis fratribus sepe dictis ad ampliacionem 
curie sue competere videbantur, mutue commoditatis obtentu in 
hoc concordavimus concambio, quod excepta, quam Beringems 
et Heinricus fratres inhabitant, curia cum suis attinenciis et qua- 
dam parte fundi curie sue veteris ad edificacionem bahiiatorii 
deputata, que sibi retinuerint in iure pristino, plateam, quam 
habebant, sitam inter ripam Sirowe et pedem montis oppositi 
versus aquilonem, et insuper reditus unius talenti, quos annuatim 
habebant in moneta, mihi cum omni iure et utilitate sua integraMter 
contulerunt. In quorum restaurum sive recompensacionem fundos 
duarum arearum et duoruni pratorum eisdem adiacencium, quibus 
curiam suam inferiorem ampHaverunt, et preterca partera, quam 
habui actenus in molendino sito inter curiam ipsorum fratrum et 
pontem, cum omni iure et utihtate sua presenti et futura sine 
qualibet exempcione et omni preiudicio in proprietatem eis et 
parrochie supradicte contuli sempiternam et ideo patronatui et 
omni iuri; quod in hiis singulis et universis, que vel nomine dicti 
concambii vel racione divisionis annotate ipsis, ut premissum est, 
dedi et assignavi, tam mihi quam et progenitoribus meis usque 
modo qualitercumque competebat vel in posterum competere 
potuisset, integraliter cessi et perfecte renunciavi nulla in ipsis 
excepcione michi aut meis heredibus reservata. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Acta sunt autem hec anno incarnacionis dominice millesimo 
cc XLiiii, indictione iii. 

Zeugen: Uhicus de Molin, Cunradus de Machwitz, Marquardus 
de Milin et Heinricus fihus suus, Lutegerus de Gera, Cunradus de 
Cornowe, Ditherus, Cunradus de Rode, milites ; Siffridus Mone- 
tarius, Beringerus, Heinricus Canis, Ulricus filius officiati, Her- 
mannus de Taltiz, cives. 

Datum Plawe anno et indictione prenotatis, die vero im ka- 
lendas lunii. Plauen, 1244 Mai 29. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 404; Perg. ürk., gut erhalten, mit ziem- 
lich gut erh. Dreiecksiegel (ümschr.: Heinrici iunioris advocati de Wida) an 
grünen Seidenfäden (0.). 

Auf sehr.: Super pistorem et allodium. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 43, Bl. 5—7. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 71^—72^. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 83. — Reg.: Dobenecker III, 1167 mit weiteren Hin- 
weisen; — Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 1 f. 

Lit.: Alberti, V S.Gera, S. 51—54; — Mittl. AV Plauen 6 (1887), S. 4 f. (Conr. 
de Machwitij). 

Bemerk.: Die Indiktion gehört zu 1245, vgl. FDA. IX, S. 570. — Siegel: s. Posse, 
SWA. I, S. 34, No. 189, Tfl. 24, 2. — B. Schmidt, Reußenland I, S. 55 
spricht davon, daß 1244 Vogt Heinrich von Plauen die Stadt Plauen vergrößern 
wollte, „wozu er mit dem Deutschen Orden einen Güteraustausch vornahm". 
Da sich für diese Angabe kein anderer urkundlicher Beleg gefunden hat, nehme 



70 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ich an, daß Seh. diese Urk. gemeint hat, die dann allerdings falsch interpretiert 
worden ist. — Schrift: s. Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand I.); auch Flach, 
8. 23 f. weist sie dem DO. zu, doch stellt er fest, daß es ein anderer Schreiber aU 
in JJrkk. No. 204 u. 205 v. 1267 Juli 24 ist. — Vgl. dort auch über die Arenga 
und den Schluß der Urkunde. 



a) 0.: colliclm. 

87. Heinrich Canis, Bürger in Plauen, tauscht mit dem DORause in 
Plauen einen Acker leim Leprosenhaus daselbst gegen einen Zehnten. 

[1244 Mai 29—1263 März 20.] 

Aus: Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Die Urkunde ist nicht erhalten. Das Datum ist nach dem Vorkommen 
Heinrichs bestimmt. Vgl. Urk. No. 86 v. 1244 Mai 29. 

88. Der Deutschmeister Berthold v. Tannenrode^) bezeugt den Bürgern 
von Straßburg, daß sie den abtrünnigen DOBruder Ehrenfried von 
Naumburg (Ernfridus quondam frater domus nostre dictus de 
Nuwenburc)^) ergriffen und ihm ausgeliefert haben. ' 

Actum Ärgentine anno domini mccxliv, xvi kalendas lanuarii. 

Straßburg, 1244 Dez. 17. 

Hdschr.: Orig.: DOZA. Wien, Orig. Elsaß- Burgund; Perg. Urk. m. d. Siegel d. 

Ausstellers. 
Druck: Straßburger ÜB. I, 219 (nach Straßb. StA. Verseht. Canzlei-Gew. Corp. 

lad. 24, No. 9). — Reg.: Hohenlohisches ÜB., hrsg. v. K. Weller I, S. 220, No. 19. 
Bemerk.: Ueber die Gründung des DOHauses in Straßburg vgl. Straßb. ÜB. I, 

219, Anm. 1. — Siegel: s. Voßberg, Gesch. d. Preuß. Münzen und Siegel, 

Tfl. 1, 10. 



1) s. Urk. No. 27 v. 122 [4 Juli]. — 2) s. Urk. No. 59 v. [123516]. 

89. Wilbrand, Erzbischof von Magdeburg, bestätigt dem DORause St. 
Kunigunde bei Rolle den Besitz einer Saaleinsel und befreit das DO- 
Raus mit seinen Gütern in Reidehurg, Zscherben, Danliesdorf, Juden- 
dorf und Passendorf von allen Steuern, Abgaben und Lasten. 

1244 [vor Dez. 14]. 

Hdschr.: Orig.: StA. Halle, Reg. Verz. No. 2; Perg. Urk. m. Siegeln an 
Pressein (0.). 

Druck: GQuPrSachsen N.R. 10, 246. — Reg.: Dobenecker III, 1195 mit weiteren 
Hinweisen. 

Lit.: Wolf, S. 22 f.; — Hertzberg I, S. 96; — v. Schultze-OalUra I, S. 348. 

Bemerk.: Zum Datum: s. Urk. No. 79 v. 1242 Dez. 29. — Schrift: sehr un- 
gelenke Minuskel; nicht DOKanzlei. — Siegel: 1. des EB. nur Bruchstück vor- 
handen, 2. des Domkapitels verloren. — Wann diese Insel an die Stadt Halle 
verkauft worden ist, ist unbekannt, jedenfalls noch bevor das DOHaus im Jahre 
1511 seinen Besitz an das Kloster Neuwerk verkaufte, da kein Regest im 
Privilegieninventar und keine Abschrift in K. vorJianden ist. 

Wilbrandus^) dei gracia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepiscopus 
universis Christi t'idelibus imperpetuum. Non ambigimus speciale deo *) 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 71 

parare obsequium, si personas ecclesiasticas in suis iuribus confovemus 
pietatisque opera legittime facta circa easdem, ne vetustatis nubibus 
obfuscentur, scriptis autenticis commendamus. Inde est, quod, cum 
fratres hospitalis sancte Marie lerosolimitane Theutonicorum de domo 
sancte Konegundis apud Hallas insulam quandam eidem domui contiguam 
a vado lapideo usque ad bona monasterii Novi Operis ibidem se exten- 
dentem titulo donacionis predecessoris nostri domini**) et fratris'=) Alberti 
archiepiscopi ab impeticione civium civitatis predicte coram nobis in 
iure obtinuissent, prout in litteris nostris desuper confectis continetur, 
nos ad ipsorum instanciam ob sincere dilectionis affectum, quem ad 
ordinem et fratres eosdem habemus, quieti eorum, ut insulam ipsam 
proprietatis titulo perpetue possideant, providere volentes donacionem 
memoratam de consensu capituli nostri ratam habentes, eam auctoritate 
nostra confirmamus, eximentes dictam domum sancte Konegundis et 
fratres ipsius ibidem cum omnibus bonis suis, que habent in Eycdeburg, 
Zcerbin, Danckesdorp, lodindorpt et Bassindorpt, ab omni exactione, 
precaria et onere cuiuslibet servitutis, nichil iuris in eis penitus nobis 
reservamus. In huius rei testimonium presens scriptum inde confectum 
nostro nostrique capituli sigillis fecimus communiri. Datum et actum 

Magdeburg anno domini mccxliiii, pontificatus nostri anno nono. 

a) 0.: dco. b) 0.: Die Schleife von e ist fortradiert, so daß vorher domine 

stand. c) 0.: Es stand fratre da, die Schleife von e ist fortradiert. Der i-Strich 

und 8 sind mit blasserer Tinte flüchtig von anderer Hand hinzugefügt. 

1) s. Urk. No. 72 v. 1239 Nov. 17. 

a) Hugo, Komtur des DOHauses in AUenhurg, bekennt, daß sein Vorgänger Heiden- 
reich mit Genehmigung des Hochmeisters Hartmann von Heldrungen dem Ordens- 
hause die Zinsen von 2 Hufen und einem Hof in Glumen gegeben hat. 

Altenburg, 1244. 

S. Urk. No. 547 v. 12[9]4 [Anfang]. 

Bemerk.: Zum Datum: s. Urk. No. 547 v. 12[9]4 [Anfang], wohin die Urk. zu 
datieren ist. 

90. Unter den sehnt- und zinspflichtigen Gütern des Marienstiftes zu 
Altenburg, die auf Bitten des Propstes Gunfried der von Kaiser Fried- 
rich IL eingesetzte Landrichter des Pleißener Landes Günther von 
Crimmitschau aufzeichnet, befinden sich auch vier Hufen zwischen 
Glumitz und Steinwitz, die % U Schillinge zinsen und von Heiden- 
reich Fleming, Bürger zu Altenburg, an das dortige Deutsche Ordens- 
haus übergegangen sind. [1244], 

Hdschr.: Abschr.: RatsA. Altenburg, Kop. 

Druck: ausführt. Reg.: Dobenecker III, 1206 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Das Datum ist nach Dobenecker bestimmt. 

91. Hermann, Burggraf von Wettin, eignet dem DOHause zu St. Kunigunde 
bei Halle einen Weinberg bei Bennstedt. Halle, 1246 Jan. 19. 



72 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 33^ (K.). 
Ueberschr.: Copia vinee in finitimis Bennenstede. 

Reg.: Ebendas., Rep. ü. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 79, 4. 
Druck: GQuPr Sachsen N. R. 10, 247; — Ludewig V, S. 93 j. — Reg.: Drey- 

haupt I, S. 828, No. 9; — Mülverstedt II, 1198. 
Lit.: Wolf, S. 23; — Dreyhaupt II, S. 790, § 4^; — Schultze-Gallera I, 

8. 348. 

Permissione divina Hermannus burchgravius de Witin universis 
Christi f idelibus in perpetuum. Noverint omnes tarn presentis ^) temporis 
quam futiiri, quod nos vineam quandam inter vineas Bennenstede fi- 
nitimam orientem versus sitani, quam Godefridus de Honstede miles 
a nobis iure f eodali tenebat, quamquam^) idem G[odefridus]^) de consensu 
filii sui Bertoldi nobis voluntarie resignavit tali pactione subiuncta, 
quod eandem vineam fratribus hospitalis sancte Marie lerusalemitane 
domus Teutonicorum conferremus, domui et fratribus eisdem contu- 
limus cum proprietate; dominio, utilitate et omnibus iuribus, que nos 
in eadem vinea habuimus et progenitores nostri obtinuerant ab antiquo 
volentes, ut domus et fratres pretaxati gaudeant omni commodo et 
proventu, que ex [ejadem'^) vinea nunc proveniunt vel quibuscunque 
temporibus in posterum potuerint provenire sive in superficie terre 
iam appareant vel sub terra nunc sint et in posterum quomodolibet 
contigerit declarari. Prelibate nostre coUacioni filii nostri loannis accessit 
connivencia et consensus. Acta sunt hec Hallis in liospitali sancte Cone- 
gundis domus Teutonicorum anno gracie m"cc°xlvi, xiiii kalendas 
Februarii, indictione im. presentibus et vocatis ad hoc testibus, quorum 
nomina sunt subscripta: Bertoldus de Bennenstede, Joannes de Bennen- 
stede, Heidenricus de Bennenstede, milites; Hermannus de Benne[n]- 
stede'^), Widekindus de Bennenstede, Gerardus de Bennenstede, Con- 
radus de Bennenstede dictus Schrickke, Herbertus civis Hallensis. 

a) K.: präsentes. b) K.; richtig quamque. c) K.: [] jehlt. 

92. Conradus Molendinarius cognominatus überträgt mit Zustimmung 
seiner Erben domui Theutonice in subsidium terre sancte silvam 
quandam totaliter et fundum eius cciam, si ad novale in futurum 
redigeretur, quam sitam apud villam dictam Spudelbornen (Spittel- 
born). 

Er hämjt sein Siegel., sowie das seines Bruders Swicker und das 
der Stadt Mühlhausen an. 

Zeugen: Theodericus Camerarius, Hermannus dictus Schillevilz, 
Comadus de Widense, Theodericus de Crodendorph, Swickerus, 
milites; filius eiusdem Swickeri, Cristianus Erhildis, Berthous et 
Ernestus fratres, Conradus de Cullenstede, Conradus de Guttheren 
et Theodericus filius eius, Eckehardus frater Conradi de Gutheren, 
cives de Mulehusen; frater Cristianus de Kyrchberc^), frater Rein- 
hardus^) et frater Eobertus^), plebani in Mulehusen, frater Ber- 
thous*) commendator in Negelstede. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 73 

Acta sunt hec anno incarnacionis domini m cc xlvi, indictione 
qiiarta. Datum Mulehusen xv kalendas Aprilis. 

Mühlhausen, 1246 März 18. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 433; Perg. Urk. mit ziemlich gut er- 
haltenem Siegel des Swicker von Mühlhausen an gelb-roten Seidenfäden; das 
2. Siegel fehlt, wie auch die Fäden. Das Siegel des Konrad ist jedenfalls überhaupt 
nicht daran befestigt gewesen. 

Druck: GQuPrSachsen 3, 101. — Beg.: Dobenecker III, 1278 mit weiteren Hin- 
weisen. 

Bemerk.: Siegel: Abbildg. in GQuPrSachsen 3, Tfl. I, 1. 



1) nur hier; s. a. Urk. No. 188 v. 1265 Juli 27. — 2) ist bis 1260 als DOPleban 
von Mühlhausen- Altstadt nachzuweisen. — 3) Robert (Rupert) v. Nordhausen, DOPleban 
in Mühlhausen-Neustadt bis 1257. — 4) 12i6 bis sicher 1258 Komtur. 

93. Heinrieli [Raspe], Landgraf von Thüringen, bekennt, daß Härtung 
von Erfa auf seine Güter in Göttern zugunsten des DO. verzichtet. 

[vor 1246 Mai 22]. 

Hdschr.: Orig. Tspt.: s. Urk. No. 216 v. 1269. 
Abschr.: HSA. Dresden Abt. XIV A, 64, Bl. 10^. 

Ueberschr.: Littera renunciacionibus domini Hartungi de Erffa super bonis 
in Guttern facta per H. Thnringie lantgravium. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, N. 73. 

Bemerk.: Zum Datum: s. Maisch, Heinrich Raspe S. 74. Vielleicht hat die 
Uebertragung schon im Herbst 1231 stattgefunden, aber nicht vor diesem Zeit- 
pninkt (vgl. Dobenecker III, 212, 218, 219). 

H[enricus] dei gracia Thuringie lantgravius, Saxonie comes pala- 
tinus. Notum sit omnibus presens scriptum inspecturis, quod dominus 
Hartungus de Erfa cum suis heredibus omni inpeticioni, quam habuit 
in bonis Guttern contra domum Theutonicam penitus abrenunciavit. 
Ad huius rei confirmacionem litteram hanc conscribi iussimus et sigilli 
nostri impressione communiri. Huius rei testes sunt: Comes H[ein- 
ricus] de Stalberc, C[onradus] et F[ridericus] fratres de Tannenrode, 
E[udolfus] pincema de Varila, Fridericus de Drivorde, B[erthous] 
dapifer de Slatheim, H[einricus] marschalcus de Ebersberc et alii quam 
plures. 

94. Henricus dictus Scolaris gilt villam Phaffinrode cum agris cultis 
ac incultis, areis, vineis, salictis, nemoribus, arbustis, viis, inviis, 
aquis, aquarum decursibus et omnibus pertinenciis suis, que insunt 
vel inesse potenmt, wie er es zu Lehn hat a magnifico comite de 
Glichinstein, preterquam si quis vitam demeruerit, cuius iudicium 
dictus comes sibi reservavit, zum Reue seiner Seele und der seiner 
Vorfahren domino commendatori et fratribus ecclesie sancte Marie 
in Mulhusen ordinis Theutonicorum zu ewigem Besitz. 

Es siegelt der Aussteller und sein Vater. 



74 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Zeugen: Henricus de Langelo, H. de Hagin, Henricus de Oy- 
geriedin. 
Datum anno domini m.cc.xlvi. 1246. 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 16; Perg. ürk. mit zwei Siegeln 
an Pressein. 
Abschr.: Ebendas., I. 2,1, Bl. 12. 
Druck: GQuPr Sachsen 3, 103. — Reg.: Dobenecker III, 1429 mit weiteren Hinweisen. 
Lit.: Tümmler, Grafen v. Gleichen, S. 71. 

Bemerk.: Vgl. ürkk. No. 111 v. 1250 u. No. 642 v. 1300 Sept. 30 (Verkauf des 
Dorfes). 

95. Efeinrich I.J, Graf von Gleichenstein, gibt ins advocacie in Phaffinrot 
fratribus domus Theutonice in Mulhusin morantibus außer dem 
Blutbann (si quis \ätam dememerit). 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Frater Werinherus minorum fratrum; Heinricus miles 
de Tunna, Guntherus miles de Stutirnhein, Theodericus advo- 
catus de Blankinse. 

Datum in Blankinse. Blankensee, [1246]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 2846 (z. J. 1339); Perg. ürk. m. oben 
gezacktem Band; gut erh. Siegel d. Ausstellers am Pressel. 
Auf sehr.: In Pfaffenrode de advocacia. 
Orig. Tspt.: Ebendas. m. gl. Nummer; Perg. Urk., wasser fleckig, Siegel am 
Pressel fehlt. 

Auf sehr.: Super advocaciam in Pfaffenrade. 
Druck: GQuPrSachsen 3, 104. — Beg.: Dobenecker III, 1430 (der 1. Zeuge ist 

ausgelassen) mit weiteren Hinweisen. 
Lit.: Tümmler, Grafen von Gleichen, S. 71. 

Bemerk.: Datum: s. vorige Urk. — Siegel: Posse, SWA. III, S. 82, No. 650, 
Tfl. 27, 6 (fälschlich v. J. 1339). — Stammtafel s. bei Posse a. a. 0. und 
bei Tümmler a. a. 0. — Heinrich I., Graf v. Gleichen, nennt sich seit 1246 nach 
seinem neuerbauten Schlosse Gleichenstein, s. Tümmler a. a. 0., S. 59. 

96. Bruder Il[art]mann von EeUrung&ti (frater Herrn annus de Heide- 
rungen) ^) ist mit unter den Zeugen, als Heinrich, Vogt von Gera, 
seinem Bruder Heinrich, Domherrn zu Magdeburg, Einkünfte aus 
dem Dorfe Lusan verpfämlet. 

Mit dem Siegel des Ausstellers und seines Bruders Heinrich, Vogts 
von Plauen. 

Datum anno gracie mccxlviii, xvi kalendas Septembris. 

1248 Aug. 17. 
Hdschr.: Abschr.: SA.Schleiz, Cronschvntzer Copiale. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 94. — Reg.: Dobenecker III, 1621. 
Bemerk.: Ueber das Kopiale s. ThürGQu. a. a. 0., Bemerk. 

1) 8. ürk. No. 66 v. [1238 zw. Aug. 15 u. Okt. 27]. 

97. Bruder Heidenreich^), Komtur des DOHau^es Altenburg, verkauft 
mit Genehmigung des Hochmeisters Heinrich von Hohe^ilohe^) dem 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 75 

Propst und der Kirche St. Marie Virg. daselbst 8 Silbermarh jahr- 
licher Einkünfte in Zmesch. [1248 vor Nov. 11]. 

Aus: ürk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. 



1) Der Komtur Heidenreich ist 1248, 1250, 1253 u. 1259 nachweisbar. — 
2) 1244—1249. 

98. Bruder Eckehard von Trebsen, Landkomtur von Thüringen und 
Sachsen, bezeugt eifien Verkauf des DOHauses Altenburg an die 
dortige Marienkirche im Dorfe Zmesch. 1248 Nov. 11. 

Hdschr.: Orig.: SA. Altenburg, Abt. Reg. A. I, 12; Perg. ürk., Siegel am Pressel 
fehlt. 
Orig. Tspt.: Ebendas., s. ürk. No. 422 v. 1286 März 22 (OT.). 
Absckr.: Ebendas., Akten XIII, C. 3. 
Abschr.: Ebendas., Kop. I, 1 c, 27. 
Abschr.: SA. Weimar, F. 1020, Bl. 101 (inser. i. ürk. 1286 März 22). 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 1634 mit weiteren Hinweisen. 

Universis hoc scriptum intuentibusfraterHeckehardusdeTrebzin^)^) 
commendator domus Theutunice in partibus Thuringie et Saxonie^) 
in perpetuum. Presenciiim tenore ad publicam defero noticiam, quod 
frater Heidenricus^) commendator domus nostre in Aldinburc ex volun- 
tate magistri nostri fratris Heinrici de Honlo^) et aliorum fratrum nostro- 
rum consensu vendidit preposito sancte Marie *=) in Aldenburg et ecclesie 
sue in villa Zmesch^) reditus annuatim octo marcas®) solventes et in 
Proprietäten! iustam et legittimam resignavit. Et ideo ut perhenne 
et in vigore stabilitatis eterne hoc maneat factum, super eo hanc con- 
scribi feci paginam sigillo meo consignatam. Actum anno incarnacionis 

domini m. cc. xlviii, indictione vi. Testes sunt : Frater Heinricus^) 
commendator de Nenewiz, frater Ukicus*), frater Hermannus^) de 
Isenewiz^j, frater Nicolaus ^), frater Albertus Thuringus^), frater Hein- 
ricus de Isenache^)^), frater Ditmarus') et alii quam plures. Datum 
anno incarnacionis et indictione prenotatis, tercio^) idus Novembris. 

a) OT.: Threbezin. b) OT.: Saxonige. c) OT.: Marie virginis. 

d) OT.: Zmecz. e) OT.: marcas argenti. f) OT.: Nenewicz. g) OT.: 

Ysenache. h) OT.: iii. 



1) 8. ürk. No. 16 V. [1221 Okt. 13]. Landkomtur v. Thüringen und Sachsen 
1248—1250, 1251 Juli ohne Amt, 1259 in Halle vielleicht Komtur und 1263—1268 in 
Altenburg. — 2) s. vorige ürk. — 3) Ueber die sogen. Komturei in Nenewitz s. die Aus- 
führungen in Thür.-SächsZ. 19, S. 35 ff., denen ich allerdings nicht zustimmen kann. 
Keine Urkunde beweist, daß es eine selbständige Komturei N. gegeben hat. Die Komture 
müssen als Hauskomture angesprochen werden. — 4) nur hier und in ürk. No. 547 v. 1244 
(= 12[9]4). — 5) nur hier. Lobe in Mittl. d. Osterlandes IX, S. 106 ff., will in ihm 
keinen Angehörigen des Ministerialengeschlechts v. N. sehen und B. Sommerlad in Thür.- 
SächsZ. a. a. 0. gibt ihm Recht. Ich kann auch hier nicht zustimmen. Es wäre sonder- 
bar, wenn zuerst der Komtur von N. und die zwei dortigen Brüder als Zeugen angeführt 
würden und dann vier andere DOBrüder, von denen nicht gesagt wird, zu welchem Hause 
sie gehären. Wenn Ulrich und Hermann zum Hause N. gehören, so müßte hinter Ditmarus 
„de Aldenburg" stehen. Solch eine Stellung ist aber nicht üblich. Es heißt entweder fratres 



76 TJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

de Nenewitz : Heinricus commendator, . . . . ; de Aldenburg : Nycolaus, . . . oder häufiger 
erst die Namen und dann abschließend fratres de N. ; . . . . fratres de A. Aus diesen 
Gründen kann ich den beiden obigen Annahmen nicht zustimmen. — 6) Nur hier. — 
7) Nur hier, s. aber Urk. No. 66 v. [1238 zw. Aug. 18 u. Okt. 27]. 

99. ÄlbrecM von Eallenberg, Deutschmeister, bestätigt, daß Eeideweich, 
Komtur des Hauses Altenburg, das Dorf Zmesch der Marienkirche 
in Altenburg verkauft hat. 1248 [nach Nov. 11]. 

Hdschr.: Orig.: SA. AUenburg, Abt. Reg. A. II, 42; Perg. Urk. m. beschädigtem 

Siegel des Deutschmeisters an grünen u. roten Seiden- u. weißen Hanf- 

fäden. (0.) 

Aufschr.: S. xxxiiii. De solucione octo marcarum argenti in Smetcze. 

Orig. Tspt.: s. Urk. No. 422 v. 1286 März 22. 

Abschr.: Ebendas., Urk. Kop. Buch II, S. 327, No. 153 (C). 

Abschr.: SA. Weimar, F. 1020, Bl. 101 (ins. in Urk. 1286 März 22). (W.) 

Abschr.: Landesbibl. AUenburg, Wagner, Coli. I. B. S. 374, No. 141. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 1635 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Siegel: Maria sitzend m. d. Jesusknaben im Schoß. Siegelfläche rot; 

s. Voßberg, Gesch. d. Preuß. Münzen und Siegel, Tfl. 1, 10. 

Universis Christi fidelibus presens scriptum intuentibus frater 
Albertus de Halleberc^) magister domus Teutunice in perpetuum. 
Presencium tenore ad publicam deferimus noticiam, quod frater Heiden- 
ricus^) commendator domus nostre in Aldenburch =*) ex voluntate nostra 
et aliorum fratrum nostrorum^) consensu vendidit preposito sancte 
Marie virginis in Aldenburch^) et ecclesie sue villam, que dicitur Smetze'^), 
octo marcas '^) argenti annuatim solventem ^) et coram domino Volrado ^) 
de Koldiz*) tunc iudice pro tempore existente et aliis quampluribus 
Plisnensis provincie baronibus in proprietatem iustam et legittimam^) 
resignavit et ideo, ut perhenne et in vigore stabilitatis eterne hoc maneat 
factum super eo hanc conscribi fecimus paginam sigilli nostri munimine 

consignatam. Acta sunt hec anno domini m.cc.xlviii, indictione vi. 

a) W.: Aldenburg. b) W.: n. f. c) W.: Zmecz. d) W.: marcis. 

e) W.: Wolrado. f) C: Coldicz; W.: Koldicz. g) W.: legitimam. 

1) Albert v. Hallenberg ist Deutschmeister 1248—1250. 8. a. Voigt, DRO. I, 8. 647, 
der ihn nur für 1248 nachweisen kann. — 2) s. die beiden vorhergehenden Urkk. — 
3) s. aber die vorhergehende Urk. und die Aufschrift von 0. 

100. Dominus Conradus agnomine Unrüwe^) et filius suus verkaufen 
quadam hübam agris fratrum domus Theutonice in Grifstete 
insertam, quam ipsi iure possidebant feodali, pro xii marcis 
unter der Bedingung, quod a proximo festo Pasche per annum 
iam dictam hubam omni arte^) circumvencionis et fallacie remota 
predicte domui propriabunt. Zu Tre^chändern setzen sie dominum 
Didericum de Andesvekle, dominum Didericum agnomine Meyzen. 
Wenn die gelobte Zeit nicht innegehalten wird, sollen Vater und 
Sohn tabernam in civitate Wiszense intrabunt per quatuor septi- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 77 

manas et ibi venalibus per tempus illud sustentabiintur. Danach 
sollen die Treuhänder dafür eintreten, daß mit dem Vorbehalt, quod 
ipsi aut fideiussores medio tempore in domibus propriis non 
eonmedant, bibant vel dormiant, quoadusque conpleverint laudata 
aut XV marcas fratribus persolvant. 

Mit dem Siegel des Pfarrers in Weißensee. 

Zeugen: Magister*') in Wiszense dominus Eckehardus de Stubes- 
fortC^), frater Fridricus, dominus Tymo, frater Conradus ple- 
banus de Sommeringen nomine Baldewinus, frater Conradus de 
Tuteleibin, frater Erinfridus, frater Henricus. 

Acta sunt hec anno domini m.cc.xlviii. 1248. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, 742 (756) (0.). 

U eher sehr.: Empcio cuiusdam mansi agris fratrum Theutonicorum in 
Grifstede inferti (!) ad nos Conrado dicto Unruwe et suo filio. 
Druck: Puhl. PreußSAen. 3, 85 (W.). — Reg.: Dobenecker III, 1659 mit 

tveiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Es ist sehr fraglich, ob die gen. Brüder Angehörige des DO. sind, die 
Wahrscheinlichkeit spricht für Johanniter. Merkwürdig ist die Stellung der 
Zeugen, auffallend auch die schweren Strafen für Nichteinhaltung des Kauf- 
vertrages bei einer Hufe, deren Lage nur allgemein angegeben ist. 



a) nach W.; G. hat apte. b) W. will civium ergänzen und sieht dann scheinbar 

die Zeugen als DOBrüder an. Vgl. dazu ZhessChiLdke., Bd. 30 (1895), S. 83. 
c) richtig Stuchesforte. 



1) V. Hagke, Weißensee hat nach SA. Magdeburg Kop. 1532^ Bl. 2^: Veraw, 
Peraw. 

101. Volrad (I.) von Kolditz, Richter im Lande Pleißen, bezeugt, daß 
Eertwig, Supan in Padüz, dem Komtur Eeidenreich des Deutschen 
Hauses in Altenhurg sei/ne Güter in Paditz verkauft hat. [1248]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 462; Perg. Urk. mit ziemlich be- 
schädigtem Siegel am Presset. 

Auf sehr.: Concordia super iii mansos in Aldenburgk [durchstr. u. 
später] Baticz. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, BL 142 (A.). 

Ueberschr.: Littera de bonis in Baticz. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 142 (M.). 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 200, No. 100. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 1661 u. N. 90 mit weiteren Hinweisen; — 

ferner: Brandt, Kolonisation in Sachsen- Altenburg, S. 25. 
Bemerk.: Datum: nach Huth, Altenburg, S. 254, ist Volrad v. Colditz 1248 Land- 
richter des Pleißener Landes, s. ferner Urkk. No. 97 ff. und K. Truöl, Die 
Herren von Colditz und ihre Herrschaft, S. 5 ff. — Siegel: Posse SWA. II, 
S. 115, No. 966, Tfl. 52, 13. 

Universis hoc scriptum intuentibus. Volradus de Choldiz^)^) iudex 
terre Plisnensis salutem presencium tenore notum facio, quod Hertwicus 
supanus in Baticz fratri Heidenrico^) commendatori'') domus Theu- 
tunice in Aldenburc'^) et domui sui vendidit integraliter bona sua in 
Baticz videlicet tres mansos cum omnibus attinenciis suis et eadem cum 



78 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

universis heredibus suis commendatori predicto in mera presencia 
resignavit. Insuper renunciavit omni dampno, quod receperat a domino 
Heinrico de Privl*^)^), et in omnibus cum commendatore prefato ipse 
et pueri sui et uxor sua ita se concordaverunt, quod neque de hoc dampno 
neque de bonis supradictis aliquam deinceps possent requisicionem 
resumere vel monere. Hec autem facta sunt in presencia fratris mei 
Tymonis de Coldicz, Kudolfi®) de lauren, Heinrici de Gluchowe, Her- 
manni de Graben, Heinrici de Zmolne, Alberti de Uma, Friderici de 
Musella, Cunradi scolastici et aliorum multorum. 

a) A.: Coldicz. b) Ä.: frater Heidenricus commendator. c) A.: A -g. 

d) A.: et d. P. e) A.: RudoKi — multorum jeMi, dafür et ceteri plures et cetera. 

1) Volrad v. Colditz, Richter des Pleißener Landes seit 1248 bezeugt. Sein Vor- 
gänger Günther v. Krimmitschau ist zu 1244 bezeugt. Ueber F. v. C. s. Truöl a. a. 0. 
S. 5 f. — 2) s. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11]. — 3) Heinrich v. Priefel erscheint 
1243 (s. Urk. No. 83J—1266 März 22 (s. Urk. No. 192). 

102. Eeimrich d. J., Vogt von Weida, u. a. verpflichten sich, gegebenen- 
falls für die Zahlungsverpflichtungen Älbrechts von Lichtenstein 
dem DOEause in Plauen gegenüber einzutreten. [1248 — 58]. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 1624bb; Perg. Urk. mit Siegel des 
Ausstellers am Presset (0.). 

Druck: ThürGQu V, 1, 329 (m. Datum: Ende des XIII. Jhts.); — Mittl. 
AV Plauen 1875, No. XCVIII (m. Datum [1283?]), unvollst., mit Be- 
schreibung des Siegels. — Reg.: Dobenecker III, 2783 (m. Dat. [zw. 1240 
— 1259] nach Schmidt in Festschrift) mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk. : Nach den Zeugen gehört die Urkunde in die Zeit um 1250. — Heinrich 
von Aga läßt sich zuerst 1248 (s. Urk. No. 96 = ThürGQu. V, 1, 94) nach- 
weisen. 1259 erscheint schon ein Berthold als Pfarrer in Greiz. In der 
gleichen Urkunde kommt Heinrich von Kökeritz zum letzten Male als Zeuge 
vor (s. ThürGQu. V, 1, 115); vgl. auch die Bemerkungen v. B. Schmidt in: 
Festschr. z. Feier d. 25jähr. Reg.-Jub. d. Fürsten Heinrich XIV. (1892), 
S. 6 f., mit Beschreibung des Siegels, Abb. dess. Tfl. 1, 4, dort ist die Urk. 
z. J. [1240—1244] angesetzt. Flach, S. 25 Anm. 174 u. S. 230 f. schließt sich 
in der Datierung den Ausführungen Schmidts in der Festschrift an, obwohl er 
S. 25 f. die Urkunde der Schrift nach zu den Urkk. No. 112 von 1250 und 
No. 134 von 1255 setzt gegen Posse PU. S. 41, der die Schrift als unbestimm- 
bar annimmt. Flach bestätigt durch seine Schriftvergleichung meine aus den 
Zeugenreihen gewonnene Datierung. — Siegel: Posse, SWA. I, 8. 34, No. 188, 
Tfl. 24, 1. 

Ego [Heinricus]*)^) iunior advocatus de Wida notum facio omnibus 
hanc litteram inspicientibus, quod Albertus de Lich[t]enstein^) beate 
Marie fratribus"^) domus Theutonice in Plauwcn lv. niarcas argenti 
termino prcfixo ibidem se persolvere spopondit videlicet proxinio iesto 
Älichahelis^) venturo im marcas, sequcuti iesto Walpurgis^) xiii marcas, 
a festo Michahelis^) iam dicto per annum xxxviii marcas. Quem si 
fata universe vie subripuerint, loco dicti Alberti predicta[m]'^) pecunia[m] '^) 
fratribus in Plawe persolvendo me obligavi; igitur, si dominus me°) 
tulerit de medio, H[einricus] ^) de Cokeriz^) cum i'ilio suo, Bertoldus et 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 79 

Ditherus castellani de Koneberc michi in ipsa fideiiussione succedent 
fratribus in Plawe in solidum persolvendo. Huius rei testes sunt: 
Sifridus plebanus in G[r]ouze)*) et W[ernerus]^) de Richenbach et H. 
miles de Minsowe et H[einricus] *) de Ogawe^) et alii quam plures. 

a) 0.: fehlt. b) 0.: Lichenstein. c) 0.: fratribusque. d) 0.: pre- 

dicta pecunia. e) 0.: übergeschrieen. f) 0.: H. g) 0.: Guz. — Grüz 

ist Greiz. h) 0.: W. 



1) = Heinrich L, Vogt v. Plauen. — 2) Sept. 29. — 3) Mai 1. — 4) vgl. 
Bemerk, zum Datum. 

103. Wenzel fl.], 4. König von Böhmen, belehnt den Burggrafen Eckehert 
in Starkenberg mit der Stadt Außig samt dem Patronate über die 
Kirche, die dem DO. gehört, und dem Dorfe Potschappel. 

Bars, 1249 Febr. 7. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. T^a-b (A.). 

Ueberschr.: Collacio et appropriacio civitatis Huzc et ville in Pochapel^) no- 
bili Eckeberto burgravio in Starkenberg facta per Wenczeslaum quar- 
tum Bohemie regem. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 1665; — ThürGQu. V, 1, 92 (zu 1248). 

Bemerk.: Wann der DO. mit der Pfarrkirche von Außig belehnt worden ist, 
entzieht sich unserer Kenntnis. Da aber die Kirche die Jungfrau Maria zur 
Schutzheiligen hat, vermute ich, daß Ottokar I. den DO. in den um 1225 
zur Stadt erhobenen Ort Außig gerufen und ihn mit der zu gründenden Pfarr- 
kirche belehnt hat; vgl. auch meine Ausführungen in „lieber Berg und Tal", 
Z. d. Oebirgsvereins für die Sachs. Schweiz, 1932. Durch die Aufnahme in 
A. ist es unzweifelhaft, daß Außig auch zur Bailei Thüringen gehörte. 

Wenczeslaus^) dei gracia quartus Bohemorum rex dilecto fideli suo 
nobili viro Erkeberto burgravio de Starkenberg graciam suam et omne 
bonum. Inter ceteras et preclaras virtutum sedes non inmerito locum 
sibi vendieat munificencia specialem, que licet munificum quemlibet 
faciat virtuosum, clariori tarnen luce refulget in principe, dum quanto 
subli\ius liabitat, tanto prolixius radios sue claritatis extendit tantoque 
nobiliorem propagacionem in donatarium protenditur, quanto a celsiori 
sede noscitur, racione prima processisse habet in se preterea regalis 
munificencia quoddam speciale, quia de dantis eterno^) non minuit nee 
largientis emolumenta debilitat, sed, cum aliquis beneficus et gratis 
stipendiis sibi reddit, obnoxios regnancium erigit, solia firmat imperia 
nee minus egregie thesaurizat suos quippe fideles pro meritis preveniendo 
beneficiis illos maxime, qui pro regis et regni defensione vitam suam 
exponendo diversis fortune casibus nee rebus noverunt parcere, nee 
personis effert preclaris ingentibus titulis nomen suum, quod invitat 
ceteros facili ad sue serenitatis servicia illorum exemplo, quos largarum 
regalium erogacione in avitum amplis tamquam bene meritis '^) beneficiis 
exaltavit. Inter huiusmodi sane nostrarum consideracionum curas, 
quibus augere regni nostri solium vero minus hominum utilitate quam 
nummo pensabamus, accidit, ut te intra rethe domini nostri venacione 



80 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

laudabili claudemus, praesertim cum tantam in te fidem invenimus 
intuicione viris nostris*^) in hoc inoportune necessitatis tempore, ut carere 
tue devocionis obsequiis ulterius non velimus sane et si ex suscepte 
dignitatis officio nostris simus permeritis subditis debitores naturalis, 
tamen requirit racio et honestas publica persuadet, ut specialius hiis 
manum placide consolacionis porrigamus, qui relictis omnibus vitam 
suam pro nobis quasi rem minimam ut nostrorum confringant nequicias 
hostium et nos defenset ab hiis, qui regalem venantur, animam diversis 
periculis horrende mortis exponere non pavescunt. Licet autem nobili- 
tatem tuam ad tutelam regio dignitatis per vitam semper invenimus 
et paratam in hoc tamen pernicioso tempore, que fere universi nostre 
iurisdicionis homines insurrexerint, ad exterminum vite nostre te non 
tarn argumentis probabilibus quam ex promeritis evidentibus sie diebus 
singulis inveniremus fidelem et devotum, ut regalibus dignis beneficiis 
debeas non inmerito reputari, cum enim clare memorie fidelis noster 
pater tuus, cuius gracia semper nobis servicia fuerunt et accepta sie dum 
vixit sincera fidelitate promocioni nostri honoris astitit, ut apud nos 
ipsius non debeat perire memoria carne eciam decedente, quapropter 
dignum fore censimus et conveniens, ut dilectio, quam erga defunctum 
habuimus, transeat ad heredem. Hinc est, quod nos voltu regle sereni- 
tatis labores tuos studiosius intuentes conferimus, tibi civitatem in 
Huzc iuxta Albeam et villam in Pochapel cum omnibus suis pertinenciis, 
vineis, silvis, pascuis, nemoribus, agris cultis et incultis, piscacionibus, 
venacionibus et omnibus aliis appendenciis nee non iure patronatus 
ecclesie dicte civitatis ad Theutonicos pertinentis in perpetuum iure 
proprii possidenda. Volumus eciam, quod eadem bona liceat tibi ven- 
dere et quocunque alienacionis tytulo in alium vel alios transferre vel 
ad tuos heredes seu quemlibet legittimos transmittere successores. Ut 
autem hec a nobis liberaliter facta donacio perpetuum irrevocabiliter 
sorciatur effectum, presentes ad rei memoriam sempiternam concedi- 
mus litteras sigillorum nostrorum munimine roboratas. Actum in 
oppidulo Bars anno domini m". cc°. xlviiii", die septimo intrante Fe- 
bruarii, presentibus hiis testibus: venerabili patre Brunone Olomu- 
censi episcopo, Ottone comite de Hardcke, nobili viro Fredrico de Truhen- 
dingen, Com-ado de Hohenvelt, Borsone summo aule nostre marscalco, 
Gallo de Levenberg, Jarosio pincerna nostro, Paulico, liatmiro, Pir- 
kossio, regni nostri nobilibus ; Hogcro de Vrideberg, Frederico de Bonen- 
berg, Alberto de Anstelberk, Günthero de Crimasowc, Hartwardo de 
Stritberke, Hartwico de Dytsin, Ulrico de Coldicz, Eberhardus de Voi- 
tesberk, Henrico advocato de Plawe, Henrico de Gera, Siffrido Weyse, 
Kadoldo Weise, Wylhelmo de Hilscopers et aliis quam pluribus. Datum 
per manum magistri Dyonisii AVyssegradensis prepositi, aule nostre 
cancellarii, die et loco prcfatis. 

a) A.: PochapL b) A.: aterno. c) A.: meritos. d) -.4.: nostri. 



1) Wenzel L, König v. Böhmen 1230—1233. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 81 

a) Heinrich [früher Vogt von WeidaJ, Landmeister in Preußen, wurde 1249 vom 
Hochmeister { Heinrich von Hohenlohe?] zu einem Kapitel nach Deutschland ge- 
rufen, erkrankte dort und starb im Kloster C ronschwitz, wo er auch begraben wurde. 

1249 [nach Febr. 9.] 

Druck: ThürGQu. V, 1, 75 (nach Peter v. Dusburg, Chronicon terre Prussie 
III, c. 56). 

Lit.: ZThürGuA. XVI (N. F. VIII), S. 151; — B. Schmidt, Reußenland I, 

S. 59. 

Bemerk.: Hochmeister Heinrich v. Hohenlohe ist am 16. Juli 1249 in Mergent- 
heim gestorben. Es ist anzunehmen, daß H. v. W. gleich nach Abschluß des 
Friedensvertrages mit den Pomesaniern, Warmiern und Natangern [Urk. 
s. Cod. dipl. Warjniens. D, S. 28 — 41] zum Bericht nach Mergentheim befohlen 
worden ist. — Seine Wirksamkeit in Preußen behandelt ausführlich Gähn 
in FDG. IX, S. 554 — 567. — Die Urkunden den Landmeister Heinrich von 
Weida betr. s. ThürGQu. V, 1, Register, S. 616 u. Preuß. ÜB. Pol. Abt. 1, 
Bd. I, 139, 140, 145, 177; II, 102. 

1 Oi . Der Graf von Schwarzburg gibt dem DOHause in Griefstedt 3 Hufen 
Landes zu Hausen. 1249. 

Druck: Reg.: v. Hagke, Weißensee, S. 2SS (nach StA. Magdeburg, Kop. 
1532i>, Bl. 2b); — Dobenecker III, 1763. 

Bemerk.: Ein Original hat sich nicht mehr gefunden. — Vielleicht handelt es 
sich hier um ein Versehen des Abschreibers, der 1249 statt 1269 geschrieben 
hat, so daß Urk. No. 214 v. 1269 Juni 2 in Betracht käme. 

105. Albertus dictus de Halleberk^) commendator domus Theutonice 
per Alimaimiam überträgt Henrico Molendinario de Guttern und 
seiner Familie molendinum ecclesie situm iuxta sanctum Kylia- 
num (in Mühlhause^i) mit der Bedingung, daß die Kinder aus 
zweiter Ehe der Frau nicht erbberechtigt sind. Die Zinsbedingungen 
sind, ut preter censum inde datum ab antiquo dentur inde duo 
porci marcam vel amplius valentes, detur eciam marca, quam 
de propria dabunt hereditate. Dabitur eciam inde agnus in Pascha 
et panis magne quantitatis, in Nativitate panis unus, in Pente- 
coste panis unus, in Assumpcione sanete Marie^) 1111°'' puUi et 
due auce. Census autem inde dandus quatuor anni temporibus 
persolvetur videlicet in festo Michaelis^) marca, in Nativitate 
domini marca, in festo Walpurgis*) marca, in festo sancti lacobi^) 
marca, hoc eciam pacto, ut omnia molendino necessaria sumpti- 
bus ipsius molendinarii comparentur. 
Siegelankündigung: Appendencium sigillorum testimoniis. 
Zeugen: Frater Ekkardus de Trebizin*^) commendator per 
Thuringiam'') et Saxoniam, frater Reinardus') plebanus veteris 
civitatis in Mulhusen, frater Bertogus') commendator in Negel- 
ste[te]^), frater Johannes^), frater Ekkardus^), frater Con- 
radus^*^), tunc temporis manentes in Mulhusen ^^); Henricus de 
Kornre, Rodolfus Winman, Fridericus Trutlindis, Henricus 
Wederoldi, Tidericus Baldeberti, Meinardus frater suus, Bertol- 
dus de Balenhusen, Conradus de Effeldere, Henricus de Thieren- 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. G 



82 IJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

rode, Fridericus domine Adelen, Henricus Lupprandi, Conradus 
de Urbeche, Otto de Welsbeche, Hermannus de Welsbeche. 
Acta sunt hec anno gracie mccl, nonas Januarii. 

1250 Jan. 5. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 477; Perg. ürk., Löcher u. Risse 

in den Knicken, mit beschädigtem Siegel des DOPlebans Mühlhausen am 

Pressel (0.). 
Druck: GQuPrSachsen 3, 107. — Reg.: Dobenecker III, 1779 mit weiteren 

Hinweisen. 
Lit.: ZThürGuA. XXI (N. F. XIII), S. 230; — ZHVReg.-Bez. Marienwerder 

44. Heft (1905), 8. 5 ff. 
Bemerk.: Siegel nicht in GQuPrSachsen a. a. 0. abgebildet: Kleines rundes 

Siegel, in der Mitte ein Palmenbaum, Umschrift: t S- fratris P'AN. 



a) 0.: Thuriggiam. b) 0.: Negelste. 



1) s. ürk. No. 99 v. 1248 [n. Nov. 11]. — 2) Aug. 15. — 3) Sept. 29. — 
4) Mai 1. — 5) Juli 25. — 6) s. ürk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. — 7) 5. ürk. 
No. 92 V. 1246 März 18. — 8) Ein frater lohannes ist bis 1262 ah DOPriester und 
Pleban in Mühlhausen nachweisbar. — 9) Vielleicht der DOPriester Ekkehard in 
Altenburg (s. ürk. No. 107 v. 1250 Juli 16). — 10) Nicht genau festzustellen. — 
11) Die beiden letzten gehörten nicht den DOHäusern in Mühlhausen an. 

106. Johannes, Konrad und Hugo, Gehrüder, Söhne des Ritters Konrad 
von Weidensee (Widinse), Burgmannen in Mühlhausen, verzichten 
auf die Güter in Weidensee, die frater avi nostri Albotho miles, 
der se reddidit ordini fratrum domus Theutunice lerosolimitane, 
eis contulit, da sie ihm nach Erlrecht eugefallen waren. Diese 
Güter hatten die genannten bis jetzt für sich beansprucht, sehen 
aber nun ihren Irrtum ein und übertragen sie mit Zustimmung 
ihres Vaters und auf Rat ihrer Freunde den Brüdern des Deutschen 
Ordens. 

Heinrich fl.J, Graf von Gleichenstein (Glichensteyn), sie seihst 
und die Bürger von Mühlhausen besiegeln diesen Brief. 

Zeugen: Hermannus Sellevilz, Svicherus miles, ministeriales 
imperii, Tidericus advocatus de Ammera, Echehardus et Con- 
radus, milites, et Rudolfus, omnes quatuor fratres earnalcs, pre- 
terea cives civitatis: Gerlacus senior, Fridericus et Cunradus de 
Guttim. 

Acta sunt hec anno incarnacionis domini mccl", iii. kalendas 
lulii. 1250 Juni 29. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 489; sehr zerfallene u. vielfach sehr 
schlecht geklebte Perg. ürk., bei der Siegel und Pressel bis auf einen Rest 
vom letzten fehlen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 3. 
Druck: GQuPrSachsen 3, 108. — Reg.: Dobenecker III, 1818 mit weiteren 

Hinweisen. 
Lit.: Tümmler, Grafen v. Gleichen, S. 72. 



Urknndenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 83 

107. Eekehard, Propst, Johannes, Bechani, und das Kapitel des Klosters 
Memleben verkaufen dem DOHause [St. Kunigunde hei Halle] 
ihren ganzen Besitz in Dorf und Flur Zscherhen. 

Halle, 1250 Juli 16. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 37^ (K.). 

Ueberachr.: Copia vendicionis predii in Scherbenn cum advocacia etc, 
Beg.: Ebendas., Eep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 83, 3. 

Druck: GQuPr Sachsen N. R. 10, 256. — Reg.: Dobenecker III, 1822 mit weiteren 
Hinweisen. 

Lit.: Wolff, S. 23 ff.; — Voigt, DRO. II, S. 657; — ZThürGuA. I, S. 93, 103; 
— Völkel, DOVogtland, S. 12; — Deelemann, S. 51; — v. SchuÜze-Qallera I, 
S. 348. 

Bemerk.: Die Bestätigung des Verkaufes durch das Kloster Hersfeld s. ürk. 
No. 108 V. 1250 Juli 26. — Die Vogteirechte an seinen Giltern in Zscherben 
erhält das Marienkloster in Memleben auf Bitten des Grafen Otto v. Buch, 
der auf sie Verzicht leistet (1244 Juni 22), durch den Abt Werner von Hers- 
feld 1244 Mai 28 (Druck: GQuPr Sachsen N.R. 10, 244 f.). 

Die Zeugenreihen in den Urkunden No. 107 u. 108 sind nicht in Ordnung. 
Besonders in No. 107 weicht sie stark von der sonst üblichen Reihenfolge ab. 
Sie müßte lauten : Albertus abbas de Reinstorf, Hermannus abbas de El- 
wartestorf, magister Conradus canonicus Merseburgensis, Werenherus archi- 
presbyter de Querfforde, [frater] Ekehardus de Trebezin commendator 
Thuringie et Saxonie, frater Ekehardus eiusdem ordinis sacerdos, [frater] 
Hinricus commendator de Hallis, frater Heydenricus commendator de 
Aldenburck, Fridericus plebanus de Dornenstede, Hermannus [plebanus] 
in Schafstede usw. — Der Vergleich mit No. 108 bestätigt dies, zeigt aber auch, 
wie es in No. 108 durchgängig der Fall ist, durch das zweimalige Auslassen 
von frater die Flüchtigkeit des Abschreibers. Ebenso scheint mir hinter Her- 
mannus nach der Stellung plebanus ausgefallen zu sein. Stand aber Her- 
mannus im Original hinter Dornenstede (s. o.), so konnte plebanus fehlen, 
wie andere Zeugenreihen uns belehren. — Auch in No. 108 ist nicht alles ohne 
weiteres klar. Nach dem Text müßte Ekehardus sacerdos et confrater eorum 
zu den vorhergehenden drei Zeugen gehören und damit ein Bruder von Kloster 
Pforte sein, dem diese angehören. In Wirklichkeit ist aber Eekehard verglichen 
mit der Zeugenreihe in No. 107 ein DOBruder. Es muß hier also die Zeugen- 
reihe lauten : . . . [frater] Ekardus [de Trebezin commendator Thuringie 
et Saxonie, frater Ekehardus] sacerdos et confrater [eiusdem ordLuis, frater] 
Henricus commendator de Hallis, [frater] Heydenricus commendator de 
Aldenburgk, also ähnlich der in No. 107. Trotz dieser Unregelmäßigkeiten 
gibt der Inhalt der Urkunden selber zu Bedenken keinen Anlaß, so daß an 
der Echtheit nicht zu zweifeln ist. 

Ekehardus permissione divina prepositus, Johannes decanus totum- 
que collegium ordinis sancti Benedicti in Mymeleiben universis Christi 
fidelibus salutem in vero salutari cum oracionibus devotis. Cum ceno- 
bium nostrum premeretur eris alieni onere gravi debitorum usque adeo, 
quod timeremus irrecuperabile detrimentum inciirrere et voraginem 
usiu'arum, cumque non haberemus mobilia, per quorum distractionem 
tale periculum evadere valeremus, nee per precarias nee per [em]phi- 
teosim^), nee eciam per supererogacionem subtractionis usuum quotti- 
dianamm necessitatum nostrarum prenotata debita solvi possent, multe 
deliberacionis prehabito consilio dominonmi familiarium et amicorum 
nostrorum ad alienacionem immobilium decrevimus divertendum. Et 



84 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

quia inter omnes possessiones domus nostre non inyenimus alienacionem 
minus dampnosam, quam predii, quod situm est in villa et pago Scherb- 
vin^), cuius universitati ius patronatus ecclesie est annexum, idem 
predium cum omnibus pertinenciis suis vendidimus hospitali sancte 
Marie lerosolimitano domus Teutonicorum et eontradidimus ius, pos- 
sessiones et dominium omnium eorum, que in villa et pago predictis 
in areis, domibus, ortis, arboribus, agris, pratis, pascuis, Salicis, arbustis, 
cultis et incultis, viis et inviis, agris agrorumque '^) discursibus nos et 
cenobium nostrum in villa et pago Scherbbin habuimus usque modo^). 
Premissa omnia vendidimus et eontradidimus hospitali prelibato con- 
cordi et unanimi voluntate nobis nihil iuris in eis retinentes, tam cor- 
poralia quam incorporalia, que in omnibus prescriptis nobis et domui 
nostre competebant, in prefatum hospitale transtulimus et transfudimus 
cum advocacia et utilitatibus omnibus, que in eis nunc sunt, que in 
superficie terre vel in imis eins commodalibus imposterum potuerint 
pro venire, in vendicione et pro contradicione omnium predictorum 
recepimus nonaginta quinque marcas argenti, quas in solucionem debi- 
torum nostrorum pregravancium conversam*") esse recognoscimus et 
presentibus protestamur. Cum ergo domus nostre et nostra res gesta 
utiliter esse non dubitetur in omnibus prenotatis sicut et communiter 
profitemur, ne super tam racionabiliter factis obli\nonis incommodum 
subrepere vel cavillacionis interpretacio sinistra vel calumpniosa questio 
possit aliqualiter suboriri, super eis presentem paginam conscriptam 
appensionibus sigillorum nostrorum iussimus communiri. Datum in 
Hallis, anno domini m^.cco. l. in crastino post divisionem apostolorum. 
Testes huius sunt: Albertus abbas de Reinstorf, Hermannus abbas de 
Elwartestorf, Hermannus in Schafstede, Fridericus plebanus de Dornen- 
stede; f rater Heydenricus^) commendator in Aldenburck, f rater Eke- 
hardus^) eiusdem ordinis sacerdos, Ekehardus de Trebe[z]inn *) 3) com- 
mendator Thuringie et Saxonie, Hinricus'*) commendator de Hallis, 
magister Comadus canonicus Merßeburgensis, Wernherus archipresbyter 
de Querfforde: dominus Kalt miles de Nebere, Gernodus et Berchtoldus 
de Schafstede s), Heinricus et Joannes fratres de Amelungestorff. 

a) K.: unleserlich durch Klecks. b) Ludewig: S Berlwin. c) so K., 

muß heißen: aquis aquarumque. d) Bierbach in GQuPrSachsen a. a. 0. hält modo 

jür einen Schreibfehler für hodie. e) richtig: conversas. f) K.: Treberin. 

g) K.: Berchvoldus de Schasstede. 



1) 5. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11 J. — 2) s. Urk. No. 105 v. 1250 Jan. 5. — 
3) s. Urk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. — 4) noch Urk. No. 108 f. v. 1250, s. a. Wolf, S. 58, 
dem ich darin zustimme, daß es nicht Heinrich v. Richow ist, wie schon Dreyhawpt I, 
S. 830 und Hertzberg I, S. 95 annehmen, glaube aber kaum, daß er 1255 vorkommt, 
sondern schließe mich da Bierbach in GQuPrSachsen N. R. 10, 281 an, der den dort 
genannten Heinrich v. Halle als Bürger der Stadt ansieht. 

10J{. Werner, Abt, und das ganze Kapitel des Klosters Hersfeld ge- 
nehmigen den Verkauf aller Liegenschaften in Dorf und Flur 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 85 

ZscJierben durch das Kloster Memleben an das Deutsche Haus 
[St. Kunigunde bei EalleJ. Hersfeld, 1250 Juli 26. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 37a— b (K.). 

Ueberschr.: Copia consensu abbatia in Hirsfelt super bona et vendicione 
predii in Scherbbinn. 

Reg.: Ebendas., Eep. ü. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 82,3. 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 257; — Ludewig, V, S. 113 f., Dipl. LXXXIX 
(m. Dat. 1257 Aug. 1). — Reg.: Dobenecker III, 1824 mit weiteren Hinweisen, 
dazu erw. (1257 Aug. 1) III, 2567. 

Lit.: Wolf, S. 24, 59 j. (z. J. 1257) (mit falschen Folgerungen). 

Bemerk.: Zum Datum: Auf Grund der Verkaufs-Urkunde darf das Datum 
nicht 1257 Aug. 1 aufgelöst werden, wie es Ludewig und nach ihm andere 
getan haben. Auch die Uebereinstimmung der meisten Zeugen verbietet 
dies. Und schließlich ist Abt Werner schon 1252 abgesetzt worden (vgl. 
Hafner, Die Reichsabtei Hersfeld, S. 112). — Vgl. auch die ausführlichere 
Begründung zum Datum und Ausstellungsort bei Bierbach in GQuPrSachsen 
a. a. 0. zur Datierung und U eberlief erung. — Den Verkauf s. Urk. 
No. 107. 

Werenherus dei gracia Hirsveldensis ecclesie abbas, Ottmarus 
decanus, Bertho prepositus totusque conventus Hirsveldensis monasterii 
ordinis sancti Benedicti universis Christi fidelibus salutem in eo, qui 
est Vera saliis. Cum cenobium in Mymeleiben, quod ad nos pertinet, 
in quo visitacionis et reformacionis regularis et monastice ius habemus, 
gravissimo premeretur onere debitorum nee essent ibi mobilia, per 
quorum distractionem tanta debita solvi possent nee per emphiteosim 
nee per constitucionem precariaruni nee per supererogacionem sub- 
tractionis usuum quotidianarum necessitatum ibidem degencium a 
debitis eximi posset, cenobium prenotatum, ne incurreret irrecuperabile 
detrimentum, consulimus, ut per alienacionem immobilium se a debitis 
liberaret, cumque consultu nostro prepositus et collegium dicti cenobii 
alienare decreverunt et alienaverunt omne id, quod in pago et in villa 
Scherwem habebant in areis, ortis, arboribus, agris, pratis, pascuis, 
Salicis, arbustis, aquis aquarumque discursibus, cum omni eo iure, quod 
in premissis habebant ab antiquo nee non in iure patronatus ecclesie 
dicte ville, quod cum universitate omniuni prelibatorum contradiderunt 
hospitali sancte Marie lerosolimitano domus Theutonicorum receptis 
ab eo nonaginta quinque marcis argenti, quas in solucionem debitorum 
integraliter converterunt. Quia in tali alienacione manifestum est, 
rem dicti cenobii utiliter esse gestam, alienacionem eandem ratam 
habemus. Et ne quis successorum nostrorum hoc factum nostrum re- 
tractare presumat, presens scriptum sigillis nostris appensis robora- 
vimus. Testes huius sunt: Albertus abbas de Reinsdorff, Hermannus 
abbas de Helenwartistorff, Werenherus archipresbiter de Querf forde; 
frater Albertus de Hechendorff, frater Hinricus magister curie de Ror, 
f rater Albertus de Meldingen, Ekardus sacerdos et conf rater eorum^), 
Hemicus commendator de Hallis^), Heydenricus^) commendator de Alden- 
burgk; Kalt miles de Nebere"*), Heinricus et Joannes milites de Ami- 



86 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

lungestorff. Datum apud Hirsfelt anno domini m".cc".l, vii° kalendas 
Augusti. 

a) K.: Halt miles de Neidere, s. aber Urk. No. 107. 



1) s. Urk. No. 107. — 2) s. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11] . 

109. Meinher, Burggraf von Meißen, bekundet, daß Günther von Biher- 
steim dem AU Eberhard und dem Konvent des Klosters [Alten-] 
Celle -für 150 Silbermark die beiden Dörfchen Kupnitz und Utescu- 
wicz im Burgward Mochau mit allem Zubehör verkauft hat, der sie 
durch ihn dem Markgrafen [Heinrich von Meißen] aufläßt pre- 
sentibus Cristophoro notario domini marchionis, fratre Heinrico ^) 
de domo Theotonica commendatore in Hallis, domino Botone 
de Ilburc, domino Heinrico de Trebecin, domino Alberto de Riete, 
Ubrico de Malticz, domino Conrado de Steinbach, domino Rudolfo 
et fratre suo de Luppe. Kurze Zeit darauf hat auch Günther von 
Biberstein coram rege Boemorum in Borgelino diese Schenkung 
bestätigt. o o o o 

Actum Misne anno domini m.cc.l, x. kalendas Decembris. 

Meißen, 1250 Nov. 22. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 488; Perg. Urk. m. etwas am Rande 

beschädigtem Siegel d. Ausstellers am Presset. 
Auf sehr.: Super Kupnicz et Vraschicz. 
Druck: GQuPr Sachsen N. R. 10, 258 (m. Dat.: Vor 1250 Nov. 22 [Meißen]). — 

Reg.: Dobenecker III, 1853 (ohne Zeugen) mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Ueber die Datierung s. Bierbach in GQuPrSachsen a. a. 0. — Da 

Komtur Heinrich nur für die erste Handlung in Betracht kommt, so ist er 

nur vor 1250 Nov. 22 nachzuweisen. Ich kann mich also hier Bierbach in 

der Datierung nicht ganz anschließen. 



1) s. Urk. No. 107 v. 1250 Juli 16. 

110. Heinrich, Markgraf von Meißen und Osterland, Landgraf von 
Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen schenkt dem Deutschen Hause 
[in Halle] die Kirche in Podelwitz. 

Neuenburg, 12[5]0 Dez. 24. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 360^; Perg. Urk. mit beschädigtem 
Siegel an rotbrauner Schnur (O.). 

Auf sehr.: Super ecclesia in Podelwicz. 
Abschr.: Ebendas., Orig. No. 360^ (mit Datxim 1240 Dez. 24) (B.). 

Auf sehr. [16. Jht.]: Hans und Friderich von Bichen verzeihen sich aller 
gerechtigkeit an der pffar Bodelwitz. Anno 1263. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 1859, s. a. ebendas. III, 918^ (mit falschem 
Hinweis auf 1251 Dez. 24) und 889 [1240[ ?] Mai 24]; Berichtigung in III, 
S. 573 zu den gen. Nummern. 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erlauchte II, S. 177 u. 205 (zu 1240 Dez. 24). 
Bemerk.: Datum: Vgl. Posse, PU. S. 150, Anm. 3 auf S. 151. Datum scheint 
nachgetragen zu sein. — x im Orig. vor l von späterer Hand (nicht der des 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 87 

Kopisten von B.) nachgetragen. In B. steht XL. Ist aber falsch. Doben- 
ecker III, 889 hat falsch nach Posse PU. S. 43 lun; dieses Datum vill. 
idus lunii befindet sich in der in B. überstehenden Urkunde [s. Urk. 
No. 176], — Siegel: Posse, SW. Tfl. III, 6. Das Siegel ist an der linken 
Seite und unten stark beschädigt; ein Stückchen daneben liegend. — Die 
Echtheit der Urk. ist nicht ztveifelhaft. Die Bemerkung des Sekretärs Miller 
in den hs. Regesten des HSA. Dresden ist falsch. — Der Ort ist Podelwitz 
n. V. Leipzig u. Eutritsch und nicht Podelist (AG. Freiburg a. U.), wie 
Dobenecker a. a. 0. annimmt; s, a. Urk. No. 176. 

Henricus dei gracia Misnensis et Orientalis marchio, Thuringie 
lantgraviiis et Saxonie comes palatinus omnibus imperpetuum. Cum 
super hiis omnibus promovendis fervens desiderium habeamus, in 
quibus pietatis opera exercentur, notum esse cupimus tam presentibus 
quam futuris, quod nos saluti prope intendentes ecclesiam in Podielwiz^) 
cum omnibus pertinenciis domui Teutonice'') et fratribus contulimus 
perpetuo possidendam, volentes, ut de ipsa ordinent, quitquia eis maxime 
fuerit profuturum. Ut autem huius donacionis nostre memoria im- 
posterum habeatur super ipsa, dictis fratribus dari fecimus in testimonium 
presens scriptum sigilli nostri munimine roboratum. Datum in Novo 

Castro anno domini m. cc. l. '=), viiii kalendas lanuarii, none'*) in- 
dictionis. Huius rei testes sunt: Hermannus burch[g]ravius ^) de Novo 
Castro, burch[g]ravius^) Al[bertus] de Dewin, Ulricus de Pac, Albertus 
dapifer de Burn*), Heiiiricus marscalcus et Cunradus camerarius fratres 
de Gnanen[stein], abbas Ber[nardus] de Buch, Heidenricus prior de 
Lipzc et alii quam plures. 

a) B.: Podelwicz. b) B.: Theutunice. c) 0.: XL. d) B.: nomina. 

e) B.: burchravius. f) B.: Burniz. 

111. ßudolfus domini Heinrici dicti Scholaris filius verspricht, daß 
er den Brüdern des Deutschen Ordens [in Mühlhausen] in bonis 
suis videlicet in Phaffenrode, que pater mens bone memorie eis- 
dem fratribus ob remedium anime sue contulit, niemals schaden 
noch sie in diesen und anderen Gütern irgendwie beunruhigen werde. 

Mit dem Siegel der Stadt Mühlhausen. 

Zeugen: Dominus Heinricus de Cornre, dominus Conradus 
Thoph, milites, dominus Thidericus dictus Sculthetus. 

Datum apud Mulhusen anno domini millesimo ducentesimo 
quinquagesimo. Mühlhausen, 1250. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 489; brüchige Perg. Urk. mit dem 
(abgefallenen) Siegel der Stadt Mühlhausen am Pressel. 
Auf sehr.: Pfaffenrode. 

Druck: GQuPrSachsen 3, 109. — Reg: Dobenecker III, 1873. 

Bemerk.: Schrift: Mühlhauser Hand 1 nach Posse PU. S. 39. — Die Schenkung 
s. Urk. No. 94 v. 1246 und den Verkauf des Dorfes durch den DO. s. Urk. 
No. 642 V. 1300 Sept. 30. 

112. H[einricus]'') de Plawe et H[einricus] ^) de Gera fratres et advo- 
cati übereignen den Brüdern des Deutschen Hauses und der Pfarrei 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

in Plauen zum Seelenheile ihrer Vorfahren und zu ihrem eigenen 
quindecim agros sitos prope viam versus Olsniz . . ., ut in perpe- 
tuum ipsorum per omnia deserviant volimtati, et ut interdura 
ex usu illorum prebende sue defectui et eciam pauperibus Christi 
tanto melius valeant subvenire. 

Es siegeln die Aussteller. 

Zeugen: Meinheimus, Heinricus de Gorkewiz^), UMcus Schinei, 
Heinricus iunior de Ogau, milites; Bertherus, ad quem eosdem 
agros eomparaverunt, Gotfridus Slicher. 

Acta sunt hec anno incarnacionis domini millesimo ccl.° 

1250. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 490; Perg. Urk., wasserfleckig, mit 
e. stark beschädigten und e. gut erhaltenen Siegel an Pressein. 

Auf sehr.: Super donacionem parrochie in Plawe. (Schlecht ausradiert.) 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 86^. 

Ueberschr.: Littera super donacionem parrochie in Piauwe. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 51b (K^), 

Druck: ThürGQu. V, 1, 100. — Reg.: Dobenecker III, 1872 mit weiteren Hin- 
weisen. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 40, dazu jetzt die genauere Untersuchung von 
Flach, S. 25 f. —Siegel: Posse, SWA. I. Zu 1: S. 34, No. 189, Tfl. 24,2. 
— Zu 2: S. 43, No. 250, Tfl. 29, 1. — K.: duo habet sigilla. 



a) 0.: H. b) A.: Heinricus et Gerkewinus. 

a) Beginn des Streites mit der Herrschaft Gleichen. 1250. 

Anno 1505. Freytags nach Viti wurde ein Brief! verlesen, daß die Herrschaft 

Gleichen sich mit dem Orden gütlich vereiniget, und hat der Orden der Herrschaft 

alles dasjenige, das streitig gewesen, mit 14Ü fl. vergnügt. Es hat diese Zwiespalt 

255 Jahr gewähret. 

Aus: Verzeichnis der Häuser, die zur Bailei Thüringen gehören. 1503. Anhang. 
Druck: Kreysig, Beiträge I (1754), S. 426J33. 

Bemerk.: Aus den Urkunden dieser Zeit geht nichts über einen Streit des DO. 
mit der Herrschaft Gleichen hervor. Es kann sich vielleicht um den Blutbann 
in Pfaffenrode handeln, den Graf Heinrich I. sich vorbehalten hatte. Aller- 
dings ist das Dorf 1300 schon wieder vom DO. verkauft worden (s. Urk. 
No. 642). Außer zum Hause in Mühlhausen hatten die Grafen auch zu den 
Häusern in Nägelstedt und Griefstedt in diesem Jahrhundert Beziehungen. 

113. Das DOHaus in Plauen kauft von Gottfried Slicher xxviii agros 
iuxta viam, quc dicitur Cusiczt {Kauschritz). 

[1250—1263 März 20]. 

Jms; Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Ein Original ist nicht mehr vorhanden. Das Datum ist nach dem Vor- 
kommen des Verkäufers angesetzt. Vgl. dazu Urk. No. 112 v. 1250. 

114. Das DOHaus in Plauen hat von Ulrich Schinei viii agros sitos 
versus Olsnitz gekauft. [1250—1263 März 20]. 

Aus: Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Ein Original ist nicht mehr vorhanden. Das Datum wurde nach dem 
ersten Vorkommen des Verkäufers angesetzt. Vgl. Urk. No. 112 v. 1250. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 89 

115. Ulrich ScMney gibt dem Vogte Heinrich I. von Plauen einen halben 
Äcker, der vor seinem Walde gelegen ist. Der Vogt eignet fratribus 
ipsis [des DOEauses in Plauen] in excanibium partem nostram 
in molendino pro allodio eorum in nova civitate. 

[1250—1263 März 20]. 
Aus: Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Eine Originalurk. ist nicht vorhanden. Zum Datum s. vorhergehende 
Urkunde. 

a) Die Bestätigung des Markgrafen Albrecht von Landslerg über den Besitz der 
Forsten bei Altenburg für das DOHaus Altenhurg. 1251 Juli 15. 

Bemerk.: Die Urk. gehört nach 12[6]1 Juli 15; a. Urk. No. 163. 

116. Bruder Clemens, Meister des Johanniter ordens in Deutschland, 
Böhmen, Mähren und Polen, bezeugt, quod, cum fratres nostri in 
Wiszinse tenerentur fratribus domus Theutonice in Grifstete sex 
maldra annone singulis annis et tres modios Erfordensis mensure, 
videlieet duo maldra et unum modium hyemalis annone, duo 
maldra avene et unum modium, duo maldra hordei et unum 
modium, de quibusdam bonis sitis prope curiam ipsorum et molen- 
dinum dictum Heiingen, tale fratres nostri cum dictis fratribus 
Theutonice domus fecerunt concambium, quod ipsi in restaurum 
predicte annone duos mansos proprietate suos in Willestete cum 
omni integritate sepedictis fratribus assignarunt perpetuo possi- 
dendos, ipsi vero nos et fratres nostros a pensione dicte annone 
reddiderunt deinceps absolutos. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: die Johanniter: frater Johannes, frater Gerhardus, 
frater Aberwinus, sacerdotes, frater Henricus de Northusen, 
frater Henricus de Valanga, frater Heidenricus; fratres Theutonice 
domus: frater Hartmannus de Heiderungen i), frater Eckehardus 
de Trebezin^), frater Henricus de Schirve^), frater Irfridus de 
Alrestetc*). 

Acta sunt hec anno domini m.cc.li, mense lulio. 1251 Juli. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, 772 (786). 

Ueberschr.: Assignacio duorum mansorum in Willestete, quos fratres 

sancti loliannis fratribus dederunt in forma concambii pro sex 

maldris et tribus modus annone, que singulis annis domui Grifstete 

solvere tenebantur. 

Druck: Publ. PreußSAen 3, 104. — Reg.: Dobenecker III, 1943; — v. Hagke, 

Weißensee, S. 15, 27, 51 u. 288 (SA. Magdeburg Kop. 1532^ S. 2^ z. J. 1253.) 

Bemerk.: Erste sichere Erwähnung eines Konventes in Griefstedt (ZhessGuLkde 30 

(1895), S. 83). Es gehören aber nur die beiden letzten DO Brüder nach 

Griefstedt. Ob da schon von einem Konvent gesprochen werden kann, scheint 

mir fraglich zu sein. 

1) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. ISjOkt. 27] . Da Hartmann v. Heldrungen an 
erster Stelle steht, so ist anzunehmen, daß er als Vertreter des Hochmeisters oder Deutsch- 
meisters zugegen ist. — 2) s. Urk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. Wahrscheinlich ist Ekkehard 



90 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

V. Trebsen auch in diesem Jahre noch Landkomtur der Bailei Thüringen. Seine Stellung 
unter den Zeugen iveist darauf hin. — 3) Jedenfalls gleich dem Nägelstedter DOBr. Hein- 
rich von Scherbda vgl. Urk. No. 139 v. 1258 März 13. — 4) Nur hier. 

117. Konrad, Erzbischof von Köln, vidimiert die Bulle des Papstes 
Innozenz [IV. J, Lyon 1251 Jan. 20 für den DO. in Deutschland 
(ex tenore vestre peticionis), dem DOHaus Nägelstedt. 

1251 Sept. 22. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 52a— b. 

üeberschr. : Indultum, quod f ratres et bona nostri ordinis sunt exempti 
a subsidiis solvendis. 

Bemerk.: Druck d. Papsturk.: Strehlke, Tabulae O.T. 522 und Reg.: Pettenegg, 
Die Urkk. des DOZentralarchives zu Wien, 235. 

Conradus^) dei gracia sancte Coloniensis ecclesie archiepiscopus, 
Ytalie archicaneellarius, universis Christi fidelibus tarn presentibus 
quam futuris, ad quos littere iste perveneriiit, iiotum esse volumus, 
quod nos sanctissimi patris nostri domini Innocencii iiii^) pape litteras 
dileetis nobis in Christo preceptori et fratribus hospitalis sancte Marie 
Theutonicorum in Alemania indultas in prima sui figura non caneellatas 
non abolitas nee in aliqua sui parte viciatas et sub bulla eiusdem vi- 
dimus et perlegimus in hac forma: [Folgt die Bulle: Ex tenore vestre 
peticionis]. Et ad evidentem presencium noticiam huius cedule sigillum 
nostrum duximus apponendum. Datum anno domini m"cc°li" in festo 
beati Mauricii martiris et sociorum eins, 

1) Konrad v. Hochstaden, EB. v. Köln 1238—1261. — 2) Innozenz IV., Papst 
1243—1254. 

118. Dietrich, Sohn Martburgis, Bürger in MüMhausen, sei/ne Schwester 
Kunigunde mit ihren Söhnen und Töchtern und die Söhne seiner 
verstorbenen Schwestern verkaufen an Herrn Bruning, Propst von 
Beuren ihren Hof mit allem Zubehör, sitam iuxta curiam fratrum 
de domo Theutonica in veteri parte civitatis Mulehusen commo- 
rancium. Die naynentlich aufgeführten Erben bestätigen den Ver- 
kauf und leisten Verzicht auf ihre Rechte. 

Zeugen: Fratres de domo Theutonica : sacerdotes Reinhardus ^), 
Ropertus^), Johannes 2) et alii; dominus Ekehardus plebanus 
de Sebech und viele andere. 

Acta sunt hec in presencia consulum civitatis Mulehusen, sub 
quorum sigillo feci corroborari anno ab incarnacione domini 
MCCLi, decimo nono kalendas lanuarii. 

(Mühlhausen), 1251 Dez. 14. 

Druck: Gudenus, Sylloge 8. 312 — 315. — Reg.: Dobenecker III, 1977 mit weiteren 
Hinweisen; — ferner Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Fam.-kunde XLIX (1921), 
S. 49 f. 

Bemerk.: Orig. scheint verloren gegangen zu sein. 
1) 8. Urk. No. 92 V. 1246 März 18. — 2) s. Urk. No. 105 v. 1250 Jan. 5. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 91 

119. WilJielm, Römischer König, verleiht den Brüdern des Deutschen 
Hauses de Livonia auf ihre Bitten ius patronatus ecclesie parro- 
chialis in Brukke et capelle in Germar Maguntine diocesis, quod 
ad nos racione dignitatis imperii pertinere dinoscitur, und be- 
droht diejenigen mit Strafen^ die die genannten Brüder in ihrem 
Besitz stören würden. 

Zeugen: Nobiles viri A[dolfiis] de Waldecke et H[einricus] de 
Solmese, comites, Ar. dominus de Dist, magister Arnoldus, 
prothonotarius curie nostre. 

Datum Colonie V. idus lanuarii, indictione X., anno domini 
MCCLi, regni vcro nostri anno quarto. Köln, 125[2] Jan. 9. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 491; etwas brüchige Ptrg. Urk. mit 
beschädigtem Siegel an rotbraunen Seidenfäden. 

Druck: GQuPr Sachsen 3, 121. — Eeg.: Dobenecker III, 1998 mit weiteren Hin- 
weisen. 

Bemerk.: Datum: vgl. Böhmer-Ficker, 5055. — Siegel: Ankündigung des- 
selben in der Urk. fehlt; — Posse, S. d. dt. Ks. u. Kge. 1, S. 22, Tfl. 35, 4. 
— Vgl. Urkk. No. 121 v. 1252 März 15 u. No. 188 v. 1265 Juli 27. 

120. Heidinricus vicedominus de Rusteberc, übergibt molendinum 
situm Erfordie inter Novos Temes et domum fratrum domus 
Teutonice [in Erfurt] et pistrinum und andere Güter den Erben 
des Eberhard von Weichmar, gewesenen Erfurter Bürgers. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Acta sunt hec Erfordie in domo prefati Eberhardi anno gracie 

M. cc. LH. in die beati Gregorii. Erfurt, 1252 März 12. 

Hdschr.: moderne Abschr.: SA. Weimar, F. 1020, Bl. 4 f, No. 3 (nach Orig.). 

Druck: GQuPrSachsen, N. R. 5, 304. — Reg.: Dobenecker III, 2003 mit weiteren 
Hinweisen. 

Lit.: Thür.-SächsZ. 19 (1930), S. 38. 

Bemerk. : Es ist dies die erste Erwähnung eines DOHauses in Erfurt. — Härtung, 
Häuser-Chronik von Erfurt, S. 187, gibt als 1. Niederlassung d. DO. in E. 
1183 ( !) an und behauptet, daß Ldgf. Konrad v. Thüringen bei seinem Ein- 
tritt in den DO. [1234 Nov. 18] u. a. auch das DOHaus in E. bedacht habe. — 
Das Original lag auf der Wartburg und wurde noch 1861 von Funkhänel in 
ZThürGuA. 4, S. 181 ff. benutzt. 

121. Heinrich, Markgraf von Meißen und im Osterlande, Landgraf von 
Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen, verleiht zu Ehren des seligen 
Märtyrers Georg domui fratrum Teutonicorum de Livonia ec- 
clesiam in Germar (Görmar) mit allen Rechten und unter der Be- 
dingung, daß die Kirche ihnen erst nach dem Tode des Meißener 
Kanonikers Konrad, der jetzt dort Pfarrer ist, zufällt. 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Comes Her[mannus] ^) de Henninberc frater noster, 
Her[mannus] ^) burggravius de Novo Castro, Heinricus de Gliz- 
berc, R. de Arnstede, Her. de Lupenzce, Her. de Sconenberc et 



92 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

magister C[hristopherus]^) notarius noster et Io[hannes]'') et 
Ar[noldus]''), nostri scriptores. 

Datum Misne anno domini mcclii, idus Marcii, decime in- 
dictionis. Meißen, 1252 März 15. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 505; Perg. Urk. mit stark beschädigtem 
u. teilw. wiederhergestelltem Siegel an grün-weiß-roten Seidenschnüren (0.). 

Druck: GQuPrSachsen 3, 122. — Reg.: Dobenecker III, 2006 mit weiteren 
Hinweisen. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 46 ( Markgräfl. Kanzlei, Hand A,a) 3) u. S. 110, 
Anmerk. 3 (Raum für den Nachtrag des Datums war zu groß betnessen). — 
Siegel: Posse, SW. S. 13, Tfl. III, 6. — Vgl. Urkk. No. 119 v. 125[2] 
Jan. 9 u. No. 188 v. 1265 Juli 27. 



a) 0.: fehlt [ ]. 

1 22 . Bruder Hartmann von Eeldrungen (Heiderungin) i) und Heidenreich^), 
Komtur von Zivätzen (Heydenrieus commendator de Zuecen) sind 
u. a. Zeugen, als Hermann von Lohdeburg, genannt von Leuchten- 
hurg, mit Zustimmung seiner Erben Hermann von Lobdeburg, ge- 
nannt von Elsterberg, und Otto von Lobdeburg, genannt von Arns- 
haugk (Marnshoge), der heiligen Jungfrau und Mutter Gottes Maria 
und allen Heiligen zu Bosau auf Bitten des Abtes Friedrich von 
Bosau die Kirche in Löbichau, deren Patronat er hat, mit allen 
Rechten und Nutzungen übergibt. 

Acta sunt hec lene, anno domini mccl secundo, xiii kalendas 
Aprilis. Jena, 1252 März 20. 

Handschr.: Abschr. (aus dem 14. Jht.): K. öfftl. Blbl. Dresden, User. L. 90, 
Bl. XXXb. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 2010 mit weiteren Hinweisen; — ferner Reg.: 
P. R. Beierlein, Gesch. der Stadt u. Burg Elsterberg i. V. I, S. 46, No. 6; 
— erw.: H. Großkopf, Die Herren v. Lobdeburg S. 145. 



l) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 18— Okt. 27]. — 2) Sicherlich gleich Heidenreich 
V. Kirchberg, der 1254 Juli 14 (s. Urk. No. 132) als Komtur in Zwätzcn bezeugt ist. Ob 
der Komtur Heidenreich in Urk. No. 159 v. 1261 Apr. 17 auch der gleiche noch ist, könnte 
fraglich erscheinen, doch ist in den Zwischenzeiten für Zwätzen kein anderer Komtur be- 
kannt. In den Jahren, in denen ein Komtur Heidenreich für Zwätzen nicht bezeugt ist, 
erscheint in Altenburg und in Halle ein Komtur Heidenreich, für Altenburg s. Urk. No. 97 
V. [1248 vor Nov. 11] und für Halle s. Urk. No. 136 v. 1256. Eine Möglichkeit, fest- 
zustellen, ob es sich bei den drei genannten Komturen vielleicht um die gleiche Person 
handelt, besteht für Halle nicht. Allerdings mag es sein, daß der Alteyiburger Komtur mit 
demZwätzener identisch ist; denn in Urk. No. 137 v. 1257 Juli 1 steht als erster unter den 
Zeugen Heidenreich von Zwätzen. Da der Aussteller der gleiche wie in Urk. No. 132 v. 
1254 Juli 14 ist, so handelt es sich sicher beide Male um die gleiche Person. Diesen Heiden- 
reich gen. v. Zwätzen treffen wir in Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2] als DOBruder in Alten- 
burg wieder nach Ekkehard v. Trebsen und Albrecht v. Ammendorf. Alle drei sind dort 
ohne Angabe ihrer Stellung. So mag es immerhin sein, daß der genannte Heidenreich zu- 
letzt ohne Amt wieder in Altenburg lebte, wo er verschiedene Jahre Komtur gewesen war. 

a) Heinrich, Voigt von Gleisberg, und sein Bruder Johann von Allstedt bestätigen 
dem DOIIaus Zwätzen 50 Acker Holz bei der Burg Gleisberg. 

Gleisberg, 1252 April 17. 



Urkundenbuch der Dcutschordensballei Thüringen. 93 

Hdschr.: Abschr.: H8A. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 71^. 

Ueberschr.: Littera donacionis de quinquaginta agris lignorum circa 
castrum Glizberg. 

Bemerk.: Gehört nach 1261 April 17 (Urk. No. 159). 

123. Eugo gen. von Sömmerda, Ministeriale des Markgrafen von Meißen, 
seine Frau Jutta und seine Kinder eignen den Brüdern vom 
Deutschen Hause [in NägelstedtJ evne halbe Rufe vn Kutzleben. 

Sömmerda, 1252 Mai 1. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 506; Perg. Urk. mit Siegelrest am 

Pressel (0.). 

Auf sehr.: Neylstete super J mansum in Cutzeleben. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 5 (M.). 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 2020 u. 2088 mit weiteren Hinweisen (v. Monat u. 

Tag) ; — dazu Hausen, Vasallengeschlechter, S. 464; — v. Hagke, Weißensee, 

S. 406. 
Bemerk.: Schrift: Posse PU. S. 43 vermutet Nägelstädter Hand. — Siegel: 

Das Wappenbild fehlt, von der Umschrift ist zu lesen . . . M. ONIS. 

Hugo ministerialis domini marchionis Missenensis dictus de Sume- 
ringen omnibus hoc scriptum inspecturis salutem et omne bonum. Uni- 
versitatem vestram scire volumus, quod nos et uxor nostra lutta et 
filii iiostri Hugo, Rudolphus, Hugo, Otto et Heinricus et filie nostre 
Uta et Kunegundis contulinuis fratribus de domo Theutonica dimidium 
mansum situm in Cucceleiben, qui fuit Cristiani cognominati Ruccinc^), 
iure proprietatis perpetuo possidendum. Ut autem factum nostrum 
robur perpetue firmitatis optineat, presentem paginam sigilli nostri 
munimine^) roboramus. Ad maiorem ef^) rei certitudinem predicti 
uxor nostra et filii et filie nostre renunciaverunt^) omni iure, quod 
habebant vel quod in posterum essent liabituri in manso memorato, 
promisimus insuper, ut, si predicti fratres et filiis nostris, qui in annis 
puerilibus ad huc erant, pro eodem dimidio manso inpeterentur, eisdem 
fratribus ipsam inpeticionem deponeremus. Presentes fuerunt, cum 
hec fierint, homines nostri: Harmudus de Tennestete, Gerhardus scul- 
tetus noster, Ulricus de Tennestete, dominus Gothefridus miles dictus 
Hovke, Bertous de Varila et alii quam plures. Datum in Sumeringen 

anno domini m. cc. lii, kalendas Maij. 

a) M.: Ruccine. — b) 0.: fast unleserlich. — c) 31.: etiam. 

124. Rudolf, Abt von Reifenstein, und Bruning, Propst von Beuren, 
vidimieren die Urk. von 1227 Sept. 22 für das DOHaus in Mühl- 
hausen-Altstadt. Mühlhausen, 1252 Juni 9. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 227; Perg. Urk. s. 1227 Sept. 22 

[Urk. No. 46]. 
Druck: Heg.: Dobenecker III, 2038 mit iveiteren Hiniveisen. 

Rudolfus miseracione divina abbas ordinis Cisterciensis in Rifin- 
steyn et B[runing] prepositus in Burin universis has litteras visuris 



94 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

noticiam subscriptarum tenore presencium recognoscimus, publice pro- 
testamur, quod Privilegium fratrum domus sancte Marie Theutonice 
nee cancellatum, nee abolitum, nee in uUa parte sui viciosum vidimus 
in hec verba: 

[Es folgt die Urh No. 46 v. 1227 Sept. 22.] 

Cum igitur Privilegium ipsum de loco ad locum non valeat sine periculo 
deportari, hoc scriptum in testimonium veritatis sigillorum nostrorum 
munimine duximus consignandum. Datum apud Mulehusin anno gracie 

M. CG. LH ; v. idus lunii. 

125. Wilhelm, Römischer König, bestätigt dem DO. den Besitz der St. 
Blasienkirche in Mühlhausen. Mainz, 1252 Juli 15. 

Hdschr,: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 511; in den Knicken beschädigte Perg. 
Urk. mit an den Rändern stark beschädigtem Siegel an schwarz-grün-weiß- 
rotbraunen Seidenfäden (0.). 

Auf sehr.: Confirmacionem (!) super collacionibus ecclesiarum sancte 
Marie et sancti Blasii in Molhusin. 
Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 342 (4. Urk.) (s. Urk. No. 146) (OT.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. ib. 
Ueberschr.: Wie 0. [doch fehlt in Molhusin]. 
Druck: Böhmer, Acta iriip., 364. — Reg.: Dobenecker III, 2046 mit weiteren 

Hinweisen. 
Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 39 (Ausstellerhand). — Siegel: Posse, S. d. 
dt. Ks. u. Kge. 1, S. 22, Tfl. 35, 4. — Vgl. Urk. No. 46 v. 1227 Sept. 22. 

Wilhelmus dei gracia Romanorum rex semper augustus universis 
sacri imperii fidelibus presentem paginam inspecturis graciam suam 
et omne bonum. Meritis sacre religionis inducimur, ut personas reli- 
giosas et loca benigni favoris gracia iugiter prosequentes eorum peti- 
cionibus interdum benignius annuamus. Hinc est, quod nos dilectorum 
nostrorum fratrum domus sancte Marie Theotonicorum precibus in- 
clinati coUationem ecclesie sancti Blasii in Mulehuse a bone memorie 
H[eimico] Romanorum rege'') factam cum iure patronatus^) et aliis perti- 
nenciis, prout in ipsius regis litteris continetur, ratam et gratam habentes 
auctoritate regia confirmamus presenti edicto districtius inhibentes, 
nequis eosdem fratres contra predicti predecessoris nostri coUacionem 
et confirmacionem nostram impedire audeaf") vel eciam molestare, 
quod qui facere presumpserit gravem celsitudinis nostre offensam se 
noverit incursurum. Datum Maguncie idus lulii, indictionis x, anno 

domini m cc l secundo. 



a) 0.: regis. b) 0.: patronatu. c) OT.: valeat. 

126. Hei/tirieh, Markgraf von Meißen usw., bestätigt d,em DOEause 
[in AUenburg] die ihm vom Kaiser verliehenen Rechte. 

Weißenfels, 1253 Jan. 19. 



Urkundenbuch der DeutschordensbaUei Thüringen. 95 

Hdschr.: Abseht.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 132^. 

Ueberschr.: Littera de consensu omnium privilegiorum nostrorum per 
nobilem dominum Henricum Misnensem marchionem et Thuringie 
lantgravium. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. IS^ (K^). 

Ueberschr.: (and. Hd. u. Tinte) Wüle von der herschafft obber keyser- 
liche ffryheyt. 
üebers.: Ebenda^., Bl. 9b. 
üebers.: Ebendas., Bl. 18^. 

Ueberschr.: Daz dutsche dar uff (die gl. Hd. wie K^). 
Abschr.: SA. Altenburg, Akten XIII, C. 3. 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. X, S. 81, No. 40. 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 2097 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: 1253 hat ind. XI. 

Nos Heinricus dei gracia Misnensis et Orientalis marchio, Thuringie 
lantgravius et Saxonie comes palatinus notum faeimus universis, quod 
nostre voluntati exstitit, ut fratres domus Theutunice illa gaudeant 
libertate, quam ab imperatoribus dinoscuntur habere, prout in eorum 
privilegiis continetur. Et ne eadem eis per aliquem infringatur, super 
eo ipsis dedimus in testimonium presens scriptum sigilli nostri muni- 
mine roboratum. Datum Wissenfels anno domini m" cc° Lin", xiiii" 
kalendas Februarii, duodecima indictione. 

127. Bruder Rupert [von Nordhausen '^), Pleban] vom Deutschen Orden 
[in der Neustadt Mühlhausen] (frater Küpertus de domo Theu- 
thonica) ist u. a. Zeuge einer Auflassung Konrads d. Ae. gen. von 
Weidensee u. a. an das Brückenkloster zu Mühlhausen. 

Es siegeln Konrad d. Ae. von Weidensee, Swicker gen. Molen- 
dinarius, beide als Aussteller, die Stadt Mühlhausen, der DOPleban 
Rupert und der Magister Eildehrand. 

O Q 

Acta sunt hec anno domini m. cc. liii, iii idus Marcii in capella 
beate Virginis et sororum earundem in loco, qui dicitur supra 
pontem. (Mühlhausen,) 1253 März 13. 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 22; Perg. Urk. brüchig mit 5 Siegeln 
an verschieden gefärbten Seidenfäden. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 2111 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Siegel: 1) u. 2) beschädigt; 3) fehlt; 4) u. 5) gut erhalten. Die Be- 
schreibung s. GQuPrSachsen 3, 125. 

1) 8. Urk. No. 92 v. 1246 März 18. — Sein an dieser Urk. hängendes Siegel hat 
die Umschrift: Sigill. fratris Ruperti De Northusen. 

128. Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und vom Osterlande, 
bestätigt einen Gütertausch zivischen Eeidenreich, Komtur des Deutsch- 
ordenshauses Altenburg, und Gerhard gen. von Berg. 

Meißen, 1253 März 25. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 522; Perg. Urk., in den Brüchen ver- 
fallen, wasserfleckig mit an weiß-gelb-braunen Seidenfäden hängendem, etwas 
beschädigtem Siegel (0.). 

Auf sehr.: Super tribus mansis in Aldendorff. 



96 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 132 (A.). 

Ueberschr.: Littera de tribus mansis in Aldendorff. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 150, No. 4. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 179, No. 86. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 2113 mit weiteren Hinweisen (bei Posse, PU. 
fehlt S. 110, Anm. 1) ; — dazu Lobe I, 187 u. 613; — Älittl. d. Osterlandes 
VIII, S. 233. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 37 u. 50 (Altenburger Hand 2 b), die gleiche 
wie in folgender ürk., s. a. 8. 108*, 110^ (die Datumzeile (Datum — Aprilis) 
ist nachgetragen, stärkere Schrift und dunklere Tinte, doch gleiche Hand). — 
Siegel: s. Posse, SW. S. 13, Tfl. III, 6; — vgl. Abb. in Entunirf einer Historie 
derer Pfalzgrafen zu Sachsen, No. 12; — Hörn, Henricus illustris, Tfl. 

Nos Heinricus dei gracia Misnensis et Orientalis marchio, Thuringie 
lantgravius et Saxonie comes palatinus notum facimus universis hoc 
scriptum inspecturis, quod, cum frater Heidenricus ^) commendator 
domus Theutonice in Aldenburc ^) de quibusdam bonis domus sue videlicet 
Septem mansis in villa et pago Buckowe sitis et Gerhardus dictus de 
Monte de quibusdam bonis suis puta tribus mansis in villa et pago Aldin- 
dorf sitis, quos habuit nomine feodi a domino Siffrido^) de Indagine 
et idem Siffridus'') ab imperio, commutacionem mutuo'^) facere decre- 
vissent racione iuris, quod ad manus nostras devolutum est in terra 
Plisnensis provincie, in cuius terminis utraque predicta bona sita sunt, 
super contractu commutacionis prefate consensum et favorem nostram 
suppliciter postulabant, nos igitur supplicacionibus eorum dignamur aecli- 
nati, ut in commutacione procedant memorata; sie pro nobis, sie pro 
heredibus nostris ex bonis eis licitavimus voluntate liberam super eo 
utrosque indulgentes facultatem, ut supradictus Gerhardus racione 
commutacionis prescripte antedictos Septem mansos in villa et pago 
Buckowe*^) sitos cum universis iuribus et attinenciis suis in suam assu- 
mat potestatem^) et e contrario commendator prenominatus premissos 
tres mansos in villa et pago Aldindorf^) sitos cum universis iuribus et'') 
attinenciis suis pleno vendicet') iure et secundum seriem privilegiorum 
de recipiendis bonis inperii'') ordini suo indultorum in proprietatem 
redigat domus sue. Et ideo, ne aliqua deinceps super hoc facto possit 
oboriri') calumpnia vel sinistra interpretacio in protestacionem et de- 
claracionem nostri concessus'^), presentem eis dedimus paginam sigilli 
nostri munimine consignatam. Datum apud Misnam anno incarnacionis 
domini millesimo ducentesimo quinquagesimo tercio, indictione un- 
decima, octavo kalendas Aprilis. 

a) A.: Aldenburg. b) A.: Syffrido. c) A.: Syffridus. d) A.: fehlt. 

e) A.: Buckow. f) A.: ptatem. g) A.: Aldindorff. h) A.: fehlt. 

i) A.: videlicet. k) A.: imperii. 1) A.: aboriri. m) A.: consensus. 

1) Heidenreich s. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11], und Urk. No. 122 v. 1252 
März 20. 

129. Papst Innozenz IV. gibt anno eins pontificatus xi'' dem DOHause 
in Plauen einen Indulgenzbrief. [1253 Juni 28—1254 Juni 27.] 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 97 

Aus: Urk. No. 649 v. 1301 Apr. 19. 

Bemerk.: Die päpstliche Bulle hat sich nicht erhallen, das Datum geht aus der 

Ueberschrift in A. hervor. Papst Innozenz IV. regierte 1243 Juni 28 bis 1254 

Dez. 7. 

130. Älbrecht [IL], Burggraf von Altenburg, Richter im Lande Pleißen, 
bestätigt einen Gütertausch zwischen Eeidenreich, Komtur des 
Deutschordenshauses Altenburg, und Gerhard gen. von Berg. 

[Altenburg] im Landgericht, 1253 Aug. 7. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 535; Perg. Urk. in schlechtem Zustande 
mit an braunen Seidenschnüren hängendem, gut erhaltenem Siegel (0.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 134 (A.). 

Ueberschr.: Littera de tribus mansis prope villam Aldendorff. 
Abschr.: Ebendas. in den handschr. Regesten, modern (B.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 25^ (K^). 

Ueberschr.: Wie A. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 180, No. 87 (nach 0.) 
u. S. 446, No. 253 (nach A.). 
Druck: Reg.: Dobenecker III, N. 93. 

Bemerk.: Ausstelhingsort : Das Landgericht des Pleißener Landes war in A. 
s. Tittmann I, 120. — Die Urk. ist in ziemlich schlechtem Zustande. Teilweise 
Zaponfärbung; die Längsbrüche mit Leinen verklebt. — • Schrift: Altenburger 
Hand 2b, die gleiche wie in vorhergehender Urk., s. Posse, PU. S. 37. — Siegel: 
s. Posse, SWA. I, S. 49, No. 320, Tfl. 38, 1. Umschrift: f Sigülum Alberti 
Purgravii in Aldenburgh. — Die Urk. ist gleich Urk. No. 25 v. 1233 Mai 14. 

Nos Albertus burgravius de Aldenburch^) iudex terre Plisnensis 
tenore presencium protestamur, quod, cum f rater Heidenrieus ^) com- 
mendator domus Theutonice in Aldinburch^) contractum de commu- 
tacione quorundam bonorum fecisset cum Gerhardo dicto de Monte 
ita videlicet, quod villam Buckowe dedit eidem pro tribus mansis in 
Villa et pago Aldindorf'^) sitis, supradictus Gerhardus et heredes sui 
una cum Heinrico genere suo racione commutacionis prefate tres predictos 
mansos in villa et pago [Aldinjdorf^) [sitjos [resignaverunt ad man]us 
Siffridi'^) de Indagine, a quo eosdem in feodo habuerunt, quod idem 
Sifridus mansos eosdem [cum universis] attinenciis suis nobis ad tytu- 
lum imperii, a quo eosdem in feodo habuit, resigna^ät, promittens ante- 
dicto commendatori, quod de eisdem sepedictis tribus mansis et atti- 
nenciis suis ei et domui sue legitimam deberet warandiam exliibere, 
et sie directo processu tres mansos prenotatos cum omnibus attinenciis 
et iuribus suis fratri«) Heidemico premisso commendatori et domui 
sue'') secundum auctoritatem privilegiorum^), quam habent de recipiendis 
bonis imperii, dedimus nomine proprietatis ■) legitime perpetuo possi- 
dendos. Acta sunt autem '') hec in provinciali placito nostro anno incar- 
nacionis') domini millesimo ducentesimo liu, indictione undecima, [sep- 
tijmo'^) idus Augusti presentibus et in testimonium inductis Henrico 
burcgravio de [Starjkemberc"^), Henrico '') de Zedelicz, Siffrido de Erin- 
berc, Alberto de Flogelisberc, Anone de Husbattistorf , [ ? Ulrico de Cri- 
mats]cliowe™) et Timone fratre suo, Gerhardo de Lapide, Henrico de 
Scliellinberc°), Hinr[ico]'^) de Wilden[fels], [Tudone?]"^) de Gosniz, Gun- 

Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 7 



98 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

thero de Hugewitz, Wernhero de [? Erdmanjstorf™) et alliis (!) quam 
plurimis [fide dignis, qui]™) predicto placito atfueranf"). 

a) A.: Aldenbiu-g. b) A.: Aldenburg. c) A.: Aldindorff. d) A.: 

predictos tres. e) A.: Syffridi. f) A.: Syffridus. g) A.: frater. 

h) A.: suo. i) A.: proprietatis nomine. k) A.: fehlt. 1) A.: fehlt, 

m) 0.: [] Loch. n) A.: Henrico — atfuerunt fehlt, dafür et alii plures etc. 

o) K^: Henr. de Zchellinberg. 

1) s. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11]. ■ — 2) Ueber die Genehmigung zum 
Empfang rsichslehnbarer Güter s. die Urkunden bei Hennes I, 7, 12, 15 u. 56 und 
bei Strehlke 173, 174. 

131. Gerhard fl.J^), Erzbischof von Maine, lestätigt magistro et fratribus 
domus Theutonice nostre diocesis, daß ecclesias, decimas et ca- 
pellas, quas in nostra diocesi obtinent, sive curam animarum 
habeant sive non, de nostra licencia et capituli nostri consensu 
voluntario et expresso, pacifice perpetuo possideant et quiete, 
nostro successorumque nostromm et archidiaconorum per omnia 
iure salvo auctoritate presencium indulgemus. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum Moguncie anno domini m". cco. liii",, xii". kalendas 
Deeembris, pontificatus nostri anno secundo. 

Mainz, 1253 Nov. 20. 

Druck: ÜB. d. Reichsstadt Frankfurt, hrsg. v. J. F. Boehmer, neubearb. v. 
Fr. Lau I, 172 (nach Abschrift im DO. -Dokumentenbuch S. 72, SA. Stuttgart). 



1) Gerhard fl.J, Wildgraf v. Daun und Kirberg, EB. v. Mainz 1251 — 1259. 

132. Dietrich, Burggraf von Kirchberg, übergibt dem Deutschen Hause 
i/n Zwätzen die Zehnten aus den Weinbergen an dem Berge, derb 
ehemals Ruprecht von Gönna besessen hat. 

Zwätzen, 1254 Juli 14. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 541; Perg. Urk. mit am Rande stark 
beschädigtem Siegel am Presset (0.). 

Auf sehr.: Super decimas vinearum in Zcweczen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 72 (A.). 

Ueberschr.: Littera de decimis Arlnearum in monte illo, qui fuit domini 
Ruperti de Gunna. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 6 (M.). 
Druck: ThürGQu. VI, 1, 6. — Reg.: Dobenecker III, 2253 mit weiteren 

Hinweisen. 
Bemerk.: Datum: Posse, PU. S. 43 hat [vor Juli 15]. Die mittelalterliche. 
Datierung kennt aber primo die (das ist hier fraglos gemeint) für pridie. — 
Schrift: Nach Posse, PU. S. 43 Hand unbestimmbar. — Siegel: Posse, SWA. 
IV, S. 35, No. 335 f., Tfl. 17, 3, 4. 

Teodericus prefectus de Kirchberc^) universis presentem paginam 
inspecturis salutem in domino salutari. Quoniani, que aguntur in 
tempore, facile ab hominum memoria elabuntur, neeesse est, ut, que 
ad memoriam prompta habere cupimus, firmitate litteralis testimonii 
roborentur, Noverint igitur tam presentes quam post^) futuri, quod 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 99 

nos ex consensu uxoris nostre Sophie^) et filiorum nostrorum quamvis 
pro Salute animarum nostrarum, multum tarnen pro dilectione specialis 
nostri fratris Hedenrici^) ^) commendatoris *=) curie domus Teutonice*) 
in Zweeen«) in subsidium eiusdem curie ad honorem sancte dei genitricis 
et'') virginis Marie decimas vinearum existencium in monte illo, qui 
fuit domini Ruperti de Ginna, de presenti et futuro accedente pia vo- 
luntate colenciura prenotatas vineas assignavimus liberaliter et ex tote. 
Huius rei testes sunt : Frater Hedenricus ') ^) premonstrate curie commen- 
dator, Gernodus ^) sacerdos, dominus Wlguinus ^) sacerdos et frater 
eiusdem domus, frater Otto de Strazburc^)*), Gotfridus subdiaconus, 
Rudolfus rector scolarum in Yene^); laici: Symon miles dictus de 
Capelendorf™), Otto miles de Zwecen°), Conradus de Lubanicz et alii 
quam plures. Ut autem hec rata et inconvulsa permaneant apud heredes 
et successores nostros, presentem paginam nostri sigilli munimine ro- 

o o o o 

boramus. Actum Zwecen") anno incarnacionis domini m. cc. liiii., i 
idus lulii. 

a) A.: Kirchberg. b) A.: ^ost fehlt. c) A.: Sophye. d) .4.; Heyn- 

denrici. Hinter dem Wort Rasur; Raum für 2 Buchstaben. e) A.: commen- 

datoris fehlt. f) A.: Teutonice fehlt. g) A.: Czwezen. h) A.: et fehlt. 

i) A.: Heyndenricus. k) A.: Strasburg. 1) A.: Jene. m) A.: Cappeln- 
dorff. n) A.: Czwezcen. 

1) Heidenreich v. Zwätzen s. Urk. No. 122 v. 1252 März 20. — 2) Nur hier; sicher 
mit dem DOBruder Gernod in Mühlhausen (1260 — 1278) nicht identisch. — 3) Nur 
hier, muß jedenfalls wohl Volkwin heißen. — 4) Nur hier. 

133. Friedrich [IV.] ^), Graf von Beichlingen, und Friedrich [V .p), sein 
Sohn, haben discordiam, que inter nos et dilectos fratres hospitalis 
sancte Marie domus Theutonicorum in Grifstete aliquamdiu verte- 
batur, freundschaftlichst beigelegt, indem sie pro pace et amicicia nee 
non pro dilectione predictorum fratrum conservanda molendinum, 
quod in Grifstete maiori construi feceramus super aqua, que 
dicitur Lazs, quod eciam minus racionabiliter possidere vide- 
bamur, zerstört und dazu sich verpflichtet haben, ut neque nos nee 
aliquis heredum nostrorum amplius predictum molendinum de- 
beat reedificare. Auch wollen sie sich einem Aufbau von anderer 
Seite widersetzen. 

Es siegeln die Aussteller. 

Zeugen: Fridricus comes de Stalberc, dominus Henricus de 
Heldrungen, Henricus dictus Specht, Albertus Dives, Uh-icus 
Yrcus, Ludewicus Speculum, Nenzmannus senior, Reinhardus 
de Ratolverode, milites; dominus Wernherus plebanus de Bul- 
zichesleibin, Meinhardus parrochianus de Kindelbruckin. 

Acta sunt hec in plebiscito ^) ad lapidem longum iuxta Bucheide 
anno ab incarnacione domini m. cc. lv., vi. idus Maji. 

Im Landgericht zum Langen Stein bei Büchel, 

1255 Mai 10.|-^ 



100 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr.: Absckr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, 727 (WA.). 

Ueberschr.: Littera destructionis molendini super aquam Lazs et reedi- 
ficacionis eiusdem. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 133. — Reg.: Dobenecker III, 2345 mit weiteren 
Hinweisen. — Reg.: v. Hagke, Weißensee, S. 288 (nach SA. Magdeburg, 
Kop. 1532b, Bl. 3a;. 

Lit.: Anderson, Griefstedt, S. 19; — Sommerlad S. 128, Anm. 9. 

Bemerk.: Der Hinweis bei v. Hagke, Weißensee, S. 290 auf Oudenus, Cod. dipl. 
I V, S. 940, stimmt nicht. Gudenus, S. 886 f. bringt ein Transsumpt der Grafen 
Günzel und Heinrich v. Beichlingen von 1298 Dez. 28 und nicht von 1288, 
wie V. Hagke ebendas. angibt. — Vgl. Urkk. No. 334 u. 335 v. 1280 Okt. 26. 



a) WA.: plebisciro. 



1) f 1275. — 2) nach dem. Tode seines Vaters Friedrich d. Ae., auch Graf 
V. Rothenburg, lebt noch 1320. 

134. Efeinrich I.J von Plauen und Efeinrich I.J von Gera, Vögte, be- 
stätigen, daß JfuttaJ von Machwiz und ihre Söhne EfeinrichJ, 
DfietrichJ und Alfbert]^) mit dem Deutschen Eause in Plauen 
quatuor agros sitos iuxta leprosos gegen aliis quibusdam agris 
pro decima, quam domui ac parrochie tenebantur, getauscht haben. 

Mit den Siegeln der Aussteller. 

Acta sunt hec anno incarnacionis domini m. cc. lv.° 1255. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 562; Perg. Urk. mit 2 sehr gut erhaltenen 

Siegeln an Pressein. 

Auf sehr.: Confirmacio quatuor agrorum apud leprosos. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 86^. 

Ueberschr.: Littera confirmacionis lllior agrorum circa leprosos. 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 52b (K^), 
Druck: ThürGQu. V, 1,107. — Reg.: Dobenecker 111,2407 mit weiteren Hinweisen. 
Lit.: Mittl. AV Plauen 6 (1887), S. 5. — Tittmann, Heinrich d. Erl. II, 27. 
Bemerk.: Schrift: Posse, PJJ. S. 40 (Plauenscher Duktus) und Flach, S. 25 f. 

— Siegel: Posse, SWA. I: 1) S. 34, No. 189, Tfl. 24, 2. — 2) S. 43, No. 250, 

Tfl. 29, 1 und B. Schmidt, Festschr. z. Feier d. 25jähr. Jub. Fürst Reuß j. L. 

Heinrich XIV (1892), S. 3 f. u. Tfl. 1, 3; — K^: Habet duo sigilla. — 

Zeugen fehlen. — Vgl. Urk. No. 161. 



a) K^: Albertus et Fridericus. 

135. Albrecht, Bischof von Regensburg, überläßt dem Eospitale der 
hl. Jungfrau in Eger den gesainten Zehnt von Neurissen. 

Eger, 1256 Nov. 16. 

Druck: Gradl I, 228 (nach Orig. HSA. München; ist dort nicht vorhanden) ; — 
Emier IV, 1796. 

Lit.: Sommerlad 8. 10, 24. 

Bemerk.: Ueber das Spital s. Gradl, Egerland, S. 93. — Wann der DO. in den 
Besitz des Hospitals gekommen ist, ist ungewiß; somit wissen wir auch nicht, 
wer den Orden dort zuerst angesiedelt hat. Aus Urk. No. 142 v. 1258 [nach 
Mai 20] geht allerdings hervor, daß schon Kaiser Friedrich II. dem Orden 
die Kirche geschenkt hat, er aber noch nicht in den Besitz derselben ge- 
kommen war. Ob der DO. damals sofort zur Gründung des HosjnlaU geschritten 
ist oder dies schon vorher errichtet war, bleibt fraglich. Eiyien Aufschwung 
konnte die DO -Niederlassung erst nehmen, nachdem sie von Konradin 1258 im 
Apr. (s. Urk. No. 140) das Palronatsrecht über die Pfarrrkic/te in Eger er- 
halten hatte und bald darauf auch die Kirche selbst bekam. — IFe/ui Rieger 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 101 

in Materialien zur Statistik, H. 10, S. 43 annimmt, daß der DO. in Eger 
wohl 1270 nach dem Brande der Stadt dort ansässig geworden ist, so beruht 
diese Angabe auf einem Irrtum. Birhtig hiiujcgm wird es sein, daß der DO. 
die Pfarrkirche nach dem Brande ivicdcraufijtbaut hat. 

Albertus^) miseracione divina Ratisponensis episcopus universis 
Christi fidelibus presens scriptum intuentibus salutem in omnium sal- 
vatore. Cum hospitali beate virginis in Egra per expensarum voragines 
paupcrtas non modica imminoat et ad sustentacionem pauperum in in- 
lirmitatibus ibidem graviter laborancium eidem proprio non suppetant 
facultates, nos ergo considerantes ipsorura defectum et aliquod pietatis 
officium eis impendere cupientes omnem decimam novellarum per campos 
predictos in posterum eradicancium ad refocillitatcm infirmorum pre- 
dicti hospitalis conferimus iure feudali perpetuo possidendam ^). Ne autem 
emulorum detractacione super hoc facto calumnia valeat exoriri, in nostre 
donacionis testimonium presentes tradidimus litteras sigilli nostri muni- 
mine roboratas. Datum in Egra in domo fratrum minorum anno incar- 
nacionis domini m. cc. l. vi., xvi calendas Novembris, in die s. Othmari, 
XIV, indictionis, pontificatus nostri anno nono. 

a) Gradl: possidendas. 



1) Albrecht v. Peiting, B. v. Regensburg 1247 — 1260. 

136. Bruder Heidenreich, Komtur des Deutschen Hauses St. Kunigunde 
vor Halle, erwirbt von Konrad gen. von Polleben, Bürger in Halle, 
zwei Hufen in Passendorf. [Halle,] 1256. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 18^—19^. 

Ueberschr.: Littera commendatoris de duobus mansis in Bassendorp. 

Eeg.: Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 10,4. 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 286; — Ludewig V, S. 70, Dipl. XLIV; — 

Dreyhaupt II, S. 368. — Reg.: N. Mittl. XVIII, 1 (1894), S. 235; — 

Mülverstedt II, 1409. 
Lit.: Wolf, S. 26 f. u. Tab. II, 12; — Sommerlad S. 129. 
Bemerk.: Vgl. Urk. No. 222 v. 1270 Juli 4. 

Frater Heydenricus i) commendator domus Conegundis^) de ponte 
Hallensi universis Christi fidelibus presens scriptum visuris salutem 
in domino. Noverint omnes homines tam presentis temporis quam 
futuri, quod nos a quodam Conrado, cive Hallensi, dicto de Ponleve 
comparavimus duos mansos pro xxxiiii marcis sitos in Bossendorp, 
quorum donacionem recepimus a preposito et conventu Novioperis ad 
eundem censum, quem Conradus dedit annis singulis persolyendum. 
Preterea dedimus decem marcas argenti ecclesie Novioperis in huius 
convencionis nostre testimonium et eciam plane renunciavimus omni 
actioni, quam habemus contra eos ex eo, quod nobis gratis sine matta'') 
meiere tenebantur, si hoc per aliquod tempus facere neglexerunt 2). 
Acta sunt hec anno gracie m. cc. lvi. 

a) sancte fehlt. h) Ludewig: malta. 



1) Komtur Heidenreich ist von 1256 u. 1258 nachweisbar, s. Urk. No. 141 v. 1258 
Mai 12, auch Wolf, S. 58 f., der S. 55, Anm. 8 u. S. 58, Anm. 8 vermutet, daß er gleich 



102 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

einem Heidenricus sacerdos in Hallis ist, der 1230 Febr. 6 (Druck: Arndt, Archiv d. 
Sachs. Gesch. II, S. 276 ff., No. 2) als Zeuge vorkommt. Das erscheint mir wegen des 
großen zeitliclieyi Abstandes nicht angängig. Ferner war den DOBrüdern erst 1227 
(s. Urk. No. 44) vom Papst Gregor IX. gestattet worden, in Sachen des DO. als Zeugen 
aufzutreten. Hier handelt es sich aber über einen Schiedsspruch wegen eines Streites 
der Naumburger und Zeitzer Domherren, Schließlich fehlt frater. Diese Bezeichnung 
fehlt nie bei einem Priesterbruder. Auch die Stellung unter den Zeugen ist nicht so, 
daß in ihm ein Priester des DO. zu vermuten wäre, s. a. Bierbach in GQuPrSachsen 
N. R. 10, 203, der die Annahme Wolfs auch abzulehnen scheint. — Vielleicht ist er 
gleich dem Komtur Heidenreich, der vorher und nachher in Altenburg und Zwätzen ist, 
s. Urk. No. 122 v. 1252 März 20. — 2) Bezüglich des Freimahlens vgl. auch Urk. No. 68 
V. 123S Okt. 27. 

137. Heiäenreich v. Zwätzen^) ist erster Zeuge, als Dietrich, Burggraf 

gen. v. Kirchberg, mit Zustimmung seiner Erben und auf Bitten 

des Bruders Alhrecht, Hofmeisters in Porstendorf, dem Kloster Pforte 

einen Eigenmann mit Namen Heinrich von Wenigenjena schenkt. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum anno domini m'^ cc° l° vii°, kalendas lunii. 

1257 Juni 1. 

Hdschr.: Abschr.: Bücherei Schulpforte, Diplomatarium Portense, Als. B, 1, 
Bl. 49. 
Abschr.: Ebendas., Transsumptbuch, Ms. B, 2, Bl. 206^. 

Druck: GQuPrSachsen 33, 157. — Reg.: Dobenecker III, 2547 mit weiteren 
Hinweisen, 



1) Da auf Heidenreich v. Zwätzen als Zeugen folgen: Meinhard v. Lehesten, Rein- 
both V. Löbstedt und Reinhard v. Zürchau (Dipl, Port, hat hier fälschlich Surtowe und 
Tsptbuch Ziirtowe) und in einer Urk. v. 1253 (s. Dobenecker III, 2185) die burggräf- 
lichen Zeugen heißen: Reinhard v. Zürchau, Reinboth v. Löbstedt, Otto v. Zwätzen, 
Hermann Schenkel und Heidenreich gen. Cirle, so könnte es zweifelhaft erscheinen, ob 
wir hier in den genannten Heidenreich v. Zwätzen den DOKomtur in Zwätzen sehen 
können und nicht vielmehr einen Ministerialen der Kirchberger aus dem Ritter geschlecht 
V. Zwätzen. Obwohl der deutliche Hinweis durch frater feJdt, glaube ich doch in ihm 
m,it Rücksicht auf Urk. No. 132 v. 1254 Juli 14, in der ihn Burggraf Dietrich specialis 
noster nennt, den DOKomtur zu sehen. Um diese Zeit erscheinen auch sonst schon 
DOBrüder als Zeugen in Urkk., die nicht den DO. betreffen. Vgl, auch Urk. No. 122 
V. 1252 März 20. 

138. Johannes von Bodenstein gibt den Brüdern [des DOHauses Mühl- 
hausen-Neustadt] ^ Hu^e in BoUstedt gegen eine andere in Tannen- 
rode. 1257 Juli 9. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 19^. (A.). 

Ueberschr.: Appropriacio unius dimidii mansi in Boltstete. 
Druck: GQuPrSachsen 3, 144. — Reg.: Dobenecker III, 2563. 

Sepe facta hominum solent devenire in litigium, nisi roboraverit 
ea vivacitas litterarum. Unde hinc est, qiiod scire debent tarn presentes 
quam futuri presentem litteram inspecturi*), quod lohannes de Botten- 
steyn dimidium mansum in Boltstete, qui solvit singulis annis im. solidos, 
fratribus domus Tiieutonice in terra sancta apropriavit pro*") quodam 
manso alio in Tammenrot, quem pro iam dicto dimidio manso recepit, 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 103 

qui eciam ante fuerat dicte domus pro commemoracione anime iixoris 
predicti Io[hannis] ac eciam, ut fratrum consorcii cum oracionibus dicte 
domus non sit inmunis. Acta sunt hec anno domini m" cc° lvii, indictione 
ultima, VII. ydus lulii sub aratis eciam nobis testium, qui huic rei, dum 
configeret, astiterunt: Th. Telonearii, Th, Baldeberti et fratres sui, 
Heyn. Luprandi, Wythechidus, Conradus de Urbeche, Guntherus Fullo 
et filii eorum cum sigillorum appensione sepius pretaxati Io[hannis] 
de Bottensteyn et fratris R[uperti] ^) plebani sancti Blasii veteris civi- 
tatis Molhusen. 



a) A.: inspecturis. b) A.: per. 



1) S. Urk. No. 92 v. 1246 März 18; jedenfalls der frühere Pleban der Neustadt. 

a) AU Werner und das Kapitel des Klosters Hersfeld bestätigen den Verkauf in 
Urk. No. 107 (1250 Juli 16). 1257 Aug. 1. 

Bemerk.: Diese Urk. gehört nach 1250 Juli 26; s. Urk. No. 108. 

139. Eckehard [I.] von Ballhausen [gen. v. Sommern] überläßt dem 
DOHaiise in Nägelstedt 2 Hufen [in NägelstedtJ. 

Ballhausen, 1258 März 13. 

Hdschr.: Orig.: USA. Dresden, Orig. No. 578; Perg. Urk. mit einigen Löchern 
durch Wasser flecken, Siegel am festen Presset fehlt (0.). 
Auf sehr.: Nylstet. Super ii mansos in Balenliusen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 6 (M.). 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 2638 mit weiteren Hinweisen; — dazu erw. 
ZThürGuA. XXI, S. 233; — v. Hagke, Weißensee, S. 305. 

Bemerk.: Schrift: Nach Posse, PU. S. 43, ist die Hand unbestimmbar; Dobenecker 
a. a. 0. gibt ungenau an, „unbestimmt, ob von Nägelstedter Hand herrührend''. 
Es sind zu wenig Urkunden der Herren v. Ballhausen erhalten, um irgend 
etwas über ihre Kanzlei aussagen zu können. Da in dieser Urk. aber Th. 
scriptor meus genannt wird, so ist doch wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß 
die Urkunde, deren Schrift sonst unbestimmbar ist, aus der Kanzlei der v. Ball- 
hausen hervorgegangen ist. Weder nach Schrift noch nach Diktat ist die Urk. 
als DO Ausfertigung anzusprechen. 

Ego Ekehardus de Ballenhusen miles, quoniam scripture testimonio 
rerum gestarum noticia perhennetur et calumpniis, que facilius suscitan- 
tur, firmissime obviatur, ad noticiam tam modernorum quam postero- 
rum cupio pervenire^), quod ego de unanimi consensu Lükardis dilecte 
uxoris mee ac puerorum meorum dilectis in Cliristo fratribus sancte 
domus Teuthonice in Neg[ilst]ed^) duos mansos de bonis meis ibidem 
sitis, que quondam contra venerabik^s dominos canonicos ecclesie de 
Rastorph emeram, precio commutavi. Ne autem supra dicta empcione 
aliquorum facillet (!) opinio, presentem litteram dedi dictis fratribus 
mei sigilli munimine roboratam. Testes huius rei sunt: Hugho de Widense, 
Guntherus dictus Slüzeil, Hermannus dictus Schoc, Heinricus dictus 
Topelstein, milites; frater Lambertus ^), frater Heinricus de Scirbede^) 
et frater Berthous ^) commendator eiusdem domus et Meinhardus 



104 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

^aijcus'^)*) et Th. scriptor meus et alii plures fide digni. Acta sunt*^) 
in Ballenhusen anno domini m. cc. lviii, tercio idus Marcii. 

a) M.: provenire. b) 0.: Loch, nur die Oberlänge des l ist vorhanden. 

c) 0.: unleserlich. d) M. hat dahinter hec. 

1) Vielleichi gleich Lambert v. Dienstedt, s. ürk. No. 244 v. 1272 Sept. 16. — 
2) Heinrich v. Scherbda kommt noch 1260 Aug. 1 (No. 154) vor und ist jedenfalls gleich 
Heinrich Schirve in Urk. No. 116 v. 1251 Juli (auch bei Nägelstede fehlt ab und zu die letzte 
Silbe). — 3) S. Urk. No. 92 v. 1246 März 18. Da der Komtur erst an dritter Stelle steht, 
so ist anzunehmen, daß die beiden ersten DOPriester sind. Auch beim zweiten Vorkommen 
steht Heinrich v. Scherbda vor dem Komtur in Griefstedt. — 4) B. Sommerlad, DOB. 
Thüringen S. 93 spricht ihn als Laienbruder des DO. an. Dem kann ich nicht bei- 
pflichten; denn sollte die Annahme richtig sein, so müßte eiusdem domus hinter laicus 
und nicht hinter commendator stehen. Auch Dobenecker a. a. 0. zählt ihn nicht als DO- 
Bruder auf. 

140. Konrad(in), König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von 
ScJnvaben, überträgt dem Deutschen Orden das ihn gehörende 
Patronatsrecht über die Kirche in Eger. Dachau, 1258 Apr. 

Hdschr.: Orig.: DOZA. Wien a. 272; Perg. Urk., Siegel und Schnüre fehlen (W^). 

Orig.: Ebendas., K. 60; Perg. Urk., sehr schadhaß m. 2 Siegeln an Fäden (W'^). 

Orig. Tspt. v. 1407 : HSA. Dresden, Orig. No. 579; Orig. Perg., gut erhalten, 
m. Notariatszeichen ohne Siegel (OT^). 

Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 580^ (s. Urk. von 1332 März 16) (OT^); s. Bd. 2. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 101 (A.). 
Ueberschr.: Littera donacionis ecclesie in Egra. 
Druck: Gradl I, 232 (nach OT^); — Winkelmann, Acta imp. 508 (nach (OT^). — 

Reg.: Boehmer-Ficker, Reg. imp. V, 4773; — Pettenegg 324 (Reg. nach W^); 

— Emier IV, 1799. 
Lit.: Gradl, Egerland, S. 94 f.; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), S. 5 f.; — 

Voigt, DRO. I, S. 7; — Völkel, DO. Vogtland, S. 12 (z. J. 1268). — 

Sommerlad S. 10, 16, 143. 
Bemerk. : Zustand (v. W^) : Das besonders in den Längsbrüclven stark beschädigte 

Orig. ist auf Papier geklebt, das Fehlende ist auf dem Papier mit Bleistift 

ergänzt. — Siegel (v. W^): 1) fehlt mit den Fäden; 2) hängt an grün-rot- 
gelben Seidenfäden. 

Cunradus dei gracia lerosolymitani et Sicilie rex et dux Swevie 
universis inspectoribus presencium '') salutem. Gratum offertur^) altis- 
simo nostre liberalitatis obsequiura et in retribucionis eterne merito 
digna recompensacione servatur, cum munificenciam nostram ad loca 
divino cultui deputata porriginius et ipsorum commoditatibus provi- 
demus. Notuni igitur esse volumus tarn presentibus quam futuris, quod 
nos considerantes laudabilem vitam fratrum donms Theutonic'e*=) sancte 
Marie in Jerusalem, qui fide sincera nostris semper progenitoribus ad- 
heserunt, de nostra liberalitatis gracia et intuitu retribucionis eterne 
ac pro remedio animarum parentum et predecessorum nostrorum leroso- 
lymitanorum regum memorie recolende pro salute quoque nostra atque 
heredum nostrorum predictis fratribus ac eorum donuii de consilio et 
consensu dilecte genetricis nostre Elizabeth nee non Ludwici"^) avunculi 
et tutoris nostri, ducis Bavarie et comitis palatini Keni ius patronatus •=) 
ecclesie in Egra, cuius dominium et proprietas ad nos spectat, cum omni- 



ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 105 

bus iuribus et pertinenciis suis in subsidium terre sancte donacione 
perpetua concedimus et donavimus^), Ut autem huiusmodi facti nostri 
evidencia^) perpetuiim robiir obtineat firmitatis, presens scriptum fieri 
et sigillorum nostri tulimus et genetricis nostre predicte nee non avunculi 
nostri prefati munimine iussimus roborari. Huius rei testes sunt: Lude- 
"wicus') de Ottingen, Gebhardus de Hirsberg, comites; Hermannus de 
Hornheim''), Albero de Pnikberg'), Arbo™) prothonotarius noster, 
Amoldus de Massenhusen, Wirnhardus'^) de Rorbach, Cunradus de 
Beirbrunnen, Heinricus de Isoldesrieth et alii quam plures. Actum 
Dachou\ve°) anno incarnacionis dominice m.° cc". lviii°p), mense Aprilis'^), 
prime indictionis. 

a) A.: presentibus. b) OT^, A.: effertur. c) OT^: fratrum Theutoni- 

conim. d) OT^: Ludowici. e) W^: hat ergänzt ducis Baw für ius patron. 

f) OTi; donaimus. g) W^: evidenciam. i) OT^: Ludowicus. k) OT^: 

Hurnheim. 1) OT'^: Brukberg. m) A.: Anbo. n) OT^, A.: Winhardus. 

o) 0T\ A.: apud D. p) OTK- m"cc"lxiii. q) W^: fehlt Monat; W^: 

lückenhaft. 

141. Ratsmannen und Gemeinde von Halle vertragen sich mediante 
fratre Heydenrico^) commendatore sancte Konegundis mit dem 
Kloster Neuiverk pro eo videlicet, quod occasione fracti aggeris 
illius, qui dicitur burgensium, de questu molendini in Glouch iam 
multo tempore caruisset nee non et aliorum, que propter defec- 
tum aque deperierunt. 

Mit dem Siegel der Stadt Halle. 

Zeugen: Henricus filius Philippi, Ekhardus filius Dethelevi, Lu- 
dolfus de Rogose, Ludulfus Fateke, Conradus Keselingk, Burchar- 
dus de Vicu, Henricus Roscop, Heydeko de Aschersleven, Hinricus 
Alimari, Johannes Smolc, Folcmarus Questenberch, burgenses. 

Datum in Hallo im. idus Mail, presidente sancte Magdeburgensis 
ecclesie Rudolfo^) archiepiscopo pontificatus sui anno sexto, 
regente eandem ecclesiam Novi Operis preposito Brunone, anno 
vero reparacionis nostre m°. cc". quinquagesimo octavo. 

Halle, 1258 Mai 12. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 14b. 

Ueberschr.: Privilegium consulatus Hallensis de aggere burgensium. 

Abschr.: Ebendas., Kop. 399, Bl. 45^—46^. 

Reg.: Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 12,5. 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 292; — Ludewig V, S. 53 f., Dipl. XXXVI; — 

Dreyhaupt II, 437 — . Reg.: Mülverstedt II, 1447 ; — v. Mülverstedt, Urk.- 

Reg. d. Herren v. Kotze, S. 68, 2. 
Lit.: Wolf, S. 59. 
Bemerk.: Datum: Rudolfs Vorgänger Wilbrand stirbt am 29. 3. 1254, und bald 

darauf wird Rudolf gewählt und vom Papste betätigt. Er urkundet schon 

Anfang Mai 1254 als EB. (s. GQuPrSachsen N. R. 10, 273), so daß die 

Pontifikatsjahre richtig lauten müssen: anno quinto. 

1) 5. Urkk. No. 136 v. 1256 u. No. 122 v. 1252 März 20. — 2) Rudolf v. Dingelsledt 
erhält als EB. v. Magdeburg das Pallium erst am 23. Jan. 1255 und regiert bis Mitte 
März 1260. 



106 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

142. Konradin, König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben, 
bestätigt dem DO. den Besitz der Pfarrkirche zu Eger. 

Wasserburg, 1258 [nach Mai 20]. 

Edschr.: Orig.: DOZA. Wien, Orig. a. 295; Perg. ürk., wasser fleckig, m. 3 stark 
beschädigten Siegeln an gelb-roten Seidenfäden (W.J. 
Abschr.: Ebendas., K. 6 (unvoUst.). 
Abschr.: Ebendas., Bailei Thür., K. 4 (modern). 

Druck: Gradl I, 233; — Winckelmann, Acta imp. 500. — Eeg.: Pettenegg 349; 
— Böhmer-Ficker, Reg. imp. V, 4774. 

Lit.: Gradl, Egerland, S. 94; — ZThürGuA. I, S. 98 f.; — Vogel, DOPlauen, 

S. 36; — Sommerlad, S. 10 (nach Gradl). 
Bemerk.: Gegen Gradl, Egerland, S. 93, nehme ich an, daß die Schenkung der 
Kirche durch Friedrich II. nicht schon 1214 stattgefunden hat, sondern erst 
später, da die Pfarrstelle ja erst 1258 erledigt ist. Es ist wohl kaum an- 
zunehmen, daß der Pfarrer über 44 Jahre die Stelle verwaltete. Ich neige 
zu der Annahme, daß der DO. zuerst in Eger ein Hospital gründete und 
dann vielleicht bei der zweiten Anwesenheit Friedrichs II. in Deutschland 
i. J. 1236 die Anwartsclmft auf die Kirche erhielt. Dem toürde auch ent- 
sprechen, daß keine BeMätigung von Heinrich (VII.), sondern nur von 
Konrad in regem electo genannt wird. Es ist aber auch möglich, daß eine 
Schenkung durch Friedrich selber gar nicht in Betracht kommt. Vgl. die 
ürk. Konrads IV. für d. DOG. Mühlhausen-Neustadt v. 1243 Apr. (No. 80): 
auetoritate domini et patris nostri et nostra und cum primo vacaverit; s. a. 
Gradl, Mon. Egr. 233. Das 6. Eegierungsjahr Konradins beginnt aber erst 
1259 Mai 20. 

Chunradus dei gracia Jerusalemitani et Sicilie rex, dux Swevie. 
Si quorumlibet facta tenenda sunt hominum, illa tenacius observando 
noscuntur, que reges et principes statiumt et ad posteritatis fiiture 
memoriam scripturarum indiciis recomendant, presentis ergo privilegii 
Serie tarn presens etas quam futura cognoscat, quod nos imitantes pro- 
genitorum nostrorum felicia vestigia, qui domum fratrum Tlieutunicorum 
sancte Marie'') hospitalis Jerusalemitani de partibus transmarinis hono- 
rare et ditare suis temporibus consueverunt, ipsis fratribus ecclesiam 
in Egra cum omnibus honoribus et pertinenciis suis, quam ex donacione 
sollempni et libera ab avo nostro domino Frederico quondam imperatore ^) 
et a domino Chunrado patre nostro, quondam Romanorum in regem electo 2) 
dicti fratres in restaurum sue domus carissimis^) habuerunt, post deccssum 
pastoris iam presidentis ibidem eisdem fratribus pleno iure dona\'imus 
perpetuo serviendam clemenciam dei omnipotentis respicientes in hoc, 
de cuius gracia speramus in ultimo nos salvari. Et ne dictis fratribus 
pro donacione huiusmodi questio sive impedimentum aliquod valeat 
suboriri in posterum, presentem littcram inde scribi fecinms sigilli nostri, 
matris nostre Elisabeth et Ludewici avunculi et tutoris nostri, comitis 
palatini Keni, ducis Bavarie illustris, karactare roboratam. Datum 
Wazerburch anno dominice incarnacionis m. cc. quinquagcsimo octavo, 
prime indictionis, regnorum nostrorum Jerusalem, et Sicilie anno sexto. 

a) W.: Marae. b) W.: kmis. 



1) Friedrich II. — Das Orig. ist nicht erhalten. — 2) Konrad ist seit Febr. 1237 
rex electus. — Das Orig. ist nicht erhalten. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 107 

143. Bruder Heidenreich, Komtur in Alterthurg, bekermt, daß sein Haus 
seit langen Jahren dem dortigen Bergerkloster ^ Mark u. a. 
jährlich zu geben habe. 1259 Apr. 5. 

Hdschr.: Orig.: SA. AÜenburg, Abt. Reg. A. II, 59; Perg. Urk., vxisaer fleckig, 
in. gut erhaltenem Komtursiegel am festen Pressel (0.). 
Orig. Tspt.: s. 1286 März 22 (Urk. No. 422) (OT.). 

Abschr.: SA. Weimar, F. 1020, Bl. 102^ (inser. in 1286 März 22) (nach OT.). 
Abschr.: SA. Altenburg, Urk. Kop., Bd. II, S. 100 ff., No. 58. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. I. B, S. 235, No. 56. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 2643 (m. Dat. 1258 Apr. 5) u. 2764 (ohne Monat 

u. Tag) mit weiteren Hinweisen. 
Lit.: Mittl. d. Osterlandes III, S. 226 u. IX, S. 106; — Sommerlad 8. 35. 
Bemerk.: Die Indiktion stimmt nicht, sie muß secunda heißen. 

Nos frater Heydenricus ^) commendator fratrum domus Theutunice 
in Aldenburk tenore presencium protestamur, quod ecclcsia sancte Marie 
%ärginis in Aldenbnrc per annos plnrimos a domo nostra in Aldenburc 
recepit et in posterum recipiet dimidiam marcam argenti singulis annis 
in feste sancti Martini 2) racione quatuor mansorum ad agriculturara 
nostram pertinencium, quos nobis Heidenricus dictus Flemink civis 
in Aldenburc quondam contulit^), qui se nostris teraporibus ciun omni 
sub[st]ancia^) sua ad ordinem nostrum transtulit habitum assumendo. 
Preterea recognoscimus prefatam ecclesiam iure possedisse et dudum 
recepisse a tribus mansis Heydenrici Puelle civitati Aldenburc adiacenti- 
bus quindecim solidos nummorum Aldenburgensis monete, quos cultores 
predictorum mansorum in festo sancti Martini 2) annis singulis domino 
preposito persolverunt, verum quia iam dictus Heydenricus suos mansos 
nunc domui nostre contulit, ita tamen, ut ipse et filia sua Agnes eis 
utantur, quamdiu vixerint, et tandem post mortem ipsorum absolute 
vacare nobis debeant. Rogati fuimus a domino Salomone preposito 
in Aldenbiu-c de solucione prenominati census sub sigillo domus testi- 
monium peribere, dedimus igitur sibi et ecclesie sue presentem cartam 
in testimonium et munimen. Testes sunt: Dominus Meynhardus de 
Wolfticz, dominus Guntherus de Crimaschowe, dominus Volradus de 
Coldiz, dominus Ludewicus Stango, Ulricus et frater suus Theodericus 
de Wilchewiz, Ramvolt de Nabdicz, Uto de Albreclitstorf ; insuper fratres 
domus nostre Hermundus *) sacerdos, Heynricus Colbo ^), Fridericus, Hin- 
ricus Pruthenus ^), Fridericus*) commendator in Nenewiz, lohannes de 

Ossechz*) et alii quam plures. Datum anno domini m. cc. lix", indictione 
tercia, nonas Aprilis. 



a) 0. hat st ausgelassen. 



1) 5. Urk. No. 97 v. [1248 vor Nov. 11]. — 2) Nov. 11. — 3) Schon 1244 im 
Besitz des DO.; s. Urk. No. 90. — 4) Nur hier. — 5) In No. 547 v. 12[9]4 [Anfang] 
kommt als letzter Zeuge ein Henricus Brutenus vor, der sicher mit dem hier genannten 
nicht gleich ist. S. a. d. Bemerk, dort zur Urk. 



108 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

144. Dietrich, Graf von Brena, überträgt dem DOEause [St. Kunigunde 
bei Halle] eimen Weinberg bei Wettin, den Bruder Eckehard von 
Trebsen für den Orden von Heinrich von Holleben gekauft hat. 

Prettin, 1259 Juni 30. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 33^ (K.). 
Ueberschr.: Copia vinee sita (!) prope Wetinn. 

Reg.: Ebendas., Bep. ü. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 81,1. 
Druck: GQuPr Sachsen N. R. 10, 297; — Ludewig V, S. 93; — SchöUgen, S. 102, 

No. 10 (m. Dat.: Mai 31). — Reg.: Dreyhaupt I, S. 828, No. 13; — Mülver- 

stedt II, 1469. 

Lit.: Wolf, S. 26. — Oradl, Egerland S. 95; — Sommerlad S. 118. 
Bemerk.: Die Indiktion muß heißen: ind. secunda. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Theodericus dei 
gracia comes de Bienen omnibus Christi fidelibus, ad quos presens 
scriptum pervenerit, in perpetuum. Que geruntur in tempore, de facili 
evanescunt cum tempore, nisi oblivio rerum per eterni scripti memoriam 
auferatur. Sciant ergo presentes quam successiva prosperitas"*), [quod] 
nos de consensu heredum nostrorum vineam unam sitam prope Wyttin, 
quam frater Eckehardus dictus de Treberin^)^) ad usum fratrum'^) 
de Teutunica domo a domino Heinrico de Hunleven comparavit in ius 
proprietatis, ipsi doniui contulimus perpetuo possidendam. Ne autem 
hanc nostram coUacionem in postmodum impediret calumpnia, presen- 
tem paginam scribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Huius 
facti testes sunt: Dominus C. de Scochwlz'^) et Io[hannes]'') frater suus, 
dominus H. de Hersleven, Vulradus de Denrur et alii quam plures. Acta 
sunt hec anno gracie incarnacionis domini m". cc". lix, pridie kalendas 
lulii, indictione prima. Datum Pretin per manum Hei[n]rici^) nostri 
notarii. 



a) So K., muß jedenfalls posteritas heißen; dahinter fehlt quod. b) K.: 

Trebern. c) K.: adversus fratrem. d) K.: Scochwin. e) K.: [] fehlt. 

1) s. ürk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. Wir können wohl ziemlich sicher annehmen, 
daß E. wenigstens in diesem Jahre Komtur in Halle war. Bruder Eckehard von Tre- 
berfinj ist der frühere Landkomtur, der auch schon von K. in Urk. No. 107 (1250) 
Treberin geschrieben wurde. Wie aus Urkk. No. 98 u. 175 (1248, 1263) hervorgeht, 
handelt es sich hier um einen Verlesungsfehler des Abschreibers. Der DOBruder heißt 
E. V. Trebezin (Trebsen). Vgl. auch ZHV. Reg. Bez. Marienwerder 44 H., S. 5 ff. 

145. Pa'pst Alexander [IV.] bestätigt dem DO. die Schenkung der Pfarr- 
kirche eu Eger. Anagni, 1259 Dez. 9. 

Hdschr.: Orig.: HSA. München, Geistl. Ritterorden, No. 1001; Perg. Urk., zer- 
schnitten (E.). 
Orig. Tspt.: HSA. Dresden, Orig. No. 579 (OT^) u. 580^ (OT^); s. Bd. II 

z. J. 1407 u. 1332 März 16. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 101. 
Abschr.: DOZA. Wien, Bailei Thüringen, K. 4 (W.). 
Druck: Reg.: Emier IV, 1802 (m. falscher Standorts-Angabe d. Orig.: HSA. 
Dresden). — Reg.: Gradl I, 237 (nach W.). 



Urkundenbuch der Deutschordenaballei Thüringen. 109 

Lit.: ZThürGuA. I, S. 99 (zu 1258); — Gradl, Egerland S. 05. — Sommer- 
lad S. 10. 

Bemerk.: Der Name des Papstes ist in E. herausgeschnitten mit allen Verschnörke- 
lungen, die l. bis zur 10. Zeih reichten. — Bleibulle u. Schnur fehlen. — Auf 
dem Bug r. älteste Hand: G. ar. 

[Alexander] ^) episcopus servus servorum dei dilectis filiis magistro 
et fratribus hospitalis sancte Marie ^) Theutonicorum Icrosolimitane 
salutem et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, quod 
iustum est et honestum tarn vigor equitatis, quam ordo exigit racionis, 
ut id per soUicitudinem officii nostri ad debitum perducatur effectum, 
exhibita siquidem nobis vestra peticio continebat, quod nobilis vir Con- 
radus natus quondam Conradi'') filii'^) quondam'^) Friderici olim Roma- 
norum imperatoris ius patronatus ecclesie in Egra Ratisponensis diocesis 
cum Omnibus iuribus et pertineneiis suis prout spectabat ad eum vobis et 
hospitali vestro in perpetuum liberalitate pia et provida concessit atque 
donavit, sicut in patentibus litteris conlectis exinde plenius dicitur 
contineri. Nos itaque vestris supplicacionibus inclinati, quod super hoc 
provide factum est, ratum et firmum habentes id auctoritate apostolica 
confirmamus et presentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo 
omnino hominum liceat, hanc paginam nostre confirmacionis infringere 
vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc ^) attemptare presump- 
serit, indignacionem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli aposto- 
lorum eins se noverit incursurum. Datum Anagnie v. idus Decembris, 
pontificatus nostri anno quinto. 

a) W.: domus. b) OT^: Cunradi. c) W.OT\^: filius. d) 0T\^: 

fehlt. e) W. 0T\ ^: fehlt. 

1) Alexander IV., Papst 1254 Dez. 12 bis 1261 Mai 25. 

146. Rudolf, Abt des Schottenklosters, Albert, Dechant von St. Marien, 
und Günther, Dechant von St. Severus, in Erfurt vidimieren dem 
DOEause in Mühlhausen päpstliche und hönigliche Privilegien. 

Erfurt, 1259 Dez. 17. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 342; sehr brüchige Perg. TJrk.; die 

3 Siegel fehlen, Presselreste vorhanden. 
Bemerk.: ESA. Dresden, Abt. XIV. B. 160, Eeft 9, No. 1 hat nur einen 

Einweis. 

Nos [Rudolfus] abbas Scotorum, A[lbertus] sancte Marie et G[un- 
therus] sancti Severi ecclesiarum decani et capitula earundem in Er- 
fordia presentibus litteris protestamur et universis cupimus esse notum, 
quod litteras originales sigillis propriis et autenticis communitas non 
cancellatas, non abholitas, nee in aliqua parte sui viciatas vidimus et 
legi fecimus in tenore subscriptorum: 
[Folgen die Urlck. v. 1237 Mai 22 1), 

1227 Sept. 22 ^), 

1243 Apr. 3), 

1252 Juli 15 4)/. 



110 XJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Verum quia propter varia viarum discrimina ipsa scripta horiginalia 
de loco ad locum secure deferre nee possimt et indifferenter cuilibet 
exhiberi, ad instanciam venerabilis domini plebani veteris civitatis in 
Mulhusen hanc litteram sigillis nostris fecimus communiri. Data Er- 

o o 

fordie anno gracie m. cc. quinquagesimo nono, feria quinta proxima 
ante diem beati Thome apostoli. 

1) Orig.: DOZA. Wien. — ■ Druck: Hennes I, 97: Bulle des Papstes Gregors IX. 
f. DO. „Signorum evidencia". Der DO. darf den Diözesenbischöfen Priester für seine 
Patronatskirchen präsentieren, die dem DO. in temporalibus, den Bischöfen in spiritua- 
libus unterstehen; s. a. die folgende Urk., Anm. 1. — 2) s. Urk. No. 46. — 3) s. Urk. 
No. 79. — 4) s. Urk. No. 125. 

147. Rudolf, AU des SchottenMosters, Albert, Dechant von St. Marien, 
und Günther, DecTiant von St. Severus, in Erfurt ersuchen Willekin, 
Vogt, und den Rat von Mühlhausen, den DO. nicht im Besitz seiner 
Güter zu stören. [Erfurt, 1259 Dez. 17]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1624^; Perg. Urk., Siegel fehlt. 

Druck: GQuPrSachsen 3, 171 (z. J. [zwischen 1257 u. 1265]). — Reg.: Dobenecker 
III, 3040 (z. J. [c. 1262]) mit weiteren Hinweisen; — dazu Reg.: GQuPr- 
Sachsen N. R. 5, 389 (m. Dat. [zw. 1257 u. 1265]). 

Bemerk.: Datum: Am gleichen Tage vidimieren dieselben einen Teil der genannten 
Urkunden, s. Urk. No. 146. 

Honorabilibus viris Willikino advocato et consulibus in Mulhusen 
R[udolfus] abbas Scotorum, A[lbertus] sancte Marie et [Guntherus] 
sancti Severi ecclesiarum decani et capitula quicquid possunt obsequii 
et honoris. Ne lites inutiles suscitetis et ut vestre saluti pariter et honori 
salubrius prospicere valeatis, honestati vestre dignum duximus intimare, 
quod felicis memorie Gregorius [IX.] papa [Hermannum] magistrum 
et fratres Theuton[ici] hospitalis sancte Marie in lerusalem privilegiavit 
ita, quod fratres clericos sui ordinis ad ecclesias, in quibus ins patronatus 
habent, possint diocesanis presentare eis de spiritualibus et fratribus 
de temporalibus responsuros ^). Fridericus [IL] eciam olim Imperator 
et rex Sicilie in suo privilegio ^) protestatur, quod sacra sancta Romana 
ecclesia^) inter alia beneficia, que die sue consecracionis et coronacionis 
fratribus domus Theutonice dignantur, contulit eciam ad preces suas, 
concessit eidem, ut in ecclesiis ad sustentacionem fratrum commorancium 
in servicio terre sancte collatis eisdem assignato vicariis earum unde 
honeste vivant et in spiritualibus et sinodalibus episcopis eorum vel 
ipsorum officialibus valeant respondere, proventus ceteros habeant suis 
usibus deputatos, preterea quod Heinricus septimus Romanorum rex 
ecclesiam sancti Blasii in Mulhusen cum iure patronatus et omnibus 
attinenciis suis dicte domui et fratribus eiusd[em transt]ulit et contradidit 
üben? tenendam et perpetuo possidendam *). Insuper Cimradus [IV.], 
divi augusti imperatoris [Frider]ici [IL] filius, Romanorum in regem 
electus ins patronatus ecclesie nove civitatis apud Mulhusen dicto 
hospitali contulit pleno iure ita videlicet, ut cam officiare valeant in 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 111 

spiritualibus iuxta modum, quem in ecclesia antique civitatis hactenus 
seiTaverunt, decimas autem et proventus cum aliis obvencionibus eiusdem 
ecclesie ad usus suos reeipiant et convertant ^). Ad hec Willelmus Ro- 
manorum rex et semper augustus donacionem ecclesie sancti Blasii 
cum iure patronatus ipsis fratribus Theutonicis factam a rege Heinrico 
septimo gratam et ratam habuit et eciam confirmavit ^), prout hec 
omnia in eorum publicis instrumentis plenius et lucidius declarantur. 
Licet autem plebani et fratres domus Theuton[ice] in Mulhusen par- 
rochiarum Mulhusensium iam dudum quieti fuerint possessores et 
ideo secundum iura probacio de possessione sui tituli non incumbat 
eisdem, tamen eis complacuit pio zclo de iure suo facere nobis fidem 
per transscripta privilegiorum suorum, que transscripta sigillis nostris 
fideliter sigillata, si vultis, videre potestis. Insuper ipsi per ipsa horiginalia 
de iure suo plenius vos docebunt, ubi ea ostendere poterunt oportune, 
et quia non est aliquomodo presumendum, quod viri, qui propter deum 
reliquerunt spontanee se et sua, vellent per subrepcionis astuciam 
parrochias vendicare in suum et multorum periculum et scandalum 
plurimorum, benignitatem vestram rogamus et monemus in domino 
et consulimus bona fide, quatinus eos sua possessione et vestra pace 
gaudere sinatis, quia, si aliqua violencia vel iniuria fiet, eis illam univer- 
sitas fratrum per ius propellere non obmittet. 

1) Urk. dat. Viterbii, 1237 Mai 22, gedr.: StreJilke, Tabulae 466, s. a. vorige Urk., 
Anm. 1. — 2) Urk. dat. 1221 Dez., gedr.; Huillard- Breholles II, 224. — 3) Bulle 
Honarius' III. dat. Lateran, 1221 Jan. 3, gedr.: Strehlke a. a. 0., 309. — 4) s. Urk. No. 46. 
— 5) s. ürkk. No. 80 u. 85. — 6) s. Urk. No. 125. 

148. Hermann von Hain eignet von seinem Reichslehen auf dem Gleiß- 
herge mit Zustimmung seines Bruders Walther von Kamhurg 100 Joch 
Eok dem Deutschen Hause in Zwätzen. 1260 März 1. 

Hdsckr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 596; Perg. Urk., stark wasserfleckig; 
Siegel u. Pressel verloren. 

Druck: ZThürGuA. 20 (N.F. 12), S. 70. — Reg.: Dobenecker III, 2794 mit 
weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: s. Urk. No. 159 v. 1261 Apr. 17. — Schrift: Nicht bei Posse, PU. S. 42 /• 
— Nach dem Diktat ist Empfängerhand anzunehmen. — Devrient in ZThür- 
GuA. 20 (N.F. 12), S. 23 interpretiert die Urkunde falsch. Es steht nichts 
davon in der Urkunde, daß Hermann im Auftrage seines Bruders Walther, der 
DO- Bruder geworden war, dem Orden das Holz überweist, sondern Hermann 
als der Geschlechtsälteste (?) tut dies mit Zustimmung seines Bruders. Walther 
wird erst in Urk. No. 159 v. 1261 Apr. 17 frater genannt. Er ist aber wohl 
bald nach dieser Uebertragung dem DO. beigetreten. 

Acta humana a memoria elabescunt, si scriptis autenticis non 
fuerint perhenata. Hinc est, quod nos Hermanus de Indagine^) cum 
consensu Walteri de Camburg i) fratris nostri centum iugera lignorum 
in monte Glisperg situatorum cum confrontacionibus suis per foveas 
a vicinis lignis distincta, que ab imperio in pheodo tenuimus, fratribus 
domus Teutonice in Zweczin*) dedimus propter deum perpetue possi- 



112 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

denda transferentes in ipsos ius, quod nobis conpetebat aut conpetere 
posset in lignis antedictis. Testes hiiius sunt : Henricus de Condicz, Si- 
fridus de Eckirsperge, Henningus de Gebse, Hartungus de Golmestorf 
et quam plures alii. Datum nostro subterpendente sigillo kalendis 
Marcii anno domini m" cc" lx. 



a) 0.: Zeczin. 



1) Ueber die vermutliche Verwandtschaft mit den Gleißbergern s. ZThürGuA. 20 
(N. F. 12), S. 23, Anm. 1. 

149. Hermann von Camburg, Ritter, eignet dem DOHause in Altenburg 
6 Eufen in Meitz. [nach 1260 März 1]. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 6^ (K^). 
Ueberschr.: Littera super vi mansos in villa Meitcz. 

Bemerk.: Datum: Walther v. Camburg wird in Urk. No. 148 v. 1260 März 1 
der Bruder Hermanns v. Hain genannt. Ich nehme an, daß dieser mit dem 
Aussteller der vorliegenden Urkunde identisch ist. Da er allein die Urkunde 
ausstellt, so ist sein Bruder Walther inzwischen dem DO. beigetreten; deshalb 
ist die Urkunde nach der vorhergehenden zu datieren. 

Notum sit Omnibus hanc paginam audientibus inspecturis, quod 
ego Hermannus de Camborch sex mansos adiacentes ville, que vocatur 
Meicz, fratribus domus Theutunicorum sancte Marie Ier[oso]limitane ^) 
pro peccatis nostris instabilem contulimus elemosinam veram. Quia 
pro metu vite nostre ad placitum comparere non possumus, domino 
Volrado^) de Cliorin committimus in mandatis, ut eosdem mansos ad 
subsidium per litteras'^) nostras cum inpressione nostri sigilli confii'- 
mamus. Eciam si nobis tempus obtulerit, quod nos sine periculo et 
metu anime nostre terram possimus pertransire, presencialiter ipsis per 
manus nostras roborabimus valore. 



a) K^: [] feJilt. b) A'^; Volrade. c) K^: ohne Abkürzungszeichen. 

150. Bruder Älbrecht, Bischof von Regensburg, bestätigt die Uebertragung 
der Pfarrkirche zu Eger an den DO. Würzburg, 1260 März. 

Die Urkunde ist uns in zwei verschiedenen Ausfertigungen überliefert. Die 
zweite Jmt nach einem Transsumpt Aufnahme in A. gefunden. Das Original hat 
demnach im DOHause zu Eger gelegen. 

I. 

Hdschr.: Orig.: DOZA. Wien, Orig. a. 310; Perg. Urk., wasserfleckig mit 

teilweise beschädigtem Siegel am Presset. 

Abschr.: Ebendas., Bailei Thür. K. 4 (modern, durch Fraß beschädigt). 
Druck: Reg.: Gradl I, 238; — ÜB. Bist. Samland (Woelky u. Mendthal) 67^; 

— Pettenegg 367; — Emier IV, 1803. 
Lit.: Voigt, DRO. I, S. 7 ff.; — Gradl, Egerland, S. 95. 
Bemerk.: Siegel d. Bisch. Heinrich fv. Strittberg] v. Samland s. Voßberg, Gesch. 

d. preuß. Münzen u. Siegel, Tfl. XIX, d. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 113 

Frater Albertus^) dei gracia Ratisponensis ecclesie electus et con- 
firmatus iiniversis presentes litteras inspecturis salutem in domino 
sempiternam. Tenore presencium protestamur, quod nos ob peticionem 
venerabilis domini H[enrici] ^) Sambiensis episcopi, nee non dilectorum 
in Christo praeceptoris et fratrum domus sancte Marie Theutonicorum 
in Alemania favorem donacioni sive collacioni iurispatronatus ecclesie 
in Egra nostre diocesis, quam Serenissimus dominus Conradus leroso- 
limitanus et Sycilie rex, dux Suevie, filius illustris domini Conradi 
quondam regis preceptori et fratribus supradictis et ipsorum domui 
fecisse dinoscitur ^) in subsidium terre sancte, prout in litteris super eo 
confectis plenius continetur, de consensu matris ipsius atque incliti 
domini Ludewici comitis palatini Reni, tutoris eiusdem et ducis Bavarie 
digne nostrum adhibentes consensum donacionem ipsam sive collacionem 
approbamus, ratificamus et litteris presentibus confirmamus. In cuius 
rei testimonium et munimen presens scriptum venerabilis patris H[enrici] 
supradicti Sambiensis episcopi sigillo fecimus roborari, cum adhuc 
sigillo proprio, id est, quod nostre dignitati competeret, in adepto vide- 
licet pontificali beneficio careremus. Datum Herbipoli anno domini 
millesimo ducentesimo sexagesimo, mense Marcio, pontificatus nostri 
anno primo. 

1) Albertus Magnus de Bollstedt, B. v. Regensburg 1260 — 1262. — 2) über ihn s. 
Altpreuß. Mon. Sehr. IX (1892), S. 639 ff. — 3) s. Urk. No. 140 v. 1258 Apr. 

II. 

Hdschr.: Orig. Tspt. v. 1383: HSA. Dresden, Orig. No. 579; s. 2. Band. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 101^ (A.). 

Ueberschr.: Littera confirmacionis per dominum Ratisponensem. 

Frater Albertus dei gracia Ratisponnensis ecclesie electus et con- 
firmatus universis, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem et^) in 
domino sempiternam. Ad instanciam dilectorum in Christo preceptoris 
et fratrum domus sancte Marie Theutonicorum collacionem sive dona- 
cionem iuris ^) patronatus ecclesie in Egra, quam inclitus dominus Con- 
radus ") filius illustris domini Cunradi quondam regis de consensu domini 
Ludwig'^) comitis palatini Reni, ducis Bavarie, tutoris sui nee non geni- 
tricis ipsius eiusdem preceptori et fratribus et eorum domui contulit 
liberaliter et libenter, prout in litteris super eo confectis expressius con- 
tinetur, ratificamus, approbamus atque auctoritate presencium con- 
firmamus. Datum Ratispone anno domini millesimo ducentesimo 
sexagesimo. 

a) steht fälschlich hier. b) A.: ius. c) A.: Cunradus. d) A.: Ludwici. 

151. Bruder ÄlbrecM, Bischof von Regensburg, H., Propst, Leo, Deehant, 
und das Kapitel der Regensburger Kirche bekennen, daß sich Abt 
und Konvent des Klosters Waldsassen mit den Brüdern des Deutschen 
Hauses zu Eger über das Begräbnis von Rüdeger Angel und Heinrich 
von Künßberg geevnigt haben. 1260 [März (?)]. 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 8 



114 Urkmidenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Edschr.: Orig.: ESA. München, Kloster Waldsassen, Fase. 10; Perg. Urk. m. 
2 Siegeln an Seidenschnüren. 

Auf sehr.: Albertus ecclesie Ratisponensis episcopus super amicabiliß 
composicio (!) monasterii et commendatoris Egrensis. 
Abschr.: Ebendas., Kloster Waldsassen II, a. 100, Bl. 243^. 

DrucTc: Gradl I, 241 (mit Ausl.); — Emier IV, 1S04. — Reg.: Reg. boica III, 160. 

Lit.: Gradl, Egerland, S. 95; — Sommerlad S. 155. 

Bemerk.: Gradl, Man. Egr. I, 241 vermutet die Abfassung der Urk. im März, 
doch gibt er keine Gründe dafür an. Er mag dazu durch vorhergehende Utk. 
bewogen worden sein. Außerdem treten hier Würzburger Predigermönche als 
Zeugen auf. Der Ausstellungsort der vorhergehenden Urkunde ist aber Würz- 
burg. Allerdings ist Albrecht in gen. Urkunde noch electus et confirmatus 
und liat kein Siegel, während er die vorliegende Urk. schon als Bischof be- 
siegelt. — Rüdiger Angel tritt zuletzt 1259 Juni 15 (ebdas., No. 236) als Zeuge 
auf. In der gleichen Urk. auch Eeinrich v. Künßberg. — Siegel: 1. des 
Bischofs v. Regensburg an gelben und violetten Seidenschnüren, nur halb 
vorhanden, 2. des Klosters Waldsassen an grün und dunkelvioletten Seiden- 
schnüren, Rand beschädigt, sonst erhalten. 

Frater Albertus^) miseracione ecclesie Katisponensis episcopus, 
H. prepositus, L[eo] decanus et capitulum eiiisdem ecclesie universis pre- 
sentes litteras inspecturis oraciones et salutem in domino lehu [/] Christo. 
Notum esse volumus, quod, cum inter venerabiles vires abbatem et 
conventum in Waltsahsen Cisterciensis ordinis ex una parte et commen- 
datorem et fratres domus Theutunice in Egra ex altera super sepultura 

e 

Reudegeri dicti Angiel civis in Egra et domini Heinrici de Chinsperch 
questio verteretur, de consensu parcium et omnium, quorum intererat, 
et auctoritas necessaria fuit in hoc casu, de predictis funeribus et quibus- 
dam aliis, que hinc inde sepulta fuerant, lis taliter est sopita per ami- 
cabilem composicionem, quod dicti fratres in Egra non impediant dein- 

e 

ceps vel avertant quemquam de progenie dicti civis vel H. de Chins- 
perch nobilis supradicti vel quemcumque alium parrochianum ecclesie 
in Egra, qui apud monasterium predictum sanus vel in fine vite sue 
sane mentis constitutus elegerit sepulturam. In cuius rei testimonium 
presentes litteras confici placuit et sigillorum nostrorum robore com- 
muniri testibus, qui presentes fuerunt, nichilominus subnotatis, qui sunt 
hü: Magister Leo decanus, magister Ulricus custos, canonici Ratis- 
ponenses; Leupoldus prior, frater Dietricus de Wallerbach, Berhtoldus 
lector et frater Ulricus lector, Herbipolenses de ordine predicatorum, 

o o o 

et quam plures alii. Datum anno domini m. cc. lx. 

1) s. Urk. No. 150 v. 1260 März. 

152. Johannes und Friedrich von Schönher g, Gebrüder, schevikm dem 
DOEause bei Halle einen Hof in Mortitz. 

Leipzig, 1260 Apr. 21. 

Edschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 398, Bl. 38^ (K.). 

Ueberschr,: Copia super curtem in Morticz cum agris et pratis. 
Reg.: Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 81, 7. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 115 

Druck: OQuPrSachsen N. R. 10, 300; — Ludewig V, S. 117, Dipl. XCII 
(m. Dat. 1271 Mai 1). — Reg.: Dobenecker III, 2809 mit weiteren Hin- 
weisen; — Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. XLVIII (z. J. 1271 Mai 1), 
danach Reg.: ThürGQu. V, 1, 163. 

Lit.: Wolf S. 26; — 0. Posse, D. Urahnen d. fürstl. Hauses Schönburg 
(1914), S. 19 (zu 1271 Mai 1 nach Ludewig); — Sommerlad S. 201. 

Bemerk.; Datum; Aus der Schreibung bei K. geht unzweifelhaft hervor, daß 
das Datum 1260 Apr. 21 aufzulösen ist; s. a. Bierbach in OQuPrSachsen 
a. a. 0. — Es läßt sich aber trotzdem auch das Datum 1271 Mai 1 ver- 
teidigen, da Vogt Heinrich sich erst seit 1265 Heinrich d. Ae. nennt und 
Dietrich II. erst seit 1270 nach dem Tode seines Vaters als Burggraf von Alten- 
burg nachgewiesen werden kann. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Ur- 
kunde sehr flüchtig abgeschrieben ist. — S. a. Urk. No. 617 v. 1299 Jan. 19. 

Nos Joannes et Fridericus fratres de Schonenbergk recognoscimus 
publice per presentes, quod ob progenitorum nostrorum ac animarum ^) 
salutem propter deiim in subsidiura terra sancte religiosis'') provinciali 
et fratribus Thuringie'^) ac domui eorum apud Hallis hospitalis sancte 
Marie lerosolimitani Theutonicorum curtem nostram in Morticz apud 
Bodelwicz cum agris, pratis et omnibus suis pertinenciis, quam iure 
feodali ab imperio ^) tenuinms, libere donavimus in perpetuum, nichil iuris 
nobis et heredibus nostris in eisdem bonis'^) inposterum vendicantes. 
Testes huius sunt: Dominus Theodericus buregravius de Aldenburgk, 
Hermannus de Starckenberck, Henricus senior de Plawe et alii quam 
plures fide digni. In cuius rei testimonium sigilla nostra presentibus 
duximus impendenda. Datum Liptzick anno dominice incarnacionis 
M^ccLx^.xi kalendas May. 

a) Dahinter in K nostrarum ausgefallen. b) Dahinter in K viris ausgefallen. 

c) Die Stellung muß sein: provinciali Thuringie et fratribus. d) K.: folgt reti- 

nentes, das wieder gestrichen ist. 

1) 8. Urk. No. 130 v. 1253 Aug. 7. 

153. Heinrich, Vogt von Plauen, überläßt dem Kloster Waldsassen, villam 
Herisinghen mit Ausnahme bestimmter Teile, die er sich vorbehält. 

Es siegelt der Aussteller und sein Bruder Heinrich, Vogt von Gera. 

Zeugen: Dominus H[ermannus] ^) prior de Plawe, dominus Rud- 
gerus de Sparreneck, Heinricus de Gorkewiz, Johannes de Valkin- 
stein, Albertus de Machwiz, Th[eodericus] frater suus, Eeimboto 
de Widersberch. 

Acta sunt hec anno domini m.cc. sexagesimo, vii kalendas 
lunii. 1260 Mai 26. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. München, Kop. Kloster Waldsassen, Bl. 62^. 
Abschr.: Ebendas., Bl. 109^. 

Druck: ThürGQu. V, 1,138. — Reg.: Dobenecker 111,2816 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Datum: s. Dobenecker a. a. 0.; — in ThürGQu. a. a. 0. versehent- 
lich unter 1267 statt 1260, da das Datum richtig angegeben ist und im 
Register die Zeugen z. J. 1260 stehen; vgl. auch Flach, S. 230. 



1) s. ferner Urk. No. 160 v. 1261 Mai 30. 

8* 



116 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

154. Frater Reinhardus *) ^) commendator et plebanus veteris civitatis 
Mulehusen bezeugt als erster einen Tausch von Geld- und Wachs- 
zinsen zwischen dem Kapitel des Klosters Reinhardshrunn, Ludwig, 
ehemals Äbt, Heinrich, ehemals Prior einerseits und den Bürgern 
von Mühlhausen Conrad und Bernhard, den Söhnen Arnolds, 
andererseits. 
Datum 1260 quarta [/] nonas Septembris. 1260 Sept. 2. 

Druck: Möller, Reinhardsbrunn, S. 5S. — Reg.: GQuPrSachsen 3, 157 (nach 
Möller); — Dobenecker III, 2833 mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk.: Datum: Dobenecker a. a. O. weist auf indictione II. hin, die zusammen 
mit der Bezeichnung des Abtes und Priors mit quondam vielleicht ein späteres 
Jahr zu ergeben scheinen, vielleicht 1274. Gerade zu diesem Jahr ist allerdings 
kein Pleban in Mühlhausen- Altstadt genannt. Da aber sonst von 1271 bis 
1276 Kristan als Pleban überliefert ist, möchte ich hierin nicht zustimmen, 
sondern dieses quondam vom Standpunkt des Annalisten aus angesehen wissen, 
zumal Reinhard im gleichen Jahr in MühlJiausen-A. als Pleban bezeugt ist. 



a) Möller: Reinholdus. 



1) s. Urk. No. 92 v. 1246 März 18; ein Reinhold ist überhaupt nicht nach- 
gewiesen. Vgl. auch die folgende Urkunde. 

155. Volkmar, Landkomtur des DO. in Thüringen und Sachsen, ver- 
kauft 4 Hufen zu Teistungen für 26 Mark dem Propste zu Beuren 
und dem Kloster Teistungenburg. Mühlhausen, 1260 Okt. 10 

Hdschr.: Orig.: SA. Magdeburg, Kloster Teistungenburg, No. 7; Perg. Urk. 
mit beschädigtem Siegel am festen Pressel. 
Auf sehr.: im mansi in Teistungen. 

Druck: Wolf, Polit. Gesch. d. Eichsfeldes, Bd. II, ÜB. 5; — Jul. Jaeger, 
ÜB. d. Klosters Teistungenburg 9 (m. Dat. 1266 Okt. 15). — Reg.: Doben- 
ecker III, 2835^ u. ausführlich zu 1266 Okt. 15 in III, 3492 mit weiteren 
Hinweisen. — Lit,: Sommerlad S. 202 (zu 1266). 

Bemerk.: Datum: 1266 Okt. 15 ist falsch aufgelöst; denn 1262 Aug. 18 
(s. No. 165) wird Br. Reinhard schon gewesener Pleban genannt. — Wann 
der DO. die Hufen erworben hat, ist unbekannt. 

Omnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, frater Vobnarus^) 
hospitalis sancte Marie Theutonicorum Iherosolimitanensis Thuringie 
ac Saxonie commendator sinceram in domino karitatem. Ab humana 
facilius elabuntur memoria, que nee scripto nee voce testium fuerint 
roborata, cognoscant igitur presentes et posteri, quod ego Volmarus 
frater ordinis Theutonice domus commendator existens Thuringie ac 
Saxonie quatuor mansos sitos in Theistingen pro leglttimis angustiis 
terre sancte vendidi preposito in Buren ac collegio sanctimonalium in 
Thestinginburg pro summa viginti sex marcarum consilio fratrum nostri 
ordinis ac providencia mediante de ipsis bonis prestans tenore presencium 
warandiam. Insuper ne qua possit in posterum suboriri cahimpnia, 
vendicionem talem presenti carta signari volui scriptis illorum nomini- 
bus, qui prefate vendicioni, cum fieret, astiterunt. Testes liuius facti 
sunt: Frater Reinhardus 2) veteris civitatis in Molhusen plebanus, frater 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 117 

Johannes 3) nove civitatis in Mülhusen plebanus, frater Gernodus *), 
frater Tlieodericus de Egelen ^), frater Heinricus de Osterrod ^), frater 
Guntherus ^), frater Cunradus ^). Acta sunt hec in Mülhusen anno do- 

O QO 

mini m. cc. sexagesimo, vi'° idus Octobris. 

1) Nur hier; vgl. Urk. No. 241 v. 1272 Mai 19. — 2) s. Urk. No. 92 v. 1246 
März 18. — 3) s. Urk. No. 105 v. 1250 Jan. 5. — 4) und noch Urk. No. 295 v. 1278 
Aug. 3. — 5) Nur hier. 

156. Friedrich (IV.) d. Ae. von Treff iirt bestätigt den Verkauf einer Hufe 
m Reifenheim an das DOHaus in Nägelstedt. [um 1260]. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 21^. 

Ueberschr.: Littera empcionis unius mansi in Ryfenheym. 
Bemerk.: Datum: Nach dem Vorkommen Friedrichs IV. d. Ae. von Treffurt. 

Ego Fridericus senior de Drivorde ^) profiteor omnibus hanc litteram 
inspecturis, quod mansum unum proprietatis situm in Ryfenheym, 
quem Gebeno fidehs meus dictus Bisleyben fratribus domus Theutonice 
in Neylstete vendidit de mea permissione factum esse et consensu. Ne 
autem super eo partibus in posterum turbacio oriatur, in testimonium 
concessionis et facti presentem litteram sigilli mei appensionis feci 
roborari. 



1) Ueber Friedrich IV. d. Ae. v. T. vgl. ZThürChiA. IV, S. 205 f. 

157. Adelheid, Aebtissin des Klosters St. Stephan zu Zeitz, Dietrich, 
Propst, und der ganze Konvent verkaufen dem DOHause in Zwätzen 
alle ihre Güter mit den Hörigen daselbst. [1267 — ^70]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1624^; Perg. Urk., die beiden Siegel 
mit den Pressein fehlen (0.). 

Auf sehr.: Abbatissa et conventus in Czize vendiderunt fratribus domus 
Theutunice bona earum Zcweczen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 77^ (A.). 

Ueberschr.: Littera, quot sanctimoniales in Czicz vendiderunt omnia 
bona, que habuerunt in Zcwezcen, fratribus nostris ibidem. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 14 (M.). 
Bemerk.: Zustand: Das Orig. ist wasserfleckig und hat mehrere Wurmlöcher. 
Zum Datum: Die Urk. gehört in die Zeit von 1267 — 1270 (No. 208a). 
In diesen Jahren ist Propst Dietrich nachzuweisen. Die Aebtissin Adelheid 
wird sonst nicht erwähnt. Herr Archivrat Dr. Diestelkamp in Magdeburg 
war so liebenswürdig, mir einige Belegstellen für Propst Dietrich mitzuteilen. 

Adelheid^) dei gracia abbatissa, Th[eodericus] eadem gracia pre- 
positus et totus conventus ancillarum Christi monasterii sancti Stephani 
prothomartyris in Cyce^) universis Christi fidelibus hanc litteram in- 
specturis eternam in domino caritatem. Noverint universi presentes 
et posteri, quod nos ex matura deliberacione sanoque consilio bona, 
que ecclesia nostra in Svecen^) iam possederat multis annis, cum omni 
iure proprietario videlicet mansis, areis ac aliis pensionibus dominis et 
fratribus domus Theutonice vendere curavimus sub hac forma, sicuti 
nostra ecclesia prefata bona habuerat una cum hominibus, qui nos ab 



118 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ipsius ecclesie exordio proprietatis tytulo contingebant. Ne vero super 
hoc racionabile factum nostrum aliquis dubietatis scrupulus valeat 
suboriri, prefatis fratribus bonis pretaxatis pariter cum hominibus 
presentatis presentem litteram conscribi iussimus super eo tarn nostri 
quam ecclesie sygillorum testimoniis firmiter ac laudabiliter communitam. 

a) A.: Adelheydis. b) A.: Czycze. c) A.: Zcwezcen. 

1 58 . Eemrich [II.], Vogt von Gleißherg, und sem Bruder Johannes von 
Allstedt bestätigen die Schenkung ihres Vetters Walter [von Kam- 
burg] an den Deutschen Orden m Zwätzen. 

Gleißberg, 1261 Apr. 17. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 605; Perg. Urk. mit Siegel am 
Presset (abgefallen) (0.). 

Aufschr.: Super C agros lignorum in Glißperg. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 71^ (mit falschem Datum 1252 
Apr. 17) (A.). 

Ueberschr.: Littera donacionis de quinquaginta agris lignorum circa 
castrum Glizberg. 
Abschr.: Ebendas., B. 122^, No. 123 (tim 1800, Schladitz). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 8. 
Druck: ZThürGuA. 20 (N.F. 12), S.70, No. 42 (D.).— Beg.: Dobenecker III, 

2891 mit weiteren Hinweisen. 
Lit.: ZThürGuA. a. a. O. S. 23 f.; — Tittmann, Heinrich d. Erl. II, 41. 
Bemerk.: Zustand: Orig. von Wurmstichen ziemlich durchlöchert. — Die In- 
diktion ist falsch. Es muß quarte indictionis heißen. A. ist jedenfalls 
durch die falsche Indiktion zu seiner falsclien Jahresangabe (1252) veranlaßt 
worden. ■ — lieber die Schenkung s. Urk. No. 148 v. 1260 März 1. 

Nos Heim"icus advocatus de Glizberc et lohannes frater iiieus^) de 
Alstete notum facimus universis et presentibus protestamur, quod dona- 
cionem, quam frater Waltherus^) patruelis noster fecit in ,c.^) agris 
lignorum sitorum circa castrum Glizberc, ratam et inviolabilem volumus 
observare apud fratres de domo Teutonia in Svezen'^). Ef^) ne dicti 
fratres in predicta donacione lignorum ab Alberto fil[i]o') fratris nostri 
vel aliquo^) posterum [/] nostrorum possint inposterum inpediri, ipsis 
presentem litteram conscribi fecimus et sigiUorum nostrorum munimine 
roborari. Huius rei testes sunt: Heinricus de Condiz^), Sifridus de Ehges- 
berc^), Waltherus de Golamesdorf^) et Ecliardus frater suus, Hermannus 
de Alstete, frater Heidenricus ') 2) commendator in Svezen""), Ludemcus 
scriptor, Datum in Glizberc^) anno d[omini]') m. cc. lxi.™), xv. ka- 
lendas Maii°), decime indictionis. 

a) 0., A.: suus. b) 0., A.: L. — C ist später nach Abfertigung von A. über die 
etwas verwischte L geschrieben, jedenfalls vom Verfertiger der Aufschrift, der die 
Urk. 1260 März 1 (s. No. 148) kannte. c) A.: Zcweczen. d) D.: Set. e) A.: 

ab aliquo. i) A.: Condicz. g) A.: Syffridus de Eckesberg. h) ^.; Gelemes- 

dorf. i) J.; Heydenricus. k) ^.; Glizberg. \)0.: Wurmloch. rü)A.:JÄ\. 

n) A.: Maij; D.: Maias. 

1) Walter von Camburg oder von Hain s. Urk. No. 148 v. 1260 März 1; sonst nicM 
weiter nachzuweisen. — 2) s. Urkk. No. 122 v. 1252 März 20 u. No. 137 v. 1257 Juni 1. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 1 19 

159. Frater Hermannus ^) prior in Plauen, frater Waltherus^) com- 
mendator in Egra stehen als erste Zeugen, als die Vögte Heinrich 
von Weida, Heinrich von Plauen und Eei/tirich von Gera nach 
Empfang von 100 Egerschen Silbermark dem Pfakgrafen bei Rhein 
Ludwig als Vormund seines Neffen Konrad, Königs von Jerusa- 
lem und Sizilien imd Herzogs von Schwaben, die Burgen Kvnsberg, 
Wogau und Eger mit allen Rechten zurückgeben und andere Ab- 
machungen mit ihnen treffen. 

Mit den Siegeln der Aussteller. 

Actum est in Egra anno domini m cc lxi, tercio kalendas lunii. 

Eger, 1261 Mai 30. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. München, Kop. Kloster Waldsassen II, Bl. 11. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 121. — Eeg.: Dobenecker III, 2903 mit weiteren 

Hinweisen. 
Lit.: Gradl, Egerland S. 95. 

1) 5. Urk. No. 153 v. 1260 Mai 26. — 2) Nur hier. Bei dem häufigen Vor- 
kommen der beiden Vornamen in dieser Zeit wird sich die Sippenzugehörigkeit nicht 
feststellen lassen. 

160. Heinrich /., Vogt von Plauen, bestätigt, daß Friedrich von Mach- 
loitz dem DOHause zu Plauen viii agros, quatuor cambitos et 
quatuor emptos, qui siti sunt apud leprosos (in Plauen), zuge- 
eignet hat. [1261 Mai 30 — 1263 März 20]. 

Aus Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk. : In Urk. No. 173 v. 1263 März 21 bestätigt Heinrich I., Vogt von Plauen, 
dem DOHause in Plauen u. a. auch diese Zueignung. Da Friedrich von Mach- 
witz zuerst in Urk. No. 159 v. 1261 Mai 30 (ThürGQu. V, 1, 121) genannt 
wird, war danach das Datum anzusetzen. Vgl. auch die Stammtafel bei 
Posse, SWA. III, S. 48 und Urk. No. 134 v. 1255. 

161. Hevmrich I., Vogt von Plauen, bestätigt dem DOHause im, Plauen, 
daß ihm Friedrich von Machwitz v agros pro anima matris sue iuxta 
eosdem infirmos ^) situatos gegeben hat. 

[1261 Mai 30 — 1263 März 20]. 

Aus Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk.: Zum Datum vgl. die vorhergehende Urkunde. — Aus Urk. No. 173 
geht hervor, daß es sich um zwei Schenkungen des genannten Ritters handelt. 

1) Gemeint ist das Leprosenhaus in Plauen, s. vorige Urk. 

162. Albrecht [der Entartete], Markgraf von Landsberg, und seine Ge- 
mahlin Margarethe, Tochter Kaiser Friedrichs [IL], bestätigen 
als Rechtsnachfolger den Brüdern des Deutschen Hauses in Alten- 
burg alle Rechte in den Forsten bei Altenburg, die ihnen von den 
Kaisern Heinrich [VL] und Friedrich [IL] verliehen worden sind. 

Altenburg, 1261 Juli 15. 



120 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 606; Perg. Urk. mit zwei beschädigten 
Siegeln an Wollschnüren. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 130^ (A.). 

Ueberschr.: Littera confirmacionis de lignis antedictis. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. 19. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 17^—183- (K^). 

Ueberschr.: Wie A. 
Uebers.: Ebendas., Bl. 18^—^ (K^) u. Bl. 10^ (m. Abänderungen). 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 132, No. 88. 
Uebers.: Ebendas. X, S. 28, No. 41 (z. J. 1251 m. Abänderungen, aus Akten, 
Altenburg XIII, C. 3). 

Druck: Eeg.: Dobenecker III, 1939^ (z. 1251 Juli 15), 2914 u. 2915 Uebers. 
mit weiteren Hinweisen; — dazu: Wegele, Friedrich d. Freidige, S. 376, No. 5 
(zu Juli 25); — Posse, PU. S. 9 u. 55; — Pfau S. 90. — Tittmann II, 231. 

Bemerk.: Zustand: Die Urk. war ursprünglich einmal längs und zweimal breit 
gefaltet; dort gebrochen und mit Leinenstreifen beklebt; jetzt nur noch einmal 
breit gefaltet. - — Schrift: Kanzlei Albrechts. Hand des Notars Gerhard (1261 
■ — 1284 bzw. 1293), Propstes von Nordhausen, s. Posse, PU. S. 55, 178 u. 
225. — Siegel: beide rot an gelb-roten Seidenschnüren, beschädigt, mit rotem 
Wachs später zusammengekittet, die Rücken vollständig damit überzogen. 1) Posse, 
SW. I, Tfl. IV, 4. 2) Posse, SW. Tfl. V, 1. — Ueber Echtheit und Titel 
des Ausstellers vgl. Dobenecker, Margaretha von Hohenstaufen, S. 17 ff. — 
V. Mirbach erschien die Urk. wegen des TiteU verdächtig (hs. Eeg. i. DOZA. 
Wien), doch ist diese Annahme nach den Darlegungen Dobeneckers nicht halt- 
bar. — Vgl. Urkk. No. 5 f. 

In nomine domini amen. Nos Albertus dei gracia^) marchio de 
Landesberc^) et Margereta^) nostra coniux dilecta felicis recordacionis, 
quondam*^) domini imperatoris filia. Quia fratres domus Theutunicorum ^) 
in Aldenburc*) semper prosequi volumus speciali gracia^) et favore, 
notum facimus universis, ad quos pervenerit presens scriptum tarn 
presentibus quam futuris, quod graeiam quondam predicte domui factam 
in forestis's) nostris videlieet Aldemburc^) a domino Heinrico quondam 
imperatore serenissimo, quam graeiam eciam dominus noster Frideri- 
cus^) quondam Romanorum inclitus imperator ratam habuisse dinoscitur, 
ex quo') omne ins eiustem^) dominii ad nos et nostram coniugem est 
translatum, seeundum donacionem privileiorum ') domini nostri™) Hein- 
rici superius prenotati latissima interpretacione gaudere volumus et 
quieta. Quam graeiam eidem domui volumus non solum a nobis verum 
eciam a nostris heredibus inviolabiliter observari dantes nichilhominus°) 
Omnibus nostris iudicibus, officiatis et forestariis in Aldenburc^) in man- 
datis, ne quis in lignis suis vel eciam simpliciter in omni iure suo, quo 
privilegiati fore dinoscuntur, fratres eiu[sd]em°) domus audeat in aliquo 
molestare. Huius rei testes sunt: Dominus Gunterus de CrimaschoweP), 
dominus Fridericus de Sconemburc'^), dominus'') Volradus et dominus 
Ulricus fratres de Koldicz, dominus Timo de Liznic, Gerhardus^) notarius 
noster"^) et alii quam plures. Ut autem hec gi-acia^) robur obtineat fir- 
mitatis perpetue, presentem paginam sigilli nostri et nostre coniugis 
dilecte munimine iussimus insigniri. Datum Aldemburc^) anno domini 

M. cc. Lx. I., idus lulii, quarte indictionis *). 

a) A.: gratia. b) A.: Landisberg. c) A.: Margareta. d) A.: quandam. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. - 121 

e) -4.; Theutonicorum. f) ^..- Aldenburg. g) ^.; forestris. h) 4.; Ffredericus. 

i) O.: qua. k) A.: eiusdem. i) A.: privilegiorum. m) A.: fehlt. n) ^.; ni- 
chilominus. o) 0.: fehlt, da im Biß. p) A.: Guntherus de Crymschowe. 

q) .4.; Ffredericus de Schoneberg. r) A.: dorn. Volradus — not. noster fehlt. — 
Die Hebers, hat die Zeugen: Heinrich d. Ae., Vogt von Plauen, Heinrich d. Ae. von 
Weida, Friedrick v. Schönburg, Günther v. Crimmitzschau. s) A.: fehlt, dafür nostra, 
donacio. t) A.: am Schluß etc. 

1) 5. Bemerk: 

163. Giselher [III.J, Ritter von Döllstedt, schließt mit dem DOHause im 
Nägelstedt über Rechte und Güter ebenda einen Vertrag. 1261 Aug. 

Hdschr.: Abseht.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 50^. 

Ueberschr.: Littera conposicionis inter fratres et strenuum militem 
Gyselerum de Tullestete. 

Ego Gyselerus miles de Tullestete^) tenore presencium publice 
recognosco, quod accioni et iuri, quam et quod habui ad fratres domus 
Theutonicorum in Neilstete super hospitalitate, que iure de meis bonis 
ibidem competebat, et de concambio agrorum, sine meo consensu et 
voluntate facto, nee non de communitate plane et plenarie renunciavi 
et predicta omnia resignavi pro me et meis pueris atque heredibus uni- 
versis ita expresse, quod nee ego vel mei pueri neque aliqui meorum 
heredum predictos fratres super premissis omnibus umquam debent 
impetere aut aliquatenus molestare. Nos quoque fratres domus eiusdem 
permittimus, quod nichil ulterius de bonis memorati militis acquirere 
debemus preter ipsius consensum. Huius rei testes sunt: Frater^) G. de 
Husberg^), frater^) lacobus de Melderich^), frater^) Heinricus de Schir- 
bede^), frater*) Ludewicus*) commendator de Griff stede, f rater ^) Gebe- 
hardus ^) et reliqui fratres ; item dominus Hugo de Salcza, dominus 
Walterus de Varila, Rabodo de Guntli[ersleiben ?], Heinricus de Kinde- 
husen et Fredericus *") frater^) suus; item Gotschalcus Parvus deErffordia, 
Heinricus Hake, Bertoldus de Tunahe, Hermannus de Neilstete et alii 
quam plures. Ut autem predicta omnia invariabiliter observentur, pre- 
senti instrumento meum sigiEum, preceptoris Alemanie et fratrum 
de Neilstete, domini Hugonis de Salcza et domini Waltheri de Varila 
sunt appensa. Datum anno domini m" cc" lx° primo, mense Augusti. 

a) A.: ffrater. b) A.: Fredericus. 



1) lieber Giselher III. s. Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, XLIX. Jg., 
S. 64, 81 ff.; die Urk. ist dort nicht erwähnt. — 2) Nur hier. — 3) s. Urk. No. 139 v. 
1258 März 13. — 4) Nur hier; vielleicht ist er aber gleich dem späteren Landkomtur 
von Böhmen. — 5) Nur hier. Da das Griefstedter Haus dem Komtur v. Nägelstedt 
unterstand, so toird Gebhard wohl auch als Angehöriger des Nägelstedter Hauses anzu- 
sprechen sein. 

164. Heinrich [der Erlauchte], Landgraf von Thüringen, bestätigt dem 
DOfEaus St. Kunigunde bei Halle] den Ankauf von 4 Hufen in 
Reldeburg. Merseburg, 1261 Sept. 30. 



122 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 36^ (K.). 

Ueberschr.: Copia super quatuor mansos in Ridenburgk. 

Reg.: Ebendas., Rep. U. 4&, Neuwerk, No. 37, S. 77, 2. 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 303. — Reg.: Dobenecker III, 2932 mit weiteren 

Hinweisen; ferner Reg.: v. Mülverstedt, Dipl. Ileburgense I, 64; — • Hörn 

S. 318, 30. 
Lit.: Wolf S. 28 (z. J. 1263, nach Ludewig V, S. 109); — ZThürGuA. 1, S. 98; 

— Tittmann, Heinrich d. Erl. II, 232. 
Bemerk. : In K. ist am Rand das Datum mit Blei verbessert in 1263, vielleicht von 

Dreyhaupt, der auch unter dem Jahre die Urk. abdruckt (Scuilkr. I, 8. 858, No. 15), 

ebenso Ludewig V, S. 109 in der Ueberschrift, nicht aber im Text. — Die 

Indiktion Imt schon umgesetzt. — Ueberschrift in K. hatte erst lüdendorph, 

das vom Schreiber mit roter Tinte durchstrichen ist. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Heinricus dei 
gracia Misnensis et Orientalis marchio, Thuringie langravius et Saxonie 
comes palatinus et sui filii Albertus seilicet et Theodericus notum 
facimus universis tarn presentibus quam futuris, quod quatuor mansos 
et unam partem, que vocatur Overlant, sitos in Ridenburgk, quos fratres 
domus Theutonice aput nostrum ministerialem dominum Botonem*) 
de Thurgowe compararunt et quos idem Boto^) de manu nostra retinuit, 
contulimus domui Theutonice ultra mare ad resignacionem ipsius do- 
mini Botonis^) iure proprietatis in perpetuum possidendos cum omnibus 
pertinentibus ad mansos eosdem tam in villa pariter quam in campo. 
Ne autem huiusmodi donacio nostra possit inposterum per aliquem 
permutari, super ipsam dari iussimus in testimonium presens scriptum 
sigillorum nostrorum munimine roboratum. Datum aput Mersenburgk 
anno domini m*^ cc'' lxi", pridie kalendas Octobris, quinte indictionis. 
Huius autem rei testes sunt: Hogerus de Vrideberc, Boto de Bburc, 
Boto de Thurgowe, Wichmandus de Kerstern''), Rudolffus de Luppe, 
Reinbertus de Horburc, Uhricus Kopast, Heinricus de Amendorff, 
Ulricus de Schirnicz, magister Christof erus ^) noster prothonotarius, 
Johannes capellanus et alii quam plures. 

a) K.: Betonem, Beto, Betonis. b) muß jedenfalls Herslein heißen. 



1) Propst V. St. Moritz in Naumburg, dann Propst v. Hain, Notar 1245 — 1260, 
Protonotar 1261 f.; danach ist Posse, PU. S. 177 zu berichtigen. 

165. Ritter Eckbert d. Äe. von Asseburg tritt die Stelle der ehemaligen 
Burg Keitling (Retlinge) dem Bischof Volrad von Halberstadt ab, 
der sie den Brüdern vom DOf Hause in LucklumJ überträgt. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Frater Reinhardus quondam plebanus in Mulhusen^), 
frater Johannes de Wegeleiven ^) commendator in Elmesburch, 
frater Bedeke ^) commendator in Langele, frater Theodericus de 
Reinstein ^), Conemundus advocatus mens. 

Datum anno domini m°. cc". lx". ii",, xv". kalendas Septembris. 

1262 Aug. 18. 

Hdschr.: Orig.: LHA. Wolfenbüttel, Kl. Lucklum, No. 11; Perg. Urk. m. d. 
Siegel des Ausstellers am Pressel. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 123 

Druck: Asseburger ÜB. I, 315. — Reg.: OQuPrSachsen 15, 25; — Doben- 

ecker III, 2999. 
Lit.: Braunschw. Anzeigen, 1751, S. 1093 u. 1753, S. 764. 



1) s. Urk. No. 92 v. 1246 März 18. Reinliard scheint hier der Eigentumsübertragung 
als Beauftragter des Landkomturs, dessen Namen wir von 1261 — 1266 nicM kennen, 
heigewohnt zu haben. — 2) Johannes v. Wegeleben ist 1263 bis wenigstens Juni 12 (Preuß. 
ÜB. Pol. Abt., I, 2, 204) Landmeistcr in Preußen. Voigt, Oesch. Preußens III, S. 242, 
Anm. 1 u. S. 243 nimmt an, daß er nur stellvertretender Landmeister gewesen ist. Er ist 
dann wohl weiter in Preußen geblieben und ivird 1276 Nov. 29 (No. 276) als Abgesandter des 
Hochmeisters genannt. Er hat bis um 1280 gelebt (s. GQuPrSachsen 15, 36). Vgl. Voigt, 
Oesch. Preußens III, 8. 243. — 3) Nur hier. Zu 1263 Juli 14 (GQuPrSachsen 15, 26) 
wird ein Berthold als Komtur von Langein genannt. — 4) Dietrich, Graf v. Regenstein, 
ist jedenfalls bald nach Preußen gegangen. 1268 März 30 (Preuß. ÜB., Pol. Abt., I, 
2, 283) finden wir ihn als Komtur in Zantyr. 

a) Volrad, Bischof von Halberstadt, verleiht dem Landkomtur von Thüringen und 
den Brüdern des DOHauses St. Kunigunde hei Halle das Patronatsrecht der 
Pfarrkirche zu Zscherben. Halberstadt, 12[6]2 Sept. 20. 

s. ürk. No. 527 v. 12[9]2 Sept. 17. 
Bemerk.: lieber die richtige Datierung der Urk. s. Urk. No. 527 v. 12[9]2 Sept. 17. 

166. Bruder Berthold, Mmoritenprovmzial von Sachsen, teilt dem DO- 
Eochmeister Anno den Vergleich zwischen dem Mvnoritenkloster 
und dem DOHause in Mühlhausen über die Ausübung des geist- 
lichen Amtes im, der Stadt mit. 1262 Okt. 16. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 620; Perg. Urk., wasserfleckig; Siegel 
fehlt an festem Presset. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 18 (AI.). 

Druck: GQuPrSachsen 3, 164. — Reg.: Dobenecker III, 3014 mit weiteren Hin- 
weisen. 
Lit.: Mühlhäuser Gbll. X, S. 38 f. 

Datum per copiam sub sigillo domini decani et officialis prepositure 
ecclesie Jech[aburgensis] ^). Honorabili viro et discreto fratri Aii[noni] ^) *) 
magistro hospitalis sancte Marie domus Theuton[icorum] ^) frater Bar- 
[tholdus] ^) fratmm minorum provincie Saxonie minister et servus cum 
devotis oracionibus sinceram in domino caritatem. Quoniam res magne 
per discordiam dilabuntur, res autem parve crescunt per concordiam, 
pro fraterna pace et concordia ego frater Bar[tholdus] ^) minister fratrum 
minorum provincie Saxonie una cum fratre Th. custode Thuringie et 
fratribus de Molhusen precavere nitimur, ne inter fratres vestros plebanos 
in Molhusen et fratres nostros ibidem deinceps aliqua possit oriri dis- 
cordia, composicionem infra scriptam tam a presentibus quam a posteris 
volumus firmiter observari. Fratres nostri confessiones infirmorum non 
audient, nisi prius a plebano suo vel eins socio fuerint perauditi, hoc 
excepto nisi a familiari amico vocarentur, cui sine scandalo presenciam 
suani negare non possent et consilium. Eundem tamen inducent, si 
poterunt, quod proprio sacerdoti eciam confiteatur. Postquam vero 
infirmus quicunque plebano confessus fuerit, fratribus nostris postea 
libere poterit confiteri. Item in Quadragesima maiori^) et adventu 
domini 3) in predicacione sua primis diebus dominicis hortabuntur po- 



124 Urktindenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

pulum, quod in illis temporibus in suis parochiis faciant confessiones, 
et fratres nostri confessores, quando potenmt, bono modo in iiltimis 
tribus septimanis ante Pascha a plebanis in\ätati in ecclesiis ipsorum 
andient confessiones et, si aliqui ad domum fratrum eciam tune confes- 
siones petent, audiri valebunt maxime, quando ad parrochiam expediri 
non poterunt bono modo. Alias omni tempore poterunt fratres per 
annum premissis exceptis libere confessiones audire. Ad hec in festis beate 
Marie^), Pascha, Penthek[oste]='), feste ^) omnium sanctorum^), die ani- 
marum^), nat[ivitate] ^) domini, dedicacionibus ecclesiarum') et altarium 
et diebus patronorum ^) ante prandium fratres non predicabunt nisi 
in parochiis invitati. Alternis eciam diebus dominicis non predicabunt 
et plebani in festis aliis et diebus dominicis quando fratres voluerint 
predicare tam mature se expedient, quod ante horam prandi possit 
predicacio fieri congruenter. Ceterum in sepultura fratres modum con- 
gruum observabunt et, si quem ad sepulturam volent accipere, prius 
corpus ad parrochialem ecclesiam facient deportari, ut defuncto a caris 
suis fiat devocio consueta. Datum anno domini m cc l xii, xvii. ka- 
lendas Novembris. 

a) [ ] Ergänzt. b) 0.: festum. 

1) Anno V. Sangerhaiisen 1256—1274; s. a. Oberland. Gbll. XV, S. 668 f. u. 
V. d. Oelsnüz, Herkunft w. Wappen der Hochmeister S. 56. — 2) Die sechswöchige Fasten- 
zeit vor Ostern. — 3) Die vier vollen Wochen vor Weihnachten. — 4) Marien Lichtmeß 
Febr. 2, Marien Himmelfahrt Aug. 15, Marien Geburt Sept. 8 und Marien Empfängnis 
Dez. 8. — 5) Nov. 1. — 6) Nov. 2. — 7) Läßt sich nicht mehr feststellen (Mitteilung 
von Herrn Stadtarchivar Dr. Brinkmann), da die Kirchweihfeste nachweislich wieder- 
holt verlegt worden sind. — 8) besonders der Blasiustag Febr. 3. 

167. Heinrich fl.j, Vogt von Plauen, bestätigt dem Deutschen Hause 
in Plauen einen ihm nicht gehörigen Zehnten in Taltitz, den Ulrich 
Schinei dem Deutschen Orden übertragen hat, nachdem er ihn von 
dem StammMoster in Cronschwitz gekauft hatte. Plauen 1262. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 622; gut erh. Perg. Urk. mit stark 
beschädigtem Dreiecksiegel am Presset. 

Aufschr. : Super decimacione in Tallintiez confirmacio. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 92^—93^. 

Ueberschr. : Super decimacione in Talticz. 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1045, Bl. 72^—73^ (K^). 

Druck : Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXII f., No. XXIII (mit Auslassungen). 
— Reg. : ThürGQu. V, 1, 122; — Dobenccker III, 3034. 

Lit.: Sommerlad S. 201. 

Bemerk. : Schrift : Posse, PU. S. 40 nimmt sie als einzige Urkunde einer zweiten 
Plauener Hand und stellt Verwandtschaft mit der Beichenbacher Hand 
(A. 2) fest, zu der nach ihm die beiden Urkk. No. 194 v. 1266 Aug. 17 und 
No. 263 V. 1274 Juni 24 gehören. Flach S. 27 f. weist dies zurück, da die 
genannten beiden Urkunden Fälschungen sind. Doch nimmt er auch Ent- 
stehung in der DOKanzlei an. Da die Arcnga fast gleichlavtend mit der 
Reichenbacher Fälschung von 1266 Aug. 17 ist, so glaubt FL, daß „diese 
Arenga sehr wohl in einer echten Beichenbacher Urkunde vorgekommen'' sein 
kann, da der Fälscher jedenfalls echte Vorlagen verwendet hat. Vgl. auch Flach 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 125 

S. 216. Fl. weist die vorliegende Urkunde als direkte Vorlage für 1266 Aug. 17 
(No. 194) ab, da Plauener Urkk. als Vorlage nicht nachzuweisen sind. — 
Siegel s. Posse, SWA. I, S. 34, No. 189, Tfl. 24, 2. 

In nomine dei eterni amen. H[einricus] de Plawe advocatus uni- 
versis Christi fidelibus hoc scriptum inspectiiris salutem. Quoniam, 
ut legitur, brevcs dies hominis sunt et varia rerum vicissitudine omnia 
mutantur vel certe intereunt, hinc est, quod gestorum quorumUbet 
deperit memoria una cum suis actoribus moritura, nisi ad posterorum 
noticiam super victura scriptorum perennitate fuerit protelata. Noverit 
igitur tam presens etas quam successuri evi posteritas, quod ego ad 
domum beate virginis in Cronswitz de allodio meo in Taltiz, quod nunc 
est puerorum H. de Vrone, ob memoriam mei et meorum progenitorum 
plenam decimam dotavi^). Hanc decimam soror I. de Cronswiz, que tunc 
temporis memorate domui prefuit, cum bona voluntate et favore sui 
collegii contuHt domui Theutonice in Plawe in subsidium sancte terre 
lerosolimitane^). Tandem aliquo spacio temporis elapso prefati fratres 
de Plawe quadam necessitate preventi dictam decimam domino Ulrico 
Schineio pro quadam summitate pecunie vendiderunt^). Post hec dictus 
Ulricus quibusdam debitis obligatus iam dictam decimam eciam vendidit 
et transactis aliquibus annis eandem iterato ad se sua pecunia liberavit, 
ex tunc Spiritus sancti spiramine inflammatus sepe dictam decimam con- 
tulit domui Theu[tonice] ^) in Plawe in honore[m] '') beate vü-ginis et sancti 
lohamiis baptiste sub hac forma, ut post obitum suum cedat in usum 
domus et sancte terre. Fecit eciam hoc tam racionabiliter, quod heredes 
sui, si quos habuerit, hoc non infringere debeant vel retractare. Con- 
dictum est eciam, si memoratos fratres sepius dictam decimam vendere 
contigerit, quod hanc suis heredibus vendere debent, si eam voluerint 
vel potuerint comparare. Sin autem nee voluerint nee potuerint, fratres 
extimc cum sua decima ordinabunt secundum, quod ipsorum discrecioni 
videbitur expedire. Ne autem prope labilem temporis cursum hoc fac- 
tum tam discretum obliviose possit preteriri vel ab aliquo inposterum 
convelli debeat vel inmutari, presentem litteram in testimonium huius 
cause feci mei sigiUi munimine roborari. Huius rei testes sunt niecum : 
H[einricus] frater mens advocatus de Gera, Meinlielmus, Otto de Bon- 
storf, Ulricus Schynei, Albertus et Fridericus de Machwiz, Theodericus 
frater eorum, Heinricus de Schonenvelt, Bertoldus de 0[gau]'=), Hart- 
mannus Wirbiz et alii quam plures. Datum in Plawe *^) anno incar- 

nacionis domini m cc lxii.^). 



a) 0.: Theu. b) 0.: honore. c) 0.: -0-. d) K^ : Blaue. e) K^ : 

LXII iar. 



1) Die Urkunden dieser Uebertragungen sind nicht erhalten. 

1 68 . Rat und Bürger im, Mühlhausen verkaufen spacium terre seu vicum, 
qui positus est inter mumm civitatis et curiam plebani veteris 



126 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

civitatis Molehusen, Io[haimi] ^) ^) plebano et domui Teutonici 
ordinis. 

Mit dem Siegel der Stadt Alühlhausen. 

Zeugen : Conradus de Cullestede, Bruno Gerwardi filius, Gerlacus 
iuvenis, Wederoldus, Gerlacus Margarete filius et Conradus de 
Urbeke. 

Actum anno domini ml^cclxh. 1262. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 621 ; gut erh. Perg. Urk. mit stark 
beschäd. großem Siegel der Stadt Mühlhausen an 2 Hanfschnüren. 
Abseht.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 14^—15^. 

Ueberschr, : Littera de vico positus inter murum et curiam plebani. 
Druck : GQuPrSachsen 3, 165. — Reg. : Dobenecker III, 3039 mit weiteren 
Hinweisen ; dazu Vjschr. f. Wappen-, Siegel- und Familienkunde, XLIX 
(1921), S. 50 (sehr fehlerhaß). 



a) [ ] ergänzt. 



1) s. Urk. No. 105 v. 1250 Jan. 5; vielleicht gleich dem Bischof Johannes von 
Litauen s. Urk. No. 240 v. 1272 Mai 12. 

169. Dominus Eckebertus^) plebanus et commendator nove civitatis in 
Mulhusen, der auch die Urkunde mitbesiegelt, bezeugt als erster, 
daß Heinrich Kämmerer gen. von Mühlhausen mit Zustimmung 
seines Bruders Dietrich, seiner Gemahlin Gertrud und seiner Schwester 
Othilia alle seine Güter eu Beberstedt (Befestede) dem Kloster Reifen- 
steim verkauft. 
Acta sunt hec 1262. 1262. 

Druck : Joh. Wolf, Politische Geschichte des Eichsfeldes I, ÜB. 35. — Heg : 

Dobenecker III, 3035 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk. : Ein Original scheint nicht mehr vorhanden zu sein. 



1) Nur hier. 

170. Gertrud, Aebtissin in Neu-Eelfta, läßt die Brüder des DOEauses 
St. Kunigunde bei Halle an den guten Werken ihres Klosters teil- 
nehmen. [1262—1278]. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 41^. 

Druck : GQuPrSachsen N. E. 10, 361 ; — Ludewig V, S. 130 f., Dipl. CVI ; — 
ÜB. Kl. d. Grafschaft Mansfeld, S. 133 (Helfta), No. 7. — Reg. : Mülver- 
stedt III, 537. 

Lit. : Wolf S. 27. 

Bemerk. : Datum : Die Aebtissin Gertrud (v. Hackeborn) ist von 1262 — 1278 
nachweisbar. Die Urk. ins Jahr 1270 zu setzen, wie Wolf S. 27, Anm. 4, 
will, weil in diesem Jahre (Mai 1) die Brüder Albrecht und Ludwig Edle von 
Hackeborn dem DOHaus St. Kunigunde eine Hufe in Judendorf schenken 
(s. Urk. No. 220), geht nicht an. 

Viris providis ac morum honestate preclaris commendatori ceteris- 
que fratribus domus Teutonice ad sanctam Conigimdim Hallensis Ger- 
trudis abbatissa nutu dei totumque collegium sanctimonialium ecclesie 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 127 

Marie virginis in Helpede oracionum suarum in domino flagrantissi- 
mum tymiama. Ordo racionis honeste exquirit, ut, quod in nomine 
caritatis petitur, citissime concedatur, noverit igitur karissimi^) et deo 
dilecti^) vestra dilectio odorifera, quod nos ad peticionem quorundara 
vestroruni, quam devotam vobis damus confraternitatem et vos esse 
volumus participes omnium oracionum, vigilianim, elemosinarum cete- 
rorumque bonorum caritatis, que per nos fiunt quottidie domino ad 
honorem, ut saltim'') una vobiscum mereamur asscribi collegio civium 
supemorum. Datum Hallis. 

a) Die Verbesserung von Bierbach in GQuPrSachsen a. a. O.karissima et deo dilecta 
halte ich nicht für angebracht. b) Bierbach verbessert hier saltem, dock gibt es die 

Form saltim auch. 

171. Konrad, Propst m Müdenfurtli, verkauft dem DOHause m Plauen 
Güter in Jößnüz. [um 1263]. 

Edschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 1624'^; Perg. Urk. mit etwas be- 
schädigtem Siegel an 2 Eanfschnüren. 

Auf sehr. : Super unam marcam in lesnicz. 
Abschr.: Ebendus., Abt. XIV, A. 64, Bl. 96^ (A.). 

üeberschr.: Super una marca in lesnicz. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 55^ (K^). 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. XXVII (nach A. mit Auslassungen und 
fehlerhaft) (P.); — ThürGQu. V, 1, 129 (nach A. m. Dat. [um 1263]). 
— Reg.: Dobenecker III, 3143. 

Lit.: Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 103. 

Bemerk.: Datum: s. ThürGQu. V, 1, 129. Auf Grund des Vorkommens der Zeugen 
zu [um 1263]. 1263 März 21 (No. 173) begegnen wir Ulrich Schinei zum 
letzten und Albrecht von Reinsdorf zum ersten Male. Danach habe ich 
datiert. — Siegel : Rundes Wachssiegel, Maria sitzend, den Jesusknaben 
links im Arm, in der r. Eand einen Oel(?)zweig. Umschr.: Sancta [MJaria 
in jMüdevort . . . 

C[onradus] *) ^) dei gracia prepositus in Mildenvorde'') totumque<=) 
collegium eiusdem loci universis hanc litteram visuris salutem in omnium 
salvatore. Iura gestarum rerum sepius cassarentur in posterum, si non 
firmarentur testibus et obicibus litteramm. Hinc est, quod noverit 
universitas tam presencium quam futurorum, ad quorum noticiam presens 
scriptum pervenerit, quod venerabilibus fratribus in Plawen bona nostra 
Sita in lezenicz^) marcam argenti annuatim solvencia, dos et proprietas 
ecclesie nostre existencia, vendidimus pro octo marcis et dimidia generali 
consilio penes nos diffinito. Ne autem contractus huius vendicionis 
nostro communi consensu accedente laudabiliter et rite ordinatus teme- 
rario ausu alicuius mutari valeat aut cassari, presentem paginam super 
eo conscripsimus et nostri sigiUi munimine cum subscriptis testibus 
roboramus. Testes sunt hü: CTerici: B.^) plebanus de Buzin^) et R. de 
Sonenbuh ^ 2-) . miütes: Albertus de Machwicz ^) et A[lbertus] de Reinoldes- 
torfs) *) et IJlricus Siney^) ^) et alii quam plures. 

a) P. : L. b) A. : Mildendorfe. c) A. : totum. d) A. : lesnitz; 

K^ : lesenitz. e) A. : Puzen; K^ : Busin. f) A. : Sonenburch; K^ : Sonen- 



128 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

buch et O, de Drune. g) A. : Remoldestorf ; K^ : Reinoldeßdorff. h) K^ : 

Schiney. 

1) Conrad, Propst 1260—1270. — 2) Nur hier. — 3) Albrecht v. Machwitz 1255 
bis 1292. — 4) Albrecht v. Reinsdorf 1263—1282. — 5) Ulrich Schinei 1250—1263. 

172. A., Sohn Markwar ds von Mylau, eignet dem DOHause in Plauen 
redditus unius talenti ad altare sancti Michaelis, quod dabitur 
de Luterbach. [vor 1263 März 21]. 

Aus Urk. No. 173 v. 1263 März 21. 

Bemerk. : Eine Originalurkunde ist nicht mehr vorJianden. Da A. von Mylau 
(de Mylin) nur hier vorkommt, ließ sich die Urkunde nicht näher festlegen. 

1 73 . Heinrich [I.J, Vogt vo7i Plauen, bestätigt den Brüdern des Deutschen 
Hauses in Plauen die Güter in Stadt und Pfarrei Plauen, die sie 
teils durch Zueignung, teils durch Kauf bekommen haben, wie ihnen 
dies schon von ihm und seinen Vorfahren in verschiedenen Briefen 
zugesichert ist, nämlich: xii agros a domino Bertliero emptos sitos 
iuxta plateam, que duxit versus Olsniz et iii agros in prato dic- 
torum XII agrorum ^) ; a domino Friderico de Maciiwitz viii agros, 
quatuor cambitos et quatuor emptos, qui siti sunt apud leprosos ^). 
Item ipse Fridericus dedit fratribus v agros pro anima inatris 
sue iuxta eosdem infirmos situatos^). Item unum agruin carabi- 
tum a domino Heiurico Cane pro decima in eodem sita^). Item 
a domino Gudefrido Slichere xxviii agros iuxta viam, que dici[tur] ^) 
Cusiczt {Kauschwitz) emptos ^). Item a nobis cambuerunt pro 
decima xviii agros sitos in campana^). Item a domino Ulrico 
Schiney^) viii agros emptos sitos versus Olsnitz ^). Dedit etiam 
dimidium agrum nobis situm ante silvam eius^). Item nos dedimus 
fratribus ipsis in excambium partem nostram in molendino pro 
allodio eorum in nova civitate^). Item A., filius domini Mar- 
quardi de Mylen, redditus unius talenti ad altare sancti Michaelis, 
quod dabitur de Luterbach 2). 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Dominus Albertus de Machwitz, dominus Ukicus Schiney, 
dominus Fridericus de Machwitz, dominus Abecz de Reynoldes- 
torf. 

Datum anno domini mcclxiii, xii kalendas Aprilis. 

1263 März 21. 

Hdschr. .-Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 86 (A.). 

Ueberschr, : Super empcione [et] a) concambio agrorum confirmacio in 
Plawe. 
Druck : ThürQQu. V, 1, 125. — Reg. . Dobenecker III, 3063 mit weiteren Hin- 
weisen ; — Mittl. AV Plauen 20 (1909), Beil. S. 2. 
Lit.: Mittl. AV Plauen 6 (1887), S. 5; — Sommerlad 8. 127. 



a) ergänzt. b) A.: Schoney verschrieben für Schiney. 



1) Vgl. Urk. No. 112 v. 1250. — 2) Die Urkunde ist nicht erhallen. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 129 

174. Ottokar [II.] bestätigt dem DO. das Patronatsrecht der Kirchen in 
Plauen, Reichenbach und Asch. Prag, 12[6]3 Mai 1. 

Hdschr. : Orig. Tspt. : HSA. Dresden inOrig. No. 3321, s. 1352 Dez. 5 (2. Band). 

Abschr. : HSA. Weimar, Reg. o., S. 571, No. 85. 

Abschr. : Jaeger, Cod. dipl. ord. Theut. II, 79. 
Druck: FDG. IX, 8. 600 ff.; — Emier IV, 1835. — Reg. : Mittl. AV Plauen 

1 (1880), S. 24 (ohne No.) u. 3 (1883), No. CCGLXXXV ; — Gradl I, 

247 ; — ThürOQu. V,l, 126 (S.); — Dobenecker III, 3073 als Fälschung. 
Lit. : FDG. IX, S. 579 ff. ; — Völkel, DOVogtland, S. 130; — ZThürGuA. 1, 

S. 99; — Alberli, DOThür., S. 6; — ders., DOSchleiz, S.8;— Voigt, Gesch. 

d, DO. i. Böhmen S. 11 f. (= Denkschriften d. phil.-hist. Classe d. kais. 

Akad. d. Wissensch. i. Wien, XII. Bd. S. 95 f.); — Tittmann, Heinrich 

d. Erl. I, S. 59 (z. J. 1273). 
Bemerk. : lieber Datum und Echtheit s. Cohn in FDG. a. a. 0. — Das Orig. ist 

nicht im DOZA. in Wien, wie S. annimmt; ein solches hat es nie gegeben. 

Erschwerend fällt hier ganz besonders ins Gewicht, daß diese Urk. weder in A. 

noch in K^ in Abschrift vorhanden ist, und zwar fehlt sowohl das angebliche 

Orig. als auch dieses Transsumpt. — lieber die Reichenbacher Fälschungen 

des Egerer Notars Gregorius Wernher s. Flach S. 209 ff. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Premizl qui 
et Ottacarus dei gracia Boemie rex, dux Austrie et Stirie et marchio 
Moravie ad perpetuam rei memoriam. Et si regle dignitatis circum- 
speeta benignitas universorum saluti dignetur intendere ad illa tamen 
precipue, ex quadam specialis inclinaeione favoris meditari dignatur, 
qiie ministromm dei et religiosomm precipue respiciunt commodum 
et honorem sane religiosomm commendatoris provincialis Thuringie 
et fratrum ordinis sancte Marie lerosolimitane Theutonicorum nobis 
dilectorum supplex peticio nobis oblata continebat, quatenus ipsis et 
eorum ordini donaciones ecclesiarum ac ins patronatus earundem in 
Plawe et Reichenbach, Nuenburgensis, et Ascha, Ratisponnensis diocesis, 
ipsis per nobiles dominos de Plawe regni nostri fideles successivis vicibus 
facta ac eciam possessiones, iura et bona mobilia et inmobilia per ipsos 
provincialem et fratres quomodolibet empta et per dictos dominos de 
Plawe sibi appropriata aut alios^) iuste acquisita approbare, ratificare 
et confirmare de benignitate regia dignaremur. Nos itaque prefati ordinis 
devocionis insignia et alia multiplicia probitatis et virtutum merita, 
quibus hactenus regnum nostrum attenta studuit diligencia venerari, 
clare mentis nostre oculis limpidius intuentes supplicacionibus huius- 
modi ob omnipotentis dei ac gloriose ac intemerate virginis Marie geni- 
tricis eins ac eciam sincere devocionis affectum, quem ad prefatum 
ordinem gerimus inclinati benignius prefatis provinciali et fratribus 
ac ordini eorum ecclesias predictas in Plawe, Reichenbach et Ascha ac 
ius patronatus earum cum capellis in terminis ipsarum situatis, dotis, 
decimis et pertinenciis suis, nee non eorum predia possessiones cum 
pertinenciis suis, terris cultis et incultis, pratis, aquis, rivis, piscariis, 
aquarum decursibus, nemoribus, virgultis, arboribus, arbustis, viis, 
inviis, iuribus, hominibus, censibus, redditibus et obvencionibus eorundem, 
quibuscunque empcionis tytulo, ut premittitur, acquisita et ipsis quo- 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VH. 9 



130 Urknndenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

modolibet appropriacio, prout in litteris desuper confectis plenius con- 
tinetur, quas in omnibus suis punctis, sentenciis, tenoribus et clausulis, 
prout rite processerunt, ac si de verbo ad verbum earum tenores seriatim 
et distincte presentibus inserti consisterent, alia eciam bona mobilia 
et inmobilia, que ipsi fratres et ordo ibidem in presenciarum possident 
vel in futurum prestante domino iuste poterint adipisci, cum omnibus 
iuribus, que eis insunt vel inesse poterunt de procerum et nobilium 
nostrorum ac dictorum dominorum de Plawe expresso consensu et volun- 
tate in subsidium defensionis fidei approbamus, ratificamus et de certa 
nostra sciencia benignitate solita et innate virtutis clemencia graciosius 
confirmamus. Eximentes eosdem fratres ipsorum bona ac homines eorun- 
dem ab omni data et collecta, ab omni subsidio et onere cuiuslibet servi- 
tutis nobis aut fidelibus nostris quibuscumque prestandis sive exhi- 
bendis, motu eciam proprio concedimus dicto ordini et fratribus, ut 
bona mobilia et inmobilia exceptis feudalibus, que professores ipsius, 
si remansissent in seculo racione successionis liereditarie vel quocunque 
alio titulo contigissent petere, recipere et retinere libere valeant nuUo 
privilegio cuique in contrarium suffragante decidentibus [/] eciam 
possessoribus bonorum feodalium ad coUacionem fratrum spectancium 
sine liberis, eadem bona ad fratres ipsos libere devolvantur, cuiuscumque 
contradictione non obstante inhibentes universis et singulis regni nostri 
fidelibus firmiter et districte, ne prefatos ordinem et fratres quisqam ad- 
versus nostre approbacionis, ratificacionis, confirmacionis et concessionis 
indultum impediant seu sinant quempiam impedire, quod, qui fecerit in 
sue temeritatis, vindictam centum libras auri conponat, dimidium camere 
nostre et dimidium prelibato ordini passo iniuriam et offensam presen- 
cium sub nostre maiestatis sigillo impresso testimonio litterarum. Huius 
rei testes sunt: Prepositus Cano Boleslaviensis, Gallus de Lebenberch, 
Stiberius de Rabinsteyn, Chastolamus de Sittavia, Szinzlo de Luchtin- 
burgk, Bavarus camerarius, Zavisa castellanus Olem., Buslislaus 
dapifer, Welisch iudex, Zspicata, Wanita magistri venatorum, Ihares, 
Brozinta castellani de Podwyn, Heinricus et Heinricus fratres de 
Plawe, Steffanus de Mediion, Emmeramus de Boskowicz, Hahalwsch 
subpincerne regis, Gerliardus deZbrasleran., Adlart Bohena et alii quam- 
plures. Datum Präge anno domini m cc lxxiii kalendas Mali, indic- 
tione VI., regni vero nostri anno x. 

a) Vor alios ist per ausgefallen und zu ergänzen. 

175. Günther von Crimmitschau verkauft dem DOHause im Ältenhurg 
den vierten Teil ei/ner Wiese in Mockern für 10 Mark. 

Altenburg, 1263 Juni [2]. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 625 ; Perg. Urk. mit ivenig beschä- 
digtem Siegel am Pressel (0.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 142 (A.). 

Ueberschr. : Littera de quarta unius prati in Mockoren. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. XXI (m. Siegelzeichnung). 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 131 

Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 41^-b (z. J. 1243) (K^). 
Ueberschr. : Littera de quarta parte unius prati in Mackern. 

Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 183, No. 89. 
Druck : Reg. : Dobenecker III, N. 117, 
Bemerk. : Zeit : VI. nonas lunii gibt es nicht. Es muß ein Schreibfehler sein, 

obwohl auch von A. übernommen ; muß ivohl IV. non. lun. = 2. Juni heißen. 

— K^ hat MCCXL. — Abschrift in A. ziemlich flüchtig mit vielen Fehlern. 

— Siegel Günthers V.Crimmitschau, nur wenig beschädigt, vgl. Posse, SWA. 
II, S. 120, Tfl. 56, 12. — Günther v. Cr. ist 1223, 44, 63 Landrichter des 
Pleißener Landes und tritt 1273 (s. No. 255) in den Deutschen Orden ein. 
Auffällig ist, daß hier sein Titel fehlt ; doch liegt keine Fälschung vor. 

G[untherus] miles de Crimatscowe^)^) universis presens scriptum 
intuentibus saluteiii in omnium salvatore^). Notum facimus tarn presen- 
tibus quam posteris'^), quod de voluntate et consensu expresso'^) dilec- 
torum liberorum nostrorum quartam partem prati nostri in Mokeren*") 
siti, prout ad nos pertinebat, commendatori et fratribus domus sancte 
Marie Theutonice^) in Aldenburch pro x marcis^) nobis numeratis et 
persolutis vendinms et tradimus in veram et perpetuam proprietatem 
libere possidendam, renunciantes pro nobis ac nostris heredibus ex- 
cepcioni et actioni*^) non numerate et non solute pecunie, doli et omni 
alii excepeioni et aetioni^), que ultra hoc') factum vel instrumentum 
possunt obici vel opponi''). In cuius rei testimonium hoc scriptum cum 
nostri appensione sigilli ') firmiter fecimus communiri. Datum in Alden- 
burch™) anno domini m. cc. lx. iii.''), vi. nonas lunii. Testes °) sunt: 
Albertus burcraviusP) de Aldenburch™), Volradus'J) de Coldiz, Sifri- 
dus de Indagine, Gerhardus medius de Lapide; frater Ekkehardus 
de Trebezin ^), frater Albertus de Amendorph ^), frater Heidenricus 
dictus de Zvezen*), frater Volveramus ^), frater Hermannus dictus 
Prüzei)5). 



a) A.: Crymaczschowe. b) A.: salutatione. c) A.: futuris. d) A.: 

expresse. e) A.: Mockeren. f) 0.: Theuton. g) A.: XIII marcis. h) A.: 
accioni. i) 0.: hac. k) A.: obponi. 1) A.: n. s. a. m) A.: Alden- 

burg. n) K^: M^.CC.XLo.IIIo. o) A.: testes vero. p) A.: burgravius. 

q) A.: Volradus — Pruze fehlt, dafür et ceteri plures etc. 

1) s. Bemerkung. — 2) s. Urk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. — 3) Albrecht v. Ammen- 
dorf ist auch 1266 (s. Urk. No. 197) und 1276 (s. Urk. No. 276) ohne Amt in Alten- 
burg. 1265 Febr. 13 (s. Urk. No. 182) treffen wir ihn als Landkomtur von Sachsen und 
Thüringen in einer Urk,, die die Bailei Sachsen betrifft ; für Thüringen konnte ich seine 
Tätigkeit nicht nachweisen, nur in der gefälschten Urk. v. 1274 (s. No. 276) urkundet 
er dort. Von 1277 bis vielleicht 1280 verwaltet A. die Komturei Griefstedt und ist 
1281 — 1283 wieder Landkomtur, vielleicht sogar bis 1287, da erst in diesem Jahre ein 
Nachfolger genannt wird. Von 1287 — 1289 ist er Komtur in Zwätzen und schließlich 
1292 — 1296 in gleichem Amte in Zschillen. Vgl. auch ZHV. Reg. Bez. Marienwerder 
44. H., 8. 7 f. — 4) s. Urk. No. 122 v. 1252 März 20. — 5) Nur hier. 

176. Johannes und Friedrich von Püchau, Gebrüder, verzichten auf die 
Kirche in Podelmte zugunsten des DOHauses [in Rolle]. 

1263 Juni 6. 

9* 



132 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr. : Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 626; Perg. Urk., sehr schadhaß, 
neu auf Leinen aufgezogen; Siegel abgefallen, Presselreste erhalten (0.). 

Auf sehr. : Littera super ecclesia in Podelwicz prope Halle . . . 
Abschr. : Ebendas., Orig. No. 360^ zusammen mit Urk. No. 110 v. 12[5]0 
Dez. 24 auf e. Perg. Blatt ohne Siegel. Oben rechts ein Loch eingeschnitten; 
einige Hanffäden zusammengebunden (OA,). 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 9^ (M.). 
Abschr. : Ebendas., No. 9^. 

Druck: Beg.: Dobenecker III, 3078 u. N. 118; ferner: Beg.: GQuPrSachsen 
N. B. 10, 309. 

Bemerk. : Orig. : Schrift verblichen und mit Tannin hervorgeholt, deshalb nur 
sehr schwer lesbar. Ursprünglich 2mal längs und Imal breit gefaltet. Einen 
Falz kennzeichnet die Lochreihe. Auf Leinen aufgezogen. — Zur Auf- 
schrift von 0. : Das Beg. in HSA . Dresden Jiat : Littera super ecclesia 
Podelwicz prope Halle. Der Ort heißt nicht Podelist (AG. Freiburg a. U.), 
wie noch Dobenecker a. a. 0, und nach ihm Bierbach (GQuPrSachsen a. a. 0.) 
wollen, sondern es ist Podelwitz n. Leipzig u. Eutritzsch gemeint. So gehört 
diese Urk., wie No. 110 v. 12[ä]0 Dez. 24 zum DO Hause Halle (vgl. Urk. 
617 V. 1299 Jan. 19), obwohl Posse, PU. S. 43 Zivätzener Duktus annimmt 
(vgl. aber seine Vorbemerkung S. 42, 2), aber dazu wohl wie M. veranlaßt wurde, 
weil die ürkk. bei denen des DOHauses Zwätzen lagen. Irgendeine bestimmte 
Nachricht, daß beide Urkk. nach Zwätzen gehören, gibt es nicht. Auch scheint 
mir die Schrift nicht nach Zwätzen zu gehören, läßt sich aber ebensowenig 
einer Altenburger Hand zuweisen. Vielleicht geJwrt die sehr sorgfältige 
Minuskelschrift dem DOH, Halle an, von dem wir leider nur sehr wenige 
Orig. besitzen. In A. 64 fehlen beide sonderbarerweise. 

Nos lohaimes et Fridericus^) [f]ratres dicti de Bychen universis 
Christi [fidelibus] imperpetuum. Tenore presencium publice p[rote]sta- 
mur^^), quod super causis ac controversiis, que inter l[ratres] de dom[o] 
Theutoiiica^) ex uii[a par]te et inter nos ex altera pro ecclesia in Po- 
delwiz°) vertebantur, amicabilis sit composicio celebrata a[b]negantes 
plane, si, quid in predicta ecclesia iuris habuimus sive haber[e dino]sci- 
mur^) in arei[s], arboribus et arbustis, aquis aquarunique decursibus, 
viis et inviis, grani[i]nibus, pascuis, agris cultis et incultis et simpliciter 
cum oninibus bonis ac libertatibus, que sp[e]ctant ^) ad ecclesiam superius 
memoratam, sane cum prenotata ornnia rite ac rac[io]nabiliter^) s[int 
peracta]'^). Ne super eis imposteru[m'^) ojblivionis'^) incommodum 
calumpniosa [qujestio") et sinistra interpretacio [vjaleant suboriri, 
presentem paginam conscri[pt]am^) appensione nostri sigilli, prepositi 
Novi Operis ac pincerne de Tutenberc^) fecimus roborari. Huius rei 
testes sunt: Dominus Henricus^) de Amendorph^) et Albertus filius eius, 
dominus Ermfridus de Gevenstein, Ulricus de Chernicz, Otto de Dizcowe, 
milites, AVernherus Coppacz et alii quam plures. Acta sunt hec anno 

domini m. cc. lxiii., viii. idus lunii. 



Anmerk. : Die [ ] eingeklammerten Teile sind in 0. fast nicht zu lesen, da die 
Tinte fort ist und nur noch die Eindrücke vorhanden sind. 

a) 0.: Ffridericus. ab) 0.: Loch im Bruch. b) OA.: Theutunlca. 

c) OA.: Podelwicz. d) 0.: Durch Bruch verwischt. e) OA.: imposterim. 

f) 0.: Gutenberc; OA.: Gutenberok. g) OA.: Heinricus. h) OA.: Amendorfh. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 133 

177. Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen und des Osterlamdes, 
bestätigt dem DOEause in Altenhurg die ihnefn früher von Kaisern 
und Königen gegebenen Rechte, besonders die Gerichtsbarkeit. 1263. 

Hdschr.: angebliches Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 031; Perg. Urk. mit an 
Seidenfäden hängendem beschädigten Siegel (0.). 
Hebers. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 10^ (K^). 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. X, S. 83, No. 42. 

Druck : Reg. : Dobenecker III, 3128 mit weiteren Hinweisen ; — dazu Mittl. 
d. Osterlandes II, S. 373. 

Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 236 u. 240; — Sommerlad S. 104. 

Bemerk. : Siegel : nur halb erhalten ; vgl. Posse, SW. S. 13, Tfl. III, 6. — Echt- 
heit : Die Urkunde ist abgekratzt, die Schriftzüge fallen aus denen der mark- 
gräflichen und der Ordenskanzlei gänzlich heraus. Die Abkürzungen sind nur 
aus späterer Zeit belegt. Die Zeugen sind in den sonstigen Urkk. H.s nicht zu 
belegen mit Ausnahme der Urk. v. 1263 Jan. 21 (Dobenecker III, 3052), wo 
Johann, Burggraf v. Dewin als Zeuge auftritt. Nur die mir gleichfalls zweifel- 
hafte Urk. V. 1271 Dez. 19 (No. 232) hat die gleichen Zeugen, — K^ weicht in 
der Uebersetzung vom Orig. ab und hat teihveise andere Zeugen. Schließlich 
fehlt auch jede ältere kurze Aufschrift, so daß die Urkunde ohne Zweifel eine 
Fälschung ist. Posse, PU. S. 38 u. 50 schreibt sie einer Altenburger Hand 8 
zu als einzige Urkunde, die verwandt sein soll mit der Reichenbacher Hand A 2 
(eberulas, S. 41). Dies sind aber größtenteils Fälschungen, dazu ebendas. 
8. 50 (Empfängerhand). Eine Verwandtschaft mit den Reichenbacher 
Fälschungen besteht. 

Nos Heynricus dei gracia Mysnensis et Orientalis marchio, Thuringie 
lantgravius et Saxoiiie comes omnibiis Christi fidelibus imperpetuum. 
Cum dominium terre Plisnensis, in qua gracia divina religiosos fratres 
hospitalis sancte Marie lerusalemitane Theutonicorum ad nostram et 
nostrorum salutem habitare concessit, ad nos noscitur devolutum tran- 
quillitati et commodo ipsorum ob celebris vite sue insignia et virtuosa 
merita, quibus enitere noscuntur intendere et eorum dispendiis ubilibet 
precavere volentes omnes libertates et gracias ipsis a divis Romanorum 
imperatoribus sive regibus in genere aut in specie de et super bonis et 
iuribus suis, quomodolibet concessat, prout eorum continent privilegia, 
que hie de verbo ad verbum pro sufficienter expressis haberi volumus, 
quibus eciam et nos et nostros heredes et successores submittimus, ratas 
habentes eas non solum a nobis verum eciam ab heredibus et successori- 
bus nostris perpetuis temporibus inviolabiliter volumus observari. Et 
ut ipsi ordini ac domui sue in Aldenburgk in bonis suis ubilibet in terri- 
torio nostro consistentibus nichil iuris desit, quominus ea in mera Über- 
täte possidere et disponere valeant, nos ob divinum amorem maturo 
consilio precedente eam graciam fecimus specialem, ut nee nos nee al[i]- 
qui nostri iudices vel officiales ammodo in bonis et hominibus eorum 
aliquid habeamus iudicare, sed omne iudicium, quod nobis aut heredi- 
bus aut successoribus nostris in bonis et hominibus eorum conpetere 
posset, ipsis fratribus Theutonicis dedimus ac presentibus damus possi- 
dendum imperpetuum. Quare omnibus et singulis iudicibus et officiali- 
bus nostris studiose committimus et mandamus, quatenus ipsos fratres 
Theutonicos, quos speciali protectione nostra gaudere volumus, in 



134 Urkimdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

iudiciis huiusmodi ac eciam iuribus et bonis suis et hominibus eorum ac 
libertatibus sibi a divis Romanorum imperatoribus sive regibus aut 
aliis legittime concessis, prout eorum continent privilegia manutenentes 
et efficaciter defendentes, non inferatis eisdem aliquam molestiam sive 
iacturam. Nee eis ab aliquibus aliis inferri dispendia permittatis pro 
certo tenentes, quod, si quis dictos fratres contra seriem suorum privi- 
legiorum gravare presumpserit, penam in suis privilegiis expressam se 
noverit incidisse. Ut autem premissa omnia robur obtineant perpetue 
firmitatis, fratribus^) ordinis predicti presentem litteram dedimus sigilli 
nostri munimine roboratam. Anno domini millesimo ducentesimo sexa- 
gesimo tercio presentibus nobili viro Johanne burggravio de Wytin^), 
Heynrico de Waldaw, Heynrico Camerario de Enernsteyn'^), Gunthero 
de Slathemm, Ottone de Kokeritz '^), domino Conrado Ventre cappellano 
nostro. 

a) 0.: ffratribus. b) K^: Veytin, Alberecht von Leisenick. c) 0.: 

-er- ist fraglich. Der Name ist sehr flüchtig geschrieben und soll wohl Gnanstein 
heißen. — K^: Gnansteyn, Thymo v. Kolditz. d) K^ : Kotawitz. 

1 78 . Papst TJrban [IV.] befiehlt dem Regenshurger Bischof auf Ersuchen 
des Komturs und der Brüder des Deutschen Hauses in Eger die 
Zins- und Zehntpflichtigen des Hauses zu veranlassen, daß sie alle 
ihre Einkünfte und Güter angehen und nicht weiter etwas verheim- 
lichen, und sie hei fernerer Weigerung zu exkommunizieren. 

Orvieto, 1264 Jan. 21. 

Hdschr.: Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 114^. 

Ueberschr. : [später nachgetragen] Littera, quod commendator ibidem 
habet excommunicare sibi negligentes dare decimas. 

Urbanus^) episcopus servus servorum dei venerabili fratri episcopo 
Ratisponensi 2) salutem et apostolicam benedictionem. Dilecti filii 
commendator^) et fratres hospitalis sanete Marie Theutonici in Egra 
tue dyocesis nobis significare curarunt, quod nonnuUi iniquitatis filii, 
quos prorsus Ignorant diversos redditus, decimas, census. ortus et quedam 
alia bona ad hospitale ipsum spectancia temerc occultare et occulte 
detinere presumunt in animaram suarum periculum et dicti hospitalis 
non modicam lesionem, quare iidem commendator et fratres nobis hu- 
militer supplicarunt, ut providere super hec ipsi hospitali patema soli- 
citudine curaremus, quocirca fraternitati tue per apostolica scripta 
mandamus, quatenus omnes huiusmodi occultos detentores reddituum 
et aliorum predictorum bonorum publice in ecclesiis coram populo per 
te vel per alium moneas, ut infra conpetentem terminum a te prefigen- 
dum eisdem ea dictis commendatori et fratribus a se debita manifestent 
et plenam et debitam de hiis satisfactionem inpendant, alioquin in eos 
si potest alium terminum perempcionis competentem, quem eis adhoc 
duxeris prefingendum, monitis tuis parere contempserint, generalem 
excommunicacionis sentenciam proferas et eam facias, ubi et quando 
expedire videris usque ad satisfactionem condignam solempuitcr publi- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 135 

cari. Datum aput urbem veterem xii kalendas Februarii, pontificatus 
nostri anno tercio. 



1) Urba7i IV., Papst 1261 Aug. 29 bis 1264 Okt. 2. — 2) Leo Thundorfer, B. v. 
Regensburg 1262—1277. — 3) Von 1261 Mai 30 (Werner) bis 1265 April 20 (Hermann) 
ist der Name des Komturs nicht namentlich überliefert. 

179. Reinbot von Straßberg überläßt Kunigunde utid EmicJie, Kloster- 
schvesfem zu Cronschivüz, eine jährliche Rente zu Tirpersdorf 
und Kloschwitz, die diese der Kapelle 8. Johannis des Evangelisten 
zu Plauen zueignen, da sie dort begraben sein wollen. 1264 Juli 1. 

Hdschr. : Äbschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 88^ (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio XI solidorum et XIII modiorum in Tirpen- 
dorff et unius avene in Closwicz. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875) S. XXV f., No. XXVII (unvollständig) (P.). 
— Reg.: Dobenecker III, 3192 mit weiteren Hinweisen. 

Nos Reynboto de Strasberg presenti littera publice reeognoscimus, 
quod Kunegundi et Emiche sororibus de Cronsmcz^) vendidimus pro 
iiii°'" marcis argenti annue pensionis ix solidos denariorum et avene 
XIII modios, quorum xii in Tirpenstorf et unus in Closwicz dantur, que 
pensio Marpalt^) wlgariter nuncupatur. Porroque prefate femine dicta 
bona in remedium anime sue conferre decreverunt capelle sancti lo- 
hannis ewangeliste parrochie in Piauwe, ubi humandis eorum corporibus 
diem novissimum desiderant expectare. Nos ob tarn piam animam 
licet memoratos redditus potuerimus carnis vendidisse, eisdem condescen- 
dimus similiter in nostrorum solacium peccatorum. Testes huius con- 
tractus sunt: Frater H[ei]nr[icus] '') ^) prior, Alb[ertus]'') etFri[dericus]^), 
fratres de Machwicz, milites. Anno domini m". cc". lxiiii", kalendis lulii, 

a) A.: Clonswicz. b) P. liest marzell. c) [ ] ergänzt. 



1) s. d. folg. ürk. 

180. Heinrich [L], Vogt von Plauen, eignet den Brüdern des Deutschen 
Hauses die Pfarrei mit dem Patronatsrecht zu Reichenbach. 

1264 Sept. 1. 

Hdschr. : Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 150 (A.). 
Ueberschr. : Collacio ecclesie et iuspatronatus in Richinbach. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 116 (S.) (zu 1260 Aug. 29) ; — Mittl. AV Plauen 4 
(1884), 15 (1264 Sept. 1). — Reg. : Dobenecker III, 2832 (zu 1260 Aug. 29). 

Lit. : Völkel S. 130 u. 145 (1264) ; — Vogel, Plauen, S. 36 ; — Mittl. 
AV Plauen 19 (1908(09), S. 120(132 (die Untersuchung verwendet auch die 
gefälschten Urkk. und ist deswegen in den Schlußfolgerungen verfehlt) ; — 
25. Jber. u. Mittl. f. Greizer Gesch. (1918), S. 51 ; — Collmann, Reuß. Gesch., 
S. 36 (allgemein über die Schenkungen Heinrichs I. für den DO.) ; — Flach 
S. 33 u. 216; — Sommerlad S. 16, 24 u. 143 f- 

Bemerk.: Datum: Aus der Schreibweise geht hervor, daß das Datum 1264 
Sept. 1 aufgelöst werden muß; Flach S. 216 u. 230 hält an 1260 Aug. 29 fest. 
Ich kann seinen Ausführungen nicht zustimmen. Auch die Zeugen deuten auf 
1264. — Da dasOrig. nicht mehr erhalten ist, aber als Vorlage zu Urk. No. 183 



136 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

V. 1265 Febr. 28 gedient hat, so ist anzunehmen, daß es der Fälscher Notar 
Gregorius Wernher von Eger nach dem Gebrauch vernichtet hat, da es seiner 
Fälschung widersprach. Möglich ist auch, daß Wernher die Urkunde, nach- 
dem er seine Fälschung auf den Bücken von Orig. 822 (s. Urkk. No. 183 v. 1265 
Febr. 28 u. No. 257 v, 1274 Jan. 7) vorgeschrieben hatte, absclmbte und mit 
der Fälschung (No. 183) neu beschrieb. — Zum Diktat vgl. Flach, S. 34, 
Anm. 218 u. S. 37. 

In nomine domini amen. Que aguntur in tempore, a memoriali 
cellula faciliter elabescunt, si litterarum serie non fuerint annotata. 
Quapropter nos Henricus de Plawe advocatus presenti littera recognosci- 
mus et universis cupimus esse notum, quod pensata fragilitate humani- 
tatis ob reverenciam dei genitricis sancte et virginis Marie domus Theu- 
tonice lerosolimitane *) contulimus parrochiam et ins patronatus eins in 
Richinbach cum possessionibus et iuribus ad eum pertinentibus, prout 
ad nos legittime pertinebat, nichil iuris in ea nobis in posterum vindi- 
cantes''). Testes huius rei sunt: Frater Henricus^) prior in Plawe, f rater 
Theoderieus de Rustiberg^); Heydericus de Studischen, Henricus de 
Utinhove et Reinboto Rumph, milites. Ne autem super hoc facto nostro 
dubium valeat exoriri aut questio'^) nocitura, sigilli nostri munimine 
decrevimus stabilire. Datum anno domini*^) m" cc" lx im", kalendis^) 
Septembris. 

a) S. : fratribus, das jedenfalls aber vor domus ausgefallen ist. b) A. : ven- 

dicantes. c) S. : que. d) S. : a. d. fehlt. e) A.: kalend. 

1) Heinrich v. Mylau, Prior u. Komtur in Plauen 1264 — 1276. — 2) Dietrich 
v. Rusteberg, DOBruder in Plauen 1264 — 1278. 

181. Anno, Meister des DO., befiehlt dem Prior oder Komtur des DO- 
Hauses Plauen, die Bestimmungen über die von Heinrich [I.J, 
Vogt von Plauen, gemachte Schenkung einzuhalten. 

Altenburg, 1265 Jan. 21. 

Hdschr.: Abschr. : ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 91b (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio super missa dicenda de beata virgine. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 131; — Mittl. AV Plauen 4 (1884), 16. — Reg.: 
Dobenecker III, 3249. 

Lit. : Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 154—157; — Festschr. z. 800 jähr. Jubel- 
feier d. St. Johanniskirche in Plauen S. 9 f. ; — Sommerlad S. 202. 

In nomine domini amen. Nos frater Anno ^) domus sancte Marie 
Theutonice lerosolimitane magister recognoscimus tenorc presencium 
et universis, ad quos hoc scriptum pervenerit, cupimus esse notum, quod, 
cum honorabilis dominus Henricus advocatus de Plawe noster amicus 
capellam intra monasterium eiusdem opidi cum quatuor marcis annuo- 
rum reddituum dotaverit ^) per hunc videlicet modum laudabilc et 
salubrem, quod ad'') altare capclle predicte de nostrorum fratrum pro- 
visione in perpetuum singulis diebus de beata Maria virgine missarum 
sollempnia celebrentur et feriis sextis omnibus ac singulis cum pro- 
cessione atque de cantacione ,, salve regina" soUempniter et reverenter 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 137 

ad altare memorate capelle procedatur, volumus et affectu plenissimo 
deprecamur, quatenus prior vel comniendator ^), quicumque in dicta 
domo nostra pro tempore fuerunt, nichil omnino pretcrmittant de hiis, 
que dictus dominus H[enricus] circa premisse capelle ornatum fieri iuste 
et racionabiliter providit ac eciam ordinavit, proiit in suis litteris super 
huiusmodi confectis*) plenius continetur. In cuius rei testimonio presens 
instrumentum sigilli nostri munimine duximus roborandum. Datum 
Aldenburg amio domini m" cc° lxv", xii kalendas Februarii. 

a) A, : ad ad. 



1) 5. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 2) Die Schenkungsurkunde ist nicht be- 
kannt. — 3) Heinrich von Mylau, s. d. vorige Urk. — 4) Die Urk. ist nicht erhalten. 

182. Frater Albertus de Amendorf ^) Saxonie et Thuringie commendator 
eignet dem Ritter Kunemann von lerxheim für 6 an den DO. abge- 
tretene Hufen in L/uklum andere Liegenschaften daselbst, von denen 
nach dem Ableben des Ritters, seiner Frau und seiner Schwieger- 
mutter 4 Hufen zusammen mit jenen 6, die Kunemann wieder zu 
Lehen erhalten hatte, an den DO. zurückfallen sollen. 

Es siegeln der Landkomtur und der Komtur von Luklmn. 

Zeugen: Venerabilis dominus Volradus Halberstadensis epis- 
copus, nobilis comes Cunradus de Wernningerode, Gunzelinus et 
Burchardus milites et fratres dicti de Berwinkele, frater Boteken 
commendator in Luckenem, frater lordanus plebanus ibidem, frater 
Johannes plebanus de Langele, Johannes, lordanus, presbyteri, 
Wlfardus, Lodewicus, Meynardus, Erpo, Arnoldus, Henricus, 
fratres de Langele et de Luckenem. 

Datum anno domini millesimo ducentesimo sexagesimo v, idus 
Februarii, indictione octava, concurrente tercio. 1265 Febr. 13. 

Hdschr. : Orig. : LHA. Wolfenbüttel, Kommende Lucklum, No. 8; Perg. Urk., 
wasserfleckig, mit 2 Siegeln an grün-weiß -roten Seidenfäden. 

Druck : Reg. : Carl Bege, Geschichten einiger der berühmtesten Burgen und Fa- 
milien des Herzogthums Braunschweig (1844), S. 121 f. (m. Dat. 1260 ohne 
Monat und Tag). 

Bemerk. : Datum : Indiktion und Konkurrente ergeben das Jahr 1265, so daß 
1265 Febr. 13 und nicht 1260 Febr. 9 (so im HSA. Wolfenbüttel) aufzulösen 
ist. — Siegel: 1) des Landkomturs, gut erhalten; Beschreibung s. OQuPr Sachsen 
N. R. 5, S. 1017, No. 95; 2) des Komturs von Lucklum, nur ein kleiner 
loser Rest, der an den Seidenfäden festgebunden ist. 



1) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. 

183. Heinrich [L] d. Ae., Vogt von Plauen, überträgt dem DO. die Pfarr- 
kirche zu Reichenbach mit dem Patronatsr echte, den Filialen, Zinsen 
und allen Rechten. 1265 Febr. 28. 

Hdschr.: angebliches Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 647 ; Perg. Urk. mit 
(fehlendem) Siegel an festem Presset (0.). 

Auf sehr, : Super censum in Richenbacha). 



138 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Abschr. (erster Versuch?): Ebendas., Orig. No. 822 (0^); die ürk. befindet 

sich auf dem Rücken von Urk. No. 257 v. 1274 Jan. 7. 
Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 7750 von 1461. 

Druck: Reg.: Dobenecker III, 3256 mit weiteren Hinweisen; — dazu Posse, 
PU. S. 112, Anm. 2. 

Lit. : Alberti, Schleiz, S. 8 ; — ders., DOSchleiz, S. 16 (Heinrich Reuß v. Plauen, 
Prior u. Komt. d. DOH. Plauen) ; — Breßlau, Handbuch der Urkunden- 
lehre II, 1, 8. 118. 

Bemerk. : Ueber die Reichenbacher Fälschungen des Notars Gregorius Wernher 
in Eger handelt eingehend Flach S. 209 — 222. 0^ sieht Flach als ersten Ver- 
Versuch des Notars an, die Schrift der Urkunden nachzuahmen. — Posse, 
PU. S. 41 setzt sie mit den anderen Urkunden als Reichenbacher Hand 
AI an; Posses Ausführungen, S. 84, Anm. 4, S. 41, S. 85, Anm. 2, 8. 92, 
Anm. 3 u. 8, 112, Anm. 2, sind demnach hinfällig. Posse, PU. gibt die Fotos 
von 0. u. Ol auf Tfl. XX u. XXI. 

In nomine doraini amen. Que aguntur in tempore, a memoriali 
cellula faciliter elabescunt, si litteranim serie non fuerint annotata. 
Quapropter nos Henricus senior de Plawe advocatus presenti littera 
recognoscimus et univcrsis cupimus esse notum, quod pensata fragilitate 
humanitatis ob reverenciam dei genitricis sancte et virginis Marie fratribus 
domus Theutunice lerosolimitane contulimus parrochiam et ius patronatus 
eins in Richenbach cum suis filialibus ecclesiis videlieet Myla, Walt- 
kirchin, Plona, Rotenbach et Ernphornzgrun ac decimis ipsarum et 
Omnibus iuribus ad eandem ecclesiam parrochialem in Richenbach et 
ad filias predictas pertinentibus, prout ad nos legittime pertinebat, 
nichil iuris in ea nobis in posterum vindicantes. Testes huius rei sunt: 
Frater Henricus prior in Plawe^), frater Theodericus de Rustiberg^); 
Heydenricus de Studinschin, Henricus de Utinhove et Reinboto Rumpf, 
milites. Ne autem super hoc facto nostro dubium valeat exoriri aut questio 
nocitura, sigilli nostri munimine decrevimus stabilire. Datum anno 
domini millesimo ducentesimo sexagesimo quinto pridie kalendas Marcii. 

a) in Richenbach ist überschrieben. 
1) s. Urk. No. 180 v. 1264 8ept. 1. 

184. Bruder Heinrich, Prior des Deutschen Hauses in Plauen, bekundet 
die Beilegung eines Streites zwischen dem Deutschen Hause in Eger 
und dem Kloster Waldsassen über die Kirche in Schönbach, den 
Zehnten im Wallhof, die Leute in Hörsin und die Grenzen der Pfarrei 
Schönbach. Eger, 1265 Apr. 20. 

Hdschr. : Orig.: HSA. München, Kloster Waldsassen, Fase. 11; Perg. Urk. 
mit 4 (abgefallenen) Siegeln an (meist fehlenden) Pressein. 

Abschr,: Ebendas., Acta Waldsass.. 647. 

Abschr. : Ebendas., Kopialb. d. Kl. Waldsassen I, Bl. 34^ u. II, Bl. 362. 
Druck: Gradl I, 250. — Reg. : Dobenecker III, 3271 mit weiteren Hinweisen; 

ferner: Heidingsfelder, Reg. d. B. v. Eichsledt 830. 
Lit. : Gradl, Egerland, S. 96 f. ; — H. Muggenthaler, Kolon, u. wirtschaß. 

Tätigkeit e. dt. Zisterzienserklosters, S. 70 u. 91; — Sommerlad S. 158. 
Bemerk. : Siegel : Nur das ziemlich gut erhaltene S. des Komt. v. Plauen liegt 

lose daneben; s. Festschr. St. Johanniskirche Plauen S. 9. — Vgl. die beiden 

folgenden Urkunden. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 139 

Universis Christi fidelibus presentem paginam inspecturis frater 
Henricus^) prior in Plawe de ordinc domus Theiithonicorum oracionum 
suaruni suffragiuni salutare. Cum nostri confratres in Egra rectorem 
ecclesie in Schonenbach co, quod ipsos in terminis parrochie eorundem 
in Vrowcnreut videretur quodammodo impedire, citacionc preambula 
coram domino episcopo Eystetensi^) fuerint allocuti et abbas venera- 
bilis et conventus in Waltsassen eo, quod causa supradicta ipsos, qui 
in dicta ecclesia in Schonenbach ins patronatus habent et decimas ibidem 
maiores nomine monasterii sui recipiunt, contingere dinosceretur, terminos 
parrochie sue in Schonenbach memorate et decimas, quas ibidem perci- 
piunt, fiducialiter defendentes, una cum confratribus nostris in Egra 
superius recitatis sine effectu in Eistete comparuerint sepius coram 
episcopo memorato. Ne verum et iterum et multociens hoc in posterum 
paterentur, dictus abbas et conventus in Waltsassen causam superius 
recitatam coram viro venerabili domino Annone ^) magistro nostri ordinis 
generali fideliter proposuerunt, qui ipsorum laboribus et expensis benivole 
condescendens annuit et consensit, ut causa sepius propalata inter con- 
fratres nostros in Egra et conventum de Waltsassen prout viri probabiles 
decernerent et discreti, amicabiliter sopiretur. Verum quia vir venera- 
bilis memoratus, videlicet magister nostri ordinis generalis''), huic com- 
posicioni non potuit personaliter interesse, nobis, qui tunc eramus in 
ipsius presencia constituti, in causa memorata commisit oretenus vices 
suas, ut caucionem ratihabicionis, si opus esset, seu iudicari solvendi 
loco ipsius in causa dicta sepius exhiberemus. Quapropter universitati 
vestre volumus esse notum, quod utrisque partibus congregatis coram 
viris veredicis et honestis de causa eadem tandem fuit taliter sentencia- 
tum, quod abbas de Waltsassen ius parrochie sue in Schonenbach et 
decimas ciu^ie sue in Walde secundum, quod dominus Leo *) Ratispo- 
nensis episcopus diffiniret, deberet cum duobus sacerdotibus optinere. 
Unde, quia sub domino Hermanno^) confratre nostro, commendatore 
et parrochiano in Egra et sub testimonio confratrum suorum ibidem 
secum morancium et in presencia quorundam ministerialium et civium 
in Egra coram minoribus fratribus eciam ibidem degentibus abbas 
venerabilis Johannes nomine et frater Wolframus magister operis et 
magister conversorum nichilominus nomine Gisilbertus, predicti mo- 
nasterii Waltsassensis monachi et professi, prout fuerat ab episcopo 
diffinitum, efficaciter iuraverunt sub stola, ipsis tenore presencium 
testimonium perhibemus, quod terminos ecclesie sue in Schonenbach 
integraliter optinuerint, ita, quod subsides eorum in Heresingen et curia 
eorum in Walde sint in terminis ipsorum parrochie memorate et decimas 
suas ibidem libere percipere debeant sine infestacione aliqua, sicut ante 
centum annos facere consueverunt, uti sigillo nostro et parrochiani de 
Egra poterunt demonstrare. Acta sunt hec apud Egram anno gracie 

o o 

M, cc. Lxv, XII. kalendas Mali coram testibus : Domino abbate de Ozzek 
Chunrado et fratre Friderico dicto de Ratsan et fratre Chünrado ele- 
mosinario de ordine minorum et Ruperte de Liebenstein iudice pro- 



140 TJrkundenbuch der DeutschordensbaUei Thüringen. 

vinciali in Egra, Chnuzil de Hohenberch, Bertholdo et Walthero de 
Curia, Henrico de Ratispona et fratre suo Wolvelino et aliis quam 
pluribus^). 

a) 0. : veneralis. b) 0.: aliorum quam plurium. 



1) s. ürlc. No. 180 V. 1264 Sept. 1. — 2) Hildebrand v. Mern, B. v. Eichstätt 1261 
bis 1279. — 3) s. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 4) s. ürk. No. 178 v. 1264 
Jan. 21. — 5) bis 1283 als Komtur und Pfarrer in Eger nachweisbar. 

185. Bruder Anno, Rochmeister d. DO., hestätigt die SchlicJitung des 
Streites zivischen dem DOHaus Eger und dem Kloster Waldsassen. 

Eger, 1265 [zw. Apr. 20 u. Mai 12]. 

Hdschr. : Orig. : H8A. München, Kloster Waldsassen, Fase. 11 ; Perg. ürk. 
m. Resten d. Hochmeistersiegels am Presset (Bild noch ziemlich erhalten). 

Abschr.: Ebendas. Kop. d. Klosters Waldsassen I, Bl. 35^ — 36^. 

Abschr. : Ebendas., Kloster Waldsassen, Kop. No. 100, Bl. 1. 

Abschr. : Ebendas., Kloster Waldsassen, Kop. No. 97, Bl. 297 (z. J. 1215). 
Druck: Reg.: Oradl 1, 251; — ThürQQu. V, 1, 133 ; — Dobenecker III, 3360, 

vgl. 3271. 
Lit. : Gradl, Egerland, S. 97. 
Bemerk. : Das Datum geht aus No. 184 v. 1265 Apr. 20 u. No. 186 v. 1265 

Mai 12 hervor. — Siegel: de Wal, Recherches I, TU., II. 

Universis Christi fidelibus, ad quos pervenerit presens scriptum, 
frater Amio ^) niagister venerabilis ordinis fratrum domus Theuthoni- 
corum salutem in omnium salvatore. Cum abbas venerabilis Waltsassensis 
terminos parrochie sue in Schonenbach, pro quibus terminis confratres 
nostri in Egra rectorem parrochie memorate in Schonenbach eo, quod 
ipsos in terminis supradictis videretur quodammodo inpedire, coram 
domino Eistetensi episcopo reverendo ^) citat ione preambula fuerant 
allocuti in presencia ministerialium et civium in Egra presentibus con- 
fratribus nostris, fratre Hemico^) videlicet priore de Plawse, cui perso- 
naliter in hac parte commisimus vices nostras, quatenus loco nostri in dicta 
causa caueionem ratihabicionis seu iudicari solvendi in iudicio exliiberet, 
et fratre Hermanno ^) nichilominus commcndatore et parrochiano in 
Egra sub stola cum duobus sacerdotibus sui monasterii monachis et 
professis, prout iudicium ibidem data sentencia diffinivit et Ordinarius 
eorundcm specialiter confirmavit, optinuerit iuramonto i})sis tenore 
presencium efficax testimonium perhibemus, quod curia eorum in Walde 
et subsides eorundem in Heresingen ad parrochiam eorum in Schonen- 
bach debeant libere pertinere, ita ut nullus commendator vel parro- 
chianus in Egra fratres monasterii Waltsassciisis cum in decimis curie 
sue in "Walde, tum in terminis supradictis debeant in perpetuum infestare, 
prout tenore presencium sigilli nostri munimine roborato poterunt 
evidencius demonstrare. Acta sunt hec apud Egram anno gracie 

M. CC. LXV. 

1) 8. die vorhergehende Urk. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 141 

186. Leo, Bischof von Regensburg, genehmigt die Abmachungen bezüglich 
der Grenzen der Pfarrei Schönbach zwischen dem DOEaus Eger 
und dem Kloster Waldsassen. Regensburg, 1265 Mai 12. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Münclien, Kloster Waldsassen, Fase. 11; Perg. Urk. 
Vi. Siegelrest am Presset. 

Auf sehr. : Leo episcopus Ratisponensis super unam diffinitivam oceasio- 
nem ecclesiasticam in Schonbach. 
Abschr.: Ebendas., Acta Walds., 8. 365 f., No. 946. 
Absehr. : Ebendas., Kop. d. Kl. Waldsassen I, S. 297 (B.). 
Abschr. : Fürstl. HausA. Schleiz. Sammlungen von Urk. Kop. u. Auszügen 
V. Chi. Frh. v. Reitzenstein (Rz.). 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (18S0), No. VII (mit Datum 1215 Mai 12, be- 
richtigt im Vorwort (S. 3) nach Reitzenstein (Abschrift nach B. mit vielen 
Fehlern). — Reg.: ThürGQu. V, 1, 133, Anm. 1; — Dobenecker III, 3276; 
— ferner Reg. : Emier III, 1812 ; — Gradl I, 252 ; — Reg. boica III, 182 
(z. J. 1262 Mai 12). 

Lit. : Gradl, Egerland, S. 97 ; — Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 92. 

Bemerk. : Vgl. die beiden vorhergehenden Urkunden. 

Leo^) dei gracia episcopus Ratisponensis universis Christi fidelibus 
intuentibus presens scriptum salutem eternam et verani in domino 
caritatem. Cum nos litteras commendatoris et fratrum donms Theuthoni- 
corum in Egra receperimus continentes, quod de ratihabicione fratris 
Annonis^) magistri generalis ordinis eorundem nee non et de consilio 
et consensu fratris Henrici^) prioris de Plawe, cui fratre Henrico pre- 
dictus frater Anno in causa, que vertebatur inter fratres de Egra ex una 
parte et fratres cenobii Waltsassensis ex altera, comraiserat vices suas 
taliter, ut in dicta causa idem prior de Plawe caucionem ratihabicionis 
seu iudicati solvendi loco ipsius in iudicio exhiberet, dilectus nobis in 
Christo filius abbas videlicet cenobii memorati prout iudicium data 
sentencia diffinivit sub stola cum duobus sacerdotibus sui monasterii 
monachis et professis coram viris probabilibus et honestis in fratrum 
eciam presencia predictorum obtinuerit iuramento terminos parrochie 
in Schonenbach eo, quod ius patronatus ecclesie memorate ad suum 
pertinere cenobium specialiter (linoscitur. Pro quibus nichilominus ter- 
minis sepedicti fratres domus Theuthonicorum in Egra rectorem ecclesie 
in Schonenbach sepedicte coram domino venerabili episcopo Eistetensi^), 
qui eorundem in dicta causa conservator fuerat a sede apostolica dele- 
gatus, citacione preambula fuerant allocuti. Nos quoque rogaverint 
iidem fratres in Egra in litteris nobis missis efficaciter et instanter, qua- 
tenus ipsorum oracionum intuitu dignaremur processum huiusmodi pariter 
et optentum abbati et fratribus monasterii Waldsassensis tociens ne- 
cessario recitari de nostra gracia confirmare, ipsorum tandem peticioni- 
bus inclinati universitati vestre volumus esse notum, quod conventui 
de Waltsassen terminos per abbatem suum sub stola cum duobus sacer- 
dotibus sicut accepimus, optentos auctoritate nostra perpetuo confirma- 
mus ita finaliter et perfecte, ut subsides eorumdem in Heresingen et 
curia eorum in Walde ad terminos parrochie sue in Schonenbach libere 
pertineant et decimas ibidem percipiant sie actenus consueverunt. Ut 



142 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

igitur confirmacio huiusmodi in robore debito perseveret, presentem 
cartulam sigilli nostri munimine decrevimus roborare. Datum apud 

Ratisponam anno gracie m. cc. lxv, quarto idus Mail. 

1) s. Urk. No. 178 v. 1264 Jan. 21. — 2) s. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 
3) s. Urk. No. ISO v. 1264 Sept. 1. — 4) s. Urk. No. 184 v. 1265 Apr. 20. 

187. Ruprecht, Erebischof von Magdeburg, gewährt dem DOHause [bei 
EalleJ ei/nen Ablaßbrief für die Kunigundenkapelle. 

Giebichenstein, 1265 Juli 6. 

Hdschr.: Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 40^. 
üeberschr. : vgl. No. 282 v. 1277 Apr. 7. 

Druck: QQuPr Sachsen N. R. 10, 317 ; — Ludewig V, S, 128 f., Dipl. CIV. — 
Reg. : Mülverstedt II, 1638 ; — Dreyhaupt I, S. 829, No. 17. 

Bemerk. : Datum : Eubel, Hierarchia cathol. I, S. 320 f. setzt die Wahl von 
Ruprecht v. Mansfeld um Mai 1260 an. Da hier noch das fünfte Pontifikats- 
jahr angegeben ist, müßte Rujyrecht danach seine Regierungsjahre erst von 
der Konsekration ab zählen, die demnach erst frühestens nach Mitte Juli 1260 
erfolgt wäre. — Wolf, DOHalle, S. 10 u. 29 spricht fälschlich von einer 
St. Elisabeth-Kapelle. Eine solche Kapelle hat es nicht gegeben. Die ein- 
malige Erwähnung solcher Kapelle in No. 282 v. 1277 Apr. 7 muß auf 
einem Irrtum beruhen. Die Bemerkung von v. Mülverstedt in Magdeb. Gbll. 2 
(1867), S. 466, beruht nur auf Annahme. 

Ropertus dei gracia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepiscopus 
universis Christi fidelibus, ad quos he littere pervenerint, salutem in 
omnium salvatore. Quoniam, ut ait apostolus, omnes stabimus ante 
tribunal Christi, recepturi, prout in corpore gessimus, sive bonum fuerit 
sive malum ^), oportet diem messionis extreme pietatis operibus prevenire 
ac eternorum intuitu seminare in terris, quod cum fructu multiplicato 
recolligere valeamus in celis, firmam spem fiduciamque tenemus, quo- 
niam, qui parce seminat, parce et metet, et qui seminat in benedictioni- 
bus, de benedictionibus metet vitam eternam^). Cupientes itaque ad 
caritatis opera mentes fidelium excitare, devocionem vestram rogamus, 
monemus et in domino exhortamur in vestrorum remissionem pecca- 
minum iniungentes, quatenus ad capellam in honorem sancte Cone- 
gundis virginis dedicatam fratribus domus Teutonice extra muros 
Hallenses in subsidium, quibus facultates proprie non suppetunt de 
bonis, a deo vobis concessis, pias elemosinas et grata caritatis auxilia 
erogetis, ut per hec bona et alia, que domino inspirante, feceritis ad 
eterna pervenire gaudia valeatis. Nos eciam de omnipotentis dei gracia 
confisi, Omnibus confessis vere et contritis, qui capellam premissam in 
ipso die anniversario dedicacionis sue cum devocione sincera in domino 
visitaverint, et eisdem fratribus manum adiutricem porrexerint xl^ 
dies indulgencie de iniunctis sibi penitenciis misericorditer rolaxamus. 
Datum Gevekensten anno domini m"cc°lxv" pridie nonas lulii, ponti- 
ficatus nostri anno quinto. 

1) 2. Kor. 5, 10, vgl. für den Anfang Rom. 14, 10. — 2) 2. Kor. 9, 6, s. Urk. 
No. 440 V. 1288 Apr. 3. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 143 

188. Frater Anno^) magister hospitalis sancte Marie domus Theu- 
ton[icc] Iherosoliinitan[i] bestimmt, daß ecclesia in Germar, quam 
venerabilis in Christo frater Kristanus^) Lithowiensis episcopus 
tempore vite sue possidere dinoscitur, bei Freiwerden durch den 
Tod oder Verzicht per plebanum nove civitatis in Mulhusen^) ver- 
waltet iverde (officiari). 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum et actum anno dominice incarnacionis mcclxv, vi ka- 
lendas Augusti. 1265 Juli 27. 

Hdschr. : Abschr. : ESA. Dresden, Orig. No. 658; unbeglmibujte Papier-Urk. 
d. 15. Jahrhts. ; 2 Löcher in den Knicken. 

Aufschr. : gleichzeitige Unterschr. : Quod magister noster generalis 
contulit ecciesiam in Germar domo et fratribus in nova civitate. 
Druck : GQuPrSachsen 3, 170. — Reg. : Dobenecker III, 3315. 
Bemerk. : Vgl. Urkk. No. 119 v. 125[2] Jan. 9 u. No. 121 v. 1252 März 15. 



1) s. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 2) Kristian war vorher DO Bruder. 
In einer Bulle v. 1251 Juni 17 befiehlt Papst Innozenz IV. dem Bischof von Culm 
nach Ordnung der Verhältnisse im neubekehrten Litauen, dort einen Bischof einzu- 
setzen. Ueber 2 Jahre später (1253 Aug. 21) beauftragt derselbe Papst den EB. 
V. Livland und Preußen auf Wunsch des Königs von Litauen, den DOBruder Kristian 
als Bischof einzusetzen und in Gehorsam des römischen Stuhles zu nehmen. Zu welchem 
Geschlechte B. Kristian gehört, scheint noch nicht festzustehen. Da in dieser Urk. der 
DO. in Mühlhausen mit der Verwaltung einer dem Bischof gehörigen Kapelle betraut 
werden soll, vermute ich, daß der genannte Kristian mit dem DOBruder Kristian 
V. Kirchberg in Mühlhausen in Urk. No. 92 v. 1246 März 28 gleichzusetzen ist. Wir 
können B. Kristian nur bis spätestens Januar 1260 in seinem Bistum nachweisen, schon im 
gleichen Jahre hat er als Mainzer Weihbischof seinen Sitz in Erfurt. Jedenfalls ist er 
aber schon früher in Erfurt gewesen, da er nicht dem EB. v. Livland, sondern dem Bischof 
von Naumburg den Eid leisten muß. Alle diese Fragen bedürfen noch einer Klärung, 
die über den Rahmen dieser Arbeit hinausgehen. Im Nekrologium des Erfurter 
Marienstifts ist sein Todestag zum 9, Februar angegeben. Er wird im Jahre 1271 ge- 
storben sein. Sein Nachfolger, der DOBruder Johannes, wird schon 1272 Mai 12 (s. Urk. 
No. 240) Bischof von Litauen genannt. Danach ist Eubel, Hier. cath. I, S. 309 zu be- 
richtigen. — Die mir bekannten Urkunden s. PreußUB., Pol. Abt. 1, 1, 273, 284, 286, 
293, 312; 1,2, 39, 79, 87; — Dobenecker III, 2163 (allerdings glaube ich, daß hier 
B. Kristian nicht gemeint ist. Er weilt damals sicher in seinem Bistum), 2266 ff., 
N. 113, 3079. Vgl. dazu J. Feldkamm, Gesch. Nachrichten über die Erfurter Weih- 
bischöfe in Mittl. Erfurt 21, S. 1^93 und die sehr dürftigen Notizen bei F. A. Koch, 
Die Erfurter Weihbischöfe in ZThürGuA. 6, 8. 65. — 3) Der Pleban dieses Jahres ist 
nicht bekannt. 

189. Papst KlemensflV.J befiehlt dem Propst der Magdeburger Kirche, 
die Bestattungen auf dem Friedhofe des DOHauses m Altenburg 
zu ordnen. Perugia, 1265 Sept. 25. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 32^ (A.). 

Ueberschr.: Commissio ad preposituma) Magdeburgensem pro parte 
fratrum Theutonicorum in Aldenburg contra preposituma) et capi- 
tnlum ordinis sancti Augustini ibidem. 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. V, 8. 247, No. 117. 
Lit.: Mittl. d. Osterlandes 9, S. 202 f.; — Sommerlad S. 155 f. 
Bemerk.: Zum Vergleich s. Urk, No. 197 v. 1266. 



144 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Clemens^) episcopus servus servorum dei dilecto filio preposito^) 
ecclesie Magdeburgensis salutem et apostolicam benedictionem. Sua 
nobis dilecti filii commendator'') et fratres hospitalis sancte Marie Theu- 
tonicorum in Aldenburg conquestione monstrarunt, quod licet ordo 
eorum a sede apostolica indulgenciam habeat de sepeliendis corporibus 
fideliura, qui apud loca dicti ordinis eligunt sepulturam, prepositus tarnen 
et capitulum ecclesie de Aldenburg ordinis sancti Augustini Nuenburgensis 
dyocesis corpus quondam Czacharie mulieris eiusdem dyocesis, que apud 
hospitale ipsum sepeliri elegit in ultima voluntate, presumpserunt in 
cymiterio ipsius ecclesie tradere sepulture in dictorum commendatoris 
et fratrum non modicum detrimentum quamquani eisdem preposito 
et capitulo, qui mulierem ipsani fuisse parrochianam sitam asserunt, 
canonica iusticia salva foret ideoque discrecioni tue per apostolica scripta 
mandamus, quatenus vocatis, qui fuerint evocandi et auditis hinc inde 
prepositis*'), quod canonicum fuit, appeUacione remota decernas faciens, 
quod decreveris per censuram ecclesiasticam firmiter observari. Testes 
autem, qui firmiter nominati, si se gracia, odio vel timore subtraxerint, 
censuri simili appeUacione cessante compeUas veritati testimonium 
perhibere. Datum Perusii vii kalendas Octobris, pontificatus nostri 
anno primo"^). 

a) A.: propositum. b) A.: propositis. c) A.: folgt etc. 



1) Klemens IV., Papst 1265 — 1268. — 2) Dompropst ist jedenfalls schon Albrecht 
von Arnstein, der 1265 Okt. 5 zum ersten Male urkundet (Mülverstedt II, 1651). Sein 
Vorgänger Albrecht von Wernigerode begegnet uns zuletzt 1264 Apr. 16 (GQuPrSachsen, 
26, 135). Vgl. auch 0. Hertel in Magdeb. GBll. 24 (1889), S. 209 ff. — 3) Vielleicht 
Ulrich von Merkwitz, der 1266 genannt wird. 

190. Reinhot von Straßberg bekennt, daß Heinrich gen. Wirbiz und 
Gertrudis, seine Frau, einen ihm lehnpflichtigeti Hof in Unter- 
Losa den Brüdern des Deutschen Hauses in Plauen unter be- 
stimmten Bedingungen vermacht haben. 1265 Okt. 21. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 661 ; Perg. Urk., gut erlialten, mit 
etwas beschädigtem Dreiecksiegel am Presset (0.). 

Aufschr. : Confirmacio super duo talenta in inferiori Lasan a domino 
de Strazberck facta. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 88^—89^ (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio super duo talenta in inferiori Lasan. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), 8. XXVII, No. XXX (unvollständig). — 

Reg. : Dobenecker III, 3342 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 40: Plauensche Hand 3, ähnlich S. 41, Reichen- 
bacher Hand C. Flach dagegen S. 38 ff. weist den gleichen Schreiber nach; 
vgl. auch Flach S. 28 f., dazu Urk. No. 228 v. 1271 Sept. 1. — Siegel: 
s. Mittl. A V Plauen 1 (1875) No. XXXI. 

Nos Reinboto de Strasberg tenore presensium profitemur, quod 
Henricus dictus Wirbiz et Gerdrudis uxor eins, cum essent tarn pro- 
vecte=») etatis, quod nee haberent nee habituros se^) sperarent liberos, 
deum iuxta verbum prophete^): Dominus •=) pars hereditatis mee sibi 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 145 

heredem facere decreverunt, curiam in inferiori Lasan a nobis infeo- 
datam sibi solventem annue pensionis ii° talenta legantes fratribus 
domus Theutonice in Plawe hac condicione, iit ipsi ad tempora \'1te 
sue diete ciirie pereiperent usufructum, postea bona memorata devol- 
verentur prefatis fratribus in suaruni solacium animarum, qui fratres 
singulis'^) annis dare deberent monachis in Gruninhan'^) talentum pre- 
habite pensionis, nos vero, quod pie factum est, ab eis ratum et gratum 
habentes in nostrorum similiterveniampeccatorum cedimus liberaliteriuri^) 
nostro. Ne autem super hiis dubium valeat exoriri, hanc litterara nostri 
sigilli munimine roboravimus, Testes huius rei sunt: Frater Henricus^) 
prior et^) frater Theodericus deRustiberg^) domus«) in Plawe; Marquardus 
miles de Milyn''), Ramungus') civis in Plawe, uxor Demudis, Isindrudis 
filia*) nostra, Boppo filius noster et quam plures fide digni^'). Datum 

aimo domini m. cc. lxv undecim milium virginum. 

a) A. : presect€. b) A. : esse. c) A.: fehlt. d) 0. : singules. 

e) A. : Grunhayn. f) A. : iure. g) A. : et frater — domus fehlt. h) A. : 

Molen. i) 0.: filia Isindrudis mit Verweisungszeichen a und h. k) A. : Ra- 
mungus — digni fehlt. 

1) Psalm 16. 5; vgl. Klag. Jer. 3, 24. — 2) s. Urk. No. 180 v. 1264 Sept. 1. 

191. Reinbot und Erkenbert, Gebrüder gen. von Straßherg, verkaufen 
dem DOHause in Plauen Emkünfte aus ihren Gütern m Kauschwitz. 

1266 März 1. 

Hdschr. : Orig. : H8A. Dresden, Orig. No. 670 ; Perg. Urk., wasser fleckig, mit 

stark beschädigtem, später ergänztem Siegel an Hanffäden (O.). 

Aufschr. : Super bona in Cuswicz comparata a dominis in Strazberch. 

Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 88^ (A.). 

Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 56^ (K^). 
Druck : Reg, : Dobenecker III, 3412 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand 3) und Flach 8. 40, 

erw. S. 28. — Siegel: s. Mittl. AV Plauen 1 (1875), No. XXXI. 

Acta hominum recordacione digna processu temporis evanescunt, si 
non aut vivis testibus aut litterarum^) apicibus annotantur. Quapropter 
nos Reinboto et Erkinbertus^) fratres dicti de Straizberg '^j universis 
cupimus esse notum ac tenore presencium profitemur, quod redditus 
quatuor marcarum et dimidie de bonis nostris sitis in Cuswiz'^) fratribus 
domus Teuthonice in Plawe pro xl marcis vendidimus eis, quicquid 
iuris in predictis bonis vendicare potuimus, libere assignantes. In cuius 
rei certitudinem et memoriam sempiternam hanc litteram^) munimine 
sigilli patris nostri decrevimus roborandam. Testes huius rei sunt: H[ein- 
ricus] prior ^) et Th[eodericus] de Rustiberg^)^), fratres eiusdem domus; 
Albertus et Fridericus de Machwicz fratres, Albertus de Reinsdorf«^) et^) 
Marquardus de ]\Iilin, milites, et alii quam plures fide digni^). Datum 

anno domini m. cc. lx sexto'), kalendas Marci''). 

a) 0. : Uttarum. b) A. : Reynboto et Erkenbertus. c) A. : Strasberg. 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 10 



146 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

d) A. : Cuschwicz. e) A. : littere. f) A. : Rutisberg. g) Reynsdorf. 

h) A. : et Marq. — digni fehlt, dafür etc. i) K^: Raum für das Wort freigelassen. 

k) A. : Marcii. 

1) s. Urh. No. 180 v. 1264 Sept. 1. 

192. Erkenbert d.Ae. von Straßberg und seine Sohne Reinlot und Erken- 
bert bestätigen, daß Heinrich Eöllenfeuer eine von ihnen gekaufte 
Mühle unterhalb des Dorfes Rodersdorf mit Wiesen und Äeckern 
dem St. Georgenaltar in der Kirche St. Johannis des Täufers in 
Plauen zugeeignet hat. 1266 März 22. 

Edschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 673; gut erhaltene Perg. ürk. mit 
2 etwas beschädigten Siegeln an Pressein. 

Aufschr. : Confirmacio super molendino in Rodensdorph per illum 
dominum de Strazberg. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 88^ (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio super molendino in Rodenstorf. 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 57»— b (K^), 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXVIII, No. XXXII. — Reg.: Do- 

benecker III, 3421 mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk. : Schrift : Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand 4) = ebendas., S. 41, 

1275 Mai 18 (s. Urk. No. 268) (Reichenbacher Hand C). Flach S. 34 u. 

146 ff. weist beide der Plauener Vogtskanzlei, ausgefertigt von Notar Heinrich, 

zu. — Siegel: 1) Posse, SWA. I, S. 34, No. 189, Tfl. 24, 2. — 2) s. ürk. 

No. 190 V. 1265 Okt. 21. 

Nos Erkenbertus senior de Strazperch'') et Reinboto^) et Erk[en- 
bertus] filii nostri recognoscimus per presentes molendinum infra villam 
Rodesdorfh *=) situm cum vii agris apud molendinum et prato ibidem 
et duabus areis in villa prenotata cum xvi agris supra villam cum omnibus 
proventibus dicti molendüii Heinrico Hellefure pro xv^ dimidia marca 
vendidisse. Quod molendinum cum bonis attinentibus prenotatus Hein- 
ricus altaris beati Georgii^) ecclesie sancti loliannis baptiste in Plawe*^) 
usibus assignavit solvens marcam et dimidiam annuatim. Nos vero 
eisdem bonis pro remedio animarum nostrarum renunciavimus ^) dantes 
bona supradicta super altare sancti Georgii^), ut divinus cultus parro- 
chialis ecclesie in Plawe devocius au[g]menteture). Et ne vendicionem 
istam tam rite et racionabiliter factam aliquis in posterum maliciose 
intencionis accessu valeat irritare, presens scriptum sigillo domini et 
cognati nostri Heinrici advocati de Plawe et nostro duximus roborandum. 
Testes huius rei sunt^): Dominus Heinricus advocatus de Plawe, dominus 
Ulri[cus] de Cunradsrute, H. de Priwil, Cletto de Lasan, Al[bertus] de 
Reinnoldsdorfh'), Johannes de Golniz, Fr[idericus] '') de Hachwiz, Merke- 
linus de Mylin, milites; H. de Sconevelt, Cunrad[us] de Meschwize, 
H[einricus] notarius domini advocati''). Acta sunt hec anno domini 
M." cc." LX." VI.", XI." kalendas Aprilis. 

a) A. : Strasberg. b) A. : Reynboto. c) A. : Rodesdorf. d) A. : 

e. i. P. 8. I. b. e) A. : renunciamus. f) A.: Georii. g) 0., A.: auc- 

mentetur. h) A. : Testes huius rei sunt fehlt. i) A. : A. d. R. fehlt. 
k) A. : Fr. — advocati fehlt. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 147 

193. Burchard, Graf von Mansfeld, bürgt für Cäsar und Peter, Gebrüder 
von Bennenstedt, die vom DOHause St. Kunigunde m Halle einerb 
Weinberg auf Bennenstedter Flur gepachtet haben. 

Wittenbergk, 1266 Apr. 16. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 36^. 

Ueberschr. . Copia cuiusdam vinee in Bennenstede et locacione. 
Eeg. : Ebendaa., Bep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 79, 5 : Consensbrief graff 
Borchardts zu Mansfeldt über einen weinbergk zu Bennenstede, den der 
compter zu sanct Kunigundt Cesarn und Petern von Bennenstede, 
gebrudem, zwelff jharlang umb die halbe fruchte eingethan; de dato, 
Vedebereh anno 1266. 
Druck : GQuPrSachsen N. R. 10, 322. — Reg. : Dobenecker III, 3427 mit 

weiteren Hinweisen. 
Lit. : ZThürGuA. I, S. 103K 105\- — Wolf Tab. II, Anm. 6. 
Bemerk. : Zum Besitz auf Bennenstedter Flur : Urk. No. 91 v. 1246 Jan. 19. — 
Zum Ausstellungsort: Bierbach in OQuPrSachsen a. a. 0. vermutet infolge 
der Angabe Vedebereh im ha. Reg., daß es sich um das Schloß Friede- 
burg handelt, das Graf Burchard erworben hat. — Wittenbergk ist wohl mit 
ziemlicher Sicherheit nicht die Lutherstadt W. 

Viris honorandis provinciali terre Thuringie^) et commendatori 
sancte Kunegimdis in Hallo ^), fratribus domus Theutonice, Burckardus 
dei gracia comes de Mansvelt promptam ad obsequia voluntatem. Promit- 
timus pro Cesario et Petro fratribus de Bennenstede, quod ipsi placita, 
que idem vobiscum tractaverunt scilicet de vinea in campis Bennenstede 
Sita, quam eisdem ad terminum xii. annorum commisistis pro medietate 
fruetuum rata omnimodis observabunt et hoc presentibus litteris pro- 
testamur. Datum in Witdenbergk anno domini m". cc". lxvi° in crastino 
Tiburcii et Valeriani. 



1) Vielleicht Hermann v. Herbaleben, s. Urk. No. 194 v. 1266 Aug. 17, die aller- 
dings eine Fälschung ist. — 2) unbekannt. 

194. Heinrich, Vogt von Plauen, gen. Reuß, verkauft dem DO. im 
Thüringen verschiedene Güter und Zinsen in Reichenbach, Raschau, 
Heinsdorf, Irfersgrün, Pechtelsgrün und Waldkirchen. 

Plauen, 1266 Aug. 17. 

Hdschr.: angebliches Orig. : USA. Dresden, Orig. No. 677; Perg. Urk. mit be- 
schädigtem Siegel am Presset (0.). 

Druck: ThürGQu. V, 1, 136. — Reg.: Dobenecker III, 3470 mit weiteren 
Hinweisen. 

Bemerk. : Ueber die Reichenbacher Fälschungen des Notars Gregorius Wernher in 
Eger s. Flach S. 209—222 ; Posse, PU. S. 41 setzte die Schrift als Reichen- 
bacher Hand A 2 fest. — Siegel: Posse, SWA. I, S. 34, No. 195, Tfl. 24, 4 
u. B. Schmidt in: Festschrift z. Feier d. 25jähr. Jub. d. Fürst Reuß j. L. 
Heinrich XIV. (1892), S. 8 u. Tfl. 1, 8. 

In nomine domini amen. Quoniam, ut legitur, breves dies hominis 
sunt et varia rerum vicissitudine omnia mutantur vel certe intereunt, 
hinc est, quod gestorum quorumlibet deperit memoria una cum suis 
actoribus moritura, nisi ad posterorum noticiam aut voce testium aut 
scripturarum apicibus fuerit protelata. Quapropter nos Henricus advo- 

10* 



148 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

catus de Plawe dictus Ruthenus ad noticiam tarn presencium quam 
futurorum volumus pervenire, quod cum in sana valitudine mentis et 
corporis constituti ac bona et matura deliberacione pariter et consensu 
heredum nostrorum perpetuo vendicionis titulo vendidimus venera- 
bili[bus] et religiosis fratribus Hermanno de Herbstleyben ^) provinciali 
Thuringie et Marquardo de Malseleybin 2) in Aldinburck ac Henrico 
de Mylen ^) in Plawe commendatoribus ordinis sancte Marie leroso- 
lomitane Theutonicorum pro centum et sexaginta marcis argenti nobis 
solutis curiam habitacionis nostre in Richenbach cum agris suis cultis 
et incultis ibidem in monte circa curiam in tribus partibus per certos 
limites contiguos divisis situatis ac censibus, redditibus et pertinenciis 
suis videlicet Septem fertones annui census de quinque curiis habitacio- 
num in villa Ratscha situatis cum suis pertinenciis ac nemus ibidem 
iuxta aquam Goltsch habens in superiori parte circa campum predicte 
ville in longitudine ducentas triginta unam et in descensu a sinistris 
usque ad aquam Goltsch centum quadraginta quatuor et inde in de- 
scensu aque eiusdem ducentas viginti quatuor et rursus in ascensu de 
aqua ad campum predictum octuaginta sex virgas mensurales vel quasi 
et Septem marcas et dimidium fertonem annuatim in Henrichsdorff de 
novem curiis habitacionum et quatuor lehen cum dimidio, quod sit 
vulgariter sonat, et nemus dictum Hegeholcz inter Ernphoriczgrun et 
Bertolsgrun situatum cum octo curiis habitacionum in superiori parte 
ville "Waltkirchen iuxta cappellam ipsius ordinis sitis cum Septem lehen 
et quartale unius lehen et suis pertinenciis annuatim nomine census, 
quatuor marcas et tredecim solidos solventibus. Hec siquidem bona 
universa superius recitata cum omnibus iuribus et pertinenciis suis, viis, 
inviis, lignis, arbustis, rivis, aquarum decursibus, hominibus, serviciis, 
iudiciis, fructibus et omnibus utilitatibus suis^), que eis insunt vel inesse 
poterunt, quomodolibet in futurum ipsis provinciali et fratribus in sub- 
sidium terre sancte nee non ob reverenciam dei genitricis sancte et 
virginis Marie ac sanctorum^) Petri et Pauli apostolorum in nostrorum 
progenitorum et nostre animarum salutem appropriamus omni iuri*=), 
quod nobis aut heredibus ac successoribus nostris competit aut com- 
petere posset, renunctian[tes] nihil iuris preter iudicium sangwdnis in ipsis 
reservantes. Testes huius rei sunt: Rudolfus de Plewnitz, lohannes de 
Valkensteyn, Fridericus '^) de Mochwitz, Ebii'hardus et Marckhardus fratres 
de Mylen, Conradus de Utinhove, Albertus iunior de Reynolsdorff, 
Fridericus '^) de Kokeritz, Theodericus camerarius, milites, et alii quam 
plures fide digni. Ne autcm super premissis possit imposterum dubitacio 
suboriri vel questio nocitura, presentem pagiuam dedimus omnium pre- 
dictorum in testimonium sigilli nostri munimine roboratam. Datum et 
actum in Plawe anno domini raillesimo ducentesimo sexagesimo sexto, 
XVI kalendas Septembris. 

[] fehlt 0. a) 0.: suis suis. b) 0.: sä steht auf Rasur. c) richtiger 

cum omni iure. d) 0.: Ffridericus. 

1) Nur hier. Sonst kennen wir von 1260 — 1270 keinen Landkomtur namentlich. — 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 149 

2} Nur hier. Im gleichen Jahre erscheint Ulrich v. Merkwilz als Komtur in Altenburg. — 
3) Heinrich v. Mylau s. Urk. No. 180 v. 12G4 Sept. 1. 

195. Älbrecht [der Entartete], Landgraf von Thürmgen und Pfalzgraf 
von Sachsen, gibt den Brüdern des Deutschen Hauses m Plauen ple- 
nariam facultatem recipiendi a quibuscumque donatoribus vel 
comparandi pro pecunia sua proprietateni nostram usque ad cen- 
tum marcas in redditibus anniiatim. 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Nobilis vir comes Fr[idericus] senior de Bichelingen, 
dominus =') Lu[dolfus] de Stuternheim, dominus Vol[radus] et 
dominus Ul[ricus] fratres de Koldiz, dominus Gun[therus] de 
Crimatscowe*'), dominus Timo de Liznic, Gerhardus curie nostre 
notarius^). 

Datum Aldemburc anno domini m. cc, lxvl, v. kalendas 
Decembris. Altenburg, 1266 Nov. 27. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 681; gut erhaltene Perg. Urk. mit 
zerbrochenem Siegel Albrechts an braunrot-weißen Hanf schnüren. 

Aufschr. : Confirmacio lantgravii de parrochia et centum marcharum. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 90^— h (A.). 

Ueberschr. . Confirmacio lantgravii de parrochia et centum marcarum. 
Druck : Wegele, Friedrich d. Freidige, S. 379, No. 8. — Heg. : Dobenecker III, 

3507 (zu Nov. 26) mit weiteren Hinweisen. 
Bemerk. : Siegel s. Posse, SW. 8. 14, Tjl. IV, 5. 

bl) A. : senior dorn. b) A.: dorn. G. de C. fehlt. c) A.: G. c. n. not. fehlt. 

196. Älbrecht [IL], Burggraf von Altenburg, überträgt dem Deutschen 
Hause daselbst Ländereien in Mockern, Paditz und Bocka {?), die 
es von Ulrich Förster von Wilchwitz gehäuft hat. 1266. 

Hdschr. : Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 133^—134^ (A.). 

Ueberschr. : Littera de bonis in villis Mockerem, Raticz et in Rogasch. 

Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 76^—^ (K^). 

Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 445, No. 252. 
Druck : Reg. : Dobenecker III, N. 125. 

Bemerk. : Ortsbezeichnungen : Bei Ratitz u. Rogasch nehme ich einen Lesefehler 
R für P ( B) an und identifiziere die Orte mit Paditz, wo der DO. schon Be- 
sitzungen hatte, und Bocka. Wischwitz ist fraglos auch verlesen für Wilch- 
witz, da K^ diese Form bringt. Alle Orte würden so im heutigen Landkreis 
Altenburg liegen und damit im Gebiet der Besitzungen des DOHauses Altenburg. 

Universis Christi fidelibus hoc scriptum intuentibus Albertus 
burgravius de Aldenburg^) in perpetuum. Presencium tenore notum 
facimus et protestamur, quod IHricus Forestarius de Wischwdcz^) a nobis 
in feodo habebat in villis videlicet Mokere'^), Raticz et in Rogasch de 
mansis, quos habuerit supani[.'], octo modios süiginis et totidem avene 
et duos soHdos denariorum eo nomine, quod dicitur burckorn, et hec"^) 
annuatim de predictis bonis sibi nomine census solvebantur. Hanc 
igitur annonam predictam et duos soHdos denariorum prenominatos, 
quia ex consensu nostro et heredum nostrorum reverendi et dilecti fratres 
domus Theutonici^) a prefato Ulrico pro decem marcas argenti emerunt 



150 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

et redemerunt, ob reverenciam dei omnipotentis et favorem fratrum 
preantedictorum ^) eis et domui sue sedecim modios annone et duos 
solidos sepedictos in proprietatem legittimam contulimus perhennem 
et ideo, ut hec nostra liberaKs donacio perpetue stabilitatis robur obtineat, 
in testinionium presentem eis dedimus paginam sigillo nostro communitam. 
Acta sunt autem hec anno domini m°cc"lx°vi", indictione nona^). Testes 
sunt: Burchardus capellanus etc. 

a) K^: Aldenburg. b) K^: Wilchwicz. c) ii^; Mockerem. d) K^: hoc. 

e) zu ergänzen : ordinis. f) K^: antedictorum. g) K^: 1266, indictione IX. 

197. Propst und Konvent von S. Marien zu Altenburg vergleichen sich 
mit dem Komtur und den Brüdern des Deutschen Hauses daselbst 
über die Begräbniserlaubnis. Altenburg, 1266. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 684; Perg. ürk. mit 2 Siegeln an 
Pressein (0.). 

Auf sehr. : Recognicio conventus monasterii sancte Marie inter montem 
Aldenburgk super sepulturam apud ordinem eligendam. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 85 (M.). 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 7^ (K^). 

Ueberschr. : Wie 0. 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 187, No. 91. 

Druck : Reg. : Dobenecker III, N. 124 ; — Mittl. d. Osterlandes IX, S. 106. 

Lit.: Mittl. d. Osterlandes IX, S. 202 f.; — Sommerlad S. 35 u. 156. 

Bemerk.: Schrift: Nachträge Posse, PU. S. 110, Anm. 3 (auf S. 111, Anm. 
Z. 14 f. V. 0.) und S. 112, Anm. 3. Ich halte die Annahme für irrig ; das 
ziemlich genau darüber stehende Altenburg ist nur 1 mm breiter (14,5 : 13,5 mm) 
geschrieben, dagegen ist aber die Entfernung zivischen dem vorhergehenden und 
dem folgenden Worte die gleiche (17 mm). Die verblaßte Schrift kommt 
jedenfalls daher, daß die Worte in einem Wasserfleck stehen, wie es auch bei 
anderen Worten der Fall ist- Eher könnte Nona nachgetragen sein, da es, ob- 
wohl es in einem Wasserfleck steht, noch tiefschwarz ist, ivie es uns nur bei 
wenigen anderen Worten noch begegnet. — Zustand und Siegel: Perg. toasser- 
f leckig, in den Brüchen zerrissen ; das erste Siegel, das des Propstes, ziem- 
lich gut erhalten. Bild: Propst im Ornat, l. H. Buch, r. H. Stab. Umschrift: 
t • S • SALO .... EPOSITI • IN • ALDENBVRCH. — Das 2. Siegel 
fehlt, nur Presset noch vorhanden. — Ueber den Streit vgl. auch Urk. No. 189 
von 1265 Sept. 25. — Die Urk. steht nicht in A. 

S[alomo] ^) ^) dei gracia prepositus et conventus sancte Marie virginis 
in Aldenburch "■) universis, ad quos littere presentes pervenerint, in vero 
salutari salutem. Cum inter honorabües vires'') in Christo nobis dilectos*^) 
commendatorem et i'ratres donms Thcutonicc in Aldenburc ex una parte 
et nos ex altera quondam controversia et questio sint suborte pro eo 
videlicet, quod ipsi personas, que apud'^) eos ecclesiasticani sepulturam 
elegerant '^), in eorum cymiterio sepulture tradebant et nobis id contra- 
dicentibus eo, quod parrochia in Aldenburc ^) ad nos dinoscitur pertincre, 
recognoscimus s) publice per presentes, quod ad nostram de veritate 
pervenit noticiam, quod idem commendator et fratres domus predicte 
a benignitate sedis apostolicc tali gaudent per specialia privilegia libertate, 
quod ipsi omnes apud eos eligentes ecclesiasticani sepulturam in ipsorum 
cymiterio libere poterunt sepelire. Cum igitur dignum esse conspiciatur 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 151 

et necessarium arbitretur ''), ut qua[l]ibet') religio concessa sibi fruatur 
et gaucicat libertate, nos firmiter promittimus et tenore presencium 
ad hoc fideliter obliganius, quod conimendatorem et fratres sepedictos 
super nieinorata sepeliendi Ubertate nullo umquam tempore debemus 
aliquatenus impedire''), dummodo iuris forma et privileiorum ') sentencia 
in Omnibus observetur™) dantes eis in huius rei evidens testimonium 
presentes litteras nostri et conventus predicti sigillorum munimine 
roboratas. Testes sunt: Frater Anno 2) magister domus prefate, frater 
Bertoldus °) ^) sacerdos domus predicte in Aldenburc^), frater Ulricus°) 
de Merkwiz ^) commendator in Aldenburc, frater Ekehardus p) ^) commen- 
dator in Nenewiz, frater Albertus de Amendorf ^) ; Heinricus de Schelen- 

o o 

berc'J) miles et alii quam plures. Datum Aldenburc'^) anno domini m. cc. 
LX. VI., indictione nona. 



a) K'^: Johannes. b) Ä'^; intra honorabilibus viris. c) K^: dilectis. 

d) K^: fehlt. e) K^: elegebant. f) K^: Aldenborg. g) K^: davor et. 

h) K^: arbitret. i) K^: quolibet. k) K^: inpedire. 1) K^: privilegiorum. 

m) K^: observertur. n) K^: Bartoldus. o) K^: Heinricus. p) K^: Erke- 

hardus. q) K^: Schelenberg. r) K^: Aldenburg. 

1) lieber ihn s. Huth, Altenburg, S. 262. — 2) s. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. 
— 3) Nur hier. — 4) Nur hier. Vielleicht ist es Eckehard v. Trebsen, der bis 1268 
nachweisbar ist, s. Urk. No. 98 v. 1248. — 5) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. 

198. Reinbot [von Straßberg] und sein Bruder Erkenbert von Landeck 
eignen den Brüdern des Deutschen Hauses in Plauen drei Höfe in 
Kauschwitz. 1267 März 7. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 694; gut erhaltene Perg. Urk. m. 
etw. beschäd. Siegel an weißen Hanffäden. 

Auf sehr. : Confirmacio trium marcarum et dimidie in villa Cuschwicz 
facta ad manus de Strazberch. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 55a— b (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio trium marcarum et dimidie in villa Crischwicz. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 57^ (K^). 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXX, No. XXXVI (unvollständig). 
Bemerk. : Schrift : Posse, PU. S. 40 ( Plauenscher Duktus). Auch Flach S. 26 
rechnet sie zu den Empfängerausfertigungen des DO. und irmcht darauf auf- 
merksam, daß sie dem Diktat nach zu den Urkk. No. 112 v. 1250 und 
No. 134 V. 1255 gehört, aber von ganz anderer Hand geschrieben ist. — Siegel: 
Erkenberts von Strasberg s. Urk. No. 190. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Reinboto'^) et frater eins 
Erkenbertus de Lantecke ^) universis hoc scriptum inspecturis salutem. 
Ab humana fragilitate cicius elabuntur, que nee scripto nee voce testium 
confirmantur. Hinc est, quod notum esse cupimus universis, quod nos 
dilectis fratribus domus Theutunice et parrochie in Plawe*^) ob salutem 
animarum progenitorum nostrorum'^) et eciam nostrarum bona in 
Cussicz^) videhcet tres curias, que annuaü censu solvunt quatuor^ 
marcas et dimidiam, dedimus, ut inperpetuum ipsorum^) per omnia 
deserviant voluntati. Ne igitur propter labentem cursum temporum^) 



152 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

hec ordinacio tarn discreta obliviose'') possit preteriri vel ausu temerario 
ab aliquo inposterum commutari, presentem cartulam consulta deli- 
beracione fecimus conscribi et, quia proprio sigillo caremus, sigillo') 
patris nostri Erkenberti de Strasberc'') beate memorie munimine ro- 
borare. Huius rei testes sunt: Albertus de Mahuviz ') et frater suus Fride- 
ricus, Theodoricus camerarius, dominus Apez de Reinoldesdorf ™), milites; 
Gocze**) de Bernisdorf, Conradus de Ovelsic, Heinricus de Cinnenberg, 
Leo Temuzelerus, Heinricus Sutor, Conradus de Werde et alii quam 

o o o 

plures"). Acta sunt hec anno incarnacionis domini miUesimo °) cc. lx. vii., 
nonas MarciiP), in die sanctarum^J) Perpetue et Felicitatis. 

a) A. : Nos Reynboto. b) K^: Valendecke statt d. L. c) A. : Piauwe. 

d) A. : animanim nostranim et nostrorum progenitorum. e) A. : Cuschwicz. 

f) A. : Illlor. g) A. : fehlt ipsorum — temporum. h) A. : oblivione. 

i) 0. : erst sigilli, auf Rasur o. k) A. : Strasberg. 1) A. : Machwicz. m) A. : 

Apecz de Reynoldestorf. n) A. : fehlt Gocze — plures. o) A. : M. p) -4. ; 

n. M. fehlt. q) A. : sanctorum. 

199. ÄlbrecM [der Entartete], Landgraf von Thüringen, bestätigt dem 
DO. alle Schenkungen, Gerechtigkeiten und Freiheiten, wie sie durch 
das Privileg des Landgrafen Ludivig von Thüringen [v. 1225] he- 
willigt si/nd, und verzichtet auf die Gerichtsbarkeit in ihren Gütern. 

Eisenach, 1267 Apr. 17. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 697; Perg. Urk. mit ergänzten 
Siegelresten an grün-rotbraunen Schnüren (0.). 

Auf sehr. : Donacio fratribus super iudicium omnium bonorum suorum 
facta per dominum AJbertum Thuringie lantgravii. 
Orig. : SA. Marburg, DO. Bailei Marburg (H.). 

Orig. Tspt. : HSA. Dresden, Orig. No. 3564 v. 1359 Jan. 1 (inseriert) (OT^). 
Abschr. : Ebendas., Orig. No. 699 ; Perg. Urk. m, Siegel an schwarzen 
Fäden. Siegel fehlt (OT^). 

Auf sehr. : Confirmacio litterarum datarum fratribus per dominum 
Ludowicum et donacionem iudicii in proprium super bona in Aldin 
Guttirn per dominum Albertum Thuringie lantgravium. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. «a-b (A^). 

Ueberschr. : Confirmacio omnium privilegiorum et donacio iudicii super 
omnia bona ordinis in Aldenguttern per dominum Albertum. 
Abschr. : Ebendas., Bl. 8^ (A^). 

Ueberschr. : Wie 0. 
Abschr. : Ebendas., Bl. 67^ (A^). 

Ueberschr. : Bestetigunge des vorgenanntin Privilegiums unde obir 
die gerichte unsir guttern. 
Uebers. : Ebendas., Bl. 67^ (A*). 

Ueberschr. : Hye folget nach das duthsche der vorgenannten bryffe. 
Uebers.: Ebendas., Orig. No. 260^; Pap., Hdschr. d. 15. Jhts., etwas 

zerstört. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 35 (AD). 
Abschr. : Ebendas., Heft 1, Gen. No. 13 (M^). 

Uebers.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 104; med. Abschr. auf fol. 
Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. (nach 689). 

Ueberschr. : Confirmacio privilegiorum facta per dominum Albertum 
Turingie lantgravium et quod nee ipse nee sui officiati iurisdictionem 
exercere debeat in bonis fratrum. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 153 

Abschr.: SA. Weimar, Oes.A. Oo., S. 568, No. 31 (W.). 
Abachr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 17^ (K^). 

Ueberschr. : f später]. Wie A^. 
Uebers. : Ebendas., Bl. 17^-^ (K^). 

Ueberschr. : Wie A*. 
Abschr. : Ebenda^., Bl. 19^— i> (K^J, ins. in Urk. 1336 März 11 (s. Band 2). 
Uebers. : Ebendas., Bl. 20^—^ (K*), dt. ins. ebendas. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 1, 232, aus H. mit Nachweisen; — ferner: Titt- 
mann, Heinr. d. Erl. I, S. 145. — Reg.: Mittl. AV Plauen I (1875) S. 6, 
Anm. 25; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), S. 9. 

Lit.: Pfau 8. 91. 

Bemerk. : Die Urk. stimmt mit der folgenden von 1267 Mai 1 ziemlich überein. 
Da^ Verhältnis der Hss. zueinander ist: 0. = A^ ; OT^ = A^ ; OT^ = A^. 
Doch stimmen die beiden letzten nicht so völlig überein und schließen sich ver- 
schieden teils 0., teils OT^ an. S. a. Urk. No. 200 v. 1267 Mai 1. — H., W., 
K^ sind nicht verglichen, — Vgl. Urk. 347 v. 1281 Nov. 26. 

Nos Albertus dei gracia Thuringie *) lantgravius et Saxonie comes 
palatinus notum facimus universis Christi iidelibus tarn presentibus 
quam futuris, quibus hoc^) scriptum fuerit recitatum, quod, quia fratres 
hospitalis beate^) virginis domus'') lerosolimitane dilectos nobis in domino 
semper prosequi volumus favore et gracia speciali, nos eisdem reno- 
vamus et confirmamus tenore presencium omnia dona*^), iura et libertates, 
que predicti fratres a nostris progenitoribus '^j habuisse dinoscuntur 
temporibus ex antiquis, quem admodum in privilegiis felicis recordacionis 
domini Ludc^ici lantgravii Thuringie^), nostri progenitoris desuper 
traditis plenius continetur i). Recognoscimus insuper et tenore presen- 
cium pubKce protestamur, quod, quia viros quoslibet religiosos et dictos 
famulantes semper gracia prosequi ampliori volumus, nos ob divinum 
amorem memoratis fratribus precedente maturo consilio^) eam fecinius 
graciam specialem, ut nee nos nee aliqui nostri iudices^) in bonis eorumj) 
habeamus ammodo aliquid iudicare. Sed omne iudicium bonorum 
eorundem'') eisdem fratribus^) donavimus™) in proprium propter deum°). 
Ut autem super premissis omnibus nichil inpostemm dubii aut inter- 
pretacionis sinistre valeat suboriri, presentem paginam sepedictis fratri- 
bus dedimus sigilli nostri muniniine roboratam. Testes predictorum 
sunt: Comes Fredericus senior °) de Bichelingen, dominus Heinricus de 
Alrested, Theodericus pincerna de Varila, Theodericus de Liznich, 
Henricus de Glisbergk, BertholdusP) dapifer de Slatheim et alii quam 
plures 'i). Datum apud Ysenach anno domini m° cc" lxvii", quinta 
decima') kalendas Mail. 

a) 0T\ A^: fehlt. b) 0T\ ^ ; A\ \- beate Marie. c) 0T\ " ; A\ «; fehU. 

d) A' : d. et. e) A^ : genitoribus. f) OT^, ^^ ; Thuringorum. g) J. ; maturo 
consulio. h) OT^, A^ : folgt vel officiales. i) OT^, A^: ipsorum; dazu A^: 

videlicet Aldenguttern et hominum eonim ibidem nee non per totum dominium nostrum, 
ubi predicti fratres babere aliquid dinoscuntur. k) OT^: e. ac hominum ipsorum. 

1) 0T\ 2 ; ^2; fehlt. m) 0T\ 2 ; ^2 . douamus. n) 0T\ ^ ; A\ ^ : d. nee volumus 

predictos fratres ab officialibus nostris racione alicuius advocacie seu iudicii seu exac- 
tione aliqua in bonis ipsorum ac hominum eorundem aliquahter molestari. o) OT^, 
A^: fehlt. p) OT^ ; Berthous. q) OT^ ; ^i ; pl. fide digni. t) OT^, A^ : fehlt. 

1) a. Urk. No. 35 v. 1225. 



154 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

200. ÄlhrecM [der Entartete], Landgraf der Thüringer und Pfalzgraf 
von Sachsen, bestätigt dem DO. alle Schenkungen, Gerechtigkeiten 
und Freiheiten des Privilegs Landgraf Ludwigs von Thüringen''-) 
und gibt ihnen die Gerichtsbarkeit in bonis eorum videlicet Alden- 
guttern et hominum eorum ibidem. 

Mit dem Siegel des Ausstellers und genannten Zeugen^). 

Datum apud Isenach anno domini m*' cc° l xvii", kalendas 
Mai. Eisenach, 1267 Mai 1. 

Hdschr.: angebt. Orig. ESA. Dresden Orig. No. 699; s. Urk. No. 199 v. 1267 
Apr. 17. Dazu ZThürGuA. XX (N. F. 12) S. 73 f. No. 54 (Reg.). 

Lit.: Anderson S. 20. 

Bemerk. : Die Urk. ist gefälscht. — Vgl. Posse, PU. S. 37 u. 57 (Ausstellerhand) . 
Doch scheint Posse S. 37 die Echtheit selbst zu bezweifeln. OT^ ist aber nicht 
landgräjl. Kanzlei. — Auch die Befestigung an schwarzen Fäden ist auffällig. 
— Vgl. Urk. No. 347 v. 1281 Nov. 26. 



1) s. Urk. No. 35 v. 1225 wie in der vorhergehenden Urk. — 2) Wie in der vorher- 
gehenden Urkunde. 

20 1 . Heinrich [I.], Vogt von Plauen, schenkt der Kirche in Theuma 
Höfe in Theuma und Bergen und bestätigt Schenkungen von Bauern 
in verschiedenen Ortschaften an die gleiche Kirche, die diese gemacht 
haben, um einen ständigen Geistlichen zu erhalten. 1267 Juni 23. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 705 ; gut erhaltene Perg. Urk., Siegel 

an gelben Seidenschnüren, abgefallen. 

Aufschr. : Super parrochiam in Theymen. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. S5a-b (A.). 

Ueberschr. : Littera de bonis in Dymen et villa Bergen. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXX f., No. XXXVII (unvollständig). 

— Reg. : ThürGQ. V, 1, 139. 
Lit.: Mittl. AV Plauen 19 (1908109), S. 67 f. ; — Flach S. 28, 149; — 

Sommerlad S. 146. 
Bemerk. : Schrift : s. Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand 3), Flach S. 142 ff. 

(Schreiber P 1 der Vögte v. Plauen), vgl. die Bemerkungen in Urk. No. 228 

V. 1271 Sept. 1. 

In nomine dei eterni amen. Nos Heinricus de Plawe^) advocatus 
Omnibus in perpetuum. Diuturnitate temporis contractus singuli et 
negociorum processus celeriter evanescerent, nisi privilegiorum et in- 
strumentorum series ea in suo robore retinerent, noverit igitur tarn 
preseneium quam futurorum industria, quod'') nos ob dilectionem Ihesu 
Christi et beate Marie matris eius et ob reverenciam beate Marie Magda- 
lene curiam in Dirnen'') cum agris et omnibus pertinenciis ad eandem 
et duas curias et areas in villa Bergen solventes annis singulis marcam 
unam ecclesie in Dimen'^) in proprium damus pro animanim nostrarum 
et progenitonmi nostrorum remcdio et salute. Preterea rustici pertinentes 
ad eandem parrochiam ex deliberato animo dederunt dicte ecclesie 
modios singuhs annis, qui in presenti pagina subscribentur de dominorum 
suorum voluntate, licencia et favore, ut plebanus quaüscumquc apud ipsos 
faciat residenciam personalem et per ipsum ibidem divinum officium 
frequencius habeatur in villa Berghen«*) scultetus medium frumenti, 



Urkimdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 155 

in villa Dymen^) quatuordecim f) niodii siliginis et novems) modii avene, 
item Mechtildegrune^) qu[i]ntuni dimidium') modium siliginis, item de 
Magno Vrizen*') sex') modii siliginis et quartum dimidium '°) avene, item 
in Schatowe^) duodecimum dimidium°) modium avene, item Lotthen- 
grune octoP) modii avene, item Zlautiz^) quatuor'') modii siliginis, item 
in villa Trypenstorf ^) quidam Hermannus Vorsterus*) modium avene 
et quelibet curia in eadem villa dimidium modium siliginis, item Drosems- 
dorf") octo^') modii avene. Ne vero donacionem istam tam rite et raciona- 
biliter factam aliquis in posterum maliciose intencionis accessu valeat 
irritare, presens scriptum sigillo nostro duximus roborandum. Huius 
rei testes sunt: Dominus Hcinricus prior et commcndator domus 
Plawen'')^), dominus Johannes de Valkenstein et Heinricus frater suus, 
dominus Albertus de Reinoldestorf ''), Albertus et Theodericus et Fride- 
ricus fratres dicti de Machwizc^), Merkelinus de Milin"^) et alii quam 
plures. Datum anno domini millesimo ducentesimo sexagesimo sep- 
timo*^) in vigilia sancti lohannis baptiste, ix". kalendas lulii. 

a) A. : Piauwe. b) A. : quot. c) A. : Dymen. d) A. : Bergen, 

e) A. : Thymen. f) A. : Xllll. g) ^. ; IX. h) ^. ; Mechtilt de grüne, 

i) A.: Hilf k) A. : Frysen. 1) A. : vi. m) A. : inj. n) A. : 

Sachtowe. o) A. : xij. p) A. : viil. q) A. : Zlauticz. r) A. : 

IUI. s) .4. .• Tirpenstorf. t) ^. ; Forsterus. u) .4. .• Drasanstorf. v) A. : 

VIII. w) A. : Plauwen. x) A. : Reynoldestorff et. y) A. : Machwicz. 

o o 

z) A. : Mylen. aa) A. : m. cc. LXVli. 

1) 8. ürk. No. 180 V. 1264 Sept. 1. 

202 . Der Scholaster Ulrich, Offizial der Jechaburger Propstei, und Konrad, 
Dechant in Jechahurg, bezeugen eine Einigung zwischen dem Kloster 
Volkenrode und den Pfarrern in Mühlhausen. 1267 Juli 19. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 706 ; Perg. Urk., stark wasser fleckig, 
mit beschädigtem Siegel an Hanffäden. 

Aufseht. : De dissensione plebanorum in Mulhausen et conventus in 
Volkolderoht. 
Druck : Schöttgen u. Kreyßig I, 760. — Reg. : GQuPrSachsen 3, 180 (nach 

dem Druck). 
LH.: Sommerlad S. 156. 

Quia tocius calumpnie materia prevenitur et oecasio litis suecessori- 
bus adimitur, cum res gesta literis commendatur, nos Ulricus scolasticus, 
officialis prepositure Jecheburgensis ^) et Cunradus decanus in Jegeburc 
recognoscimus et in hac littera profitemur, quod conventus monasterii 
in Volkolderoth et plebani^) in Mulbusen post diutinam controversiam 
propter quosdam parochiales suos, qui apud monasterium in Volkol- 
deroth ecclesiasticam elegerant sepulturam habitam inter eos, tandem 
nostra presencia nostroque et honestorum virorum consilio mediante 
quarundam personarum se arbitrio submiserunt, diligenti itaque huius 
negocii discussione prehabita iuxta hunc modum ab arbitris est ar- 
bitratum videlicet, quod plebani^) de Mulhusen iam presentes ac pre- 
sencium successores iure suo salvo parochiales suos, qui ex affectu devo- 



156 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

cionis apud monasterium in Volkolderoth ecclesiasticam elegerint se- 
pulturam, iiec per se nee per aKquam personam interpositam de cetero 
debeant inpedire, nee eos a desiderio talis sepulture suasione aliqua 
debeant revocare similiter et conventus de Volkolderoth iure suo salvo 
non debeat parochiales predictomm plebanorum ad hoc, quod sepulturam 
apud se ehgant, prece seu inductivo consilio inclinare. Hiis et preraissis 
hoc est adiectum, quod conventus de Volkolderoth testamentum il- 
lorum, qui apud monasterium enim sepulturam elegerint, debeat ac- 
ceptare, nisi presente plebano et aliqua persona de Volkolderoth mediante 
huiusmodi sibi testamentum assignetur. Si vero plebanus testamento 
testatoris recusaverit Interesse, recipiet tarnen conventus testamentum, 
quod sibi fuerit assignatum. Si igitur plebani hanc premissam conposi- 
cionem et de sepultura ordinacionem aliquin presumpserint infringere 
seu aliquatenus irritare, nos et nostri in officiis nostris successores se- 
cundum statuta concilii Moguntini et secundum commissioneni domini 
Moguntini nobis et successoribus nostris datam tenebimur procedere 
contra ipsos. Ne igitur de premissis dubitacio aliqua seu calumpnia 
possit in posterum oboriri, presentem paginam inde conscriptam sigiUis 
nostris communiri et conventui prelibato pro certitudine ampliori pro- 
curavimus assignari. Testes huius rei sunt: Frater Reinfridus 2), frater 
Wilhelmus ^) sacerdotes, frater Lampertus ^) et frater Bertoldus Ungula ^), 
scilicet fratres domus Teuthonice; Wernerus archipresbiter de Cornere, 
Heinricus plebanus de Slatheim, Berwicus de Amera plebanus, Rein- 
hardus plebanus de Velgede, Heinricus plebanus de minori Melre, Gote- 
fridus plebanus de Germar et ahi quam plures. Datum anno gracie 

M. cc. Lxvii, xiiii kalendas Augusti. 

a) 0,: Jecheburgensi. 



1) Die Namen der Plehane sind nicht bekannt. — 2) und noch 1285 Jan. 1. — 3) wird 
jedenjaUs 1287 (s. Urk. No. 433) als Pleban des DOHaitses Mühlhausen-N eustadt genannt. 
— 4) Vielleicht gleich Lambert v. Dicnstedt, s. Urk. Xo. 244 v. 1272 Sept. 16. — 
5) Nur hier. 

203. Otto, Hermann, Ludivig und ihr Brudersohn Conrad, Orafen von 
Eherstein, bestätigen den Deutschen Brüdern in Plauen, daß Bruder 
Heinrich von Weida ihnen die Pfarrei Plauen und dazugehörige 
Liegenschaften als Lehen der Eberstein geschenkt hat, und berech- 
tigen sie, weitere Schenkungen in dem Lande Dobena a^izunehmen 
oder Güter zuzukaufen bis zur Jahreseinkunft von 40 Mark. 

Holzminden, 1267 Juli 24. 

Hdschr. : Orig. : USA. Dresden, Orig. No. 709; g%ä erhaltene Perg. Urk. mit 
4 ziemlich gut erlvaltenen Siegeln an rotbraunen Wolljädcn (0^). 

Aufschr. : Confirmacio parrochie in Plawe. 
Orig.: GehSA. Berlin, Museums Urk. No. 9: Perg. Urk. mit 4 teilweise be- 
schädigten Siegeln an roten Seidenfäden (0-). 
Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 86^—87^ (A.). 

Ueberschr. : Confirmacio parrochie in Piauwe. 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 70^— b (K^J. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 157 

Druck: Westfäl. Urkb. VI, S. 268, No. 877 (0^) ; — Mittl. AV Plauen 1 
(1875), S. XXXI f., No. XXXVIII (unvollständig nach 0^). — Reg. : 
ThürGQu. V, 1, 140 ; — FDG. IX (1809), S. 547, Anm. 9. 

Lit. : MUH. AV Platten 19 (1908/09), S. 57; — 25. Jber. u. Mittl. f. Greizer 
Gesch. (1918), S. 33 ; — Jenaer Hist. Arbeiten, H. 2, 8. 27 ; — Collmann, 
Reuß. Gesch., S. 23; — Finke in Liter. Handweiser zunächst für das knth. 
Deutschland No. 412 8. 435 (über O^/ 

Bemerk. : 8chrift: Posse, PU. 8. 40 u. 50 (Plauensche Hand 3) und Flach 
8. 40, erw. 8. 78. — Am 8chluß von Bl. 70^ Ivat A'i ; Est et alia littera 
eiusdem per omnia continentis cum illa superiori notata düntaxat duabus 
specialibus litteris alphabeti videlicet dd. [folgt Urk. 1267 Juli 24], — 
8iegel: s. Posse, SWA. III, 8. 24 f., No. 193—190, Tfl. 8, 11—14. — Vgl. 
Urk. No. 26. 

Nos comes Otto, coiiies Hermannus, comes Ludcwicus et comes 
Conradus*), fratruelis eorum, dicti de Ebirstein^) constare cupirnus uni- 
versis presentem paginam inspecturis tarn presentibus quam futuris, 
quod'') unanimi consensu et voluntate plenaria ad honorem dei et pro 
salute nostrarum animarum'^) parrochiam in Plawe^) cum molendinis, 
deeimacionibus et aliis universis ad eandem ecclesiam pertinentibus 
in terra sitis, que Dobene^) nominatur, quam frater Henricuse) de Wida^) 
terre sancte et hospitali sancte Marie domus Theutonice'') lerosolimitane 
pro remedio anime sue contulit et a nobis iure feodali possedit, cum 
omni utilitate et proventu, qui nunc est et in posterum de eisdem bonis 
provenire') poterit, pro nobis et nostris successoribus omnibus terre 
sancte et domui Theutonice*»), eandem donacionem libere confirmamus 
hoc adiecto, ut si aliqui de bonis in predicta terra Dobene*) sitis preter 
ea bona, que sive per fratrem H. dictum^) de Wida'), sive per quos- 
cumque eiusdem terre dominos predicte domui in Plawe'^) sunt coUata 
et a nobis firmissime confirmata in salutem animarum suarum, aliqua 
remedia cum fratribus Theutonicis'') ordinäre voluerint vel si fratres ad 
usus suos de eisdem bonis aliqua comparare de cetero decreverint, quan- 
tum ad quadraginta'') marcarum redditus annuales nostram permissionem 
libere °'') et consensura omnimodis benivolum litteris presentibus adhi- 
bemus. Ut autem hec°) collacio terre sancte et domui Theutonice '^ ) sicut 
prescriptum est facta et per nostros successores et nos°^) confirmata fratri- 
bus et domui Theutonice'^) in Plawe^) a nobis et nostris heredibus firma 
et penitusP) inviolata permaneat, presentem litteram prefatis fratribus 
in testimonium dedimus^J) sigillorum nostrorum munimine confirmatam. 
Datum et actum in Holzesminde "^j anno domini m. cc. lx. septimo^) 
in vigilia sancti lacobi apostoli*). Testes huius*^) rei sunt: Conradus 
villicus de Hamele, Hartwicus de Meingershusin^), Ludewicus '^) Mucke, 
Bernhardus de Stocheim, Arnoldus Wlpes''), Conradus de Parburniny), 
Heinricus filius dapiferi de Ebirstein''), Conradus >'^), frater suus, milites^), 
et alii quam plures"), qui^'^') viderunt et audiverunt^''). 

a) A. : Cunradus. b) 0^ : Eberstein. c) 0^; quod nos. d) A. : 

animarum nostrarum. e) A. : Piauwe. f) A. : Dobone. g) 0^: Hein- 

ricus, h) 0^ : Teuthonice, -eis. i) A. : pervenire. k) 0^: Heinricum 

predictum; A. : dictum fehlt. 1) A. : Wyda. m) 0^: antedicte domui Teu- 

thonice in Pia we ; A.: Plauwen. n) .4. ; XL^. na) 0^: fehü. o) A.: fehlt. 



158 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

oa) O^: nos et nostros successores. p) A. : penitus steht auf Rasur. q) A. : 

dedimus in testimonium. r) 0^: Holzesminden; A. : Holczesminde. s) 0', 

A.: VII. t) A. : apostolici Christi. u) A, : huius bis plures fehlt, dafür etc. 

v) 0^ : Meingerhusen. w) 0'^ : Ludewicus dictus. x) 0^: Vulpes. y) 0*.- 

Johannes de Parburnen. yz) O"^ : et Conradus. z) 0^; milites fehlt. aa) 0^: 
qui hoc. ab) 0^ : audierunt; A. : audiverunt et viderunt. 

1) Von einer Verleihung der Parochie Plauen durch den DO Bruder Heinrich 
von Weida wissen wir nichts. Es muß sich hier um die Verleihung der Pfarrkirche 
in Plauen mit allen ihren Liegenschaften nach dem Tode des DOBruders Heinrich von 
Weida (f [1219—1224] Juli 9), s. Urk. No. 26 v. 1224 [nach Juli], durch seinen Bruder 
Heinrich den Mittleren, Vogt v. Weida, handeln. Eine Verleihung durch den späteren 
Landmeister in Preußen Heinrich von Weida (f 1249) kommt nicht in Frage. Vgl. 
auch Urk. No. 86 v. 1244 Mai 29. 

204. ÄlbrecM, Sohl Ludioigs, Grafen von Eberstein, bestätigt gleichfalls 
die Schenkung des Bruders Heinrich von Weida an das Deutsche 
Haus in Plauen. 1267 Juli 24. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 707 ; gut erhaltene Perg. Urk. mit 
beschädigtem Siegel Albrechts. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 121^ (moderne Abschr. auf Folio). 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), 8. XXXII f., No. XXXIX (unvoll- 
ständig). — Reg. : ThürGQ. V, 1, 141. 

Lit.: Mittl. AV Plauen 19 (1908(09), S. 57 ; — Jenaer Hist. Arbeiten, H. 2, 
S. 27; — CoUmann, Reuß. Gesch., S. 22. 

Bemerk. : Schrift: s. Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand) und Flach S. 24 u. 42. 
— Siegel: s. Posse, SWA. III, S. 25, No. 199, Tfl. 9, 1. — Vgl. Urk. No. 26. 

Albertus comes, filius comitis Ludewici de Eberstein universis 
hoc scriptum visuris tarn presentibus quam futuris salutem in domino 
Ihesu Christo. Donacionem parrochie in Plawe cum omnibus suis perti- 
nenciis, que sita est in confinio terre, que vocatur Dobene, per fratrem 
Heinricum de Wida terre sancte et hospitali sancte Marie domus Teutho- 
nice lerosolimitane factam et per patrem nostnmi predictum Ludewicum 
comitem et nostros patruos sigillis et scriptis confirmatam ratam et 
gratam habentes tenore presenti domui Teuthonice in Plawe et fratribus 
ibidem pro nobis et nostris posteris confirmamus. In cuius rei testi- 
monium dedimus predicte domui in Plawe presentem litteram sigiUi 
nostri munimine roboratam. Acta sunt hec anno incarnacionis domini 

m". cc. lx. VII. in mense lulio in vigüia sancti lacobi apostoli. 

205. Albrecht d. J., Sohn Ottos, Grafen von Eberstein, bestätigt gleichfalls 
die Schenkung des Bruders Heinrich von Weida an das Deutsche 
Haus in Plauen. 1267 Juli 24. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 708 ; gut erJialtene Perg. Urk. mit 
gut erhaltenem Dreiecksiegel Albrechts an rotbraunen Seidenschnüren. 

Aufschr. : Super donacionem parrochie in Plawe. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 85^ (A.). 

Ueberschr. : Littera de eadem donacione (voraus geht Urk. No. 26 
V. 1224). 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 70^ (K^). 



Urkandenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 159 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXXIII, No. XL (unvollständig). — 
Reg. : ThürGQ. V, 1, 142 ; — FDG. IX (1869), S. 547 f., Anm. 9. 

Lit.: Mittl. A V Plauen 19 (1908109), S, 57 ; — Jenaer Hiat. Arb., H. 2, S. 27 ; — 
Collmann, Reuß. Gesch., S. 22. 

Bemerk.: Schrift: Plauensche Hand, s. Posse, PU. S. 40 und Flach 8.24 u. 42. 
— Siegel: s. Posse, SWA. III, S. 25, No. 198, Tfl. 8, 16. — Vgl. ürk. No. 26. 

Albertus comes iunior, filius comitis Ottonis de Eberstein universis 
hoc scriptum visuris tarn presentibus quam futuris salutem in domino 
Ihesu Christo. Donacionem parrochie in Plawe^) cum omnibus suis 
pertinenciis, que sita est in confinio terre, que vocatur Dobene, per 
fratrem Heinricum de Wida^) terre sancte et hospitali sancte Marie 
domus Teuthonice lerosohmitane factam et per patrem nostnim predictum 
Ottonem comitem et nostros patruos sigillis et scriptis confirmatam 
ratam et gratam habentes tenore presenti domui Teuthonice *=) in Plawe^) 
et fratribus ibidem pro nobis et nostris posteris confirmamus. In cuius 
rei testimonium dedimus predicte domui Teuthonice •=) et fratribus in 
Plawe^) presentem litteram sigilli nostri munimine roboratam. Acta 

o o o 

sunt hec anno incarnacionis domini m. cc. lx vii. in mense lulio in 
vigilia sancti lacobi apostoli Christi. 

a) A. : Piauwe. b) A. : Wyda. c) A. : Theutonice. 

206 . lAidolf gen. von Stotternheim bekennt, daß Günther gen. von Frauten- 
stedt dem DOHause (in Nägelstedt) ^ Hufe im Gebiet von Reifenheim 
gegeben hat. 1267 Aug. 1. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 710^ ; Perg. Urk., brüchig u. wasser- 
fleckig; Siegel fehlt, Presselreste vorhanden (0.). 

Auf sehr. : Littera de dimidio manso sito a) in territorio Riffenheim. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 17^ (A.). 

Ueberschr. : Littera de dimidio manso sito in Ryfenheim. 
Abschr.: Ebendas., Orig. No. 710^; Orig. Tspt. v. 1421; Perg. Urk., sehr 

schlecht erhalten und auf Papier geklebt. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 21 (mit Auslassungen) (M.). 
Bemerk.: Schrift: s. Posse, PU. S. 40 (Hand unbestimmbar). 

Universis in Christo fidelibus omnibus hanc litteram inspecturis 
salutem in domino sempiternam. Ne ea, que geruntur in tempore 
simul cum tempore labente labantur, a memoriis hominum vel per 
oblivionis Senium deleantur, necessarium reputamus ea scripturarum 
linguis autenticis declarare, que nos nee posteros volumus ignorare. 
Ego Lutolfus miles dictus de Stuternheim tenore presencium recognosco 
et publice protestor, quod dimidium mansum situm in territorio Rifen- 
heim''), quem Guntherus dictus de Vrütenstete et fratres'=) sui mihi 
resignaverunt, fratribus de domo Theuthonico dedi cum omnibus here- 
ditariis meis iuste et racionabihter iure proprietario eternaliter possi- 
dendum. Super hiis religiosis viris, prefatis fratribus warandiam facio 
debitam et sufficientem. Ut igitur hoc factum firmum et inmobile 
perseveret, predictis fratribus presentem paginam dedi sigilli nostri 



160 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

muniniine roboratara. Testes huius rei sunt: Dominus Fridericus'^) de 
Drivordia, dominus Guntherus de Slatheim dictus Surezsich^), dominus 
Hermannus Stranze, Camerarii fratres dicti de Vanre et alii quam plures. 

Acta sunt hec anno domini m. cc. sexagesimo septimo in vincula sancti 
Petri. 



a) 0.: situm. b) A.: Rysenheym. c) A.: confratres statt et fratres. 

d) A.: Ffredericus. e) A. : Surezzig, 

207. Berthold Truchseß von Schlotheim bezeugt, daß Landgraf Heinrich 
von Thüringen bona iuxta aquam, que vocatur Helbe, sita, que 
suus frater Conradus eiusdem terre lantgravius terre sancte et domui 
Theutonice pro salute anime sue et omnium progenitorum suorum 
libere contulit et sohlte, pro fratribus de domo Theutonica er- 
ivorhen hat ecclesia in Gunstete f avente Henrico lantgravio excepta 
penitus et exempta, cuius patronatus ad fratres pertinet omni iure. 

Mit dem Siegel des Ausstellers'^). 

Datum in Struzisberc anno domini m. cc. lxvii. in die sancti 
Laurencii. Straußberg, 1267 Aug. 10. 

Hdschr. : Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 760 (774). 

Ueberschr. : Testimonium super quibusdam bonis et super ecclesiam 
in Gunstete. 

Druck: Publ.PreußSAen. 3, 236; — Ghidenus, Cod. dipl. IV, 909. — Reg. : 
V. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach Gudenus) u. S. 357 (mit falschem Datum 
1276 nach Kop. 1532K Bl. 3a— b im SA. Magdeburg). 

Lit. : V. Hagke a. a. 0. S. 350 (m. Dat. 1276). 

Bemerk. : Die Urk. gehört zum DOHause Griefstedt. — Wann der DO. das Pa- 
tronat in Günstedt erhalten Jiat, ist nicht mehr festzustellen. — Zur Schenkung 
der Güter in Günstedt vgl. Urk. No. 56 v. 1234 Nov. 6. 



1) Zeugen sind nicht genannt. 

208. Graf Friedrich (IV.) gen. von Beichlingen^) überträgt auf Bitten 
Bertolds von Isserstedt 2 Hufen zu Sulzbach u. a. dem Kloster 
Heusdorf. 

Mit den Siegeln des Ausstellers und seines Sohnes Friedrich fV.J. 

Zeugen: Frater Hartmannus de Heiderungin ^), dominus Hein- 
ricus comes de Hoinstein, Fridericus de Drivorte, Heinricus pin- 
cerna de Appolde, Siboto de Rutinstete, Heinricus de Tutichrode, 
Nenzmannus de Retingistete, Heinricus Luppin, Lüdewicus dictus 

Spigil- o o o 

Anno domini m. cc. lx. vii., iii kalendas lanuarii. 

1267 Dez. 30. 

Hdschr. : Orig. : SA. Weimar ; Perg. Urk. m. 2 ziemlich gut erhalt. Siegeln des 
Grafen Friedrich IV. u. s. Sohnes Friedrich fV.J d. J. an grün-rot-gelben 
Wollschnüren. 

Druck: Rein, Thur. sacra. II, S. 162. No. 105. — Reg.: ZHarzV. 28, S. 468 
No. 28; — V. Arnswaldt 6. Heft, S. 34, No. 66. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 161 

Bemerk. : Siegel : Posse, SWA. II, S. 13, Tfl. 6, 5 u. 7, 1. — Stammtafel : Posse, 
SWA. II zwischen S. 12 u. 13. 



1) üeber Oraf Friedrich IV. v. Beichlingen vgl. J. Leitzmann, Dipl. Oesch. d. ehem. 
Grafen v. B. (ZThürGuA. X, 201 ff.). — 2) Br. Hartmann v. Heldrungen kommt hier 
erst wieder seit 1252 März 20 (Urk. No. 122) in Thüringen vor. Es ist aber falsch, wenn 
er itn Register des Preuß. ÜB. Pol. Abt., Bd. I, als DOBr. in Memel z. J. 1255 genannt 
wird. Er steht dort (I, 323) als erster unter den Zeugen, nach ihm Br. Gerhard v. Hirz- 
berg, der im Reg. zu dieser Urk. als DOBr. in Livland aufgeführt wird, dann erst folgt 
Br. Bernhard, Komtur v. Memel, der noch 1258 Juli 27 als Komtur nachzuweisen ist 
(ebendas. II, 64). Daraus geht hervor, daß weder H. v. II. noch G. v. H. damals zum 
DOHause Memel gehörten. Hartmann wird jedenfalls dort als Abgesandter des Deutsch- 
meisters weilen; s. a. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 bis Okt. 27]. 

a) Adelheid, AebUssin des Klosters St. Stephan zu Zeitz, Dietrich, 
Propst, wid der ganze Konvent verkaufen dem DOHause in 
Zwätzen alle ihre Güter mit den Hörigen daselbst. [1267 — 1270]. 

Bemerk.: Hierher gehört die Urk. No. 157. 

209. Friedrich f IV.], Graf von Beichlingen'^), verkauft mit Zustimmung 
seiner Gemahlin und seiner Kinder die Kammerleite (silvam Kamere 
vulgo dictam) und das wüste Dorf Rathfelde (villam Rathvelde 
desolatam) dem Abt [Thietmar] und dem Konvente des Klosters 
Walkenried. 

Mit den Siegeln des Ausstellers, seines Sohnes Friedrich [V.] 
und des Grafen Friedrich von Stolberg. 

Zeugen: Fratres domus Theutonice Hartmannus de Helde- 
runge^)^), Ekehardus de Trebezin^); comes Fridericus de Stalberg, 
dominus H[enricus] nobilis de Heldemnge, Fridericus de Drivorde 
senior, Henricus Girbüch, Lodewicus Spiegel, Hunoldus de Kel- 
vera, Henricus de Rodenborch, Albertus Nenzeman, Henricus 
de CoUede, Albertus de Arraz, Conradus notarius, Conradus Saxo. 

Actum anno domini m°. oc". lkviii" in Dalhem in die beati 
Mathie apostoli. Steinthalleben, 1268 Febr. 25. 

Hdschr. : Orig. : LHA. Wolfenbüttel, Kl. Walkenried, No. 250 ; Perg. Urk. 

m. 3 Siegeln an farbigen Schnüren. 
Druck: Walkenrieder ÜB. 388 ; — Orig. Ouelf. IV, S. 537 f. — Reg.: Reg. 

Stolbergica, S. 49 f., No. 138. 
Lit.: ZThürGuA. IV, S. 206, VIII, 8.201;— Voigt, Gesch. Preußens 3, S.328, 

Anm. 2; — ZHarzV. IV, S. 54, IX, S. 208 f.; — ZHV. Reg. Bez. Marien- 

iverder 44. Heft (1905) S. 6. 
Bemerk.: Siegel: 1) Friedrich Gf. von Beichlingen, Posse, SWA. II, S. 13, 85, 

Tfl. 6, 5 ; 2) Friedrich, Gf. v. Stolberg ; 3) Friedrich d. J., Gf. v. Beichlingen, 

Posse, SWA. II, S. 13 f., 86, Tfl. 7, 1. 

1) s. Urk. No. 208. — 2) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 bis Okt. 27]. — 
3) 8. Urk. No. 98 v. 1248 Nov. 11. Beide sind hier jedenfalls als Vertreter des Land- 
komiurs aufzufassen. 

210. Friedrich [IV. J, Graf von Beichlingen'^), überträgt dem Abte [ Thiet- 
mar] und dem Konvente des Klosters Walkenried einen Weinberg 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 11 



162 Urkundenbnch der Deutschordensballei Thüringen. 

und verschiedene andere Liegenschaften mit allen Gerechtigkeiten 
in Steinthalleben (Dalheym) und bestätigt andere Rechte und 
Privilegien. 

Mit genannten Sieglern und Zeugen^). 

Actum anno domini m". cc*'. lxviii" die beati Mathie apostoli. 

(Steinthalleben,) 1268 Febr. 25. 

Hdschr. : Orig. : LHA. Wolfenbüttel, Kl. Walkenried, No. 251; Perg. Urk. 

mit 3 Siegeln an farbigen Schnüren. 
Druck: Walkenrieder ÜB., 387. — Reg.: Reg. Stolbergica, S. 48 f., No. 137 ; — 

ZHarzV. IX, S. 209. 
Lit. : ZThürGuA. IV, 206. 
Bemerk. : Siegel : Wie in No. 209. 



1) s. Urk. No. 208 v. 1267 Dez. 30. — 2) Wie in der vorhergehenden Urkunde. 

211. (Friedrich IV., Graf von Beichlingen) überträft noch einmal die 
in No. 209 u. No. 210 genannten Güter dem Kloster Walkenried. 
Mit den gleichen Zeugen (außer den drei ersten weltlichen, die 
nur als Siegler erscheinen). 
Actum in Talheim, eodem dato ^). 

Steinthalleben, 1268 Febr. 25. 

Druck: Hesse, Gesch. d. Schlosses Rothenburg, S. 43 (ex orig. im LHA. Wolfen- 
büttel) ; — danach Walkenrieder ÜB., 389; — erw. Reg. Stolbergica zu No. 137. 



1) s. die beiden vorhergehenden Urkk. 

212. Bruder Hermann, Komtur und Pfarrer des DOHauses in Eger, 
bekundet einen Tausch mit dem Kloster Waldsassen vorbehaltlich 
der Genehmigung durch den Hochmeister. 1268. 

Hdschr.: Orig.: HSA. München, Kloster Waldsassen, Fase. 11; Perg. Urk. 

mit stark beschädigtem, Komtur siegel am Presset (0.). 

Aufschr. : Abbas mutavit decimas cum commendatore in Egra videlicet 
Sletyn et in Stodel pro Vockenfell et Puchelperg. 

Abschr. : Ebendas., Acta Waldsass., S. 364, No. 661. 

Abschr. : Ebendas., Kloster Waldsassen X, 99, Bl. 122^ f. 
Druck: Reg. : Gradl I, 268; — Emier IV, 1817 ; — Reg. boica III, 316. 
Lit.: Brenner, Oesch. d. Kl. u. Stifts Waldsassen S. 41; — Gradl, Egcrland, S. 100. 
Bemerk. : Siegel: s. Gradl I, Tfl. I, 4. Vgl. die folgende Urkunde. — Wann das 

DOHaus Eger die Zehnten in Zletyn und Stodel (Stadel) erhalten hat, ist 

nicht bekannt. 

Frater Hermannus i) de domo Teutunica commendator et plebanus 
in Egra ceterique confratres eiusdem ordiiiis ibidem commorantes Omni- 
bus tam presentibus quam futuris, ad quos presens littera pervenerit, 
sie per bona transire temporalia, ut etcrnis intenderc non desistant. 
Virorum religiosorum vita et honesta conversacio, ut in conspectu secu- 
larium irreprehensibilis appareat et probata, ad emendaeionem omnium 
congruit, ut inter eos ex zelo dei precipue pax et karitas conservetur. 
Igitur universitati vestre clarcat per presentes, quod, cum domini de"*) 



Urkundenbuch der Deutschordeneballei Thüringen. 163 

Waltsachsen in villis parrochie nostre videlicet Zletyn et in Stodel haberent 
decimas recipere et nos e converso in eorum terminis scilicet in Vochen- 
gvelle et in Peuchelperge eciam decimas recipere deberemus propter 
labores et controversias de cetero declinandas, ut ipsis nostre et nobis 
ipsorum decime in predictis locis in perpetmim remaneant omni exclusa 
in posterum excepcione, de licencia magistri nostri superioris iuri cessi- 
mus utrobiqiie, salvo tarnen iure parrochialis ecclesie in Arzperge, apud 
quam homines de Vochengvelle, qui ibi habitare ceperint, omnia ecclesi- 
astica sacramenta recipere teneantur. Ad idem si solum ibidem curia 
monachomm fuerit edificata, servi curie sint astricti nisi forte immi- 
nente infirmitate racione uxorum suarum vel alterius cause ad extraneas 
villas deducti alias ecclesiasticam elegerint sepulturam. Huius rei testes 
sunt: Frater Hermannus^) ^) commendator et plebanus, frater Chunradus 
de Marburch^), frater Heinricus de Äulshausen ^), frater Heinricus^) 
custos, frater Chunradus ^) cellerarius, frater Vrancho *) ; dominus 
Waltherus de Curia, Pertoldus de Curia, Gotfridus iudex, Chunradus 
de Curia, Heinricus de Ratisponna, "Wolvlinus frater eins, Christanus, 
Eberhardus frater eins, cives Egrenses, et alii viri quam plurimi fide 
digni. Ne autem contractus huiusmodi a successoribus nostris infirmari 
valeat vel cassari, presentem paginam sigiUi nostri muniraine duximus 

roborandam. Datum anno domini m. cc. lxviii. 

a,) 0.: das d ist verunglückt, darüber —. 



1) s. Urk. No. 184 v. 1265 Apr. 20. — 2) Es fällt auf, dafi der Aussteller der Ur- 
kunde zugleich als Zeuge auftritt. — 3) Nur hier. — 4) Vielleicht noch Urk. No. 375 
V. 1283 Jan. 8 als DOPriester. 

1\ 3 . Johannes, AU von Waltsassen, beurkundet den gleichen Zehnttausch 
zwischen seinem Kloster und idem DOHause zu Eger. 1268. 

Hdschr. : Orig. : DOZA . Wien, Eger No. 1 ; Perg. Urk. mit (abgefallenem) Siegel 
am Presset. 

Aufschr. : Super decimam in Sletein, in Stadel. 
Abschr. : ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 105^ (A.). 
Ueberschr. : Littera de decimis in Slethin et Stadel. 
Druck: Gradl I, 267 (gekürzt). — Reg. : Reg. boica III, 316 ; — Emier IV, 1817. 
Bemerk. : Vgl. die vorhergehende Urkunde. 

Johannes dei gracia abbas de Waltsachsen universis tam presentibus 
quam futuris, ad quos presens littera pervenerit, sie per bona transire 
temporaha, ut eternis intendere non desistant. Ut religiosorum vita et 
honesta conversacio ad emendacionem in conspectu secularium irre- 
prehensibilis appareat et probata, congruit, ut inter eos ex celo dei preci- 
pue pax et karitas conservetur. Igitur universitati nostre^) clareat per 
presentes, quod, cum fratres de domo Teutunica plebani'') in Egra in 
villis claustri nostri videlicet Vochengvelle '=) et Peuchelperge haberent 
decimas recipere et nos e converso'^) in villis parrochie Egrensis scilicet 
in Zletin et in Stadel eciam decimas recipere deberemus propter labores 
et controversias de cetero declinandas, ut ipsis nostre et nobis ipsorum 

11* 



164 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

decime in predictis locis in perpetuum remaneant omni exclusa in posterum 
excepcione, prehabito nostroram consilio discretorura iuri cessimus 
utrobique salvo tarnen iure parrochialis ecclesie in Arzperge, apud quam 
homines de Vochengvelle'^), qui ibi habitare ceperint, omnia ecclesiastica 
sacramenta recipere teneantur. Ad idem^) si solum ibidem curia mo- 
nachorum fuerit edificata, servi curie sint astricti, nisi forte imminente 
infirmitate racione uxorum suarum vel alterius cause ad extraneas villas 
deducti alias ecclesiasticam elegerunt sepulturam. Cuius^) rei testes 
sunt una nobiscum^): Monachi nostri Macharius prior, Cristanus subprior, 
Lambertus cellerarius, Gotfridus camerarius, Wolvrammus magister 
lapidum, Macharius magister conversorum, frater Rudgerus de Ratis- 
ponas); cives de Egra: Waltherus de Curia, Pertoldus de Curia, Chun- 
radus de Curia, Gotfridus antiquus iudex, Heinricus de Ratispona, 
Wolvlinus frater eins«), Christanus, Eberhardus frater eins s) 2) et alii 
viris) quam plurimi'') fide digni. Ne autem contractus huiusmodi a suc- 
cessoribus nostris infirmari valeat^) vel cassari, presentem paginam 
sigilli nostri munimine duximus roborandam. Datum anno domini 

M. CG. LXVIII. 



a) A. : vestre. b) A. : Theutonica per plebanum. c) A. : Bochen- 

gvelle. d) A. : ergo. e) A, : idem scüicet. f) A. : huius. g) A. : 

fehlt. h) A. : plures. 



1) Aitch hier der Aussteller gleichzeitig als Zeuge. — 2) OeJiören beide zum Ge- 
schlecht Zöllner. 

214. Günther d. Ae., Graf von Schwarzburg '^), schenkt ius proprietarium, 
quod in uno manso sito in Husen habuimus, videlicet quem do- 
minus Wilhelmus de Wiszense^) a nobis habuit in feodo, de bona 
permissione fihorum ^) et heredum nostrorum quorumhbet fratri- 
bus domus Theutonice in Grifstete commorantibus eu dauerndem 
Besitz. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Castellani nostri milites Henricus et Ot. fratres de 
Gruzzen, Hartmannus et Cristanus fratres de Holbach, Herrn, 
de Wizceleiben, Hemicus de Tannenrode; Th. scriptor uoster, 
plebanus in Hetstete. 

Datum anno domini m. cc. lxix, im nonas lunii. 

1269 Juni 2. 

Hdschr.: Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 743 (757). 

Ueberschr. : Apropriacio uniua mansi in Husin facta per dominum 
comitem de Swarczburg. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, 248. 



1) Oraf Günther V. 1227 — 1275 (f). — 2) jedenfalls der spätere Notar des Land- 
grafen Albrecht v. Thüringen. — 3) Graf Günther VII. v. Schwarzburg, 1259 — 1293 (f) 
— Graf Heinrich VII. v. Blankenburg, 1275— 1283 (f). 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 165 

215. Heinrich [der Erlauchte J, Markgraf von Meißen, eignet auf Bitten 
von Gertrud, der Wittib GodeboJds von Elsterberg, und ihres Sohnes 
Heinrich dem Deutschen Hause in Plauen die Güter in Röttis, die 
der genannte Heinrich von ihm eu Lehen hatte. 

Freiberg, 1269 Juli 25. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No. 733 ; gut erhaltene Perg. Urk. mit 

(nicht mehr vorh.) Siegel an braunen Wollfäden (O.). 

Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 85^ (A.). 
Ueberschr. : Littera de bonis in Rötis. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), 8. XXXVI, No. XLIII (unvollständig und 

sehr fehlerhaft) (P.). — Reg. : Mittl. Hohenleuben, 38.(39. Jg. (1866), S. 96, 

No. 1; — Beierhin, Elsterberg I, 13 (S. 47). 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S.\249; — erw.: Großkopf, Herren 

V. Lobdeburg. S. 245. 
Bemerk.: Schrift : Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand 3) und Flach S. 38 ff., 

env. S. 28 f. ; dazu Urk. No. 228 v. 1271 Sept. 1. 

Henricus dei gracia marchio Misnensis omnibus Christi fidelibus, 
ad quos presens scriptum pervenerit, in vero salutari salutem. Cum ea, 
que fiunt in tempore, labantur'') cum tempore, expedit, ut, que aguntur, 
in scripta^) publica redigantur, hinc est, quod notum esse volumus uni- 
versis. Nos in remedium anime nostre et Agnetis quondam coniugis 
nostre ad peticionem Gertrudis relicte Godeboldi de Elstirberch ^) et 
Hemici eins filii bona quedam sita in Rotes scilicet ad novem talenta, 
que a nobis habebat dictus H[enricus] in feodo, cum omni iure et pro- 
prietate contuhmus doniui Theuthonice in Plawe'^) tali condicione, 
quod de dictis bonis primo persolventur debita prefati Goteboldi"^) 
videhcet c. et l. marce et hoc per ordinacionem prefate domus Theu- 
thonice in Plawe "). Ne autem hoc factum obhvione in posterum deleatur ®), 
hanc scripturam nostram inde factam sigilli nostri munimine iussimus 
roborari. Testes huius sunt: Magister Gevehardus, frater Bernhardus 
et frater Ortwinus ordinis minoruni; item milites: Henricus de Sidhen, 
Henricus de Hoinsberch et suus frater Mcolaus, Ukicus de Ekebint et 
Burgoldus de Elstirberch. Datum Vriberg per manum protonotarii 

nostri magistri Gevehardi^) prepositi [in]^) Tsilowe. Anno domini m. cc. 
sexagesimo nono in festo lacobi apostoHe), fratris lohannis ewan- 
geliste. 

a) A. : labuntur. b) A. : scriptura. c) A. : Piauwe. d) A. : 

Coteboldi. e) A. : debatur. f) 0.: fehlt. g) A. : fehlt. 

1) Godehold v. E. gehört nicht zu den Lobdeburgern, sondern zu der ritterbürtigen 
Familie v. E., die schon vor den Lobdeburgern in E. saß, früh aber Ministerialen der 
Vögte von Weida usw. und dann der Markgrafen v. Meißen wurden ; s. Großkopf a. a. 0., 
S. 109. Derselbe stellt S. 245 f. die bekannten Träger dieses Geschlechtes zusammen. 
Er irrt aber, wenn er gegen P. angibt, daß auch die Söhne Heinrichs mitgenannt sind. 
P. hat hier falsch ad peticionem Gertrudis, relicte Godeboldi de Elstirberch, et Henrici 
et eius filii. Das letzte et steht nicht im Original. Deswegen ist das Kopf regest von P. 
richtig, obwohl im Text falsch steht. — 2) Gebhard, Scholaster u. Thesaurar zu Naum- 
burg, Propst von Hain, ist 1266 — 1285 Protonotar. 



166 .Urktindenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

216. Albrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen, Pfakgraf von 
Sachsen, bestätigt die Urkunde seines Vorgängers, des Landgrafen 
Heinrich [Raspe] für das DOHaus (Mühlhausen). 

Wartburg, 1269. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 745 ; Perg. Urk. mit Siegelbruchstück, 
das wieder ergänzt u. an den weiß-braunen Wollfäden bef st igt ist (0.). 

Aufschr. : Transsumptum super renunciacio[ne] domiai Hartungi de Erffa 
in bonis, que fratres habent in Guttern. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 10^ (A.). 

Ueberschr. : Littera renunciacionibus (/) domini Hartungi de Erffa 
super bonis in Guttem facta per H. Thuringie lantgravium. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B, 160, Heft 7, No. 8 (M.) (mit Auslassungen) . 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 122\ No. 105. 

Uebers. : Ebendas., Orig. No. 260 (Urk. 3); Pap. Urk. a. d. Anfang d. 
15. Jahrhts. 
Drv^k: Reg.: Reg. Stolbergica, 146 (setzt die Zeugen zum Tspt.). 
Bemerk.: M. hält die Urkunde für unecht, da Heinrich der Erlauchte erst 
1288 gestorben ist. Nach den Zeugen ist die Urkunde aber von Heinrich 
Raspe ausgestellt. 

Apbertus] dei gracia Thuringorum lantgravius et comes Saxonie 
palatinus universis Christi fidelibus in perpetuum. Tenore presencium 
publice protestamur, quod litteras domini H[einrici] illustris*) principis 
quondam lantgravii, progenitoris nostri felicis recordacionis non cassa- 
tas, non abolitas nee in aliqua sui parte viciatas vidimus in hec verba: 

[folgt Urk. No. 93.] 
In cuius rei evidenciam ac publicam omnium noticiam presentem pa- 
ginam conscriptam appensione^) nostri sigilli fecimus roborari. Datum 

in Wartberc'^) anno domini m. c. c. lx. ix*^). 



a) A,: illustri. b) A.: hinter pp ist ein h fortradiert c) A.: Wartberg, 

d) A. : millesimo c. C. LX. IX. 

217. Margarethe, Landgräfin von Thüringen und Pfalzgräfin von Sachsen 
(Margareta dei gracia Thuringorum lantgravia et comitissa Saxonie 
palatina), die Tochter Kaiser Friedrichs 11. (domini Friderici 
inchte recordacionis quondam imperatoris filia), bekennt, daß sie 
mit Einwilligung ihrer Söhne Heinrich'^), Friedrich^) und Dietrich ^) 
(cum consensu et assensu dilectorum filiorum nostrorum Hein- 
rici, Friderici et Thiderici) die ihr gehörige Kirche in Aufkirchen *) 
den Brüdern des Deutschen Hauses geschenkt habe zum Seelen- 
heile ihrer Vorfahren mit allem Zubehör zu unividersprochenem 
freien Besitz (ecclesiam in Ufkyrchen, quod tarn iure patrimonii 
quam proprietatis ad nos dinoscitur pertinere, dilectis nobis in 
Christo fratribus hospitalis sancte Marie Theutonicorum in 
Jerusalem contulimus ... in remedium ac salutem animarum 
nostrorum bone memorie progenitomm cum areis, vineis, decimis, 
arboribus et arbustis, aquis aquarumque dccursibus, viis et inviis, 
pascuis, cultis et incultis, graminibus et simpliciter cum omnibus 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 167 

proventibus et utilitatibus, ut predicta omnia possideant et 
habeant inconvulse, libere pariter et quiete contradictione ac 
questione qualibet et qualelibet^) non obstante). 

Mit dem Siegel der Ausstellerin. 

Zeugen: Dominus H[enricus] advocatus de Gera, dominus 
Ulricus de Coldiz, dominus Heinricus de Meinwardesburg, do- 
minus Hermannus Stranz de Tullestete, dominus Hermannus de 
Mila, dominus Hermannus camerarius de Vanre. 

Acta sunt hec in Wartberg sollempniter anno doniini m. cc. 
LXix. Wartburg, 1269. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 744 ; Perg. Urk., wasaerf leckig, mit 
gut erhaltenem Siegel an gelb-grün-roten Wollfäden. 

Aufschr. : Super ecclesiam in Uffkirchen donatam fratribus ordinis 
Theutunice Neylstet. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Bl. 125. 
Druck: Wegele, Friedr. d. Freid., S. 381 f., 11. — Reg. : ThürGQu. V, 1, 152. 
IM. : Pfau S. 91 ; — Dobenecker in Festschrift Armin Tille z. 60. Geb. (1930), 

S. 29; — Sommerlad S. 143. 
Bemerk.: Siegel: Posse, SW. S. 14, Tfl. 5,1. 



a) 0.: qualeribet. 



1) 1256—1290 Herr des Pleißenlandes. — 2) Der Freidige 1257—1324, Pfalzgraf 
von Sachsen, Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen ; über ihn s. F. X. Wegele, 
Friedrich der Freidige, Markgraf im Osterland. — 3) 1260 — 1307 Markgraf im Oster- 
land. — 4) Zur Erklärung des Ortes habe ich auch keine andere Lösung gefunden, als 
ihn mit Aufkirchen, B.A. Dinkelsbühl, gleichzusetzen. Merkwürdig ist, daß das DO Haus 
Nägelstedt eine so entfernt liegende Kirche erhalten hat. Es handelt sich um Gut aus der 
staufischen Erbschaft. Diese Kirche wurde jedenfalls bald der näher liegenden Kom- 
turei Oettingen angegliedert. Ob der Orden schon in Aufkirchen Besitzungen hatte, 
habe ich nicht feststellen können. Nach einer Urkunde im HSA. München v. 1307 
Juli 27 verpfändet das DOHaus Oettingen den Kirchsatz zu Aufkirchen dem DOHause 
Mergentheim . 

218. Thimo und Albert von Krimmiteschau bestätigen, daß ihr Bruder 
Ulrich an das DOHaus zu Altenburg als Schadenersatz 35 it zahlen 
will, und verbürgen sich für die richtige Einhaltung der Zahlungs- 
fristen. 1269. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 741; Perg. Urk. mit einem am 

Presset hängenden, gut erhaltenen Siegel Günthers von Krimmitzschau (0.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 86 (M.). 

Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 189, No. 92. 
Bemerk.: Schrift: s. Posse, PU. S. 37, 40 (Altenburger Hand). — Siegel: 

s. Posse, SWA. II, S. 119, Tfl. 56, 12. 

Nos Thimo necnon Albertus fratres de Crimazowe notum esse 
cupimus universis hanc paginam audituris et publice profitemur, quod 
domino commendatori de Aldenburch^) ac confratribus suis ibidem Ulricus 
frater noster de Crimazowe pro dampno videlicet • xxx viii • marcarum 
ipsis ab eodem illato- xxxv- libras contulit in emendam, pro quibus 
rata fide fideiussimus, ut eas infra septennium persolvamus hoc adiecto, 



168 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

quod anno quolibet quinque marcas in festo beati Michahelis^) demus 
omni ambagie procul mota et quoniam hanc prenominatam pecuniam 
cum magno profectu nostro ac pro perhenni refrigerio anime ipsius 
libenti animo erogamus. Ideo talem super nos sentenciam sponte fieri 
preeligimus, ut, si ista prefata negligeremus sive aliquo modo persolvere 
recusaremus, quod absit, per penam excommunicacionis aut per quod- 
libet aliud iudicium ad persolueionem eorundem districtissime arcare- 
mur, pro quo non commovebimur ullo modo. Ut autem huiusmodi 
sponsio stabilis ac inconvulsa iugiter permaneat, presentem litteram 
appensione nostri sigilli roboratam prenotatis fratribus in fidele testi- 
monium duximus erogandum. Testes huius rei sunt: Dominus [Al- 
bertus]^)'') burcravius de Aldenburch, dominus Guntherus de Crima- 
zowe, Tuto de Cosniz, Conradus de Sarowe, Otto de Glinde aliique quam- 
plures, qui huic nego[c]io'') affuerunt. Acta sunt hec anno dominice 

O o 

incarnacionis m. cc. lxviiii. 



a) 0.: fehlt. b) 0.: [] tehlt. 



1) Der Name ist nicht überliefert. — 2) Sept. 29. — 3) Albrecht II. 

219. Heinrich, Vogt von Plauen, übergibt dem DO. die Pfarre und das 
PatronatsrecM in Äsch. 1270 Febr. 2. 

Hdschr. : Orig. Tspt. von [nach 1338 J ESA. Dresden Orig. No. 749^. s. Bd. II. 

Druck : FDG. IX, S. 603, No. 9 (1274 Febr. 5); — Mittl. AV Plauen 1 (1880), 
No. 44 (fehlerhaft) ; — Mittl. d. V. f. Gesch. d. Dt. i. Böhmen, 1889 ; — 
Gradl I, 275 (gekürzt). — Reg.: ThürGQu. V, 1, 155; — Emier IV, 1825. 

Lit. : Limmer, Voigtland II, S. 411 (z. J. 1280) ; — Gradl, Egerland, 8. 100 f. ; 
— Vogel, DO. Plauen, S. 36; — Alberti, Schleiz, S. 8; — 25. Jber. u. Mittl. 
Oreizer Gesch. (1918), S. 45; — Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 81; — 
Sommerlad S. 16. 

Bemerk.: Zum Datum: Vgl. Cohn in FDG. IX, S. 581 f., dem ich nicht bei- 
pflichten kann. — Die Urk. ist eine Fälschung, vgl. die echte Urk. No. 462 
V. 1289 Mai 23. — Zum Diktat vgl. Flach S. 33 f., Anm. 218, S. 37. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Quoniam ea, que 
fiunt in tempore, cum tempore alterantur, sane deliberacionis exigit 
argumentum facta hominum propter humanam oblivioneni litterarum 
apicibus annotari. Ea propter nos Henricus de Plawe advocatus tenore 
presencium recognoscimus et universis cupimus esse notum, quod pensata 
fragilitate humanitatis nostre ob reverenciam sancte dei genitricis et 
virginis Marie in remedium peccatorum nostrorum hospitali eiusdem 
genitricis Marie domus Theutonice Jherosolimitane contulinms parro- 
chiam et ius patronatus eins in Asche cum universis possessionibus, 
iuribus et pertinenciis spectantibus ad eandcm, qui patronatus de libe- 
ralitatc donacionis imperii ad nos legittime pertinebat^), nichil iuris in 
ea parrochia nobis in posterum reservantes. Testes huius rei sunt: Frater 
Johannes in Plawe ^) et frater Hermannus ^) in Egra, commendatores, 
frater Theodericus de Rustiberg^); Albertus*) et Fridericus fratres 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 169 

de Machwicz, Albertus de Reinoltisdorf, milites, et alii quam plures. 
In cuius rei notieiam et memoriam sempiternam hanc litteram sigilli 

nostri munimine decrevimus roborandam. Datum anno domini m. cc. 

Lxx, IUI nonas Februarii. 



1) Ein Prior und Pleban Johannes ist erst 1288 — 1292 nachweisbar, — 2) s. Urk. 
No. 184 V. 1265 Apr. 20. — 3) s. Urk. No. 180 v. 1264 Sept. 1. — 4) letztes Vorkommen 
Alberts v. Machwiiz s. Mittl. AV Plauen 6 (1887), S. 5. — 5) s. ThürGQu. V, 1, 58. 

220. Älbrecht [IIL] und Ludwig fl.], Gehrüder, Edle von Eackeborn 
schenken dem DOHaus St. Kunigunde hei Edle 1 Hufe in Juden- 
dorf. 1270 Mai 1. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kap. 398, Bl. 36^ (K.). 
Ueberschr. : Copia super mansum in lodendorph. 

Reg. : Ebendas., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 79, 1. 
Druck : GQuPrSachsen N. R. 10, 334 ; — Ludewig V, 8. 110. — Reg. : Mülver- 

stedt III, S. 2; — Dreyhaupt I, S. 829, No. 19. 
Lit. : Wolf S. 26. 
Bemerk. : Die Indiktion muß heißen Xlll. 

Nos dei gracia Albertus et Lodewicus viri nobiles de Hackeborne 
reeognoseimus et presentibus protestamur, quod, cum fratres domus 
Theutonice sancte Konegundis apud Hallis mansum quendam situm 
in pago ville, que lodendorp dicitur, a Joanne, Heinrico et fratribus 
eorundem, filiis quondam loannis de Rusteleve pro vii. marcis argenti 
comparassent, ob reverenciam intemerate virginis et ad peticionem 
fratrum iam dictorum proprietatem huius mansi ipsis animo libenti 
dona\'imus. Proinde beatitudinis eterne nancisci premium cupientes 
preterea est adiectum, quod census, qui de manso antedicto annis 
singulis solet dari, infirmorum predicte domus deserviat luminari. Huius 
rei testes sunt: Henricus de Richowe^) commendator domus sepius 
prenotate, frater lordanus^) et frater loannes de Zweezene ^), sacerdotes; 
lordanus plebanus in Hunlewe, Theodericus Roiß, Arnoldus Stamer, 
Theodericus de Helpede et quam plures alii fide digni. Ne quis sibi dubitet 
de premissis, presentem paginam dicte domui dedimus sigilli nostri 
munimine roboratam^). Acta sunt hec anno domini m". cc°. lxx", 
kalendas May, indictione quinta. 

a) K. : roboratum. 



1) noch Urkk. No. 221 u. 222; 1272 ist er Komtur in Mirau. Vgl. Wolf S. 59. 
— 2) noch Urkk. No. 221 v. 1270 Mai 12 u. No. 234 v. [1271]. — 3) nur noch in 
der folgenden Urkunde. 

221. Otto von Richoiv, DOProvimial von Sachsen und Thüringen, be- 
kennt, daß Frau Margarete von Halle dem DOEause St. Kunigunde 
hei Ealle Zinsen in Judendorf überlassen hat. 1270 Mai 12. 



170 Urkundenbuch der Deutachordensballei Thüringen. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 34^ (K.). 

Ueberschr. : Copia super fertone cum manso sito in lodedorf . 

Beg. : Ebendaa., Ref. U. 4^, Neuwerk, No. 37, S. 79, 2. 
Druck : OQuPrSachsen N. R. 10, 335; — Ludewig V, 8. 101 f. — Reg. : Mülver- 

stedt III, 8. 4, 5; — Dreyhaupt I, 8. 829 f., No. 20. 
Lit.: Wolf 8. 26; — Hennes, Cod. dipl. ord. TheuL, Vorrede, 8. XIV; — 

ZVThürGuA. I, 8. 103, Anm. 1 ; — Anderson, Oriefstedt, 8. 15, Anm. 46; 

— de Wal, Recherches II, 8. 226 ; — ZHVRegBez. Marienwerder, 44. Heft 

(1905), 8. 7 (0. V. Richowe). 

Frater Otto de Richowe^) domus Theutonice Saxonie et Thuringie 
commendator provincialis omnibus presentibus et posteris presens 
scriptum. Ea, que a fidelibus geruntur in tempore, ne oblivioni tradantur 
futuromm, necesse ipsa est scripturamm testimonio confirmari. Noverint 
igitur tam presentes quam futuri, quod domina Margaretha de Hallis^) 
comparavit unum fertonem in manso sito in lodedorf, quem tenent 
a nobis Petrus et sui filii iure hereditario, quem vult dari in festo nativi- 
tatis beate Virginis^) hospitali sancte Konegundis ad lumen perpetuum 
infirmorum. Ut autem laudabilis ordinacio a fratribus nostris irrevocabili- 
ter teneatur, eam presentibus litteris confirmamus sigilli nostri muni- 
mine necnon et commendatoris de Hallis roboramus. Acta sunt hec 
anno gracie m*'. cc". lxx in die Pancracii martiris presentibus fratribus 
nostris: Fratre^) H[einrico] de Richowe^) commendatore eiusdem domus, 
fratre^) Ior[dano]*) sacerdote, fratre^) Io[hanne]^) sacerdote, fratre^) 
H. de Aldenijurg^), fratre^) Hugo[ne]^) cellerario *"), fratre^) Gudenwino®), 
sorore*^) loanna. 

a) K.: frater. b) K.: Hugo cellerarius. c) K.: Gudenwinus, soror. 



1) Otto V. Richow ist 1265 Dez. 15 in Preußen nachweisbar, wo er in einer Urkunde 
als zweiter unter den Zeugen steht. Als Landkomtur von Thüringen und Sachsen kommt 
er nur in diesem Jahre vor. Dann taucht er erst wieder 1277 als DOBruder in Thüringen 
auf, gehörte wohl schon damals dem Altenburger Konvente an, ist aber nur in 
Zwätzener und Oriefstedter Urkunden als Zeuge hinzugezogen. Vielleicht ist er 1278 
Komtur in Domitzsch (Bailei Sachsen), vgl. Urk. No. 300 Anm. 9. Von 1279 — 1286 
und 1289 ist er in Altenburg bezeugt und zwar von 1284 — 1286 als Komtur. 1288 
(s. Urk. No. 446) ist er vielleicht Landkomtur von Sachsen. Endlich finden wir ihn 
1298 f. wieder in Griefstedter Urkunden. — 2) 5. die Bemerkungen von Bierbach in 
GQuPrSachsen a. a. O. — 3) Sept. 8. — 4) s. Urk. No. 220 v. 1270 Mai 1. — 5) Jo- 
liannes v. Zwätzen s. Urk. No. 220 v. 1270 Mai 1. — 6) Heinrich Preuße von Alten- 
burg, s. No. 143. 

222. Johannes und Albrecht, Herzöge von Sachsen, Engern und West- 
falen, Burggrafen von Magdeburg, schenken dem DOEause 
St. Kunigunde bei Halle die Gerichtsbarkeit an 2 Hufen in Passen- 
dorf. Halle, 1270 Juli 4. 
Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 5ia— b (K.). 

Ueberschr. : Copia donacionis duorum mansorum dominorum lohannis 
et Alberti ducum Saxonie. 
Reg. : Ebendaa., Rep. U. 4^, Neuwerk, No. 37, 8. 79, 6. 
Druck : OQuPrSachsen N. R. 10, 336 ; — Ludewig V, 8. 87 f., Dipl. LXI. — 
Reg. : Mülverstedt III, 8. 5, 10 ; — Dreyliaupt I, 8. 829, No. 21 (m. Dat. 
Juni 4) u. IL, Beil. B, 8. 3, I, 7. 



I 



I 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 171 

Lit. : Wolf S. 28 f.; — ZVThürGuA. I, S. 106, Anm. 1. 

Bemerk. : s. Urk. No. 136 v. 1256, wo es sich um die gleichen Hufen handeln 
dürfte, über die der DO. jetzt erst die Gerichtsbarkeit erhält. 

Nos Joannes et Albertus dei gracia duces Saxonie, Angarie, West- 
falie burgkgraviique in Magdeburck omnibus hanc litteram inspecturis 
imperpetuum recognoscimus et tenore presencium protestamur, quod 
nos iurisdictionem, quam noscimur habere in villa quadam, que dicitur 
Bastendorp, duorum mansorum ad peticionem Hinrici^) commendatoris 
curie sancte Conegundis in Hallis damus sine impedimento quolibet. 
Ut autem huiusmodi donaoio minus valeat violari, hanc Utteram nostris 
sigiUis presontibus fecimus communiri. Huius rei testes sunt: Dominus 
Burchardus quondam burgkgravius Magdeburgensis, dominus Wedegho 
de Gatersleve, dominus Anno de Sydowe, Conradus de Kotene, Olze 
de Amendorph, Conradus cappellanus et alii quam plures milites et 
clerici fide digni. Acta sunt hec Hallis in Novo Opere anno domini 
M°. cc". Lxx", in die beati Udalrici confessoris. 



1) s. Urk. No. 220 v. 1270 Mai 1. 

223. Dietrich (IL), Bischof von Naumburg, lestätigt auf Bitten der 
Deutschen Brüder in Plauen das (wörtlich inserierte) Privilegium 
von 1122 für die Kirche von Plauen. 

Zeitz, 1270 [vor Sept. 24]. 

Hdschr. : Orig. : HSA . Dresden, Orig. No. 761 ; in den Brüchen schlecht er- 
haltene Perg. Urk. mit anhängendem guten Siegel an rot-braunen Woll- 
schnüren und Seidenfäden [O.J. 

Aufseht. : Plawensis de molendina in Alestra (und jedenfalls eine Schreiber- 
bemerk. :) Ubi tale signum 1 eadem forma. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 84^—85^ (A.). 

Ueberschr. : Littera innovacionis privilegii predicti per dominum Theo- 
dericum episcopum Nuwenburgensis. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. XXXVIII f., No. XLVI ; — Alberti, 

DOSchleiz, S. 8, 11. 
Lit.: Sommerlad S. 143; — Lepsius, Bisch, v. Naumburg, S. 95 f. 
Bemerk. : Datum: Nach der genannten Indiktion muß die Urkunde vor Sept. 24 
(ind. Bedana) ausgestellt sein. — Mit Cum a nobis petitur beginnen eine ganze 
Anzahl päpstlicher Bullen für den DO. — Die Uebertragung des Patronats- 
rechtes an den DO. s. Urk. No. 26 v. 1224. 

In nomine domini amen. Theodericus ^) permissione divina Nuen- 
burgensis ecclesie episcopus presentibus et futuris hanc paginam inspec- 
turis salutem et pacem in domino sempiternam. Cum a nobis, quod 
iustum est, petitur, tarn vigor equitatis quam ordo exigit racionis, ut 
id per nostre solHcitudinis Studium perducatur debitum ad effectum 
ideoque nos ad multam et supplicem peticionis instanciam honestorum 
et^) dilectorum fratrum domus Theutonice Privilegium a bone memorie 
domino Th[eoderico] episcopo Nuenburgensi predecessore nostro ante 
longa tempora datum ecclesie Plawensi, nunc sue transcripcione reno- 



172 TJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

vatum nostri impressione sigilli approbamus et denuo^) communimus, 
cuius talis est continencia sive tenor: 

[Es folgt d. UrL v. 1122]') 
Datum et renovatum Cyce in curia nostra anno domini m. cc. lxx., ponti- 
ficatus nostri anno xxvi., indictione xiii^, presentibus et in testimonium 
advocatis: Domino Enge[i]berto'^) decano, domino Bertoldo custode^), do- 
mino Christiano cellerario, domino Gerardo, domino Conrado de Sinder- 
stete, canonieis Cy[censibus] ; domino Meinhardo burgravio Cycensi 
dicto de Wolftiz, domino Alberto de Rite*^) et quam pluribus aliis 
clericis et laycis fide dignis. 

a) A. : fehlt. b) A. : de novo. c) O.: Engerberto. d) A. : Rute. 



1) Dietrich IL v. Meißen, B. v. Naumburg 1244 — 1272. 2) Da die Urkunde 
von 1122 für die Besitzverhältnisse des Hauses Plauen sehr wichtig ist, möge ein aus- 
führliches Regest hier folgen. Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 43. — Abschr.: SA. 
Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 69^— ^ (z. J. 1112). — (Druck: GQuPrSachsen N. R. 1, 
124. — Reg.: Dobenecker I, 1170 m. weiteren Angaben): 

Dietrich [I.], Bischof von Naumburg, bestätigt, daß Adelbert, Graf von Eberstein, Herr 
des Gaus Dobna, auf seine Ermahnung hin eine Kirche zu Ehren Gottes, der Jungfrau 
Maria und Johannis des Täufers erbaut hat, die der Bischof selbst einweihte. Diese Kirche 
hat Adelbert axisgestattet manso uno, qui situs est in villa Cribsiz (Chrieschwitz) quemque 
quatuor zmurdi incolunt et censum sibi prescriptum inde annuatim ecclesie solvunt, 
et molendini sui, quod in Alestra (Elster) constructum est, dimidia utilitate cum areis et 
pratis et parte quadam silve in vico Plawe, ubi et ecclesia constructa est, dotavit. Ipsius 
eciam interventu omnem decimam eiusdem pagi, que nobis attinebat, tarn plenariam 
militum quam constitutam rusticorum eidem ecclesie concessimus et banno nostro 
firmavimus et Thomam sacerdotem, virum et sciencia et moribus ornatum, incolis 
prefecimus, qui eos ab errore gentilitatis plenius revocet et ad viam veritatis perfecte 
perducat. Terminos quoque pagi huic pagine inposuimus irrefragabiliter precipientes, 
ut omnes infra hos constituti decimas suas, ut prescriptum est, sacerdoti Thome eius- 
que in ecclesia P]aw[ensi] successoribus reddant et in omnibus, que divina sunt in 
baptismo, in confessione et in sepultura se illi subiectos esse debere recognoscant : 
A capite rivi Cocotwia usque ad Turam et ab hac ad Esilbach inde ad aquam Golz 
et eam ad summum Grodini ultra Tirpisberc in Birbirbach descensumque eins in Mildam 
usque ad Snesnizam ad ortum eins, inde adZvatowam et summum eins usque ad sanctam 
Alestram et descensum ad rectam Alestram et usque Milne eins ascensum, ad originem 
medie Stirbile et cursum eins in Conin unde ad Milezibach usque Lomnizam fluxumque 
eins in Binin, eins decursum inter villam Zobri in Kamenizam donec Wisinta et eam 
descendendo ad Tiliam in Mosilwita, a qua in Uobna ac cursum inter Striboz et Siroune 
ad Alestram et ascensum eins usque ad Cocotwiam. Infra hos ergo terminos nullus 
absque assensu plebani sacerdotis ecclesias construat vel dedicari faciat et, si qua 
constructa fuerit, matrici ecclesie obediat, cuius quilibet sacerdos ecclesie Plawensis 
curam de manu successorum nostrorum recipiat. 

Mit dem aufgepreßten Siegel des Ausstellers und genannten Zeugen. 

Acta sunt hec anno domini M. c. XXII, indictione l^, regnante et hec fieri inperante 
Heinrico V., anno imperii eins Xll", presente domino Alberto Moguntinensis sedis 
archiepiscopo, anno ordinacionis Dietrici episcopi XI ". 

224. Bruder Otto von Richow, Landkomtur des DO. in Sachsen und 
Thüringen, verzichtet auf den Zehnten in Orum zugunsten Burchards 
von der Asseburg. 1270. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 173 

Hdschr. : Orig. : v. d. Asseburg. A. auf Falkenstein ; Perg. Urk. mit beschädigtem 

Siegel des Landkomturs am Presset. 
Druck : Asseburger ÜB. II, 534. 
Bemerk. : Ob der Zehnte einem Hause der Bailei Thüringen zustand, ist fraglich; 

ich möchte ihn eher zu den Einkünften der Bailei Sachsen rechnen. 

Fratcr Otto de Richowe^) commendator fratrum hospitalis sancte 
Marie Theutuiiicorum per Saxoniam et Thuringiam universis presens 
scriptum intuentibus salutem in domino. Tenore presencium publice 
protestamur, quod omni iuri, si quod habere potuimus aut possumus 
in decima in Orem, tam pro nobis quam pro successoribus nostris renun- 
ciamus et ins ipsum domino Borhardo de Assenborch assignamus. In- 
super profitemur, quod litteras patentes domini G. et B. fratrum, filiorum 
domini B. de Goselaria vidimus, in quibus recognoscebant, quod prefatus 
dominus Bosse ab ipsis medietatem dicte decime redimerat, que medietas 
patri ipsorum in pignore fuerat obligata. Huius rei testimonium pre- 
sentem litteram contulimus sigilli nostri munimine roboratam. Datum 
anno domini m". c° c° septuagesimo. 

1) s. Urk. No. 221 v. 1270 Mai 12. 

2,2,^ . Dietrich [IL], Bischof von Naumburg, eignet dem Deutschen Hause 
in Altenburg das Dorf Harthau bei Crimmitzschau. 

Zeitz, 1271 Juni [2]. 

Hdschr.: Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 139b (A.). 
Ueberschr. : Littera de villa, que dicitur Harte. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 31^—32^ (K^). 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 456, No. 260. 

Bemerk. : Posse, PU. S. 122 zu S. 121, Anm. 5^ : Hier zuerst die Zusammen- 
ziehung von actum und datum. Posse gibt 1273 an und meint wohl Urk. 
No. 339 V. 12[8]1 Juni 29. — Ich Imlte diese Urkunde für eine Fälschung. 
G. V. Cr. wird erst 1273 DOBruder (s. Urk. No. 255) ; vgl. außerdem das gleiche 
falsche Datum (vi. nonas lunii) bei d. Urk. G. v. Cr.s v. 1263 Juni [2] 
(No. 175) ; das Pontifikatsjahr ist richtig angegeben. Vgl. auch die folgende 
Urkunde. 

In nomine domini amen. Nos Theodericus^) dei gracia Nuenburgensis 
ecclesie episcopus omnibus in perpetuum. Cum nee longitudini temporum 
nee multitudini^) rerum sie sufficit humana memoria, ut, vel que multa 
sunt tenaciter apprehendere vel que longeva sunt, certa valeat retinere, 
datum est fragilitati eins per providenciam conditoris, ut eins insuffi- 
ciencia scripturarum amminiculis adiuvetur, ne, quod fideliter geritur, 
negligenter pereat aut inutiliter evanescat. Ea propter ad noticiam [tam]'') 
presencium quam futurorum volumus pervenire, quod nos ad humiles et 
diversas preces honorabiüs fratris Hugonis ^) commendatoris domus Theu- 
tunice in Aldenburg, nee non düecti consanguinei nostri fratris Guntheri^) 
de Crymazscowe'^) eiusdem ordinis villam, que vocatur Harte, sitam 
apud Crymazscowe, que nobis libere vacavit per resignacionem domini 
Thymonis et domini Ulrici de Crymazscowe, Heinrici de Vrankenhusen 
et fratris sui Guntheri, Frederici'^) et Hermanni fratrum, filiorum fratris 



174 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Guntheri supradicti, de consensu et voluntate tocius capituli nostr 
domui Theutunice in Aldenburg in proprium dedimus cum omni utili- 
tate videlicet agris, areis, silvis, pratis, pascuis, aquis aquarumque de- 
cursibus, vns et inviis, iudicio, exitibus et reditibus et omni iure, quod 
dictis bonis inest in presenti vel inesse poterit in futuro. In cuius rei 
testimonium presentem litteram desuper confectam nostro sigillo feci- 
mus communiri. Nos quoque Meinhardus dei gracia prepositus, Theo- 
dericus deeanus totumque capitulum Nuenburgense ad exprimendum 
nostrum consensum premissis omnibus liberaliter accessum sigillum, 
quoque eciam^) nostro utitur, apposuimus huic scripto. Acta et datum 

Cyce anno domini m" cc. lxxi. ^), vi nonas lunii, indictione xiiii^, ponti- 
ficatus nostri anno xxvii"., presentibus et in testimonio advoeatis: Do- 
mino Meinhero preposito, domino Theoderico decano Nuenburgensi et 
ceteris pluribus^) et cetera. 

a) K^ : temporum nee multitudini fehlt. b) A.: fehlt. c) A.: folgt 

unterjmnktiert que nobis libere. d) A.: Ffrederici. e) A.: ecciam. f) Ä^; 

m" CC° LXVI". g) A.: ceteri plures. 

1) 8. Urk. Nr. 223 v. 1270. — 2) Nur hier. — 3) s. ürlck. No. 175 v. 1263 
Juni [2] u. No. 255 v. 1273. 

226. Dietrich [IL], Bischof von Naumburg, bestätigt auf Bitten des 
Landkomturs Albrecht von Ämmendorf die der Pfarrkirche in Reichen- 
bach von Heinrich, Vogt von Plauen, gegebenen Privilegien. 

Zeitz, 1271 Juni [2]. 

Hdschr. : (angebl.) Orig. : H8A. Dresden, Finanz A. No. 7249.; Perg. Urk. mit 
2 (fehlenden) Siegeln an Seidenschnüren (0.). 
Orig. Tspt.: Ebenda^. Orig. No. 765; Perg. Urk., etwas brüchig und wasser- 
fleckig, mit anhängendem gut erhaltenen Siegel d. Stadt Eger am Presset (OT.). 
Auf dem Bug v. and. Hd. u. Tinte : Manuscribtam cum originale et 
concordat lohannes Holczappel, notarius. 
Orig. Tspts: Ebendas. Orig. No. 1045; s. Urk. No. 385. 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. XLIX ; — Lepsius, Gesch. d. Bisch. 
V. Naumburg, S. 305—307, No. 71^. 

Lit. : Lepsius a. a. 0., S. 95 ; — Deelemann S. 51 ; — Alberti, DOSchleiz, 
S. 8, 11 ; — ZHVRegBez. Marienwerder, 44. Heft (1905), S. 9 ; — Limmer, 
Voigtland II, S. 410. 

Bemerk. : Fälschung. Vgl. die Atisführungen bei Flach S. 209 ff. über die 
Reichenbacher Fälschungen. — OT. ist inser. in die Bestät. Urk. der Bürger 
V. Eger vom J. 1463 am dinstag nach dem suntag iudica in der vasten. 
— Zeitbestimmung : s. Mittl. AV Plauen a. a. 0., Anm. 1 u. Archiv f. dt. 
Adelsgesch. v. Ledebur 1865, II, 234 ; av^h das Pontifikatsjahr ist falsch. — 
Siegel v. 0.: 1) des Bischofs Dietrich, verloren; — 2) des Naumburger 
Kapitels, kleiner Rest vorhanden; — Siegel v. Eger: s. Oradl Tfl. I, 3. — Zu 
beachten ist auch die vorhergehende Urkunde mit gleicheyn Datum. 

In nomine domini amen. Theoderieus^) dei gracia Nuoiiburgensis 
ecclesie episcopus omnibus imperpetuum. Cum nee longitudini tem- 
porum nee multitudini rerum sie sufficit humana memoria, ut, vel que 
multa sunt tenaciter apprehendere vel que longeva sunt certa valeat 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 175 

retinere, datum est fragilitati eius per providenciam conditoris, ut eius in- 
sufficiencia scripturarum aminiculis adiuvetur, ne, quod fideliter geritur, 
negligentcr percat aiit inutiliter evanescat. Ea propter ad noticiam 
tarn presenciuni quam futurorum volumus pervoniro, quod, cum nobilis 
dominus Heynricus advocatus de Plawe dictus Ruthenus, patronus 
ecclesie in Riehenbach nostre dyocesis in nostra eonstitutus presencia 
in sue et progenitorum suorum salutem ins patronatus iam dicte ecclesie 
et filiarum sibi annexarum nostra auctoritate licencia et consensu reli- 
giosis provinciali Thuringie et fratribus hospitalis sancte Marie Iheruso- 
limitani Theutonicorum dedisset et perpetue donacionis titulo contu- 
lisset ac nobis Privilegium domini Utonis pie recordacionis predecessoris 
nostri ipsi ecclesie concessum presentasset, ipse ac frater Albertus de 
Amendorff^) provincialis et fratres sui petierunt tam humiliter quam 
devote, sibi donacionem ac Privilegium huiusmodi confii'mari, ea tarnen 
condicione, quatenus iuxta ordinacionem nostram desuper faciendam 
cappellanus in Myla de cetero residens sine preiudicio ecclesie parrochialis 
in Riehenbach et privüegii sui predicti haberetur, cuius tenor fuit et 
est talis * 

[Folgt Urk. von 1140] ^) 
Nos vero ad instantem peticionem ipsorum, sano et maturo consilio 
nostri capituli prehabito, eisdem provinciali et fratribus dictam ecclesiam 
in Riehenbach cum fihabus suis videhcet Myla, Waltkirchin, Plona, 
Rotenbach et Ernphornzgrune cum decimis et pertinenciis suis incor- 
poravimus atque concessimus officiandam, regendam et tenendam per 
fratres presbiteros sui ordinis, quos duxerint ehgendos, seu per clericos 
seculares, quos sibi substituere seu constituere decreverunt et eosdem 
destituere quotiens ipsis videbitur expedire atque incorporamus et 
concedimus auctoritate nostra per presentes successoris nostri seu cuius- 
libet alterius inpedimento quolibet non obstante per hanc tamen con- 
cessionem nostram nobis aut successori nostro derogare nolumus, quin 
ipsa parrochiahs ecclesia in Riehenbach ad iura episcopalia et legem 
iurisdictionis nobis subiecta remaneat. De capella vero in Myla cum 
consensu dominorum Heynrici de Plawe, provincialis et fratrum pre- 
dictorum tahter ordinavimus, quod plebanus in Riehenbach cappellanum 
sui ordinis aut secularem ad residendum in Myla sibi de cetero substituat, 
cui curam animarum ibidem committat, ad quem incole villarum Myla, 
Rotscha, Foschenrod, Lomnitz, Netschka et superior Myla pro sacra- 
mentis ipsis ministrandis et ebdomadatim duabus missis in cappella 
Myla celebrandis recursum habeant ac eciam decimas et oblaciones 
fidehum, quas plebanus in Riehenbach ab incohs hucusque perceperat, 
ipse capellanus ^) inantea percipiat, cui dominus Heynricus de Plawe 
de curia habitacionis et ceteris necessariis, quibus residenciam suam 
continuare et onera sibi incumbencia supportare valeat ecclesiastica 
inmunitate servata congrue providebit. Et ut ecclesia parrochialis 
suo iure non privetur, capellanus quilibet pro tempore existens in 
restaurum oblacionum predictarum et aliorum accedencium de mortu- 



176 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ariis proveniencium singulis annis tres marcas cum dimidia, nee non 
octavam partem subsidiorum nobis ac successoribus nostris sive aliis 
de parrochia prestandorum, suo plebano in Richenbach exsolvere et 
contribuere tenetur. In reconpensam vero decimarum predictarum 
dominus de Plawe parrochie in Richenbach duos manipulos sive garbas 
decimarum, quos ipse hucusque preter tercium, qui prius parrochie 
attinebat, de omnibus agris eciam novaübus civitati Richenbach perti- 
nentibus aut in ipsius campis existentibus perceperat, Ubere donavit. 
Sic quod parrochia in Richenbach plenariam de cetero omnium agrorum 
huiusmodi habeat decimacionem, ordinacione igitur incorporacione et 
concessione supradictis semper salvis nos Privilegium predictum ipsi 
ordini dei nomine innovamus, ratificamus et confirmamus ac presentis 
scripti patrocinio communimus inhibentes nichilominus et in virtute 
sancte obediencie ac sub interminacione anathematis precipimus. Ne 
quis incorporacionem, concessionem, ordinacionem et confirmacionem 
supradictas irritare aut violare quoquomodo presumat, quod qui ausu 
temerario attemptare presumpserit contra eundem censura ecclesiastica 
requisiti procedemus, in cuius rei testimonium presentem htteram desuper 
confectam nostro sigülo fecimus communiri. Nos quoque Meynherus 
prepositus, Theodericus decanus totumque capitulum Nuenburgense ad 
exprimendum nostrum consensum premissis omnibus accessisse sigillum, 
quo ecclesia nostra utitur apposuimus huic scripto. Acta et data sunt 
hec Cice anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo primo, vi nonas 
lunii, indictione xiiii, pontificatus nostri anno xxvi, presentibus: Do- 
mino Meynhero preposito, Theoderico decano Nuenburgensi, domino 
Alberto preposito, domino Engelberte decano, domino Bertoldo custode, 
domino Conrado de HaUis archidiacono trans Muldam, domino Cristiano ^) 
cellerario, canonicis Ciczensibus, domino plebano de Rottiwitz; domino 
Meynhardo de Wolftitz burkgravio Ciczensi, domino Ulrico de Cotswa, 
domino Pomerario de Trachenfels, mihtibus, et aliis quam pluribus 
fide dignis. 

1) s. Urk. No. 223 v. 1270. — 2) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. — 3) Ein 
Original der Urkunde ist nicht vorhanden. Druck nach Orig. Tspt. SA. Dresden, Orig. 
No. 1045 (s. No.385) in GQuPr Sachsen N. R. 1, 151.— Reg.: Dobenecker I, 1409 mit 
weiteren Hinweisen. Wenn auch im allgemeinen gegen den InJuilt keine Bedenken bestehen, 
so scheint mir doch die Urkunde sehr verdächtig; denn: 1. Ein Original fehlt. — 2. Die 
zeitliche Uebereinstimmung mit der Urk. des Bischofs Udo für Altkirchen (s. Urk. No.5^). 
— 3. Ist die Kirche zu Altkirchen nur einmal abgebrannt, da sie aus Holz gebaut war, so 
ist die Reichenbacher Kirche, die B. Günther (1079 — 1089) zuerst weihte, gleichfalls ab- 
gebrannt, dann aber aus Stein wiedererbaut, von B. Walram (1089 — 1111) wieder geweiht, 
aber durch feindlichen Einfall wieder zerstört worden. Das will mir als eine Ueber- 
trumpfung der Altkirchener Urkunde erscheinen. — 4. Reichlich hundert Jahre später er- 
fahren wir erst Näheres über die Reichenbacher Kirche, die nach allen echten Urkunden 
doch als eine Gründung der Vögte von Plauen oder wenigstens der Grafen von Eberstein 
anzusprechen ist. — 5. Die ersten U eberlief erungen der Urkunde befinden sich nur in 
Fälschungen. 

Da^ Regest lautet: Udo, Bischof von Naumburg weiht ecclesiam in Richenbach 
hostium inoursu destructam et reedificatam in honore sancte Marie perpetue Virginia 
et sanctorum Petri et Pauli apostolorum und bestätigt duo molendina inferius videlicet 



I 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 177 

et superius circa Richenbach in ripa Mylen situata et agros cum pratis inferioris campi, 
habentes a molendino inferiori in ascensu ripe Mylen centum triginta unam, deinde 
a ripa in ascensu montis ducentas duas et ex transverso centum et decem et exinde 
in descensu lursum ad molendinum centum sexaginta tres, una cum agris et pratis 
superioris campi, habentes a sinistris circa confrontaciones suas in longitudine a molen- 
dino superiüii in ascensu montis usque ad viam circa patibulum, que ex transverso 
protenditur a viUa Ratscha ad Schonbron, tricentas triginta tres, deinde continuando 
viam ad Ratscha ad limitatos c) lapides confrontantes campum huiusmodi et campum 
antique Ratscha usque ad semitam a Richenbach ad Plawen tcndentem centum quinqua- 
ginta duas, exinde vero in descensu ducentas octuaginta usque ad pratum universitatis 
et exinde rursus ad molendinum quadraginta duas virgas mensurales vel quasi pro 
dote assignatosd) cum terminis opidi Richenbach et villarum, quas infra scribi fecimus. 
Vor vielen Jahren Jmtte B. Günther von Naumburg ex lignis fabricatam ecclesiam geweiht 
und die Grenzen der Stadt und der Dörfer festgesetzt. Darauf Imt B. Bairabanus d) eandem 
ecclesiam lapideam extructam incendio pereunte priore geweiht und die Grenzen bestätigt. 
Nomina vero villarum in terminis ecclesie in Richenbach situatarum sunt hec: villa 
Richenbach, Heynrichsdorff, Hertmasgrun, Ernphornzgrun, 13ertolsgrune, Waltkirkin, 
Plona, Rotenbach, Ohornn, Schonbrun, Snetenbach, Wissensand, Rathscha, Foscheru'od, 
Lomnitz, Netscha, Myla. Diese Dörfer sind kirchlich von Reichenbach abhängig. Inner- 
halb dieser Grenzen darf keiner Kirchen oder Kapellen bauen. Et si qua constructa fuerit, 
matrici ecclesie in Richenbach obediat. Cuius quihbet sacerdos Richenbachensi ecclesie 
preficiendus curam de manu prepositi ecclesie Ciczensis recipiat. 

( Besiegelungsvermerk fehlt.) 

Zeugen: Wie in Urk. No. 5^. doch statt Bermarus magister steht Hermarus ma- 
gister und statt Isinhardus steht Hilmhardus. 

Actum in Cice a venerabili Utone sancte Nuenburgensis ecclesie episcopo anno 
ab incarnacione domini mülesimo centesimo quadragesimo, indictione tercia, anno 
ordinacionis domini episcopi XV. 



a) 0.: cappellanus. b) 0.: Cristianno. c) OT.: limitares. d) sie! 

2,2,1 , Heinnclifl.J, Vogt von Plauen, bezeugt vor dem Naumburger Bischof, 
daß der Ritter Johannes von Göllnitz zu seinen Lebzeiten 3 Mark 
in Weißensand dem DOHause Reichenbach gegeben hat. 

[1271 Sept. 1]. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 780; Perg. Urk. mit (fehlendem) 
Siegel am Pressel (0.). 

Auf sehr. : Confirmacio iii marcarum in Wizsensande; littera pertinens 
domui in Richenbach. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 151^ (A.). 
Ueberschr. : wie 0. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 165. — Reg.: Mittl. AV Plauen, 1 (1880), No. LI; 

— Beierlein, Elsterberg I, 14. 
Lit.: Lepsius, Bisch, v. Naumburg S. 98; — Alberti, DOSchleiz, S. 8. 
Bemerk. : Datum ergibt sich aus No. 228 v. 1271 Sept. 1. — Schrift : Posse, PU. 
S. 41 (Reichenbacher Hand B.), dazu Flach S. 38 ff., ferner Urk. No. 228 
V. 1271 Sept. 1. 

Coram vobis venerabili patri^) et domino episcopo '^jNuwinburgensi^)^) 
ego Henricus advocatus de Plawe tenore presencium publice ^) recognosco 
et universis cupio esse notum, quod boiie memorie lohannes de Golnicz 
mües, cum adhuc viveret, in remedium anime sue redditus trium mar- 
carum in villa Wizinsande, quos a me habuit in feodo, contulit fratribus 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 12 



178 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

domus Theutonice nomine parrocchie in Richinbach perpetuo possidendos 
et Marquardus miles, gener suus, una cum heredibus dictorum bonorum 
bona sua prehabita resignarunt. Ego eciam"^) intuitu divine retri- 
bucionis et düectionis predictomm hanc donacionem ratificans prefatis 
fratribus contuli dicta bona et tam tunc, cum dampnificati fuerunt in 
eisdem bonis, quam nunc ipsos fratres memorata bona profiteor libere 
possedisse. Preterea tam ego, qui feodator fueram, quam feodotarii vel 
heredes coram Ottone plebano in Elsterberg, cum ipse, sicut intellexi, 
rei veritatem indagare vellet, recognovimus ita esse. Unde super iniuriis 
dictorum fratrum secundum quod'^) prudencie donacionis vestre con- 
gruum videbitur, ordinetur. 

a) 0. : venerabilis pater. b) 0. : domine episcope. c) 0. : Nuwin- 

burgensis. d) 0. : übergeschr. 

1) 5. ürk. 225 V. 1271 Juni [2J. 

228. Heinrich fl.], Vogt von Plauen, gibt der DO Pfarre in Reichenbach 
Einkünfte in der Stadt. 1271 Sept. 1. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 771 ; Perg. ürk., brüchig, wurm- 
stichig und Wasser fleckig, mit rückseitig ergänztem Siegel an rot-gelben Seiden- 
fäden (0.). 

Auf sehr. : Super decimam civitatis et super v marcas annui census 
confirmacio. 
Äbschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 151^ (A.). 

Ueberschr. : Super decima civitatis et super v marcas annui census 
confirmacio. 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. L (sehr unvollständig), meist nach 
Lobenstein, gemeinnütziges Intelligenzblatt 1788, 23. Stück, S. 94 (nach A.). 
— Peg. : ThürGQu. V, 1, 164 ; — Mittl. üohenleuben, 47.149. Jg. (1878), 
S. 6, Anm. 1. 

Lit. : Longolischer Beschäftigungen mit bewährten Nachrichten, 1. Bd. (1770), 
S. 581 (z. J. 1270) ; — Flach S. 217 f. 

Bemerk. : Schrift : Posse, PU. S. 41 (Reichenbacher Hand B.) ; Flach S. 38 ff. 
weist den gleichen Schreiber wie No. 215 v. 1269 Juli 25 urid No. 190 v. 1265 
Okt. 21 (nach Posse, PU. S. 40 Plauensche Hand 3) nach. Es ist auch bei 
der Bedeutungslosigkeit des Beichenbacher Hauses — es ist noch nicht einmal 
sicher, ob in Reichenbach damals schon eine selbständige Komturei war — 
kaum anzunehmen, daß die Kommende einen eigenen Schreiber hatte. — 
Siegel: Posse SWA. I, S. 34, No. 189, Tfl. 24, 2. 

Cum id, quod tractatur humanitus, inter omnia maxime conservet^) 
et perpetuet series litteralis, nos Henricus de Plawe advocatus presenti 
littera publice recognoscimus et universis cupimus esse notum, quod 
pure et liberaliter propter deum in veniam et solacium anime nostre 
contulimus parrocchie in Richenbach fratrum domus Theuthonice duos 
manipulos sive garbas de universis agris tocius campi pertinentis civitati 
Richinbach, sicut bone memorie patmus noster de (iroicz et nos habuinms 
et ex antiquo possedimus preter tercium niauipulum, qui parrochie 
eidem antea pertinebat^), et sie agrorum perfectam decimam pertinere 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 179 

parrochie profitemur; item trium marcarum redditus in villa Wizmsande<=), 
que bona Johannes de Golnicz miles, cum adhuc viveret, legavit in re- 
medium peccatorum siiorum similiter dedimus fratribus memoratis; 
item curiam solventem duas marcas sitam Kichinbach*^) prope ripam, 
que*") dicitur Demilin, quam Lucardis relicta Henrici Bohemi müitis 
ob salutem anime defuncti müitis eiusdera legavit, prefatis fratribus 
libere eontulisse recognoscimus presencium testimonio litterarum. Huius 
rei testes sunt: Rudolfus de Plawenicz, Henricus de Utinhove, Theo- 
dericus et Fridericus') fratres de Mahwicz, Albertus de Reinoldisdorf^), 
Bertoldus de 0[gawe]*'), Marquardus de Milin, milites, Henricus notarius 
noster^), Bertoldus officiatus et Henricus iudex in Richinbach. In cuius 
rei certitudinem et memoriam sempiternam hanc cartam decrevimus 

sigüli nostri testimonio roborari. Datum anno domini m. cc. lxxi. ') 
kalendas Septembris''). 

a) A.: conservat. b) A. : pertinebant. c) A.: Wissensande. d) A. : 

in R, e) A. : qui. f) A. : fehlt. g) A. : Reynolstorf. h) 0.: 0. 

i) A.: millesimo cc. LXXI. k) A. : Septembris et cet. 

229. Leo, Bischof von Regensburg, genehmigt, daß die Bürger von 
Eger als Patrone des fSiechenJhospitals der Stadt dieses auf Ver- 
anlassung König Ottokars [IL] von Böhmen und fratris Hermanni ^) 
domus Teutonice plebani et commendatoris Egrensis et fratrum 
suorum dem Spitale der Kreuzherren^) eu Prag unterworfen haben. 

Mit den Siegeln des Ausstellers und des Regensburger Kapitels. 
Datum Ratisbone anno domini m. cc. lxxi, xviii. kalendas 
Octobris. Regensburg, 1271 Sept. 14. 

Hdschr. : Abschr. : StA. Eger; Papier Es. d. 15. Jhts. 
Druck: Gradl 1, 284; — Emier II, 759. 
Lit. : Qradl, Egerland, S. 101. 
Bemerk.: Zeugen sind nicht genannt. 

1) s. Urk. No. 184 v. 1265 Apr. 20. — 2) mit dem Stern. 

230. Heinrich und Thimo, die Söhne Thimos von Kohren, eignen dem 
Deutschen Hause in Altenburg das Patronat der Kirche in Kohren 
und die Mühle daselbst. Wehlen, 1271 Sept. 28. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 773; Perg. Urk. m. sehr gut erhaltenem 
Siegel an grün-gelben Wollschnüren (0.). 

Aufschr. : Super patronatus in Chorun. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 143^ (A.). 

Ueberschr. : Littera, que donacio in Aldenburg habet ius patronatns 
in Chorin in ecclesiam et molendinum ibidem. 
Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 78^. 

Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 191, No. 93. 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. I, S. 123 Anm. 692; — Mittl. d. Oster- 
landes X, S. 519; — Sommerlad 8. 127, 143 u. 153. 

12» 



180 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Bemerk. : Zustand: Die Urk. ist sehr verblaßt und zerrissen, daher teilweise 
nicht zu lesen. Zum Teil mit Tannin gefärbt, um die Schrift wieder deut- 
licher hervortreten zu lassen. Sie ist bis unter den Umschlag beschrieben. — 
Echtheit : nicht zweifelhaft, vgl. dagegen die Bestätigung v. 1271 Dez. 19 
(No. 232) durch Heinrich d. Erlauchten mit der Ergänzung, daß auch der 
Wald bei Rüdigsdorf geschenkt ist, und die Bestätigung durch Markgraf 
Dietrich von Landsberg v. 1277 Mai 13 (No. 283), in der noch Gehölz bei Zaps 
als Geschenk hinzukommt. Urk. No. 230 sagt nichts davon, daß Heinrich 
von Kohren beabsichtigt, in den DO. einzutreten, und sein gesamtes Erbteil 
dem DO. geben will, das zudem in den beiden Wettiner Urkunden verschieden 
angegeben ist. Beide Brüder geben das Patronatsrecht über die Kirche in Kohren 
und die Mühle daselbst zu ihrem Seelenheile in Anwesenheit des Markgrafen 
Heinrich. Merkvmrdig ist nun, daß diese Urkunde der Gebrüder von Kohren 
nie erwähnt wird, auch nicht als Bischof Heinrich II. von Merseburg 1292 
Aug. 6 (s. Urk. No. 524) die Urkunden des Markgrafen Heinrich und die seiner 
Söhne Albrecht, die nicht erhalten ist, und Dietrich bestätigt. Auch als der 
Archidiakon Ulrich der Merseburger Kirche 1303 Nov. 18 (s. Urk. No. 682) 
die Ansprüche des Markgrafen Friedrich d. Freidigen und des Edlen Friedrich 
von Schönburg auf die Kirche zurückweist, wird nur auf die Bestätigungen 
der Schenkung Bezug genommen. — Es wird dagegen in der Urk. Bischofs Hein- 
rich II. nur das Patronat der Kirche in Kohren erwähnt, aber nicht die anderen 
Schenkungen. — Schrift: Posse, PU. S. 37 (Altenburger Hand). — Auch 
die Schrift der Bestätigungsurkunden gibt zu Bedenken Anlaß. 1. Ueber Urk. 
No. 232 V. 1271 Dez. 19 s. dort. 2. Urk. des Markgrafen Albrecht ist nicht 
erlialten. 3. Urk. No. 283 v. 1277 Mai 13 ist nicht im Original erhalten; der 
Text stimmt sonst völlig mit 1. überein. 4. Urk. No. 525 v. 1292 Aug. 6 soll 
nach Kehr (s. d. Urk.) von Notar D. stammen, nach Posse, PU. Altenburger 
Duktus sein Die Urk. stimmt sonst wörtlich mit einer Urkunde Bischofs 
Heinrich I. von Merseburg für das Georgskloster in Leipzig überein (1260 
Dez. 4; GQuPr Sachsen 36, 296). Ich schließe mich hier Posse gegen Kehr an. 
5. Urk. No. 682 v. 1303 Nov. 18 ist von unbekannter Hand. — Siegel: 
Posse, SWA. III, S. 53, Tfl. 27, 18. 

In nomine domini amen. Universis [Clnistji '') fidelibus presentem 
litteram inspecturis Henricus^) et Thimo i'ilii Thimonis de Chor[im] "*) *^) 
quidquid obsequi[i]^) et honoris. Quoniam generacio preterit et advenit, 
ideo necesse est acta hominum sub scripti testimonio confirmare. Notum 
esse cupimus igitur tam presentibus quamfuturis, quod nos Henricus^) et 
Thimo deChoi'Uii'') propter*^) deum et pro remedio animarum nostrarum 
fratribus ordinis sancte Marie domiis Teuthunico bona subscripta \ädeli- 
cet ins patronatus ecclesie in Chorun^) et molendinum situm ibidem in 
civitate iusto donacionis tytulo attendente presente illustri principe 
domino nostro Henrico^) marchione Misnens[c] in proprium dedimus 
proprietatis tytulo perpetuo possidenda. Ut igitur h[ec]'') nostra donacio 
firma sit et inviolabihs perseveret, predicte ordinis fratribus haue htteram 
dedimus nostri sigilH munimine roboratam. Acta sunt hec in Wilin, 

anno m cc lxxi, iiii*° kalendas Octobris. Testes vero') huius dona- 
cionis sunt: Dominus Thimo de Lisn[e]kä), Henricus') de ZeduUcz, Otto 
de Sl[imni), Eckehardus]*)^), cora[nienda]tor^) [in AJldenberc^)^) et alii 
quam plures fide digni'). 



a) 0.: [] Biß. b) A.: Heinricus. c) A.: Thymo filius Thymoms de 

Chorin. d) Ä.: Heinricus et Thymo de Choren. e) 0.; prompter. f) A.: 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 181 

Chorin. g) A.: Heinrico. h)0.: nur wenig erhalten. i) A.: fehlt. k) nach 

den hd^chr. Reg. i. USA. Dresden, die die Bemerk, haben: Nomina accurate legi 
non possunt. 1) A.: Henricus — digni fehlt, dafür et ceteri plures. 



1) -iwin ist von mir ergänzt : es muß allerdings Vermutung bleiben, ob Otto 
zu den Schlieben gehört. — 2) -hardus war nach hs. Regest in USA. Dresden noch zu 
lesen. Ich nehme an, daß es sich um den früheren Komtur von Neneuntz Eckehard 
handelt. Vgl. Urk. No. 197 v. 1266. 

231. Albrecht [der Eniartete], Landgraf von TMlri7igen, Pfalzgraf von 
Sachsen, belicnnt, quod sicut f rater Kyrstanus dictus de Mulhusen^) 
ordiiiis domus Theutonice, quem speciali pro multimodis suis 
scrviciis, que nobis exhibuit, amplectimur dilectione, bona in 
[Kirc]helingen^) sita comparavit apud dominum abbatem montis 
sancti Petri in Erfordia et suum monasterium domui Tiieutonice 
in liberam et perpetuam proprietatem. Er befreit diese Güter ab 
omni exactione quam racione advocacie sive dominii und droht 
denen mit Ungnade, die die Brüder des Deutschen Hauses [in 
MühlhausenJ in ihrem Besitz stören. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum anno domini m cc septuagesimo primo in crastino beate 
Lucie. 1271 Dez. 14. 

Hdsckr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 777; Perg. Urk. mit ziemlich gut 
erhaltenen Wachssiegel an rot-gelben Seidenfäden. 

Druck : GQuPrSachsen 3, 215. — Reg. : ÜB. Bist. Samland I, 98 ; — GQuPr- 
Sachsen N. R. 5, 436. 

Lit.: N. Mittl. 13, S. 303. 

Bemerk. : Schrift : Mühlhäuser Hand 1 nach Posse, Pü. S. 39, 57; — Die 
Schrift ist bes. in den beiden Längskniffen schon sehr undeiälich. — Siegel: 
Posse, SW. S. 14, Tfl. 4, 5. — Die Verkaufsurkunde ist erst 1272 (No. 236) 
ausgestellt; die Verzichtsurkunden der Grafen v. Gleichen und der Kämmerer 
V. Mühlhausen s. No. 237 v. 1272 März 30 und No. 239 v. 1272 Apr. 30. 
Vgl. Urk. No. 264 v. 1274 Nov. 5 über den Kauf von Gütern am gleichen 
Orte vom Michaeliskloster in Erfurt. 



a) 0. : Moderfleck. Nach Herquet (GQuPrSachsen 3, 215) hieß es Kirchelingen ; 
vgl. N. Mittl. 8, 2, S. 95. 



1) Kristan v. Mühlhausen, Komtur und Pleban der AUstadt- Mühlhausen 1272 
bis 1276, dann Bischof von Samland 1276 — 1295; über ihn vgl. Herquet, Kristan 
V. Mühlhausen u. N. Mittl. 13 (1874), S. 372—392. 

232. Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen und des Oster- 
landes, eignet auf Bitten Heinrichs von Kohren dessen Erbschaft, 
das Kirchenpatronat und eine Mühle bei Kohren, sowie den Wald 
bei Rüdigsdorf, dem Deutschen Hause in Altenburg zu. 

Wehlen, 1271 Dez. 19. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 778; Perg. Urk. m. Wollschnüren (0.). 
Aufschr. : Littera super ecclesiam in Chorin et molendinum ibidem 
et silvam prope villam Rudigersdorff. 



182 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 56 (A.). 

üeberschr. : Littera de ecclesia in Chorun et molendino ibidem et de 
sUva prope Rudigersdorff. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. XXIV. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 95. 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 192, No. 94. 

Lit.: Tittmann, Heinr. d. Erl. II, S. 254; — Sommerlad S. 153. 

Bemerk. : Schrift : markgräfliche Kanzlei, vgl. Posse, PU. S. 39, Sp. 1 u. S. 47, 
Sp. 2. — Siegel : fehlt; an den vielen braunen Wollschnüren (fila serica) sind 
überhaupt keine bes. hellen Stellen bemerkbar, die sonst durch Siegel gewöhn- 
lich entstehen. — Echtheit : zweifelhaß, da es unwahrscheinlich ist, daß jemals 
ein Siegel an der Urk. war, da hier mehr zugesprochen als in Urk. No. 230 
von den Brüdern selbst und schließlich da auch hier dieselben Zeugen auftreten, 
wie in No. 177, die ich auch für unecht halte. — Heinrich von Kehren erscheint 
zuerst 1279 März 12 (s. Urk. No. 301) als DOBruder in Altenburg. — Auch 
daß hier H. d. E. von seiner 2. Gemahlin (bone memorie) spricht, obwohl er 
höchstwahrscheinlich schon die 3. Ehe mit Elisabeth v. Maltitz eingegangen 
war, ist auffällig. — Allerdings gibt die Schrift zu Bedenken keinen Anlaß. 
— Vgl. auch die Urk. No. 283 v. 1277 Mai 13 des Markgrafen Dietrich von 
Landsberg, in der als neue Schenkung noch ein Gehölz bei Zeps hinzukommt. 

In nomine domini amen. Henricus^) dei gracia Misnensis et Orien- 
talis marchio universis presentem litteram inspecturis in perpetuum. 
Universa negocia mandata litteris ac voci testium ab utroque trahunt^) 
in mobile firmamentum, notum igitur esse volumus universis tarn pre- 
sentis quam futuri evi fidelibus, quod, cum Henricus de Chorun volens 
et intendens assumere ordinem fratrum domus Teutonice^) et bona sub- 
scripta videlicet ius patronatus ecclesie in Chorun, molendinum situm 
ibidem in civitate et silvam prope villam Rudegersdorf'') sitam ipsum 
Henricum^) pro porcione hereditatis sue*') contingeneia dictis fratribus 
et ordini de vol[un]tate ^) et consensu Thymonis^) fratris sui donasset 
iusto donacionis tytulo accedente, nos ad p[e]ticionem^) et instanciam 
dieti Henrici et ob remedium anime nostre ac dilecte coniugis nostre 
domine Agnetis bone memorie^) nee non ob honorem omnipoten[t]is 
dei et [gjlorioseO virginis Marie matris sue bona predicta post liberam 
resignacionem dictorum fratrum Henrici^) videlicet et Thymonis^) in 
nostris manibus factam predicti ordinis fratribus et ipsi ordini in pro- 
prium dedimus proprietatis tytulo perpetuo') possidenda, Ut autem 
hec nostra donacio robur optineaf") perpetue firmitatis, fratribus ordinis 
sepedicti eandem litteram apud "Wilin dari fecimus sigilli nostri munimine 

roboratam. Anno domini m cc lxxi, xiiii kalendas lanuarii presentibus 
nobili viro Johanne burggravio de Witin, Henrico') de AValdowe, Henrico') 
camerario de Gnansteyn, G[u]nthero °') de Slatheym, Ottone de Kotawicz, 
domino Conrado Ventre nostro cappellano") et aliis quam pluribus 
fide dignis. 

a) A.: Heinricus. b) 0.: thraunt. c) A.: Rudigersdorf. d) A. 

Heinricum. e) A.: suo. f) O.: [] durch Feuchtigkeit ausgegangen. g) A. 

Thimonis. h) A.: Heinrici. i) A.: perpetue. k) A.: obtineat. 1) A. 

Heinrico. m) 0.: Loch durch Knick. n) A.: capellano. 

1) Er begegnet uns erst 1279 März 12 (Urk. No. 302) als DOBruder in Alten- 
burg. — 2) Agnes von Böhmen f 1268 Okt. 10. 



ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 183 

233. Frater Anno*)^) magister hospitalis sancte Marie domus Theutoni- 
corum Jerosolimitani gibt villam quandam iam dudum desertem 
dictam Crouls ^) balivie Moravie adtinentera wegen seiner Lage auf 
Rat seiner Räte der Bailei Oesterreich. 

Es siegelt der Aussteller. 

Mit den Zeugen: Fratre Ludewico commendatore Bohemie^) 
et fratre Ciinrado commendatore Austrie ^) et fratre Har[t]manno *^) 
de Heldrungen ^). 

Datum et actum Hostraditz anno dominice incarnacionis 
m" cc" lxx" ii", quarto kalendas lanuarii. 

Hosterlitz, 1271 Dez. 29. 

Hdschr. : Orig. : DOZA. Wien a. 401 ; Perg. ürk. in. dem Hochmeistersiegel 

am Pressel (0.). 
Druck : Boczek, Cod. dipl. Moraviae V, 255. — Reg. : Schindler, Regesten a. d. 

ZA. d. DRO:s zu Wien 17213; — Pettenegg 482 (m. Dat. 1272 Dez. 29); — 

Emier II, 803. 
Bemerk.: Siegelbeschreibung bei Pettenegg u. Schindler; Abb. s. [de Wal,] 

Recherches I. Tfl, II. 

a) 0.: Anna. b) 0.: dictam Crouls übergeschr. = Dürrenkrut. c) 0.: 

Harmanno; Pett.: Hermann; es ist Hartmann v. Heldrungen, s. Urk. No. 66 v. [1238 
zw. Aug. 15 u. Okt. 27]. 

1) Anno V. Sangerhausen s. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 2) Landkomtur 
1270—1272. — 3) Konrad v. Immerlohe, Landkomtur 1250—1272. — 4) s. Urk. No. 66 
V. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 

234. Das DeutscJiordenshaus in Halle hat dem Hause in Altenhurg 
24 Mark gegeben, womit dies 6^/2 Talente in Schindemar ein- 
gelöst hat. [1271]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1624^; Perg. Urk., Siegel u. Pressel 
fehlen. 

Auf sehr.: Super . . . 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4 (Altenburg II), No. 144 (M.). 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 471 (m. Dat. [um 1300]). 

Bemerk.: Zustand: fast unleserlich, stark zerfallen, auf Papier aufgeklebt, mit 
Tannin gefärbt. Kein Anzeichen vorhanden, daß es besiegelt gewesen ist. 
M. konnte schon nicht mehr alles lesen, kannte aber noch 2 Siegel : „das 
eine des Kommendat. in Aldenb., vom andern ist die Umschrift nicht 
zu lesen". — Zeit : Vol(c)mar, Landkomtur von Sachsen und Thüringen, 
urkundet 1260 Okt. 10 (Urk. No. 156) und tritt 1272 Mai 19 (Urk. No. 241) 
u. Sept. 16 (Urk. No. 244) als Zeuge auf. — Ein Priester Johannes ist für 
1277 (Urk. No. 287) u. 1280 (Urk. No. 336 f.) in Altenburg nachzuweisen. 
Heinrich v. Richow ist 1270 (Urk. No. 220) DO Komtur in Halle u. 1272 
(Mülverstedt III, S. 30 ff.) DO Komtur in Mirau (Ballei Sachsen). Heinrich 
Prusse (Brutenus) ist 1259 Apr. 5 (Urk. No. 143) DOBr. in Altenburg, 
weilt 1270 Mai 12 (No. 221) in Halle, ein Jordanus 1270 (Urk. No. 220) 
DOPriester in Halle und bei Dietrich möchte ich Dietrich v. Kolditz, den 
späteren DO Komtur in Zschillen, als DO Bruder in Altenburg sehen. Als Jahr 
käme dann meines Erachtens nur 1271 in Frage. 

Nos frater V[olcm]ar[us ^) commendator provincialis] Saxonie et 
Thuringie notum esse [volujmus universis fratribus nostris intuentibus 
[prejsens scriptum, quod de consensu fratrura nostromm in Hallis et 
in Aldinburch de domo Hallis accepimus xxiiii [marcas], quas dedimus 



184 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

fratribus in Aldinburg ad redimenda bona videlicet vi}" talentum in 
Schindemar[e, pro] quibus fratres in Aldenburch in restaurum predicte 
pecunie dimidiam partem in festo Walpurgis^) et dimidiam in festo Mar- 
tini ^) in Lipzk scilicet . . de Merseburch [argento donmi] Cunegundis de 
Hallis in ni . . . cephie de Branden[stein] et . . . dict . . , nuere sue . . 
fuerit [XXIII ?] videlicet marcas fratres de Hallis eisdem solvere tenebun- 
tur. In huins rei testimonium presentem paginam sigüli nostri et domus 
in Aldinbureli appensione duximus roborandam. Testes^) huius rei sunt: 
Frater [lohanjnes sacerdos, frater Heinricus de Ricli[owe], f[ra]ter Hein- 
ricus [Prusse] de Aldinburg in Hallis, frater lordanus sacerdos, frater 
Theodericus [et] a[lii quam plures]. [Si autem] fratres de Aldinburc, quod 
absit, debite accipere non persolvent, fratres de Hallis in dicencium fra- 
trum domum ... de Aldinburch accipiant [dictam] persolueio[nem] . . . 

Anmerk. ; [ ] unleserlich oder durch Verivitterung fehlend und ergänzt. 



1) s. unter Bemerk. — 2) 3Iai 1. — 3) Nov. 11. 

235. Dechant, Propst und Konvent der Kirche zu Fulda gehen der Stadt 
Erfurt Güter in Friemar zu Lehn. 1272 März 18. 

Hdschr.: Orig.: HSA . Dresden, Orig. No. 787 ; Perg. Urk. mit beschädigtem Siegel (0.). 
Aufschr. : Neylstet. Super bona in Vremar. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 7. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Bl. 115. 

Druck: GQuPrSachsen 23 (1), 253. 

Bemerk. : s. Urkk. No. 279 v. 1277 Jan. 1 u. No. 409^ v. 1285 Sept. 14 (Kr. v. 
Mlh.). Wann die Güter an den DO. gekommen sind, steht nicht fest; doch 
zeigt die Aufschrift, daß sie später zum Hause Nägelstädt gehört haben. — 
Siegel des Fuldaer Konvents, Umschrift ; Si . . . ntus. maior . . . Mensis. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Nos Berthous^) decanus, 
Fridericus prepositus totusque conventus maioris ecclesie Fuldensis 
recognoscimus litteris presentibus publice protestantes, quod communi- 
cato consiUo liberaliter admisimus, ut cives seu universitär civitatis 
Herfordensis bona in Vremar, que feodaliter a nostra descendunt ecclcsia, 
perpetuo possideant et in suos usus redigant, prout sibi viderint expedire 
ita sane, quod in Signum recognicionis, fundi et proprietatis singulis 
annis in festo beate Walpurgis^) decem talenta pure cere custodi ecclesie 
nostre vcl eius certo nuncio representent, quam solucionem si protra- 
herent usque ad mensem, quaiido dictam ceram per suum nuncium Ful- 
dam non transmitterent, decem alia talenta cere una cum cera predicta 
pro pena ecclesie nostre solvent. Si vero, quod absit, sepedicta decem 
talenta cere cum pena adiecta in terminis antedictis nobis et ecclesie 
nostre prefati cives Herfordenses duobus annis solvere non curaverint, 
ipsa bon[a]'') in Vremar cum suis conpertinenciis sine omni contra- 
(lictione ad nos'^) libere revertentur. In cuius rei testimonium presontes 
litteras sepedictis civibus Erfordensibus damus sigilli nostri nnmimine 

roboratas. Anno domini m. cc. lxx secundo, xv kalendas Aprilis. 

a) 0.: Berthohus. bl 0. : bon. c) 0. : ad nos übergeschr. 

1) Mai 1. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 185 

236. Andreas, Äht, Hermann, Prior, und der ganze Konvent des St. Peter- 
klosters in Erfurt verkaufen dem DOH. MüliUiausen-Alistadt Güter 
in Kirchheilingen und Blankenhurg. 1272 [vor März 30]. 

Hdschr. : Abschr. : StA. Langensalza, Kopb. d. Kl. Homburg, Bl. XXXV^ 
(neue Zählung 32^) (L.). 

Uebersckr. : Kauff unnd Vorkauffbrief desz furwergs von denn Peter- 
hernn zu Erffurtt. 

Druck: Reg.: N. MM. VIII, 8. 94 (S. A. S. 64); — GQuPr Sachen 3, 
219 und N. B. 5, 441 ; — ÜB. Bist. Samland I, 98, Anm. ; — Herquet, 
Kristan v. Mühlhausen, No. 3 ; — Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Familien- 
Jcunde, XLIX. Jg., S. 85, No. 69 (Gusselherus de Tulstedt). 

Lit.: Erfurter Jbb., N.F. XIV, S. 169. 

Bemerk. : s. Urkk. No. 231, 237 u. 239. — Andreas ist von 1255—1300 als 
Abt und Hermann 1271 f. als Prior des Petersklosters in Erfurt nachweisbar. — 
Das gen. Kloster war schon 1143 März 20 im Besitz von Gütern in Kirch- 
heilingen, s. GQuPrSachsen N. R. 5, 41. — Zum Verkauf s. ürk. No. 401 
V. 1284 OH. 9. 

In nomine domini amen. Nos Andreas dei graeia abbas, Hermannus 
prior totusque conventus^) monasterii sancti Petri in Erfordia^^) reco- 
gnoscimus et constare cupimus omnibus Cristi fidelibus presentibus et 
fiituris, ad quos pervenerit presens scriptum''), quod, cum in allodio 
nostro in Kircheylingen propter distanciam sito'^'^) nimia ac plurima 
castra circumiacencia quottidianis serviciis nee non hospiciis multotiens 
eciam spoliis gravaremur adeo incessanter, quod in officio caraere nostre, 
ad quod spectabat iam per multos annos, param emolimenti conseque- 
remur ab ipso jmo tarn equos, quam victualia annis singulis super addere 
cogeremur, nos matura deliberacione super hoc habita ipsum allodium 
vendendum decrevimus et ipsius precium ad bona magis \'icina et utilia 
ex integro convertendum. Hinc est, quod honorabilibus viris fratri 
Cristiano^) commendatori veteris civitatis Molhusenn. et fratribus domui^) 
Theutonice ad communem ordinis utilitatem prefatum aDodium cum 
nemore et triginta mansis ad idem allodium pertinentibus nee non cum 
omnibus suis attinencys pro ducentis et quinquaginta marcis usualis 
argenti nobis Erffurdie persolvendis vendidimus proprietatis titulo 
possidendum, vendidimus eciam ipsis sub eodem titulo et pecunia bona 
nostra in Blanckenburgk sita, de quibus Johannes de uno manso solvit 
AValpurgis ^) quinque sohdos, Michaelis <^) ^) quinque sohdos, aucam et 
duos pullos, Henricus Lucie de dimidio manso Walpurgis ^) duos sohdos, 
Michaehs ^) duos solides, Henricus Fiingko de dimidio manso "VValpurgis ^) 
sohdos duos, Mchaehs^) duos sohdos, Albertus cum duabus pueUis 
unum marcscheffel avene de dimidio manso. Hec itaque*') bona cum 
allodio in Kircheyhngenn et omnia ad hoc pertinencia predictis fratribus 
pro pecunia supra nominata vendidimus sub hac forma, quod nos eadem 
ipsis propria et ab omni advocacia hbera tradere debemus coram plebis- 
cito et ahas, ubicumque fuerit oportunum. Et nichilominus de huius 
modi hbera proprietate plenam warandiam facere debemus et prestare 
secundum quod integrali plebiscito sentencia nobilium terre et mini- 
steriahum fuerit dif finitum et, si coram iudice ecclesiastico aut provinciali 



186 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

super ipsis bonis in causam tracti fuerunt et conventi, nos pro ipsis stabi- 
mus bona fide, donec ipsis sepedicta bona iure canonico aut lege civili 
restituamus ab huiusmodi impeticione libere absoluta ceterum ad impe- 
ticiones et contradictiones secus emergentes, que in forma vel presencia*) 
iudicy non fuerunt ventilate, pro predictis fratribus non tenebimur 
respondere, quia non iuris obtentum sed exactionis et malicie viara 
querunt. Si vero de numero agrorum et redituum preseriptorum aliquid 
forsitan inveniencium defectum^) ipsi fratres de summa pretacta retra- 
hent^), quantum iuxta estimacionem tocius summe fuerit retinendura, 
si autem superfuerit iuxta eandem estimacionem iterum superaddent, 
hoc eciam adiecto, quod coloni bonorum, de quibus census solvitur 
annuatim iure hereditario sive colonario, quod a me abbate docere pe- 
terunt, se habere ab ipsis fructibus non impedientur, non contra iusti- 
ciam expellentur. Ut autem hoc factum nostrum sive scriptum super 
vendicione predictorum bonorum nostrorum confectum frrmum perpetuo 
maneat et inconvulsum, sigillorum nostrorum appensione et sigUlo con- 
fratrum Erffordensium et testium subscripcione illud roborandum duxi- 
mus et predictis fratribus dedimus ad munimen. Testes huius rei sunt: 
Albertus hospitalarius, Wiczelo cammerarius, Wernerus cellerarius, 
Irnfridus cenarius, Henricus infirmarius et Thiemo cantor, nostri con- 
fratres; de extraneis: Eckhardus decanus, Conradus cantor, magister 
Ditericus de Roslere, Ditericus de Omnibus Sanctis, canonici sancte 
Marie Erfordensis '), Guntherus prepositus Novi Operis, Hermannus 
scolasticus et Heydenricus cantor sancti Severi; Henricus et Fredericus 
fratres nobiles de Kyndehusen''), Gisselerus de Tulstedt, Guncelinus 
de Herversleuben 1) et Gernodus, milites; Hugo Longus [et]™) Albertus 
Vicedomini, magistri consulum, Bertholdus de Gotha, Gisselerus Vice- 
domini, Berwigus de Rodestogk, cives Erfurdenses'^), ahi quoque multi. 
Acta sunt hec anno gracie miUesimo ducentesimo septuagesimo secundo. 

a) L.: am Band nachgetr. ab) L.: Effordia. b) L.: übergeschr. bc) L.: 

Situs. c) L.: dm. d) L.: marcum. e) L.: itqque. f) L.: pren- 

sencia. g) L.: defectus. h) L.: retruebunt. i) L.: Erffordensis. 

k) L.: Kyndehusenn. 1) L.: Hervesleubenn. m) L.: Hugologus. n) L.: 

Erffurdenses. 



1) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 2) 31ai 1. — 3) Sept. 29. 

237. Albrecht [IL], Graf von Gleichen, verzichtet für sich und seinen 
Bruder Ernst fV.J auf die ihm eustehenden Rechte an den Gütern, 
die der DO. in Kirchheilingen hat. Weißensee, 1272 März 30. 

Hdschr. : Ahschr. : StA. Langensalza, Kopb. d. Kl. Hotnburg, Bl. XXXV^ 
(neue Zählung 32^). 

Ueberschr. : Abczogk der herrnn von Gleichenn von den güthernn zu 
Kirchheylinghen. 
Abschr. : Ebendas. (ohne Monat u. Tag). 
Druck: Beg. : N. Mittl. VIII, S. 94, danach OQuPrSachsen 3, 221 ; — Mittl. 

Erfurt 10, S. 196. 
Lit. : Tümmler, Oesch. d. Gfen v. Gleichen, S. 84. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 187 

Bemerk. : Oeneal. Tafel der Grafen v. Gl. s. Posse, 8WA. III zw. S. 82 u. 83 «. 
neuerlich bei Tümmler a. a. 0. — Landgraf Ludwig verleiht 1222 [vor Sept.] 
dem Erfurter Peterskloster die Vogtei über ^j^ Ihife in Heilingen, die es vom 
Peterskloster zu Wasungen zurückgekauft hat (Dobenecker II, 2012). — Die 
Grafen von Tonna (Gleichen) ivaren seit 1134 Vögte des Petersklosters. S. a. 
Tümmler a. a. 0., S. 8 f., 131. — Vgl. Urkk. No. 231 v. 1271 Dez. 14 u. 
No. 401 V. 1284 Okt. 9. 

Nos Albertus dei gracia comes de Glichen*) constare cupimus 
universis tarn presentibus quam futuris presens scriptum inspecturis, 
quod nos pro nobis et fratre nostro Ernesto atque nostris successoribus 
universis renunciavimus ex integro omni iuri sive impeticioni, quod vel 
quam habuimus aut habere possemus nomine advocacie vel alio quocum- 
que modo in bonis sitis in Kercheylingen''), que fratres domus Theu- 
tonice aput dominum Andream abbatem monasterii sancti Petri in Er- 
fordia'^) et suum conventum sicut exinde confecta expressius invenerunt. 
Ut autem hec nostra renunctiacio predictis fratribus domus Theutunice 
per nos et nostros heredes firma et inviolata permaneat, presentem 
litteram eisdem fratribus in testimonium dedimus sigilli nostri munimine 
confirmatam. Acta sunt hec in Wissensehe anno domini m" cc" septua- 
gesimo secundo, tercio kalendas AprUis. Testes huius rei sunt: Frater 
Cristanus ^) et frater Gerhardus ^), sacerdotes, frater Wasmodus '^) vice- 
commendator in Wissensehe ^) ; Berthous dapifer de Schlotheym, Bruno 
dictus Inquies de Wissensehe, Henricus de Hopphingestedt advocatus 
noster, Gotfridus et Gerlacus fratres de Bullistete, Fredericus scriptor 
noster et alii quam plures. 

a) Z/.; Glichenn. b) -L.; Kercheylingen. c) L.; Erffordia. d) L.; Wasmodos. 



1) 5. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 2) Er scheint nach der folgenden Urkunde 
zum Johanniter orden zu gehören. — 3) vom Johanniterorden. 

238. Fratres de Grif stete kaufen tercium dimidium mansum in villa 
Husen mit allen ZuheMrungen, und Conradus Vitulus, Eckardus 
de Gunstete, Dithericus Sagittarii pro Cristano et fratre suo 
Rudolfo befreien sie von jeder Auflage. 

Mit dem Siegel der Schöffen von Weißensee. 

Zeugen: Frater i) Wachmodus 2) de Wizsinse, frater^) Ger- 
hardus sacerdos, frater^) Hoigerus de Heiderungen; dominus 
Hebererus de Stuzforte; Heidenricus Monetarius, Fridericus de 
Talheim, Conradus de Gunstete, scabini de Wiszinse. 

Acta sunt hec in Wizsinse anno domini m. cc. lxxii in crastino 
sanctorum Tyburcü et Valeriani. Weißensee, 1272 Apr. 15. 

Hdschr. : Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 751 (765). 

Ueberschr. : Testimonium empcionis duorum mansorum et dimidii in 
villa Husen cum sigillo opidi Wiszense sigillatum. 
Druck : Publ. PreußSAen. 3, 275. — Kurzes Reg. : v. Hagke, Weißensee, S. 52, 

289 (nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 3^). 
Bemerk. : Die Fassung der Urk. ist sehr eigenartig. 

1) J ohanniterbrüder zu Weißensee. — 2) Jedenfalls verschrieben für Wasmodus, 
s. vorhergehende Urk. 



188 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

239. Heinrich Kämmerer von MüMhausen und Dietrich, sein Bruder, 
verzichten auf alle Rechte, quod racione iurisdictionis et comicie 
nobis competebat vel videbatur competere in bonis in . . . He- 
lingin'') sitis in villa, in campo aut nemore, in allodio, in areis 
aut agris, que bona viri in Christo dilecti fratres ordinis domus 
Theuthonice apud abbatem et conventum monachorum montis 
sancti Petri in Erfordia empcionis titulo sue domui comparamnt 
in liberam et perpetuam proprietatem^). Ita videlicet, quod iudicia, 
exactiones, hospicia, peticiones, impeticiones seu alia quecunque 
gravamina nobis non licet aut competit in bonis prefatis aliqualiter 
exercere, maxime cum dominus noster Albertus princeps iUustris 
Thuringie lantgravius et comes Saxonie palatinus ab omni suo 
iure et advocatorum suorum impeticione velit esse libera penitus 
et exempta bona sepedicta utpote suis in litteris ^) fratribus super 
eo collatis plenius invenitur. 

Mit dem Siegel Heinrichs Kämmerers von Mühlhausen. 

Zeugen: Berthous dapifer de Slatheim, Hugo de Alminhusen, 
Conradus de Heilingen, loliannes apud ecclesiam de Tungespruken, 
milites; Gotefridus de Kullestete, Theodericus de Welspeche, 
Hildebrandus Ungula, Theodericus Sculteti, Theodericus Mar- 
garete, Ekehardus de Sconerstete, cives in Muluhusen. 

Datum anno domini m cc septuagesimo secundo, pridie kalendas 
Mail. [Mühlhausen,] 1272 Apr. 30. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 789 ; Perg. Urk. (1 Wurmloch) mit 

fast gut erhaltenem Siegel an 2 Hanjsclinüren. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122, No. 106. 
Druck : GQuPrSachsen 3, 216. — Beg. : ÜB. Bistum Samland I, 98, Anm. ; — 

Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 1, No. 2 ; — Kurzes Beg. : GQuPrSachsen 

N. B. 5, 441, Anm. 4. 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. I, 8. 187. 
Bemerk.: Siegel: Posse, SWA. II, S. 95, No. 845, Tjl. 43, 10. — Vgl. Urklc. 

No. 231 V. 1271 Dez. 14, No. 276 v. 1276 Nov. 29 u. No. 401 v. 1284 Okt. 9. 



a) muß [Kirc]helingen ergänzt werden. 



1) s. Urk. No. 236 v. 1272 [v. März 30 J. — 2) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. 

240. BertJious, Truchseß von Schlotheim, bezeugt, daß Friedrich, Ritter 
von Dienstedt, Sy^ Hufen in Groß- Ballhausen dem DOHause in 
Nägelstedt zugeeignet hat. Nägelstedt, 1272 Mai 12. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. -iJb (A.). 
Ueberschr. : Littera de tribus mansis in maiori Balhuscn. 

Universis, ad quos presens scriptum pervenerit, Bertheus dapifer 
de Slatheim salutem in domino. Tenorc presencium publice protestamur, 
quod Frcdericus miles de Tennestede coram nobis omnem impeticionem 
et ins, quod habere potuit aut posset, in tribus mansis et dimidio sitis 
in maiori Balhusen ad donmm iratrum Theutonicoruni in Neilstete 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 189 

spectantibus postposuit et libere renuiiciavit. Acta sunt hec Neilstete 
corani venerabili viro fratre Aiinone ^) niagistro domus Theutonice sub 
testimonio revcrendi viri domini Io[hannisJ Littowiensis episcopi^), 
fratris Hartniaiini de Heiderungen ^), Conrad! de Graba militis, God- 
wini plebani de Kornre et aliorum multorum. Acta sunt hec anno domini 
M*^ c'^c. Lxx secundo, in die Pancracii martiris. 



1) s. Urk. No. 166 v. 1262 OH. 16. — 2) Er wird auch als Bischof von Litauen 
meist noch als DOBruder bezeichnet. Er ist vielleicht auch gleich seinem Vorgänger 
Christian (s. Urk. No. 188) aus einem DOHause in Mühlliausen hervorgegangen und dem 
DOPleban Johannes gleichzusetzen, der uns 1262 (s. Urk. No. 168) zuletzt begegnet. 
Verschiedentlich wird er als Mainzer Weihbischof mit dem Sitz in Erfurt erwähnt. Vgl. 
über ihn die Bemerkungen von F. A. Koch in ZThürGuA. 6, S. 65. S. a. Urk. No. 251 
V. 1273 Nov. 6. — 3) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 

241 . Rudolf, Schenk von Tautenhurg, und seine Gemahlin Eileke über- 
eignen dem Deutschen Hause in Zwätzen 4 Hufen daselbst, die sie vom 
Stephankloster in Zeitz gekauft haben. 1272 Mai 19. 

Hdschr. : Orig. : ESA. Dresden, Orig. No, 793; Perg. Urk., sehr stockfleckig, 
Siegel am festen Pressel fehlt (0.). 

Aufseht. : Zcweczin. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 72 (A.). 

Ueberschr. : Littera composicionis inter Rudolfum pincernam de Tuten- 
berg et fratres nostri ordinis in Czweczen de lllior mansis sitis ibidem. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 12 (M.). 
Bemerk. : Am Längs falz ist die Schrift oft undeutlich. — Posse, PU. hat diese 
Urk. nicht berücksichtigt. Es ist eine Kursivschrift, die der von No. 232 ähn- 
lich ist. 

Universis hanc litteram audituris vel visuris prelatis et subditis, 
clero et populo Rodolfus miles pincerna dictus^) de Tutenbergh salutem 
in doraino sempiternam. Ut facta presencium a posteris reminiscantur, 
litterarum^) et testium testimonio firmiter roborentur, innotescat igitur 
universis, quod nos et uxor nostra Eyleke ac omnes veri heredes nostri 
cedimus seu renunciamus omni actioni seu impeticioni, quam habuimus 
in quatuor mansis sitis in Zvezen emptis a claustro sanctimonialium sancti 
Stephani in Zize cum omnibus pertinentibus, silvis, campis, pratis, 
pascuis, vineis, viis, inviis nee non aquarum meatibus, si quid iuris in 
eis habere videbamur, quod nos et ux[or]^) nostra^) predicta cum omnibus 
heredibus nostris ab hac die in antea in dictis mansis nuUam actionem 
seu impeticionem habeamus. Ut autem hec firma et inconvulsa permaneant 
et fratres domus Theutonice eisdem mansis ab eis iam duduni possessis 
quiete gaudeant, presentem litteram super hoc traditam sigillo nostro 
duximus mnniendam'^) testibus nichilominus annotatis, quorum no- 
mina sunt: Johannes plebanus de Dorendorf, Thidericus «^j miles dictus 
Rolle, Meynardus*") miles de Sassenhuse, senior de Salzunge, Petrus 
de Tutenberg, Cunradus Worm, Henricus Nagel, Henricus de Grucen 
et alii quam plures. Acta sunt hec^), cum frater Anno ^) esset generalis 
domus Theutonice, frater Gherrardus s) de Hersberge ^) preceptor Alla- 



190 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

mannie et frater Volmarus^) provincialis Thuringie et Saxonie. Anno 
domini m. cc. lxxii, xiiii kalendas lunii, hoc est Potenciane virginis. 



a) A. : fehlt. b) 0. : Loch durch Verwitterung, c) A. : muniendum. 

d) A. : Thidricus. e) A. : Meyhnardus. f) 0. : hec nachgetragen, etw. über 

der Zeile. g) A. : Gerhardus. 



1) 5. ürk. Nr. 166 v. 1262 Okt. 16 — 2) Gerhard, Graf von Hirzberg. Der Beginn 
seiner Tätigkeit als Deutschmeister ist bis jetzt z. J. 1273 angesetzt worden. Allerdings 
läßt sich sein Vorgänger Werner von Battenberg noch z. J. 1273 nachweisen, aber die von 
Voigt, DBO. I, S. 648 angeführte Urkunde nennt ihn unter den Zeugen nur frater (gedr. 
Frankf. ÜB. I, 310). Er gehörte zu dieser Zeit zum DOHaus Sachsenhausen. G. v. H. 
hat sein Amt also schon 1272 angetreten und es sicher noch 1280 bekleidet; zuletzt finden 
wir ihn 1278 Nov. 13 (s. Urk. No. 299) als Deutschmeister. — 3) Es ist vielleicht 
derselbe, dem ivir in Urk. No. 156 v. 1260 Okt. 10 begegnet sind und der nun wieder in 
diesen Jahren das Amt des Landkomturs bekleidet. S. a. Urk. Nr. 276 v. 1276 Nov. 29. 



242. Frater Anno^)hospitalis sancte Marie domus Theutonicorum lero- 
solimitane bekennt, daß er auf Bitten nobilis domine Eufemie re- 
licte domini lohannis fundatoris domus nostre in Drobewicz de- 
votissimam villam in Wenere ordini nostro a prefato eins marito 
legitimo coUatam angenommen hat, und bestimmt, daß es zum 
Hause und Hospital Drobewicz gehören soll. Commendator vero 
eiusdem ville sepe culte de vino et tritico sibi ibidem proventnro 
dimidietatem infirmis et fratribus nostris in Drobewicz annis 
singulis fideliter ministrabit. Ebenso erhält der Landkomtur von 
Böhmen einige Gefälle. Schließlich ivird bestimmt, daß der Ort weder 
verkauft noch sonst dem Hause Drobewicz entfremdet werden darf. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Frater Ludewicus^) preceptor per Boemiara, frater 
Hartmannus de Heiderungen ^), frater Godefridus commendator 
in Drobewicz, frater Henricus plebanus ibidem et frater Heiden- 
ricus commendator in Wenere. „ „ 

Acta sunt hec anno domini m. cc lxxii in die beati lohannis 
baptiste. 1272 Juni 24. 

Hdschr. : Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 795; Perg. Urk., wasserfleckig mit 
gut erhaltenem Siegel am Pressel. 

Aufschr. : De villa Weyern in Drobowicz. 
Druck : Emier IV, 1833 (im Auszug). 
Bemerk.: Siegel: [de Wal,] Becherches I. Tfl., II. 



1) 8. Urk. No. 166 v. 1262 Okt. 16. — 2) ist von ungefähr 1270—1272 nach- 
weisbar als Landkomtur von Böhmen. — 3) ist 1271 und 1272 in Böhmen nachweisbar, 
8. a. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 

a) Albertus sacerdos, frater Sibotho de Calbe et frater Ottho de Elstirberg, 
Theodericus et lohannes scolares sind Zeugen, als C[onrnd], Propst, Hfedivui], 
AeUissin, und der Konvent des Klosters Kapellmdorf Ilarimann und Walpurg 
von Wohlsiorn mit einem Weinberg bei Jena belehnen, den sie wiederkäuflich 



Urkundenbuch der Deutschordenfiballei Thüringen. 191 

von OftloJ, Burggrafen von Kirchberg, gekauft haben und dessen Eigentum dieser 

an Kapellendorf überlassen hat. 

Mit den Siegeln des Propstes und des Konventes von Kapellendorf. 

Acta sunt hec anno domini mcclxxii pridie nonas lulii. 1272 Juli 6. 

Bdschr. : Orig. : SA. Weimar; Perg. Urk. mit 2 anhängenden Siegeln. 
Auf sehr. : Littera Harthmanni et Walpurgis de Wolvisburn. 

Druck: ThürGQu. VI, 1, 15 (J. mit weiteren Hinweisen) ; — ferner P. R. Beier- 
lein, Gesch. der Stadt u. Burg Elsterberg i. V. I, 15. 

Bemerk. : J. führt im Register f rater Sibotho de Calbe als Deutschordens- 
bruder an, dagegen den gleich dahinter stehenden frater Ottho de Elstirberk ein- 
fach nur als „Mönch". Warum diese beiden ohne nähere Bezeichnung nicht dem 
gleichen Orden angehären sollen, ist nicht ersichtlich. Nun finden wir in der 
Urk. Jena 1301 Aug. 23 (= ebendas. No. 59) wieder einen Bruder Otto von 
Elsterberg, der nach J. der gleiche wie in unserer Urk. ist. Dieser ist aber 
Mönch im Kloster Grünhain i. S. So müssen wir auch den Bruder Sibotho 
von Kalbe als Mönch dieses Klosters ansprechen und nicht als DOBr., wie J. 
will, du gar kein Anhaltspunkt dafür vorliegt. — Siegel: das des Konvents 
abgebildet in: Sachsen- Anhalt II (1926) Tf'l. 3. 

243. Sibodo, Pfarrer in Scherndorf, stiftet de agris pro dommabus de 
Bachare propria pecunia conparatis zu seinem Seelenheile imum 
talentum cere in vigilia purificacionis beate virginis^) fratribus 
et eapelle in Grifstete. 

Mit dem Siegel des ( Johanniter Jkomturs in Weißensee. 
Acta sunt hec anno domini m. cc. lxxii in exaltacione sancte 
crucis. 1272 Sept. 14. 

Hdschr.: Abschr. : DOZA. Wien Kop. I, 6. 1, No. 766 (780). 

Ueberschr. : Donacio unius talenti cere, quod pl[e]banus in Schem- 
dorf eapelle et fratribus in Grifstete assignavit. 
Druck : Publ. PreußSAen. 3, 282. — Reg. : v. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach 
&4. Magdeburg, Kop. 1532^. Bl. S^). 

1) Febr. 1. 

244 . Mehrere namentlich genannte Ritter bezeugen einen Vergleich zwischen 
Anno, Hochmeister des DO., und Friedrich, Ritter von Dienstedt. 

Kl. Vargula, 1272 Sept. 16. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 798 ; Perg. Urk., sehr brüchig u. des- 
halb auf Leinen gezogen, mit 3 (fehlenden) Siegeln an Pressein. 

Auf sehr. : Una concordia magistri d . , . linus miUti cuiusdam (!). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 19 (M.). 

Bemerk.: Die Urkunde gehört zu einem DOHaus in Mühlhausen. 

Universis presens scriptum intuentibus Berthous dapifer de Slat- 
heim, Rodolphus de Varila, Guntherus de Slatheim, Ludewicus de 
Arnsberg, Bertoldus de Notteleiben, Heidenricus de Gruzen, Theodericus 
de Wertinna cum obsequio sincero salutem in domino. Quoniam ho- 
minum memoria labilis esse dinoscitur atque humana condicio corrup- 
cioni subiacet, ex natura usitati moris apud sapientes existit, quod sub- 
scriptorum testimonio [per]petuitatis ^) robur et valitudinem adhibent 
suis gestis. Hinc est, quod nos recognoscimus et tenore presencium 
publ[ice]ä) protestamur controversiam quandam super bonis quibusdam 



192 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

ac rebus aliis ortam iiiter veuerabilem \drum fratrem Annonem^) hospitalis 
sancte Marie domus Theutonice lerosolimitane magistrum ac fratres 
suos ex parte una et dominum Fridericum militem de Theninstede 
fratris Lamberti^) filium ex parte altera, quam nostro commiserunt 
arbitrio decidendam, nos vero pia consideracione atque matura deli- 
beracione prehabita ipsos [conp]ortare ^) fecimus et omnem altercaeionem 
hinc inde sopivimus ita videlic[et]^), quod dominus F[ridericus] ^) miles 
predictus pro se ac suis heredibus omnibus publice renunciavit omni 
impeticioni et actioni, que sibi conpetebat aut conpetere videbatur, 
sive conpetere possit in futurum contra prefatum magistmm ac fratres 
suos memoratos super bonis in Kalveswinkele ac aliis quibuscumque. 
Econtra vero magister prefatus communicato suorum fratrum consilio 
ex mera liberalitate atque consueta benignitate sua nostris inclinatus 
supplicacionibus in signuni concordie, in amoris vinculum et in dampiii 
recompensacionem'^j, siquod prefatus miles a domo fratrum predictomm 
sustinuisse ^ddebatur, usualls argenti marcas quindecim dari iussit. 
Li cuius rei testimonium quidam ex nobis videlicet ego Berthous d[a]- 
pifer^) de Slatheim, Guntherus de Slatheim et Rodolphus de Vai-ila 
presens scriptum sigiUi nostri munimine duximus roborandum. Testes 
iiuius rei sunt : Dominus H. de Kindeliusen, dominus Th[eodericus] ^) ^) 
prepositus de CeDa, f rater Vol[marus] ^) ^) commendator domus dicte 
per Thüringiam et Saxoniam, frater Ger[lacus] ^) ^) commendator de 
Marpurc, et alii providi viii, qui liuic tractatui interfuemnt. Acta sunt 

hec in minori Varila anno doniini m. cc. lxx secundo, xvi kalendas 
Octobris. 



a) [ ] fehlt durch Zerstörung. b) ergänzt. c) recompensaccionem. 



1) s. Urk. Nr. 166 v. 1262 Okt. 16, — 2) Urkk. No. 139 v. 1258 März 13 u. 
No. 202 V. 1267 Juli 19 wird ein frater Lambertus genannt. Es ist aber unsicher, ob es 
sich um die gleiche Person handelt. — • 3) vgl. Beyer, Altzelle, S. 67. — 4) s. Urk. No. 241 
V. 1272 Mai 19. — 5) Gerlach v. Zwehren war 1263—1279 DOKomtur in Marburg. 

245. Die Ratsmannen von Altenhurg befreien dem Deutschen Hause 
daselbst einen Hof vor dem Friedhof St. Johannis des Täufers von 
allen Abgaben zur Einrichtung einer Schule. 

(Altenburg,) 1272 Okt. 6. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 799; Perg. Urk m. Siegel an roter 

SctdCTlScJi'Tl'llT 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 148 (A.). 

Ueberschr. : Littera de curia ante cimiterium in Aldenburg, qua scole 
habeantur. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 147 (M.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 90. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 79^—^. 
Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. V, S. 233, No. 112. 
Abschr. : Ebendas., Wagner, Coli. VII, S. 193, No. 95. 
Lit. : J. Lobe, Beschreibung von Altenburg, S. 7 ( Kaufmann- Mercator), 3. 23 
(Wappen) ; — J. E. Hut, Altenburg, S. 293; — Mittl. A V Plauen 1 (1875), S. 36 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 193 

(tn. falschem Datum 1292) ; — Alberti, Schleiz, S. 69 f. ; — Lobe, Gesch. d. 
Kirchen u. Schulen I, S. 144 u. 533, II, S. 158; — Mittl. Hohenkuben, 
47.149. Jg. (1878), S. 8; — Somm^rlad S. 165. 
Bemerk. : Schrift: Posse, PU. S. 37 (Altenburger Hand). — Datierung: Posse, 
Pü. S. 102, Anm. 2 : Aufkommen der Heiligen- und Festdatierung im DO. 
Altenburg 1272 nach den Urkk. d. Klosterarchive vom USA. Dresden. In dieser 
Urk. aber noch nicht und ebenso in einer anderen v. 1274 (No. 258) nicht vor- 
handen, erst 1279 März 12 (No. 301). — Siegel der Stadt AUenburg, ziemlich 
gut erhalten, s. Abbildung bei Wagner, D. Wappen der Stadt Altenburg, wo diese 
Urk. nicht genannt wird. 

Nos Rudolf US Mercator, Heinricus Clippeator, Merboto de Sraolne^), 
lohannes Mercator, Thedericus Gladiator, Thedericus filius eiusdem 
Gladiatoris, Heidenricus**) Camifex, Eberhardus de Gieten"^), Heinricus 
de Alta Domo, Cünradus de Waldenberc "^j, Hermannus de Flemingen, 
F[r]edericus de Mnsouwe®), consules a burgensibus in Aldenburc^) con- 
stituti, Ut omnia, quecunque fecerimus cum consilio, iugiter maneant 
inconvnlsa, notum facimus universis tam presentibus quam futuris, 
quod unanimi animo et communi consilio habito curiam, que quondam 
sororis erat Kunegundis de Bonizc^) ante cimiterium beati lohannis 
baptiste sitam, ab omni iure, quod conpetere videbatur civitati in eadem, 
fratribus et domui Teuthonice liberam inperpetuum dedimus et solutam 
ita videlicet, quod in predicta curia ob honorem dei et genitricis sue 
virginis Marie scole perhenniter habeantur. Datum anno domini miHesi- 

mo ducentesimo septuagesimo secundo*^), ii. nonas Octobris. Testes 
huius rei sunt: Gardianus') Harttundus'') nomine'), frater Otto elemosi- 
narius, frater Paulus, frater Cünradus de Oeltiz, frater lohannes de 
Gene domus fratrum minorum in Aldenburc ; dominus Alwardus sacerdos 
de Godesschouwe, Albertus magister scolarum') et ahi quam plures"^), 

a) A. : Slmolne. b) A. : Heydenricus. c) A. : Ebirhardus de Gitten. 

— M. : E. de Gieren. d) A. : Waidenberg. e) A. : Minsowe. f) A. : 

Aldenburg. g) A. : Ponicz. h) A. : u" cc" LXXii". i) A. : Gardiamus. 

k) A. : Hartundus. 1) A. : nomine — scolarum fehlt. m) A. : plures et 

cetera. 

246. Ruprecht von Liebenstein und sein Sohn verziehten zugunsten des 
DOEauses Eger auf ihre Güter in Trisenhof, die Berthold Barhe 
zu Lehn hat, und erhalten dafür von Arnold von Oden 20 Silber- 
marh. [um 1272—73]. 

Hdschr.: Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 104^ (A.). 
üeberschr. : Littera de bonis in Trisenhofe. 

Druck: Oradll, 334 (zuc. 1279, m. AusL). — Reg.: Emier IV, 1844 (m. AusL). 

Lit.: Gradl, Egerland, S. 112. 

Bemerk. : Ob der Landrichter Ruprecht von Liebenstein die Urkunde ausstellt, 
ist fraglich. Das Datum ist angesetzt nach dem ersten Vorkommen Konrad 
Röhrers (1272—1317) und dem letzten Walther Höfers (1252—1273). 

Universitati fidelium hanc litteram inspecture R[upertus] de Lyben- 
steyn prosperitatem perpetuam et salutem. Cum res gesta scripturis 

Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 13 



194 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

commendatur et voce testium confirmatur, universe calumpDie obiectio 
prependitur, et eciam ne protestetur littera occasio[ne] successorum^), 
scient ergo presentes et posteri, quod ego Rupertus de Libensteyn et 
filius meus domui fratrum Theutonicorum feodacionem bonorum in 
Trisenhoph, que ad nos pertinebat et quam a nobis suscepit Bertoldus 
filius Cunradi Barbe iure feodali, resignavimus [et]^) omne, quod in hoc 
habuimus, dominium omni iure. Pro hac itaque resignacione et nostri 
domui concessione recepimus ab Arnolde de Oden xx marcas argenti sub 
tali condicione factum astrictius innodatum, quod ego protector sim et 
defensor predictorum bonorum ab omni inpeticione, qua potuerit damp- 
nari, et filius meus post me, quamdiu predicta domus necesse hoc habeat 
vel requirat. Huius facti testes sunt: Dominus Cunczlinus de Hoenberg, 
Cunradus de Ror, Hermannus Subpiscina, Henricus de Ratispona, 
Waltherus de Curia, Gotfridus Merbodo et quam alii fide digni. Et ne 
super huiusmodi resignacione et cessione cuiquam dubium oriatur, 
presentem attestacionem sigilli mei cyrographo roboravi. 

a) A. : littem (!) ocassio successorum. b) A.; fehlt, 

247. ÄlbrecM [der Entartete], Landgraf von Thüringen, schenkt tres 
mansos in viEa Vischestete sitos, tres mansos in villa Husen sitos 
et unum mansum in Ekehartesleyben situm domui fratrum Theu- 
tonicorum cum iudicio. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Comes Henricus de Hohensteyn ^), dominus Henricus 
de Glizperch advocatus^), dominus Hermannus et Cunemundus 
fratres de Mila et dominus Theodericus Camerarius de Mul- 
husen ^). 

Datum in Isnach, anno domini mülesimo cc. lxxiii., viii idus 
Marcii. Eisenach, 1273 März 8. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg. Urk. d. 14. Jhts. 
Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, Xo. 712. 

Ueberschr. : Donacio trium mansorum in Vischstete, trium mansorum in 

Husin et unius mansi in Eckehartzleybin facta per dominum Al- 

bertum Thuringie lantgravium. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 289. — Reg.: ZHarzV. 28 (1895), S. 474 f., 

No. 227. — V. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^. 

Bl. 3^). 



1) Heinrich IL, Graf v. Honstein, nachzuweisen 1231 — 1286 (f). — 2) Heinrich II. 
V. Gleißberg 1224 — 1282. — 3) Dietrich III. Kämmerer von Mühlhausen, 1252—1300 
nachzuweisen. 

248. Albrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringeti, gibt dem DOHause 
in Griefstedt omnia bona sita in villa, que dicitur Rith vel inferior 
palus, que a nobis Berthous dapifcr de Slatheym, Henricus de 
Gruningen, Hermannus et frater suus de Vuirre, Henricus et Con- 
radus fratres de Rithe in Wiezense commorantes cum proprietate, 



Urkundenbuch der Deutschordeneballei Thüringen. 195 

iudicio, advocacia et omni iure proprietario seufeodotario habuerunt, 
nnd erhält dafür vom DO. quatuor mansos sitos in Willestete. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Comes Otto de Luterberh, Hermannus de Mila, Helwi- 
cus de (ioltbach^) noster marscalcus, Sifridus de Hofgarden et 
Henricus de Indagine. 

Datum in Isenach anno domini miUesimo ducentcsimo septua- 
gesimo tercio, octavo kalendas Mali. Eisenach, 1273 Apr. 24. 

Hdschr. : Orig. : SA. Marburg, DO. Bailei Marburg ; Perg. Urk. mit einem Siegel 
an roten Seidenfäden. 
Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 691. 

Uebersckr. : Apropriacio bonorum in inferiori Rieth facta per dominum 
Albertum Thuringie lantgravium. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, 291 ; — Entdeckter üngrund ... S. 64 ; — - Samm- 
lung von Deduktionen S. 7, 515. — Reg. : v. Hagke, Weißensee, S. 289, 552 
u. 554 (nach SA. Magdeburg, Kap. 1532^, Bl. 3^). 



1) Der Vater des späteren Landkomturs von Thüringen Helwig von Qoldbach, 
s. Urk. No. 530 v. 1292. 

249 . Heidenreich, Komtur des DOHauses Altenhurg, läßt mit Genehmigung 
des Hochmeisters Hartmann von Heldrungen einem gewissen Martin 
und seinen Erben zivei Hufen in Glumen gegen einen Erbzins von 
3 Mark jährlich auf. [zw. 1273 Juli/ Aug. u. 1278 Nov. 6]. 

Aus : No. 547 v. 1294 [Anfang]. 

Reg, : Dobenecker III, 1135 zu [v. 1244] mit weiteren Hinweisen. 

Bemerk, : Das bei Dobenecker angegebene Datum stimmt nicht. Hartmann von 
Heldrungen wurde jedenfalls im, Juli /August 1273 zum Hochmeister gewählt 
(dahin ist No. 66 Anm. 3, zu berichtigen) und starb am 19, Aug. 1283. Von 
1271 Sept. 28 (Urk. No. 230) bis 1278 Nov. 7 (Urk. No. 296) wird kein 
Komtur in Altenburg genannt. Danach dürfte die Urkunde zu datieren sein: 
[zw. 1273 JulijAug. u. 1278 Nov. 6]. 

250. Heinrich [IL] d. Äe., Vogt von Gera, verziehtet auf lacum situm 
circa Muldorf, quem karissimus patruus noster frater Har[t]- 
mannus^)!) magister ordinis fratrum domus Theuthonice duabus 
vicibus suis laboribus et expensis fecit e destructione pristina 
funditus reformare, zugunsten des Oheims und des Deutschen Ordens 
und auf omni proventu, utüitate et questu, bis er und der Orden 
das Geld wieder herausgewirtschaftet haben, das sie hineingesteckt haben. 

Mit den Siegeln des Ausstellers et parentum nostrorum sub- 
scriptorum, nämlich dilecti patrui nostri Heinrici senioris de 
Plawen et Heinrici et Heinrici filiorum eins ac patrui nostri 
Heinrici senioris advocati de Wida et fratris sui Heinrici insuper 
dilecti eciam fratris nostri Heimici de Gera, die dieser Verleihung 
zustimmen. 

Zeugen: Dominus Albertus de Rinoltsdorf, dominus Heinricus 
de Chozbod, dominus Johannes de Sparenberch, dominus Merch- 

13* 



196 Urkundenbuch der Deutachordensballei Thüringen. 

linus de Milin, dominus Otto de Chrolep, dominus Gotfridus 
Marscalcus, dominus Chunradus de Urbach, dominus Chunradus 
de Trachantsdorf. [1273 Juli/ Aug.— 1283 Aug. 18]. 

Hdschr. : Orig, : HSA. Dresden, Orig. No. 1624^<i ; Perg. Urk. mit 2 teilweise 
gut erhaltenen Siegeln an Hanffäden (0.). 

Druck: ThürGQu. V, 1, 177 (zu 1274—1283, mit einigen Fehlern) (S.) ; — 
Mittl. AV Plauen 1 (1875), 8. LXVI, No. LXXX (mit Auslassungen) ; — 
Variscia 5, S. 153 f. (Bz.); — Mittl. Hohenleuben, 38.(39. Jg. (1866 f.), 
S. 97, No. 8. — Eeg. d. Oeschl. v. Salza, 71 (mit Versuch einer Zeit- 
bestimmung). 

Lit. : Alberti, Schleiz, S. 11; — Sommerlad S. 130, 196; —Flach S. 7 u. 237. 

Bemerk. : Datum : Nach den Hochmeister jähren Hartmanns v. Heldrungen. — 
Rz. nimmt d. J. (1290 ?) an und nennt Hermann (= Hartmann) einen 
Lobdeburger. Er glaubt, daß es sich hier um ein Erbe der Mutter der Vögte 
V. Gera, Loucardis von Lobdeburg-Arnshaugk handelt. — Siegel: Posse, SWA. 
I 1) S. 34, No. 190, Tfl. 24, 3 u. 2) 8. 43, No. 251, Tfl. 29, 1. 



a) 0.: Harmannus; Rz. u. S. lesen Hermannus. 



1) s. Urkk. No. 66 v. [1238 Aug. 15— Okt. 27] u. No. 249. 

251 . Frater Johannes i) dei gracia Lettoviensis episcopus ordinis fratrum 
domus Theutonice gibt allen denen aus der Mainzer Diözese, die 
den Bau der Peter- und Paul-Kirche in Dorla, Mainzer Diözese, 
unterstützen, de promissione venerabilis patris domini Wernheri 
archiepiscopi Maguntine einen Ablaß von 40 Tagen. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum Erfordie anno domini millesimo cc. lxxiii, viii idus 
Novembris. Erfurt, 1273 Nov. 6. 

Hdschr.: Orig.: SA. Gotha, Qq. 1, c. 11; Perg. Urk. m. anhäng. Siegel. 

Abschr. : SA. Weimar, F. 1020, No. 44, Bl. 56. 
Bemerk. : Folgende Urkunden weisen ihn u. a. noch nach : 

a) Frater Io[haimes] dei gracia Lettoviensis episcopus ordinis domus Theutonice 
gibt allen denen, die an den hohen Festtagen die Kirche des Klosters Kapellen- 
dorf besuchen, einen Ablaß. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. o o 

Datum anno domiiüce incarnacionis m. cc lxxiiii, in octava ascensionis 
domini. 1274 Mai 17. 

Hdschr. : Orig. : SA. Weiiruir ; Perg. Urk. m. stark beschädigtem Siegel an festem 
Pressel. 

Aufschr. : Littera indulgenciarum. 

Bemerk.: Die Urk. ist sehr wurmstichig; mit Zwischenschreibungen a. Anf. 
19. Jht. 

b) Frater Johannes episcopus Lettaviensis ordinis domus Teutonicorum stellt 
für dignis et congruis honoribus predüectonmi nobis in Cliristo fratrum ordinis 
Cysterciensium hospitale apud Salca dyocesis Magmitinensis einen Indulgenz- 
Irief aus. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. o o o 

Datum apud Salca dedicacionis salicat die anno m. cc. lxx vi. in festo 
undecim milium virginum. Salza, 1276 Okt. 21. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 197 

Hdschr. : Orig. : USA. Dresden, Orig. No. 883; Perg. Urk. rn. besdiäd. Siegel 
d. Ausstellers an Hanjjäden. 

Aufschr. : XL dies cum karena. 

c) Derselbe stellt dem Kloster Volkenrode, wo er zwei Altäre geweiht hat, am Tage 
der Einweihung einen Indulgenzbrief aus. 

[Langen-] Salza, 1276 Okt. 21. 
Beg.: Schöttgen et Kreysig, DD. et SS. I, 768. 

d) Johannes Lethoviensis episcopus ordinis fratrum domus Theutonice gibt denen, 
die die DOKirche und die Kapelle der heil. Elisabeth zu Marburg besuchen oder 
sie begaben, einen Ablaß von 40 'Tagen. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum Ilerbipoli anno domini m". cc". lxxxvii". 

Würzburg, 1287 [März 15]. 
Hdschr. u. Reg. : Publ. PreußSAen. 3, 472. 



1) s. Urk. No. 240 v. 1272 Mai 12. 

252. Otto de Kirchberc verspricht venerabili viro fratri Hartmaimo 
de Heldemngen ac universis fratribus domus Theutonice in 
Zcwezcen cum nobili domino Ottone^) avunculo meo de Arns- 
hawe et dilecto sororio meo domino Meinhero nee non pre- 
clara matre mea Sophia et cum ceteris meis fideiussoribus, vide- 
licet domino Meinhardo de Lechsten et Alberto füio domini Wolfe- 
rami bone memorie, wenn er nicht infra carnis privium^) süvam, 
quam eis vendidi, durch seinen Herrn Heinrich, Markgrafen von 
Meißen, und seine Söhne hat zueignen lassen, quinquaginta marcas 
puri argenti in Jena zu zahlen. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Acta sunt hec [anno] ^) domini m" cc° lxxiii", ii idus Novembris. 

1273 Nov. 12. 
Hdschr.: Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 76^—77^(A.). 

Ueberschr. : Littera de quadam silva, quam vendidit Otto de Kerchberg 
fratribus nostri ordinis in Zcwezcen. 
Druck: ThürGQu. VI, 1, 17 (J.). 

Bemerk. : Ueber die Verwandtschaft mit den Arnshaugkern s. Großkopf, Die 
Herrn v. Lobdeburg, Stammtafel. — Die Uebereignung s. Urk. No. 253 v. 
1273 Nov. 28. 

a) A. : fehlt. 



1) Otto IV. V. Arnshaugk. — 2) J. sagt im Kopfregest ungenau: vor Ascher- 
mittwoch; es sind die Tage vom 10. — 13. Febr. 1274. 

253 . Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen und vom Osterland, 
und Dietrich, Markgraf von Landsberg, eignen auf Bitten des Burg- 
grafen Otto von Kirchberg den Wald Rautal am Abhänge des Berges 
zwischen Klosewitz und Zwätzen, den einst Rupert von Gönna be- 
sessen hatte, dem DOHause in Zwätzen. Tharand, 1273 Nov. 28 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 813 ; Perg. Urk. mit den beiden Aus- 
stellersiegeln an schwarz-weißen Seidenschnüren. 

Aufschr. : Littera super Zcweczin et Rugental. 
Abschr. : Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 10 (M.). 

Druck: Reg.: Mittl. Hohenleuben 47.(49. Jg. (1878), S. 4. 



198 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 59, 241 u. 257; — Flach S. 40. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 42, 50 (ähnlich dem Plauener Duktus). — 
Siegel: 1. Siegel fehlt, 2. ein stark beschädigtes Reitersiegel, dessen Wappen 
auf dem Schilde nicht mehr zu erkennen ist. — Umschrift : . . . RINOO RVCO . . . 
s. Posse, SW. Tfl. III, 6. 

Nos Henricus dei gracia Mysnensis et Orientalis marchio et Th[eo- 
dericus]^) eadem gracia marchio de Landisperch universis Christi fidelibus, 
ad quos presens scriptum pervenerit, in perpetuum. Quoniam ea, que 
geruntur in tempore, ne simul cum tempore dissolvantur, perhennari 
solent obsequio litterarum, notum igitur sit tam presentis quam futuri 
evi fidelibus, quod, cum Otto burcgravius de Kirhperch silvam quon- 
dam Ruperti de Gynna, quam habuit a burgravio supradicto et vulgariter 
Ruhental nuncupatur, sitam in decüvi montis inter Clozwiz et Zuezen 
cum Omnibus attinenciis tam in vineis quam in campis, quam a nobis 
tenuit iusto titulo feodali, fratribus domus Theutonice vendiderit iuste 
empcionis et vendicionis t[it]ulo interveniente ad hberam resignacionem 
ipsius in manibus nostris factam, eisdem fratribus ob remedium animarum 
nostrarum et ad honorem dei omnipotentis et gloriose virginis Marie 
matris sue eandem silvam cum predictis attinenciis in perpetuum de- 
dimus et damus perpetuo possidenda. Et ne in hiis valeant ab ahquo 
in posterum impediri, presentem eis litteram tradidimus sigillorum 

nostrorum munimine roboratam. Datum Tharant anno domini m. cc. 

o 

Lxx tercio, [qu]arto kalendas Decembris presentibus infrascriptis, videli- 
cet: Magistro Gevehardo^) prothonotario nostro, nobili viro Meynhero 
burgravio Mysnensi, Alberto dapifero de Bürnen, Henrico de Syden, 
Ulrico Cupaiz et quam pluribus ahis fide dignis. 

1) Dietrich, Sohn Heinrichs d. Erlauchten, * 1242, seit Ende 1262 ständig Mark- 
graf V. Landsberg, f 1285. — 2) Protonotar Gebhard ist 1266 — 1285 nachzuweisen. Er 
war Scholaster und Thesaurar zu Naumburg, Propst zu Hain, s. Posse, PU. S. 177. 

254. Volrad, Bischof von Halberstadt, gestattet, daß die Pfarräcker in 
Braunsdorf dem DOHaus bei Halle in Erbzins gegeben iverden. 

Langenstein, 1273 Dez. 17. 

Hdschr. : Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 32^. 

Ueberschr. : Copia locacionis agrorum parrochialis ecclesie in Brunestorp. 
Peg. : Ebendas., Rep. U. 4^^, Neuwerk, No. 37, S. 78, 3. 
Druck : GQuPrSachsen N. R. 10, 347 ; — ÜB. Hoclist. Halberstadt (hrsg. v. 

G. Schmidt) II, 1282 ; — Ludewig V, S. 92 f. — Reg. : 3Iiilverstedt III, 49 ; — 

Dreyhaupt I, S. 829, No. 22. 
Lit. : Wolf S. 30 u. Tab. II, 19. 
Bemerk.: Ueber Braunsdorf s. Wolf a. a. O., Anm. 3. Wann die Aecker an das 

DOHaus gekommen sind, ist nicht bekannt. Wenn Wolf behauptet, daß sie von 

Bischof Volrad geschenkt seien, so beruht dies auf einer iiicht zu beweisenden 

Annahme. 

Nos Volradus^) dei gracia Halberstadensis ecclesie episcopus. Notum 
esse cupitdus universis Christi fidelibus audituris presoncia et visuris, 
quod ob dilectionem et revcrcnciam domus Theutonice fratribus de ordine 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 199 

dicte domus liberam indulsimus facultatem, ut agros ad dotem ecclesie 
in Brunestor ff pertinentes cum omnibus suis attinenciis locent et ex- 
ponant ad pensionem sive censum hereditarium memoratis fratribus 
annuo persolvendum. In cuius rei testimonium presens scriptum sigüli 
nostri munimine duximus roborandum. Datum Langenstenn anno 
domini m". cc". lxxiii. xvi. kalendas lanuarii. 

1) Volrad v. Kranichfeld, B. v. Halberstadt 1255—1296. 

255. Guntherus de Crimaschowe^) ergo tumultibus seculi cedere et mun- 
danis actibus abrenunciare et in habitu fratrum domus Theutu- 
nice deo militare volentes conveniens transsumiert die Urkunde 
Bischofs Engelhard von Naumburg v. J. 1222, durch die sein Vater 
Heinrich von Crimmitschau das Augustinerkloster daselbst stiftet, 
und erneuert sie durch sein Siegel. 

Es siegeln mit: Heinrich, Burggraf von Altenburg, und Heinrich 
von Colditz dilectionis et affinitatis causa. 

Zeugen: Otto de Glynde gener noster, Henricus de Cheuwicz, 
Theodericus de Gabelence. , o , o 

Datum Crimaschowe anno domini m. cc. lxx m, indictione 
prima. Crimmitzschau, 1273. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 250; Perg. Urk. mit den beschädigten 
Siegeln an Pressein. 

Auf sehr. : Littera f undacionis monasteriy cum appropriacione parrochie in 
Crimatschow et capelle in Castro nee non capelle in villa Beringerstorff . 
Druck: Schöttgen, Obersächs. Nachlese X, S. 195. 
Lit. : Göpfert, Gesch. d. Pleißner Landes, S. 408 ; — Limmer, Gesch. d. Pleißener 

Landes, S. 336. 
Bemerk.: Siegel: s. Posse, SWA. II, 120, Tfl. 56, 13; I, S. 49, Tfl. 38,5; 
II, Tfl. 53, 5. 

1) 5. Urkk. No. 175 v. 1263 Juni [2] u. No. 225 v. 1271 Juni [2]. 

256. Hermann von Lobdeburg auf Elsterberg gestattet dem DO., sich auf 
seinem Gebiete Niederlassungen zu gründen. 1273. 

In: F. Heise und G. A. Poenicke, Album von Schlössern und Rittergütern int 
Herzogtum Sachsen. V. Voigtländischer Kreis. Leipzig [o. J.J, S. 18, Sp. 1 m. 

Bemerk. : Irgendeine urk. Bestätigung dieser Nachricht hat sich nirgends gefunden. 
— Veber die Besitzungen der Elsterberger Linie s. Großkopf a. a. 0., S. 149 ff. 
Ich habe nicht feststellen können, daß der DO. von dieser Erlaubnis Gebrauch 
gemacht hat. Allerdings sind tvir über den Besitz der Elsterberger um diese 
Zeit auch nur ungenügend unterrichtet. 

257. Meinher, Bischof von Naumburg, bestätigt dem DO. das ihm von 
Heinrich voyi Plauen gen. Reuß verliehene Patronatsrecht über die 
Kirche in Reichenbach. 1274 Jan. 7. 

Hdschr.: angebliches Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 822; Perg. Urk., rissig; 
beide Siegel und Fäden fehlen, nur Löcher (für 1. 3 Dreiecke j^ , für 2. 
2 Schnitte ) vorhanden. 



200 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: Reg.: ThürGQu. V,l, 172; — MM. AV Plauen 1 (1880), No. LI II. 

Bemerk. : Auf der Bückseite befinden sich 1) eine Abschrift der Urk. No. 183 
V. 1265 Febr. 28 (s. dort) mit Monatsangabe auf Rasur, 2) eine ganze An- 
zahl von kleineren Schriftversuchen. — Schrift : Posse, PU. S. 41 (Foto XXI 
gehört zu 1265 Febr. 28) rechnet die Schrift zur Reichenbacher Hand AI. — 
lieber die Reichenbacher Fälschungen des Notars Gregorius Wernher in Eger 
s. Flach S. 209—222. — Die Indiktion ist falsch. 

In nomine domini amen. Nos Meinherus ^) dei gracia Numburgensis 
ecclesie episcopus totumque eiusdem ecclesie capitulum profitemur et 
constare cupimus universis, quod, cum nobilis dominus Henricus de 
Plawen dictus Ruthenus patronus ecclesie in Richenbach nostre dyo- 
cesis ins patronatus iam dicte ecclesie ac filiarum sibi annexarum videli- 
cet Myla, Waltkirkin, Plona, Rotenbach et Ernphorzgrune vera auctori- 
tate magistro et fratribus ordinis sancte Marie lerosolimitani Theutoni- 
corum perpetue donacionis titulo contulisset, nos ad peticionem ipsomm 
sano consüio nostri capituli prehabito domino Alberto ecclesie Cicensis 
preposito consentiente eiusdem magistro et fratribus dictam ecclesiam 
cum filiabus suis et decimis earundem concessimus tenendam et regendam 
per fratres presbyteros sui ordinis, quos duxerint eligendos seu per 
clericos seculares, quos sibi substituere decreverint et eciam eosdem 
destituere, quotiens ipsis visum fuei it expedire. Quilibet tarnen plebanus 
pro tempore matrici ecclesie in Richenbach preficiendus curam ani- 
marum de manu prepositi Cicensis accipiat^). Ipse quoque filiales ecclesie 
sub oboediencia plebani in Richenbach iuxta mentem litterarum domini 
Utonis predecessoris nostri fehcis recordacionis^), quas vidimus, remaneant 
pro tanto quam cappellam, quos fratres ipsi in huiusmodi filiabus ecclesiis 
decreverint substituendos curam de manu plebani in Richenbach pro 
tempore existentis cui presentibus in eosdem iurisdictionem exercendi 
plenam concedimus auctoritatem, accipiant successoris nostri seu cuius- 
libet alterius impedimento quoHbet non obstante. Per hanc tamen nostram 
concessionem nobis a successori nostro derogare nolumus, quin ipsa 
ecclesia in Richenbach ad iura episcopalia et leges iurisdictionis nobis 
maneat subiecta. In cuius rei testimonio in-^) presentes htteras sigillorum 
nostri et capeUani nostri supradicti impensione fecimus roborari sub 

o o o 

anno divme incarnacionis m. cc. Lxxim, pontificatus nostri anno se- 
cundo, indictionis xiii in crastino Epiphanie domini. 

a) 0.: übergeschrieben. 



1) Meinher v. Osterfeld, B. v. Naumburg 1270 — 1280. — 2) In der Urkunde des 
Bischofs Udo v. 1140 lautet der Satz: Cuius quilibet sacerdos Richenbachensi ecclesie 
preficiendus curam de manu prepositi ecclesie Cicensis recipiat. — 3) s. Urk. No. 226 
V. 1271 Juni [2], Anm. 3 (Reg. v. 1140). 

258. Älbrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen und Pfakgraf 
von Sachsen, eignet dem Deutschen Hause in Altenburg 1% Hufen 
Land eu Schlaudite. 1274 Jan. 9. 

Hdschr. : Orig. : USA. Dresden, Orig. No. 823; Perg. Urk., sehr wasserfleckig, 
mit Siegel an gelber Seidenschnur (0.). 
Aufschr, : Slucz . . . IJ huffe. 



tJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 201 

Abschr.: Ebenda^., Abt. XIV, A. 64, Bl. 131i> (A.). 
Ueberschr. : Littera de bonis in Sluzich. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 87 (M.). 

Abschr. : SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 2^ (K^). 
Ueberschr. : Littera obbir if huffe zeu Slucz. 

Abschr. : Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 196, No. 97. 
Druck : Reg. : Mittl. d. Osterlandes VIII, 305. 
Lit.: Sommerlad S. 35. 
Bemerk. : Nach Posse, Pü. S. 102, Anm. 5 hört 1274 die Indiktionszählung in 

den Altenburger Urk. auf. Bestätigt sich bei dieser nicht. — Schrift: Posse, 

PU. S. 38 u. 58. EmpfängerJiand, Altenburger Duktus. — Siegel: s. Posse, 

SW. Tfl. IV, 5. — Ueber die Zeitverhältnisse unterrichtet F. X. Wegele, 

Friedrich d. Freidige, S. 73 ff. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen'*). Nos Albertus dei 
gracia Thuringorum lantgravius et Saxonie comes palatinus omnibus, 
ad quos presens scriptum pervenerit, salutem in vero salutari. Cum 
omnis sensus hominum et intencio semper ad malum ulterius quam ad 
bonum inclinetur, ne ea, que ab hominibus rite et provide accitantur, 
successorum^) permutacione malivola irretentur, solent testium et litte- 
rarum testimonio vivaci perhennari. Presentem igitur paginam inspectu- 
ris protestamur^) universis, quod Conradus^) dictus de Cemin gener 
lohannis de Syden mansum et dimidium in villa Sluchizc '^j situatum, 
quem a nobis feodaliter possederat, super altare sancti lohannis in Alden- 
burc"") post resignacionem nobis factam obtulit omnium amicorum con- 
sensu suorum annuente et, quia ins feodale predictorum bonorum ad 
nos pertinet, ad honorem omnipotentis dei et ad instanciam fratrum 
Deutunicorum ^) de domo hospitali in Aldenburc'^) cupientes participes 
esse precum fratrum ibidem manencium cum consensu trium nostrorum 
heredum Heinrici, Friderieie), Theoderici^) predictum mansum et di- 
midium liberaliter iam dicto') domui contulimus inperpetuum possi- 
dendum. Ad huius itaque facti memoriam et firmam habendam cau- 
cionem presentem paginam sigilli nostri munimine iussimus roborari. 
Testes sunt: Fridericus ''j de') Sonunberc™), Johannes de Syden, Sy- 
fridus de Hophegarten, Conradus de Zarowe"), Martinus de Pusewizc°), 
Mathias 1) nostre curie prothonotarius ; frater EberhardusP) conmien- 
dator in Nenewiz ^), frater Hedenricus ^), frater Volwinus ^), frater Con- 
radus")^) cellerarius et alii quamplures'). Acta sunt hec anno domini 
.M. CG. Lxxiin, indictione secunda, quinto ydus Januarii"^). 

a) A. : In nomine domini amen. b) A.: fehlt successonim — protestamur 

(eine Zeile). c) A. : Cunradus. d) A.: Sluchizc. e) A.: Aldenburg. 

f) A.: Theutonicorum. g) A.: Ffrederici. h) A.: Theodrici. i) A.: dicta. 

k) A. : Ffredricus. 1) A.: fehlt de — plures, dafür et ceteri. m) K^ : 

Schawnberg. n) K^ : Sarouwe. o) K^: Puscvort. p) K^ : Berhardus. 

q) K^ fehlt: fr. C. r) A.: fehlt Acta — lanuarii, dafür Datum anno domini 

m' cc Lxxuii. 

1) Kanonikus u. Kantor von Naumburg, Notar 1265 — 81, wird nach Posse, Pü. 
S. 178 in diesem Jahre Protonotar, als welcher er bis 1300 nachgewiesen ist. Nach der 
vorliegenden Urk. beginnt seine Tätigkeit als Protonotar schon 1274. — 2) Mittl. d. Oster- 
landes IX, 106 : Gerhard, Komtur v. Nenuwitz ; nur hier. — 3) Nur hier. 



202 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

259. Bruder Gerhard v. Eirzherg, Deutschmeister und Stellvertreter des 
Hochmeisters des DO., nimmt die Aebtissin Bertrade [IL J und den 
Konvent der Klosterfrauen von Quedlinburg in die Bruderschaft des 
DO. auf. Marburg, 1274 März 2. 

Hdschr. : Abachr. : SA. Magdeburg, DO. Bailei Thüringen, No. 1 ; Abschr. v. 

E. C. V. Hertzberg nach dem Orig. No, 184 a. d. Quedlinburger Stiftsarchive. 
Druck : [de Wal], Eecherches sur l'ancienne Constitution de Vordre Teutoniqu£- 

(1807), Bd. II, S. 364 f., No. 10 (nach der Abschrift von v. Hertzberg) mit 

Beschreibung des Siegels; — Kettner, Ant. Quedlinb., S. 344, der Hertzfeld 

liest. 

Lit. : [de Wal] a. a. 0., S. 229 f. 

Bemerk. : Am Orig. Dtschmstr. -Siegel, das bei de Wal S. 365 bsschrieben wird. 
Die Abbildung s. ebendas. I, Tfl., XI. — Die Abschr. lag früher im 
Mergentheimer DOA. — Diese Urk. scheint mir eher zur Bailei Sachsen zu 
gehören. 

Hlustri principi religiöse ac honeste domine B[ertrade] ^) abbatisse 
totique conventui domiiiamm in Quedelingenburg ac eidem domine 
abbatisse famulantibus frater Gerhardus de Hirzperch^) preceptor fra- 
trum domus Theutonice per Allemanniara gerens viees magistri generalis 
presens scriptum in perpetuum. Exdgentibus devocionis vestre preclaris 
meritis et affectu, quo nostrum ordinem et fratres corde pio et caritatis 
operibus prosequimini indefesse, vos suscipimus ad plenam fraternitatem 
ordinis preübati dantes vobis participacionem bonorum operum omnium, 
que fiunt et fient per nostnmi ordinem Universum in missarum solempniis, 
ieiuniis, vigiliis, oracionibus, elemosiuis, genuflexionibus et corporalibus 
disciplinis. Insuper largimur vobis communionem effusionis sanguinis 
fratrum nostrorum in terra sancta, Lyvonia et Pruscia pro ampliacione 
fidei catholice coram gentilium manibus occubencium et pro nomine 
lesu Christi. In cuius coUacionis testimonium et perpetuara firmi- 
tatem presentem litteram vobis tradimus sigilli nostri patrocinio con- 
firmatam. Datum Marpurch anno domini mcc septuagesimo quarto, 
VI nonas Marcü. 



1) Bertrade II., Aebtissin von Quedlinburg 1270—1286. — 2) s. Urk. No. 241 
V. 1272 Mai 19. 

260 . Heinricus [I] de Plawe advoeatus bekennt, daß er die nachstehenden 
Güter, que fratres domus Teutonice in Richenbach apud nos con- 
paraverunt, ihnen übertragen hat, nämlich curiam Rudolfi dicti 
Colere ibidem in Richinbach solventem annis singulis v fertones 
et curiam in Heinrichstorf Cunradi filii ßcrnhardi solventem 
v fertones similiter annuatim, außerdem curiam ibidem in Hein- 
riehstorff cuiusdam dicti Stangrune, quam emerunt a Wolveüno 
solventem eciam v fertones annue pensionis. 
Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Theodericus et Fridericus fratres de Machwicz, Albertus 
de Reynolstorff et Bertoldus de 0[giiwe] *) gener suus, frater Her- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 203 

mannus^) commendator in Egra, frater Heinricus^) commendator 
in Plawo, lohannes de Domdorff. ^ ^ o o 

Datum anno dominice incarnacionis m cc lxxiiii, xiii kalendas 
Aprilis etc. 1274 März 20. 

Hdschr. : Abschr. : HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 150^ (A.). 

üeberschr. : Confirmacio curiarum in Richenbach. 
Druck : ThürGQu. V, 1, 168 (versehentlich m. D. 1273 März 20) ; — MiUl. 

AV Plauen 4 (1884), S. 17, Nachtr. 19 (LllJb), _ Eeg. : Gradl I, 722. 
Lit.: Sommerlad S. 16 (zu 1273). 
Bemerk. : Zur Berichtigung des Datums in ThürGQu. a. a. 0., s. a. Flach S. 230. 

— Die Bestätigung s. Urk. No. 268 v. 1275 Mai 18. 



a) A.: O 



1) s. Urk No. 184 v. 1265 Apr. 20. — 2) Heinrich v. Mylau s. Urk. No. 180 v. 
1264 Sept. 1. 

261. Ulrich von Kranichborn tauscht mit fratribus domus Theutonice 
in Grifstete quatuor mansos sitos in Husen pro aliis quatuor 
mansis sitis in ^Villestete. Dies hat Siegfried von Hopfgarten 
(Hofgarthen) unter der Bedingung zugelassen, quod, si dominus 
lantgravius vel aliquis alter in predictis bonis sitis in Husen ali- 
quid iuris habere videretur, in bonis raeis a predictis fratribus 
receptis in Willestete et non in eorum, que viceversa a me recepe- 
runt in Husen, debet totaliter extorqueri. 

Es siegelt in Griefstedt bei Siegelkarenz des Ausstellers Siegfried 
von Hopfgarten und der ( Johanniter Jkomtur in Weißensee. 

Zeugen: Siffridus de Hofgarten et filius suus, H. de Gruningen 

et Th. scultetus suus, H. mUes de Sumeringin, C. de Sumerde, 

H. Meizze, Fridericus de Arnoldeshusen et F. filius suus, Bruno 

Inquies, Bertoldus de Wimar, H. de Scherndorf et H. filius suus. 

Acta sunt hec anno domini m. cc. lxxiiii et iii nonas Aprüis. 

(Griefstedt,) 1274 Apr. 3, 
Hdschr. : Abschr. : DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 745 (759). 

Üeberschr. : Concambium quatuor mansorum in vUla Husen, quos fratres 
receperunt ab Ulrico de Kranichborn pro aUis quatuor mansis in 
Willestete datis viceversa. 

Druck : Publ. PreußSAen. 3, 301, — Reg. : v. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach 

SA. Magdeburg, Kop. 1532\ Bl. 3^). 
Lit. : V. Hagke a. a. 0. S. 27. 

262. Heinrichfl.J, Vogt von Plauen, bestätigt, daß Eberhardus niiles noster 
de Meylin die ihm gehörige Hälfte des Dorfes Friedrichsgrün dem 
Kloster Waldsassen abgetreten hat. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Dominus Heinricus^) commendator fratrum cruci- 
ferorum in Plawe, Albertus de Schoneg, Fridericus de Machwicz, 
Ch. de Newenchirchen. 

Actum anno domini m cc Lxxim, indictione secunda, ii kalendas 
lunii. 1274 Mai 31. 



204 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr. : Abschr. : HSA. München, Kop. Kloster Waldsassen I, Bl. 62^ u. 

Bl. 109^. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 173; — Mittl. AV Plauen 4 (1884), S. 18, Nachtr. 

No. 20. — Reg.: Gradl I, 298. 
Lit.: Mittl. AV Plauen 20 (1909), 8. 87. 



1) s. Urk. No. 180 v. 1264 Sept. 1. 

263. EeinricJi, Vogt von Plauen, gen. Reuß, bestätigt dem DOHause 
in Reichenbach alle Schenkungen seines verstorbenen Vaters. 

Plauen, 1274 Juni 24. 

Hdschr.: angebliches Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 837^; Perg. Urk. mit 
(abgefallenem) Siegel an weiß-grünen Seidenfäden (0^). 

angebliches Orig. : Ebendas., Orig. No. 837^ ; Perg. Urk, mit Siegelresten an 
rot-gelben Seidenschnüren (0^). 

Auf sehr. : Appropriacio censuum et bonorum in Richenbach ordini 
Theutonicorum facta (Hd. des Schreibers). Confirmacio omnium. 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. LIV (mit Abweichungen v. 0^ in den An- 
merkungen) ; — Neues Lausitzer Magazin I V, S. 308 ; — Tittmann, Heinrich 
der Erl.ll, 8. 77 (m. Datum: Januar 24). — Reg.: ThürGQu. V, 1, 174. 

Lit.: Mittl. Hohenleuben, 47.(49. Jg. (1878), S. 9 ; — Vogt, DRO. II, S. 695; 
— Alberti, DOSchleiz, S. 10; — Collmann, Reuß. Gesch., S. 37 f. ; — 
Limmer, Voigtland II, S. 409 f.; — Sommerlad S. 104, 130 Anm. 3, 131 
u. 149 Anm. 2. 

Bemerk. : Verschwinden der Indildion (1274 i. d. Urkk. d. DOH. Reichenbach, 
Posse, PU. S. 102, Anm. 5). — Schrift : s. Posse, PU. S. 41 ; 0^ ist sorgfältiger 
geschrieben als 0^. — Nach dem hs. Reg, im HSA. Dresden sind dies die ältesten 
Urkk. des Archives in deutscher Sprache. Nach den eingehenden Untersuchungen 
von Flach S. 209 — 222 gehört aber diese Urkunde auch mit zu den Reichen- 
bacher Fälschungen des Notars Gregorius Wernher von Eger. Vgl. auch Flach 
S. 203 (hier allein in einer deutschen Urkunde eine Arenga) u. 8. 205. — 
Vgl, Urk. No. 268 v. 1275 Mai 18. 

In dem namen des herren amen. Wir Henrich, ^'oyt von Plawe, 
den man nennet Russze, allen cristenglaubigin. Sintdem mol wir von 
angebornem adel phliclitig seyn dem heiligen lande beystant zcu thune 
unde nw irkant haben, das dye brudii- sancte Marie Deutsches ordens 
von Jherusalem nicht vorschonen yre leben zcu seczene widir dye i'ynde 
Cristi unsers herren in vorfechtung des heihgen landis unde cristenhchis 
glaubin, dor umbe sye unde yre orden von dem heihgen Romischin Reiche 
unde keyserUchir gewalt mit sulchir genade unde fryhet sunderlichin 
sind begabit, daz alle guttere unde lehen dye von dem reiche zcu lehen 
rurin unde von fursten, herren, ritterc addir knechtin dem orden ge- 
gcbin werden, mage der orde an iordir irholung von sulchir begnadung 
wegin ane aUe besberung in fryher eygenschafft behaldin unde c^wighchin 
besiezen, so nw undir allen geschichtin allirmeist dye schrifftliche kunt- 
schafft beheldit unde ewig macht, was menschhch vorhandilt wirt. Hir 
umbe thun wir kunt beyde kegenbertigen unde zcukunfitigen cristen- 
leuten, den dyse kegenbertige schrifft vorkonu't, das vor uns komen 
ist der Avirdige unde geistliche er Albrecht lantkumpthur^) der balye zcu 
Doringin Deutsches ordenes mit sampt ernn Wilhehn von Myla^) comen- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 205 

thur zcu Reichenbach unde uns demutiglich gebettin, das wu- yn unde 
yrem orden das kirchelehen zcu Reichenbach yn von unserem vater 
seligin gegebin unde sulche guttere, czinsze, leute unde gerechticheit, 
dye sye von dem selbigin unserm vatir seUgin und unseren mannen 
noch laute yrer briff gekaufft haben zcu eygen bestetigin unde confir- 
miren woldin, haben wir angesehen yre gothche lebin unde ilisige dinst, 
dye sye tegüche got unserem herren thun in vorfechtunge cristenlichis 
glaubin unde sunderUche umbe das lob unde ere der hochgelobetin 
junckfrawe sancte Marie der gebererin gotis, in der ere unde namen der 
egenante orden gestifftit ist, unde zcu trost allen unseren forderen, unsir 
selbst unde unseren nachkomen seien, darumbe wir mit gunst unsir 
erbin unde volkomen ratte unde vorsichtigen gedechtnisze unsh- ge- 
trawen eygen, bestetigen unde auch confirmiren dem genantin deutschen 
orden das lehen der pharrekirchin zcu Richenbach mit sampt yren 
tochteren also Myla, Waltkirchin, Plona, Rotenbach unde Ernphornz- 
grune mit allen czehinde unde gerechtickeitten unde auch den hoffe do 
seibist zcu Richenbach, dor ynnen dy brudir bonen. Wü" gebin unde 
eygen auch der pharre zcu Richenbach unde den brudern von dem 
deutschen husze czwu garbin von iczüchim ackir des ganczin feldis, das 
dor gehört zcu der stad Richenbach, also seligis gedechtnisze unsir eltü' 
vatir von Grewcz von aldir gehabit unde besessin hat usgeslossen dye 
dritte garbe, dye vor der genanten pharre zcu gehört hatt, unde also 
bekennen wir, das volkomen czehende der eckir der genantin pharre 
zcustett. Dozcu eygen unde bestetigin wir dem Deutschen orden dye 
guttere, besiczung, czinsze unde gerechtickeit, dye der orde zcu unsü-en 
eldiren, zcu uns seibist addü" von unseren mannen gekaufft hatt unde 
dye wii- diurch gebrechUckeit menschlichis gedechtnisz hye namhafftig 
gemacht habin: Czu dem ersten in unde vor der stad Reichenbach 
sechsz marck jerhchis czinsis noch laute yrer briff, dye wir yn vor doruber 
gegebin habin; item czwu marck frawe Else, Henrichs Behems ritter 
seligin nachgelasene witwe, von eynem hoffe gelegin bey dem bache 
genant dye Mylen; item vyer hoffe eynen zcu Reichenbach, der do 
czinsit eyne marck unde eynen halbin virdung und ist gebest eynes 
burgers genant Koler unde dry zcu Henrichsdorff, dy do czinsen dritte 
halbe marck. Sulche gutter dy brudü- von uns gekaufft habin unde eynen 
hoff zcu Reichenbach, der do czinsit andirhalb marck und eynen halbin 
virdung, den sye gekaufft habin von Jorgin von Czwickaw; item eyn 
halbe lehen gekaufft von eynem burger genant Forster; item eyn halbe 
lehen gekaufft von Arnoldis kinder gesessen uff dem berge ken Henrichs- 
dorff ; item eyn halbe lehen gekaufft von Hemich Krausin, das do czinsit 
dry Schilling unde reynet bisz an beg ken Newinmarck; item czwu 
hof stete, dy czinszin sechsz Schilling gekaufft von Hemich Richter; 
item alle eckir meister Hermans Arcz genant unde czwu hofstet, dy do 
gehören zcu denselbigen eckiren ; item eyn lehen, das do gebest ist Otto 
Orsprang; item eyn hofftet, dye dy vorgenantin brudk umb fünf marck 
Silbers wydir dye sone der frawen von Golnicz gekaufft habin; item 



206 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

hiofstete, dy do ligen bey der iczunt genantin hofstet, der ist vyer und 
czinsin dryczen Schilling. In dem dorff Richenbach dry virdung; des 
gibit dy Trogerin siben Schilling, Conrad Pauler achczenhalb Schilling, 
Nickel Pitterunck eyn und czwenczig, Nickel Slegil siben Schilling; idem 
eyn scheffil haffir von dem ackir ubir dem dorff gelegin uff der hohe 
und czwen kese, czwu hennen, dy Kunhn czehen Schilling und sechsz 
heller. Czu Henrichsdorf f syben marck und eynen halben virdung: 
des gibit eyne marck Hans Reynolt von seynem hofe, von dryen lehen 
und von andernn gut, das do zcu gehört; item virdehalbin virdung 
NicMl Koler von einem hoff und von andirhalbin lehen ; item fünf vü'dung 
von dryen lehen und von anderni gut Nickil Steynhusz; item eyn halbe 
marck Katerman von seynem hoffe; item drittehalbin virdung Conrad 
Friszner von seynem erbe; item dry virdung Hirsveldir von seinem 
hoffe; item drithalbir virdung Menhart von seynem hoffe und von 
andirmm gut doreyn gehörig; item fünf virdung Wittich von seynem 
gut; item eyn marck Else Wagnerin. Czu Waltkirchin vyer marck und 
driczenhalbir schilhng: Des gibit eyne halbe marck und eyn lot Merckil 
Eylebers von eynem hofe und czweyhen lehen und von anderen guttern, 
dy do zcu gehören; item eyn halbe marck und eyn lot Henrich Starck 
von eynem hofe und ejrnem lehen und von anderem gut doryn gehörig; 
item eyn halbe marck Koler von eynem hofe und von eynem lehen 
und an anderem gut, das dozcu gehört; item eyn halbe marck Primer 
von eynem hoff und eynem lehen und von andirem gut, doreyn gehörig; 
item andirhalbe virdung und sechshalbin Schilling Nickil Slegil von 
seynem hoff und eynem halben lehen und von andiren guttern, dozcu 
gehörig; item eyn halbe marck und vyer Schilling Petir Teneler von 
eynem hoff und eynem halben lehen und von anderem gut, doreyn ge- 
hörig; item acht und dryssig schiUing Albrecht Gosbeyn von eynem 
hoff und dry virtell eynes leliens und an andü-em gut, doczu gehörig; 
item andirhalben virdung Hemich Kretsmer von seynem hoff und von 
ejmem halben lehen und von andirem gut, das dozcu gehört. Sulche 
czinsze mit dem walde genant das hegcholcz gelegin cz\\dschin Ern- 
phornzgrun und Bertolsgrun sye von unserm vatir seligin gckaufft habin. 
Item siben schiUing und czwey schock eyer zcu osteren ebiges czinsis 
gibit der kirchner zcu Waltkirchin von seynem ampte ; item vyer scheffil 
kornn, vyer scheffil habk ewigis czinsis, dye sy gekaufft habin von Ebir- 
hart von Ernphornzgrun, den er und seyne erbin und nachkomen gebin 
schuUen von dem hoffe zcu Ernphornzgrun und allir seyner zcugehonmg; 
item dryczen Schilling gebin dye pharreleute zcu Ernphornzgrun vor 
messegelt zcu wynachtin. Czu Wissensande dry marck und dry Schilling 
ewigis czinsis, dy Hans von Golnicz rittere dem orden verkaufft liatt. 
Des gibit eyne halbe marck und eynen virdung Jokoff Hohenberger 
von seynem gut; item eyne halbe marck, eynen virdung unde dry schiUing 
Conrad Wernher von seynem hoff, idem czwelff schiUing von eyner 
wysen; item driczen schüling Hans Limpach; item andirhalbin vü'dung 
Ticz Pfeiffir; item eynen vii'dung Dittrich Fischer; item andii'halbin 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 207 

virdung und fünf Schilling Hans Mulner; item doselbist eyne fischerey 
in dem wassir, dye Goltsch genant, dye sich anhebit undirczet des dorffis 
undir des ordens gutteren bey dem bege, der durch das wassir gehit 
und hatt hyii uff dy lenge dritthalb hundirt und funfezehen meezgertin. 
Czu Snetenbach eyne marck und driczen Schilling. Des gibit eyne halbe 
marck und dry Schilling Ticz Angermann; item sibenczehen schüling 
Springer; item eylfthalbin schilüng Conrad Grosz; item eylfthalbin 
Schilling Hemich Grocz. Czu Ratschaw siben virdung. Des gibit eyne 
halbe marck Conrad Hagesang; item sechsczen Schilling und acht hellir 
Michel Forster; item virczen schilüng Conrad Seyler; item acht Schilling 
und sechs hellir dye Ranaschin; item drysig Schilling Henrich von Myla 
und Peczold seyn brudh- von dem vorberge da seibist. Sulche obin 
berurtte guttere, wo dye in adir usszwendig der Stadt Richenbach adir 
czu dorffe adir czu fclde gelegin seyn an hoffen, hoffesteten, ackirn, 
wyesen, holczeren, puschen, steynen, reynen, bomen, basseren, wasser- 
laufften, wegiii unde stegin mit dinsten, ffronen, tryfften, weyden, 
czinsen, manschafft unde lehenschafft unde alle gerechtickeit gesucht 
unde ungesucht, wye dye namen mögen gehaben, haben wir mit sampte 
dem gerichte ubir schulde unde gulde dem genantin Deutschen orden 
gegebin zcugeeygent und kegenbertighch mit krafft dises briffes geben, 
eygen unde ffryhen, also frye eigens gutis gebonheit unde recht ist, unde 
vorczeihen uns der genczhch, also das widir wir, unser erben unde nach- 
komen noch keyner unsir richter noch butel durch keyner hande schulde 
nach klage willin ubir dye ob genantin des ordens guttir unde leute zcu 
richten noch zcu helffen noch eynigerleye dinst noch gerechtickeit dar 
uff zcu seczene haben, noch uns, unseren erben unde nachkomen keyner- 
leye' gerechtickeit, sundern alleyn das halsgericht unde stroszegericht 
doran behalden. Unde uff das dise unsir eygenschafft emgüchin blibe, 
haben wir dysen kegenbertigen briff lassen schriben unde mit unserem 
anhangendin insigel versigilt. Gegeben zcu Plawe nach Crist geburt 
unsers herren tusent czweyhundert iar unde in dem vyrunsibenczigsten 
iar an sent Johans tag des teufers unsers herren. Des sinde geczuge 
Albrecht von Reynolsdorff, Friderich von Mochwicz, Merckhn von Myla, 
Bertolde vom 0., Henrich unser schriber unde andir byderbe leute genug. 

1) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. — 2) Vielleicht ist Komtur Wilhelm ge- 
meint, s. Urk. No. 313 v. 1279 Aug. 17. 

264. Alhrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen und Pfahgraf von 
Sachsen, eignet dem DO. die Güter in Kirchheiligen, die Bruder 
Kristan für den Orden vom MichaelsMoster in Erfurt gehäuft hat. 

1274 Nov. 5. 

Hdschr.: Abschr.: StA. Langensalza, Kop. d. Kl. Homburg, Bl. XXXV^ (neue 

Zählung 32b) (L.). 

üeberschr.: Abrenunctiacio lantgravü. 
Druck: Reg.: N. Mittl. VIII, S. 95; — GQuPrSachsen 3, 241; — Herquet, 

Kristan v. Mühlhausen, No. 4; — ÜB. Bist. Samland I, 98. 



208 Urkundenbuch der Deutachordensballei Thüringen. 

Bemerk.: Vgl. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14 über den Kauf von Oiltern im 
gleichen Ort vom Peterskloster in Erfurt. — Vgl. Urk. No. 401 v. 1284 Okt. 9. 

Nos Albertus dei gracia Thuringie lantgravius, comes Saxonie 
palatinus recognoscimus in his scriptis, qiiod dilectionem fratris Cristani^) 
ordinis domus Theutunice fideliter intuentes, qui nobis hactenus existit 
et est in omnibus nostris agendis multipliciter fructuosus ^), bona in 
Kercheylingenn sita, que idera frater Cristanus suorum superiomm re- 
quisito consilio domui Theutonice ab abbate ac ecclesia beati Michaelis 
[in]"^) Erfordia^) comparavit, ab omnium advocacia, peticione simi- 
liter exactione consensu heredum nostromni dedimus libera ipsi domui 
Theutonice ac liberaüter in perpetuum possidenda ita, quod ipsi fratres 
domus Theutonice omnem iurisdictioneni in homines suos eadem bona 
quocunque titulo possidentes debent super effusione sanguinis seu 
homicidii seu excessibus quibuscunque aliis exercere. Nee quicquam 
nobis aut nostris posteris reservavimus [ius]^) iurisdictionis aut servicii, 
sed solum eterne retribucionis presencium apud deum. Testes huius sunt : 
Helwicus marschalcus^), Hermannus de Mila, Fridericus de Schonen- 
bergk, Heinricus, Henricus de Indagine, Henricus de Meinwartisburgk, 
Henricus de Clebergk et plures alii preterea. Ad robur vaüdius nostrum 
sigülum hiis htteris duximus apponendum. Datum nonas Novembris 
anno domini m° cc" septuagesimo quarto. 

a) L.: fructuoso. b) L.: fehlt. c) L.: Erffordia. 



1) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 2) s. Urk. No. 248 v. 1273 Apr. 24. 

265 . Heinrich [I.J, Vogt von Plauen, überläßt dem DOHause in Plauen 
einen Hof in Wischais für eine Schuld von 12 Mark. 1274 Dez. 7. 

Hdschr,: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 843; Perg. Urk. m. ziemlich gut er- 
haltenem Siegel an braunrot-weißen Seidenfäden. 

Auf sehr.: Super curia in Wieschols cum suis adtinenciis confirmacio. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 88^ (A.). 

Ueberschr.: Littera supra curia in Wischolcz. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 55^ (K^). 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), S. XLIX f., No. LV (unvollständig). — 
Reg.: ThürGQu. V, 1, 175. 

Lit.: Sommerlad S. 110 Anm. 3. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S.40 (Plauener Hand 3). Flach S. 28 f. nimmt 
diese Urk. allein und weist die von Posse dazu gerechneten fünf anderen Urkk. 
anderen Händen zu, gibt aber zu, daß einige Kennzeichen bei den Urk. No. 190 
v. 1265 Okt. 21 und No. 215 v. 1269 Juli 25 auch auftreien. Er macht auch 
auf die starke Anlehnung des Diktats an das Formelbuch Ludolfs von Hildesheim 
aufmerksam. — Siegel: s. Posse SWA. I, S. 34, No. 110; Tfl. 24, 3. 

Que geruntur in tempore, ne simul labantur cum tempore, poni 
solent in hngua testium vel scripture memoria perennari, sciant igitur 
presentes et futuri temporis posteritas, quod nos Heinricus de Plawe^) 
advocatus fratribus vencrabihbus donms Thetonice in Plawe ^) quandam 
curiam in Wisols''), quam Cüno Hunoldi a domino de Schonenekke'^) 
iure feodaü emerat, cum omni iure, quod habere dinoscitur, perpetuo 



Urkundenbuoh der Deutschordensballei Thüringen. 209 

contuliraus possidendam pro xii marcis, in quibus persolvendis ipsis 
fuimus obligati. Ne igitur hoc factum aut oblivio deleat aut inportunitas 
ingenii malignantis infringat presentem paginara, cum norainibus, qui 
huic collatori, cum fieret, affuerunt et«) sigilli nostri firmavimus muni- 
mento. Nomina testium sunt hec: Theodericus et Fredericus fratres 
de Machwiz, Albertus de Reinoldesdorf, Bertoldus de 0[gawe]'*); Mar- 
quardus de Milin, milites; Johannes^) de Northusen, Johannes de Dorn- 
dorf, Albero, sacerdotes^). Datum anno domini m. cc. lxxiiii. in crastino 
sancti*) Nycolai confessoris. 

a) A.: Piauwe. b) A.: Wischolz. c) A.: Schonecke. d) A.: 

Bertholdus de 0. fehlt. e) A.: Johannes — sacerdotes fehlt. f) K^: fehlt. 

g) A.: igitur. 

266. Heinrich und Heinrich, Gebrüder, Vögte von Gera (H. et H. fratres 
dicti de Gera advocati), überlassen dilecto patruo nostro fratri 
Hartmanno de Heiderungen ^) ac domui Theutonice piscinam 
nostram in Muldorf (Mühltroff) pro quadam summa pecunie, quam 
pater noster bone memorie eideni solvere tenebatur, und ver- 
sprechen, daß sie ihm in keiner Weise im Besitz desselben hinder- 
lich sein werden. 

Sie siegeln mit dem Erbsiegel. 

Zeugen: H[emicus] et H[enricus] de Plawe et de Wida advo- 
cati, Her[mannus] notarius advocati de Gera. 

Acta sunt hec anno gracie domini m. cc. l xxiiii. 1274. 

Edschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 847; Perg. ürk. mit stark beschädigtem 
Siegel am festen Presset. 

Auf sehr.: Super piscina in Muldorph. 
Absckr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 30, Bl. 136\ 150. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 176; — MiUl. AV Plauen 1 (1880), S. L, No. LVI. 

Lit.: Alberti, Gera, 8. 62; — 25. Jber. u. Mittl. Greizer Gesch. (1918) S. 46; — 
Mittl. A V Plauen 20 (1909) S. 99. 

Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 41 (unbestimmbar) ; Flach 8. 134 weist sie 
dem Notar E ermann (Schreiber G. 1) der Vögte von Gera zu. — Siegel: Posse, 
SWA. I, S. 43, No. 250, Tfl. 29, 1. — Wenn Alberti, DOSchleiz, S. 11 nach 
chronikalischen Angaben annimmt, daß der DO. schon 1217 in Schleiz ansässig 
gewesen ist, so irrt er. Ebenso läßt sich nicht erweisen, daß die Gemeinde 1246 
je 2 Scheffel Eafer und Korn an das DOEaus Schleiz entrichtet hat. Danach 
ist auch Bönhoff in Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 99 zu berichtigen. 



1) S. ürk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 

267. In diesem Jahre wurde der Bau des Komturgebäudes auf dem 
DOHofe in Plauen beendet nach einer dort in Stein eingehauenen 
Jahreszahl. 1274. 

Bemerk. : Nachricht bei Limmer, Voigtland II, 8. 348. Eine Bestätigung dieser 
Nachricht hat sich allerdings nirgends finden lassen. Ich selbst habe ver- 
geblich die Wand abgesucht, ebenso haben sich die Eerren Dr. Pietsch und 
Superintendent Franke in Plauen vergeblich bemüht. Das Denkmalsamt in 
Thür. Gesch. Qu. X, N. F. VII. 14 



210 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Dresden teilte Herrn Dr. Pietsch mit, daß in den dortigen Rissen kein An- 
halt zu finden wäre und die Zahl 1274 „höchst verdächtig und unwahrschein- 
lich" sei. Da nun Limmer sehr unzuverlässig ist, so scheint doch trotz seiner 
bestimmten Nachricht die Angabe falsch zu sein. 

268. Heinrich [IJ, Vogt von Plauen, gibt dem DO. das Kirchenpatronat in 
Reichenbach, den Hof, den sie schon bewohnen, und einen Zehnten 
in der Stadt zu eigen und überträgt ihnen die schon erworbenen 
Besitzungen. Plauen, 1275 Mai 18. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 854; Perg. ürk., wasser fleckig, mit 
etivas beschädigtem Siegel an grünen Seidenfäden [!]. 

Auf sehr,: Super parrochiam in Richenbach. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV. A. 64, Bl. 151^— ^ (A.). 
üeberschr.: Super parrochiam in Richinbach. 

Druck: Reg.: ThürGQu. V, 1, 178; — Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. LVII. 

Lit. : Limmer, Voigtland II, S. 409 f. ; — Longolischer, Beschäftigungen mit 
bewährten Nachrichten 1, S. 581; — Flach S. 216 f. 

Bemerk.: Schriß: Reichenbacher Hand, ähnlich Urk. No. 192 v. 1266 März 22, 
s. Posse, PU. S. 40 u. 41; Flach S. 34, 38 u. 145 ff. weist beide der 
Plauener Vogtkanzlei, ausgefertigt durch Notar Heinrich, zu; vgl. die Be- 
merkungen zu Urk. No. 228 v. 1271 Sept. 1. — Siegel: Posse, SWA, I, 
Tfl. 24, 3 (S. 34, No. 190 nicht mit aufgeführt ). — Vgl. die gefälschte 
Urk. No. 263 v. 1274 Juni 24. — Zum Diktat vgl. Flach S. 34, Anm. 219 
u. S. 37. 

In nomine domini amen. Ego Heinricus de Plawe advocatus omnibus 
in perpetuum. Quia omnium habere memoriam non humanitatis sed 
divinitatis existit, ne bona gesta et laudabüiter ab hominibus in obli- 
vionem deveniant*), perhennari solent obsequio litterarum, noverint 
igitur universi presentem paginam inspeeturi, quod de bona voluntate 
heredura nostrorum et consensu viris religiosis videlicet fratribus domus 
Theutonice ins patronatus ecclesie in Eychenbach cum universis bonis 
pertinentibus ad eandem et curiam, quam inhabitant fratres iam predicti, 
et decimam eiusdem civitatis dedi in proprium ad honorem dei et pro 
anime mee progenitorumque meorum remedio et salute ahas quoque 
possessiones sive bona, que tarn a me quam ab aliis in ipsa civitate, vel 
in viEis adiacentibus donacionis aut empcionis titulo post modum con- 
traxerunt, eis eciam confero iure proprietatis perpetuo possidenda. Unde 
necesse est propter hominum obhvionem explicare ea nomine tenus 
per presentes: in villa W izcensande redditus trium marcarum et trium 
solidorum, quos Johannes miles dictus de Gohiicz feheis recordacionis 
ipsis assignavit annis singuhs persolvondos, item rehcta Hcinrici Bohemi 
miUtis bone memorie curiam in Rychonbach solventem marcam et 
dimidiam; item tres curias, unam in Rychenbach quinque fcrtones 
solventem, que fuerat cuiusdam civis dicti Coler^), et duas in Heinrichs- 
dorfh solventes duas marcas et dimidiam, quas circa me iusto empcionis 
titulo compararunt; item curiam in Rychenbach marcam et dimidiam 
fertonem solventem ab Egreri de Zwickowc i'iliis comparatam; item 
dimidium len, quod sie sonat wlgariter, emptum a quodam cive dicto 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 211 

Vorstero, item integrum len ad quendani servum dictum Wida raciona- 
biliter conquisitum et dictum len ^) a filiis Arnoldi quondam civis ibidem 
situm in monte versus villam Heinrichsdorfh ; item dimidium len a quo- 
dam Heinrico solvent '^j tres solidos annuatim, quod protenditur usque 
Innenbinghen ; item quasdam areas ad instanciam Heinrici quondam 
iudicis solventes sex solidos annue pensionis. Hec siquidem bona universa 
superius recitata contuli liberaliter fratribus supradictis. Ne igitur de 
hiis Omnibus aliqua inposterum odiosa questio oriri possit, sed inviolata 
maneant et inconvulsa, presentem litteram conscribi feci et sigilli mei 

o tO 

munimine roborari. Datum in Plawe anno domini m. cc. lxxv, xv. ka- 
lendas lunii, median tibus testibus infrascriptis, scilicet: Alberto de Reinols- 
dorfh, Th[eoderico]^) et Friderico de Machewicz, Merkelino de Milin, 
Bertoldo de 0[gawe], H[inrico]^) notario et quam pluribus?) fide dignis. 

a) A.: perveniat. b) A.: fehlt. c) 0.: solventem. d) A.: Hinrico. 

e) A.: pluribus aliis. 



1) s. ürk. No. 260 v. 1274 März 20. 

269 . Johannes, Dechant, und das ganze Kapitel zu Burschla (Burslonensis) 
verkaufen an Dietrich, Margarethens Sohn, uml Henning von 
Guttingen, Bürger in Mühlhausen, fünf Hufen in Bollstedt (Bolc- 
stete) und eignen sie auf ihre Bitten dem Brückenkloster in Mühl- 
hausen. 
Mit den Siegeln des Dechanten und des Kapitels von Burschla. 
Als erster der Zeugen: Bruder Christian^), Plehan der Neustadt 
Mühlhausen (fratre Kristiano plebano nove civitatis). 

Acta sunt hec anno domini m. cc. lxx. quinto infra oetavas 
sancti lohannis baptiste. 1275 Juni (25 — 30). 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 51; Perg. Urk. mit 2 Siegeln an 

Pressein. 
Druck: GQuPr Sachsen 3, 245. 
Bemerk.: Siegel: 1) S. d. Dechanten (Siegelreste) ; 2) S. d. Kapitels, beschädigt 

u. Rücken ergänzt. 



1) Christian ist als Pleban (und Komtur) in Mühlhausen-Neustadt bis 1285 
nachzuweisen. 1276 Nov. 29 (Urk. No. 276) verwaltet er auch das Altstädter Haus; 
er ist nicht gleich Kristan v. Mühlhausen, wie aus genannter Urk. hervorgeht. 

270. Bruno de Gotingen, Conradus de Urbeche, Gerlacus de Kulstede, 
Gotefridus filius suus, Theodericus Sculteti, Gernoldus de Cruce- 
burch, Hermannus Leterboni, Conradus Margarete, xAlbertus de 
Albreterode, Henningus Brunonis, Conradus Schunmannus, 
Andreas, Ulricus de Solbach, Ratsmannen von Mühlhausen, be- 
kefnnen, daß Theodericus de Sancto Kyüano dictus mit seinen 
Angehörigen verzichtet hat in omnibus bonis fratris sui domini 

14* 



212 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Brunonis^) militis dicti de Sancto Kyliano in dote domine Kone- 
gundis relicte fratris sui Henrici bone memorie in fratres domus 
Theuthonice, quorum ordini prefatus dominus Bruno se et bona 
sua omnia contulit. Einen Teil der Güter hat Bruno den Söhnen 
seines Bruders Dietrich vermacht, nämlich mansum in Totenrode, 
mansum in Wida, curiam in AldinmuUiusen, in qua nunc residet 
dictus frater suus, agrum unum in campo Mulhusin, argenti quo- 
que marcas xv, cum quibus bona debent immobilia conparari. 

Mit dem Siegel der Stadt Mühlhausen. 

Zeugen: Godefridus de Kulstede, Gerlacus, Theodericus et 
Henricus Margarete füii, Hildebrandus Ungula, Gotefridus Snu- 
singen, Johannes de Ambra. 

Acta sunt hec anno domini m cc septuagesimo quinto, v idus 
Augusti. 1275 Aug. 9. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 860; Perg. Urk., wasser fleckig u. 

brüchig, mit (fehlendem) Siegel am Pressel. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 28 (M.). 
Druck: GQuPrSachsen 3, 247. 

Bemerk.: Siegel: s. OQuPrSachsen a. a. 0. — Vgl. Urk. No. 272 v. 1275 
Aug. 16. 



1) Wird nicht mit vollem Namen genannt, wenn er noch vorkommen sollte, vgl. 
Urkk. No. 276 v. 1276 Nov. 29 u. No. 290 v. 1277. — Ein Bruno, der 1287—1295 
DOPriester u. Pfarrer in Marburg ist, kommt wohl nicht in Betracht. 

2,1 \ . Älbrecht [der Entartete], Landgraf v. Thüringen und Pfalegraf von 
Sachsen, vergleicht die Brüder des DO. mit Heinrich von Gottern 
und dessen Bruderländern bezüglich ihrer Ansprüche auf die Güter 
in Altengottern. 1275 Aug. 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 861; Perg. Urk. m. anhäng, stark be- 
schädigten Siegel an gelb u. rotbraunen Wollschnüren (0.). 

Auf sehr.: Composicio factam per dominum Albertum Thuringie 
langravium inter fratres Theut(onicos) ex una et Heinricum de 
Guttern parte ex alia super bonis sitis in Guttern. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 9a (A.). 

Ueberschr.: wie 0. 
Uebers.: Ebendas., Orig. No. 260*; Papierurk. aus d. 15, Jht. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, Nu. 24 (M.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, No. 107 (lat.) und No. 108 (deutsch); 
moderne Abschriften. 
Druck: Reg.: OQuPrSachsen 3, 248; — Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Familien- 
kunde XLIX, Jg. S. 89, No. 87 (m. Fehlern). 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. I, S. 153. 

Bemerk.: Schrift: Hand d. Ausstellers, s. Posse, PU. S. 39. — Siegel: Posse, 
SW. Tfl. IV, 5. 

Nos Albertus dei gracia Thuringie lantgravius et Saxonie comes 
palatinus recognoscimus, protestamur et omnibus litteras has visuris 
volumus esse notum, quod controversia, que inter fratres domus Theutho- 
nice ex una et Henricum de Gütern^) ac pueros sui fratris ex parte altera 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 213 

vertebatur super bonis sitis in Gutern scilicet iudiciis, advocacia, ho- 
spiciis*'), decimacionibus et causis aliis quibuscumque de consilio arbi- 
trorum ex utraque parte communiter electorum de nostro pleno consensu 
et libera voluntate est amicabiliter conplanata pariter et sopita videlicet 
isto modo, quod prefatus Henricus de Gutern =*) et pueri sui fratris ac 
eonim heredes universi renunciaverunt omni actioni, omni impeticioni 
et omni iuri, quod ipsis competebat in bonis superius nominatis seu 
posset competere quoquo modo deinceps in futurum resignantes omne 
ius, liberalitatem et dominium, quod habebant in Ulis liberaliter et 
sincere. Testes huius rei sunt: Berthous'^) dapifer de Slatheim, Albertus 
Bolerus advocatus noster, Hermannus dictus Stranz de Tulliste'^), Hein- 
ricus«) de Indaginc, Guntherus advocatus de Salza, Henricus Camerarius 
de Mulhusen^) senior, Ludewicus de Almenhusen, milites, et alii quam 
plures. In huius rei certitudinem et incorruptibilem firmitatem presentem 
ütteram dedimus super eo sigüli nostri munimine fideliter roboratam. 
Acta sunt hec anno gracie m"^) cc" l xxv°, idus Augusti, 

a) A.: Heynricum (-us) de Guttern. b) A.: hospiciis et. c) A.: Berthaus 

d) A.: Tulstete. e) A.: Henricus. f) A.: Molhusen. g) A.: millesimo. 

272 . Bruder Gerhard [von HirehergJ, Deutschmeister, gestattet dem Bruder 
Kristan, Pfarrer in der Altstadt Mühlhausen, die Güter des Ritters 
Bruno von St. Kilian zu verkaufen. Boppard, 1275 Sept. 16. 

Hdschr. u. Druck: s. Urk. No. 273 v. 1275 Sept. 24. 

Bemerk.: Vgl. Urk. No. 270 v. 1275 Aug. 9 über den Erwerb der Güter. 

Nos frater Gerhardus^) ordinis doraus Teuthonice preceptor eius- 
dem domus per Alimaniam recognoscimus in hiis scriptis, quod ratum 
et gra[tum hajbemus^), quicquid frater Eorstanus^) plebanus veteris 
vUle Mulhusen egerit in vendicione^) bonorum Brunonis müitis dicti [de 
Sancto Kyliano]*) de Mulhusen, que sita sunt in territorio civium opidi 

memorati. Datum Bopardin anno domini m. cc. l xxv [feria secunda]*) 
post exaltacionem sancte^) crucis. 

a) 0.: [] Moderloch; ergänzt nach MA. b) MA.: fehlt. 



1) s. Urk. No. 241 v. 1272 Mai 19. — 2) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. 
— 3) s. Urk. No. 270 v. 1275 Aug. 9. 

273. Bruder Alexander, Guardian des MinoritenMosters, Heinrich, Propst 
des BrüchenJclosters, und Bruder Christian, Pleban der Neustadt 
Mühlhausen, vidimieren die Urk. No. 272 und bezeugen, daß Mühl- 
häuser Bürger damit belehnt sind. 

[Mühlhausen,] 1275 Sept. 24. 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 58; Perg. Urk. mit großen Moder- 
löchern, gut auf Pergamentpapier aufgeklebt, m. 3 Siegeln an Pressein. 
Abschr.: Ebendas., J. 2, No. 1, Bl. 13^ (flüchtige Abschrift m. flüchtigen Siegel- 
zeichnungen) (MA.). 



214 Urkundenbuch der Deutschordeasballei Thüringen. 

Druck: GQuPrSachsen 3, 249 (mit Datum Sept. 16124). — Reg.: ÜB. Bist. 

Samland, I, 98 Anm.; — Herquet, Kristan v. Mühlhausen, No. 6. 
Lit.: N. Mittl. 13, S. 304 (zu Sept. 26). 
Bemerk.: Siegel: 1 u. 2 fehlen; 3 beschädigt, s. GQuPrSachsen a. a. 0. 

Tfl. X, 47. 

Nos frater Alexander guardianus fratrum minomm et Heinricus 
prepositus in ponte ac frater Kirstanus^) plebanus nove civitatis Mul- 
husen recognoscimus per presentes, quod litteras fratris Gerhardi pre- 
ceptoris domus Teuthonice per Alimaniam in nulla parte suspectas 
vidimus et audivimus in hec verba: 

[Folgt Urk. No. 272 v. 1275 Sept. 16.] 

Ceterum iuxta tenorem harum litterarum predictus frater Kir- 
stanus^) nobis presentibus de consensu fratrum sui ordinis fratris Heinrici 
de Hoheim^), fratris Conradi de Wlda^), fratris Conradi Sveni*) fratris 
Lutewici*) fratris Brunonis de Colonia*), fratris Hartradi*), fratris 
Hüdebrandi *) bona Brunonis müitis superius nominati ^) pro arbitrio 
burgensium in M[ulhu]sen^) [Hüdebrando Ungula ac Conrado]^) Mar- 
garete tradidit nomine dictorum burgensium possidenda ita tamen, ut 
sepedicta bona id[em]^) frater [Kirstanus^) ante nata]les^) domini vendat 
pro suo arbitrio ac fratrum suorum de consüio quibuscumque burgensibus 
decreverit, qui respondeant vigiliis [et alii]s^) exactionibus civitatis 
excluso penitus omni dolo. Item fratres sepeclicte domus [Theutonice] ^) 
nullam in posterum super ipsis bonis universitati burgensium in Mulliusen 
querimoniam suscitabunt. Super hiis omnibus [nostra sigilla i]n^) testi- 

monium decrevimus apponenda. Datum viii kalendas Octobris anno 
domini millesimo ducentes[imo septjuagesimo ^) quinto. 

a) 0.; [ ] Moderloch, ergänzt nach MA. 

1) 8. Urk. No. 269 v. 1275 Juni (25 — 30). Herquet u. ÜB. Bist. Samland setzen 
ihn gleich Kristan v. Mühlhausen, der aber nur Pleban der Altstadt war. — 2) begegnet 
uns dann erst wieder 1284 Okt. 9 als Komtur von Nägelstedt und ist dies bis 1287 ge- 
blieben, in welchem Jahre er Landkomtur wird. 1285 Jan. 1 (No. 409) macht ihn 
B. Kristan v. Samland zum Kanoniker in seinem Domkapitel. 1292 zwischen Sept. 30 
und Nov. 4 (s. Urk. No. 530) erhält er St. Kunigunde bei Halle. 1294 treffen wir ihn 
noch einmal als Komtur in Nägelstedt. — 3) ferner jedenfalls Urk. No. 389 v. 1284 
Febr. 20. — 4) Nur hier. — 5) s. Urk. No. 270 v. 1275 Aug. 9. — 6) s. Urk. No. 231 
V. 1271 Dez. 14. 

274. Fridericus^) dei gracia Merseburgensis episcopus schreibt dem 
Bischof^) und dem Propst von Culm 7iach wörtlicher Anführung 
der Bulle des Papstes Gregor X. Etsi multiplicis (v. 1275 Aug. 6) ^), 
daß er de persona fratris Kristani dicti Mulehusen *) ordinis domus 
Theutonice episcopali regimini congruente bestimmt hat ecclesie 
Sambigensi in episcopum et pastorem, quem credimus sie scire 
preesse, quod in populo rcgionis eiusdem exemplo salutis pro- 
ficiat et doctrina. Er befiehlt ihnen deshalb, Hermann von Cöln, 
der diese Würde an sich gerissen habe, zu veranlassen, sein Amt 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 215 

innerhalb zweier Monate niederzulegen, oder ihn, wenn er sich weigere, 
zu exkommunizieren. Sie sollen auch dem DOMarschall ^) und dem 
Komtur in Königsberg^) befehlen, den genannten Bruder Hermann 
ad ammistracionem temporalium nicht zuzulassen. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum Merseburch anno domini m'' cc" lxxvi" in die Epiphanie. 

Merseburg, 1276 Jan. 6. 

Hdschr.: Abseht.: SA. Königsberg, Handfestenbuch, No. 7, Bl. 164 r (Tspt, 

V. 1294 Nov. 19, s. Urk. No. 557 d)). 
Druck: GQuPrSachsen 36, 415; — ÜB. Bist. Samland 98. — Reg.: 

GQuPr Sachsen 3, 250; — Gebser u. Hagen, Dom zu Königsberg I, S. 42; — 

ÜB. Bist. Culm I, 89; — Herquet, Kristan von Miihlhausen, S. 2, No. 7; — 

Perlbach, Preuß. Reg. 823; — Preuß. ÜB. Pol Abt. I, 2, 341; — N. MiUl. 

13, S. 383. 
Lit.: Altpreuß. Mschr. XII (1875), S. 571 u. XVI (1879); — Oebser u. Hagen, 

a. a. O. I, S. 42; — Voigt, Oesch. Preußens III, S. 345; — Sommerlad 

S. 86; — N. Mittl. 13. S. 304 u. 383. 
Bemerk.: Zeugen fehlen. 



1) Friedrich v. Hoym, B. v. Merseburg 1266—1282. — 2) Werner 1275—91. — 
3) Oedr. ÜB. Bist. Samland 97. — 4) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 5) Konrad 
von Thierberg d. Jung. 1273 (Ende) bis 1285 Apr. 16. — 6) Mangold v. Sternberg 
1276—1278. 

Weitere Urkunden, die B. Kristan betreffen, sind: 

a) Albrecht, Landgraf von Thüringen, beurkundet, daß Bischof Friedrich von Merse- 
burg den Rest der Kaufsumme für das Schloß Bündorf bezahlt hat. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum et actum Erfordie anno domini m". cc°. lxxvi", feria sexta ante 
Reminiscere, presentibus venerabüia) domino Cristano Sambiensi confirmato, 
Mathia notario nostro, canonico Nueinburgensi, Dancmaro custode Merse- 
burgensi, Hernrico de Alrestede seniore, Heinrico de Bunowe, Heinrico de 
Holdorn, militibus, Erfurt, 1276 Febr. 28. 

Hdschr. u. Druck: s. GQuPrSachsen 36, 417. 



a) Die zweite Fassung hat dahinter in Christo patre. — Diese Fassung hat auch bei 
anderen Zeugen Abweichungen. 

b) DOBruder Kristan von Mühlhausen wird durch die Bischöfe Friedrich von 
Merseburg, Ludolf von Halberstadt und Meinher von Naumburg zum Bischof 
von Samland konsekriert. [1276 zw. Febr. 28 u. März 27] 

Lit. : Herquet, Kristan von Mühlhausen, No. 8; — Gebser und Hagen, Dom zu 
Königsberg I, S. 44; — Altpreuß. Mschr. XII (1875), S. 571 u. XVI (1879), 
S. 554; — N. Mittl. 13, S. 384. 

Bemerk.: Vgl. ürkk. No. 274a) v. 1276 Febr. 28 u. No. 317n) v. 1283 März 27. 

e) Kristanus dei gracia Sambiensis episcopus gibt dem Kloster St. Agnes zu Mainz 
einen Indulgenzbrief. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 
Datum apud Aschaffenburc anno domini m. cc. lxxvi, v. idus Maii. 

Aschaffenburg, 1276 Mai 11. 

Hdschr.: Orig.: SA. Darmstadt; Perg. Urk., Siegel fehlt. 

Druck: Baur, Hess. Urkunden II, 293. — Reg.: Herquet, Kristan v. Mühlhausen, 

S. 2, No. 9; — Perlbach, Preuß. Reg. 833; — ÜB. Bist. Samland 100. — 

N. Mittl. 13, S. 384; — GQuPrSachsen 3, S. 606. 



216 Urkimdenbuch der DeutschordensbaJlei Thüringen. 

d) Frater Cristanus dei gracia Sambiensis episcopus venerabilis erteilt allen, 
qui ad fabricam capelle quasi planta novella in [ Langen- JSalza zu bestimmten 
Festen pilgern unam karenam et quadraginta dies de iniuncta penitencia. 

Mit dem Siegel der Aussteller. 

Datum Salza anno domini m cc lxxvi, viii idus lunii, pontificatus nostri 
anno primo. Langensalza, 1276 Juni 6. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 878; Perg. Ürk., stockfleckig; Siegel 
m. Befestigung (Presset?) fehlt. 
Auf sehr.: Karena XL dies. 

Druck: Herquet, Kristan von Älühlhausen, S. 57, No. 1. — Reg.: ÜB. Bist. Sam- 
land 101; — GQuPrSachsen 3, 254 (mit Datum Juni 8); — Herquet 
a. a. 0. 10; — Perlbach, Preuß. Reg. 834; — N. Mittl. 13, S. 384. 

e) Kristan, Bischof von Samland, erteilt dem St. Agneskloster zu Mainz einen 
zweiten Indulgenzhrief. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Datum apud Magunciam anno domini m cc lxxvi, u. nonas lulii. 

Mainz, 1276 Juli 6. 
Hdschr,: Orig,: SA. Darmstadt; Perg. Urk. mit Siegel des Ausstellers. 
Druck: Reg.: ÜB. Bist. Samland 102 (danach hier); — Herquet, Kristan von 

Mühlhausen, No. 9 u. Altpreuß. Mschr. XVI (1879), S. 555 (Herquet); — 

Bodemann, Rheingauische Altertümer, S. 901; — N. Mittl. 13, S. 384. 

f) Kristan, Bischof von Samland, erteilt der Kirche St. Johannisierg bei Fulda 
einen Ablaßbrief. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 
Datum aimo domini 1275, 4. Septembris. 127[6] Sept. 4. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Marburg, Kindlingers Papiere, Vol. CXLV, No. 19. 
Reg.: ÜB. Bist. Samland. 103 (danach hier); — Altpreuß. Mschr. XII (1875), 

S. 572 u. 568 (wegen des Datums). 

S. ferner Urk. No. 276 v. 1276 Nov. 29. 

g) Derselbe stellt mit Einwilligung des Erzbischofs von Mainz für das Kloster 
Paulinzella einen Indulgenzbrtef aus. Allendorf ( b . Königsee) , 1 276 Sept . 9 . 
Hdschr.: Orig.: SA. Rudolstadt, P. d. 26 (347); Perg. Urk.; Siegel ziemlich gut 

erhalten. 
Druck: Thür.GQu. VII, 1. 101; — s. a. Lindner, Anal. Paulino-Cell. IV, 2. 

275. Frater Heinricus de Bolandia^) und frater Heinricus^) commen- 
dator domus Teutonice in Plawe stehen als erste unter den Zeugen 
der Urkunde, durch die Heinrich fl.J, Vogt von Plauen, mit Ein- 
willigung seiner Söhne Heinrich [von WeidaJ mid Heinrich [II.] 
seiner Gemahlin Kunigunde villam in Strazberg cum omnibus 
bonis, piscariis seu aquis, pratis, pascuis ac aliis attinenciis et 
iuribus suis mediatemque foreste eidem ville attinentis als Leib- 
geding gibt und ihr diesen Besitz für den Fall seines Todes sichert. 

Mit den Siegeln Bischof Bertolds von Bamberg, Heinrichs, Vogt 
von Plauen, (DOHaus Plauen?), Heinrichs, Vogt von Weida und 
Heinrichs, Vogt von Plauen. 

Datum apud Plawe anno domini m.° cc." l xx"vi.", in die 
Pabnarum. Plauen, 1276 März 29. 

Hdschr.: Orig.: Archiv d. Oberlaus. Qes. d. Wissenschaften zu Görlitz; Perg. Urk. 
m. 5 Siegeln an Pressein. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 217 

Abschr.: Fürstl. A.Schhiz, Urk. Kop. u. Auaz. d. Ofen. Heinrich XXVI. Beuß- 
Ebersdorf (HR.). 
Driick: Neues Lausitzisches Magazin, 50. Bd., S. 147 f. (mit Beschreibung der 

Siegel); — Lobenstein. InteUigenzblatt 1792, 40. Stück, S. 167 f.; — Mittl. 

AV Plauen 1 (1880), No. LIX (nach HR.) mit Beschreibung der Siegel. — 

Reg.: ThürGQu. V, 1, 182. 
LH. : 13. Jahresbericht des vogtl. af. V. Gera, 1838, S. 63 f. 
Bemerk.: Die Urk. befand sich 1790 im Rittergut Neundorf b. Plauen, später 

im Besitz des Architekten G. Dorst in München (nach Müller), der sie mit 

anderen an Stadtrat Köhler in Görlitz verkaufte. — Schrift: Flach S. 142 ff. 

u. 149. — Siegel: 2) s. Posse, SWA. I, S. 34, No. 190, Tfl. 24, 3; 

4) ebendas., S. 29, No. 158, Tfl. 22, 1; 5) ebendas., S. 34, No. 193, Tfl. 

24, 6; vgl. Flach S. 188 f., 195 u. 197. — S. a. Urk. No. 293 v. 1278 

Mai 25. 



1) Vielleicht kein DO Bruder, sondern identisch mit Heinrich v. Bolanden, Archi- 
diakon zu Trier, Propst zu St. Stephan in Mainz, St. Florian in Mainz, St. Martin in 
Worms f 1286 (Lehmann, Burgen u. Bergschlösser, Bd. 4, Stammtafeln d. Dynasten 
V. Bolant). Aber Mongitore, Mon. hist. sacr. führt zu 1285 ( ?), 1290 u. 1299 auch einen 
Heinrich v. Bolanden als Komtur v. Sizilien an, der von Lehmann a. a. 0. nicht erwähnt 
wird, auch nicht in der übrigen Literatur über die Bolanden. Daß es sich um die gleiche 
Person handelt, ist ausgeschlossen. Da H. v. B. vor dem Plauener Komtur steht, muß 
er im Rang höher stehen. Als Angehörigen des DO. könnte man H. v. B. dann vielleicht 
als einen Abgesandten des Deutschmeisters betrachten. — 2) s. Urk. No. 180 v. 1264 Sept. 1. 

276. Bruder Kristan, Bischof von Samland, kauft vom DOEause in der 
Altstadt Mühlhausen Güter in Kirchenheilingen, die diesem Hause 
nach seinem Tode spätestens wieder zufallen sollen. 

Nägelstedt, 1276 Nov. 29. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 885: Perg. Urk., etwas brüchig, mit 

gut erhaltenem roten Siegel am Presset (0.). 
Druck: GQuPrSachsen 3, 257. — Reg.: Herquet, Kristan v. Mühlhausen 

No. 11; — ÜB. Bistum Samland 104; — Perlbach, Preuß. Reg. 835; — 

N. Mittl. 13, S. 384. 
Lit.: Sommerlad S. 203; — N. Mittl. 13, S. 304. 
Bemerk.: Siegel: spitzoval. Bischof mit Krummstab und (r. H.) gestreckte 

Finger (f). Umschr.: II f S'- FRIS • CRISTANI • DI • GRA • EPI ■ SAOM- 

BIS. Abbildung bei Herquet a. a. 0. — Die Bulle Papsts Innozenz IV. v. 

18. 5. 1254: Devocionis vestre precibus (Strehlke 528) hatte den DO Rittern 

das Erbrecht zugesichert; vgl. Urk. No. 401 v. 1284 Okt. 9. — Ueber die 

genaue Summe des Kaufpreises vgl. die folgende Urk. 

Frater Cristanus^) dei gracia Sambiensis episcopus universis presens 
scriptum inspecturis salutem in domino sempiternam. Quia natura ho- 
minum labilis est et seeundum vim sibi inditam statu ^) nunquam permanet 
in eodem, consuevit antiquorum imitabilis auctoritas facta sua in posteros 
effundere memorabili testimonio scripturarum. Hinc est, quod nos 
presenti scripto ad universorum noticiam cupimus pervenire, quod a 
discretis viris fratre Johanne de "VVegeleiben^) et fratre Bmnone^) uunciis 
transmarinis auctoritatem reverendi magistri fratris Hartmanni*) in ipso 
negocio habentibus bona ordinis nostri in Kirchheilingen ^) emimus vite 
nostre temporibus hberahter possidenda, ita tarnen, quod quibusdam 
sororibus in Mulhusen viginti Septem maldra frumenti dabimus annis 



218 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

singulis secundum quod in litteris ipsis super eo traditis continetur, 
si vero aliqua ipsarum decederet, pensio sibi debita nobis cedet. Post 
mortem autem nostram vel si dominus nobis provideret in episcopatu 
in Alimania meliori aut si quod absit mutaremus, quem nunc portamus 
habitum, bona predicta cum omni sua utilitate absque ulla contradictione 
et impedimento quolibet in remedium anime nostre ac nostrorum pro- 
genitorum ad domum veteris civitatis in Mulhusen, a qua ipsa bona 
nobis sunt vendita, redibunt Kbere pariter et quiete. Huius rei testes 
sunt: Frater Al[bertus] de Amendorf ^), frater Volmarus') commendator 
in Negelstete, frater Cristanus^) commendator veteris et nove civitatis 
in Mulhusen, frater Heidenricus ^) et alii. In huius rei certitudinem 
presentem litteram sigillo nostro tradimus communitam. Acta sunt hec 
Negelstete anno domini m cc l xxvi in vigiha Andree apostoli. 

a) 0.: statu. 



1) 8. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 2) s. Urk. No. 165 v. 1262 Aug. 18. — 
3) nicht weiter festzustellen; vielleicht gleich Bruno v. S. Kilian, s. Urk. No. 270 
V. 1275 Aug. 9. — 4) s. Urk. No. 66 v. [1238]. — 5) s. Urkk. No. 236 v. 1272 
[vor März 30], No. 237 v. 1272 März 30, No. 239 v. 1272 Apr. 30 u. No. 264 v. 1274 
Nov. 5. — 6) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2.]. — 1) cäs Komtur von Nägelstedt 
nur hier, doch s. Urkk. No. 296 u. No. 488. Vielleicht ist er gleich dem früheren 
Landkomtur (s. Urkk. No. 156 u. 241). — 8) s. Urk. No. 269 v. 1275 Juni (25—30). 
— 9) nicht näher festzustellen. 

a) Kristan, Bischof von Samland, erteilt den Predigermönchen zu Würzburg 
einen Ablaßbrief. [1276] 

Reg.: Lang, Reg. Boicalll, 359 (m. Dat. 1270); — Herquet, Kristan v. Mühl- 
hausen, S. 3, No. 13; — Perlbach, Preuß. Reg. 836; — ÜB. Bist. Samland 
106 (danach hier) ; — N. Mittl. 13, S. 384; — GQuPr Sachsen 3, S. 606. 

Bemerk.: 1276 war Bischof Kristan in Aschaffenburg. 

277. Al[bertus] dei gracia Thuringie lantgravius, comes Saxonie 
palatinus bekennt, quod venerabilis pater frater Crist[anus] epis- 
copus Sambiensis, noster specialis bona in Kirchheilingen a fratri- 
bus ordinis domus Theutonice emit pro octoginta marcis vite 
sue temporibus liberaliter possidenda. Post mortem vero suam 
ad ipsos fratres ordinis memorati redibunt bona prefata libere 
pariter et quiete. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 
Datum ^). [nach 1276 Nov. 29]. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 887; Perg. Urk., wasser fleckig, rissig, 

wurmstichig, mit beschädigtem Siegel am Presset. 

Auf sehr.: 8uper littera in Kirchenheiligen obst. 
Druck: QQuPrSachsen 3, 258. — Reg.: ÜB. Bist. Samland 105, zu [1276]; — 

Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 3, No. 12; — Perlbach, Preuß. Reg. 929; 

— N. Mittl. 13, S. 385. 
Bemerk.: Siegel: s. Posse, SW., S. 14, Tfl. IV, 5. — Vgl. Urk. No. 276. — 

Bischof Kristan hai die Urkunde geschrieben (s. Posse, PU. 8. 39, 58), 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 219 

die er dem Landgrafen Albrecht zur Vollziehung vorlegen wollte. Wegen der 
unruhigen Zeiten (vgl. Wegele, Friedrich d. Freidige, S. 75 f.) ist es nicht dazu 
gekommen. 



a) Das Datum selber fehlt. 

278. Kristan, Bischof von Samland, dotiert 3 Altäre der St. Blasienkirche 
in Mühlhausen mit einem Kapital von 200 Rm. 

[1276—1295 Aug.] 

Aus: GQuPrSachsen 3, 942. 

Reg.: Herquet, Kristan v. Mühlhausen, No. 67. 

Bemerk.: Vgl. Bd. II, Urk. v. 1342 Jan. 1. 

Anmerk.: Die nächste Urk. B. Kristans ist ein Indulgenzbrief : 

a) Kristan, Bischof v. Samland, erteilt dem Minorüenkloster in Mühlhausen ver- 
schiedene Indulgenzien. [1276 — 95] 
Hdschr.: Abschr.: StA. Mühlhausen. Jahrzeiterümch des Minor itenklosters. An- 
hang: Syllabus indulgenciarum. 
Beg.: GQuPrSachsen 3, 446; — Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 10, No. 66; 

— Perlbach, Preuß. Reg. 1134; — ÜB. Bist. Samland 174. 
S. weiter die folgende Urk. 

279. Frater^) Cristanus dei gracia episcopus Sambiensis gibt marschalco 
fratri Conrado de Tyrberg^) gerenti vices magistri et fratribus 
domus Theutonice in Prussia das Dorf Sabno mit allen Zuhehörungen 
und Rechten und erhält dafür vom genannten Marschall sua bona 
quecumque in Vremar^) posita preter aream seu locum, in quo 
quondam situm fuit opidum, item Metheym et Drabnow, sita in 
nostra ecclesia Sambiensi mit allen Zuhehörungen und Rechten. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Frater^) Gerwinus saeerdos etfrater*) Hermannus sacer- 
dos, dominus lacobus plebanus in Kongisberg, Rudolfus plebanus 
in Eschenwege, frater^) Manegoldus 3) commendator in Kongis- 
berg, frater^) Cuno commendator Nathangie, frater^) Theodericus 
commendator de Balga, frater^) Helmoldus commendator in Ei- 
bingo, frater^) Helwicus^) commendator in Cristburg, frater^) 
Hermannus 5) provincialis, f rater ^) Albertus^) commendator in 
Thorun, f rater ^) Berlwinus, Hildebrandus ') notarius noster et 
Henricus de Gotha. 

Datum kalendas lanuarii anno domini millesimo ducentesimo 
septuagesimo vii. 1277 Jan. 1. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Königsberg, Kop. OF. 67, Bl. S2b— S3a (in Tspt. v. 

1296 Sept. 8) (KA.). 
Druck: ÜB. Bist. Samland 107, mit weiteren Angaben; — Voigt, Cod. dipl. 

Pruss. I, 169 (im Tspt.). — Reg.: GQuPrSaclisen 3, 259; — Herquet, 

Kristan v. Mühlhausen 14; — Perlbach, Preuß. Reg. 838; — Preuß. ÜB. 

Pol. Abt. I, 353; — N. Mittl. 13, S. 304. 
Lit.: Voigt, Gesch. Preußens III, S. 345, Anm. 2; — N. Mittl. 13, S. 384. 



220 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Bemerk.: Die Bestätigung dieser Urkunde, die wörtlich eingerückt ist, ist von 
1296 Sept. 8 (s. Urk. No. 575 e u. f) . — Kristan verkauft diese Güter [1285 
vor Sept. 14] wieder an das Marienstift in Erfurt (s. Urk. No. 409 c, d). 



a) KA.: ffrater. 



1) der Jüngere. — 2) Vielleicht sind es die Güter, mit denen 1272 März 18 (s. Urk. 
No. 235) die Stadt Erfurt von der Fuldaer Kirche belehnt wurde und die in der Zwischen- 
zeit vom DO. erworben worden sind. — 3) Manegold von Sternberg. — 4) Helwig v. Gold- 
bach, der spätere Landkomtur von Thüringen (s. Urk. No. 537 v. 1292 Dez. 26). — 
5) Hermann v. Schönenberg, Landkomtur zu Kulm. — 6) Albrecht v. Ippelensdorff. — 
7) Vielleicht gleich Magister Hilbrandus in Urk. No. 402 v. 1284 Okt. 29. 

Folgende Urkunden kommen weiter für B. Kristan in Betracht: 

a) Kristan, Bischof v. Samland, gilt seinen Statthaltern in Samland die Vollmacht, 
Neuhekehrte mit Gütern im Bischofsteil zu belehnen. [1277 — 1295 Aug.] 

Aus: Voigt, Cod. dipl. Pruss. II, S. 33, No. XXXIII. 
Reg.: Herquet, Kristan v. Mühlhausen 68. 

b) Frater Cristanus, dei gracia Sambiensis episcopus, verleiht der Michaeliskirche 
in Erfurt einen äOtägigen Ablaß. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. <, o 

Datum Erfordie anno gracie mUlesimo cc lxxviii pridie kalendas Aprilis. 

Erfurt, 1278 März 31. 

Hdschr.: Orig.: A. Michaeliskirche Erfurt; Perg. Urk. mit dem Siegel des Aus- 
stellers an Seidenfäden. 
Druck: Reg.: GQuPrSachsen N. R. 5, 480. 

e) Kristan, Bischof von Samland, verleiht dem Heiligengeisthospital zu Elbing 
einen Ablaßbrief. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 
Datum in Elbing . . . anno domini m cc lxx viii. Elbing, 1278. 

Hdschr.: Orig.: StA. Elbing. 

Druck: Cod. dipl. Warmiens. I, 53. — Reg.: ÜB. Bist. Samland 112; — Perl- 
bach, Preuß. Reg. 851; — Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 3, No. 16; — 
N. Mittl. 13, S. 385; — GQuPrSachsen 3, S. 606. 

280. Älhrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf 
von Sachsen, und seine Söhne Heinrich, Friedrich und Dietrich 
bestätigen empcionem bonorum in Guttern factam per reverendum 
dominum nostrum fratrem Christianum Sambiensem episcopum 
von Magister Ritzard, die nach dem Tode Kristans ad cathedralem 
ecclesiam Maguntinam fallen sollen. 
Es siegelt der Aussteller. 

Datum in Isenach anno domini mcclxxvii, vii. kalondas Aprilis. 

Eisenach, 1277 März 26. 

Druck: loannis, Rer. Mogunt. II, S. 422 f. (danach hier). — Reg.: GQuPrSachsen 
3, 260; — ÜB. Bist. Samland 108; — Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 3, 
No. 15; — Perlbach, Preuß. Reg. 840; — N. Mittl. 13, S. 385. 

LH.: N. Mittl. 13, 8. 304. 

Bemerk.: Das Original hat sich nicht gefunden. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 221 

281. Ulrich von Pack verzichtet auf 4 Hufen im Felde von Zwätzen, die 
der Deutsche Orden vom Benediktinerkloster in Zeitz gekauft hat. 

Mühlhausen, 1277 März 30. 

Hdschr.: Abachr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 76b (A.). 

üeberschr.: Littera abrenunciacionis Ulrici de Pack de IUP'' mansia 
in campis Zcwezcen. 

Nos Ulricus de Pak omnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, 
in perpetuum protestando recognoscimus, quod nos et heredes nostri 
presentes et posteri ius, quod habuimus in quatuor mansis sitis in campis 
Zcwezcen, quos fratres hospitalis sancte Marie Theut[onice] a sancti[m]o- 
nialibus^) in Zize ordinis sancti Benedicti Nuenburgensis dyocesis pro 
Lx*. marcis Vribergensis argenti compararunt, libere ac liberaliter 
renunciamus intuitu dei et matris ipsius gloriose virginis. Igitur ne hec 
nostra libera renunciacio per nos aut heredes nostros infringi aut calumpni- 
ari valeat quoque modo, presentem litteram nostro sigillo duximus 
roborandam. Testes huius rei sunt: Frater^) Albertus de Amendorf f^) 
commendator in Griffstede, frater '') Otto de Rychowe'^}^), frater^) Cristanus 
de Kollede ^) et alii quam plures. Datum Molhusen per manum fratris 
Sibotonis ^) eiusdem ordinis in Molhusen veteris civitatis tunc plebani 
anno domini m" cc'' lxxvii., iii. kalendas Aprihs. 

a) A.: sanctionialibus. b) A.: ff rater. c) A.: Rycheowe. 



1) 5. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2J. — 2) s. ürk. No. 221 v. 1270 Mai 12. — 
3) komTnt noch in Urkk. No. 286, 289 u. 290 v. 1277 vor. — 4) Siboto ist von 1277—1296 
DOPleban in Mühlhausen- Altstadt. Einige Male wird er auch Komtur genannt. 1285 
wird er Propst des von B. Kristan v. Samland neu errichteten Kapitels der Sam- 
ländischen Kirche. 

282. Friedrich, ErzUschof von Salzburg, und mehrere andere Bischöfe 
stellen den DOEäusern in Berge und hei Halle für ihre Kapellen 
(St. Marien bzw. St. Elisabeth) einen Ablaßbrief aus. 

Wien, 1277 Apr. 7. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 39^ (K.). 

üeberschr.: In sequentibus copiis habentur indulgencie ecclesie sancte 
Kunegundis^). 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 358; — Ludewig V, S. 123 f., Dipl. XCIX. — 

Reg.: Dreyhaupt I, S. 829, No. 23; — Mülverstedt III, S. 99 No. 251. 
Lit.: Wolf 8. 29; — ZThürGuA. I, S. 107, Anm. 1; — Magdeburg. Obll. 2. 

S. 466; — V. SchuUze-GalUra, Geschichte d. Stadt Halle I, S. 318, 370. 
Bemerk.: lieber die Frage einer St. Elisabeth- Kapelle s. a. Bierbach in GQuPr- 
Sachsen a. a. 0. 

Universis presentes litteras inspecturis Fridericus 2) dei gracia sancte 
Salzburgensis ecclesie archiepiscopus, apostohce sedis legatus, Bertoldus ^) 
Bawenbergensis*) episcopus, Bruno*) Olnmcensis episcopus, Petrus 5) 
Pataviensis episcopus, Com*adus ^) Frisingensis episcopus, Leo ') Ra- 
tisponensis episcopus, Dietricus ^) Gurcensis episcopus, Joannes ^) Chi- 
mensis episcopus, Werenhardus ^") Secoviensis episcopus salutem in eo, 



222 Urkundenbuch der Deutsehordensballei Thüringen. 

qui salvat omnem hominem et neminem vnlt perire. Cum redemptor 
noster, conditor et auctor tocius creature ad hoc propiciatus in mundum 
venerit, ut diruto, quo prius tenebamur, vinculo servitutis pristine nos 
restitueret libertati, pie fideliter et misericorditer agitur, si homo, quem 
culpa propria diabolice subdidit servituti, per Christi et ecclesie remedia 
ad Christi ovile sanctorum participium et consorcium revocetur. Hinc 
est, quod nos universos Christi fideles quasi quibusdam allectivis premiis, 
penitenciis et remissionibus imätamus, ut complacendo deo per opera 
charitatis reddantur exinde et deo uniformiores et divine gracie aptiores, 
Omnibus igitur vere penitentibus et confessis, qui ad ecclesiam in Berge 
fratrum Theutonicorum sancte Marie lerosolomitani'') Magdeburgensis 
diocesis in honorem beate et gloriose virginis consecratam vel ad ecclesiam 
predictorum fratrum in HalKs prefate diocesis in honorem beate Ehza- 
beth*^) consecratam pia devocione accesserint in die dedicacionis ipsarum 
per singulos anniversarios celebrandi'^), singuli nostrum xl^ dies de 
iniuncta sibi penitencia auctoritate omnipotentis dei, apostolorum eins 
Petri et Pauli et nostra confisi divina favente gracia misericorditer 
relaxamus, diocesani prius et omnia auctoritate et consensu episcopi 
accedente. Datum anno domini m° cc° l xx'^aI in Wienna septimo ydus 
Aprilis. Summam autem indulgencie quihbet nostrum xl* dies conce- 
dendo ccc°"™ et xx" ^) dierum et hoc sigillorum nostrorum munimine 
roboramus. 

a) K.: Hawenbergensis. b) bezieht sich auf ein ausgelassenes hospitalis. 

c) Verschr. für Kunegundis. d) K.: celebrandum. e) Verschr. für hX^. 

1) Die U eher Schrift bezieht sich auf die Urkk. 'No. 187, 440, 442, 443 mit. — 
2) 1273—1284. — 3) 1259—1285. — 4) 1245—1281. — 5) 1265—1280. — 6) 1258—1278. 
— 7) s. Urk. No. 178 v. 1264 Jan. 21. — 8) 1253—1278. — 9) 1274—1279. — 
10) meist Bernhard genannt, 1268—1283. 

283. Dietrich, Markgraf von Landsberg, schenkt den Brüdern des DO- 
Hauses in Altenburg Güter in Kehren, Rüdigersdorf und Zeps. 

Weißenfels, 1277 Mai 13. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 56^. 

Ueberschr.: Littera de eodem^). 
Bemerk.: Vgl. die fast gleichlautende Urk. No. 232 v. 1271 Dez. 19, die ich für 

verdächtig halte. Hier kommt nun noch als neue Schenkung ein Gehölz bei 

Zeps hinzu. 

Nos Th[eodericus]2) dei gracia marchio de Landisl)erc universis pre- 
sentem litteram inspecturis in pcrpetuum. üniversa mandata negocia 
Htteris ac voce^) testium ab utroque trahunt firnuimentuni, notum igitur 
esse volumus universis tam presentis quam futuri evi fidelibus, quod, 
cum H[einricus] de Chorun^) volens et intendens assumere ordinem fra- 
trum domus Theutonice bona subscripta videhcet ins patronatus ecclesie 
in Choruu, molendinum situm ibidem in civitate et süvam prope 
villam Kudigersdorff sitani et ligna prope villam Zeps sita ipsum H[ein- 
ricum] pro porcione hereditatis sue contingencia dictis fratribus et ordini 



Urkandenbuch der Dentschordensballei Thüringen. 223 

de voluntate et consensu Thy[monis] fratris sui donasset iusto donacionis 
tytulo accedente, nos ad peticionem et instanciam dicti Heinrici princi- 
paliter tarnen ob divini nominis reverenciam et beate virginis Marie 
predicta bona post liberani et voluntariam resignacionem dictorum 
fratnmi H[einrici] et Th[ymonis] videlieet in nostris manibus factam 
predicti ordinis fratribus et ipsi ordini favente domino H[einrico] Mis- 
nensi et Orientali marchione karissimo patre^) nostro de consensu et bona 
voluntate heredum nostrorum in perpetuum dedinius proprietatis tytulo 
possidenda. Ut autem hec nostra donacio robur optineat perpetue firmi- 
tatis, dictis fratribus in Aldenburg dari iussimus nostri sigilli munimine 
presenteni litterani communitam. Datum Wyßenvels anno domini 
M*'. cc°. L xxvii.", III idus Mali. Testes sunt: Nobiles viri dominus Ott[o] 
de Arn[s]houge, G[ebhardus] de Querenvurd, et Th. Czyczensis ecclesie 
prepositus et alii quam plures fide digni. 

[ ] fehlt A, — a) A.: voci. 



1) 8. ürkk. No. 230 v. 1271 Sept. 28 u. No. 232 v. 1271 Dez. 19. — 2) s. Urk. 
No. 253 V. 1273 Nov. 28. — 3) s. Urk. No. 232 v. 1271 Dez. 19. 

284 . ÄlbrecM [der Entartete], Landgraf von Thüringen, bestätigt dem DO- 
Hause in Altenburg die Schenkung des Patronatsr echtes über die 
Kirche in Kohren durch die Gebrüder Heinrich und Thimo von 
Kohren. [nach 1277 Mai 13.] 

Alis: Urk. No. 525 v. 1292 Aug. 6. 

Bemerk.: Das Orig. ist verloren gegangen, wird aber in Urk. No. 525 v. 1292 
Aug. 6 erwähnt. Die Bestätigung durch Landgraf Albrecht muß erst nach 
1277 Mai 13 geschehen sein, da in der Urk. seines Bruders Dietrich v. 1277 
Mai 13 nur die Urk. von Heinrich d. Erlauchten genannt wird. 

285. Friedrich [V.J d. Äe., Graf von Beichlingen^), eignet quinque agros 
sitos in prato fabarum, quos lohannes de Gunstete a nobis in feodo 
tenuit et fratribus domus Theutonicorum in Grifstete vendidit, 
dem DOHause in Griefstedt. 

Zeugen: Comes Gozmarus de Kirchberch, Siffridus de Bende- 
leyben, Ludowicus Speculum, Hunoldus, Conradus de Bennungen, 
Henricus de Bendeleyben, milites; Fridericus de Rebeningen, 
Marquardus de Collede, Burchardus de Bendeleyben. 

Acta sunt hec in Kelbera anno domini m. cc. lxxvii., iii. ka- 
lendas lulii. Kelbra, 1277 Juni 29. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien I, 6. 1, No. 700 (713). 

Ueberschr.: Assignacio quinque agrorum sitorum in der bonenwisin, 

quos dominus Fridericus comes de Bichelingin domui apropriavit. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 339; — Gudenus, Cod. dipl. IV, S. 932 f., No. LIX. 

— Reg. : v. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 4^. 

Lit.: ZThürGuA. VIII, S. 204, 232. 

Bemerk.: Siegelankündigung fehlt. 



1) Graf V. Rothenburg, leht noch 1320. 



224 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

286. Friedrich [V .] d.J., Graf von Beichlingen, überträgt dem DOHause 
in Griefstedt 5 Aecker, die es von Johannes von Günstedt gekauft hat. 

Mittelhausen, 1277 Juli 2. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 701 (714). 

Ueberschr.: Apropriacio eorundem agrorum per dominum Fridericum 
comitem de Bichelingen iuniorem. 
Druck: Reg.: Publ. PreußSAen. 3, 339, Anra.; — v. Hagke, Weißensee, S. 289 

u. 357. 
Lit.: ZThürOuA. VIII, S. 204, 232. 

Nos Fridricus ^) iunior dei gracia comes de Bichelingen presenti scripto 
recognoscimus ac publice protestamur, quod v. agros sitos in prato 
fabarum, quos lohannes de Gunstete a nobis in feodo tenuit et fratribus 
domus Theutonice vendidit in Grifstete, eisdem fratribus proprietatis 
titulo contuMmus perpetuo possidendos. In quorum reconpensacionem 
predictus lohannes in feodo a nobis recepit aha bona. Ne autem hec 
nostra donacio a nobis vel nostris heredibus valeat irritari, presentem 
paginam supradictis fratribus nostro sigUlo dedinius roboratam. Huius 
rei testes sunt: Frater Guntherus de Swarzburch ^), frater Cristanus 
de CoUede^); Siffridus de Bendeleyben, Nencemannus de Bichehngen, 
Henricus de Collede, Henricus de Dimarrode, mihtes; lohannes de Gun- 
stede, Ernestus de CoUede, Siffridus de Gunstede et alii quam plures. 
Actum Mittelhusen anno domini m. cc. lxxvii, vi° nonas lulii. 

1) Günther XIV., Graf v. Schtvarzburg, ist bis gegen Ende 1281 in der Bailei nach- 
weisbar, zuletzt vielleicht in Zwätzen, taucht dann erst wieder 1287 als DO Bruder in Preußen 
auf, wo er 1291 — 1298 Komtur von Graudenz und 1299 — 1309 Komtur des Kulmer 
Landes ist. — 2) s. Urk. No. 281 v. 1277 März 30. — 3) f 1286 oder 87. 

287. Albrecht [III.J, Burggraf von Ältenburg, eignet dem Deutschen 
Hause in Altenburg Land zu Unterlödla. 1277 Juli 3. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 894; Perg. Urk. mit einigen schad- 
haften Stellen in den Brüchen; Siegel gut erhalten, an roten Seidenschnüren. 

Auf sehr.: Super iij mansis et prato in Liddelaw. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 134^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de bonis in Ledelow. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. XXIX (79b) und Heft 4, 

No. 89 (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 36^—37^ (K^). 

Ueberschr.: Littera do bonis in Ledelaw. 
Abschr.: Ebendas., Kop. 1945, Bl. 76^—77^ (K-). 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 198, No. 98. 
Druck: v. Braun, S. 69 f., No. II (Br.). 
Lit.: ZHVEeg.Bez. Marienwerder, 44. Heft (1905), S. 2 f., 5, 7; — Jb. Adler 2, 

S. 24. 
Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 37 (AÜenburger Hand). — Siegel: vgl. Posse, 
SWA. I, S. 49, No. 321, Tfl. 38, 2. 

Albertus') dei gracia prefectus de Aldenburc^) omnibus presentem 
paginam inspecturis in perpetuum. Notum facunus tarn presentibus 
quam futuris, quod ob reverenciam dei omnipotentis eiusque pic genitricis 
et in remissionem peccatorum nostrorum^) bona sita inLydelov'^) videh- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 225 

cet diios mansos et dimidium nee non et ibidem pratum cum universis 
attinenciis'^), qiie de nobis in feodo streniii milites Reinhardus et Hein- 
ricus*^) dieti de Rochlize^) tenuerunt, libera dedimus et integra donacione, 
quidquid iuris habuimiis vel competere nobis videbatur, in eisdem fratri- 
bus (fonius Teuthonice^) in presencia venerabilis viri fratris Burcliardi'') 
dicti de Swanden^) commendatoris tunc per Thuringiam ac Saxoniam 
generalis. Igitur ad perfectam et veram predicte donacionis confirnia- 
cionem presens eis dedimus manuseriptum sigilli nostri munimine robo- 

ratum. Acta sunt hec anno domini m cc lxx vii'), v. nonas lulii. Testes 
vero [sunt]: Frater Conradus de Rode 2) et f rater lohannes"*)^), sacer- 
dotes, frater Heimicus de Wernherstorf^), frater Wernherus ^) cell[er]arius, 
frater Thyrao®); Heinricus dictus de Thyrbach, Heinricus Clippeator et 
Matheus frater suus^-') et alii quam plures. 

a) A.: Aldenburg. b) K^ hat hier unterstrichen (also ungültig): libera et 

integra dedimus donacione bona sita in Grew singulis annis. Aus Urk. No. 289, 
die in A. auf gleicher Seite steht. c) A.: Ledelow. d) Br.; attinentibus. 

e) A.: Henricus. f) A.: Rochlicz. g) A.: Theutonicorum. h) A.: Bur- 

chardi. i) K^: 1277. k) A.: et frater loh. — frater suus jehlt. 1) Br.: eins. 

1) Burchard v. Schwanden ist von 1277 — 1279 als Landkomtur von Thüringen 
u. Sachsen nachweisbar. Ueber seine Herkunft s. v. Mülverstedt in ZHV Reg.Bez. Marien- 
werder 44 (1905), 8. 1 — 20, der ihn gleichsetzt dem DO Komtur zu Könitz b. Bern Burchard 
V. Swandon 1275. Ihm folgen Ottomar Schreiber in Oberländische Obll. 15 (1913), S. 671 
und A. B. E. v. d. Oelsnitz, Herkunft und Wappen der Hochmeister des DO. 1198 — 1525 
{Königsberg 1926) S. 58 f. Walther Möller in „Der Deutsche Herold'', 59. Jg. (1928), 
S. 34 f. meint, daß der Hochmeister auf Grund des Wappens zur Familie Schwend v. Wein- 
heim (a. d. Bergstraße) gehören müsse, bemerkt aber auch, daß der Vorname Burkhard in 
dieser Familie nicht angetroffen wird. E. v. d. Oelsnitz verteidigt durch weitere Belege in 
Altpreuß. Forschungen, Jg. 7 (1930), S. 277 — 282 noch einmal seine Ansicht, der durchaus 
zuzustimmen ist. Da Albrecht v. Ammendorf erst 1281 Okt. 6 (s. Urk. No. 345) wieder 
als Landkomtur genannt wird, so ist wohl die Aimahme berechtigt, daß Burchard auch 
noch 1280 das Amt bekleidet. 1281 finden wir ihn dann als Komtur in Marburg, wo 1280 
Hermann gen. v. Richele noch Komtur war. Hier bleibt er jedenfalls bis zu seiner Wahl 
als Hochmeister, die nach dem Tode Hartmanns v. Heldrungen (1283 Aug. 19) noch im 
gleichen Jahre in Akkon stattfand; s. a. Urkk. No. 395 v. [1284 — 85] Sept. 2 u. No. 478 
V. 1290 März 2. — Vgl. ferner Schreiber u. Oelsnitz a. a. 0. — 2) Nur hier. — 3) s. Urk. 
No. 234 V. [1271] Bern. — 4) bis 1280 in Altenburg nachweisbar. 1274 Aug. gehörte er 
dem Konvent in Königsberg an. — 5) bis 1294 in Altenburg nachweisbar. — 6) Nur hier. 
Vielleicht stammt er aus dem Geschlecht der Golditz. — 7) 1270 — 1281 reg. Burggraf. 

288. Älbrecht [III. J, Burggraf von Altenburg, eignet den Brüdern des 
Deutschen Hauses in Altenlurg einen Zins in Groben. 1277. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 906; Perg. Urk., in den Brüchen ver- 
fallen, mit an roten Seidenschnüren hängendem gut erhaltenen Siegel (0.). 

Auf sehr.: Super bonis Grow tria talenta solvencia. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 134^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de bonis in Grew. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 88 (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 30^ (K^). 

Ueberschr.: Wie A. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 202, No. 101. 
Druck: v. Braun S. 69, No. I (Br.). 
Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 15 



226 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Bemerk.: Schrift: Posse, Pü. S. 37 (AÜenburger Hand). — Siegel: Posse, 
SWA. I, S. 49, No. 321, Tfl. 38, 2. 

Albertus dei gracia prefectus de Aldenburc*) omnibus presentem 
paginam inspecturis in perpetuum. Notum facimus tarn presentibus 
quam futuris, quod ob reverenciam dei omnipotentis eiusque pie geni- 
trieis et in remissionem peccatorum nostrorum libera et integra dedimus 
donacione bona sita in Grev ^) singulis annis iii. talenta solvencia nomine 
census, que nobilis vir Heinricus de Cedelizc ") et füii f ratris ipsius Ottonis 
bone memorie de*^) nobis in feodo tenuemnt, fratribus domus Teuthoni- 
corum^) perpetuo possidenda. Igitur ad perfectam et veram predicte 
donaeionis confirmacionem presens eis dedimus manuscriptum sigilli 
nostri munimine roboratum. Actum anno incarnacionis dominice^ 

millesimo cc lxxvii. Testes huius rei sunt: Dominus Albertus deLydelou^), 
dominus '^) Johannes [de]') Remse, dominus Heinricus de Studenscen, 
müites; Theodericus de Gerstenberc, Ulsco Forestarius, Heimicus dictus 
Scherfingus, Rudolfus Schultetus, Conradus de Waldenberc et alii 
quam plures''). 

a) A.: Aldenbiirg. b) Br.: Greva. c) A.: Cedelicz. d) Br.: a. 

e) A.: Theutonicorum. f) A.: acta sunt hec anno domini. g) A.: Ledelow. 

h) A.: dominus bis plures fehlt, dafür et ceteri. i) O.: fehlt. 

289. Friedrich fV.J d. Äe., Graf von Beichlingen, überträgt den Brüdern 
des DOHauses in Griefstedt duos mansos sitos in Grifstete, quos 
Eckebertus et fratres sui dicti de Walehusen a nobis in feodo 
tenuerunt et fratribus domus Theutonice vendiderunt in Grif- 
stete. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Albertus dictus de Harraz, Henricus de Collede, Nenze- 
mannus de Biclielingen, milites; frater Albertus de Amendorf ^) 
conmendator in Grifstete, frater Otto de Richowe^), frater 
Cristanus de Collede ^), frater Bruno *). 

Acta sunt hec in Grifstete anno domini m. cc. lxxvii. 

Griefstedt, 1277. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 729 (743). 

Ueberschr.: Apropriacio duorum mansorum in Grifstete facta per do- 
minum Fridricum comitem de Bichhelingen (.') seniorem. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, ^ß28. — Reg.: v. Hagke, Weißensee, S. 289 (nach 

SA. Magdeburg, Kop. 1532\ Bl. 4^). 
Lit.: ZThürGuA. 8, S. 204, 232. 



1) s. Urk. No. 175 V. 1263 Juni [2]. —2) s. Urk. No. 221 v. 1270 Mai 12. — 
3) s. Urk. No. 281 v. 1277 März 30. — 4) Nur hier; s. a. Urk. No. 276 v. 1276 Nov. 29. 

290. Friedrich [VI.] d. J., Graf von Beichlingen, überträgt duos mansos 
sitos in Grifstete, quos Eckebertus et fratres sui dicti de Wale- 



Urkundenbnch der Deutschordensballei Thüringen. 227 

husen a nobis in feodo tenuerunt et fratribus domus Theutonice 
vendiderunt in Grifstete, den Brüdern des genannten Hauses. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Albertus dietus de Harraz, Henricus de Collede, Nenze- 
mannus de Bichelingen, milites; frater Albertus de Amendorf 
conmendator in Gritstete, frater Otto de Richowe, frater Cristanus 
de Collede, frater Bruno. 

Acta sunt hec in Grifstete anno domini m. cc. lxxvii. 

Griefstedt, 1277. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 731 (745). 

Ueberschr.: Apropriacio duorum mansorum in Grifstete facta per do- 
minum Fridricum comitem de Bichelingin iuniorem. 
Heg.: SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 4^. 
Druck: Gudenus IV, S. 931, No. LIX. — Erw.; Publ. PreußSAen. 3, 328, 

Anm.; — Anderson, Griefstedt S. 368 zu 8. 17 (vgl. S. 26 A. 19). 
Lit.: ZThürGuA. 8, S. 204, 232. 
Bemerk.: s. die vorhergehende Urk. mit den gleichen Zeugen. 

291. Frater Albertus de Amendorphi), frater Guntherus de Swarz- 
burch ^), frater Theodericus de Rusteberch ^) bezeugen als erste, 
daß Konrad (IV.), Graf von Eherstein, mit Einwilligung seiner 
Oheime Otto und Ludwig und seines Vetters Otto, Sohnes seines ver- 
storheneyi Oheims Hermann, sämtlich Grafen von Eherstein, alle Lehen 
im Gebiet Dobena (in terminis Dobene) dem Vogt Heinrich von Plauen 
überträgt. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. „ „ „ 

Datum et actum Plawe anno incarnacionis domini m. cc. Lxxvin, 

VIII kalendas lunii, indictione v^. Plauen, 1278 Mai 25. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 913; Perg. Urk., ivasser fleckig, einige 

Wurmstiche, mit etwas beschädigtem Siegel (Umschrift undeutlich) an grünen 

Seidenfäden. 

Abschr. (19. Jht.): SA. Weimar, Fol. 1020, Heft 2 u. 3, Bl. 84 (aus Witten- 
berg, A. R. Schubl. III, No. 210). 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. LXII (mit Auslassungen). — Reg.: 

ThürGQu. V, 1, 185. 
Bemerk.: Die Indiktion ist um eine Einheit zu klein. — Siegel: Posse, SWA. 

III, S. 25, No. 195, Tfl. 8, 15. — Zur Ausfertigung vgl. Flach S. 146 

und 267. 



1) s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. — 2) s. Urk. No. 286 v. 1277 Juli 2. — 
3) s. Urk. No. 180 v. 1264 Sept. 1. 

292. Frater Albertus de Amendorph^), frater Guntherus de Swarz- 
burch^) und frater Theodericus de Rusteberch^) bezeugen als erste, 
daß Konrad (IV.), Graf von Eber stein, mit Einwilligung seiner 
Oheime Otto und Imdwig und seines Vetters Otto, sämtlich Grafen 
von Eberstein, auf Bitten seines Schwagers Heinrich, Vogts von 
Plauen, utid Heinrichs und Heinrichs, der Söhne desselben, villam in 

15* 



228 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Strazperch^) cum bonis attinentibus et iuribus, nee non medietatem 
foreste in Strazperch, quam dominus Reinboto beate memorie 
quondam in sua habuit possessione, der Gemahlin des Vogts Kuni- 
gunde als Leibgeding verleiht^). 

Mit dem Siegel des Ausstellers. o o o 

Datum et actum Plawe anno domini m. cc. lxxviii, viii kalendas 

a 

lunii, indictione xvi. Plauen, 1278 Mai 25. 

Hdschr.: Orig.: StA. Plauen; Perg. Urk., von der das Siegel mit Schnüren 
herausgerissen ist (0.). 
Auf sehr.: 4 1278. 

DrucJc: Mittl. AV Plauen 1 (1880), No. LXIII; — 34.136. Jber. AV. Hohen- 
leuben 1864, S. 56 ff. ; — K. H. Trommler, Sammlungen z. Gesch. d. Vogt- 
landes, Leipzig 1767, S. 198 ff. (alte Uebersetzung mit Dat. 25. Mai 1298. 
— Reg.: ThürGQu. V, 1, 186. 

Lit. : Limmer, Voigtland II, S. 399 f. (der die genannten Brüder fälschlich dem 
Predigerorden zuschreibt und Rusteberch 7nit Rosenberg übersetzt); — 
V. Spilcker, G. der Gr. v. Everstein S. 280; — Flach S. 146 und 151. — 
Archivstudien zum 70. Geb. von W . Lippert (1931) 8. 185, Anm. 3. 

Bemerk.: Eine Abschrift befindet sich nicht im SA. Weimar. Die Angabe Thür- 
GQu. V, 1, 186 bezieht sich jedenfalls auf ebendas. 185 (= No. 291), bei 
der eine Abschr. in SA. Weimar nicht angegeben ist. — Die Indiktion ist 

a 
verschrieben, sie muß vi. lauten. 



a) 0.: Strarzperch. 



1) 8. vorige Urk. — 2) s. Urk. No. 275 v. 1276 März 29. 

293 . Friedrich [IL], Bischof von Merseburg, verkauft mit Zustimmung des 
Klosters Pegau 1 ^ Hufen in Lunstedt an den Hochmeister und die 
Brüder des DO [für das DOHaus bei Halle]. 

Merseburg, 1278 Mai 29. 

Hdschr.: Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 398, Bl. 35^ (K.). 

Ueberschr.: Copia super unum dimidium mansum in villa Lunnstede. 

Reg.: Ebendas., Rep. U. 4\ Neuwerk, No. 37, S. 81,3. 
Druck: GQuPrSachsen N. R. 10, 359; — Ludeivig V, S. 103; — GQuPrSachsen 

36, 434 (m. Bemerkung zum Ort L.). — Reg.: Dreyhaupt I, S. 829, No. 24 

(zu 1279 Juni 28), danach Mülverstedt III, S. 111, 279. 
Lit.: Wolf S. 31 f.; — N Mittl. 18 (1894), S. 191 (m. Dat. 1279 Juni 28 nach 

Dreyhaupt) . 

Fridericus^) dei gracia Mersburgensis ecclesie episcopus universis 
Christi fidelibus, ad quos pervenerit presens scriptum, salutem in doniino 
sempiternam. Recognoscimus et notum facimus omnibus, ad quos 
pervenerit presens scriptum, quod unum mansum et dimidium situm 
in villa et pago Lunstete''), quos comparavimus ab ecclesia Pigaviensi 
iure proprietatis cum omnibus attinenciis et utilitatibus suis de consensu 
totius conventus ecclesie iam predicte magistro^) et fratribus domus 
Theutonice hospitalis sancte Marie eodem iure proprietatis, quo dictos 
mansos habuimus cum omnibus attinenciis et utilitatibus suis veudidimus 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 229 

et in ^) ins et proprietatem domus Theutonice transferimus in his scriptis. 
Ne igitur predieti fratres in prefatis bonis per^) oblivionis incomodum 
sive sinistre interpretacionis calumpniam quomodolibet molestentur, 
super premissis omnibus presentem paginam conscribi fecimus et sigilli 
nostri miinimine roborari. Datum Mersburgk anno domini m''. cc". lxxviii, 
im", kalendas lunii, pontificatus nostri anno xiii. 

a) Ludew. u. Dreyh.: Lauchstedt. b) K.: nachgetr. c) Ludew.: per 

oblivionem et per. 

1) s. TJrlc. No. 274 v. 1276 Jan. 6. — 2) Hartmann v. Heldrungen s. ürk, 
No. 66 V. [1238 zw. Aug. 15— Okt. 27]. 

294. Frater Henricus magister omnium domorum ordinis sancti Lazari 
per Alemaniam verkauft mit Willen des Generalkapitels honora- 
bilibus viris fratribus hospitalis sancte Marie Theutonieorum 
veteris civitatis in Mulhusen . , . novem agros terre nemorose 
situatos contigue iuxta silvam suam prope Breytenbeche. 

Zeugen: Frater Henricus tunc commendator in Breytenbeche 
et frater Ernestus eiusdem ordinis et frater Gernotus^) sacerdos 
et frater Henricus de Kornere^) ordinis Theutonice. 

Actum anno domini m cc lxxviii. Datum Mulhusen anno 
eodem in invencione corporis beati Stephani martnis gloriosi. 

Mühlhausen, 1278 Aug. 3. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 917; Perg. TJrk., wasserjleckig, mit 
Siegel am Pressel. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 17. 

Ueberschr.: Littera de novem agris terre nemorose circa Rosenhayn. 

Druck: GQuPrSachsen 3, 266; danach Körnersche Nachrichten, Bd. 2, 8. 98. 

Bemerk.: Not. b. Tittmann II, 24 No. 168. Ueber Jahr und Zeugen s. Posse, 
Pü. S. 117, Anm. 2 u. 5. — Siegel: rund, rotes Wachs. Bild: Kreuz mit 
4 Blättern. Umschr.: f S'. P' CEPTORIS • SCf- LAZARI- IN ■ ALE- 
MANIA: . Die Siegelankündigung fehlt. — Ueber den Lazariten-Ordenshof 
in Breitenbach, Kreis Worbis, Mainzer Diözese, s. ZThürGuA. 8 (1871), 
S. 91 f. 

1) s. ürk. No. 155 v. 1260 Okt. 10. — 2) ferner Urk. No. 389 v. 1284 Febr. 20. 

295. Heinrich [IL] und GiseTher [ IV .] , Gelrüder von Döllstedt, vergleichen 
sich mit dem DOHause Nägelstedt über ihre Rechte in genanntem 
Orte und versprechen, das Eigentum des Hauses gegen jedermann 
zu schützen. Nägelstedt, 1278 Nov. 7. 

Hdschr.: Orig. Tspt.: HSA. Dresden, Orig. 3564 (inseriert z.J. 1359 Jan. 1.) 
(OT.); 8. 2. Band. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 7, No. 35. 
Druck: Reg.: Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. Familienkunde, L. Jg., 8. 55, ürk.(!) 

No. 120 (fehlerhaft), aus: ThürGQu. V, 1, 766, wo Arenga und Datum d. 

Urk., vgl. dazu (falsch) ebendas. XLIX, S. 85 zu Giselher III. Aus allem 

geht hervor, daß hier nur Qiselher IV. gemeint sein kann. 

Bemerk. : Die Urkunde gehört jedenfalls zu den Fälschungen des Notars Gregorius 
Wernher von Eger. 



230 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Nos Henricus et Gisselerus fratres de Tullestede tenore presencium 
recognoscimus publice protestando, quod fratres domus Theutonice in 
Neilstede iniuste ac indebite gravavimus in bonis ipsorum Neilstede 
sitis et hominibus usurpando nobis iniuriose iudicium in eisdem, cum 
ibidem nee iudicium nee ius aliud nos aut heredes nostri habuerimus 
aut habere in posterum debeamus, sed profitemur dictos fratres in 
Omnibus bonis suis tam in campis quam in villa Neüstede situatis, iudi- 
cium sanguinis, iudicium colli et iudicium omne quocumque censeatur 
nomine ac iusticiam quamlibet obtinere, protestamur eciam dictos fratres 
in plateis dicte ville, in quibus domus ex utraque parte ipsorum sunt, 
habere iudicium omne verum in plateis, in quibus domus ex una parte 
sunt nostre et fratrum ex aha ac eciam in domibus et bonis ibidem in 
Neilstede situatis, que nee nostre nee fratrum sunt. Ipsi fratres nobis- 
cum et nos cum ipsis debemus in simul iudicium exercere, preterquam 
in pascuis communibus citra et ultra Unstrat, quorum iudicium tantum 
ad ipsos fratres pertinere recognoscimus. Ceterum si homiues nostri in 
ipsa villa commorantes cum hominibus fratrum rixati fuerint aut causam 
aüam habuerint, coram nobis aut nostro iudice querimoniam debent 
deferre et ipsis iudicabimus, quemadmodum iuris erit. E contra vero 
si nostri homines ab hominibus fratrum passi fuerint iniuriam quamcum- 
que^^) coram fratribus aut ipsorum iudice deferre debent querimoniam 
et iustum iudicium acceptare. Preterea recognoscimus nos ab ipsis 
fratribus viginti marcas argenti accepisse pro eo, quod ipsis concessi- 
mus, quod per modum concambii possunt cum bonis suis permutare 
bona, in quibus ius habemus et iudicium et in eisdem bonis sie permutatis 
sicuti in ahis bonis suis omni sua gaudere debent et perfrui libertate in 
loco eciam molendini et piscaria eorum in flumine Unstrat apud viUam 
ibidem, eos non impediemus ad hoc eciam nobis non inpedientibus, sed 
promoventibus fontem^), qui wlgo dicitur Weschelboru*'), ad quamlibet 
suam utilitatera debent et possent convertere ad curiam suam vel alias 
deducendo aut quodhbet ahud prout eis placuerint faciendo. Ut autem 
hec firma permaneant et a nobis aut nostris postcris istis contradici 
non possit, presentem litteram prefatis fratribus dedimus sigilhs doraini 
nostri Alberti Thuringorum lantgravii nostri''), domini Guntheri dapi- 
feri de Slatheym, domini Hermanni de Myla et domini lohanis de Herfers- 
leybin fideliter consignatam. Addicimus eciam, quod, si ahquis preno- 
minatos fratres in pretaxato iudicio aut ahis prehbatis inpedire vellet 
inposterum aut inpetere, nos pro eisdem coram plebiscito stabimus et 
secundum terre iusticiam a vexacione quietos ^) exhibemus. Huius rei 
testes sunt: Frater*") Burchardus^) provinciahs conmendator, frater^) 
Volmarus^) sacerdos, frater Fredericus^) conmendator in Aldenburk, 
f rater Reynhardus de Rothelem^), Gotfridus^) viceplebanus in Neil- 
stede; dominus Guntherus dapifer de Slatheym^), Gisselerus miles de 
Graba, scultetus de Tumsbruckin, Ditmarus miles an dem Czigenberge, 
Hartundus de TuUestede, Henricus Hartradi, Bertoldus Siegel, Henricus 
Bunige, Heynricus Sweyme, Hermannus Gerwici et aUi probi viri. Acta 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 231 

sunt hec Neilstede anno domini millesuno ducentesimo septuagesimo 
octavo feria secunda ante festum sancti Martini. 



ab) OT.: quomcumque. a) OT.: ffontem. b) OT.: Weschelborn. 

c) OT.: nostro. d) OT.: quietas. e) OT.: ffrater. f) OT.: Slutheym. 

1) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 2) VU. der frühere Landkomtur, s. Urkk. 
No. 155 V. 1260 Okt. 10 und No. 276 v. 1276 Nov. 29. — 3) bis 1280 März 1 (s. Urk. 
No. 329) als Komtur v. AUenburg nachweisbar. — 4) Nur hier. — 5) Da frater jehlt, 
wird es ein Weltpriester sein. 

296. Heinrich [der ErlaucMeJ, Markgraf von Meißen und vom Osterland, 
und seine Söhne Älbrecht und Dietrich übertragen dem DO. das 
Kloster Zschillen. Dresden, 1278 Nov. 13. 

Hdschr.: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 925; Perg. Urk.j etwas in den Knicken 

beschädigt, mit 4 gut erhaltenen Wachssiegeln an grünroten Seidenschnüren (0^). 

Orig.: Ebendas., Orig. No. 927 ; Perg. Urk., etwas vermodert, Wurmlöcher, mit 

den gleichen Siegeln wie 0^ bis auf No. 1, aber viel schlechter erhalten (0^). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 11^—115^ (zu 0^) (A^). 

üeberschr.: Confirmacio super Schulen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 115^—116^ (zu 0^) (A^). 

üeberschr.: Copia translacionis monasterü Schillen in fratres domus 
Theutonice sub quatuor sigüHs marchionum et episcopi Alisnensis. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122^, Bl. 125. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 10 (M.). 
Lit.: Pfau S. 67 f., 108 f.; — Tittmann, Heinrich d. Erl. I, S. 280 u. 311, 

II, 8. 127 u. 263: — Sommerlad 8. 17 ff. u. 24. 
Bemerk.: 0^ u. 0^ stimmen fast völlig überein, nur geringe Abweichungen. — 
Schrift: Ausstellerhand, s. Posse, PU, S. 42, 48. A''- gehört nicht, wie dort 
vermerkt, zu O. 926 u. A^ nicht zu 927. — Siegel: 1) Witego, Bisch, v. Meißen 
s. Cod. dipl. Sax. reg. II, 1, Tfl. II, 4. — 2) Mgf. Heinrich d. Erlauchte s. 
Posse, SW., Tfl. III, 6. — 3) Ldgf. Albrecht s. Posse, SW., Tfl. IV, 5. 
— 4) Mgf. Dietrich v. Landsberg s. Posse, SW., Tfl. V, 6. — Vgl. auch 
die folgenden Urkunden (Nr. 297 ff.), die die gleiche Angelegenheit be- 
treffen. 

Die früheren für das neue DOHaus in Betracht kommenden Urkunden, 
die in seinen Besitz übergingen, sind: 

a) Gerungus^) divina favente clemencia Misinensis episcopus gibt bekannt, daß 
comes Dedo dive memorie marchionis Cunradi filius zu seiner und der Seinen 
Gedächtnis und zur Tilgung (indulgencia) seiner Sünden cenobium regularium 
canoniconim secundum regulam s. Augustini in seinem Bistum in proprio 
suo videlicet pago Rochelez in ripa Milde fluminis gestiftet hat und es der Obhut 
dilecti fratris Ekkehardi^) venerabilis in Sereno Monte prepositi in spirituali 
religione viri per omnia probatissimi übergehen hat. Gerung hat die Kirche in 
honorem sancte et victoriosissime crucis et beate dei genitricis et semper virginis 
Marie sanctique lohannis apostoli et ewangeliste geweiht, decimam omnium 
novalium, que in omnia retro futura tempora in pago Rochelez novari poterunt, 
quas nemo nunc a nobis beneficii iure possidet, nullo reclamante überlassen 
und droht jedem, der die Kirche schädigen würde, mit dem ■päpstlichen Bann. 
Precipimus eciam, ut liberam electionem prepositorum secundum sanctorum 
statuta canonum habeant et nuUa preiudicial[ia] gravamina a successoribus 
nostris sustineant, sed omnia eorum illibata et intacta pennaneant 
eorum, pro quorum sustentacioue oblata sunt usibus omnimodis profutura. 



232 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Zeugen: Dominus Uto^) Nuenburgensis ecclesie venerabilis antistes, Azzo*) 
Buzaug[iensis] cenobii abbas et fratres eius Erkenbertus, Peregrinus, R6di- 
gerus, Ekkehardus ^) prepositus in Monte Sereno et fratres eius Cuno, Winan- 
dus, Tidericus, Walterus, Herbordus prepositus Wrzinensis, Hermannus 
decanus Misinensis, Anseimus custos, Sigimundus magister, Bruno canonicus; 
laici: Dedo comes ipsius cenobii advocatus, Otto *) Misinensis marchio, Tideri- 
cus *) marchio Lusicensis, Heinricus ') comes de Witin, Fridericus *) comes de 
Breno; nobiles: Hermannus burcgravius Misnensis, Henricus de Donin, Frid- 
ricus de Grgna, Tipaldus de Salsiz, Hüdebrandus et Gunterus fratres; mi- 
nisteriales: Albericus et Heinricus fratres, Rudolfus et Henricus fratres, 
Kecelinus, Balderamus, Wernherus, Becelinus. 

6 ö 6 o a 

Acta sunthec anno domitii m. c. lxviii, indictione i, pridie idus Novembris,. 
anno ordinacionis domini Gerungi venerabilis Misinensis episcopi [quinto 
djecimo. 1168 Nov. 12. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 71; Perg. TJrk., am unteren Rand etwas 

beschädigt, m. gut erh. Siegel d. Ausstellers auf d. Rückseite eingepreßt u. auf 

d. Vorderseite festgehalten. 

Aufschr.: Confirmacio monasterii Zschillen. 

Orig. Tspt.: Ebendas. in Orig. No. 84 fs. Urk. No. 323 v. 1279]. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 126^—127^. 

Ueberschr.: Littera de eisdem bonis [super ecclesiam in Rochlitz]. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 1 (mit Bemerk, aus 
der älteren Lit.) (M.). 

Reg.: Ebendas. Abt. XIV, B. 43, Bl. 79. 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 2, No. 355. — Reg.: GQuPrSachsen N. R. 1, 265 

(m. Dat. 1168 Nov. 13, da pridie fehlt). Vgl. ferner: Dobenecker II, 368 mit 

weiteren Hinweisen. 
Lit.: Pfau S. 29, 43, 44 ff.; — Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 94 (Bau 

der Kirche um 1174). 
Bemerk.: Ueber Dedo s. ebendas., S. 37 f. — Schrift: allgemein Posse, PU. 

S. 11 u. Anm. 1; — Zschillener Hand ebendas., is. 33; vgl. dazu die Aus- 
führungen Rosenfelds in GQuPrSachsen N, R. 1, 287. 



1) Gerung, Bischof v. Meißen 1152 — 1170. — 2) Ekkehard, Propst d. Petersklosters 
auf dem Lauterberge bei Halle 1164 — 1170. — 3) Udo IL, Bischof von Naumburg 1161 
—1186. — 4) Atzo, Abt v. Posa (Bosau), 1154—1180. — 5) Otto d. Reiche, Markgraf 
V. Meißen, 1156 — 1190, Bruder Dedos. • — 6) Dietrich v. Eilenburg, Markgraf der Lausitz 
1156—1185, Bruder Dedos. — 7) Heinrich I., Graf v. Wettin 1156—1181, Bruder Dedos. — 
8) Friedrich, Graf v. Brehna 1156 — 1182, Bruder Dedos. 

b) Dedo, Graf von Groiizsch, legaU das Kloster Zschillen, das er zu Ehren der hl. 
Jungfrau Maria und mit Rat und Hilfe des Propstes Ekkehard vom Peters- 
kloster auf dem Lauterberg errichtet, das Bischof Gerung von Meißefi geweiht 
hat und dem Dietrich aus dem genannten Peterskloster zum Propst gesetzt ist, 
mit den folgenden Gütern vor .'deinem Bruder Otto, Markgrafen von Meißen, wnd 
in Gegenwart seiner Söhne Dietrich'^), Philipp^), Konrad^), Heinrich'^) und 
Goswin*): Parrochia inRochelez cum dote xii mansorum, quilibet eorum solvit 
XXX nummos et decime xx modios siliginis et avenc et decimam iumentorum, 
Zsilen viii. mansi, Seliz im. mansi, Drosecowe v. mansi, quisolvunttalentum, 
novalia cum silva, que his limitibus clauditur, quicquid Cluseiiitz rivulus a 
fönte suo et item Widera a suo fönte usque in Kamenizam fhivium terre vel 
silve includunt, et item quicquid ad dexteram Clusinize W'rosiniza limitat item- 
que quicquid ad levam Widere boemica semita daudit usque in Kamenizam a), 
ex altera parte Kamenize xxii. beneficia, que lingua rustica leiia appellant, 
mit allen Nutzungen, advocaciam vero loci et fratrum et bonorum ipsorum 
defensionem behält er sich und seinen Erben vor. 

Zeugeti: Radeboto abbas Bigaw[iensis], Otto marchio Misinensis ^) et filii 
eius Dietricus marchio Lusic[ensis], Henricus de Witin, Fridericus de Brene» 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 233 

comites; nobiles: Gotescalcus de Scudiz, Fridericus de Lesnic, Lflf de Kamburg, 
Hildebrandus, Petrus de Ilagen; ministeriales: Henricus, Bero, Rothgerus. 

Actum anno domini m. c. lxxiiii, indictione viii., regnante Frederico 
Romanorum imperatore semper augusto anni regni eins xxiii, imperii vero 
anno xxi. 1174 [März 10 — Sept.] 

Hdschr.: Orig: USA. Dresden, Orig. No. 75; Perg. Urk. mit Rücksiegel d. Aus- 
stellers (0.). 

Aufseht.: Confirmacio in Scillen. 
Orig. Tspt.: Ebendas. in Orig. No. 84 (s. Urk. No. 323 v. 1279). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 126^—^ 

lieber sehr. : Littera specialis super ecclesiam in RSchlitz (v. späterer Hand). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Bl. 79 f. u. Beilage, Urk. No. 2. 

Druck: Cod.dipl. Sax. reg. 1,2, No.404. — Reg.: Dobenecker II, 495 m. wei- 
teren Hinweisen. 

LH.: Pfau S. 46 f. 

Bemerk. : Eine Siegelankündigung fehlt. 



a) 0.: Kameniziam. b) 0.: Nismensis. 



1) Dietrich, Graf v. Sommerschenburg u. Groitzsch, Pfalzgraf zu Sachsen, f 1207. — 
2) Philipp, später Großmeister des Johanniterordens. — 3) Konrad, Markgraf der Lausitz 
1190—1210. — 4) jung f. 

c) Martin'^), Bischof von Meißen, eignet dem AugustinerJcloster in Zschillen decimam 
de tota Silva, quam Bero in possessione sua in extremis suis in partibus Ulis 
a nobis habuit scilicet de quolibet manso scoccum et preterea decimam de 
villa, que Sigebotenhagen (Seitenhain) appellatur. Außerdem soll den Meißener 
Bischöfen zustehen, ut bis in aimo ibi habeant hospicium episcopis sane suum 
comitatum pro quiete claustri ita moderantibus, ut eorum equitature non 
estimentur ultra quindenarium numerum^). 
Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Wichmannus *j Magdeburgensis archiepiscopus, Everhardus*) 
Merseburgensis episcopus, Rokerus') Magdeburgensis maior prepositus, Her- 
mannus Misnensis decanus, Herbordus prepositus Wrzin, Anseimus custos, 
Sigemimdus, Sifridus, canonici; Theodericus*) marchio, Dedo^) comes, Pri- 
mizlaus, Fridericus de Grima, Suidegerus de Imeniz, Albero, Beringerus, 
Petrus, Bezelinus, Guntherus. 

o 

Data Haue xiiii kalendas Marcii a venerabili Martino sancte Misnensis 

o o o q o 

ecclesie episcopo anno dominice incamacionis m. c. lxxx.ii, indictione xv, 
presidente sancte universali ecclesie Lucio s). papa tercio pontificatus eius 
anno primo, imperante gloriosissimo Romanorum imperatore Friderico primo 

regni eius anno xxxi. Halle, 1182 Febr. 16. 

Hdschr.: Orig. Tspt.: HSA. Dresden in Orig. No. 84 (s. Urk. No. 323 v. 1279). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 127^. 

Ueberschr.: Littera de decimis in villa Segebotenhagen et de bina 
hospitalit[at]e episcoporum quolicet anno. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 3(4). 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. 1,2, S. 320. 
Lit.: Pfau S. 52 f. 



1) 1170 — 90. — 2) Randbemerkung in A. von spät. Hand: non bene clausulam 
de hospicio episcopi cum generapibus] equis. — 3) 1152 — 1190. — 4) 1174 — 1198. — 
5) 1170—1197. — 6) Dietrich v. Eihnburg, Markgraf d. Lausitz 1156—1185. — 7) Dedo, 
Graf V. Groitzsch u. Herr v. Rochlitz 1156 — 1190, sein Bruder. — 8) Papst Lucius III., 
1181 Sept. 1 — 1185 Nov. 25. 



234 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

d) Eberhard, Bischof von Merseburg, überträgt auf Bitten Dedos ^), Markgrafen der 
Lausitz, dilecto fratri nostro T[1ieodorico]a) preposito viro per onmia lauda- 
bili curam ecclesie in Rocheliz und in toto ambitu alodii D[edonis]a) marchionis 
Lusicensis^) archidiaconatus officium und erhält dafür ecclesiam beate Marie 
perpetue virginis in villa superiori Chiten (Geiilmin) und omni anno talentum 
pro dote vom Markgrafen, eo pacto ut omnis prepositorum successio in Rocheliz 
de manu episcopi ipsam ecclesiam beneficii iure accipiat et cum ipsa honorem 
quoque archidiaconatus episcopus preposito porrigat; preterea tres mansos, 
unum in vüla Cottwiz solventem xii solidos et ii«» mansos [in viUa] *>) Studiniz 
VIII solidos solventes. 

Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Wichimaimus archiepiscopus ^), Ebrardus') Merseburgensis epi- 
scopus, Tiedricus Nuenburgensis prepositus *), Rogerus') Ma[g]deburgensis 
prepositus, Cristianus *) Merseburgensis prepositus, Hehiricus ') prepositus 
de Glinde, Ulrichus') decanus, canonici Merseburgenses : Petrus 8), Bertoldus'), 
Heiuricus ^ "), Renbote abbas ^^) ; laici : Tedo marchio ^), Conradus <=) m[archio] ^Y^). 

Data Hall[is]a) iii. " kalendas Mai anno dominice incamacionis m. c. lxxx. "vi. " 

Halle, 1186 April 29. 

Hdschr.: Orig.: SA. Altenburg, Reg. A, I, No. 5; Perg. ürk. m. Siegel am 
Presset (0.). 

Aufschr.: Rochelicz. 
Orig. Tspt.: HSA. Dresden auf Rückseite von Orig. No .84 (s. ürk. No. 323 

V. 1279) (OT.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 128^— b. 

üeberschr. : Littera, qua prepositus ecclesie Schillensis licet dare curam 
animarum in ecclesiam parrochialem Rochhcz et qua licet rogare 
officium archidiaconatus. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 4. 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 2, No. 518; — OQuPrSachsen 36, 129. — 
Reg.: Dobenecker II, 740 mit weiteren Hinweisen; — Mülverstedt III, 254. 
Lit.: Pfau S. 57 f., 155. 

Bemerk.: Schrift: unbekannt. Zeugen auch bei der Beurkundung anwesend, 
s. Posse, PU. S. 71, Anm. 3. — Siegel: s. GQuPrSachsen a. a. 0., Tfl. XII, 2. 
— OT. ist später auf die Rückseite des Transsumpts aufgeschrieben und nicht 
mitbeglaubigt. 



a) OT. hat die Namen vollständig. b) ist von mir ergänzt. c) 0.: Conrardus. 



1) Dietrich, Graf v. Qroitzsch, seit 1185 Markgraf der Niederlausitz. — 2) v. Magde- 
burg, s. VW. Urk. — 3) s. vor. Urk. — 4) Dietrich, Propst 1180—1188. — 5) 1184— 
1186 (?). — 6) nur hier. — 7) Uh-icus, canonicus 1179—1184, decanus 1185 — 
1186 (?). — 8) Petrus, subdiaconus, sacerdos, canonicus 1174 — 1191. — 9) 1182 — 
1188, später Propst — 10) canonicus, camerarius, procurator episcopi 1184 — 1198, 
später Propst. — 11) s. Petri Merseburg. 1178 — 1186. — 12) Konrad, der Sohn Dedos, 
t 1210. 

e) Pafst Coelestin III. nimmt die Marienkirche in Zschillen mit allen ihren Gütern 
in seinen Schutz. Lateran, 1196 Mai 23. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 111; Perg. Urk. mit Bleibulle an rot- 
braun-gelben Seidenfäden (0.). 

Orig. Trspt.: Ebendas. in Orig. No. 84 (s. Urk. No. 323 v. 1279). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 127^. 

Üeberschr. : Littera confirmacionis ecclesie Schulen factam [/] a Celestino 
pape fratribus regularibus ordinis sancti Augustini. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, ürk. No. 5. 
Lit.: P au 8. 59. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 235 

Celestinus ^) episcopus servus sorvorum dei. Dilectis filiis Heiden[rico] preposito 
et conventui ecclesie beate Marie in Sillen a) salutein et apostolicam benedictionem. 
Cum universis dei ecclesiis apostolicuin debeat adesse presidium, ille presertim nostro 
sunt muniinine protegende, in quibus sub regularibus institutis districtioris viget 
observancia discipline. Ea propter dilecti in doraino filii consideracione vestre religionis 
indufti nee non et vestris iustis postulacionibus inclinati predictam ecclesiam beate 
Marie, in qua divino estis obsequio mancipati, cum omnibus bonis, que in presenciab) 
racionabiliter possidet aut in futurum iustis modis prestante domino poterit adipisci, 
sub beati Petri et nostra protectione suscipiraus et presentis scripti patrocinio com- 
munimus statuentes, ut ordo canonicus, qui in predicta ecclcsia dinoscitur institutus, 
perpetuis ibidem temporibus inviolabiliter observetur, nulli ergo omnino hominum 
liceat hanc paginara nostre protectionis et constitucionis infringere vel ci ausu temerario 
contraire. Si quis autom hoc attemptare presumpserit, indignacionem omnipotentis 
dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum Late- 
ranis x" kalendas lunii, pontificatus nostri anno sexto. 

a) 0.: Sillen. b) 0.: impresenciarum. 



1) Coelestin III., Papst 1191 März 30 — 1198 Jan. 8. 

i) Papst Innozens III. ^) bestätigt dem Propst Wlero und den Brüdern in Zschillen 
parrochiam in Roheliz cum duodecim mansis et redditus provenientes ex 
eis,vigintimodios siliginisetavene; decimas iumentorum, octo mansos inSilen»), 
in Seliz quatuor mansos, in Drosekowe quinque mansos et redditum provenien- 
tem ex eis, novalia et silvam, sicut suis fluminibus et aliis finibus temiinantur, 
et omnia bona alia, que bone memorie Dedo comes de Groiz ecclesie Cillensis 
fundator tarn in villis et silvis, pratis, terris, pascuis et pasturis, aquis et mo- 
lendinis quam in iure patronatus ecclesie in Giten^j redditibus et aliis Cillensi 
ecclesie intuitu contulit. 
Es siegelt der Aussteller. 

Datum Rome apud sanctum Petrum nonas Maii, pontificatus nostri anno 
octavo. Rom, 1205 Mai 7. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 140; Perg. Urk. m. Bkibulle an roten 

u. gelben Schnüren. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV., B. 43, Beilage, Urk. No. 6. 
Dmck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 3, S. 69. — Reg. : Pfau S. 59. 



a) 0. : Silensis. b) 0. : Gitensis. 



1) Innozens III., Papst 1198 Jan. 8 — 1216 Juli 16. 

g) Dietrich, Graf von Sommerschenlurg , und Konrad, Markgraf der Ostmark, 
bestätigen das von ihrem Vater Dedo gestiftete Augustinerkloster Zschillen und 
schenken ihm sex .villas, Reinoldeshagen scilicet, Eggehardesberc, Sifrides- 
dorp. Winkele, Zorneske, Sillenen mit allen Nutznießungen iind Lasten et 
dimidium beneficium in Gerardeshagen, quod in vulgari len vocatur. 

Es siegeln die Aussteller. 

Zeugen: Comes Cunradus de Valkenstein, Thimo de Cothebuz, Johannes 
burgravius de Lubin, Heinricus burgravius de Rochelez, Albertus dapifer, 
Sifridus de Coscenblot, Johannes pincerna. o oo o a 

Acta publice Rochelez anno dominice incamacionis m. cc. viii., indictione xi, 

concurrente ii, viii idus Septembris. Rochlitz, 1208 Sept. 6. 

Hdschr.: Orig. Tspt.: HSA. Dresden in Orig. No. 84 (s. Urk. No. 323 v. 1279). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 127^—128^. 

Ueberschr.: Littera donaciorüs de VI villis scilicet Reynoldeshagen, 
Ekkehardisberg sitis prout in littera. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 5 (7). 
Druck: Cod. dipl. Sax. reg. I, 3, S. 98. — Reg. : Pfau S. 59 f. (m. Erläuterungen). 



236 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

h) Albrecht [11.], Erzbischof von Magdeburg, befiehlt allen im Archidiakonat Roch- 

litz bei der Strafe des Bannes, das Kloster Zschillen ungestört im Besitze seiner 

Rechte zu lassen. [1209—1228] 

Hdschr.: Orig. Tspt.: HSA. Dresden auf der Rückseite von Orig. No. 84 (s. Urk. 

No. 323 V. 1279) (OT.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, El. 128^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de eadem special! gracia (s. Urk. No. 297^). 
Druck: Pfau 8. 65 f. (mit Auslassungen). 
Bemerk.: Datum nach der Reg. -Zeit Bischofs Bruno v. Meißen. 

Albertus dei gracia sancte Magdeburgensis ecclesiea) archiepiscopus ^) universis 
plebanis ac aliis Christi fidelibus per Rochlicensem arcliidiaconatum constitutis salutem 
in eo, qui venit salvare nos. Ex insinuacione venerabüis fratris nostri Bnuionis Mis- 
nensis episcopi ^) nos accepisse noveritis, quod idem dilectum nobis WüheLmum prepo- 
situm Scillenensem regularium canonicorum ordinis sancti Augustini ^) et suam ecclesiam 
quadam speciali auctoritate preter communem archidiaconatus iurisdictionem duxerit 
honorandam, quod contra sue libertatis invasores, qui pro iudiciis cuüibet et sanguinis 
effusione inferunt ecclesie molestias et gravamen etb), excommunicacionis sentenciam 
proferens racionabiliter premissis ammonicionibus, cum necesse fuerit, ponat inter- 
dictum ecclesiasticum propter ipsos, quia prepositus idem domine marchionisse Mis- 
nensic) datis quinquaginta marcis et serviciis aliis multis [pro]d) fine eiusdem cause 
publicum obttnuit instrumentum, super quo nobis humiliter supplicavit, ut factum 
suum circa ipsam ecclesiam et ordinem sancti Augustini confirmantes sentenciam e) 
eiusdem prepositi, si quas tulerit, mandaremus firmiter obser\'ari. Nos itaque iustis 
eins precibus annuentes factum f) ipsius iuxta teuerem privilegii, quod super eodem 
prescripte ecclesie contulit, coniirmamus universitati vestre presencium auctoritate 
mandantes et sub pena anathematis districte precipientes, ut sentencias prepositi, 
si quas racionabiliter tulerit, inviolabiliter observetis. 

a) A.: fehlt. b) A.: fehlt. c) OT.: Misnensis. d) OT.: im Längs- 

knick abgeschabt. e) A.: sentencias. f) OT.: Der letzte Abstrich des m ist 

später angefügt. 

1) 1205—32. — 2) 1209—28. — 3) 1200 Propst, kommt bis 1231 vor. 

i) Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen und vom Osterland, bestätigt 

die Urkunde des Grafen Dedo von Groitzsch v. 1174 betr. die Gründung des 

Auxßistinerklosters Zschillen. Rochlitz, 1247 Dez. 24. 

Hdschr.: Orig. Tspt. HSA. Dresden in Orig. No. 84 (s. Urk. No. 323 v. 1279.) 

Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 451. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 128a. 

Ueberschr.: Littera de consensu domini marchionis super privilegiis 
datis per nobilem comitem Wedonem(!). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 6 (8). 
Druck: Reg.: Dobenecker III, 1574. 
Bemerk.: Nach der Indiktion muß 1247 Dez. 24 aufgelöst werden. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen, lleinricus dei gracia Misnensis 
et Orientalis marchio imiversis lianc paginam inspecturis in perpetuum. Cum racioni 
sit consonum et equitati conveniens, ut ea, que ad honorem et gloriam salvatoris Jesu 
Christi et utilitatem ecclesiarum a nostris predecessoribus sunt racionabiliter et laudabi- 
liter ordinata, a nobis quoque et heredibus nostris inviolabiliter observentur, in- 
convulsa maneant et debitam recipiant firmitatem, nos pietate moti quoddam Privi- 
legium a comite Dedone bone memorie consanguineo nostro Scilloiionsi ecclesie quando- 
que traditum fecimus renovari, cuius tenorem conscriptum inveninius in hunc modum: 
In nomine sancte et individue trinitatis. Dedo, divina favente demencia [Urk. v. 1174, 
s. No. 297 6)7 et cetera ut supra. 

Ut itaque omnia predicta stabilitatem obtineant in futurum et ne ausu temerario 
aliquorum presumcionibus valeant inmutari, presentem paginam Scülenensi ecclesie 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 237 

conscribi feciinus pro uobis et pro horedibus nostris sigilli nostri munimine roboratam. 
Datum Rochelez anno dominice incarnacionis m. cc. xlvii, ix kalendas lanuarii, sexte 
indictionis. Huius rei testos sunt hü: Cunradus^) episcopus Misnensis, Heinricus maior 
prepositus Misnensis, Berhardus abbas de Buch, Cristoforus canonicus Nuenburgensis ; 
iÜbertus burgravius de Aidenburc, Meinherus burgravius Misnensis, Albero bur- 
gravius de Liznik, Heinricus burgravius de Donin, Otto de Nideke, Theodoricus frater 
dapiferi de Burne, Albertus dapifer de Burne, Heinricus marscalcus et Cunradus camera- 
rius, fratres de Gnannenstein, Albertus de Belen, Albertus Stolzo et alii quam plures. 

1) 1240—1258. 

k) Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen und vom Osterlande, übergibt 

dem Kloster Zschülen auf Bitten der Gebrüder von Strehla das Patronatsrecht der 

Kirche zu Beslcow. Tharandt, 1273 Jan. 21. 

Hdschr.; Orig.; HSA. Dresden, Orig. No. 624; Perg. JJrlc., sehr zerfallen und 

auf Papier aufgeklebt, mit sehr brüchigem Siegel an rot-gelben Seidenfäden. 

Abschr.: Ebendas. Abt. XIV, B. 43 Beilage, Urk. No. 9. 

Reg.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, 2^. 

Druck; F. X. Wegele, Friedrich d. Freidige, S. 377 f. No. 6. — Reg.: Doben- 

ecker III, 3052 m. weiteren Hinweisen. 
Lit.; Pfau S. 90. 

Bemerk.: Datum: Wegele las 1263 und nach ihm die anderen; doch ist zwischen 
X und III ein Loch, an dessen unterem Rande der Rest des starken und ein 
Teil der Schleife des dünnen Striches noch zu sehen sind. Außerdem lese ich 
nach Agnetis die Worte felicis recor[dacionis], wo W. marchionissa einge- 
setzt wissen will. Dadurch wird jeder Zweifel behoben, daß die Urkunde in 
das Jahr 1273 gehört. — Wegele läßt auch sonst die durch Zerfall sehr schwierig 
zu lesenden Stellen aus. — Posse, PU. S. 42 zählt die Urk. schon zum DOHaus 
Zschillen. Das geht nicht an, da Zschillen erst 1278 in den Besitz des DO.s 
kam. — Siegel: Posse, SW. Tfl. III, 6. 

In nomine domini amen. Heinricus dei gracia Misnensis et Orientalis marchio 
Omnibus presens scriptum inspecturis in perpetuum. Universa negocia mandata litteris 
ac voci testium ab utroque trahunt in mobile firmamentiun. Notum igitur esse volu- 
mus universis tam presentis quam futuri evi fidelibus, quod, cum Conradus de Ztrele 
bone memorie et Bernhardus ac Reynhardus fratrueles [eijusdem^) ius patronatus 
ecclesie in Bezekowe ob salutem animarum suarum ac predecessorum suorum fratribus 
[de] b) domo Teutunica liberaliter contulissent cumque predicti Conradus videlicet, 
Bernhardus et Reinhardus prefatum ius patronatus in nostris manibus tamquam in 
superioris domini resignassent, nos [ob] a) predictorum peticionem [et] a) instanciam nee 
non ob honorem omiüpotentis dei et gloriose virginis [et mat]ris a) Mari[e et in 
r]emediuma) anime nostre et dilecte coniugis nostre domine Agnetis^) feUcis 
recor[dationis necnon ( ?)] a) predictum i[us patron]atus a) ipsis fratribus de domo 
Teutonica in proprium de[dimus possiden]dum a), in|;po]st[erum] a) f[i[rm]i[t]atis a) 
tytul[o ei]sa) habendum. Ut autem hec nostra donacio a nobis liberaliter facta 
ro[bur] a) obtineat perpetue firmitatis, eandem litteram predictis fratribus de domo 
Teutunica dari in testimonium fecimus [s]igüli a) nostri munimine roboratam. Datum 
et actum Tharant anno domini m. cc. l x[ x]iii a), xii. kalendas Februarii presentibus 
dilecto nepote nostro Frederico^) filio Alberti Thuringorum lantgravii, nobili viro 
domino Johanne burcgravio de Wyttin, Heinrico de Syden, Ottone de Urswalde ^), 
lohanne de Remese*), Conrado magistro curie nostre, Frederico mag[istro cojquine a) 
nostre et aliis quam pluribus fide dignis. 

*) ö--' [ ] fehÜe durch Verwitterung. b) 0.: ausgelassen. 



1) t 1263 Okt. 10. — 2) Friedrich der Freidige 1257—1324. — 3) Wegele liest falsch 
Vriwalde. — A) Ist um 1263 noch nicht nachweisbar, kommt aber in den späteren Urkunden 
Heinrichs d. Erl. und des Burggrafen v. Altenburg häufig als Zeuge vor. 



238 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

1) Otto, Propst und Archidiakon, und der Konvent des Klosters Zschülen vergleiehen 
den Plelan Hartmann in Klausnitz mit dem dortigen Schultheiß Dietrich gen. 
Wishun über ihre Gerechtsame. Zschillen, 1277. 

Edschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 124^—^. 

üeberschr.: Concordia inter plebanum de Clusnicz et inter Theodricum 

dictum Wischun celebrata. 

Bemerk.: Pfau S. 66 kennt nach dem Propst Wilhelm (f nach 1231) keinen 

weiteren Propst. Der hier genannte Propst Otto wird derjenige sein, gegen 

den sich die Mönche tätlich erhoben, so daß es zu der Uebertragung des Klosters 

an den DO. kam. Vgl. darüber Pfau S. 66 ff. 

Otto dei gracia prepositus et archidyaconus ecclesie Schillenensis totiimque capi- 
tulum eiusdem ecclesie omnibus presentem litteram inspecturis salutem in dornino. 
Quoniam que a) aguntur in tempore, simul a memoria cum tempore elabuntux, si non 
fuerint scripta testimonio perhennata, tenore igitur presentis pagine recognoscimus 
et protestamur, quod inter dominum Hartmannum plebanum de Klusnicz ex una et 
scultetum eiusdem ville Theodricum dictum Wishun ex parte altera talis concordia 
fuit habita, ut altercacio tnter ipsos diu habita ad bonum pacis et concordie refor- 
maretur, ut successores ipsius plebani nullam omnino sustinerent alicuius gravaminis 
calumpniam, in presencia miütorum parrochialium dicti plebani nostro nee non capituli 
nostri unanimi accedente consensu in claustro öchillen est deeretum simul et ordi- 
natum, ne dictus scultetus omnem interdictionem temporalem, quam predecessores 
dicti plebani tam veri pastores quam viceplebani habebant vel adhuc habere videntur 
in toto molendino sive aquis divisionis particula, quod dotatum est prenotate ecclesie 
in Klusnicz insuper aream, que sita est iuxta aliud molendinum ecclesie non attinens 
et in omnibus aliis bonis, quocumque nomine censeantur, üifringat ausu temerario 
deinceps aut perturbet, specialiter tamen et luculente fuit hoc pertractatum, ut de 
area Crincze, de area Luohardis textricis, de curia iacente prope valvam, de orto cam- 
ponatoris, de denariis, qui wlgariter vocantur butüphenninge, nee scultetus nee rustici 
quicquam sibi habeant iuris vendicare. In cuius rei testimonium presens scriptum 
sigillo nostro pariterque sigiUo nostri capituli i) fecimus roborari. Datum SchiUen 

anno domini m^cclxxvii. 



a) A.: quod. 



1) Ein Siegel des Kapitels ist nicht erhalten, doch wird noch einmal ein Siegel er- 
wähnt, das an einer undatierten Urk. (1251 — 57) gehangen hat. Gedr. Cod. dipl. Sax. 
reg. II, 1, 152, vgl. Pfau S. 61. 

In nomine domini amen. Heinricus dei gracia Misnensis et Orientalis 
marchio omnibus Christi fidelibus presentem paginam inspecturis in 
Perpetuum. Quoniam mundus preterit et mundane simul pretereunt 
actiones, ne labantur cum mundo labili, que fiunt rite et racionabiliter 
ab hominibus perhennari solent patrocinio littcrarum. Notum igitur 
esse volumus universis tam presentis quam' futuri evi fidelibus, quod 
cum olim nostri progenitores pietate moti ad augendum cultum divini 
nominis ob salutem animarum suarum cenobium in loco solitario, qui 
Schillen wlgari vocabulo nuncupatur, de consensu dyocesani fun- 
dassent et pro sustentacione fratrum regularium canonicorum ordinis 
sancti Augustini institutorum ibidem de bonis propriis dictum ceno- 
bium largis possessionibus et prediis dotavissent, predicti fratres in- 
stituti statim a principio institucionis eorum ex suggestione dya- 
bolice fraudis vitam inordinatam et regule ipsorum penitus contrariam 



Urkundenbuoh der Deutschordensballei Thüringen. 239 

incepenint ducere usque adeo dissolute, quod dictum cenobium ad 
tarn nialum statura*) devenit, quod quis vix possit addicere, ut 
resurgat. Et licet quondam venerabiles domini episcopi Misnensis 
ecclesie videlicet Heinricus ^), Cunradus ^) et Albertus ^) felicis recor- 
dacionis ex ipsorum officio clamore valido de excessibus eoruradem 
fratrum seu monachorum in auribus dictorum episcoporum crebrescente 
in ipso cenobio officium visitacionis exercuerunt *) satis rigide, ut decebat, 
quosdam^) ex ipsis aliquotiens eiciendo, aliquos vero carceribus manci- 
pando et aliis penis delectis ipsorum commensurabilibus sepe et sepius 
affligendo^) nunquam tamen rebellionem et inobedienciam ipsorum 
poterant refrenare nee eos compellere ad debitam regularis observanciam 
discipline, venerabilis quoque Wythego *=) *) nunc Misnensis episcopus, 
cum more'^) predecessorum suorum idem cenobium non semel sed pluries 
visitasset et in corrigendis eorum excessibus non proficeret, usque quaque 
volebat, ex officio suo et de nostro consilio intendere reformacioni eiusdem 
loci. Tunc quidam de ipsis monachis hoc intellecto, quod iterato vellet 
descendere ad inquirendum in termino eis assignato de excessibus ipsorum 
noviter commissis ex solita et consueta malicia ipsorum propter discordias 
de novo inter prepositum et ipsos exortas ipsum prepositum*^) ^) cum 
armis hostiliter invaserunt et uno pede prochdolor mutilarunt, priorem 
eiusdem loci iuxta eundem prepositum dei timore postposito in collo 
et in capite letaliter wlnerando, quod facimus, quam sit detestabile et 
crudele, nemo sane mentis poterit ignorare. Considerantes igitur, quod 
sepedictum cenobium per fratres illius ordinis nunquam potest vires 
resumere nee reformari tam in spiritualibus, quam in temporalibus, 
prout ex multis excessibus ab eisdem monachis longe retroactis temporibus 
usque modo perpetratis colligitur evidenter, post multas et varias dis- 
cussiones cum eodem domino episcopo et aliis litteratis®) et ^) religio sis®)") 
habitas de reformacione dicti loci placet nobis et placuit et expresse 
consensimus et consentimus una^) cum filiis nostris dilectis illustribus 
principibus Alberto Thuringorum lantgravio et Saxonie comite palatino 
et Theoderico marchione de Landesberc ^), ut antedictum cenobium cum 
Omnibus suis possessionibus, bonis^), iudiciis, iuribus ac aliis suis perti- 
nenciis ex nunc habitis et in posterum habendis ad fratres ordinis domus 
Theutonice per donacionem eiusdem Misnensis episcopi et capituli iam- 
factam eisdem fratribus et ipsorum ordini transferatur^), reservatis^) 
tam episcopo quam ecclesie Misnensi omnibus iuribus, que in dicto 
monasterio temporibus fratrum ordinis sancti Augustini noscuntur 
antiquitus habuisse. Ceterum institucionem ac ordinacionem conventus, 
numerum fratrum domus Theutonice institutorum, institucionem prepo- 
siti et destitucionem ipsius, commendatoris obedienciam, caucionem 
factam de bonis seu possessionibus non alienandis nee fructibus seu 
pecunia^j ad loca externa transmittendis, de contribucione cum communi 
clero facienda, de paschali pro curacione episcopis Misnensibus exhibenda, 
de statu et vita fratrum ordinis sancti Augustini in ipso monasterio 
superstitum ordinandis ceterosque omnes articulos per dominum Misnen- 



240 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, 

sera episcopum et capitulum suum ordinatos provide et statutos, ratos 
et gratos habentes accedente consensu benivolo eorundem filiorum 
nostrorum ipsis consensum plenissimum adhibemus. Ad excludendam 
quo quo omnem dissensionis materiam, que inter episcopum et capitulum 
Misnensem ex una et dictos fratres domus Tlieutonice ex parte altera 
posset [inposterum] ') suscitari, memorati fratres liberaliter et sirapli- 
citer renunciaverunt omnibus privilegiis exempcionis et libertatis cuius- 
cumque tenoris fuerint iam impetratis vel inantea impetrandis quantum 
ad fratres domus Theutonice inibi commorantes. Ut autem supradicta*^) 
omnia et singula robur habere valeant perpetue firmitatis, eandem'') 
paginam dari fecimus in predictorum testimonium memorati'') domini 
Wytegonis Misnensis episcopi') nostro et supradictorum filiorum nostro- 
rum sigillorum muniminibus™) roboratam. Actum et datum') Dresden 
per manum magistri Geveliardi ^) nostri prothonotarii anno domini 
millesimo ducentesimo septuagesimo octavo"^), ydibus Novembris, pre- 
sentibus testibus infrascriptis : viris nobilibus Meinliero de Misne°), Ottone 
de Donyn et Ottone de Wyttin, burgraviis, Alberto dapifero nostro de 
Burne, Heimico camerario de Genannenstein p), Bodone et Ottone fratri- 
bus de Ylburc, Johanne et Heinrico fratribus de Syden, Rudegero de 
Schachowe, Hermanno'^) de Tannenveit, Friderico magistro'") coquine*) 
et aliis quampluribus fide dignis. 

Anmerk.: Die Abweichungen in 0. 926 (s. Urk. No. 297) sind: 
a) statum iam (so auch 0^). h) quosdam — affligendo fehlt (wie auch 

DM. u. OT. s. Urk. No. 298). c) dominus Wytego. d) more — prepositum 

fehlt (wie DM. u. OT. s. Urk. No. 298), dafür: de consilio nostro vellet intendere 
reformacioni eiusdem loci, quidam de ipsis monachis hoc intellecto suspicantes pre- 
positum loci excessus eorum graves et enormes dicto episcopo publicasse, in vigilia 
penthecostes, ipsum prepositum sedentem in loco coiisueto, in quo confessiones frat- 
rum audiuntur et exspectantem confiteri volentes, non absque aliorum de conventu 
consilio. e) et aliis nostris hominibus. f ) una — Landesberc fehlt. g) bonis 

et iuribus ad fratres ordinis domus Theutonice transferatur. h) Von hier ab nach 

DM. (s. Urk. N 0.298: Tali moderamine adhibito — Ut autem supradicta m«'< emi^ew .40- 
weichungen, die dort verzeichnet). i) 0^: unleserlich im Bruch. k) e. litteram 

in testimonium predictorum dari fecimus m. 1) e. et nostro sigillorum munimibus 

roboratam. Datum et actum. m) 0^: munimibz n) ii. CC. LXXVlir. o) 0^ Moder- 
loch: Meinher[o] de [Misne]. p) 0^ Moderloch: Genan[nenstein]. q) Hermanno 
marschalco nostro. r) 0^ Moderloch: [Friderico magjistro. s) c, Heinrico de 

Becherario. — Ferner: t) 0^, O'^, O. 926: exhercuerunt. u) 0^: relhgiosis. v) 0^ 

O^: peccunia. 

1) 1228—1240. — 2) 1140—1158. — 3) 1258—1266. — 4) von Wur 1266—1293, 
vorher Propst von Würzen und Nordhausen und 1263 — 1266 Protonotar d. Markgrafen 
Heinrich d. Erl. — 5) vielleicht Otto in Urk. No. 296 1. — 6) Gebhard 1266—1285, 
Scholasticus und Theaaurarius zu Naumburg, Propst zu Hain. 

297. Heinrich [der Erlauchte], Markgraf von Meißen wul vom Oster- 
lande, überträgt dem DO. das Augusti^ierkloster Zschillen. 
Mit den Siegeln des Bischofs Witego v. Meißen und des Ausstellers. 
Actum et datum Dresden per manum magistri Geveliardi nostri 

O 

prothonotarii anno dommi m. cc. lxxviii ydibus Novembris 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 241 

presentibus testibus infrascriptis : Viris nobilibus Meinhero de 
Misne, Ottone de Donyn et Ottone de Wyttin, burgraviis; Alberto 
dapifero nostro de Burne, Heinrieo camerario de Genannenstein, 
Bodone et Ottone fratribus de Ylburc, Johanne et Heinrieo fratri- 
bus de Syden, Rudegero de Schachowe, Hermanne marschalco 
nostro de Tannenveit, Friderico magistro coquine, Heinrieo de 
Becherario. Dresden, 1278 Nov. 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 926; Perg. Urk. mit 2 Wachssiegeln 
an grün-rot-braunen Seidenschnüren. 

Aufschr.: Consensiis domini Henrici marchionis Misnensis super in- 
corporacione cenobii Schillen facta ordini Theutonico. 

Lit.: Pfau S. 109, 114, 119. 

Bemerk.: Schrift: Ausstellerhand, s. Posse, PU. S. 42, 48. — Der Text ist mit 
geringen dort vermerkten Abweichungen teils nach Urk. No. 296 u. teils nach 
Urk. No. 298. — Siegel: 1) fehlt. — 2) s. Posse, SW. Tfl. III, 6, r. stark 
beschädig. 

298. Witego, Bischof von Meißen, überträgt dem DO. das Kloster Zschillen. 

Dresden, 1278 Nov. 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden [Depositum des Domkapitels zu Meißen], Dp. 
Misn., No. 127 ; Perg. Urk. mit 2 beschädigten Siegeln an rot-grünen Seiden- 
schnüren (DM.). 

Aufschr. (2. Hd.) : Translacio et donacio monasterü Schillenensis facta 
per dominum Wittegonem episcopum Misnensem, Signum a a f . 
In scatula c. 
Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 931; Perg. Urk., in den Knicken etwas be- 
schädigt, mit 2 (fehlenden) Siegeln an festen Pressein (OT.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 117^^—118^ (nach DM.). 

Ueberschr.: Translacio monasterü domini episcopi Misnensis sub sigillis 
marchionis et episcopi eiusdem. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 52, Bl. 166. 

Lit.: Pfau S. 109 f., 119, 285, 334 f.; — Tittmann, Heinrich d. Erl. I, S. 306 
u. 311, II, S. 127; — Kalbfuß, Die DOKommende Schiffenberg, S. 32; — 
W. Lippert, Der Ritterorden von Santiago, S. 568 — 580; — Sommerlad 
S. 18 u. 203. 

Bemerk.: Siegel: 1) Posse, SW. S. 13, Tfl. III, 6. — 2) Cod. Dipl. Sax. 
reg. 2. Hptb. I, 2, Tfl. 2, 4. — Vgl. Urkk. No. 309 v. 1279 Juni 21 u. 
No. 319 V. 1279 Nov. 6. 

In nomine domini amen. Wytego^)^) dei gracia Misnensis ecclesie 
episcopus Omnibus Christi fideliWs presentem paginam inspecturis 
in perpetuum. Quoniam mundus pretererit*') et mundane simul pre- 
tereunt actiones, ne labantur cum mundo labili, que fiunt, rite et 
racionabüiter ab hominibus perhennari solent patrocinio litterarum. 
Notum igitur esse volumus universis tam presentis quam futuri evi 
fideUbus, quod cum olim progenitores illustris principis domini Hein- 
rici Misnensis et Orientalls marchionis pietate moti ad augendum 
cultum divini nominis ob salutem animarum suaruni cenobium in 
loco soütario, qui Schillen vulgari vocabulo nuncupatur, fundassent et 

Thür. Gesch. Qu. X N. F. VII. 16 



242 Urkiindenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

pro sustentacione fratrum regularium canonicorum ordinis sancti Au- 
gustini institutorum ibidem de bonis propriis dictum cenobium largis 
possessionibus et prediis dotavissent ^) , predicti fratres instituti statim 
a principio institucionis eorum ex suggestione dyabolice fraudis vitam 
inordinatam et regule ipsorum penitus contrariam inceperunt ducere 
usque adeo dissolute, quod dictum cenobium ad tam malum statum iam 
devenit, quod quis vix possit addicere, ut resurgat. Et licet quondam 
venerabiles domini antecessores nostri episcopi Misnensis^) ecclesie 
videlicet Heinricuss), Cunradus et Albertus felicis recordacionis ex officio 
ipsorum clamore valido de excessibus eorumdem fratrum seu monachorum 
in auribus dictorum episcoporum crebrescente in ipso cenobio officium 
visitacionis exbercuerinf^) satis rigide, ut decebat, nunquam tamen 
rebeUionem et inobedienciam ipsorum poterant refrenare nee eos compellere 
ad debitam*^) regularis observanciam discipline^). Nos quoque 'Wjtego^) 
nunc Misnensis episcopus cum de consilio eiusdem domini Heinrici^) 
marchionis vellemus intendere reformacioni eiusdem loci, quidam de 
ipsis monachis hoc inteUecto suspicantes prepositum loci excessus eorum 
graves et enormes nobis publicasse in vigüia penthecostes ipsum pre- 
positum sedentem in loco consueto, in quo confessiones fratrum audiuntur, 
et expectantem confiteri volentes non absque aliorum de conventu 
consilio cum armis hostiliter invaserunt et uno pede prochdolor muti- 
larunt, priorem eiusdem loci iuxta eunden prepositum dei timore post- 
posito in collo et in capite letaliter vulnerando ^) ^). Considerantes igitur, 
quod sepedictum cenobium per fratres illius ordinis nunquam potest') 
vires resumere ^) nee reform ari tam in spiritualibus quam in temporali- 
bus, prout ex multis excessibus ab eisdem monachis longe retroactis 
temporibus usque modo perpetratis colligitur evidenter, post multas 
et varias discussiones cum eodem domino Heinrico^) marchione et aliis 
suis hominibus nee non prelatis ecclesie nostre habitas de reformacione 
dicti loci placet nobis et placuit ^) et expresse consensimus et consentimus^ 
ut antedictum cenobium cum omnibus suis possessionibus, bonis et 
iuribus ad fratres ordinis domus Theutonice transferatur et tali"^) mode- 
ramine adhibito et adiecto, quod eisdem fratribus sive monachis inibi 
degentibus victus et necessaria ipsorum vite temporibus ministrantur 
a fratribus domus Theutonice °) supradictis reservata ipsis hbera opcione 
in suo manendi ordine et habitu, quam diu vixerint, vel predictorum 
fratrum domus Theutonice habitum assumendi, ipsis vero omnibus 
defunctis nuUi*) ahi sui ordinis videlicet canonicorum regularium in 
ipso monasterio assumuntur. In utroque tarnen casu: hoc est sive in 
suo ordine pcrmaneant vel si habitum fratrum domus Theutonice duxe- 
riiit°) potius assumendum ilhs superioribus, quibus ceteri fratres domus 
Theutonice obediunt, tenebuntur et ipsi simihter obedire. Ceterura 
numerus presbyterorum dyaconorum, subdyaconorum et aliorum clerir 
eorum ibidem instituendorum fratrum domus Theutonice per^) nos**) 
vel per successorem nostrum"^), qui pro tempore fuerit, et provincialem 
sive commendatorem eiusdem monasterii'^), quotquot de i'acultatibus 



Urkundenbuch der Dentschordensballei Thüringen. 243 

et proventibus bonorum ad idem cenobium pertinencium commode 
sustentari potenmt, moderabitur et statuetur predicti^) super hoc domini 
marchionis*), si neeesse fuerit, consilio requisito, persona quoque pre- 
ficienda archydyaconatui annexo monasterio supradieto per provincialem 
sive commendatorem, qui pro tempore fuerint, et conventum eiusdem 
loci presentabitur nobis') Misnensi episcopo vel successori nostro, qui 
pro tempore fuerit, confirmanda factura obedienciam nobis et responsura*) 
de Omnibus iuribus, que Misnensis episcopi et ecclesic Misnensis noscuntur 
habuisse in predicto monasterio ab antiquo cessante omni privilegio 
libertatis ab") eisdem fratribus Theutonicis iam impctrato vel adhuc 
impetrando") cuiuscumque tenoris existat, cum per huiusmodi transla- 
cionem ordinis canonicorum regularium ad ordincm domus Theutonice 
fratrum sepedictorum eadem Misnensis ecclesia in iure suo ledi non 
debeat vel turbari. Preterea nuUam") pecuniam"^) superexcrescentem 
de bonis ipsius monasterii deductis forsitan expensis et aliis necessariis 
fratrum domus Theutonice in eodem monasterio degeneium transmittent 
ad terram sanctam in Prutschiam '^) vel in Livoniam seu ad aha que- 
cumque loca, prout consuetum est apud eosdem fratres in aliis suis domi- 
bus fieri, sed si quid superexcreverit, ut premissum est in utilitatem 
eiusdem cenobii Sehillenensis ^) utüiter convertetury)^). Ut autem supra- 
dicta omnia et singula robur habere valeant perpetue firmitatis, eandem 
htteram in testimonium predictorum conscribi fecimus memorati domini 
marchionis Misnensis et nostro sigillorum muniminibus roboratam. Datum 

et actum Dresden anno domini m. cc. lxxviii, ydibus Novembris pre- 
sentibus testibus infrascriptis : Magistro Theoderico preposito Budesi- 
nensi^), domino Cunrado^^) custode Misnensi*^), magistro Gevehardo 
preposito in Hajm, canonicis Misnensibus et aliis quam pluribus homini- 
bus fide dignis^'^). 



a) OT.: Witigo. b) OT.: preterit. c) OT.: exercuerunt. d) OT.: 

a[d d]eb. ; beide d durch Wasserfleck verschwunden. e) OT.: disciplinarem. 

f) OT.: Witigo. g) OT.: Henricus, -ci, -co. h) OT.: wbierando leta- 

liter, letaüter ist übergeschr. i) OT.: posset. k) DM.: resummere. 1) OT.: 

placuerit. m) No. 297 ist von hier an = DM. n) OT.: Theutonice. 

o) OT.: übergeschr. p) OT.: vel per. q) No. 297: fehlt nos — monasterii. 

r) OT.: n. s. s) No. 297: fehlt predicti — march., dafür nostro super hoc; OT: 

m. d. t) No. 297 hat für nobis — responsura.- episcopo Misnensi confirmanda cui 

obedientiam faciet et respondibit. u) No. 297: fehlt ab eisdem — impetrando. 

v) OT.: missam. vw) DM.: peecuniam. w) OT.: Pnischiam. x)OT.: Schulen, 
y) bis hierher gleich No. 297, von da ab No. 297 wieder gleich 0^ (= No. 296). 
z)OT.: Budisinensi. aa) OT.; Conrado. ab) OT.: fehlt. ac) OT. hat an- 

schließend noch: '*^3/^ Nos vero frater Fr. abbas de Cella et frater Th. abbas de 
Buch viso e audito privilegio isto ex rogatu commendatoris de Schulen ac aliorum 
fratrum in Aldenburg in testimonium nostris sigUlis presentem litteram communimus. 



1) Die Pontifikats jähre der Bischöfe s. Urk. No. 296. — 2) s. Urk. No. 297. — 
3) a. Urk. No. 376 v. 1283 Jan. 20. — 4) Von nulli ab feinere Schriftzüge. — 5) Vgl. 
darüber Prutz, Die geistlichen Ritterorden, 4. Kap. 

16* 



244 Urkundenbuch der Deutschordenaballei Thüringen. 

299. Bruder Hartmann von Heldrungen, Hochmeister, Bruder Gerhard 
von Hirzberg, Deutschmeister, und Bruder Burchard von Schwanden, 
Landkomtur von Thüringen und Sachsen und im Osterlande, be- 
kennen, daß ihnen Witego, Bischof von Meißen, das Augustiner- 
kloster in Zschillen übertragen hat mit Genehmigung des Mark- 
grafen Heinrich von Meißen. Dresden, 1278 Nov. 13. 

Hdschr.: Orig.: USA. Dresden, Orig. 930 (1. Stück); Perg. Urk. mit 6 teilweise 
gut erhaltenen Siegeln an grün-weiß -roten Seidenschnüren; 1) sehr gut erh. — 
2) fehlt. — 3) gut erh. — 4) Bruchstück. — 5) zieml. gut erh. — 6) nur obere 
Hälfte. (0^). 

Auf sehr.: Littera super Czillen. Super obediencia prestanda episcopo 
et esse tuplicata. 
Orig.: Ebendas., Orig. 930 (2. Stück); Perg. Urk. mit 6 Siegeln an grün-weiß- 
roten Seidenschnüren: 1 — 3) gut erh. — 4, 5) schlecht erh. — 6) fehlt. 
(0^). 
Orig. Konzept: Ebendas., Orig. 928; Perg. Urk. mit Löchern u. Moderloch, 
ohne Bug und Besiegelung, nur mit Einschnitt auf der linken Seite für den 
Presset (OT.). 
Orig.: Ebendas., Dep. Misn. No. 128; Perg. Urk. mit 5 Siegeln an grün-weiß- 
roten Seidenschnüren: 1) gut erh. — 2) etw. beschäd. — 3) l. stark beschäd. — 
4) etw. beschäd. ■ — 5) gut erh. (DM.). 

Auf sehr.: Wie 0^ mit Reg. -Vermerke: ad scatulam c. AN. 1. Z. 18. 
Orig. Tspt.: Ebendas., Orig. No. 929, ins. in Urk. No. 723 v. 1308 Okt. 7. 
(pT^). 

Druck: GQuPrSachsen 36, 492 (nach 0. 929). 

Lit.: Pfau S. 109 f., 114 f., 120, 285, 302. 306 f., 333. 

Bemerk.: Ueber Datum u. Besiegelung von DM. vgl. Posse, PU. S. 77, 
Anm. 1. Nach Kehr in GQuPrSachsen a. a. 0. Besiegelung erst 1287 
Jan. 18. — Ueber actum et datum s. Posse a. a. 0., S. 122, Anm. (a). — 
Schrift: s. Posse, PU. S. 42: bischöfl. Meißener Hand: 0\ 0^ u. OT.; Hand 
d. Ausstellers: DM. u. OT^. — Siegel: 0^, 0^: 1. des Hochmeisters s. Voßberg, 
Gesch. d. preuß. Münzen u. Siegel, Tfl. 1, 1; — 2. des Deutschmeisters s. 
de Wal, Eecherches I, Tfl., No. 11; — 3. des Landkomturs s. 2. Band, Siegel- 
tafel; 3. Bischofs Witego s. Cod. Dipl. Sax. reg. II, 1, 2, Tfl. 2, 4; — 4. des 
Markgrafen Heinrich s. Posse, SW. Tfl. III, 6; — 5. des Landgrafen 
Albrecht s. ebendas., Tfl. IV, 5; — 6. des Markgrafen Dietrich s. ebendas., 
Tfl. V, 6. — DM: 1. des Hochmeisters $. o.; — 2. Bischofs Witego s. o.; 
— 3. Bischofs Heinrich II. v. Merseburg s. GQuPrSachsen 36, Tfl. XIII, 1, 
Beschreibung S. LXXVI; — 4. Bischofs Bruno v. Naumburg; — 5. des 
Markgrafen Friedrich u. Meißen. 

Frater Hartmannus de Heiderungen ^) magister hospitalis sancte 
Marie domus Teuthonice Dierosolimitani, frater Gerhardus de Hirz- 
berc^) per Alemanniam preceptor et frater Burchardus^) de Swanden^) 
commendator '') per Thuringiam et Saxoniam et Orientalem terram 
eiusdem ordinis omnibus Christi fidelibus presentem litteram inspecturis 
salutem in omnium salvatore in perpetuum. Quoniani omnium habere 
memoriam non humanitatis, sed divinitatis potius existit, ne ea, que 
iuste et racionabihter fiunt, ab hominibus per lapsum teniporis in obli- 
vionem deveniant, perhennari solent patrociuio htteraruni. Notura 



Urkundenbuch der Dcutschordensballei Thüringen. 245 

igitur esse voliimus omnibus tarn presentis quam futuri evi fidelibus, 
quod venerabilis pater et dominus Withego^) Misnensis ecclesie epi- 
scopus euram gerens pastoralem sue dyoeesis monasterium Sehillenense, 
quod tam in temporalibus, quam spiritualibus extitit multipliciter de- 
formatum, ut per translacionem eiusdem cenobii in alium ordinem fa- 
cilius vires resumeret et penitus non periret, dictum monasterium cum 
omnibus suis possessionibus, prediis, iudiciis, iuribus ac aliis suis perti- 
nenciis fratribus nostri ordinis domus Theuthonice liberaliter contulit*) 
de communi consensu et consilio capituli Misnensis ecclesie nee non 
illustris principis domini Henrici ^) Misnensis et Orientalis marchionis, 
patroni eiusdem loci reservatis sibi et ecclesie sue Misnensi iuribus epi- 
scopalibus et omnibus aliis iuribus, que sibi et ecclesie Misnensi ante 
donacionem nobis et ordini nostro factam in predicto monasterio'^) 
et^) in fratribus sancti Augustini tunc ibidem deo famulari deben- 
tibus^) conpetcbant vel conpetere potuerunt, quam donacionem gra- 
tanter acceptavimus promittentes nos inviolabiliter servaturos ea, 
que idem dominus episcopus statuit de numero clericorum nostri 
ordinis instituendorum in monasterio prenotato. et omnia alia, que 
inferius^) continentur, renunciantes omnibus privilegiis exempcionis 
seu libertatis cuiuscumque tenoris existant a nobis et fratribus 
nostri ordinis iam impetratis vel in posterum impetrandis, quantum^) 
ad condiciones inferius subnotatas^). Et quidem duodecim clericos 
nostri ordinis preter laycos ^), sacerdotes'') videlicet dyaconos et 
subdyaconos^) perpetuo tenebimus ibidem ad psallendum horas cano- 
nicas et ad missarum sollempnia cum ministris diebus singuKs pera- 
genda, nisi idem locus, quod absit, ex sterelitate, hostüitate aut aliis 
infortuniis ad eam deveniat inopiam, quod tot persone non possint 
de ipsius facultatibus sustentari, in quo casu numerus personarum se- 
eundum consilium domini Misnensis episcopi et commendatoris pro- 
vincialis, qui pro tempore fuerint, debet moderari, et versa vice predictus 
numerus augmentabitur, si facultates superexcreverint per fratrum 
industriam secundum consilium eorundem hoc adiecto, quod cum'') 
per industriam fratrum facultates ecclesie superexcreverint tunc fructus 
superexcrescentes de possessionibus et') bonis apud Schillensem ecclesiam 
iam') inventis°^) in utüitatem eiusdem ecclesie convertemus""), fructus °) 
vero aliunde superexcrescentes utpote ex testamentis, empcionibus, 
donacionibus aut aliis contractibus legitimis liberum erit nobis nostris- 
que successoribus transmittere in subsidium terre sancte aut ad alia loca 
secundum quod de aliis nostris domibus fieri est consuetum °) '), prepo- 
situs quoque preficiendus archidyaconatui annexo monasterio antedicto 
per provincialem sive commendatorem, qui pro tempore fuerit, et con- 
ventum eiusdem loci dicto domino episcopo presentabitur confirmandus 
facturus eidem obedienciam, prout ceteri prepositi et archidyaconi sue 
dyoeesis facere consueverunt, cui maiorem honorem et reverenciam 
tam a clericis quam laycis nostri ordinis propter prerogativam dignitatis 
pre ceteris fratribus iuxta statutum domini episcopi volumus exhiberi. 



246 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Si vero prepositus confirmatus tractu forsitan temporis denunciatus 
fuerit, sepedicto domino episcopo vel suis successoribus a comraendatore 
et aliquibus fratribus clericis de conventu ex causis racionabilibus, quod 
non competatP) monasterio ipsum esse prepositum et hoc affirment 
commendator et duo de senioribus fratribus clericis de conventu per 
veram obedienciam et suum ordinem, per ipsum dominum episcopuni 
vel eius successores absque strepitu iuris et sine difficultate qualibet 
iuxta consuetudinem nostri ordinis deponetur et alter presentatus per pre- 
dic[tos commendatorem] 'J) et conventum dumtaxat, ydoneus confirma- 
bitur loco sui. Ac si una eademque persona prepositus et commendator 
loci fuerit, denunciacioni provincialis commendatoris et aliquorum fratrum 
seniorum clericorum de conventu stabitur velut ante et a prepositura 
amovebitur [denunciatus] "i) ab eisdem secundum modum et formam 
superius compreliensam. Preterea volumus, ut singuli commendatores, 
qui pro tempore fuerint ibidem, eidem domino episcopo Misnensi et 
suis successoribus servaturi"") faciant obedienciam manualem eis'') omne 
ius, quod competebat ei^) et ecclesie sue*^) Misnensi in monasterio ante- 
dicto antequam idem monasterium ad nos et ordinem nostrum cum 
suis pertinenciis transferretur, procuracionem quoqueper s[eptima]nam^) 
Pasche eidem vel suis") successoribus debitam et consuetam^) in escu- 
lentis et proculentis ministrabimus, si ad locum accesserit vel accesserint 
memoratum, item ad generalem contribucionem cleri Misnensis dyo- 
cesis sive auctoritate sedis apostolice vel legatorum eius vel ipsius episcopi 
requiratur, nos tenebimur"') pro facultatibus monasterii^) Schülensis 
cum ipso nobis presentatis. Preterea^) nullas alienaciones possessionum 
seu bonorum habitorum tempore donacionis nobis facte eiusdera mo- 
nasterii faciemus absque sepedicti domini episcopi licencia specialis). 
Ceterum prout statuit idem episcopus monachis ordinis sancti Augustini 
inibi degentibus victus et necessaria ipsorum vite sue temporibus 
ministrabimus reservata ipsis libera opcione in suo manendi ordine et 
habitu, quamdiu vixerint, vel nostrum habitum assumendi, ipsis vero 
Omnibus defunctis nulh alü sui ordinis videlicet canonicorum regularium 
in ipso monasterio assumentur. In utroque tarnen casu, hoc est sive 
in suo pcrmaneant ordine vel si habitum nostrum duxerint potius assu- 
mendum iUis superioribus, quibus ceteri fratres ordinis nostri obediunt, 
tenebuntur et ipsi simihter obedire. Ut autem predicta omnia et singula 
a nobis et a fratribus nostri ordinis perpetuo inviolabiliter observentur, 
presens cyrographum predicto domino episcopo Misnensi et ecclesie 
sue dari fecimus in testimonium predictorum sigilUs nostris roboratum. 
Et ad maiorem cautelam futurorum sigilHs^) illustrium principum domini 
Henrici Misnensis et Orientalis marchionis, Alberti Thuringonim lant- 
gravii et Saxonie comitis palatini necnon Theoderici marchionis de 
Landesberc idem cyrographum impetravimus sigillari. Datum et actum ^*) 

Dresden anno domini m. cc lxxviii. ydibus Novembris presentibus 
testibus infra scriptis: Fratre Hermanno in Egre^), fratre Ottone ") 
in Domucz , fratre Fridcrico ^") in Aldenburc , commendatoribus, 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 247 

fratre Sifrido^^) priore^'') in Plawe, fratre Gunthero de Swarcce- 
burc^^) et aliis quam pluribus clericis et laycis nostri ordinis fide 
dignis. 

a) OT^: Burkardus. b) OT^: comendator. c) DM.: Witego; OT^: 

Wythego. d) OT. hat danach durcltstrichen (aus der folgenden Zeile genommen): 

conpetebant vel conpetere potuerunt. e) 0*, DM., OT^: fehü et — debentibus. 

f ) DM. : fehlt, dafür a dicto monasterio Misnensi debebatur dictis et in articulis, que 
inscroscriptis (/) expressis speciale. g) DM.: fehlt quantum — subnotatas, dafür 

per que dicte Misnensi ecclesie ipsius libertatibus sui articulorum aliquo subsequente 
posset preiudicium generaliter. h) DM. : octo sacerdotes. i) DM. : duos 

diaconos et duos subdiaconos. k) DM.: si. 1) DM.: fehlt et — iam. 

m) DM.: i. vel postmodum aquirendis. n) DM.: convertantur. o) DM.: 

fehlt Fructus — consuetum. p) DM.: dahinter durchstr. ecclesie. q) OT.: 

[ ] = Loch, 0^: convictus. r) 0^: servent; faciant bis eis fehlt; DM.: fehlt, steht 
hinter manualem. s) DM.: eis. t) DM.: fehlt. u) DM.: s. Paschalem ei 

suisque. v) DM.: fehlt et cons. w) DM.: für n. t. steht contribueret. x) DM.: 
ecclesie. y) DM.: für Preterea — speciali steht: Ne aliquas alienacionis bonorum 

ad idem monasterium pertinencium fient a nobis sive fratribus dicti loci absque 
licencia domini episcopi speciali. z) DM.: sigillis venerabilis domini Erici Magde- 

burgensis archiepiscopi, domini Henrici Merseburgensis et domini Brunonis Nwen- 
burgensis episcoporum et illustris principis domini Friderici marchionis Misnensis et 
aliorum principum, quorum sigillorum copiam habere poteramus idem cyrographum. 
aa) DM.: Actum et datum. ab) DM.: fehlt. 



1) Hochmeister 1274—1283, s. Urk. No. 66 v. [1238 zw. Aug. 15 — Okt. 27]. — 
2) s. Urk. No. 241 v. 1272 Mai 19. — 3) ist von 1277—1279 als Landkomtur von 
Thüringen und Sachsen nachweisbar; hier das einzige Mal mit dem Zusatz „und im 
Osterland", der sonst bei keinem Landkomtur wiederkehrt und hier wohl durch die große 
Wichtigkeit der Urkunde zu erklären ist, s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 4) s. Urk. 
No. 298. — 5) 5. Urk. No. 297. — 6) Nach einem Verzeichnis der Häuser, die zur Bailei 
Thüringen gehören, v. J. 1503 (gedr. Kreysig, Beiträge I (1754), S. 426 — 433) hatte auch 
zu dieser Zeit das Haus Zschillen noch „12 Priester -Brüder, ausgeschlossen die Ritter- 
brüder". — 7) Davon steht nichts in der Urk. d. Bischofs Witego. — 8) s. Urk. No. 184 
V. 1265 Apr. 20. — 9) nur hier. Ich vermute, daß es sich hier um Otto v. Richow handelt, 
der in diesem Jahre sonst nicht nachweisbar ist; denn es ist merkwürdig, daß ein Komtur 
eines ganz unbedeutenden Hauses der Bailei Sachsen diese Urkunde mit bezeugt; s. Urk. 
No. 221 V. 1270 Mai 12. — 10) s. Urk. No. 295 v. 1278 Nov. 7. — 11) Nur noch 
1281 (Urk. No. 354, Anm. p). — 12) s. Urk. No. 286 v. 1277 Juli 2. 

300. Swicker flll.J von Mühlhausen eignet Heinrich Margarethe und 
seinen Erlen % Uuje in Görmar. [Mühlhausen,] 1278 Dez. 15. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 932; Perg. Urk., beschädigt und auf 
Leinen aufgezogen; Siegel am Pressel fehlt (O.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 19^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de tribus partibus unius mansi in villa Germar. 
Druck: GQuPrSachsen 3, 270. 

Bemerk.: Schrift: Mühlhauser Hand 1 nach Posse, PU. S. 39. — Siegel: 
GQuPrSachsen a. a. 0. Tfl. 1, 1. 

Ego Svikerus^) de Molhusen tenore presencium duxi publice profi- 
tendum, quod ego de libero et unanimi consensu omnium heredum meo- 
rum Heinrico filio Margarete eivi de Molhusen ac omnibus ipsius heredi- 



248 Urktmdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

bus, filiis nee non filiabus contuli et confero in hiis scriptis tres partes 
cuiusdam mansi siti eis villam Germar in quodam loco, qui dicitur Vicen, 
iure feudali perpetuo possidendas^), Aetum [est] hoc presentibus hiis 
viris: Hartungo milite dieto Topelstein, Theoderieo et C[o]nrado fratribus 
filiis Margarete, Gotfrido de Kullestete'^), Theoderieo Sculteti et Berthoo^) 
de Kullestete''), c[i]v[i]bus de Mollmsen, et ahis quam pluribus fide dignis. 
Ad robor autem vaüdius huius f[aeti] s[igil]hmi nostru[m]^) presentibus 

est appensum. Datum anno domini m cc lxxviii, xviii. ^) kalendas 
I[anua]rii. 

l'i fehlt 0. a) A.: Rikerus. b) A.: perpetue possidendos. c) A.: 

Kulstete. d) A.: Bethee. e) 0.: meum. f) A.: xvill fehlt. 

301. Albrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf 
von Sachsen, eignet dem DO [Hause in ÄUenburg] Land in Dorf 
und Gau Schlauditz. Altenburg, 1279 März 12. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 938; Perg. Urk., stark wasserfleckig, 
an den Brüchen etwas schadhaft, mit gut erhaltenem Siegel an roten Seiden- 
fäden hängend (0.). 

Auf sehr. : De ij mansis in Slucz. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 131^ (z. J. 1279) (A.). 

lieber sehr.: Littera de eisdem bonis. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 90 (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 2a— b (K^), 

Ueberschr.: Littera super if mansos in Slucz. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 203, No. 102. 
Druck: Reg.: Tobias, Reg. d. Haukes Schönburg, S. 18. — G. des Geschl. v. 

Schönberg II, 183. 
Lit.: Mittl. d. Osterlandes VIII (1882), S. 306 (z. J. 1274); — Tittmann, 

Heinrich d. Erlauchte II, 265. 
Bemerk.: Auffallend ist die Stellung des Datums zwischen zwei Zeugenreihen. — 
— Schrift: Posse, PU. S. 38 u. 58, Altenburger Hand. Siegel: Posse, SW. S. 14, 
Tfl. IV, 5. 

Nos Albertus dei graeia Thuringorum lantgravius et Saxonie comes 
palatinus notum faeimus universis, quibus presens scriptum fucrit demon- 
stratum, quod unum mansum et dimidium sitos in villa et pago Scluzich, 
quos Cunradus de Zemin milcs nostcr a nobis feodaliter possidebat, 
post hberam et voluntariam resignacionem eorundem in manibus nostris 
fratribus hospitalis de domo Theutoniea donavimus et proprietavimus 
propter deum perpetuo possidendos et ad vitandum futura litigia, que 
mater licium cupiditas pro rebus teniporahbus genorat ineessanter, pre- 
sentem litteram eonscribi feeimus super eo et sigilli nostri munimine 
solidari. Testes huius s) facti sunt: Albertus burgravius de Aldenburch ^), 
Th[eodericus] ^) frater suus , Fridericus de Sconenbureh , lohannes de 
Serieo^), Sifridus de Hopphegarten, lohannes de Remese et Matthias^) 3) 
curie nostre notarius. Datum et actum Aldenburch'^) presentibus fratri- 
bus hiis'^) videlicet: Fratre Ottone de Richowe*), fratre H[enrico]®) de 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 249 

Wernherstorph ^), fratre Friderico ^) commendatore, fratre H[enrico] ®) 
de Corun^)^)') anno domini m cc.lxxix in die sancti Gregorii^). 



a) K^: Fericon. b) K^: Mathias. e) K^: in Aldenborg. d) K^: 

fehlt. e) K^: Henrico. f) Ä^; Corin. g) A.: huius — Corun fehlt. 

h) A.: in die s. G. fehlt. 



1) Albrecht III., Burggraf v. Altenburg 1270—1281. — 2) Dietrich IL, Herr 
V. Bochsberg, gen. Schulis (Zulis), war 1290 — 1301 nach dem Tode seines Neffen Hein- 
richs IV. regierender Burggraf v. Altenburg, s. v. Braun S. 38 — 44. — 3) s. Urk. 
No. 258 V. 1274 Jan. 9. — 4) s. Urk. No. 221 v. 1270 Mai 12. — 5) s. Urk. No. 287 
V. 1277 Juli 3. — 6) s. Urk. No. 295 v. 1278 Nov. 7. — 7) Heinrich v. Kohren ist 
1280182 als Nachfolger Friedrichs Komtur in Altenburg, dann bis 1285 als Priester dort 
s. a. Urk. No. 232 v. 1271 Dez. 19. 

302. Frater Ber[toldus] prior fratnim predicatorum domus Isnacensis 
et frater Conradus lector fratrum minorum in Mulhusin et frater 
Cristanus ^) plebanus nove civitatis et frater Syboto ^) plebanus 
antique civitatis in Mulhusin entscheiden als Schiedsrichter einen 
Streit zwischen dem Brüchenkloster in Mühlhausen einerseits und 
dem Pleban Hei. von Ammern und dem Rektor der Kirche in 
Le7igefeld andrerseits dahin, daß das Patronatsrecht der Kirche in 
Dörnrode (Tyrnrode) dem Pleban in Ammern zusteht und diese 
Kirche ein Filial von Lengefeld ist. Cartam quousque ponatur in 
grossa, committimus ^) domino plebano de antiqua civitate. 

Es siegeln der Prior und die beiden Plebane. Ego lector con- 
tentus cum sigillo prioris. ^ ^^ ^ ^ 

Acta sunt hec in Mulhusin anno domini m cc lxxix, iii idus 
Aprilis. Mühlhausen, 1279 Apr. 11. 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 99; Perg. Urk., etwas brüchig, 
mit 3( fehlenden) Siegeln an Pressein, von denen die beiden ersten auch fehlen (0). 

Druck: GQuPrSachsen 3, 272. 

Bemerk.: Die Schrift ist teilweise sehr undeutlich in den Brüchen. — Die 
Siegelankündigung fehlt. 



a) 0.: conmitimus. 



1) s. Urk. No. 269 v. 1275 Juni (25— 30). — 2) s. Urk. No. 281 v. 1277 März 30. 

303. Siegfried von Eo ff garten bezeugt, daß Dietrich Seile Land in Schlau- 
ditz an die Brüder des Deutsehen Hauses in Altenburg verkauft hat. 

[Altenburg,] 1279 Apr. 16. 

Hdschr.: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 944; Perg. Urk., etwas wasserfleckig, 
mit zwei Siegeln an Pressein (0.). 

Auf sehr.: Super j mansum in Slußz. 
Abachr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 147^ (A.). 
Ueberschr.: Littera de bonis in villa Sluzk. 



250 Urkundenbucli der Deutsclwwdensballei Thüringen. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 91 (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945 [m. Datum 1295 Mai 1] (K^). 

Auf sehr.: Wie A. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 204, No. 103. 

Lit.: Mittl. d. Osterlandes VIII, 306; — Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 54. 

Bemerk.: Schrift: Altenburger DuHus s. Posse, PU. S. 38, II. — Das Siegel 
Siegfrieds von Hopfgarten findet sich nicht bei Posse, SWA. IV, 18; — M. 
hat, wie von vielen anderen, so auch von diesem Siegel genaue Zeichnung ; — 
Umschr.: t S • SIFRIDI • DE HOPFGARTEN; — Das 2. Siegel fehlt; 
Presselreste vorhanden. — Auf dem umgeschl. Rand steht (blassere Tinte, 
kleinere flüchtigere Schrift v. Ende des 14. Jahrh.): viro provido ac hones 
vir honesto — und auf der Bückseite: nisi robur. — Vgl. Urlc, No. 512 v. 1291. 

Deperire potest humana actio, nisi robur accipiat munimine litte- 
rarum. Nos igitur Siffridus^) miles dictus de Hophegarthen ^) notum 
facimus tarn posteris quam raodernis, quod Theodericus dictus Seile '^) 
cum consensu omniura heredum suorum videlicet Hermanni filii sui, 
lutte et Elysabeth filiarum suarum et Hermanni fratris sui dimidium 
mansum situm in villa Sluzk^) cum liortis^), pratis et omnibus attinenciis 
vendidit fratribus domus Teutunice in Aldenburch*) pro marcis .xi. 
et venditum cum predictis suis heredibus libere resignavit. Huius rei 
testimonium sigiUi nostri munimine et sigillo nostre^) Aldenburcli ^) 
civitatis perhibetur. Testes sunt: Dominus Cunradus de Zarowe*") miles, 
Luther') filius eiusdem, Fridericus Coufman, Heinricus de Alta Domo, 
Bertoldus Monetarius, Fridericus de Kemniz, Henricus de Stegen et 
alii quam plures huic facto interpositi fide digni"). Acta sunt hec sub'') 
fratre Friderico ^) commendatore in Aldenburch presentibus fratribus 
hiis videlicet fratre Henrico ^) sacerdote, fratre Gerhardo de Ukkerowe ^), 

o 

fratre Wernhero ^) et aliis^) anno domini m. cc. lxx^ix, xvi" kalendas 
Magi^), VIII diebus ante festum beati Georii, indictione™)^). 

a) A.: S3rffridus. b) A.: Hophgarten. c) M.: Selce. d) A.: 

Sluzk. e) ^.; ortia. f) j4.; Aldenburg. %) O.: bedeutend größere Schrift, 

Buchstaben später nach unten verlängert, da urspr,, wie A. noch hat, nostro dastand. 
h) A.: Sarowe. i) A.: Luther — digni fehlt, dafür et ceteri plurea. k) A.: 

sub — aliis fehlt. 1) A.: XV. kalendas Maji. m) A.: vili — indictione fehlt. 



1) s Urk. No. 295 v. 1278 Nov. 7.-2) von Wernersdorf, s. Urk. No. 287 v. 1277 
Juli 3. — 3) ferner Urk. No. 349 v. 1281. — 4) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 
5) Die Indiktionszahl (septima) ist ausgelassen. 

304. Heinrich [I.J, Pfalzgraf hei Rhein, Herzog von Bayern, überträgt 
dem DO. in Eger ein Gut in Moschwitz. 

Landshut, 1279 Mai 29. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 946; Perg. Urk., wasserfleckig, mit 
stark beschädigtem Reitersiegel des Pfalzgrafen Heinrich am festen Pressel. 

Auf sehr.: Litteram super bona in Moswicz. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 104^ (A.). 
Ueberschr.: Littera de eadcm villa [Moschwitz]. 
Bemerk.: Vgl. Urk. No. 382 v. 1283 Juni 28. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 251 

Nos Heinricus^)^) dei gracia comes palatinus Reni, dux Bawarie 
presentibus profitemur, quod, cum predium in Moswicz'') quondam 
contingens nobilem virum de ToUniz nobis utpote, ad quem spectabat 
dicti feodi collacio, per Ub-icum de Piberbach libere resignatum, illud 
in usum et proprietatem domus Theotunicomm <=) in Egra transferimus 
ab eadem domo perpetuo possidendum renunciantes pro nobis et pueris 
nostris omni iuri'^), quod nobis in prcdicto l'eodo competebat vel com- 
petere'^) poterat iii futurum. In cuius rei testimonium presentem litteram 
conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Datum Lantshut 
anno domini millesimo ducentesimo lxxviiii, im kalendas lunii. 

a) A.: Henricus. b) A.: Moschwicz. c) A.: Theutonice. d) A.: 

iure. e) A.: conpeti. 

1) Heinrich I. ist 1255 — 1290 Herzog von Niederbayern. Nach Haeutle, Genealogie 
d. Stammhauses Witteisbach, S. 5, stand ihm der Titel comes palatini Rheni nicht zu. 

305. Andreas, Abt des PetersMosters zu Erfurt, bezeugt, daß der frühere 
Bürger in Erfurt, Conrad von Eisenach, der sich ins Kloster Pforte 
begeben hat, diesem Kloster eine Mark Silber geopfert hat, die Hugo 
gen. von Cymern, Bürger in Erfurt, von dem Hofe bei der Nikolai- 
kirche (apud parrochiam sancti Nycolai Erfordie) jährlich dem 
Kloster zu geben hat. 

Es siegelt der Aussteller. 

Mit genannten Zeugen. 

Datum anno domini m" cc° lxx° ix", ii" kalendas lunii. 

1279 Mai 31. 

Hdschr. u, Druck: GQuPr Sachsen 33, 266. 

Reg.: Wolff, Chronik d. Kl. Pfortall, 206 (deutsch); — GQuPrSachsen 23, 301. 

306. Dietrich, Markgraf von Landsberg, bestätigt die Schenkung des 
Augustinerklosters Zschillen durch seinen Vater Heinrich, Mark- 
graf von Meißen, an den Deutschen Orden. 

Weißenfels, 1279 Juni 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 949^; Perg. Urk., gut erhalten, m. 

beschäd. Siegel an rot-braunen Seidenschnüren (0.^). 

Orig.: Ebendas., No. 949^; Perg. Urk., in den Längsbrüchen teilw, vermodert 
und geklebt, m. beschäd. Siegel an rot-braunen Seidenschnüren (0^). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 11. 
Lit. : Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 265; — Pfau S. 109. — Wegele, Friedrich 

d. Freid. S. 97 Anm. 2. 
Bemerk.: Schrift: teilw. verblichen (0^), Ausstellerhand, s. Posse, PU. S. 42 
u. 52. — Siegel: Posse, SW. S. 14, Tfl. V, 6. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Theodericus dei 
gracia marchio de Landisberch omnibus in perpetuum. Cum nee multi- 
tudini rerum, nee longitudini temporum sie sufficiat humana memoria, 
ut, vel que multa sunt tenaciter apprehendere, vel que longeva sunt, 
certa valeat retinere, datum est fragilitati eins per providenciam condi- 
toris, ut eins insufficieneia scripturarum amminiculis adiuvetur, ne 



252 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

quod fideliter aut utiliter geritur, negligenter pereat aut inutiliter evanes- 
cat, Eapropter ad noticiam tarn presencium quam futurorum volumus 
pervenire, quod nos non ^) tantum ad venerandum ordinem fratrum domus 
Theutonice v'erum eciam ad personarum eleganciam in ipso ordine deo 
iugiter famulancium nostre mentis intuitum dirigentes eorundem fratrum 
iustis peticionibus benignum accomodamus auditum eosque'') liberaliter 
eciam, si id aliquantulum in nostrum detrimentum vergeret, exaudimus 
ipsorum igitur desideriis liberaliter annuentes donacionem, quam illustris 
princeps dominus Heinricus marchio Misnensis et Orientalist) pater 
noster dilectus eisdem fratribus et ordini eonmdem de loco Tsillen, quem 
consueverunt inhabitare reguläres canonici''), cum omnibus bonis eidem 
loco attinentibus sollempniter celebravit, sicut in litteris eiusdem patris 
nostri plenius continetur ratam habentes et gratam ipsam, quatinus 
personani nostram racione nostri principatus videtur tangere, tenore 
presencium confirmamus et, si quid iuris ex successione hereditaria 
circa predictum locum Tsillen et ei attinentibus nobis posset accrescere 
in futurum, illi renunciantes penitus in presenti sepedictum locum cum 
omnibus bonis ei attinentibus cultis et incultis, viis et inviis, pratis, 
pascuis, silvis, virgultis, piscacionibus, venacionibus, iudicüs, necnon 
cum omnibus utilitatibus, proventibus et fructibus, que eidem loco et 
omnibus bonis, ut dictum est, ad ipsum pertinentibus insunt vel inesse 
poterunt in futurum, eisdem fratribus et ordini eorundem danms et in 
eos transf erimus iusto proprietatis titulo perpetuo possidendum nichil nobis 
iuris'') in prelibato loco et eins universis et singulis predictis pertinenciis 
ab hac hora in antea retinentes. Et ne cuiquam de predictis onmibus 
superius per ordinem enarratis in posterum uUa dubietas valeat suboriri, 
presentem Htteram ^) desuper conscribi et nostri sigilli munimine iussimus 
communiri. Actum et datum Wizenvels anno domini millesimo ducen- 
tesimo septuagesimo nono, idus lunii, indictione septima presentibus 
et in testimonium advocatis: Friderico^) fratrueli nostro iuniore lant- 
gravio Tliuringie, Friderico^) filio nostro dilecto, Gebehardo de Queren- 
vorde, Alberone de Lycenic'^), burcgraviis, Thimone de Coldicz, Heinrico 
de Bunowe^) et Alberto magistro curie nostro, militibus, nee non Bur- 
chardo*) de Swanderen*) commendatore*") pro vinciali Tliuringie et Saxonie, 
Gotfridoe) de Stouphen ^) commendatorc '') in Katispona, Heinrico de 
Wernerstorf ') ^), fratribus domus Theutonice et nonnullis aliis fide dignis. 

a) 0.^: übergeschrieben. b) 0.^; easque. c) 0.^: cononici. d) ^.; Lisenig. 
e) A.: Bunow. f) A.: Burhardo. g) A.: Gotfride. h) 0^, 0^: commen- 

datori. i) A.: Wernestorf. k) 0^: fehlt. 

1) 8. Urkk. No. 296 f. — 2) Friedrich von Dresden • 1273, f 1316. — 3) Fried- 
rich Tuta * 1269, f 1291. — 4) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 5) ist noch im 
nächsten Jahr dort nachweisbar. 

307. Albrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen, bestätigt die 
Schenkung des Augustinerhlosters in Zschillen durch seinen Vater 
an den DO. Wartburg, 1279 Juni 13. 

Hdschr.: Orig.: USA. Dresden, Orig. No. 947; Perg. Urk. m. anhängendem 
gut erhaltenen Siegel an rot-weißen Seidenschnüren. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 253 

Abschr.: Ebendas., Abt, XIV, A. 64, Bl. 119^-b. 

Ueberschr.: Abrenunciacio proprietatis omnium bonorum domus Theu- 
tonice Schulen per Theodricum marchionem Misnensem factam. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Beilage, Urk. No. 12. 

Lit.: ZThürOuA. I, S. 101 f. II, S. 343; — Pfau S. 109. 

Bemerk.: Schrift: s. Posse, PU. S. 42 (unbestimmbar), S. 58 (Hand d. Emp- 
fängers). — Siegel: Posse, SW., Taf. IV, 5. — Sonderbar ist, daß Albrecht 
die am gleichen Tage von seinem Bruder Dietrich ausgestellte Urk. schon 
kennt und ihn als verstorben erwähnt. — Im Wortlaut weicht die Urk. von 
No. 306 u. No. 308 ab. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Albertus dei 
gracia Turingorum lantgravius ac Saxonie comes palatinus notum 
facimus universis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis, quod 
non solum ad venerandum honorabilem ordinem hospitalis sancte Marie 
Teuthunicorum lerosolimitanorum ^) verum eciam ad personarum ele- 
ganciam in ipso ordine deo iugiter famulancium nostre mentis intuitum 
dirigentes omneni donacionem, quam illustris princeps dominus Henricus 
Misnensis et Orientalis marchio pater noster carissimus^) et magnificus 
princeps Theodericus marchio de Landisberg frater noster dilectus^) 
felicis recordacionis cum consensu heredum suorum eisdem fratribus 
et ordini eorundem de claustro Schulen, quod olim inhabitare consue- 
verunt quidam canonici reguläres, cum omnibus bonis et iuribus eidem 
claustro attinentibus cum venerabiU patre ac domino Withigone ^) epi- 
scopo Misnensi dyocesano et toto suo capitulo sollempniter celebrarunt, 
sicut in Htteris super hoc confectis plenius continetur, ratam habentes 
et gratam, et tenore presencium innovantes in perpetuum confirmamus 
et dictum claustrum cum omnibus bonis et iuribus eidem attinentibus, 
quocumque nomine censeantur, eisdem fratribus et ordini hospitalis 
supradicti de consensu et voluntate omnium heredum nostrorum de- 
dimus et damus et in eos transferimus proprietatis titulo perpetuo possi- 
dendum nichil prorsus nobis iuris nostrisque heredibus sive successori- 
bus in preHbato claustro et omnibus predictis suis attinenciis ab hac 
hora in antea retinentes, et si quicquam^) iuris ex successione hereditaria 
in predicto claustro Schulen et eins attinenciis et possessionibus nobis 
et nostris heredibus sive successoribus posset accrescere aUqualiter in 
futurum, Uli una cum memoratis nostris heredibus universis renuncia- 
mus penitus in presenti. Ut autem hec nostra pia donacio tam raciona- 
büiter facta robur habeat perpetue firmitatis, presentes litteras monasterio 
et fratribus sancte Marie hospitaüs predicti in Schulen dedimus et nos 
dedisse recognoscimus sigilli nostri munimine roboratas. Datum Wart- 

o o o 

berg anno domini . , m . . cc . . lxxix, ydus lunii . . indictione vii* . . pre- 
sentibus testibus infrascriptis : Gunthero de Slatheim, Hermanno de 
Mila, Henemanno de Indagine, Mathia^) nostro notario et aliis quam 
pluribus fide dignis. 

a) 0.: lerosololimitanorum. b) 0.: quisquam. 



1) s. Urk. No. 297. — 2) s. Urk. No. 306. — 3) s. Urk. No. 298. — 4) s. Urk. 
No. 258 v. 1274 Jan. 9. 



254 Urktindenbnch der Deutschordensballei Thüringen. 

308 . Heinrich, der jüngere Landgraf von Thüringen, bestätigt dem DO. den 
Besitz des Klosters Zschillen. Altenburg, 1279 Juni 13. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 948; Perg. Urk., sehr gut erhalten, 
mit beschäd. Siegel. 

Aufschr. : Confirmacio generalis privilegiorum, donacionum et iurium etc. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 123^. 

Druck: Wegele, Friedrich d. Freidige, S. 393 f., No. 21. 

Lit.: Pfau 8. 109; — Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 265. 

Bemerk.: Siegel: Posse, SW. S. 15, Taf. VII, 2. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Henricus^) 
dei gracia Thuringie lantgravius iiinior omnibus in perpetuum. Tenore 
presencium protestamur, quod nos non tantum ad venerandum ordinem 
tratrnm domus Theutonice verum eciam ad personamm eleganciam in 
ipso ordine deo iugiter famulancium nostre mentis intuitum dirigentes 
eorundem fratnim iustis peticionibus benignum accomodamus auditum 
eosque liberaliter eciam, si id aliquantulum aut heredum aut nostrum in 
detrimentum vergeret, exaudimus ipsomm igitur desideriis liberaliter 
annuentes donacionem, quam illustris prineeps dominus Henricus marehio 
Misnensis et Orientalist) avus noster dilectus et magnifieus prineeps 
patruus noster Thidericus marehio de Landesberch ^) nee non et veneran- 
dus prineeps Albertus Thuringie lantgravius 2) pater noster dilectus 
eisdem fratribus et ordini eorundem de loco TsiUen, quem consueverunt 
inhabitare reguläres canonici, cum omnibus bonis eidem loco attinentibus 
sollempniter celebravit, sicut in htteris eiusdem patris nostri et avi et 
patrui plenius continetur, ratam habentes et gratam ipsam, quatenus 
personam nostram et heredum nostrorum racione nostri principatus 
videtur tangere, tenore presencium confirmanus et, si quid iuris ex 
successione hereditaria circa predictum locum Tsülen et ei attinentibus 
nobis possit accrescere in futurum, illi renunciantes penitus in presenti 
sepedictum locum cum omnibus bonis ei attinentibus, cultis et incultis, 
viis et inviis, pratis, pascuis, süvis, virgultis, piscacionibus, venacionibus, 
iudiciis, nee non cum omnibus utüitatibus, proventibus et fructibus, 
qui eidem loco et omnibus bonis ad ipsum pertinentibus insunt vel 
inesse poterunt in futurum, eisdem fratribus et ordini damus et in 
eos transferimus proprictatis titulo perpetuo possidendum nichü nobis 
in prehbato loco et predictis pertinenciis ab hac hora in antea retinentes. 
Et ne cuiquam de predictis in posterum dubietas valeat suboriri, pre- 
sentem litteram sigillo nostro iussinms communiri. Actum et datum 

Aldenburg anno domini m. cc. lxxix, idus lunii, indictione vir. Testes 
huius rei sunt: Advocatus Bruno, Henricus de Resciz, Fridcricus 
Quaz, Waltherus de Tannenveit, Henricus advocatus noster dictus 
Scolaris et alii quam plures, qui de hoc facto poterunt testimonium 
perhibere. 

1) Heinrich, • 125617, f 1286. — 2) s. Urk. No. 296 v. 1278 Nov, 13. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 255 

30S. Witego fl.J, Bischof von Meißen, bestätigt auf Bitten des Mark- 
grafen Heinrich [des Erlauchten] von Meißen und vom Osterlande 
und seiner Söhne Albrecht und Dietrich dem DO. den Besitz des 
Klosters Zschillen. Meißen, 1279 Juni 21. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No, 950; Perg. Urk., wasserfleckig, mit 
stark beschädigtem u. ergänztem Siegel am Pressel (m. Dat. auf Umschlag: 
Juni 22) (0.). 

Auf sehr.: Confirmacio unius episcopi Misenensis sancto monasterioo) 
Schillen cum . . . 
Ahschr.: Ebcndas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 124^ (A.J. 

üeberschr. : Translacio monasterii in Schillen in f ratres domus Theutonice. 
Lit.: Pfau S. 109, 113, 285, 302, 306 f. 

Bemerk.: Schrift: Ausstellerhand, s. Posse, PU. S. 42 fm. D. Juni 22). 
— Siegel: Cod. dipl. Sax. reg., II. Teil, I. Bd., Tfl. II, No. 4. Die Urk. 
ist aber nicht abgedruckt. — Vgl, die frühere Urk. Witegos v. 1278 Nov. 13 
(No. 298) u. die Urk. v. 1279 Nov. 6 (No. 319), die Urkk. d. Wettiner 
No. 296, 297, 306, 307, 308, und des Hochmeisters No. 299. 

^[ithego] dei gracia Misnensis episcopus, Ber[nhardus] prepositus, 
S[iffridus] decaniis totumque capitulum ecclesie Msnensis universis 
presentes Mtteras inspecturis salutem in omnium salvatore. Quoniam, 
qui male agit, odit lucem, expedit, ut acta scitu digna scripturamm 
elucidacione sie serventur integra, quod in futurum circa gesta veritatis 
evidencia pateat incorrupta, ad noticiam igitur omnium pervenire cupientes 
facta nostra recognoscimus et tenore presencium publice protestamur, 
quod, cum canonici reguläres ordinis sancti Augustini in Schulen nostre 
dyocesis adeo inordinatam vitam et detestabüem conversacionem duxerint ^), 
quod ad crebrum \ ulgi clamorem nos et predecessores nostri visitaverimus 
inibi'') nee potuerimus dominos sive fratres ibidem commorantes ad 
discipline sive ad religionis statum aliquem reformare tandem sano 
super hoc habito'^) capituH nostri consüio aecedente consensu et preeibus 
stimulantibus^) illustrium principum domini Heinrici Misnensis et Orien- 
talis marchionis, domini Alberti Turingie lantgravii*) et domini Theoderici 
marchionis de Landesbere patronorum loci ad honorem ac^ multiphea- 
cionem cultus divini ordinem ipsum fratrum sive canonicorum regularium 
in ordinem fratrum domus Theutunice ^) duximus commutandimi dantes 
ipsi'^) ordini fratnmi Theutunicorum locum ipsum cum omnibus suis per- 
tineneiis sub eo iure, quod^) dicti reguläres ipsum possederant iure dyo- 
cesano et subiectionis hactenus ibi habito nobis et ecclesie nostre salvo 
per omnia reservato dietis fratribus domus Theutunice renunciantibus 
prius omnibus exempcionis seu libertatum privilegiis, que ipsi*=) ordini 
a sede apostohea sunt indulta sive in futurum sub quacumque gracia 
indulgenda, ordinacione ') monasterii ac fratrum instituendorum numero 
secundum^) exigenciam facultatum ecclesie nobis sünüiter reservato 
universos igitur et singulos devotissime exoramus, quatinus dictos 
fratres domus Theutunice promoneatis omni impedimento cessante in 
onmibus, in quibus promocionem veram requisierint propter deum. 
Ut autem dicti fratres domus Theutunice iure gaudeant pociori, dominum 
lohäimem de Streyie^) ecclesie nostre canonicum vice omnium nostrum 



256 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

transmittimus, ut dictos fratres ducat in possessionem'") corporalem 
monasterii sive claustri Schyllensis ac oranium bonorum, que ad ipsum 
pertinent ab antiquo vel de novo, cui magistnira Conradum notarium 
nostmm ac concanonicum'^) nostmm adiungendum duximus, ut insimul 
de locacione dominorum antea Schyllen commorancium ac aliis dispo- 

nendis ordinent ordinanda. Datum Misne anno domini m. cc, lxxix, 

XI kalendas lulii. Et quia sigülum capituli propter custodis absenciam 
ad presens habere non possumus, sigillo venerabüis patris et domini 
nostri "Withigonis Misnensis episcopi nos capitulum contenti esse de- 
crevimus ista vice. 



a) 0.: duximus, b) 0.: inbibi. c) O.: ipso. d) A.: habito hoc. 

e) Ä.: stimulancium. f) A.: lantgravii — ac fehlt. g) 0.: Thetunice. h) A.: 
quo. i) A.: indulgendi ordinacio. k) A.: secundam. 1) A.: Strehle. 

m) 0.: impossessionem. n) A.: canonicum. o) 0.: Missensim sanctum mona- 

storium; — zu ergänzen ist wohl facta. 

310. Heinemann von Dohena, Truchseß des böhmischen Königreichs, 
Albert und Zenko, seine Brüder, bestätigen dem DO. die Schenkungen 
ihrer Vorfahren in Zwätzen und schenken ihm freiwillig alle ihre 
mütterlichen Güter daselbst. Prag, 1279 Juli 3. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 951; Perg. Urk. mit zwei Siegeln, an 
rot-braunen Schnüren hängend (0.). 

Auf sehr.: Heinemannus de Dubena*) dat omnia bona sua in Zcweczen 
fratribus ibidem. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 69^ (A.). 

Ueberschr.: Littera recognicionis et donacionis de bonis in Czweczen 
factam [.'] per Heinemannum de Dubena daptferum. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 13, No. 11 (M.). 
Druck: Emier IV, 1847 {m. Ausl.); — Reg.: ThürGQu. V, 1, 191; — Tobias, 
Reg. d. Hauses Schönburg, S. 18; — 0. des Oeschl. v. Schönberg II, 183. 
Bemerk.: Orig. in den Brüchen verschiedene Risse, so daß einige Buchstaben 
fehlen, sonst gut erfüllten. ■ — Schrift: Vgl. Posse, PU. S. 42 (erinnert an den 
Duktus des DOHauses AUenburg). — Siegel: 1. Ottos, Mgfen v. Branden- 
burg, wenig erhalten; 2. Heinemanns von Dobena, ziemlich gut erhalten. 
Umschrift: f S . . . NRICI . DA . IFERI . BOH . . . A. M. hat die Zeich- 
nung der Siegel, die damals noch nicht verfallen waren. — lieber die v. Dobena 
vgl. Mittl. d. Nordböhm. Exk. Kl. Gen. Pers. Reg., S. 9 (Berka von Dauba 
und Leipa). 

In nomine domini amen. Quoniam, ut ait scriptura, elemosina a 
morte liberat^) et locum mininmm non obtinet inter cetera opera pietatis, 
igitur noscat tam presens hominum etas quam futura posteritas, quod 
nos Heinemannus de Dubena dapifer regniBoemie et fratres nostri Albertus 
et Zcenko^) libera voluntate et consensu omnium nostrorum ratas et 
firmas habenms omnes donaciones factas a progenitoribus nostris de 
bonis in Zwecen'^) fratribus hospitalis sancte Marie Theutlionicorum leru- 
salemitani, insuper nos et fratres nostri omnia [a]lia bona nostra in 
Zwecen"=), que ad nos iure hereditario ex successione materiia devenerunt*^) 
in agris cultis et incultis, vineis, ncmoribus sive süvis, aquis, pascuis, 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 257 

pratis et in omnibus aliis cuiuscuniquo iitilitatis pro remedio anime 
matris nostro et progenitorum nostroruni et nostra salute liberaliter 
donavinius prcdicto hospitali pro terre sancte subsidio in verum ins et 
dominium perpetuo possidenda eonferentes nichilominus eidem hospitali 
plenissime omnia iura et actiones, que nobis in predictis bonis conpetere 
dinoscuntur. Testes autem huius perfecte donacionis sunt hü: Venerabilis 
dominus Gebehardus^) episcopus Brandinburgensis^), Heinricus advo- 
catus de "Wida, Heinricus advocatus de Phiwe, Heinricus advocatus de 
Gera, Büzlaus^) de R[yze]nburchs), Fridericus de Schoninburch ''), 
Heinricus de Coldiz, Albertus de Seberch, Burchardus de Clingin- 
berch '), Boto de Turgowe et Theodericus^) f rater eins, lerco de Waldin- 
berch') et Unharth'^) frater eins, Berngerus de Meldi[n]gin"), Rudegems 
de Geilnowe°) et alii quam plures. Ne autem super predicta donacione 
in posterum dubium aliquod oriatur, [p]resentemP) litteram sigillo 
domini marchionis Ottonis ^) Brandinburgensis ülustris principis et 
nostri sigilli munimine ro[b]oramus p). Acta sunt hec anno [djominiP) 

M CG septuagesimo nono, quinto nonas lulii in civitate Pragensi. 

a) 0.: Aufschr. v. [um 1500] hat Hermann von Dubena. b) A.: Zenko. 

c) A.: Czweczen. d) A.: devenerint. e) A.: Brandenburgensis. f) A.: 

Buzlaus. g) 0.: Loch im Perg.; A.: Rysenburch; M. liest falsch Renburch. 

h) A.: Fredericus de Schomburch. i) A.: Clingesberch. k) yl.; Theodricus. 

1) J..; Waldenberch. m) /!.; Urharth. n) 0.: [] durch Bruch fortgefallen; A.: 

Meildingin. o) A.: Rudigerus de Gelnowe. p) 0.: [ ] fehlt durch Bruch. 

1) Tob. 12,9. — 2) 1277—1287. — 3) Otto V., der der Vormund des jungen 
Königs Wenzel war. Krabbo in seineji Regesten der Markgrafen v. Brandenburg führt 
diese Urkunde nicht an. Am 29. Juni weilt Otto V. noch in Stargard i. Meckl.-Strelitz 
(Krabbo 1184), wo er sein Siegel nicht zur Hand hat. Da er schon am 3. Juli in Prag mit 
eigenem Siegel siegelt, so muß das actum vor dem 29. Juni in Anwesenheit Ottos V. ge- 
schehen sein, der an diesem Tage nicht mehr in Stargard weilen konnte. So ist wohl auch 
die Besiegelung mit dem Siegel seiner Gemahlin zu erklären. — Ferner ist das Datum 
Krabbo 1193 zu berichtigen. Es kann nicht (Juli- August) heißen, sondern muß lauten: 
(Ende Juni). Auch aus dieser chronikalischeyi Notiz ergibt es sich, daß Otto V. am 
29. Juni nicht mehr in Stargard geiveilt haben kann. Vgl. auch die Bemerkungen von 
Krabbo zu No. 1182 über die Marschleistungen. 

311. Heinrich, Markgraf von Meißen und des Osterlandes, verbietet allen, 
in der Mulde zu fischen, da dies ein altes Vorrecht des DOKlosters 
Zschillen sei. Dresden, [1279—1284 vor] Juli 25. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 125^. 

Ueberschr.: Littera inbibicionis omnibus de piscacione in fluvio Mulda 
exceptis fratribus et eorum cooperatoribus. 
Druck: Pfau S. 240 (teilweise). 

Bemerk.: Datum: 31 it Pfau a. a. 0. nehme ich an, daß diese Urkunde vor der 
großen Bestätigungsurkunde Heinrichs von 1285 Jan. 6 gegeben worden ist, 
da in der vorliegenden Urk. nur allgemein von der Fischerei in der Mulde 
gesprochen ist. Es kämen also die Jahre 1279 — 1284 in Frage. 

Heinricus dei gracia Msnensis et Orientalis marchio castrensibus 
in Rochlicz, aliis suis hominibus universis, quibus exhibitum fuerit 

Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 17 



258 TJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

presens scriptum, salutem et omne bonum. Volentes iiira^) monasterionim 
ad divinum cultum spectancia non minuere sed ampliare pro viribus 
temporibus vite nostre et specialiter iura monasterii Schulen ordinis 
domus Theutonice universis vobis et singulis districte precipiendo man- 
damus, quatenus infra limites sive terminos, quos in fluvio, qui Mulda 
vocatur, dictum monasterium in Schulen ad piscaciones deputatos habuit 
ab antiquo, non presumatis quoquomodo cum instrumentis, que treten 
vulgariter nuncupantur, piscari in posterum, cum ex eo dicto monasterio 
preiudicium generetur. Quicunque vero contra haue nostram inhibicionem 
id attemptaverit, indignacionem nostram^) poterit non inmerito formi- 
dare. Datum Dresden proxima dominica ante lacobi apostoli. 

a) A.: iuria. b) A.: nosstram. 

312. Heinrich, Vogt von Plauen, hekennt, daß Berthold von Dohenech 
die 3 Mark jährlichen Zinses, die er in der Münze zu Plauen be- 
sessen hat, ihm zurücTcgegeben hat mit der Bitte, diesen Zins den 
Brüdern des Deutschen Hauses in Plauen zuzueignen. Das tut er 
mit Zustimmung seiner Söhne Heinrich und Heinrich. 

Plauen, 1279 Juli 25. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 952; ziemlich gut erhaltene Perg. Urk. 
mit zur Hälfte erhaltenem Siegel an rot-grün-gelb-bordeaux-roten Wollfäden (0.). 

Auf sehr.: Super censu in moneta Pia wen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 89^—90^ (A.). 

Ueberschr.: Super censu in moneta Plawen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Bl. 15^—17^ (moderne Abschr.). 

Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), 8. LV f., No. LXIIII (unvollständig). — 
Reg.: ThürGQu. V, 1, 192; — Gradl I, 331; — Beierlein, Elsterberg I, 18. 

Lit.: Mittl. AV Plauen 5 (1885) S. 4. 

Bemerk.: Schrift: Posse,' PU. S. 40 (Plauensche Hand 5), vgl. dazu die Aus- 
führungen von Flach S. 30 ff., 151. — Siegel: s. Posse, SWA. I, S. 34, No. 190, 
Tfl. 24, 3 (dieses Siegel ist nicht aiigeführt). — Die Indiktion ist um eine 
Einheit zu klein. 

In nomine domini amen. Nos Heinricus de Plawe advocatus uni- 
versis Christi fideUbus imperpetuum^*). Ne ea, que aguntur in publico, 
excidant a memoria, que res est fragilis, oportet et neccesse illa scriptis 
auctenticis^) commendare. Noverint ergo presentes et futuri, quod, 
cum Bertholdus de Dobeneke tres marcas argenti annui census, quas 
a nobis dudum tenuerat iusto titulo feodi in moneta Plawensi, ad manus 
nostras libere resignasset, nos autem ad instanciam dicti Bertholdi et 
in remedium sue anime^) et salutem, nee non ob revercnciam dei patris 
omnipotentis et beate Marie matris eins et beati lohannis baptiste pre- 
dictas tres marcas annue pensionis de bona voluntate et consensu Hein- 
rici et Heimici filiorum nostrorum et heretlum tradidinnis in proprium 
et iure proprietatis dominis et fratribus domus Theutonice in Plawe 
perpetuo possidendas*^), ita tamen^), ut quovis anno de censu monete 
iam dicte in festo beati Michaelis^) marcam et dimidiam et in festo beate 
Walpurgis^) marcam et dimidiam vel in alio termino ^) conpetenti fratres 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 259 

antedicti a monetario colligant et roqiürant, cuicuiTique eciam moneta 
nostra illis teniporibus extitcrit collocata. Etne quis donacionemhuius'^) 
modi tarn rite factam infringere valeat imposterum vel mutare, presentem 
litteram dedimus omnium predecessoriim in testimonium nostri sigilli 
muniniine roboratani. Datum et actum in Plawe anno domini millesimo 
ducentesimo septuagesimo nono, octavo kalendas Augusti, indictione 
sexta. Huius reis) testes sunt: Frater Hartmannus de Heiderunge'') domus 
Theutoniee magister, frater Hermannus^) commendator Egrensis^); 
dominus Johannes de Walkenstein, Albertus de Renoldesdorfh, Fridericus 
de Macliwiz, Cunradus'), Eberhardus et Merkilinus fratres de Mylin, 
Hertwcus de Elsterberc, Didericus de Cechowe, Wolveramus de Koz- 
chowe, milites ; Arnoldus [et] ^) Cunradus fratres de Dobenecke, Ludoldus 
de Thecli\\iz, Pezoldus [et]'') Cunzelinus fratres de Mylin, Heinricus et 
Otto fratres de Plone, servi»), et alii quam plures fide digni. 

a) A.: in perpetuum. b) A.: autenticis. c) A.: a. s. d) A.: 

possidendos. e) A.: tunc. f) A.: tempore. fg) 0.: das erste u hat 

drei starke Striche. g) A.: fehlt. h) A.: fr. Herrn. — Egrensis fehlt. 
i) A.: Cunradus — servi fehlt. k) 0.: fehlt. 

1) Sept. 29. — 2) Mai 1. — 3) 5. Vrk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27] . — 
4) s. Vrk. No. 184 v. 1265 Apr. 20. 

313. Heinrich fl.J, Vogt von Plauen, bekennt, quod ad instanciam 
fratris Wilhelmi ^) commendatoris in Richenbach et eciam aliorum 
fratrum domus Theutoniee in Uebereinstimmung mit seinen Söhnen 
und Erben Heinrich und Heinrich agros universos magistri 
Hermanni Medici dicti in Richinbach et duas areas pertinentes 
ad predictos agros defi Brüdern des Deutschen Hauses und der 
Kirche in Reichenbach eigentümlich übergeben hat, außerdem unum 
len, quod fuerat Ottonis dicti de Osprangi, et aream, quam sepe- 
dicti fratres erga dominam de Golnicz et apud suos pueros mascu- 
Unos pro v marcis argenti iusto empcionis tytulo comparaverunt, 
insuper im areas iamdicte aree adiacentes. 
Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Rudolfus de Plawenicz, Johannes de Valkensteyn, 
Fridericus de Machwicz, Ebirhardus et Merkardus(!) fratres de 
Mihn, Conradus de Utenhove, Albertus iunior de Reynolstorff, 
Fridericus de Kokericz, Theodericus camerarius, mihtes. 

Datum et actum in Piauwe anno domini millesimo cc septua- 
gesimo nono, XVI kalendas Septembris. Plauen, 1279 Aug. 17. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 150^— b. 

Ueberschr.: Confirmacio bonorum s. agrorum et aliorum magistri 
Hermanni Medici. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 193; — Mittl. AV Plauen 4 (1884), 21. 
Lit.: Limmer, Voigtland 11,410; — Longolischer Beschäftigungen mit bewährten 
Nachrichten, Bd. 1, S. 581;— Mittl. A V Plauen 5 ( 1885) S. 4;—FlachS. 149,216. 



1) Vielleicht gleich Wilhelm v. Mylau, s. Vrk. No. 263 v. 1274 Juni 24. 

17* 



260 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

314. Heinrich fl.J d. Ae., Vogt von Plauen, bestätigt auf Bitten Hartmanns 
von Heldrungen, Meisters des DO., dem DOHause in Plauen den 
Besitz eines Hofes in Saalig. Plauen, 1279 Aug. 31. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 953; gut erhaltene Perg. Urk. mit 

nicht vollständigem Siegel am Presset. 
Aufschr.: Super curiam in Salech. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 90^ (A.). 
üeberschr.: Super curiam in Salech. 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 53^ (K^). 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), S. LVI f., No. LXV (unvollständig). — 

Reg.: ThürQQu. V, 1, 194. 
Lit.: Mittl. AV Plauen 3 (1883), S. 6. 
Bemerk.: Schrift: s. Posse, PU. S. 40 (vll. Vogtskanzlei); — Flach S. 145 ff. 

(Notar Heinrich der Vögte v. Plauen). — Siegel: s. Posse, SWA. I, S. 34, 

No. 190, Tfl. 24, 3. — Die Indiktion ist um eine Einheit zu niedrig. 

In nomine domini amen. Diuturnitate temporis contractus singuli 
et negociomm processus celeriter evanescerent, nisi dicta testium aut 
series scripturamm ea in siio robore retinerent''). Hinc est, quod nos 
Heinricus de Plawe'') senior advocatus tenore presencium constare 
cupimus universis, quibus hec littera ostendetur, quod nos<^) ad instanciam 
et dilectionem honorabilis viri et amici nostri specialis fratris^) Hart- 
manni de Helderunghen ^) magistri ordinis domus Theutonice^) et aliorum 
fratrum, precipue*) vero ob reverenciam dei et beate Marie virginis'^) 
nee non in remedium aniraarum Lutheri de Marchenia bone memorie^) 
et domine Paiiline quondam uxoris sue de consensu et bona^) voluntate 
Heinrici et Heinrici füiorum nostrorum et heredum, curiam unam in 
villa Salech solventem tres fertoiies argenti annis singulis') exceptis 
servieiis'') minutis et quandam aream dimidium fertonem annui census 
persolventem ^) iure proprietatis dedimus') fratribus domus Theutonice 
in Plawe perpetuo possidendas. Ne autem super premissis possit in poste- 
rum dubitacio suboriri vel questio nocitura, presentem pagiuam dedimus 
omnium predictorum in testimonium sigiUi nostri munimine roboratam. 
Testes huius sunt: Albertus et Albertus senior et iunior™) de Reinols- 
dorfh, Fridericus de Machwicz, Merkelinus de Milin, Heinricus de Rodhe, 
müites; Heinricus'') et Heinricus fratres de Gera advocati, Eberhardus 
de Milin, Wetzcelo de Hirczperch, Cünradus et Albertus de Machwicz, 
servi, et quam plures fide digni''). Datum et actum in Plawe °) anno 

O o Ö . . ^ 

domini m. cc. l xx. ix. pridie kalendas Septembris, mdictione vi. 



a) A.: conservarent. b) A.: H. de Piauwe. c) A.: fehlt. d) A.: 

honorabilis viri specialis amici nostri fratris. e) A.: Theutonicorura. f) A.: 

maxime. g) A.: felicis recordacionis. h) A.: bona et consensu. i) A.: 

fehlt a. s. k) A.: minutis serviciis annui pensionis et quondam aream solventem 

dimidium fertonem annuatim in proprium. 1) A.: dedimus iure proprietatis et. 

m) A.: iunior et senior. n) A.: fehlt Heinricus — digni. o) .4.; fehlt: i. P. 



1) 5. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 261 

315. Heinrich [IL] und Heinrich [III.J, Gebrüder, Vögte von Gera, 
verleihen mit Eimvilligung ihrer Mutter Lmckard und ihrer Brüder 
marcam annualis census in villa Stelcze (Stelzen) de curia car- 
pentarionim, que ad predictam matrem nostram dotis nomine 
pertinebat, fratribus domus Theutonice in Plawe zu dauerndem 
Besitz. 

Mit dem Siegel der Aussteller (quo ambo contenti sumus). 

Zeugen: Honorabilis dominus senior advocatus de Plawe et 
H[einricus] et H[einricus] filii eiusdem advoeati, H[ei]nr[icus] 
de Rode miles etc. 

Datum et actum in Plawe anno domini m". cc° l xxix" pridie 
kalendas Septembris. Plauen, 1279 Aug. 31. 

Hdsckr.: Abschr.: USA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 92^. 

Ueberschr.: Super una marea in Stelcze de curia carpentariorum. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 195. — Reg.: Variscia V, 154 f., — ilittl. Hohenleuben, 

38.139. Jg. (1S66 f.), S. 100, No. 23 m. falsch gelegenem Datum 1329 Aug. 31; — 

danach Mittl. AV Plauen 3 (1883), No. CCCV. 
Lit.: Alberti, DOSchleiz, S. 11, Anm. (fälschlich z. DOH.Schleiz) ; — Flach 

S. 149. 
Bemerk.: Die Besiegelung geschah sicher mit dem Gemmensiegel Heinrichs I., 

das auch Heinrich II. benutzte. Heinrich III. ist erst seit Ende 1279 als 

Siegler nachgewiesen; s. Posse, SWA. I, S. 43, s. auch No. 321. 

316. Gerhard [I.], Graf von Holstein, überträgt den Brüdern des Deutschen 
Hauses [in Altenburg] 2^2 Hufen m dem Dorfs Selschitz. 

Braunschweig, 1279 Sept. 13. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 954; Perg. Urk. mit 2 Siegeln an 

Schnüren (0.). 

Auf sehr.: Super ii mansos in Selschicz. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 133 (A.). 

Ueberschr.: Littera de iij manso prope villam Behelschicz. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 4, No. 92 (M.). 

Abschr.: Ebendas., Hs. Regesten, zeitl. geordnet. Mit Siegelzeichnung. 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 3^ (K^). 
Ueberschr. : Littera de bonis in Selschicz. 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 205, No. 104. 
Druck: kurzes Reg.: v. Hagke, Weißensee, S. 392 (Emeko et Tidericus Haken). 
Bemerk.: Zustand: Sehr schlecht erhalten, Schrift durch Tanninfärbung sichtbar 

gemacht, doch manches noch unleserlich. — Schrift: Altenburger Hand, s. Posse, 

PU. S. 3S. — Siegel: Reitersiegel G^s. v. H. an roten Seidenschnüren hängend, 

nur linke Hälfte vorhanden mit Urnschrift: GERARDI . COMITIS . DE . 

HOL .... Rücksiegel des Notars: Bild: stehender Heiliger in der l. H. ein 

Buch, mit der r. H. eine vor ihm knieende Person segnend, mit d. Umschr.: 

t S • lOHIS • D • LVNEBC • GAN • RAJVIESLEN. — Der Besitz ist viel- 
leicht als Heiratgut von den Querfurter Burggrafen an die Schauenburger 
gekommen. 

Gerardus^) dei gracia comes [Holczacie] omnibus in perpetuum presens 
scriptum visuris vel audituris salutem in omnium salvatore. Noverint 
universi presentis temporis et futuri, quod nos^) divine retribucionis 
intuitu confirmamus fratribus ordinis domus Theutonicorum duos mansos 



262 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

et dimidium sitos^) in viEa Selcicz'^), quos Otto de Cedelitz a nobis in 
pheodo tenuit et in manus nostras libere resignavit, ac proprietatem 
eorundem mansomm ex consensu dilectorum fratmel[i]um nostrorum 
Adolfi^) et lohannis^) comitum Holczacie'^) perpetuo possidendos. In 
cuius collacionis testimonium presentes litteras damus fratribus eisdem 
sigüli nostri munimine roboratam. Testes sunt: Emero^) Hacker, 
Bertoldus de Reten, Arnoldus de Visbeke, Tidericus Hoken, milites; 
Johannes de Lüneburg notarius noster et alii quam plures^). Datum 

T-| • 1 O O O O 

Bruneswien anno domini m • cc • l xxix •, idus Septembris. 

a) A.: fehlt. b) A.: fehlt. c) A.: Behelsicz. d) A.: Holczat, 

e) A.: Emero ■ — plures fehlt. 

1) Gerhard I. v. Schauenburg (1232 — 1290) regiert zu Itzehoe und ist 1263 — 71 
Vormund seiner beiden gen. Neffen. — 2) Adolf V (1252 — 1308) zu Segeberg und 
Johann II. (1253 bis ca. 1306) zu Kiel, Söhne Johanns I (1229—63) zu Kiel. 

317. Kristan^), Bischof von Samland, weiht die Kapelle im Hofe des 
Volkenroder Klosters in Mühlhausen, nachdem der DOHochmeister 
Hartmann von Heldrungen^) seine Zustimmung gegeben hat. 

[1279 vor Sept. 27.] 

Reg.: Herquet, Kristan von Mühlhausen, S. 5, No. 29. 
Bemerk.: Vgl. die folgende Urk. 

1) s. Urk. No. 231 v. 1271 Dez. 14. — 2) s. Urk. No. 66 v. [1238 zw. 
Aug. 15 u. Okt. 27 J. 

Anmerk. : Ueber die Tätigkeit des Bischofs Kristan [von Mühlhausen] von Samland 
sind weiter die folgenden, nicht die DO Bailei Thüringen betreffenden Urkunden erhalten: 

a) Frater Christianus misericordia divina Sambiensis episcopus gibt allen denen, 
die ecclesiam ordinis fratrum predicatorum in Maguncia an bestimmten Tagen 
besuchen oder sie begaben, einen Ablaß von 40 Tagen. 

Datum Maguncie anno domini m cc l xxx, viii idus Febniarii. 

Mainz, 1280 Febr. 6. 
Druck: loannis, Rer. Mogunt. II, S. 423 (m. Dat. 1288 Febr. 13). — Reg.: 
Herquet, Kristan v. Mühlhausen, No 17 ; — ■ GQuPrSachsen 3, 279; — Perl- 
bach, Preuß. Reg. 1017 z. J. 1288; — ZThürGuA. VI, 65f.; — N. Mittl. 
13, S. 387 (m. Dat. 1288 Febr. 13). 
Bemerk.: Ein Original scheint nicht mehr vorhanden zu sein. 

b) Kristan von Mühlhausen, Bischof vo7i Samland, erteilt dem Earmeliterkloster 
in Köln einen Ablaßbrief. 

Datum anno domini m cc l xxx in vigilia Pasche. 1280 April 20. 

Hdschr.: Orig.: SA. Düsseldorf; Perg. Urk. m. Siegel. 

Druck: Altpreuß. Monatsschr. XV (1878), S. 312. — Reg.: GQuPrSaclisen 3, 

281; — Herquet, Kristan v. MühUiausen, S. 3, No. 18; — Perlbach, Preuß. 

Reg. 861; — ÜB. Bist. Samland 115; — N. Mittl. 13, 8. 385. 
Lit.: Annalen des HV. Niederrhein, 8. Heft (1860), S. 183. 
Bemerk.: Herquet a. a. 0. nimmt an, daß „von 3IühUiause7i" ein Zusatz ist. 

e) Kristan, Bischof von Samland, erteilt de^n Frauenkloster in Osterode am Harz 
einen Abla/ibrief. 

Datum in Ostirrode anno domini m cc. l xxx^, v" kalondas Novembris, 
pontificatus nostri anno quinto. Osterode a. Harz, 1280 Okt. 28. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 263 

Hdschr.: Orig.: SA. Hannover; Perg. Urk. mit Siegel des Ausstellers. 
Druck: Altpr. Monatsschrift XVI (1879), S. 5oC; — ÜB. Bist. Samland 116. 

d) Das Frauenkloster Mariengarten hei Göttingen hütet den Bischof [Kristan] von 
Samland in einem Briefe um Verlegung des Kirchtveihtages. 

[1280—1295 Aug.] 

Hdschr.: Abschr.: SBibl. Hannover, Hdschr. XXIII (Kopb. d. Klosters Marien- 
garten), No. 765. 

Druck: Altpreuß. Monatsschr. XVI (1879), S. 555. — Reg.: ÜB. Bist. 
Samland 167; — ZThürGuA. 6, S. 66; — N.Preuß.Prov. Blätter XII, 
S. 66; — GQuPrSachsen 3, 447. 

Bemerk. : Obwohl der Name des Bischofs nicht genannt ist, so ist doch m,it großer 
Wahrscheinlichkeit Bischof Kristan gemeint. 

e) Frater Christianus dei gracia Sambiensis episcopus gibt der Kirche in villa 
Eberbach im Rheingau einen Ablaß für zwei Altäre. 

Datum ibidem in Eberbach anno domini m cc l xxxi in crastino Udalrici. 

Erbach, 1281 Juli 5. 
Druck: loannis, Rer. Mogunt. II, S. 423. — Reg.: GQuPrSachsen 3, 290; 

— Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 4, No. 19; — Perlbach, Preuß. 
Reg. 867; — N. Mittl. 13, S. 386. — Böhmer-Will II, S. 412 No. 519. 

Bemerk.: Ein Original scheint nicht mehr vorhanden zu sein. 

i) Alhrecht, Landgraf von Thüringen, eignet dem Kloster Beuren Güter, die 
Albert IIL], Graf von Gleichen, ihm aufgelassen hat. 
Es siegelt der Aussteller. 

Zeugen: Venerabilis dominus Kirstanus Sambiensis episcopus, illustris 
princeps Fridericus Saxonie comes palatinus, filius noster carissimus, comes 
Otto de Lutterberg , Heinemann de Hain , Gebeno , Propst v. Beuren, 
Marquardus notarius curie. 

Datum et actum Tungesbrucken anno domini m cc l xxxi secundo nonas 
Augusti. Thamsbruck, 1281 Aug. 4. 

Druck: Gudenus, Sylloge var. dipl., S. 318. — Reg.: GQuPrSachsen 3, 292; 

— Herquet, Kristan v. Mühlhausen S. 4, No. 20; — Perlbach, Preuß. 
Reg. 870; — ÜB. Bist. Samland No. 118; — Wegele, Friedrich d. Fr. S. 88 
Anm. 1; — N. Mittl. 13, S. 386. 

Bemerk.: Orig. nicht mehr vorhanden. — lieber die Stellung des Grafen 
Albrecht [III.] v. Gleichen zum Landgrafen Albrecht vgl. Tümmler, Grafen 
V. Gleichen, S. 89 f., dem aber diese Urk. entgangen ist. 

g) Kristan, Bischof von Samland, erteilt der Kirche St. Peter sherg hei Fulda einen 
Ablaßbrief. 

Datum Fulde anno domini m cc l xxxt in die beati Mathei apostoli. 

Fulda, 1281 Sept. 21. 

Hdschr. u. Druck: Altpreuß. Monatsschr. XII (1875), S. 574; — ÜB. Bist. 
Samland 119; — Perlbach, Preuß. Reg. 1260. 

h) Kristan, Bischof von Samland, verleiht denen, die die Frühmesse zur heiligen 
Jungfrau im Kloster Fulda besuchen, einen Ablaßbrief. 

Datum anno domini m cc l xxx primo. 1281 [Sept.] 

Hdschr. u. Druck: Altpreuß. Monatsschr. XII (1875), S. 567. — Reg.: ÜB. 
Bist. Samland 120; — Perlbach, Preuß. Reg. 1261. 

i) Im Streit zwische^i dem Landgrafen Albrecht von Thüringen und seinem Sohne 
Dietrich wird dominus Cristanus episcopus domus Teutonice von diesem gefangen 
genommen. Nachdem er einige Zeit in Castro Slatheym in Gewahrsam gehalten 
worden tvar, kauft er sich cum trecentis marcis los. 1281. 



264 Urktindenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: Mon. Erphesf. ed. Holder-Egger (SS. RR.OG. in usum schol.) 287; — 
danach: GQuPrSachsen 3, 295 u. Herquet, Kristan v. Mühlhausen, No. 21 
(Reg.); — N. Mittl. 13, S. 385 f. 

Bemerk.: lieber den Streit s. F. X. Wegek, Friedrich d. Freidige, S. 83187. 

k) Kristan, Bischof von Samland, weiht die neuerhaute Marienkirche zu Ängstedt 
bei Arnstadt. 

Datum M. cc l xxxii, dominica qua cantatur domine [in] tua misericordia. 

1282 Mai 31. 
Hdschr.: Orig.: SA. Sondershausen; Perg. Urk. mit Siegel. 
Druck: Thür.OQu. VII No. 104 zu 1282 Mai 24; — Reg.: GQuPrSachsen 3, 
298; — ÜB. Bist. Samland 123; — Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 4, 
jSio. 22; — Perlbach, Preuß. Reg. 881; — N. Mittl. 13, S. 386. 
Bemerk. : Herquet und nach ihm die andern geben als Datum Mai 24 = Sonn- 
tag Trinitatis an. 

1) Kristan, Bischof von Samland, erteilt dem Kloster St. Jakob in Pegau einen 
Ablaßbrief. o o o o 

Datum in Oldesleibin anno domini m. cc. l xxx ii, xiiii. kal. Augusti, 

anno pontificatus nostri vi. Oldisleben, 1282 Juli 19. 

Hdschr.: Orig. Rats-B. Leipzig. 

Druck: Naumann, Cat. bibl. sen. Lipsiensis 238 No. 14; — Chr. Schöttgen, 
Historie . . . Wiprechts von Groitzsch . ., Cod. prob., S. 34, No. XIII. — 
Reg.: GQuPrSachsen 3, 300; — ÜB. Bist. Samland 124; — Herquet, Kristan 
V. Mühlhausen, S. 4, No. 23; — Perlbach, Preuß. Reg. 884; — Korrespbl. d. 
Gesamt-V. 16 (1868), S. 98; — N. Mittl. 13, S. 386. 

Bemerk.: Ueber die Zählung der Pontifikatsjahre vgl. Herquet in Altpreuß. 
Monatsschr. XII (1875), S. 571 und XVI (1879), S. 554. 

m) Kristan, Bischof von Samland, erteilt dem Zisterzienserinnenkloster in Stadtilm 
einen Ablaßbrief. 

Datum Erfordie anno domini millesimo cc l xxx ii, iii. kalendas Augusti, 
pontificatus nostri anno sexto. Erfurt, 1282 JuU 30. 

Hdschr.: Orig.: SA. Sondershausen; Perg. ürk. mit Siegel. 

Druck: Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 57, No. 2. — Reg.: GQuPrSachsen 3, 

301; — ÜB. Bist. Samland 125; — Herquet a. a. O. S. 4, No. 24; — 

Perlbach, Preuß. Reg. 886. 
Bemerk.: Ueber die Zählung der Pontifikatsjahre s. vorige Urk., Bemerk. 

n) Frater Kirstanus /// dei gracia Sambiensis episcopus stellt der Kapelle des hl. 

Nieolaus, in der Propsteiktirie zu Merseburg gelegen, einen Ablaßbrief aus. 

Datum Merseburg anno domini m. cc, l xxx iii, vi kalendas Aprilis, ponti- 
ficatus nostri anno septimo. Merseburg, 1283 März 27. 

Hdschr. u. Druck: s. GQuPrSachsen 36, 463; — Korrespbl. d. Gesamt-V. 16 
(1868), S. 98. — Reg.: GQuPrSachsen 3, 305; — Herquet, Kristan v. Mühl- 
hausen, S. 5, No. 26; — Perlbach, Preuß. Reg. 899; — N. Mittl. 13, S. 386. — 
ÜB. Bist. Samland 127. 

Bemerk.: Ueber die Zählung der Pontifikatsjahre s. Urk. No. 3171). 

o) Gottschalk Kerlinger, Kanoniker der St. Marienkirche in Erfurt, Rektor der 
St. Peterkapelle in Elxleben, gibt dem Nonnenkloster zu Stadtilm die Verwaltung 
der gen. Kapelle unter bestimmten Bedingungen. 

Zeugen: Dominus Cristianus 3) episcopus Sambiensis und andere Geistliche. 

Actum et datum Erfordie anno domini millesimo cc l xxxiii, kalendas 
Aprilis. Erfurt, 1283 Apr. 1. 

Hdschr.: Orig.: SA. Sondershausen, No. 129; Perg. Urk. m. 2 Siegeln an 
Pressein (0.). 



a) 0.: Cristianis. 



Urknndenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 265 

Druck: GQuPrSachsen N. R. 5, 530. — Reg.: ÜB. Bist. Samland 128; — 
Herquet, KriHan v. Mühlhausen, S. 5, No. 27; — Perlbach, Preuß. Reg. 900, 

p) Kristan, Bischof von Samland, gibt dem Nonnenkloster St. Georgienberg einen 
Ablaßbrief. 

Datum Marburg aimo domini mcclxxxiii", iii." kalendas Maii, ponti- 
ficatus nostri anno vii", Marburg, 1283 Apr. 29. 

Hdsckr.: Orig.: SA. Marburg. 

Druck: Reg.: ÜB. Bist. Samland 129; — Altpreuß. Monatsschr. XII (1875), 

S. 574, No. 3; — Perlhach, Preuß. Reg., 902. 
Lit. : Herquet, Nachträge z. Gesch. d. Bisch. Kristan von Samland, S. 11 f. ; 

— Altjrr. Monatsschr. XVI, S. 557. 

Bemerk.: Ueber die Zählung des Pontifikatsjahres vgl. Urk. No. 3171, Bemerk. 

q) Christianus dei gracia episcopus Sambiensis verheißt denen, die die Kapelle 
des ermordeten Magisters Konrad von Marburg besuchen oder fördern, einen 
Ablaß von vierzig Tagen. 

Datum Älarburg anno domini millesimo ducentesimo octuagesimo tercio, 
sexto nonas Maji. Marburg, 1283 Mai 2. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 416 (mit Hdschr. Angabe); ■ — Herquet, Nachträge 
z. Gesch. d. Bisch. Kristan v. Samland, S. 11, No. IV (m. Dat. Mai 1). — 
Reg.: ÜB. Bist. Samland 132; — Altpreuß. Monatsschr. XVI, S. 556. 

Lit.: Herquet a. a. 0., S. 1 f. (m. Dat. Mai 1). 

r) Kirstanus [IJ episropus Sambiensis und [Andreas], Abt des Petersklosters in Erfurt 
vidimieren das in Orvieto für die Maria-Magdalenenklöster in Deutschland aus- 
gestellte Ablaßprivileg von 1283 Juli 9. 

[nach 1283 Juli 9 — 1295 Aug. 7.] 

Hdschr.: Orig.: A. Ursulinerkloster Erfurt, Urk. No. 14; Perg. Urk; die Siegel 

der Aussteller fehlen. 
Druck: Reg.: GQuPrSachsen N. R. 5, 531. 

s) Kristan, Bischof von Samland, vidimiert einen Ablaßbrief v. 1283 Aug. 24 für 
die Klöster der büßenden Schwestern Mariae Magdalenae. 

[nach 1283 Aug. 24 — 1295 Aug. 7.] 

Hdschr.: Orig.: StA. Mühlhausen, Orig. No. 78; Perg. Urk. m. stark be- 
schädigtem Siegel Kristans an gelb-rot-grüner Seidenschnur. 

Druck: Reg.: GQuPrSachsen 3, 309; — ÜB. Bist. Samland 175; — Herquet, 
Kristan v. Mühlhausen, S. 10, No. 69; — Perlbach, Preuß. Reg. 1137; — 
Korrespbl. d. Gesamt-V. 16 (1868), S. 98; — N. Mittl. 13, S. 390. 

t) Kristan, Bischof von Samland, gibt dem Dominikanerkloster in Halberstadt 
einen Ablaßbrief. 

Datum anno domini m. cc. l. xxxiii. 1283. 

Hdschr.: Orig.: SA. Magdeburg, Dominikaner kl. Halberstadt, Orig. No. 30; 

Perg. Urk. m. gut erhaltenem Siegel am Presset. 
Druck: Reg.: Korrespbl. d. Gesamt-V. 16 (1868), S. 98 (mit Siegelbeschreibung) ; 

— danach GQuPrSachsen 3, 311; — Voigt, Cod. dipl. Pruss. I, 311; — 
Herquet, Kristan v. Mühlhausen, S. 5, No. 28; — Perlbach, Preuß. 
Reg. 911; — ÜB. Bist. Samland 134; — N. Mittl. 13, S. 386. 

Lit.: N. Mittl. 13, S. 306. 

318. Ditmar, Abt von Volkenrode, beurkundet die Einigung mit Hartmann 
von Eeldrungen, Hochmeister des DO., über die Kapelle in ihrem 
Klosterhofe in Mühlhausen. Mühlhausen, 12[79] Sept. 27. 



266 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 1076; Perg. Urk., wasserfleckig u. 
etwas brüchig, mit 2 (fehlenden) Siegeln an Pressein (vom 1. noch Pressel- 
rest vorhanden) (m. Dat. Sept. 9). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 9, No. 29 (31.). 

Druck: GQuPrSachsen 3, 315. — Peg.: ÜB. Bist. Samland 136; — Herquet, 
Kristan v. Mühlhausen, S. 5, No. 30; — Perlbach, Preuß. Reg. 928. 

Bemerk. : Datum: ist verschrieben. Hartmann von Heldrungen ist am 19. Aug. 1283 
zu Akkon gestorben (Voigt, Gesch. Preußen III, S. 391 u. Anm. 2). Es könnte 
also spätestens die Ürk. 1282 ausgestellt und 1283 besiegelt sein. Da wir aber 
beim MonatsdMum einen Schreibfehler haben (ydus Septembris anstatt kalendas 
Octobris), so möchte ich auch bei der Jahreszahl ein Verschreiben annehmen 
und lesen m cc l xxviiii. — Perlbach und Woelky in ÜB. Bist. Samland 
scheinen das Datum nur für die Besiegelung durch Bischof Kristan von Sam- 
land annehmen zu wollen, wenigstens deutet die Fassung der Begesten 
darauf hin. 

Nos frater Ditmarus abbas de Volcolderode ordinis Cystersiensis 
et conventus universus tenore presencium publice protestamur, quod, 
qiiia pietas lionorandi viii domini Hartmanni^) magistri ordinis fratmm 
domus Teutunice mediantibus domiuis plebanis viiis religiosis fratre 
Cristano ^) nove ci\ätatis et fratre Sybotone ^) veteris civitatis in Mul- 
husen, quibus vices suas commiserat in hac parte diixerit concedendum, 
ut capella, quam in predicta civitate in curia nostra constmximus, valeat 
dedicari, nos ad subscriptos articulos omnes fideliter obligamus, Videlicet, 
quod occasione capelle illius campanam nunquam erigemus vel cum 
nota divina inibi celebremus. Oblaciones nunquam recipiemus, sed si 
receperimus receptas plebano loci integraliter presentabimus, Preterea 
non recipiemus nomine eiusdem capelle aliqua testamenta nee anni- 
versarium dedicacionis indicemus populo nee aliquas indulgencias ca- 
pellam optinebimus ad eandem. Sepulturam nuUam permittemus ibi 
fieri nee habebimus consuetudinem populum inibi admittendi ad officia 
divinorum nee confessiones ibi a nostris dominis audientur nee familiam 
curie predicte communicabimus in eadem, sed cum necesse habuerit 
per plebanum, qui pro tempore fuerit aut socios eiusdem sacram com- 
munionem recipiet et alia ecclesiastica sacramenta. Item nee cineres 
in capite ieiunii nee ramos in die Palmarum benedicemus. In die Parasceves 
non permittemus predietam capellam a populo visitari. Item in die Pasche 
carnes et in die Assumpcionis herbas non benedicemus. Li hiis omnibus 
easibus non solum, sed eciam in similibus, quos per singula narrare 
longum esset, diligenter cavebimus, ne aliquot preiudicium parrochiali 
ecclesie generetur. In euius obligacionis firmitatem dedimus eis presens 
scriptum sigilli nostri et reverendi patris fratris Cristani episcopi Sam- 
biensis, qui eciam predietam dedicavit capellam *), munimine roboratam. 
Datum Mulhusen anno domini m cc l xxx iiii^), quinto ydus Septembris, 
in die Cosme et Damiani martirum beatorum. 



1) 8. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. — 2) «. Urk. No. 269 v. 1275 
Juni (25— 30). — 3) 8. Urk. No. 281 v. 1277 März 30. — 4) s. Urk. No. 317 v. [1279 
vor Sept. 27]. — 5) s. Bemerk. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 267 

319. Witego, Bischof von Meißen, setzt den DO. in den Besitz des 
Klosters Zschillen. Meißen, 1279 Nov. 6. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 957^; Perg. Urk., Löcher befariden 
sich schon im Material, mit 2 gut erhaltenen Siegeln an grün-weiß-roten ge- 
drehten Fäden (0^). 

Auf sehr.: Donacio monasterii Schillensis Wytbegonis episcopi Mys- 
nensis et Henrici marchionis Misnensis, quo est scriptura inter litteras 
episcoporum. 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 957^; Perg. Urk., in den Knicken teilweise brüchig 
und zerrissen, mit 2 gut erhaltenen Siegeln an rot-iveißen gedrehten Seiden- 
fäden (0^). 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 958^; Perg. Urk. mit 2 Siegeln (2. etwas beschädigt) 
wie 02 (0^). 

Auf sehr.: In Schillen. 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 958^; Perg. Urk. mit 2 Siegeln an rot-weißen Seiden- 
schnüren wie 0^. (Das 2. Siegel mit Schnüren fehlt.) (0*). 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 958^; Perg. Urk., etwas wurmstichig, m. 1 Siegel 

(Witegos wie 0^) an grün-weiß-roten Schnüren (0^). 
Orig. Tspt.: SA. Königsberg (s. Urk. No. 393 v. 1284 Juni 5) (OK.). 
Orig. Tspt.: HSA. Dresden in Orig. No. 1162 (s. Urk. No. 428 v. 1287 

März 22) (OT.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 116^—117^ (A). 

Ueberschr. : Copia translacionis monasterii in fratres domus Theutonice 
domini episcopi Misnensis sub uno sigillo. 
Lit.: Pfau S. 119, S. 109, 113 f. (119 m. Dat. Misnie 8. id. Sept. 1279 nach 
ZThürGuA. 1, S. 101 [Voigt]); — ebenso Völkel, DO Vogtland, S. 12; — 
Tittmann, Heinrich d. Erl. I, S. 280 u. II, S. 127. 
Bemerk.: Die Abweichungen der einzelnen Stücke sind geringfügig. Am meisten 
weicht noch die italienische Hand (OT.) ab. — Schrift: Posse, PU. S. 42, 48 f., 
51. — 0^ M. 0^ befinden sich im HSA. Dresden in der gleichen Hülle unter 
einer Nummer. 1) u. 2) rührt vom Herausg. her. — Siegel: Zu 0^: Cod. Dipl. 
Sax. Reg. II, I, 1, Tfl. II, 4, spitzoval, Wachssiegel: Bischof sitzend, 
r. H. aufgeschlagenes Buch, l. Hd. umwundener Bischofsstab; Umschr. : 
t S. WITHEGO IN DEI GRA MISNENSIS EGGE EPI. — und Posse, 
SW. I, S. 14, Tfl. VI, 4 Mg f. Friedr. Tuta v. Landsberg und Meißen). — 
Zu 0^: Bischofssiegel d. gleiche wie 0^. — und ebendas. Tfl. 1, 1. Umschr.: f S ' 
CAPITVLI' ECGLESIE' MISN' SIS'. — Bezügl. d. Inhalts vgl. Urk. 
No. 298 V. 1278 Nov. 13 u. Urk. No. 309 v. 1279 Juni 21. 

In nomine domini amen. Withigo^)^) dei gracia Misnensis ecclesie 
episcopus Omnibus Christi fidelibus presentem paginam inspecturis 
salutem in omnium salvatore^) in perpetuum. Quoniam mundus preterit 
et mundane siniul pretereimt actiones, ne labantur cum mundo labili, 
que fiunt rite et racionabiliter ab hominibus perhennari solent patrocinio 
litterarum, notum igitur esse volumus universis tam presentis quam fu- 
turi evi fidelibus, quod, cum olim progenitores ^) illustris principis domini 
Henrici '=) Misnensis et Orientalis marchionis pietate*^) moti ad augendum 
cultum divini nominis ob salutem animarum suarum cenobium in loco 
solitario, qui Schillen vulgari vocabulo nuncupatur, de consensu tunc 
dyocesani fundavissent et pro sustentacione fratrum regularium canoni- 
conim ordinis sancti iVugustini institutorum ibidem de bonis propriis 
dictum cenobium largis possessionibus et prediis dotavissent ^), predicti 
fratres instituti statim a principio institucionis eorum ex suggestione 



268 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

dyabolice fraudis vitam inordinatam et reguläre^) ipsorum penitus 
contrariam inceperunt ducere usque adeo dissolute, quod dictum ceno- 
bium ad tarn malum statum iam ^^) devenit, quod quis vix possit adicere 
ut resurgat. Et licet quondam venerabiles domini antecessores nostri 
episcopi Misnensis ecclesie^) videlicet Henricus^), Conradus et Albertus 
felicis recordacionis ex officio ipsorum clamore valido de excessibus 
eorundem fratrum seu monachonim in auribus dictorum episcoporum 
crebrescente in ipso cenobio officium visitacionis exercuerunt^) satis 
rigide, ut decebat, quosdam ex ipsis*") eiciendo, aliquos vero carceribus 
mancipando et aliis penis delictis ipsorum commensurabilibus sepe et 
sepius affligendo nunquam tamen rebellionem et inobedienciam ipsorum 
poterant') refrenare nec^) eos conpellere ad debitam regularis obser- 
vanciam discipline'), nos quoque Withigo"') nunc Misnensis episcopus 
cum more predecessorum nostronmi idem cenobium non semel sed°) 
pluries visitassemus et incorrigendis eorum excessibus non proficeremus 
usquequo°) volentes ex officio nostro et de consilio eiusdem?) domini 
Henrici'i) marchionis intendere reformacioni eiusdem loci. Monachi hoc 
intellecto, quod iterato vellemus descendere"") ad inquirendum in termino 
eis assignato de excessibus eorum ^) noviter^) commissis ex frequenti") 
et consueta malicia moventes inter se discordiam, quidam ex ipsis monachis 
non absque aliorum consilio de conventu prepositum cum armis hostiliter 
invaserunt et uno pede prochdolor mutilarunt^), priorem eiusdem loci 
iuxta eundem prepositum dei timore postposito in collo et capite letaliter 
vulnerando^). Considerantes igitur quod sepedictum cenobium per fratres 
illius ordinis nunquam potest vires resumere nee reformari, tam in spiri- 
tualibus quam in temporalibus, prout ex multis excessibus ab eisdem 
monachis longe retroactis^) temporibus usque modo perpetratis colhgitur 
evidenter, post multas et varias discussiones cum eodem domino Hen- 
rico^) marchione^), prelatis et capitulo ecclesie nostre habitas de refor- 
macione dicti loci dictum cenobium Schulen cum omnibus suis possessioni- 
bus, iudiciis et iuribus ^^) ac aliis suis pertinenciis ex nunc habitis et in 
posterum habendis donamus liberaliter ordini et fratribus domus Theuto- 
nice''^) et ad eundem ordinem transf erimus '*'') tocius nostri capituli 
accedente consilio et consensu, presertim cum per nullos alios religiosos 
quam per ipsos propter maliciam circumsedenciunr^'^) idem cenobium 
commodius et facilius tam in spiritualibus quam in temporalibus valeat 
deo propicio reformari, reservatis nobis et nostris successoribus iuribus 
episcopalibus et aliis omnibus iuribus, que nostri antecessores et nos 
in sepe dicto cenobio temporibus fratrum ordinis''*^) Augustini habuisse 
dinoscimur^^) ab antiquo cessante omni privilegio exempcionis seu 
libertatis ab eisdem fratribus Theutonicis ^^s) iam impetrato vcl adhuc 
impetrando, cuiuscumque tenoris existat, cui vel quibus privilegiis dicti 
fratres domus Theutonice ''^) expresse et voluntarie renunciaverunt 2), 
quantum ad cenobium memoratum sane quia tot sunt in monasteriis 
persone instituende, quod^*^) de proventibus ipsorum commode 
poterit^') sustentari secundum canonicas sanctiones pensatis et estimatis 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 269 

facultatibus ipsis*™) monasterii Schillenensis, statuimus et ordinamus 
de consilio et consensu fratrum domiis Theutonice ''''), ut preter laycos 
sui ordinis duodecim clerici eiusdem ordinis sacerdotes videlicet dyaconi 
et subdyaconi instituantur ibidem ad psallendum ^°) horas canonicas 
et missamni soUempnia cum ministris diebus singulis peragenda ita 
tarnen, quod si facultates ipsius monasterii divina favcnte clemencia 
processu temporis excreverint secundum nostrum consilium seu succes- 
sorum nostrorum clericorum numerus augeatur. Nee superexcrescentes 
fructus res sive pecuniam transmittent ^°) in terram sanetam, Pniziam'^p) 
vel Livoniam seu ad alia quecumque loca, prout consuetum est apud 
eosdem fratres in aliis suis domibus fieri, sed in utilitatem eiusdem ce- 
nobii Schillenensis redigant^'i) utiliter et convertant^). Prepositus quoque 
preficiendus archidyaconatui annexo monasterio supradicto per provin- 
cialem sive commendatorem, qui pro tempore fuerit et conventum eius- 
dem loci nobis presentabitur confirmandus'"'), facturus nobis obedienciam 
prout ceteri prepositi et archidyaconi nostre dyocesis facere consueverunt, 
cui maiorem reverenciam et honorem ^^) tam a clericis=^^) quam laycis 
eiusdem ordinis^') propter prerogativam dignitatis pre ceteris fratribus 
volumus exhiberi. Si vero prepositus confmnatus tractu forsitan^*") 
temporis denunciatus fuerit nobis vel nostris successoribus a commenda- 
tore'^') et aliquibus fratribus de conventu ex causis racionabilibus, 
quod non conpetat monasterio ipsum esse prepositum et hoc affirment 
commendator et duo de senioribus de conventu per veram obedienciam 
et suum ordinem, per nos vel successores nostros absque strepitu iuris 
et sine difficultate qualibet deponetur ^'') et alter presentatus dumtaxat 
ydoneus'*^) confirmabitur loco sui (/). At si una eademque persona 
prepositus et commendator loci fuerit, denunciacioni provincialis com- 
mendatoris et aliquorum seniorum fratrum de conventu stabitur velut 
ante et a prepositura amovebitur convictus ab eisdem secundum modum 
sive formam superius conprehensam. Preterea singuli commendatores, 
qui pro tempore fuerint ibidem, nobis ^y) facient obedienciam manualem 
servaturi nobis ^^) omne ius, quod conpetit nobis et ecclesie nostre in 
monasterio antedicto, procuracionem quoque per septimanam Pasche 
nobis et nostris successoribus ab antiquo debitam ministrabunt, si ad 
locum accesserimus vel accesserint ''^) memoratum, item ad generalem 
contribucionem cleri Misnensis dyocesis sive auctoritate sedis apostolice 
vel legatorum eins vel ipsius episcopi requh-atur dicti fratres pro facul- 
tatibus Schillenensis monasterii tenebuntur. Nee aliquas alienaciones 
bonorum ad idem monasterium pertinencium dicti fratres facient absque 
nostra licencia speciali, statuimus insuper, ut supradictis monachis 
ordinis sancti Augustini inibi degentibus \dctus et necessaria ipsorum 
vite temporibus ministrentur a fratribus domus Theutonice ^^) memo- 
ratis reservata ipsis libera opcione in suo manendi ordine et habitu, 
quamdiu vixerint, vel predictorum fratrum domus Theutonice ^^) ha- 
bitura assumendi, ipsis vero omnibus def unctis '''') nulli alii sui ordinis 
videlicet canonicorum regularium in ipso monasterio assumentur. In 



270 Urkimdenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

utroque tarnen casu: hoc est sive in suo permaneant ordine vel si habi- 
tum fratnim donius Theutonice ^'') duxerint pocius assumendum Ulis 
superioribus, quibus ceteri fratres domus Theutonice ''^) obediimt, tene- 
buntur et ipsi similiter obedire. Ut autem predicta'^'^) omnia et singula 
robur habere valeant perpetue firmitatis, eandem litteram in testimonium 
predictorum dari fecimus sigilli nostri munimine roboratam. Nos quoque 
Bernhardus prepositus, Sifridus^'^) decanus totumque capitulum Mis- 
nensis ecclesie ad expriniendum uostmm consensnm super predictis 
Omnibus et singulis sigillum capituli^^) eidem littere duximus apponen- 

dum. Datum et actum Misne anno domini^'s) m. cc. lxxix^^), viii idus 
Novembris^^) presentibus testibus infra scriptis: Bernharde preposito, 
Sifrido decano, Johanne preposito Wrzinense^^), magistro Conrado 
archidyacono Nysicense ^'), Sifrido de Pygavia, Heidenrico cantore, 
Theoderico preposito Budisinense, Conrado custode dicto de Boruz, 
iVlberto de Lup^™), Erkynberto de Starkinberch, Johanne de Strelis, 
Walthero, magistro Gebehardo preposito^") in Hayn, magistro Gotscalco 
archidyacono terre Lusacie, canonicis Misnensibus, et ahis quam pluri- 
bus tam clericis quam laycis fide dignis. 

a) 0\ (ß: Witego; OT.: Widecho; A.: Witigo. b) 0\ 0\ 0^ OK., OT., A. 

salutem — salvatore fehlt. c) 0^ OK.: Heinrici. d) O^ : pietati. e) OK. 

OT.: regule. ef) OT.: fehlt. f) 0\ OK.: Heinricus. g) 0^, 0\ 0^ OK., OT. 

exercuerint. h) 0^, 0^, O^, OK., OT.: folgt aliquotiens. i) A: poterat 

k)^;nec. 1) OT. ; observancie disciplinam. m) 0^, OK.: Witego. n)OT. 

set. 0) 02, 03, 05, OK., OT.: usquequaque. p) OK.: fehlt. q) 0«, OK. 

Heinrici. r) OT.: desendere. s) 0^, 0^, OK., OT.: ipsorum. t) 0^ 

noverit. u) OT.: folgt preordinata. v) OT.: mutilaverunt. w) OT. 

lectaliter wukierando. x) 0^: retractis. y) 0^, 0^, OK.: Heinrico 

z) 0'^ — 5, A.: marchioni. aa) OT.: iuribus et iudiciis. ab) 0^; Teuthonice 

OK.: Theuthonice. ac) OT.: transfferimus. ad) OT.: circumscedencium 

ae) 0", 03, OT. : folgt sancti. af ) 0\ 0^ 0^, A.: dinoscuntur. ag) 0«, 0«, OK 

Teuthonicis; OT.: Theothonico. ah) 0^, 0^, OK.: Teuthonice; OT.: Theotonice 

ak) 02, OK., OT.: quot. al) 0^ 0\ OT.: potuerunt. am) OT.: ipsius 

an) OT.: psallemdum. ao) OT.: transmitent. ap) OT.: Prusciam, das 

r ist übergeschr. aq) OT.: reddigant. ar) OT.: us verwischt und drübergechr. 

ars) 0^, 0^, OK., OT.: h. e. r. as) OT.: a cleri auf verwischten Buchstaben. 

at) 0^: übergeschr., mit Tinte von 0'^ nachgezogen. au) OT.: forsitam. av) OT.: 
commedatore. aw) OiC. .■ doponatur. ax) OT.; /oZ</f f rater ordinis. ayjOA'. .■ 

folgt ob. az) OT.: n. s. ba) OT.: v. a. fehlt bb) OT.: deffunctis. 

bc) 03, OT.: supredicta. bd) O»; Syffridus. bf) OK.: folgt nostri. bg) OK.: 

in Misne anno domini auf Rasur. bh) OT.: nüUesimo ducentesimo septuagesimo. 
bi) 0^: Novenbris, 0*, O*, OK.: millesimo ducentesimo septuagesimo nono, octavo 
ydus Novembris. bk) 0^, 0», OK., OT.: Wurcinense. bl) O^.- Nisicense, OT.: 

fehlt. bm) 0^; Lipkz durchstr. bn) 0*; pre ist abgefressen am Band und 

mit anderer Tinte eingequetscht. 

1) 5. Urk. No. 206 v. 1278 Nov. 13. — 2) s. ürk. No. 299 v. 127 S Nov. 13. 

320. Heinrich, Vogt von Plauen, und seine beiden gleichnamigen Söhne 
verpfänden dem DOHochmeister Hartmann [von HeldnmgenJ die 
Hälfte des Forstes in StrafJberg für geliehene 120 Silbermark. 

Plauen, 1279 Dez. 28. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 271 

Udschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 962; Perg. Urk., tvasser fleckig. Loch 
im Kniff, mit 2 Siegeln an Pressein (0.) 

Auf sehr.: Confirmacio nemoris, quod vigo dicitur Vorst. 
Abachr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 01^ (A.). 

Ueberschr.: Confirmacio nemoris, quod vulgo dicitur Forst. 

Druck: Mittl. AVPlauen 1 (1880), S. LVII, No. LXVII (m. Auslassungen). — 
Reg.: ThürGQu. V, 1, 196; — Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. (1878), 8. 6. 

Lit.: Sommerlad S. 110, Anm. 3. 

Bemerk.: Schrift: Vll. Vogtskanzlei s. Posse, PU. S. 40; — Flach S. 145 ff. (Notar 
Heinrich der Vögte von Plauen). — Siegel: Posse, SWA. I. 1) S. 34, 
No. 190, Tfl. 24, 3; ziemlich gut erhalten. — 2) S. 43, No. 252, Tfl. 29, 2 
u. B. Schmidt in: Festschr. z. Feier d. 25 jähr. Jub. v. Fürst Reuß Heinrich 
XIV. (1892), S. 9 u. Tfl. 1, 5. stark beschädigt). — Zur TJ ebertragung vgl. 
ürk. No. 368 v. 1282 Aug. 13; 8. auch bezüglich des Eigentumsrechtes Ürk. 
No. 330 V. 1280 Apr. 1. 

In nomine doraini amen. Nos Heinricus de Plawe advocatus et 
Heinricus et Heinricus filii nostri notum esse cupimus universis, quibus 
hec littera ostendetur, quod venerabilis vir frater Hartmannus ^) magister 
hospitalis sancte Marie Theutonicorum lerosolimitani nobis mutuo 
concessit centum ^) marcas et viginti examimati argenti, quas sibi vel fra- 
tribus ordinis Theutonici in dominica, qua cantatur Invocavit, proximal) 
solvere promisimus et tenemur. Si vero dictam pecuniam termino preno- 
tato non solverimus magistro et fratribus memoratis''), dimidiam partem 
nemoris in Strazpereh . . , quod vulgariter dicitur Vorst '=), illam videlicet 
partem, que fuerat domini Erkenberti de Strazpereh cognati*^) nostri 
felicis recordaeionis, ipsis damus et relinquimus perpetuo possidendam 
abrenunciantes omnibus iuribus nostris, que habere deberemus in parte 
nemoris memorata. Condictum^) est eciam ac tractatum, quod a die 
dominica Invocavit proximal) per triennium nemus supradictum nobis 
dari debet ad redimendum pro quantitate pecunie prenotate, quod, si 
infra triennium per nos dictum nemus solutum non fuerit nee redemptum, 
Stare debet in gracia fratrum domus Theutonice, si nobis dare voluerint 
redimendum. Item permittimus eciam, quod, si fratres antedicti carere 
noluerint, ipsos iuvare debemus in tercio anno, si prius fieri non possit, 
ad ius proprietatis eiusdem nemoris obtinendum. Ad maiorem igitur 
huius certitudinem et evidenciam sepedictis fratribus presentem dedimus 
cartulam ^) sigillo nostro et sigiUo patrui nostri Heinrici de Gera advocati 
robore communitam. Huius rei testes sunt : Heinricus et Heimicus patrui 
nostri advocati de Gera, Albertus de Reinolsdorfh, Fridericus de Mach- 
wicz, Merkelinus de Milin, Heinricus de Rodhe^), milites, et*") complures 

fide digni^). Actum et datum in') Plawe anno domini m. cc. lxxx. in die 
sanctorum martirum innocentum. 



a) A.: centas. b) 0.: nemoratis, A.: prenominatis. c) A.: Forst, 

d) A.: Straspurk cognoti. e) A.: conductum. f) A : paginam. g) A.: 

M. de M., H. de R. fehlt. h) A.: et — digni fehlt, dafür etc. i) A.: fehlt. 



1) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — OU. 27]. — 2) 1280 März 10. 



272 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

321 . Heinrich und Heinrich, Gehrüder gen. von Gera, Vögte, eignen dem 
Deutschen Hause das Patronatsrecht der Kirche von Tanna. 1279. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 965; Perg. Urk. mit ziemlich gut er- 
haltenem Siegel am Pressel (0.). 

Auf sehr. : Confirmacio ecclesie in Tanne et iure patronatus. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 2, Tanna, No. 2^ u. 3 (M.). 

Druck: ThürGQu. V, 1, 197 (ungenau); — 3Iittl. AV Plauen 1 (1880), 
No. LXVIII (unvollständig). — Reg.: Mittl.Hohenleuben, 38.139. Jg(1866f.), 
S. 96, No. 3, u. erw. ebendas., 47.149. Jg. (1878), S. 6 f. ' 

Lit.: Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 105, 108; — Sommerlad S. 17, 24, 143. 

Bemerk.: Schrift: Flach S. 134 ff., Schreiber ist der Notar Hermann (Schreiber 
H. 1) der Vögte von Gera, vgl. auch ebendas., S. 34, Anm. 219, S. 37 u. 149. — 
Siegel: Posse, SWA. I, S. 43, No. 251, Tfl. 29, 1 (Erbsiegel). 

In nomine domini amen. Nos H[emricus] ^) et H[einricus] *) fratres 
dicti de Gera advocati omnibus in perpetuum. Quia omnium habere 
memoriam non humanitatis sed divinitatis '') consistit, ne bene gesta 
et laudabiliter ab hominibus in oblivionem deveniant, perhennari solent 
obsequio litterarum. Noverint igitur universi presentem paginam in- 
specturi, quod de bona voluntate matris nostre et heredum nostrorum 
consensu viris religiosis videlicet fratribus liospitalis sancte Marie domus 
Theutonice lerosolymitane ins patronatus ecclesie in Thanna cum uni- 
versis bonis'^) pertinentibus quisitis et inquisitis ad eandem iure proprie- 
tatis conferimus perpetuo possidendum. Ne igitur de hiis omnibus 
aliqua in posterum odiosa questio oriri possit, sed inviolate maneant 
et inconvulsa, presentem litteram conscribi fecimus et sigilli patris 
nostri munimine roborari. Acta sunt hec anno domini m cc lxxix 
testibus mediantibus inf rascriptis , qui sunt: Dominus Heinricus de 
Plawe advocatus, dominus Heinricus de Wyda advocatus, H[eim"icus] ^) 
et H[einricus] ^) iuniores de Plawe advocati, Hermannus notarius, Otto 
de Crolop et alii quam plures fide digni. 

a) O. . H. b) 0.: folgt feine Rasur, Raum für 4 Buchstaben. c) 0.: 

nachträglich von gleicher Hand übergeschrieben. 

322. Die Vögte Heinrich von Plauen, Heinrich von Weida und Heinrich 
von Gera eignen dem Deutschen Hause das Patronat der Kirche von 
Tanna. 1279. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 964; Perg. Urk., sehr schlecht erluilten 
am rechten Längsbruch; Siegel fehlt, Presselrest vorJianden (0.). 

Aufschr.: Donacio. Jus patronatus ecclesie in Tanna. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 99^ (A.). 

Ueberschr.: Littera donacionis ecclesie in Tanna. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 2, Tanna, No. 2c (M.). 
Druck: Mittl. AV Plauen 4 (1884), Nachtr. 22(LXVIIIb). — Reg.: ThürOQu. V, 

1, 198 (ungenau). 
Lit.: Alberti,^ DOSchleiz, S. 40 f (z. J. 1280); — Völkel S. 130 u. 180 ff.; — 

Mittl. AV Plauen 20 (1909), S. 105. 
Bemerk.: Schrift: Flach S. 134 f., Schreiber ist Notar Hermann (Schreiber H. 1.) 
der Vögte von Gera, dazu S. 34, Anm. 219, S. 37 u. 149. — Posse, PU. 
S. 102, Anm. 5 (über das Verschwinden der Indiktion). 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 273 

In nomine domini amen. Nos H[einricus] de Plawe, H[einricus] 
de Wida et H[einricus] de Gera advocati o[mnibu]s^) inperpetuum. 
Quia omnium habere memoriam non humanitatis sed divinitatis con- 
sistit, ne bene gesta et laudabiliter ab hominibus in oblivionem deveniant, 
perhennari solent obsequio litterarum. Noverint igitur universi presentem 
paginam inspecturi, quod de bona voluntate matris nostre et heredum 
consensu viris religiosis fratribus domus Theutonice i[u]s^) patronatus 
ecclesie in Thanna cum universis bonis pertinentibus ''j quisitis et inqui- 
sitis ad eandem iure proprietatis conferimus perpetuo possidendum. 
Ne i[gitur] *) de hiis omnibus aliqua in posterum odiosa questio oriri possit, 
sed inviolata maneanf^) et [inconvnjlsa^), presentem litteram conscribi 
fecimus et sigilli patris nostri munimine roborari. [Acta] sunt hec anno 

O O O 

domini m cc lxxix mediantibus '^) testibus infrascr[iptis] *) videlicet: 
Domino Heinrico de Plawe advocato et filiis suis, domino H[einrico] 
de Wida [adjvocato^), Hermanno notario, Ottone de Crolop et aliis 
quam pluribus fid[e d]ig[n]is^). 

a) 0.: Fraßstelle. b) A.: pertinenciis. c) A.: maneat. d) A.: 

mediantibus fehlt. 

323. Älbrecht [III.J, Burggraf von Altenburg, transsumiert Urkunden 
für die Augustiner des Klosters Zschillen. 1279. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 84; Perg. Urk. m. gvJ, erh. Siegel 
an weiß u. rotbraunen Schnüren (0.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 126^ (o. J. und unvollständig) (A.). 
Ueberschr : Littera de bonis ecclesie parrochiali in Rochlitz dotatis et 
confirmatis. 

Lit.: Pfau S. 98, 318. 

Bemerk: Siegel, Posse, SWA. I, S. 49, No. 321, Tfl. 38, 2. — Auf der Rück- 
seite des Orig. befinden sich Tspt. von 1186 Apr. 29 (No. 296 d) und von 
[1209—1228] (No. 296 h). — A. bricht hinter der 1. Urk. v. 1174 ab. — 
Demnach hatten die Mönche ihre Privilegien noch nicht an den DO. abgegeben. 
Vgl. auch die Urk. No. 384 v. 1283 Juli 9 und dazu Pfau 8. 74 f. 

In nomine domini amen. Albertus ^) dei gracia burgravius de Alden- 
burch omnibus hoc scriptum intuentibus in perpetuum. Quia iusta^) est 
dominus hiis, qui tribulato sunt corde ad imitacionem eins, quemlibet 
decet hominem primo suo in tribulacione posito, in quantum poterit 
consilio et auxilio subvenire, igitur compassionis humane adesse volumus 
dilectis nobis dominis et amicis SciUenensis ecclesie confratribus ordinis 
sancti Augustini in tribulacione positis, quos dominus noster Withigo 
Misnensis episcopus stimulatus malivolorum consiliis in oppressionem 
corporum et rerum insequitur, in affectu habens alienacionem ipsius 
ecclesie ab ordine sancti Augustini contra plenitudinem privilegiorum 
suorum et ob hoc maxime venatur eadem privilegia, que nobis a prefatis 
dominis sunt in custodiam presentata. Nos ergo ad peticionem predicto- 
rum dominorum in supplementum habundantis cautele ipsa privilegia 
sicut ea in stilo, filo, bullis et sigillis rata et approbata et absque omni 

Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 18 



274 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

cancellacione et vicio invenimus, sie nichil addentes vel minuentes, 
per quod rei veritas inmutari valeat, rescribi fecimus in hec verba: 

[Es folgen die Urkk. 1174, 

1168 Nov. 12, 
1196 Mai 23, 
1186 Apr. 29, 
1182 Febr. 16, 
[1209—1228], 
1208 Sept. 6, 
1247 Dez. 24^)]. 

Ut itaque predicta privilegia certo perseverent in scripto et ne 
nialivolorum surrepcione vel obpressione ab humana deleantur memoria, 
nos Albertus burgravius de Aldenbure ea, que fidei nostre commendata 
sint, ipsa rescribi sine falsi adiectione et veri suppressione fecimus et 

sigilli nostri tutamine roborari. Acta sunt hec anno domini m. cc. lxxix, 

a 

indictione vii. Testes autem consignacionis huius pagine sunt hü: Do- 
minus Fridericus Merseburgensis episcopus^), dominus Heinricus iunior 
Thuringorum langravius et terre Plisnensis dominus^), Heinricus de 
Tribenshain, Hermannus de Cigelheim, Sifridus de Midbediz, Hein- 
manusde Resciz,WernherusList, Heinricus Scerfinzc et alii quamplures. 

a) 0.: iucta. 



1) Albrecht III. ist Burggraf 1270 — 1281. — 2) Ueber die angeführten Urkk. vgl. 
No. 296. — 3) Friedrich von Torgau, Bischof v. Merseburg 1266 — 1282. — 4) Heinrich, 
der älteste Sohn des Landgrafen Albrecht von Thüringen (1256 — 86). Vgl. F. X. Wegele, 
Friedrich d. Freid., S. 82. 

324. Heinrich d. Äe., Vogt von Plauen, übergibt villam dictam Straz- 
perch sitam in terra Dobnensi iuxta Plawe mit Einwilligung seiner 
Söhne Heinrich und Heinrich ordini et fratribus [ordinis hospitalis 
sancte Marie Theotunicorum lerosolimitani] zum ewigen Besitz. 

[um 1279], 

Aus: Urk. No. 330 v. 1280 Apr. 1. 

Bemerk. : Das Orig. ist nicht mehr vorhanden. — Datum: 1278 Mai 25 (No. 292) 
bestätigt Graf Konrad von Eberstein der Kunigunde, Gemahlin des Vogts Hein- 
rich d. Ae., den Besitz des Dorfes Straßberg. Wenn 1280 Apr. 1 (No. 330) dem 
DO. der Besitz des Dorfes bestätigt wird, muß die Uebertragung in der Zwischen- 
zeit stattgefunden Jiaben. 

325 . Dietrich von Leisnig eignet eine halbe Hufe in Gau und Dorf Schlaudiz 
dem Deutschen Hause in Ältenburg. 12[80] Febr. 1. 

Hdschr. : Orig. : HSA. Dresden, Orig. No. 231; Perg. Urk. mit Siegelam Pressel(0.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 140^ (m. Dat. 1200) (A.). 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 1^ (m. Dat. 1200, a. Bd.: 1208) (K^). 
Ueberschr.: Littera de dimidio manso in Slucz. 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 167, No. 78 (zu 1221). 
Druck: Eeg. : Mittl.OuA V. Leisnig IV, S.l; — Mittl. d. Osterlandes VIII, 305. — 

Dobenecker, Reg. d. Thür. II No. 1945. 
Bemerk.: Datum: Dietrich v. Leisnig urkundet ungefähr 1280 — 1288. Die 

O 6 

Zeugen gehören auch in diese Zeit, demnach die d&iuva- Zeile zu lesen: M. CC. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 275 



L XXX, kal. Febr. = 1280 Febr. 1. Dies findet auch seine Bestätigung durch A., 
wo die Abschrift sehr flüchtig und als Jahr 1200 angegeben. Die Urk. findet 
sich aber unter anderen des genanntem Dietrich aus dieser Zeit, so daß, ob- 
wohl ein falsches Jahr angegeben, 1280 als richtig anzunehmen ist. — Schrift: 
gehört in die 2. Hälfte des 13. Jahrh. und ist ähnlich Urk. 1280 März 1 (No. 329), 
so auch Posse, PU. S. 38 (Altenburger Hand), der sie ebenfalls 1280 Febr. 1 
annimmt. — Siegel am Presset liegt dabei, gehört aber sicher nicht dazu, da 
an der Urk. nichts wahrnehmbar. 

Nos Thedericus =') dictus de Lyziiich**) recognoscimus in hiis scriptis, 
quod dimidium mansum situm in pago et viUa Sluzk'^) cum omnibus 
proventibus et attinenciis, sicut ad nos pertinere videbatur, prout pater 
noster felicis recordaeionis contulit, conferimus fratribus'^) doraus Theu- 
tonice in Aldenburch^) iure proprietario una cum consensu fratris nostri 
perpetuo possidendum. Testes sunt: Dominus de Merenbiz et Heinricus 

Clipeator^). Actum et datum anno domini m. cc. xxi, xxx kalendas 
Februariie). 

a) A., K^: Theodericus. b) A.: Lyzenich; K^: Lyssenig. c) A.: Sluzk; 

A'i; Slucz. d) A., K^: fratres. e) A., K^: Aldenburg. f) A., K^: 

Merenbiz — Clipeator fehlt. g) A., K^: XXI — Februarii fehlt. 

326. Heinrich, Vogt von Plauen, und seine beiden gleiclmamigen Sohne 
eignen dem DOHause Plauen als Entgelt für eine Zahlung Ein- 
künfte aus der Münze in Plauen und dem Dorfe Theuma. 

Plauen, 1280 Febr. 5. 

Edschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 89^— b. 

Ueberschr.: Super censu in moneta. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), S. LIX, No. LXIX (mit Fehlern). — Reg.: 

ThürGQu. V, 1, 200; — Mittl. Hohenleuben, 38.139. Jg. (1866 f.), S. 96. 

No. 4; — Mittl. A VPlauen 20 (1909), 1. Beil. S. 2 ; — Beierlein, Elsterberg I, 19 . 

In nomine domini amen. Nos H[einricus] de Plawe advocatus, 
nee non H[ei]nr[icus] et H[einricus] filii nostri tenore presencium notum 
esse cupimus universis, quod fratribus domus Theut[onice] in Plawe 
marcam et dimidiam dedimus in proprium in moneta nostra Plauwensi 
pro eo, quod nos de decem marcis argenti erga filios Meinhalmi de Elster- 
berg bone memorie absolverunt, quas eisdem dudum solvere tenebamur. 
Cuicumque vero moneta nostra locata fuerit, ille dare debet et tenetur 
marcam et dimidiam singulis annis fratribus memoratis, preterea cum 
eisdem fratribus procuraverimus iure proprietat[is] in villa Dymen 
quinque fertones argenti annui census tunc ad nos data summa superius 
tacta et ad nostros successores libere revertere. Ad maiorem huius rei 
certitudinem et evidenciam sigillum nostrum huic littere dedimus ad 
munmien, Testes huius sunt: Albertus de Reynoldestorf, Albertus 
filius eins, Fridericus de Machwicz^) etc. Actum et datum Plawe anno 
domini m" c c° lxxx" in die sancte Agathe virginis. 

1) letztes Vorkommen Friedrichs v. Machwitz. Er ist 1282 Juni 17 schon verstorben; 
8. Mittl. AV Plauen 6 (1887), S. 5. 

327. Friedrich fV.J d. Äe.^), Graf v. Beichlingen, überträgt mit Ein- 
willigung seiner Schwester'^), der Wittib des Boder von Eadmers- 

18* 



276 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

leben, und aller Erben mansum situm in Husen cum omnibus 
attinenciis, quem Conradus de Collede a nobis tenebat titulo 
feodali, fratribus domus Theutonice in Grifstete zum Eigentum. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Noster dilectus patruus Fridricus 3) ; milites: dominus 
Hunoldus, dominus Henricus de Rotenburg, dominus Henricus 
de Collede, Albertus dictus Dives, Heino de Hermestete, Fridricus 
de Odersleibin. 

Datum Frankenhusen anno domini m". cc". lxxx. in vigilia 
Valentini. Frankenhausen, 1280 Febr. 13. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 747 (761). 

Ueberschr.: Confirmacio eiusdem mansi in Husen facta per dominum 
Fridricum comitem de Bichelingen seniorem. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, 377; — Gudenus IV, S. 937. — Reg.: v. Hagke, 

Weißensee, S. 289 (nach SA. Magdeburg, Kop. 1532\ Bl. 4^). 
Lit.: ZThürGuA. 8, S. 204 u. 232. 



1) 8. Urk. No. 285 v. 1277 Juni 29. — 2) Ermgard, s. ZThürGuA. 8, S. 202 
u. 232. — 3) jedenfalls sein Neffe Friedrich v. Rothenburg, s. ebendas. 8. 205 u. unten 
Ürk. No. 334. 

328. Friedrich [VI.] d. J., Graf von Beichlingen, eignet dem DOHause 
in Griefstädt eine Hufe zu Hausen. 

Beichlingen, 1280 Febr. 13. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 746 (760). 

Ueberschr.: Apropriacio unius mansi in Husen, quem fratres emerimt 
a Conrado de Collede, facta per dominum Fridricum comitem de 
Bichelingen. 
Druck: Reg.: Publ. PreußSAen. 3, 377 Anm.; — v. Hagke, Weißensee, S. 289 

(nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 4^). 
Lit.: ZThürGuA. 8, S. 202. 

Nos Fridricus^) dei gracia iunior comes de Bichelingen tenore pre- 
sencium publice protestamur, quod nos una cum fratribus et omnibus 
heredibus nostris mansum situm in Husen cum omnibus attinenciis, 
quem Conradus de Collede a nobis tenebat titulo feodali, fratribus in 
Grifstete contulimus iure proprietario perpetuo possidendum. Ne autem 
super hiis oriatur questio nocitura, presens scriptum dedimus nostri 
sigilli munimine roboratum. Testes huius roi sunt: Dominus Her. de 
Easpenberc, AI. de Harraz et H. de Collede, milites; dominus plebanus 
Ludewicus de Bichelingen, Fri. de Frondorf, AI. de Grifstete et Her. de 
Sebeleibin advocatus. Datum in Bichelingen anno domini m cc lxxx 
in vigilia Valentini. 

1) Friedrich VI. d. J. f um 1286, s. ZThürGuA 8, S. 203fj. 

329. FfriedrichJ, Komtur des DOHauses in AUe^iburg, überträgt dem 
Hermann von Steupitz die Güter, die sein Vater vor ihm vom Deutschen 
Orden zu Lehn hatte, unter genau angegebenen Bedingungen. 

1280 März 1. 



Urkundenbnch der Deutschordensballei Thüringen. 277 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 968; Perg. Urk. mit Siegel am 
Presset. (0.). 

Abschr'.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. 33 (17) (M.). 
Abschr.: Landesbibl. AÜenburg, Wagner, Coli. VII, S. 206, No. 105. 

Druck: v. Krosigk, ÜB. der Familie von Krosigk III, 361 No. 583 (nicht 
fehlerfrei) aus Orig. 

Bemerk.: Zustand: Auf Leinen aufgezogen, da in den Brüchen völlig zerfallen. — 
Schrift: Durch Tannin lesbar gemacht. Posse, PU. S. 38, Altenburger Hand. — 
Siegel des Kcnnturs am Presset, ziemlich beschädigt, vor allem das Bild: 
Stehende Figur, davor rechts eine jedenfalls auch stehende kleinere. Umschrift: 
... IS CONMENDATORIS • DE AL . . . — Hausen setzt Longius = von 
Lange (Langen), vgl. 1283 (No. 388) u. 1287 Okt. 13 (No. 432). — Die Be- 
lehnungsurkunde für den Vater ist nicht erhalten. 

Nos frater F[ridericus] ^) ^) commendator in Aldenburch recognoscimus 
in hiis scriptis, quod cum Her[manno] dicto de Steupiz Alberti filio 
post obitum eiusdem patris sui concordavimus in hunc modum videlicet, 
quod bona in pretacta villa ^) culta a patre suo post resignacionem here- 
dum factam coram nobis sibi contulimus in hunc modum, ut, quamdiu 
erga fratres honeste se habuerit et decenter et censum nobis dederit 
tempore opportuno, bona^) possideat prenotata, si autem quocumque 
modo fratribus nostris ceperit novercari vel non dando censum vel alia 
causa quacumque racionabili ab ipso et heredibus suis bona domui 
vacabunt et, quod plus est, ipse ex sentencia, quam eligat coram nobis et 
aliisprobis viris subscriptis, debet incidere sentenciam etcapitalem,insuper 
si bona vendere voluerit, illa nobis debent prius exhiberi et post hec Th. 
sororio'^) suo, qui illa potest comparare. Si voluntas nostra accesserit 
in hac parte, census bonorum istorum dabitur in festo sancti Bartholo- 
mei^) annis singulis et est talis xxvi modios siliginis, totidem avene, x ordei, 
V tritici, duo pise, item de quodam prato seminato vel non seminato 
annis singulis xii modios avene, insuper de quodam orto'^) visolidos. Testes 
huius rei sunt: H[enricus] de Wernstorph ^), 'Wer[nerus] cel[er]arius^), 
C[onradus] Longius^), Her. de Bergowe '), fratres ordinis nostri; Mathias, 
H. de Alta Domo, H. de Stoze^), R. Cognacio^), Her. Colere'=) et alii quam 

plures. Factum et datum anno domini m. cc. lxxx, kalendas Marcii. 



a) M.: R. b) M.: et bona. c) 31.: Ch. advocato. d) 0.: folgt 

noch einmal quodam. e) v. Krosigk: H. de Wota, R. cognatus, H. Colere. 



1) 8. Urk. No. 295 v. 1278 Nov. 7. — 2) in pretacta villa scheint mir aus der 
(nicht mehr vorliegenden) Urkunde des Vaters genommen zu sein. Jedenfalls ist der Ort 
Steupitz gemeint. — 3) Aug. 24 — 4) Heinrich v. Wernersdorf s. Urk. No. 287 v. 1277 
Juli 3. — 5) 5. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 6) ist von 1280—1288189 im DOHause 
Altenburg und auch jedenfalls gleich dem in Urk. No. 349 v. 1281 vorkommenden Con- 
radus Lotiger. — 7) Nur hier. Gehört wohl zur Burgauer Linie der Herren von Lobde- 
bürg. Vgl. Großkopf a. a. 0. , S. 42 ff. , und Stammtafel. 

330. Albrecht, Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf in Sachsen, be- 
stätigt ob dilectionem sinceram et reverenciam, quam ad honora- 



278 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

bilem virum fratrem Hartmannum dictum de Heiderungen ^) 
ordinis hospitalis sancte Marie Theotunicorum lerosolimitani 
magistrum generalem^) et ad ipsum ordinem habemus, dem ge- 
nannten Orden ecclesiam parroehialem in Plawe ^) sitam in terra 
Dobnensi, quam nobilis vir quondam Henricus advocatus pater 
advocatorum in Plawe et de Gera contulit ordini et fratribus ante- 
dictis, ecclesiam eciam parroehialem in villa Tanne ^) sitam in 
terra dicta Wisenta, quam nobiles viri Henricus et Henricus 
fratres advocati de Gera de consensu aliorum fratrum suorum 
ordini prefato libere contulerunt nee non et villam dictam Straz- 
perch^) sitam in terra supradicta Dobnensi iuxta Plawe, quam 
nobilis vir Henricus advocatus de Plawe senior de consensu 
filiorum suorum H. et H. ordini et fratribus antedictis contulit 
ab ipsis proprietatis titulo perpetuo possidendam mit allen Rechten 
cum campis, pratis, silvis, nemoribus, pascuis, piscariis, terris 
cultis et incultis, domibus, areis, novalibus, salicibus, molendinis, 
aquis et aquarum decursionibus, rivis, iudiciis, advocatis, bonis 
Omnibus feodatis et non feodatis, liberis et solutis ad omnia predicta 
spectantibus. Allein nemus tamen grande, quod vulgariter dicitur 
Vorst, pertinens ad ville dominium sive castri destructi, quod 
dicitur Strazperch, das zu seinem Lehn gehört, behält er sich zurück^). 

Es siegelt der Aussteller. 

Mit den Zeugen: Dominis nobilibus: Friderico de Rabenswalt 
comite, Alberto de Aldenburg burgravio, Hermanno Camerario 
seniore de Vanra, Gunthero de Salza, Henrico de Airstete ; Thuringie 
ministerialibus : Sifrido de Hophgarten, Heynemanno de Indagine 
et Mathia*^) curie nostre notario. 

Datum et actum Erfordie anno domini millesimo cc. lxxx., ka- 
lendas Aprilis. Erfurt, 1280 April 1. 

Hdschr.: Orig.: H8A. Dresden, Orig. No. 970; gut erhaltene Perg. Urk. mit stark 
beschädigtem Siegel an rotbraun-schwarzen Seidenschnüren. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 43, Bl. 17^—19^. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 201; — Wegele, Friedrich d. Freid., S. 394, No.22; — 
Mittl. AV Plauen 1 (1880), S. LlXff., No. LXX; — Alberti, Urk. Sammlung 
z. Gesch. d. Herrschaft Gera, H. 1, S. 61 f. — Reg. : Mittl. Hohenleuben, 47.149. Jg. 
(1878), S. 6; — Regesten d. Geschlechts Salza 77. 

Lit.: Alberti, DOSchleiz, 8. 8; — Völkel, DO. Vogtland, S. 181 ff.; — Mittl. 
AV Plauen 19 (1908109), S. 57; 20 (1909), S. 105; 23 (1913), S. 187; — 
Pfau S. 91; — B. Schmidt, Reufknland I, S. 64. — Collmann, Reuß. 
Gesch., S. 41; — Tittmxinn, Heinrich d. Erl. I, S. 58 f. 

Bemerk.: Schrift: Ausstellerhand s. Posse, PU. S. 41, 56. — Siegel: Posse, SW. 
S. 14, Tfl. IV, 5. — Ueber den Nachtrag von Ort und Datum s. Posse, PU. 
S. 123, Anm. 5. — Ueber die Begabung mit den Kirchen s. Urk. No. 26 v. 1224 
Juli. — Vgl. auch Urkk. No. 320 v. 1279 Dez. 28 u. No. 368 v. 1282 Aug. 13. 



a) 0.: magistri generalis. 



1) 8. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. — 2) s. Urk. No. 26 v. 1224. 
3) s. Urkk. No. 321 f. v. 1279. — 4) Die Urk. ist nicht bekannt; 1276 gehörte das Darf 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 279 

noch den Vögten (siehe ThürGQu. V, 1, 183). Vgl. dazu auch ebevdas., No. 181 ff., 633. 
Die Kapelle erhält der DO. von Otto v. Arnshaugk 1284 Juli 22 (a. No. 394). — 
6) Vgl. dazu Urk. No. 320 v. 1279 Dez. 28. — 6) s. Urk. No. 258 v. 1274 Jan. 9. 

331. Dietrich [IL], Burggraf von Altenburg, schenU den Brüdern des 
Deutschen Hauses zu Altenburg das Dorf Plottendorf mit allen Ein- 
künften und Rechten. 1280 Apr. 30. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 973; Perg. Urk. mit Siegel am 
Pressel (0.). 

Auf sehr.: Super villam Plotindorff. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 138^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de villa Plotendorff. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3 (Altenburg I), No. XXXIX 

(a. Bd. 23) (m. Dat. 1282 Mai 1) (31.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 45b (K^). 

Ueberschr.: Super villam Platindorff. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 220, No. 112. 
Druck: v. Braun S. 70, No. III (Br.). — Reg.: Tobias, Reg. d. Hauses Schön- 
burg, S. 19. 
Bemerk.: Zustand: M.: „die Urkunde ist der Auflösung nahe"; stark wasser- 
fleckig, etwas zerfallen. — Schrift: Posse, PU. S. 38, AUenburger Hand 7 a) 1. — 
Siegel: Dietrichs v. Altenburg. M.: Zeichnung des Siegels. Vgl. Posse, SWA. I, 
S. 49, Tfl. 38, 3. 

Insgesamt 5 Urkunden befassen sich mit der Uebertragung des Dorfes Plotten- 
dorf durch die Burggrafen von Altenburg an das DO Haus Altenburg: 

1) Urk. No. 331 v. 1280 Apr. 30. Dietrich II. gibt PL, das Heinrich v. Sarow 
zu Lehn hatte, dem DO. 

2) Urk. No. 360 v. 1282 Apr. 27: Heinrich IV., mit Zustimmung seiner Brüder 
Dietrich III. u. Heinrich V ., gibt PL, das Konrad und Heinrich v. Sarow 
von ihnen zu Lehn hatten, dem DO. 

3) Urk. No. 361 v. 1282 Mai 1: Dietrich II. u. Heinrich IV. geben PL, das 
sie vom Römischen König und das Albrecht gen. v. Remsa von ihnen zu 
Lehn hatte, und den Zoll von Treben, den Volrad v. Colditz und Albrecht, 
v. Remsa zu Lehn hatten, dem DO. 

4) Urk. No. 416 v. 1285 Apr. 30: Heinrich IV. mit seinen Brüdern Diet- 
rich III. und Heinrich V. gibt PL, das Konrad u. Heinrich, patrui, gen. 
V. Sarow, und den Zoll zu Treben, den die Gebrüder Thymo und Volrad 
V. Colditz u. Albrecht v. Retnsa von ihnen zu Lehn hatten, dem DO. 

5) Urk. No. 436 v. 1288 Febr. 13: Heinrich IV. gibt PL dem DO. 

Nach Posse, PU. S. 38 f. sind alle Urkunden von verschiedenen Schreibern: 
1) I, 7^. 2) I, ßa. S) /, ßb. 4) //, 5) /, 4b. An eine Fälschung ist meiner An- 
sicht nach nicht zu denken. Es handelt sich um verschiedene Lehen, die der DO. 
allmählich an sich gebracht hat. Daß er dadurch aber noch nicht Besitzer des ganzen 
Darfes geworden war, sondern daß die früheren Lehnsbesitzer noch Ansprüche 
machten, geht aus den Urkk. No. 570 v. 1295 März 8, No. 615 v. 1298 Dez. 13 
und No. 659 v. 1302 Febr. 5 hervor. Durch die letzte Urk. schlichtet Markgraf 
Friedrich von Meißen die letzten Unstimmigkeiten. 

Opere^) precium est, ut res, que longevam educanda est noticiam, 
quibus subsistat . . . metis^), memorie sustentetur. Nos igitur Theodericus 
burgravius de Aldenburch <') tenore presencium recognoscimus litter arum'^), 
quod Heinricus de Sarowe villam dictam Plotendorff), quam a nobis 
in feodo possidebat^), cum omni iure, sicut ipse habuit sive sit in bonis 



280 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, 

feodalibus ulterius vel solutis sive censualibus vel non censum solventibus, 
nobis viris honestis et fidelibus presentibus resignavit. In cuius rei 
testimonium et maiorem evidenciam, ne predicta actio scrupulum 
ambiguitatis incurrat, et contencionem inpedimenti presentem paginam 
desuper conscriptam nostri sigilli robore dedimus consignatam. Hanc 
autem villam ob honorem dei donavimus fratribus domus Theutonice 
in Aldenburch'') cum omnibus proventibus et iuribus tytuloß) proprie- 
tario perpetuo possidendam testibus infra scriptis scilicet: Domino 
Friderico'') seniore de Schonebm"g'), domino'') Alberto de Flugelsperch, 
Thiterico de Liznicz, domino Thimone de Chorun, Alberto de Remse 

et aliis quam plurimis fide dignis"^). Actum et datum anno domini m° cc. 

Lxxx., II kalendas Mali. 



a) K^: Oportunum. b) A.: nutinent; Br.: . . . mentis. c) A., Br.: 

Aldenburg. d) K^: Nos — litterarum von Vergleicherhand a. Bde. nachgetr. 

e) A.: Plottendorff. f) A.: possidebant. g) A.: titulo. h) A.: Ffrede- 

rico. i) A.: Schonenburg. k) A.: dorn. Alberto bis dignis fehlt. 

332. Dietrich [II.], Burggraf zu Ältenhurg, verzichtet zugunsten des DO- 
Hauses Zschillen auf 334 Dörfer und anderen Besitz. 1280 Juli 8. 

Hdschr.: Abschr.: HSA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 122^—123^. 

üeberschr.: Abrenunciacio proprietatis quatuor villarum domini Theo- 
drici burgravii de Aldinburg. 
Driick: Pfau S. 211 f. 

Lit.: Pfau 8. 193 f., 210 ff., 214, 243 f., 302. 

Bemerk.: Die Bestätigung durch Markgraf Dietrich von Landsberg erfolgt erst 
1282 Okt. 14 (s. Urk. No. 372). 

Noticia rei geste propagatur in posteris, cum robur acceperit muni- 
mine litterarum. Noverit igitur modernorum noticia et posteritati liqueat 
futurorum, quod nos Theodricus burgravius Schulis dictus de Alden- 
burg cum Omnibus heredibus nostris iam habitis vel habendis, ad quos 
possent actiones nostre [dejvolucione^) hcreditaria devenire, abrenuncia- 
mus omni inpeticioni, quam dicebamus nos habere in bonis Schillen 
ecclesie, cum iusticie tramite observando nichil iuris in eisdem contingere 
nobis posset, itaque primo abrenunciamus iuri nostro, quod dicebamus 
nos habere, tamen secundum iusticiam minime haberemus in iudicio 
quatuor villarum dimidia minus, quarum nomina elucescere volumus 
in hiis scriptis. Sunt autem hec integra villa Hoenkirche, item Cossin 
Guckelberg et Gerhardishayn dimidia trans aquam Kempnicz versus 
Rochsberg et Nuendorff cum illis et illarum iuribus et proventibus uni- 
versis concedentes eciam, quod fratres Theutonici in predicta domo 
Schillen iam positi vel pro tempore instituendi^), si decreverint pisca- 
tores eorum coquine deservientes intra terminos, ad quos protcnditur 
proprietas in Roclicz, ipso iure habere possunt, perpetuis temporibus 
quatuor, sex vel plures. Ceterum prenominatis fratribus vel domui dimi- 
simus tres silvas vel nemora, que tres Liten vulgari vocabulo nuncupantur, 
que inter Muldam et aquam Kempnicz iuxta pagum Gossen sita cognos- 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 281 

cuntur, promittentes eisdem infra spacium unius mensis illas appropriare, 
postquam illustris princcps Theodricus marchio de Landisberg illorum 
bonorum feodotarius a captivitate fiierit absolutus^). Si autcm divma*^) 
ipsum vocaverit a medio, a filio suo sicud eciam a patre tenebimur fratri- 
bus in iure predicto proprietario providere sine dilaeione frustratoria 
vel occasione frivola aliquali, in quo et in quibus, si essemus forsitan 
negli[g]entes, nos recipiemus ad civitatem Aldinburg in propria persona 
exinde nullatenus exituri nisi prius ipsis, quod promisimus, impleamus 
vel saltem viginti marcas reddamus, prout accepimus qualitate et quanti- 
tate debite observata. Si vero mortis nexibus depressi promissum solvere 
non possemus, illustris vir Albertus burgravius dictus de Aldinburg 2) 
frater noster pro nobis et nostris heredibus se obligat ad omne promissum 
et omnem condicionem illius contractus observandam, que superius est 
expressa. Huius rei testimonium sigilli nostri munimine perhibemus 
viris adductis in testimonium fide dignis, quorum nomina sunt sub- 
scripta: lohannes de Syden, Lutoldus de Criczin, Volradus de Gersten- 
berg, Henricus de Studenczhen, Albertus de Lidelow et alii quam plures, 
quonmi fides non vacillat, licet diversorum nominum posicio fastidium 
generaret. Actum anno dominice incarnacionis m" cc" octogesimo mense 
lulio die sancti martiris Kyliani. 

a) A. : octiones nostre volucione. b) ^. ; instituende. c) fehlt jedenfalls potestas. 



1) s. ürk. No. 372 v. 1282 Okt. 14. — 2) Albrecht III., der nach v. Braun S. 35 
um 1280 f ist; s. aber ürk. No. 339 v. 12[8]1 Juni 29. 

333. Thimo, Offizial von Jechahurg, gibt hehannt, daß der DOHoch- 

meister dem AU Ditmar von Volkenode und seinem Konvente ge- 
stattet hat, eine Messe in der DOKapelle zu Mühlhausen zu lesen. 

1280 Juli 27. 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 976; Perg. Urk. mit beschädigtem Siegel 

am festen Pressel (0.). 
Druck: Schoettgen u. Kreysig, Dipl. I, S. 770 f., No. XLVII (zu Juli 28). — 

Reg.: GQuPr- Sachsen 3, 282 (nach dem Druck). — ZThürGuA. VI, 350. 
Bemerk.: Siegel Thimos: spitzoval, o. Maria sitzend m. d. Jesuskinde, darunter /\ 

Geistlicher knieend, r. gewandt u. betend. Umschr.: .... MONIS . VICE . . . 

SITI . CIC. 

Nos Thimo officialis prepositure Jech[aburgensis] tenor presencium 
protestamur, quod vidimus et audivimus, quod magister dominus^) domus ^) 
Theutonice ^) in litteris suis libere concessit et admisit domino Ditmaro 
abati et conventui de Vulcolderode ordinis Cysterssiensis, ut in capella 
in domo eiusdem conventus in Molehusen constructa dicatur una missa 
in die sancto silencio personis eiusdem claustri, quod admittimus beni- 
vole et consentimus, ut nostri sigilli apensio manifestat. Datum anno 

o o o 00p 

domini m. cc. lxxx., vi. kalendas Augusti. 

a) 0. : übergeschrieben. b) 0.: s auf Rasur. 



1) Hartmann v. Heldrungen, Hochmeister 1274 — 1283, s. ürk. No. 66 v. [1238 
Aug. 15 — Okt. 27]. 



282 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

334. Friedrich, Heinrich und Gunzelin, Gebrüder, Grafen von Beichlingen^), 
verzichten zur Ehre Gottes und aus Ehrfurcht vor dem Bruder Hart- 
mann von Heldrungen ^), Hochmeister, und den Brüdern des Deutschen 
Hauses auf die Mühle, die sie neben dem Dorf Griefstedt an der Lossa 
(super aquam dictam Lazs) erbaut hatten, da dadurch das DOHaus 
beeinträchtigt worden ist. 

Mit dem Siegel Friedrichs [V.J d. Ae. v. Beichlingen und ge- 
nannten Zeugen: 

Acta sunt liec anno ab incarnacione domini m" cc" lxxx, vii. 
kalendas Novembris, prope villam dictam Grifstete. 

Griefstedt, 1280 Okt. 26. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. 1,6.1, No. 774 (748). 

üeberschr.: Abreaunciacio molendini iuxta villam Grifstete super aquam 
dictam Laze quondam edificati facta per comites de Bichelingen. 
Druck: Publ. PreußSAen. 3, 384; — Gndenus IV, S. 940 f. — Reg.: ZHarz- 

V. 28 (1895), S. 485, No. 256 u. Register, S. 552, No. 272; — v. Hagke, 

Weißensee, S. 289. 
Lit.: Anderson 8. 22 f.; — ZThürGuA 8, S. 205; — Der Pflüger, 5. Jg. (1928), 

S. 154. 
Bemerk.: Vgl. ürk. No. 133 v. 1255 Mai 10. 



1) Die Söhne Friedrichs VI. d. J. — 2) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15— Okt. 27]. 

335. Albert [II.] und Heinrich [IV.], sein Sohn, Grafen von Gleichen- 
stein, verzichten zugunsten des Bruders Hartmann von Heldrungen ^), 
Hochmeisters, und der Brüder des Deutschen Ordens auf die Mühle, 
die sie bei Griefstedt an der Lossa gebaut hatten, da sie dadurch die 
Gerechtigkeiten des genannten Ordens beeinträchtigt hatten. 
Mit den Siegeln der Aussteller und genannten Zeugen. 
Acta sunt hec anno ab incarnacionis domini m*^. cc° lxxx, 
VII. kalendas Novembris, prope villam dictam Grifstete. 

Griefstedt, 1280 Okt. 26. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. I, 6. 1, No. 773 (787). 

üeberschr.: Renunciacio domini Alberti comitis de Glichenstein et filii 

sui, quod non debent edificare molendinum in dampnum fratrum. 

Druck: Reg.: Publ. PreußSAen. 3, 384, Anin.; — v. Hagke, Weißensee, S. 289 

(nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 4^ u. 4^ zu 1282). 
Lit.: Anderson S. 22 f.; — Tümmler, Grafen v. Gleichen, S. 99. 
Bemerk.: Vgl. Urk. No. 133 v. 1255 Mai 10. 



1) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 — Okt. 27]. 

336. Bruder Heinrich von Kehren, Komtur des DOHauses in Altenburg, 
belehnt den Herold und seinen Bruder Christan, Bürger in Alten- 
burg, mit einer Hufe Landes gegen einen jährlichen Wachszins. 

[Altenburg], 1280 Dez. 29. 

Hdschr.: Orig.: SA. Altenburg, Abt. Geh. A. Urk. No. 4; Perg. Urk. ?«. (fehlen- 
dem) Siegel am festen Presset '0.). 
Abschr.: Landesbibl. AUenburg, Wagner, Coli. XVII, 8. 25, No. 13. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 283 

Bemerk.: Die Rückseite der Urkunde ist quer liniiert mit schmalem Rand an 
allen Seiten. 

Nos frater Heinricus dictus de Corun ^) commendator in Aldenburch 
Omnibus, ad quos presens scriptum perveniret, salutem in domino. 
Universitati volumus esse notum, quod Diutta=^) relicta Eberhardi de 
Thauren et sui heredes nobis mansum unum in'') manibus nostris, quem 
a nostra domo habebant iure feodali 2), libere resignaverunt, quem Heroldo 
et fratri suo Cristano eivi in Aldenburch eodem titulo contulimus retinen- 
dum et suis heredibus racionabiliter atque vice ita tamen, ut nostre 
ecclesie a iam dictis famulis videlicet Heroldo et Cristano vel saltim 
eorum heredibus de bonis sive manso unum talentum cere annis singulis 
presentetur. Audiviraus eciam et testamur, quod, si inpugnacionem 
ahquam ab homine aliquo parerenf^), viri prenotati de manso sepedicto 
heredes femine suprascripte fratresque eins et maritus ipsius eos solutos 
facere debeant et de omni occupacione in universali hoc firmiter profi- 
temur. Huius rei testes sunt: Dominus Io[hannes]3), Rudolfus*), Wern- 
herus^), fratres domus nostre; preterea Henricus Clipeator, Guntherus 
de Mastep, Hermannus maritus femine prenominate et eius fratres 
videlicet Hermannus et frater eiusdem Hermanni et alii quam plures 

homines fide digni. Acta sunt hec anno doraini m. cc. lxxx, im kalendas 
lanuarii. 

a) 0.: auf Rasur von anderer Hand. b) 0.: nachträgt, dazwischengeschr. 

c) 0.: parerentur. 

1) s. Urk. No. 301 v. 1279 März 12. — 2) Die Urkunde ist nicht erhalten. Sie 
wird auch als nicht mehr gültig kassiert sein. — 3) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. 
— 4) s. Urk. No. 351 v. 1281. 

337. Henricus 1) dei gracia illustris principis primogenitus lantgravii 
Thuringorum 2) comes Saxonie palatinus et dominus Plizensis 
una cum Theoderico ^) dilecto fratre nostro bestätigen den Brüdern 
des Deutschen Hauses [in GriefstedtJ bona, quecumque fratres 
domus Theutonice in villa dicta Husen habent in presenti vel 
habuerint in futuro, et ecclesiam parrochialem in Kindeibrucken, 
quam nobiles viri fratres de Heiderungen eisdem contulerunt, et 
unam villam dictam Scowendorf sitani iuxta Swezen in gleicher 
Weise, wie sie der Vater bestätigt hat^). 

Mit den Siegeln der Aussteller. 

Zeugen: Nobiles viri Albertus et Theodericus burgravii dicti 
de Aldenburch ^), dominus Henricus de Waldenberch, dominus 
Fridericus de Sconenburch; Lutolfus de Critin, Conradus de 
Nutenhove, Henricus de Terbanshain, milites; dominus Johannes 
sacerdos^), Henricus') commendator de Aldenburch, fratres domus 
Theutonice. 

Acta sunt hec anno domini m. cc. l. xxx. 1280. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. 1,6.1, No. 692 (705). 

Ueberschr.: Confirmacio domini Henrici Turingie lantgravii super bonis 
in Hüsen et super ecclesia in Kindeibrucken. 



284 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 372; — Gudenus, IV, S. 939. — Reg.: Tobias, Reg. 

d. Hauses Schönburg, S. 19; — ZhessChiLdke. 30 (1895), S. 85, Anm. 5; — 

kurzes Reg.: v. Hagke, Weißensee, S. 165 u. 289 (nach SA. Magdeburg, 

Koj). 1532\ Bl. 4^). 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 266 ff. 
Bemerk. : Aussteller und Zeugen weisen darauf hin, daß die Urk. für ein DOHaus 

der Bailei Thüringen (Griefstedt) bestimmt war. — Vgl. Urk. No. 347 v. 1281 

Nov. 26. 



1) Heinrich (ohne Land). — 2) Albrecht der Entartete. — Z) Friedrich der 
Freidige. — 4) Die Urkk. sind nicht erhalten. — 5) Albrecht III. u. Dietrich II. — 
6) 5. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 7) v. Kehren, s. Urk. No. 301 v. 1279 März 12. 

338. ÄlbrecMf der Entartete], Landgraf von Thüringen und Pfakgraf von 
Sachsen, übergibt unum molendinura sitiim in villa Winrisloiben et 
aqua Dünstrot /[/wsirwiy, quod dominus Ludewicus de Schowenvorst 
a nobis possidebat iusto titulo feudali, post liberam et volun- 
tariam ipsius molendini resignaeionem in manibus nostris factam 
unter Zustimmung seines Sohnes Friedrich^) und auf Bitten des 
genannten Ludwig hospitali sancte Marie lerosoiimitano ordinis 
domus Theutonice zu dauerndem Eigentum. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Unter Zeugnis: Comitis Henrici de Swarzburch, Henrici de 
Blankenhain, Hermanni marschalci de Eekeharsberge, Henrici 
de Rosla, Henrici de Libenstete et Mathie ^) curie nostre notarii. 

Datum et actum Botelstete anno domini m, cc, l xxxi, vi. ka- 
lendas lunii. Buttelstedt, 1281 Mai 27. 

Hdschr.: Abschr.: DOZA. Wien, Kop. 1,6. 1, No. 696 (709). 
Druck: Fubl.PreußSAen. 3, 392; — Gudenus IV, S. 941. 
Bemerk.: Die Urk. gehört zum DOHause Griefstedt. 



1) der Freidige. — 2) 5. Urk. No. 258 v. 1274 Jan. 9. 

339. Albrecht [IIL], Burggraf von Altenburg, eignet den Brüdern des 
Deutschen Hauses in Altenburg einige Hufen in Jauern und Kürbitz. 

12[8]1 Juni 29. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 820; Perg. Urk. (0.). 

Aufschr.: Super vi mansos in lauren et 11 mansos in Corbitz. — Aufschr. 
d. 16. Jhts. hat als Jahreszahl 1231. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 138^ (A.). 

Ueberschr. : Littera de bonis in villa Corbicz. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 34^ (m. Datum 1220) (K^). 

Ueberschr.: Wie A. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 195, No. 96 u. No. 258 
(z. J. 1220). 
Druck: v. Braun, Bgfen v. Altenburg, S. 86, No. XXI (z. J. 1291). — Reg.: 

V. Braun a. a. O., S. 58. 
Lit.: Mittl. d. Osterlandes VIII, S. 558 (z. J. 1281). 

Bemerk.: Zustand: sehr wasser fleckig, mit Perg. Papier unterklebt, in den 
Brüchen zerfallen. Die beiden letzten Zeilen Tanninfärbung. — Echtheit und 
Datum,: Die Urk. ist nie besiegelt gewesen, deshalb nehme ich nicht Fäl- 
schung, sondern Konzept an. Daher wohl auch die sehr flüchtige Schrift/ — 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen, 285 

Die Zeugen außer G. de Hogeniste sind von 1277 — 1283 belegt, besonders 
1277 (Urk. No. 288). Die von A. angegebene indictio prima vMrde in das 
Jahr 1273 oder 1288 fallen. Dies ist zu spät, jenes zu früh. Ich entschließe 
mich für das Jahr 12[8]1, auch besonders, weil der Zwischenraum in der 
Datunizeile dadurch ausgefüllt würde. — Vielleicht hat der DO. eine schwere 
Krankheit der Frau (quo mortis nexibus est depressa) benutzt, um diese 
ihnen günstig gelegenen Hufen zu erlangen. Später ist aus der Uebertraguiig 
nicMs geworden und die Urkunde unbesiegelt im Archiv liegen geblieben. Der 
Schreiber von A. hat sie dann dort gefunden und mit abgeschrieben. Viel- 
leicfd ist auch Burggraf Albrecht III. bald darauf gestorben, so daß eine Be- 
siegelung unmöglich geworden war. — v. Braun 8. 34 gibt das Todesjahr etwas 
zn früh mit um 1280 an. Daß Albrecht III. tatsächlich der Aussteller ist, 
kann nach den Zeugen nicht zweifelhaft sein. — Schrift: Altenburger Hand 
s. Posse, Pü. 8. 38, der die Urk. ins Jahr 12 [71] setzt. 

Testamentum suum non recte videtur disponere, qui terrenis tan- 
tum testatur heredibus et non facit Cristum sue substancie conheredem. 
Noverit igitur modernorum noticia et posteritas futuromm, quod nos 
burgravius Al[bertus]^) dictus de Aldenburch consensu filii nostri et 
uxoris, immo omnium heredum nostrorum bono et benivolo accedente 
sex mansos sitos in villa lauren, quatuor''), que Supen vulgariter nuncu- 
pantur, et duos in villa Corbiz, quos ille de Cedeliz a nobis tenuit titulo 
pheodali'^), ordini fratrum domus Theutonichorum contulimus iure 
proprietario perpetuo possidendos renunctiantes omni iure, quod nobis 
seu nostris heredibus in eisdem in presenti posset contingere vel futuro 
pro tanto siquidem, ut anime nostre memoria iugis et indeficiens et 
dilecte^) nostre uxoris Sophie, que mortis nexibus est depressa, et illius, 
que adhuc vitali spiritu vegetatur et salubriter habeatur«^). Huius rei 
testimonium sigilli nostri munimine perhibemus, in testimonium adduxi- 
mus nomina subscriptorum : IncHtum principem dominum Heinricum 
filium lantgravii Thuringie, Godescalcum de Hogeniste cum suo fratre 
H., Albertum de Lidelo, H[enricum] de Stodenseen, lohannem de Re- 
mese, milites; Thimonem de Corun^) et alios plurimos fide dignos, 



Factum et datum anno incarnacionis dominice m. cc. . . . xi., mense 
lunioO in die sanctorum apostolorum Petri et Pauli, indictione [prima] e), 
regnante Rodolpho rege serenissimo Romanorum. 



a) 0.: AI. nachträgl. zwischengeklemmt. b) 0.: quatus. c) 0.: nach' 

träglich übergeschr. d) 0.: habatur. e) 0.: verschrieben Corins. f) A.: 

u° cc" xx", mense lulio; K^: m" n" cc" xx", mense lulio. g) nach A. 

h) 0.: diücte. 

340. Papst Martin [IV.] lestätigt die Uebertragung des Patronats der 
Kirche von Zschillen an den DO. Orvieto, 1281 Aug. 18. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 989; Perg. Urk., wurmstichig, mit 
Bleibulle an rot-gelhen Seidenfäden. 
Auf sehr.: Sancta | Maria 

. J . de Neapoli 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 115^ (A.). 
Ueberschr.: Copia confirmacionis domini pape. 



286 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Lit.: Pfau S. 111 ff.; — Tittmann, Heinrich d. Ed. I, S. 280. 

Bemerk.: In der rechten Ecke auf dem Bug: Sy. Ven., und links unter dem 

Bug ein Schreibervermerk: und dar unter f, ann. Siegelbild: r. 8.: 

Kopf d. Petrus: SPE. — l. S.: Kopf d. Paulus: SPA. — Rückseite: 
MARTINVS . PP . MP. 

Martinus^) episcopus servus servorum dei dilectis filiis coinendatori*)^) 
et fratribus hospitalis sancte Marie Theutonicorum lerosolimitane in 
Scillen'') Misnensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. Cum 
a nobis petitur, quod iustum est et honestum, tarn vigor equitatis quam 
ordo exigit racionis, ut id per soUicitudinem officii nostri ad debitum 
perducatur effectum, sane peticio vestra nobis exhibita continebat, 
quod dilecti filii nobiles viri H[eimicus] Misnensis et Orientalis ac T[heo- 
dericus] de Landisberg marchiones nee non et [Albertus] '=) lantgravius 
Thuringie de salute propria cogitantes ac'^) ad hospitale vestrum spe- 
cialis gereutes devocionis affectum ius patronatus eeclesie in SeiUen^) 
Misnensis diocesis tunc ad eos communiter pertinens nobis et eidem 
hospitali de consensu diocesani loci contulerunt intuitu pietatis, prout 
in patentibus litteris inde confectis, ipsius diocesani sigillo signatis 
plenius dicitur contineri. Nos itaque vestris supplicacionibus inclinati, 
quod super hoc pie ac provide factum est ratum et gratum habentes, 
id auctoritate apostolica confirmamus et presentis scripti patrocinio 
communimus. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre 
confirmacionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis 
autem hoc attemptare presumpserit, indignacionem omnipotentis dei 
et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. 
Datum apud Urbem veterem xv kalendas Septembris, pontificatus nostri 
anno primo. 



a) A.: commendatori. b) A.: Schulen. c) 0.: hat zwei Punkte. d) A.: et. 



1) Martin IV., Papst 1281 — 1285. — 2) Den Namen des Komturs um diese Zeit 
kennen wir nicht. 

341 . Papst Martin [IV.] bestätigt auf Bitten den Brüdern des Deutschen 
Hauses in Plauen einen Hof zu Regnitz, den ihnen Heinrich, Herr 
von Weida, übereignet hat. Orvieto, 1281 Sept. 1. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 991; Perg. Urk. m. Bleibuüe an rot- 
gelben Seidenfäden 
Auf sehr.: wie vorige Urk., doch Jakobus. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 95^—96^ (A^). 

üeberschr.: De Wida, 
Abschr.: Ebendas., Bl. 96^ (mit Auslassungen) (A^). 
Üeberschr.: Confirmacio super area in Richnicz. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 1, Gen. No. 9. 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1880), S. LXI f., No. LXXII (m. einer Aus- 
lassung). — Reg.: ThürGQu. V,l, 206. 

Bemerk.: s, vorige Urk, 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 287 

Martinus^) episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . commenda- 
tori^) et^) fratribus hospitalis sancte Marie Theutonicorum lerosolimi- 
tane in Plawe Nuwernburgensis diocesis salutem et apostolicam bene- 
dictionem^). Cum a nobis petitur, quod iustiim est'^) et honestum, tarn 
vigor equitatis quam ordo exigit racionis, ut id per sollicitudinem officii 
nostri ad debitum perdueatur effectum^), exliibita siquidem nobis vestra 
peticio continebat, quod nobilis vir Henricus dominus de Weda Nuwern- 
burgensis diocesis'^) volens terrena pro celcstibus et transitoria pro eternis 
salubri commercio permutare, quandam curtim quam tunc in Rieheniz 
Bambergensis d) diocesis obtinebat, vobis ac hospitali vestro libcraliter 
contulit intuitu pietatis, prout in patentibus litteris inde confectis plenius 
dicitur contineri, Nos itaque vestris supplicacionibus inclinati, quod^) 
super hoc pie ac provide factum est ratum et firmum habentes, id auctori- 
tate apostolica confirmamus et presentis scripti patrocinio communimus. 
Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre confirmacionis 
infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc atteraptare 
presumpserit, indignacionem omnipotentis dei et beatorum Petri et 
Pauli apostolomm eins se noverit incursurum^). Datum apud Urbem 
veterem kalendas^) Septembris, pontificatus nostri*) anno primo. 

a) A^: et — bened. jehlt, dafür etc. b) A^: est — effectum fehlt, dafür etc. 

c) 0.: feinere Schriftzüge. d) A^: Asche Ratisponensis. e) A^: quod — 

incursurum fehlt, dafür etc. f ) A^, ^: kal. — nostri fehlt, dafür etc. 

1) s. vorige Urlc. — 2) s. Urk. No. 354 v. 1281 Anm. n) u. 1). 

342 . Paipst Martin flV.J bestätigt dem DOHause in Plauen das Patro- 
natsrecJit über die Kirchen in Plauen und Reichenbach. 

Orvieto, [1281 Sept. 1]. 

Hdschr.: Abschr.: ESA. Dresden, Abt. XIV, A. 64, Bl. 96^. 

Aufschr.: Confirmacio. 
Druck: ThürGQu. V, 1, 208 (zu 1281). 
Lit.: Mittl. AV Plauen 19 (1908109), S. 57. 
Bemerk.: Da3 Datum ergibt sich aus der in A. vorhergehenden Urk. No. 341. 

Martinus^) episcopus servus servorum dei dilectis filiis commendatori 
etc. 2). Cum a nobis petitur, quod iustum est et honestum etc. 2). Exhi- 
bita siquidem nobis vestra peticio continebat, quod nobilis vir Heinricus 
dominus in Plawe Nuwenburgensis dyocesis gerens ad hospitale vestrum 
specialis devocionis affectum ius patronatus, quod tunc de Plawe et de 
Richenbach ecclesiis dicte dyocesis obtinebat, vobis ac eidem hospitali 
vestro de consensu dyocesani loci liberaliter contulit intuitu pietatis, 
prout in patentibus litteris inde confectis ipsius dyocesani sigillo munitis 
plenius dicitur contineri =^). Nos vero vestris supplicacionibus etc. 2). Nulli 
ergo omnino etc. 2). Si quis autem hec etc. 2). Datum apud Urbem 
veterem etc. Totum, ut supra^), anno primo. 

1) 5. Urk. No. 340. — 2) Die dtirch etc. ersetzte Auslassung s. vorige Urk. 
(No. 341). — 3) für Plauen s. Urk. No. 223 v. 1270 [vor Sept. 24] ; für Reichenbach nur 
die Fälschung s. Urk. No. 226 v. 1221 Juni [2]. — 4) s. vorige Urk. 



288 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

343. Rudolf, Schenk von Vargula, eignet alle seine Güter in Zivätzen, 
die ihm Ulrich von Pack geschenkt hat, dem DOf Hause in Zwätzen]. 

Zwätzen, 1281 Sept. 6. 

Hdschr.: Orlg.: HSA. Dresden, Orig. N'o. 992; Perg. Urk. m. stark beschädigtem 
Siegel am Presset (0.). 

Auf sehr.: Zcweczin. Rudolffus de Varila dedit omnia bona sua in 
Zcweczen ad ordinem domus Theutunice. 
Orig. Tspt.: Ebendas., No. 1693; s. Urk. No. 656 [nach 1302 Jan. 7.J (OT.). 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 76^ (A.). 

Ueberschr. : Littera donacionis de vinea dicta Koczschener et alüs vineis 
in Zcw^Gczßii 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 77^, s. Urk. No. 656 fn. 1302 
Jan. 7] (AT.). 

Druck: ThürGQu. VI,1, 23. — Reg.: ThürGQu. V,2, Nachtr. 33. 
Lit.: Tittmann, Heinrich d. Erl. II, S. 59. 

Bemerk.: Zustand: Die Urk. ist im 2. u. 3. Querbruch etwas zerfalkn, so daß 
verschiedene Buchstaben fehlen. — Siegel: Im Schild 3 Querbalken von r. o. 
nach l. u.; Umschrift: (wenig erhalten) . . . IN . VISNBE, ... — Vgl. auch 
Urk. No. 357 v. 1282 Jan. 18. 

Omnibus presentis pagine inspectoribus tarn presentibus quam 
futuris. Rudolf US pincerna dictus de Varila salutem et subscriptam ^) 
rei geste seriem intelligere ac memoriter retinere. Noverint igitur uni- 
versi, quod nos de communi et unanimi voluntate et consensu Glicke'') 
uxoris nostre et") omnium heredum nostromm, quorum intererat con- 
sentire, ob'^) honorem dei et beate genitricis eius ac pro remedio anima- 
rum nostrarum nostrorumque progenitorum communicata manu libera- 
liter dedimus ac dedisse nos recognoscimus^) . . magistro ^) et . . fratribus 
hospitalis sancte Marie Theutonicorum lerusalemitanorum omnia bona, 
proprietatem ac liberum dominium omnium bonorum, que habuimus 
in Zwecen^, que nobis^) nobilis vir Ulricus de Pack pleno iure et libero'') 
proprietatis, possessionis et dominii donavit, que eciam burgravii . . de 
Dewin quondam fuerant, cum omnibus iuribus et libertatibus eorundem 
bonorum, iudiciis, aquis, molendinis, pascuis, pratis, silvis, agris cultis 
et incultis, campis, rubis et specialiter cum vanea dicta Kotshccener^) 
et alüs vineis, quas'') solute habuimus in villa predicta, in perpetuum 
possidenda Heinrici') nobilis viri advocati senioris de Wida nostri sororii 
voluntate et consensu ad hanc nostram donacionem liberaUter accedente. 
[In]™) hac autem donacio[ne]™) excepi[mus] '^) et excepta esse volumus 
illa bona, que in ipsa villa alüs in feodum concessimus, quibus ius suura 
volumus esse salvum. Ut autem predicta nostra donacio in perpetuum 
robur obtineat firmitatis, presentibus renunciamus et renunciasse nos 
recognoscimus *=) bonis predictis omnibus et singulis ac omni iuri, quod 
in eisdem°) nobis competüt vel poterat competere in futurum, et testes, 
quorum nomina subscripta sunt°), videlicet: Dominum Bcrtoldum de 
Ischerstete P) et Theodericum eius füium, nülites, Heinricum'') patruum 
predictorum dictum de Lehstein"^), Bertoldum et Cunradum^) de Yen*); 
fratrem Guntherum de Swarceburch")^), fratrem Albertum de Scart- 
velt^)3) et fratrem Rudolf um 2) filium nostrum ordinis supradicti; Her- 



XJrkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 289 

mannum de Buthenitz, Heinricum^) de Sigeltz*), Theodericum dictum 
Rolle, castrenses de Tutenberch''), Hermannum de Cimbery), Witelonem 
et Albertum fratrem suum, castrenses de Dornburch^), predicte nostre 
donacioni rogavimus ^^) Interesse personaliter et presencialiter sepe- 
dictam d[on]acionem™) sigilli^'') nostri munimine ad robur [perjpetuum ™) 
confirmantes. Nos Bertoldus, Theodericus, Heinricus^'=), Bertoldus, 
Cunradus^'^), frater Guntherus^), frater Albertus ^j, f rater Rudolfus ^), 
Hermannus, Heinricus^'^), Theodericus, castrenses in Tutenberch^^), 
Hermannus, Witelo, Albertus, castrenses in Dornburch^^), testes supra- 
dicti ad hoc rogati confitemur et protestamur nos predicta audivisse 
et vidisse et interfuisse personaliter donacioni premisse cum pluribus 

aliis fide dignis. Actum Zwecen^) anno domini m. cc. lxxx primo, sabbato 
ante nativitatem beate virginis Marie. 

a) A.: obscriptam. b) A.: Blicke. c) OT., AT.: ac. d) A.: fehlt. 

e) 0.: recongnoscimus. f) A., AT.:, Zcwezoen. g) OT.: nachträglich kleiner 

■übergeschr. h) A.: libere. i) OT.: KStschenere; A., AT.: Koczschener. 

k) A.: quos. 1) OT., AT.: Henrici. m) 0.: [ ] fehlt durch Zerstörung. n) A.: 
eosdem. o) A.: sunt subscripta. p) A.: Yscherstete; OT., AT.: Ischerstete. 

q) A., OT., AT.: Henricum. r) A.: Lewenstein; AT.: Lesten. s) A., OT., 

AT.: Conradum. t) OT., AT.: lene; A.: Gera. u) A.: Swarczburc. 

v) A., OT., AT.: Schartveit. w) A., AT.: Sigelicz. x) A.: Tutenberg, 

y) OT., AT.: Cimbem; A.: Cinber. z) AT.: Domburc. aa) OT., AT.: 

rogamus. ab) OT., AT.: sigili. ac) OT., AT.: Henricus. ad) OT., 

A., AT.: Conradus. ae) A.: Tutenberc. af) A.: Dornborg. 



1) Hartmann v. Heldrungen, Hochmeister 1274 — 1283, s. Urk. No. 66 v. [1238 zw. 
Aug. 15 u. Okt. 27]. — 2) Es ist das letzte Vorkommen Günthers v. Schwarzburg in der 
DOBallei Thüringen, s. Urk. No. 286 v. 1277 Juli 2. — 3) Kommen sonst in den Urkk. 
nicht wieder vor. 

344. Heinrich der Ae., Vogt von Weida, und seine Schwester Irmen- 
gard, Wittib des Edlen Richard von Damen, überlassen dem Deutschen 
Hause alle Rechte auf die Güter in Zwäteen, die ihr Schwager [ Ru- 
dolf] Schenk von Vargula dem Orden geschenkt hat. 

Weida, 1281 Sept. 11. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 9933-; Perg. Urk.; Siegel war abge- 
fallen, ist wieder am Presset befestigt; oberes Drittel fehlt (0.). 

Auf sehr.: Heinricus advocatus senior de Wyda contuUt omnia bona 
sua in Zcweczen fratribus ibidem. 
Orig. Tspt.: Ebendas., No. 993^; Perg. Urk. m. 2 Siegeln am Pressel, stark 
beschädigt (OT.). 

Auf sehr.: Henricus advocatus de Wyda contuUt omnia bona sua in 
Zcweczen domui ibidem. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 78^ (A.). 

Ueberschr.: Littera proprietatis et abrenunciacionis factam (.') per 
nobilem Heinricum advocatum de Wida de bonis, que pincerna de 
VarUa nobis contuht. 
Abschr.: Ebendas., Bl. 73^ (AT.). 

Ueberschr.: Littera donacionis aliquorum bonorum factam (.') per 
nobilem Heinricum advocatum de Wyda. 
Thür. Gesch. Qu. X. N. F. VII. 19 



290 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Druck: ThürGQu. V, 1, 207 (ohne Berücksichtigung desOrig. Tspts. und der Ab- 
schriften); — Mittl. AV Plauen 1 (1875), No. LXXIII (unvollständig). 

Bemerk.: üeber „Datum et actum" vgl. Posse, PU. S. 121 f. (Urk. erw. S. 121, 
A. 5a). — Schrijt: Posse, PU. S. 42 (Zwätzener Hand A 2^) und Flach 8. 44 f. 
— Siegel: Posse, SWA. I, S. 29, No. 160, Tfl. 1, 1. 

In nomine domini amen. Henricus^) advocatus senior de Wida*') 
et Irmengardis soror'^) eins, relicta nobilis'^) \dri Richardi^) dicti de 
Damen omnibus^) in perpetuum. Noverint euncti, quibus exibitums) 
fuerit presens scriptum, quod ob honorem dei et sue genitrieis in salutem 
anime nostre et progenitorum nostromm dedimus liberaliter omne ins, 
quod facto vel iure habuimus vel habere videbamur in bonis proprietatis 
sitis'^) in Zwecen*) magistro et fratribus domus Theutonice cum consensu 
omnium heredum nostrorum illius videlicet proprietatis quam sororius 
noster Pincerna de Varila eisdem contuHt^) fratribus, et conferimus 
perpetuo possidendum, abrenunciamus nichilominus omnibus iuribus 
nostris et ipsis conftrmamus, que tam in villa, quam in campis tenebamus 
in vineis et agris cultis et incultis, iudiciis aquarumque decursibus, 
silvis, pratis, pascuis et in^) omnibus ahis, in quibus quicquam [i]uris 
habere videbamur, Testes autem huius rei sunt: Dominus Henricus™) 
senior advocatus in Plawen') et Henricus et Henricus filii eins et™) do- 
minus Henricus senior advocatus de Gera et Henricus frater eins et alii 
fide digni. Ne autem de premissis oriatur dubitacio, predictis fratribus 
presentem dedimus litteram sigilli nostri, quo ambo sumus contenti, 
robore communitam. Datum et actum in \Vida°) anno domini m cc 
Lxxx primo°), tercio idus Septembris. 

a) ^., ^T.; Heinricus. b) ^T.; Wyda. c) ^. ; sorori. d)OT.: 

nibilis. e) AT.: Rychardi. f) OT., AT.: omnibus salutem. g) A., AT.: 

exbibitum. h) OT., AT.: site. i) A., AT.: Zcweczen. k) A.: fehlt. 

1) A.: Plauwen. m) OT., AT.: dominus Henricus bis et fehlt. n) A., AT.: 

Wyda. o) OT.: m. cc. LXXX primo. 

1) s. Urk. No. 343 v. 1281 Sept. 6. 

345. In dem Vergleich inter dominum Adam prepositum Stendalgensem 
et suum capitulum ex una parte et fratrem Albertum ^) commenda- 
torem provincialem Thuringie et Saxonie ordinis sancte Marie 
Theutonicorum et suum ordinem ex altera parte über das Dorf 
Berge bei Groß- Rodensieben (villa Berge sita iuxta Rodensleve) 
wählte der gen. Landkomtur mit Genehmigung superioris magistri 
videlicet fratris Hartmanni de Heiderungen 2) für sich uml seine 
Brüder viros religiosos fratrem F. priorem ordinis predicatorum 
(in Magdeburg) et fratrem Kristianum^) commendatorem de Mul- 
husen ordinis Theutonicomm, der gen. Propst aber für sich und 
sein Kapitel viros discretos magistrum Olricum prepositum ecclesie 
sancti Ciriaci in Brunswick und magistrum Wilhclmum canonicum 
ecclesie sanctorum apostolorum Petri et Pauli in nova civitate 
Magdeburg zu Schiedsrichtern, deren Entscheidung sie sich bei 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 291 

200 Mark Strafe unterworfen haben. Der Propst verspricht, auf 
das Dorf Bergen zu vereichten und die Markgrafen Otto*) und 
Konrad ^) von Brandenburg zu veranlassen, den DO. mit dem 
Dorfe zu belehnen. 

Es siegeln die 3 erstgen. Schiedsrichter. Magister Wilhelm hat 
kein eigenes Siegel; femer siegelt Gebhard ^), Bischof von Bra^tiden- 
burg, und der Propst von St. Marien in Magdeburg. 

Actum in Magdeburg in domo fratrum predicatomm anno 
domini millesimo cc*^ lxxxi", ii. nonas Octobris. 

Magdeburg, 1281 Okt. 6. 

Druck: Biedel, Cod. Dipl. Brand. B . I, 8. 151 f., No. 200 (nach Orig. i. QutaA. 

zu Bergen). — Reg.: GQuPrSachsen 3, 293 (m. falsch gedr. Jahr 1291 im 

Text); — Krabbo, Reg. d. Markgrafen v. Brandenburg a. askan. Hause 1268; 

— Mülverstedt III, 363. 
Lit.: ZHVReg.Bez. Marienwerder, 44. Heft (1905) S. 7 f. 
Bemerk. : Zum Kauf des Dorfes Bergen durch den DO. s. Riedel a. a. 0. B. I 

S. 114 ff., No. 146 f.; vgl. auch die Bemerkungen bei Krabbo a. a. 0. 1262. 



1) Älbrecht v. Ammendorf, s. Urk. No. 175 v. 1263 Juni [2]. — 2) s. Urk. No. 66 
V. [1238 Aug. 15 — OH. 27] . — 3) Neustadt 1275—1285, s. Urk. No. 269. — i) Otto IV. 
m. d. Pfeik, Mgf. v. 1266—1305, vgl. Krabbo a. a. 0. 2105. — 5) Mgf. v. 1266—1304, 
vgl. Krabbo, ebendas. 1910. — 6) 1277—1287. 

346. Dietrich, Markgraf von Landsberg, eignet einen Wald bei Sebitz den 
Brüdern des Deutschen Hauses in Altenburg. 

Weißenfels, 1281 Nov. 19. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 995; Perg. Urk. mit schadhaftem Siegel 

an gelben Seidenschnüren (0.). 
Auf sehr.: Super villa Sebicz. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 133 (A.). 
Ueberschr.: Littera de silva prope villam Sebscz. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heß 3, No. XXXV (19) (mit Datum: 
Jan. 20) (M.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 122\ No. 97. 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 76^ (K^). 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, 8. 225, No. 117. 
Lit.: Großkopf, Die Herren von Lobdeburg, 8. 101; — v. Braun, S. 60, 

Anm. 125; — Mittl. d. Osterlandes III (1853), 8. 215 über Sebitz. 
Bemerk.: Zustand: Urk. sehr schadhaft, auf Leinen gezogen; der eine Bruch 

schon früher mit Papier unterklebt. — M. bezweifelt die Echtheit, dazu liegt 

aber keine Veranlassung vor. — Schrift: AÜenburger Hand, s. Posse, PU. 

8. 37 u. 52. — Vgl. Urkk. No. 363 v. 1282 Mai 5 u. No. 421 v. 1285; ahn- 

liehe Uebereignungen s. Urkk. No. 423 v. 1286 Dez. 31 u. No. 468 v. 1289 Juli 29, 

ferner Urk. No. 461 v. 1289 Mai 3. — Siegel: s. Posse, SW. S. 11 u. 14, 

Tfl. V, 5, ein Stempel D.'s v. L. von 1261—62. — Vgl. Urk. No. 460 v. 

1289 Mai 1. 

Actiones, quas mundus ordinat, sepe delet successus temp[orum, 
nisi fijrmantur^) [firmo ca]ra[ct]ere ^) litterarum. Hinc est, quod nos 
Th.'') d[e]i^) gr[acia marchio de Lajndesberch^)^) pres[en]tibus ^) publice 
protestamur, quod silvam, que sita est prope villam, que Sebs[cz nuncu- 
patjur^), quam a nobis Th. i) filius Timonis-^) de Lizenik^) iure tenuit 

19* 



292 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

feodali, de vol[uiitate ac]^) consensu filii nostri 2) fratribus ecciesie sancte 
Marie virginis in Aldenburch^) domus Teutunice^) dedimus titulo^) 
proprietatis perpetuo possidendam renunciantes omni iuri, quod in 
eadem ad nos dinoscitur pertinere. Ne igitur huiusmodi donacio ab ali- 
quibus in postemm valeat violari''), presentem paginam conscribi feci- 
mus et sigilli nostri munimine roborari. Testes auteni huius rei sunt: 
Dilectus patruus noster Heinricus dominus terre Plisnensis ^), dominus 
Otto") de Arnshoge*), Theodericus pincerna de Nebere, Theodericus 
marscalkus de Ekardisberge, Heino de Hegen[e]ste milites; Heinricus 
Zveme ^) noster notarius et alii quam plures f ide digni '). Datum Wizen- 

00000 

vels anno domini m. cc. lxxxi, xiii kalendas Decembris. 



a) [ ] nach A. ergänzt. b) A.: Landisberg. c) A.: Tymonis. d) A.: 

Lissenik. e) A.: Aldenburg. f) A.: Theutonice. g) A.: tytulo. 

h) A.: violari valeat. i) A.: dominus Otto — digni fehlt, dafür et alii plures. 



1) Th[eodericus] auch Urkk. No. 349 v. 1281 u. No. 363 v. 1282 Mai 5. — 
2) Friedrich Tuta (1269 — 1291). — 3) patruus Heinrich v. Dresden, Sohn Heinrichs 
des Erlauchten (1256 — 86), s. Urk. No. 350 v. 1281. Vgl. Wegele, Friedrich d. Freidige, 
S. 88, Anm. 2. — 4) Otto IV. v. Arnshaugk 1235152—1289. — 5) Heinrich v. Zweme 
Kanonikus von Meißen, Notar 1281 — 84, später unter Friedrich Tuta Notar u. seit 1291 
Protonotar. — 6) Dietrich v. Landsberg, s. Urk. No. 283 v. 1277 Mai 13. 

347. Albrecht [der Entartete], Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von 
Sachsen, bestätigt auf Bitten magistri et fratrum domus Theutonice 
denselben omne ius iudiciorum et libertatum, quod illustris 
princeps dominus Ludewicus olim Thuringie lantgravius ^) ipsis 
donavit, necnon omnia bona alia seu proprietates, quas idem 
lantgravius et alii antecessores nostri dictis dederunt fratribus, 
und besonders in villa dicta Husen ^) ac in aliis villis eis donatas 
vel titulo empcionis aut quocumque alio titulo contractas 
supradicti fratres habent vel in posterum habebunt. 

Mit dem Siegel des Ausstellers. 

Zeugen: Comes Otto de Luttherberch, comes Guntherus senior 
de Khevernberch, comes Theodericus de Hoenstein; ministeriales : 
Guntherus de Salza, Guntherus de Slatheim ^), Hermannus dictus 
Stranz*), Hermannus de Mila et Mathias^) nostre curie prothono- 
tarius. 

Datum Isnakhe anno domini millesimo cc". lxxxi", vi" kalendas 
Decembris. Eisenach, 1281 Nov. 26. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, DO. Bailei Marburg; Perg. Urk. mit zer- 
brochenem Siegel. 

Abschr.: DOZA. Wien, Kop. 1,6.1, No. 690. 
Ueberschr.: Item alia confirmacio*). 

Druck: Publ. PreußSAen. 3, 396; — Entdeckter Ungrund, 63 und daraus: Samm- 
lung der neuesten u. wicIUigsten Deduktionen VII, 514. — Reg.: ZHarzV. 28 
(1895), S. 485, No. 257. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 293 

Bemerk.: Schrift: Empfängerhand (Griefstedt?), s. Posse, PU. S. 58. — Siegel: 
Posse, SW. Tfl. IV, 5. — Vgl. Urkk. No. 199 v. 1267 Apr. 17 u. 
No. 200 V. 1267 Mai 1. 



1) s. Urkk. No. 23 v. 1222 [v. Sept. 24] u. 35 v. 1225. — 2) s. Urkk. No. 104, 
214, 238, 247, 261, 327, 328, 337. — 3) Ueber Schlotheim s. ZThürGuA. 3, bes. S. 8. 
— 4) Hermann Strantz ist sicher Hermann IV., vgl. Vjschr. f. Wappen-, Siegel- u. 
Famkd., L. Jg. S. 63, wo diese Urk. fehlt; s. a. Utk. No. 206 v. 1267 Aug. 1. — 
5) s. Urk. No. 258 v. 1274 Jan. 9. 

348. Marquard, Abt, w%d das gesamte Kapitel des Klosters Reinhards- 
hrunn überlassen dem Bruder Hartmann von Heldrungen ^), Hoch- 
meister, und den Brüdern des DO. curiam nostram in Erfordia 
iuxta pontem Libemannisbrukin zum erblichen Besitz. 

Mit dem Siegel des Abtes. 

Zeugen: Dominus Cristanus episcopus Sambiensis 2), dominus 
Albertus lantgravius Thuringomm, dominus Otto comes de Lutir- 
berc, dominus Heidemannus de Hain, dominus Hermannus de 
Hersilderode, milites. 

Datum anno domini millesimo cc.° lxxxl", vii. idus De- 
cembris. 1281 Dez. 7. 

Hdschr.: Orig.: SA. Marburg, DO. [Bailei Marburg; Perg. Urk. mit einem 

Siegel am Pressel. 
Druck: GQuPr Sachsen 24, Nachtr. No. 7; — Publ. PreußSAen. 3, 397. — Reg.: 

Altpr. Mschr. XVI (1879), S. 556; — ÜB. Bistum Samland 122; — 

V. Hagke, Weißensee S. 289 (nach SA. Magdeburg, Kop. 1532^, Bl. 4^-^); 

— danach GQuPr Sachsen N. R. V, 515 (ohne Monat u. Tag). 
Lit.: Anderson, Griefstedt, S. 22 f.; — Jacobs, Prov. Sachsen, S. 104; — Zhess. 

GuLdke. 30 (1895), S. 88 f. 
Bemerk.: Siegel: Beschreibung in Publ. a. a. 0. 397. — Vgl. dazu Publ. a. a. 0. 

3, 108, 406. 



1) s. Urk. No. 66 v. [1238 Aug. 15 —Okt. 27 J. — 2) s. Urk. 231 v. 1271 
Dez. 14. 

349. Dietrich genannt von Leißnig schenkt Güter in Remse dem 
Deutschen Hause in Altenburg. 1281. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 997; Perg. Urk. ohne Siegel und 
Befestigung (0.). 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 140 (A.). 
Ueber sehr.: Littera de uno manso in Slucz [!]. 

Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. XXXIV (18) (M.). 

Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 47^ (K^). 
Ueberschr.: Littera super bonis in Remse. 

Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 225, No. 116. 
Druck: Reg.: Mittl. GuAV. Leisnig, 4. Heft, S. 1; — Lobe, Gesch. d. Kirchen 

u. Schulen I, S. 551, 554; — Mittl. d. Osterlavdes III, S. 215. 
Bemerk.: Zustand: Urk. sehr schlecht erhalten, zum größten Teil mit Papier 

unterklebt; mit Zapon gefärbt. — Schrift: Altenburger Hand, s. Posse, PU. 

S. 37. — Siegel: Als M. die Urk. abschrieb, hing noch das unverletzte Siegel Th. 

V. L.^8 an schwarz- u. grünseidenen Schnüren an der Urkunde, vgl. Posse, 

SWA. IV, S. 83, No. 777 u. Tfl. 41,2. 



294 ürkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Deperire postest*) hu[mana actio, nisi robur accipiat]^) a munimine 
litterarum. Hinc est, quod nos Theodericus dictus de Lisnich'=) tenore 
[presencium] ^) limpide protestamur ef^) cunctis Christi fidelibus, quibus 
presens scriptum datum f uerit intueri, cup[imus] ^) esse notum Albertum 
dictum de Remse bona, que de nostra manu tenebat, sita in villa preha- 
bita ^) [nobis]^) ^) liberaliter resignasse. N[os] ^) autem [ea]dem ^) *) bona nee 
non proprietatem eorundem divine remuneracionis intu[itu]^) et ob re- 
medium nostrorum p[ecca]minums) domui fratrum Theutonicorum in 
Aldenburch^) damus et liberamresignamus'). Ne igitur nostre donacionis 
liberas ab aliquibus nostris successoribus infringi possit vel infirmari, 
presentem [litteram] '') predictis fratribus [dari fecimus]^) nostri sigilli 
munimine roboratam. Testes sunt''): Dominus Gerardus')^) sacerdos"^), 
Henricusii)^) commendator in Aldenburch dictus de Corun°), Wer[nerus]p)*) 
cellarius, Conradus Lotiger i) ^), fratres dicte domus™). Actum et datum 

anno domini m. cc. lxxxi . . . .^). 

a) K^: solet. b) 0.: [ ] fehlt, nach A. ergänzt. c) A.: dictus Lisnig. 

d) K^: quod. e) K^: fehlt. f) K^: eidem. g) M.: seminarum. h) A.: 

Aldenburg. i) A'^; namus fehlt. k) A'^; sunt hec. 1) M.: Galtus. 

m) A.: sacerdos — domus fehlt. n) nach K^, so auch M. o) nach K^; fehlt 

schon M. p) K^: Wernerus. q) A^; loh. r) A.: et cetera. 

1) Schlauditz (w. Altenburg) nach A. — Remsa nach K^ — Nach dem Av^dnick 
in villa prehabita muß angenommen werden, daß K^ recht hat. Wie A. zu der Ueberschriß 
in Slucz kommt, läßt sich nur so erklären, daß A. die lieber Schriften später angefertigt 
hat und dabei die folgende Urkunde (s. No. 510 v. 1291 Nov. 11) berücksichtigte, durch 
die das DOHaus in Altenburg eine Hufe in Schlauditz erhält. In vorliegender Urk. ist 
nur allgemein bona gesagt. — 2) Gerhard v. Ukkerowe s. Urk. No. 303 v. 1279 Apr. 16. — 
3) s. Urk. No. 301 v. 1279 März 12. — 4) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. — 5) s. Urk. 
No. 329 V. 1280 März 1. 

350. Heinrich [ohne Land], Sohn Älbrechts, Landgrafen von Thüringen, 
eignet dem Komtur und den Brüdern des Deutschen Hauses in Alten- 
burg Land in Lossen, Altenburg, 1281. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 998; Perg. Urk. m. Siegel an 
grünen Seidenfäden (0). 

Auf sehr.: Loßen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 133 (A.). 

Ueberschr.: Littera de VI mansis prope villam Lossen. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. XXXVI (21), mit Siegel- 
zeichnung. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 36^ (K^). 

Ueberschr.: Littera de bonis vi mansis propre villam Lassan. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 224, No. 115. 
Lit.: Lobe a. a. 0. I, S. 237; — Mittl. d. Osterlandes VIII, S. 352 f.; — 

Wegele, Friedrich d. Freid., S. 88, An7n. 2. 
Bemerk.: Zustand: Die Urk. ist fast ganz zerfallen; die untere Hälfte mit Papier 
untcrklebt; durch Tanninfärbung die Schrift bis auf die unteren Zeilen lesbar. 
— Schrift: AÜenburger Hand, s. Posse, PU. S. 37. — Siegel: s. Posse, SW. 
S. 11, 15, Tfl. VII, 2 und Schlegel, De cella veteri 72 (schlechte Abbildung). 
Es ist gut erhalten, an grünseidenen Fäden; war abgefallen und ist mit dem 
falschen Ende wieder an die Fäden angeklebt. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 295 

Von seinen CfiUern in Lassen zahlte der Orden 1445 jährlich 144 Groschen 
an das Altenburger Amt, verkaufte aber zw. 1445 und 1449 die Hälfte derselben 
an einen Bauern. 1514 hatte der DO. dort keine Besitzungen mehr. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Heinricus^) dei 
gracia primogenitus illustris Thuringomm langravii^) et comitis Saxonie 
palatini constare cupimus omnibus hanc litteram inspecturis, quod 
sex mansos, quos a nobis habebat dominus Ihohannes dictus de Esmars- 
torf^) et Rudolfus civis in Aldenburch '') tytulo feodali in villa, que 
vocatur Lossen, nostris manibus libere resignaverunt^), resignacioni- 
bus^) autem factis ob lionorem dei omnipotentis et sue matris sancte 
Marie nee non ad instanciam fratris Heinrici de Chorun^) existentis com- 
mendatoris domus Theutunice ^^) predietos mansos cum omni utilitate, 
quam ad nostram pertinent divinacione[m] *), ecclesie sancti Ihohannis et 
do[mui]*) Theutunicorume) contulimus proprietatem perpetualiter reti- 
nendos. Ne autem nostre donacionis rob[ur irrit]um ') facere videat ali- 
quis'^) vel presumat, presentes litteras huius^) actionis [nostri]^) sigilli 
munimine fecimus insigniri') sub testimonio, quorum nomina [subjse- 
cuntur'*) [videlicet]^): Dominus Heinricus dictus de [Cygjulheim^), dominus 
Thimo™) de Chorun, dominus "i) Albertus de Vlugilsberch, dominus 
Cunradus de [Sarowe]°) [dominus Unarcus de Waidenburg] p), dominus 
Theodricus de Gerstenberch, Conradus [de] D[roi]cz [et aliiplure]s^)fide 

digni°). Datum Aldenburch [anno] domini m. cc. lxxxi, vf) 

a) A.: Lantgravius. b) A.: Esmarsdorf. c) A.: Aldenburg. d) 0.: 

resingnaverunt. e) 0.: resingnacionibus. ef) A.: Theutonice. f ) [ ] ergänzt 

nach A. g) A.: Theutonicorum. h) 0.: übergeschr. i) M.: consignari. 

k) M.: subscript ... \) A.: Zygelheim. m) A.: Thymo. n) A.: do- 

minus — digni fehlt, dafür et alii quam plures. o) Loch, auch M. hat nichts. 

Vielleicht Sarowe zu lesen; vgl. die Zeugenreihe der folgenden Urk. p) nach M. 

q) Ergänzungsversuch. r) K^: vi" fehlt, dafür etc. 

1) Heinrich (ohne Land), Herr des Pleißnerlandes, * 1256, f um 1286. — 
2) s. Urk. No. 301 v. 1279 März 12. 

351. Volrad [III.J von Kolditz bekennt, daß er seine Eigen- und Lehns- 
güter, soivie den Zoll zu Treten den Brüdern des Deutschen Hauses 
zu Altenhurg verkauft hat. 1281. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 999; Perg. Urk., wasserfhckig, gut er- 
halten; Siegel und Pressel verloren (0.). 
Auf sehr.: Super bona in Trebene. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 141^ (A.). 

Ueberschr.: Littera de bonis in villa Trebene. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, B. 160, Heft 3, No. XXXVI (20) (M.). 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kop. 1945, Bl. 6a (K^), 
Ueberschr.: Littera de bonis in villa Trebene. 
Abschr.: Landesbibl. Altenburg, Wagner, Coli. VII, S. 222, No. 114. 
Druck: Reg.: Tobias, Reg. d. Hauses Schönburg, S. 19. 
Lit.: Truöl, Herren v. Colditz, S. 12; — Sommerlad S. 35. 
Bemerk.: Schrift: Altenburger Hand, s. Posse, PU. S. 38. — Vgl. Urkk. No. 361 
V. 1282 Mai 1 u. No. 416 v. 1285 Apr. 30. 



296 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

Cum humane condicionis memoria labilis sit penitus et caduca, 
succurrendum eidem amminiculo '') scripturamm credimus, ne id, quod 
fideliter geritur, neglienter faciente^) quorundam calumpnia opprimatur. 
Nos igitur Wolradus dietus de Coldiz'^) cunctis Christi fidelibus cupimus 
esse notum et presenti pagina limpide protestamur, quod bona nostra 
tam propria quam feodalia, que in villa dicta Trebene et in theloneo 
eiusdem habere dinoscimur, commendatori^) et fratribus domus Theuto- 
nice'^) in Aldenburch^) vendidimus perpetuo possidenda. Cum autem 
predicti fratres nulla alia bona preterquam propria habere debeant vel 
eeiam permittantur, nos eadem bona ab ipsis empta omnibus, quibus 
confratres ^^) iusserint*), conferemus, qui ipsa bona nomine ipsorum tam 
diu tenebunt, quoad usque proprietatem bonorum antedictorum nomi- 
nati fratres de domo Theutonicas) apud'') nobilem virum dominum 
burgravium dictum Zuliz')^) optineant'') pariter et observent. Optenta 
autem proprietate nos bona sepius^) recitata cum omnibus, quibus 
aliquod iuris contingere in eisdem posset, resignabimus coram domino 
burgravio fratribus pretaxatis. Sed ne huius vendicionis materia ab 
aliquo, quod absit, infringi possit, presens scriptum ipsis in testimonium 
dedimus nostri sigilli munimine roboratum. Huius rei testes sunt*"): 
Dominus F[redericus] '') de Sconenburch°), dominus UnarchP) de Walden- 
berch, dominus Conradus de Sarowe, dominus Tymo de Corun senior 
et dominus Tymo de Corun iunior, Albertus de Remse; dominus Theo- 
dericus ^) sacerdos, dominus Rudolphus ^), frater Albertus de Nenewiz *), 
f rater Wernherus^) et alii quam plures fide dignip). Acta sunt hec anno 

domini m. cc. l xxxi ^i). 

a) 0.: amininiculo. b) A.: faciende. c) A.: Coldicz. d) A.: 

Theutunice. ef) 0.; confratre. e) ^..- Aldenburg. f) ^.; iusserit. g) A.: 

Theutunica. h) 0.: nachträgl. übergeschr. v. gl. Hd. i) A.: in Lisnig statt d. Z. 

h)^.; optineat. 1) 0.: es ist begonnen, das m fortzuradieren; sepimus. m) A.: 

sunt testes. n) A.: Ffredericus. o) A.: Schonenburg. p) A.: dominus 

Unarch — digni fehlt, dafür et ceteri plures; A'^; fehlt, dafür etc. q) A.: nach dem 

Datum et cetera und K^: etc. 



1) Heinrich v. Kohren s. ürk. No. 301 v. 1279 März 12. — 2) s. ürk. No. 301 
V. 1279 März 12. — 3) Jedenfalls können wir wohl auch in diesen beiden Zeugen DO- 
Brüder annehmen. So möchte ich Dietrich gleich dem späteren Hochmeister Dietrich 
V. Altenburg (vgl. über ihn Osterländ. G'bll. 15, 8. 699ff.) und Rudolf gleich Rudolf 
V. Vargula setzen und dadurch auch die Bezeichnung als dominus erklären. Daß auch 
Rudolf DOPriester ist, geht schon aus ürk. No. 336 hervor. Er ist bis 1286 als DO- 
Priester nachweisbar. — 4) 1281 — 1288 als DOBruder in Altenburg. Es handelt sich 
hier sicher nicht um einen Komtur eines DOHauses in Nenewitz, sondern um einen 
Angehörigen der Ministerialenfamilie dieses Namens. B. Sommerlad in ThürSächsZ. XIX, 
S. 35 irrt, wenn er Albert auch als Komtur anspricht. Vgl. auch Urk. No. 98 v. 1248 
Nov. 11. — 5) s. Urk. No. 287 v. 1277 Juli 3. 

352. Eckehard gen. Nothaft von Wildstein übereignet mit Zustimmung 
seiner Brüder und Oheime das Patronatsrecht eines Zehnten in 
Hartessenreuth den Brüdern des Deutschen Hauses in Eger. 

Eger, 1281. 



Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 297 

Hdschr.: Orig.: ESA. Dresden, Orig. No. 1000^; Perg, ürk., wasser fleckig, • 
Siegel am Presset fehlt, Presselreste vorhanden (0.). 
Abschr : Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 106^; s. Bd. II, Urk. v. 1340 Jan. 4. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 106^—^ (nur Bruchstück); s. Urk. 
No. 356. 
Druck: Gradl I, 349. — Reg.: Emier IV, 1848. 

Bemerk.: In der Zeugenreihe bei 0. sind bei 7 Wörtern einzelne Buchstaben in 
neuester Zeit nachgezogen. 

Ea, que genintur in tempore, ne^) labantur cum lapsu^) temporis, 
expedit poni in lingua testium et scriptiire testimonio perennari. Hinc 
est, quod nos Eckehardus dictus Nothhaft de Wiltstein una cum consensu 
fratrum nostrorum et patruorum, quorum omnium interfuit, ius patronatus 
decime in Hartussenreut damus et dedimus et presentibus innovamus 
in remedium anime nostre ac progenitoram nostrorum fratribus domus 
Theutonice in Egra libere ac perpetuis temporibus perpetue possiden- 
dum*=). In cuius rei testimonium et evidenciam pleniorem ipsis fratribus 
dicte domus in Egra presentem paginam dedimus nostri sigilli munimine 

e 

consignatam cum testibus subnotatis: Arnoldo de Ode, Chunrado de 
Rore, Hermanne de Oberndorf, militibus; Wernhardo et Wicperto; 
civibus Egrensibus: Francisco^) magistro civium tunc temporis, Si- 
frido Aurifabro et aliis quam pluribus fide dignis. Datum in Egra anno 
domini millesimo ducentesimo octogesimo primo. 

a) 0.: übergeschr. b) 0.: lapso. c) 0.: possidendam. 



1) = F. de Curia (Franz Höfer) ist der erste bekannte Bürgermeister von Eger; 
s. Gradl a. a. 0. Anm. 

353. Otto di Censt^) commendator Egrensis ist u. a. Zeuge, als Fried- 
rich, Landgraf von LeucMenherg, zugleich im Namen seines Sohnes 
dem Kloster Waldsassen die beiden Dörfer Bingarten (Bingart) 
und Zwergau (Zwerkowe) und die Wald-Zeidelweide (silvam 
apiariam) mit allen Zubehörungen überträgt. 
Mit dem Siegel des Ausstellers. 

o o o o o 

Actum anno domini m. cc. lxxxi. 1281. 

Hdschr.: Orig.: HSA. München, Kloster Waldsassen, Fase. 14; Perg. Urk. m. 
(beschädigtem Reiter-) Siegel am Presset. 

Abschr.: Ebendas., Kop. Waldsass. Col. 61 (ohne Jahr: datum ut supra^. 

Abschr.: Ebendas., Acta Waldsass. S. 404 f. No. 726. 
Druck: Gradl I, 348 (nach Abschr.). — Reg.: Reg. Boica IV, 164. 



1)0. V. Z. steht hinter den Bürgern von Eger, doch vor den Zeugen aus Kloster 
Waldsassen, die als letzte aufgeführt sind. Frater fehlt. — Ein 0. v. Z. wird als 1. Zeuge 
aufgeführt in einer Urk. v. 1283 (Gradl a. a. 0. I, 358). Er erscheint zum erstenmal 1263 
und dann öfter, hier aber das einzige Mal als Komtur. Es besteht also die Möglich- 
keit, daß, wie öfter in den Egener Urkunden, der Name des Komturs ausgelassen und 
O. V. Z. noch zu den Egener Bürgern zu rechnen ist. Dann ist aber seine Stellung in 
der Zeugenreihe auffällig. 



298 Urkundenbuch der Deutschordensballei Thüringen. 

354. Werner von Vogtsberg schenkt Güter in Oelsnitz und Raschau der 
St. Johanniskirche in Plauen. Plauen, 1281. 

Hdschr.: Orig.: HSA. Dresden, Orig. No. 1002; gut erhaltene Perg. ürk. mit 
bis auf den Rand erhaltenem Siegel am Pressel (0^). 

Auf sehr. : Confirmacio duarum marcarum in via [/] Raschowe, que ducit 
Olsnicz. 
Orig.: Ebendas., Orig. No. 1003; Perg. ürk. m. gut erhaltenem Siegel am 
Pressel (0^). 

Auf sehr. : Super duas marcas in Olsnicz in vico, qui ducit Raschowe, 
confirmacio. 
Abschr.: Ebendas., Abt. XIV, A. 64, Bl. 56b (von 0^) (A.). 

Ueberschr.: Super duas marcas in Olsnicz. 
Abschr.: SA. Magdeburg, Kap. 1945, Bl. 57^ (von 0^) (K^). 
Druck: Mittl. AV Plauen 1 (1875), S. LXII f., No. LXXIV (nach 0^) (un- 
vollständig mit Fehlern). 
Bemerk.: Schrift: Posse, PU. S. 40 (Plauensche Hand, verwandt mit Schleizer 
Hand). Vgl. dazu die Ausführungen von Flach S. 30 ff. — Siegel: Bild gleich 
dem der Straßbergs. — Umschrift: Sigill. VVertonis de Voitisberc. 

Pateat^) universis presentes litteras inspecturis, quod^) nos Wern- 
herus^) dictus de Voitisberg tenore presencium publice protestamur*=), 
pro salute tarn nostre anime quam progenitorum nostrorum quedam bona 
Sita in Olseniz in vico, qui ducit in villam, que dicitur Rachsowe"^), 
que scilicet bona annis singulis duas solvunt marcas argenti, ecclesie 
parrochiali beati^) lohannis baptiste in Plawe dotavimus iure perpetuo 
possidenda abrenunciantes una cum nostris successoribus^) universis 
omni iure, quod in ipsis actenus&) habuimus vel de cetero fuimus 
habituri. Que videlicet bona inquolunf") homines, quorum nomina 
hec sunt: Cunradus dictus de') Trockenbrot, mulier, que cognominatur'=^) 
Radegozin, et cuiusdam mulieris filius, que cognominatur Eckehertin, 
EtO ut hec dotacio tam racionabiliter facta rata permaneat et in 
perpetuum inconcussa, presentes litteras testimoniales sigilli nostri 

munimine fecimus roborari. Acta sunt hec anno domini m. cc. lxxx. 
primo") in domo fratrum Theutonicorum'') in Plawe. Huius rei testes 
sunt: Dominus^) Albertus pleban